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Jüdische Presse · 1927-01-21 · 3 (21.1.1927) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
3 (21.1.1927)
Date
1927-01-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 3 JÜDISCHE PRESSE Seite 23 aber eben aus dem Grunde auch geeignet ist, jeden Juden zurückzustoßen. Herr Dr. Seipel sagt nur die volle Warheit, wenn er ausdrücklich zugibt, daß der ״zersetzende“ jüdische Einfluß weder im Charakter der jüdischen Nationalität oder gar im Wesen der jüdischen Religion begründet ist, aber er irrt sich, wenn er behauptet, daß er ״vielleicht“ in der Geschichte der Juden seine Begründung hat. Herr Dr. Seipel könnte sich leicht die Ueberzeugung verschaffen, daß fast alle jene ״Juden“, an deren ״zersetzenden“ Einfluß er zu denken scheint, nicht nur der jüdisehen Religion den Rücken gewandt hatten, sondern sich auch durch die Gleichgültigkeit für die Geschicke ihrer Starmnesgcnossen bemerkbar machten. Der Herr Bundeskanzler scheint bei der Ausübung seines undankbaren Verteidigungsamtes nebenbei auch zu der Erkenntnis gelangt zu sein, daß er, wenngleich er der Abfassung des christlichsozialen Programmes ״vollkommen ferne“ gestanden, doch eigentlich auch selbst in einen gewissen Zwiespalt mit sich selbst geraten sei. Er gibt zu, daß die christlichsoziale Partei eine antisemitische ist, aber er ist doch und bleibt der Chef dieser Partei, ohne sich darum zum Antisemitismus bekennen zu wollen, den er, wie wir gerne glauben wollen, als ׳Mensch, als Christ und als Priester verabscheuen muß. Herr Dr. Seipel bekennt in einem Atem, daß er als Mitglied der christlichsozialen Partei ״bemüht ist, den Grundsätzen dieser Partei im öffentlichen Leben nach Möglichkeit Geltung zu verschaffen“ und reklamiert im nächsten Satze für sich die Anerkennung, daß er sich dadurch nicht habe hindern lassen, die Ordnung im Staate, ״also auch das gleiche Recht aller Staatsbürger Oesterreichs ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses aufrecht zu halten“. Man wird dem Herrn Bundeskanzler Dr. Seipel das Zeugnis nicht verweigern dürfen, daß er in der Tat sich auch als Chef der christlichsozialen Partei von diesem Prinzip nicht abbringen ließ. Herr Dr. Seipel hat dem Vertreter der ״Jüdischen Telegraphenagentur“ gegenüber mit Recht erklären dürfen, daß diese Tatsache den österreichischen Juden wohl bekannt sei, ״sie hätten auch nicht zu erkennen gegeben, daß ihnen das christlichsoziale Parteibekenntnis des Regierungschefs irgendeine Sorge eingeflößt hätte“. Das ist richtig, aber die Juden mögen ,doch manchmal denken, daß es dem Herrn Bundeskanzler ׳Dr. Seipel Sorge einflößen könnte, wie er es auf die Dauer werde vereinbaren können, Chef einer christlichsozialen — also wie er selbst sagt, einer antisemitischen — Partei zu sein, ohne ״ihren Grundsätzen Geltung zu verschaffen“. A. M. ־ Vom Tag®, 0©0 Die Orthopraxen. Mancher unserer Leser wird verwundert den Kopf schütteln und fragen, was ist denn das, die Orthopraxen. Bis vor kurzem wußten wir es auch nicht, das heißt der Gedanke an und für sich ist nicht neu, nur das Wort, und es wird gar nicht so lange dauern, so wird es einen richtiggehenden Orthopraxismus geben oder in Anlehnung an bekanntere Wortbildung eine Orthopraxie. Es hat sich, namentlich innerhalb deutscher Kreise, eine Gemeinschaft gebildet, die auf dem Standpunkt steht, daß zwar alle in der jüdischen Religion vorgeschriebenen Gebote zu halten seien (wie auch in der Tat die Orthodoxie in ihrer Lebensfiihrung sich bemüht, dem Religionsgesetz entsprechend zu leben), die aber den Glauben als solchen ablehnt. Die Orthopraxen nehmen für ihr Denken und Fühlen absolute Freiheit für sich in Anspruch. Sie lehnen jede Bindung ab, die aus dem Religionsgesetz und aus der Tradition sich für diese beiden Bereiche des menschlichen Tuns ergeben und nehmen nur d i e Bindungen an, die sich auf die Tat beziehen. Tatsächlich haben wir in dieser seltsamen Erschcinung eine Spielart des Nationalismus, denn wenn die Orthopraxen die Gebote und Verbote beachten, so tun sie es nicht, weil sie darin die Befolgung des g-ttlichen Willens sehen, sondern weil sie darin eine Pflicht des nationalen Zusammenhanges erblicken; wir verstehen, es ist zunächst sehr schwer, sich in einen solchen Gedankengang objektiv hineinzuleben. Das religiöse Moment als solches ist also eigentlich bei den Orthopraxen in Wegfall gekommen. Theoretisch wäre folgendes möglich: Wenn es heute beispielsweise ein Parlament der jüdischen Nation gäbe und dieses würde beschließen, daß die bisherigen, als Kenn- Zeichen der jüdischen Nation geübten Handlungen und Unterlassungen durch andere abgelöst werden, so wäre die Orthopraxie gehalten, sich diesem Beschluß zu fügen. Vielleicht ist es auch ein Rückfall in den alten Normismus, den seinerzeit Paulus dem Judentum vorwarf, der von Mendelsohn als eine Art Kompromiß zwischen Leben und Lehre aufs Neue auf den Schild erhoben wurde, wonach es überhaupt nur auf das Tun ankommr, die innere Einstellung des Menschen aber zum Tun auch für seine religiöse Bewertung gleichgültig ist. Es ist heute noch nicht abzusehen, welche Kreise von diesem neuen System — denn eine neue Idee darin zu sehen, wäre nach dem oben Ausgeführten verfehlt — ergriffen werden. Wir wissen, daß das System in ernsten Kreisen junger Menschen lebhaft diskutiert wird, wünschen nur zunächst, daß sich die Jugend dabei erfahrene ältere Menschen zu Rate ruft. Es kann ja sein, daß das System eine Brücke von der nationalen zur religiösen Konzeption des Judentums bedeutet; uns scheint es aber, als ob der Wegweiser anders gestellt ist und vielmehr ein Hinuntergleiten von der Religion zur nationalen Konzeption bewußt oder unbewußt erstrebt wird. Wir hielten es für unsere Pflicht, unseren Leserkreis auf diese Erscheinung aufmerksam zu machen. Der Versuch einer Orthopraxie als der geltenden Norm im Judentum ist schon oft gemacht worden; bewährt hat er sich noch nie. Wohl aber erfordert es der Ernst der Zeit, die Erscheinungen in all ihren Phasen genau zu verfolgen und sich für die Auseinersetzung zu rüsten. "p. K. Religionsersatz. Unter diesem Titel veröffentlicht Helene Hanna Thon in Nummer 4 der Berliner ״Jüdischen Rundschau“ einen bemerkenswerten Aufsatz. Die Verfasserin beginnt: ״Wir sollen uns nicht darüber täuschen: Eines der Momente, die uns zum Zionismus und durch ihn nach Palästina geführt haben, ist die Erkenntnis unserer Religionslosigkeit.“ ״Wir, die Mehrzahl der modernen national empfindenden Juden gelangten nach' Palästina, weil wir — im Bewußtsein, daß uns der Glaube au einen persönliehen oder gar nationalen G-tt verloren gegangen ist — hier neue, aus der Tiefe der Volksseele aufsprießende Werte zu finden hoffen, die uns die Leere unseres Inneren ausfüllen sollten.“ Nach dieser Einleitung konkretisiert die Verfasserin ihre Meinung folgend: ״Zu nationalen Feiern in Palästina paßt keine religiöse Einweihung und weil sie nicht dazu paßt, weil sie nicht mehr als ein Kompromiß und eine Täuschung ist und sein kann, so finden wir in jedem Falle als Folge der religiösen Handlung: Entgleisung, Geschmacklosigkeit und als Wirkung: Scham bei den Ernsteren, Gähnen und Augurenlächeln bei den Zynischen.“ Zur Bekräftigung ihrer Ansicht führt Helene Hanna Thon zwei Tatsachen aus dem Leben des neuen Jischuws an: ״Bei der Feier der Universitätseröffnung vor zweieinhalb Jahren hatte man den aschkenasischen Oberrabbiner von Jerusalem Abraham Hakohen Kuk bestellt, der das neue Unternehmen einsegnen sollte. Als die Worte des Geistliehen endlich versiegten, fehlte nicht viel, daß das überaus peinliche Gefühl, mit dem die meisten dieses endlose Gebet über sich hatten ergehen lassen, in Gelächter umgeschlagen wäre. Die Quelle dieser Heiterkeit war das Gefühl des in keiner Beziehung zum Anlaß Stehenden. Es war nicht Verspottung des sehr ehrlich wirkenden und geachteten Rabbiners, vielmehr ein Befremden über die U11- Wahrhaftigkeit derer, die ihn an eine ungeeignete Stelle gebracht und sich durch die Vortäuschung einer nicht bestehenden Beziehung selbst ins Unrecht gesetzt hatten. Eine parallele Erscheinung bot sich anläßlich der Jubiläumsfeier des Keren-Kajerneth. Gewarnt durch frühere Erfahrungen, hatte mau hier auf eine religiöse Einleitung der Feier durch die Rabbiner verzichtet. Gewissermaßen an Stelle des priesterlichen Segens, an erster Stelle des Programms hatte man ein Mitglied der Arbeiter-Schau- Spielervereinigung ״Ohel“ zur Vorlesung eines Bibeltextes aufgefordert. Und hier begab sich etwas, das viel pein- Telephon 74-2-26 Telephon 74-2-26 Wien» i., Graben 12 demTra ttnerhof) Diese neueröffnete, grösste und modernste Werkstatte für Haararbeiten u. SchÖnheitspflege erzeugt Perücken, Scheitel u. Transformationen, für deren allererste Qualität der internationale Meister Karl Schirokg jeder Dame persönlich haftet. Unsere Einführungsprelse sind sensationell billig! Ein unverbindlicher Besuch zeigt Ihnen die schönsten BublperUcken . . von S 75 aufw. die schönsten Transformationen von S 35 aufw. dieselben mit Scheitel ... . von S 45 aufw. und werden Ihnen für Reinigen, Wasserwellen u. Reparieren Ihrer alten Perücken die billigsten Preise berechnet. 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Thon wird in jenen zionistischen Kreisen, die ehrlich glauben, daß es möglich wäre, den religiösen Forderungen des Judentums innerhalb der zionistischen Gedankenwelt und im Rahmen der zionistischen Organisation den ihnen gebührenden überragenden Platz einzuräumen, einen heftigen Widerspruch hervorrufen. Diese thoratreuen Zionisten, zu denen selbstverständlich in erster Reihe die Misrachisten gehören, empfinden es immer schmerzlich, wenn die Führer des thoratreuen Judentums auf die Tatsache hinweisen, daß die ideelle Struktur des Zionismus mit der Gedankenwelt des überlieferten Judentums unvereinbar •wäre. Vielfach versteigt man sich sogar in diesen Kreisen zu der Behauptung, daß der Kampf des tlioratreuen Judentums und seiner größten und stärksten Organisation, der Aguda, gegen den Zionismus nicht einem religiösen, sondern irgend einem politisehen, persönlichen oder anderen bösen Trieb entspringt. Wir sind weit entfernt, aus dem aufsehenerregenden Aufsatz der Frau Helene Hanna Thon viel Aufhebens zu machen. Wir registrieren ihn bloß deshalb, um nachzuweisen, daß in weiten zionistischen Kreisen die Ansicht vorherrscht, daß die meisten Zionisten nicht nur an einen G-tt nicht mehr glauben, sondern auch als unerträglich empfinden, wenn man aus Opportunitätsgründen zionistische Veranstaltungen religiös verbrämt. Diese Ansicht trifft sich mit der Anschauung der überwiegenden Majorität der thoratreuen Juden über Zionismus und Zionisten. Würde diese Tatsache allgemeine Anerkennung finden, so würde das Verhältnis der auf zwei verschiedenen weltanschau-־ liehen Grundlagen aufgebauten jüdischen Organisationen viel ehrlicher, vornehmer und würdiger sich gestalten, als es bisher, da man die Tatsachen absichtlich verdunkeln wollte, der Fall war. Wär׳ es nicht wahr, dann könnt’s ein Märchen sein. Starb da irgendwo in einer Großstadt ein armer Mann. Die Grippe hauste in diesen Wintermonaten gar arg und der unerbittliche Schneider Tod raffte an Opfern zusammen, was er nur immer erhaschen konnte. Auch er war ein Opfer der tückischen Krankheit geworden. Er lag mit hohem Fieber und der Arztfreund wollte ihm eine Wohltat zuteil werden und ihn ins Krankenhaus schaffen lassen, wo Pflege und freundliche Umgebung ihm schneller Heilung spenden sollten. War er doch ganz allein. Die Eltern hatte er frühzeitig verloren, die einzige Schwester war anderweitig verpflichtet und konnte sich ihm auch nur widmen soweit es ihr Beruf und die harten Pflichten des Lebens gestatteten. So blieb er allein, in sich gekehrt. Dagu kam, daß die Erinnerung aus früher Kindheit einen sonnenvollen Lebnsweg beschienen hatte. Denn nicht immer war sein Leben so kärglich. Er hatte ein liebevolles Elternhaus gehabt, gute Schulbildung erhalten, wollte sich wohl gar der Wissenschaft widmen, denn die Kehrer versprechen dem begabten Knaben eine erfolgreiche Lebensbahn. Da warf ihn schon als Jüngling eine Krankheit nieder und hinterließ, als er genesen, tiefe Spuren in seinem Gemüt, welche ihn nicht mehr recht lebensfroh werden ließen, so daß er einen Beruf nicht mehr voll erfüllen konnte. Das letzte Leid, das ihm widerfuhr, war, daß er, von Haus und Hoi vertrieben, durch politische Uinwälzungen gezwungen zum Wanderstab greifen und irgendwo in einer fremden Großstadt eine neue Heimat suchen mußte. Hier finden wir ihn wieder. Wer kannte ihn aber hier? Wer konnte ihm hier helfen, denn man wußte ja nicht, daß er aus altem Geschlecht war und Ahn und Urahn schon als Thoragrößen geleuchtet hatten. Wer wußte auch, daß er einst bessere Tage gesehen und sein Gemütsleiden als Folge einer Krankheit zurückbehalten hatte, der Aermste. Man spottete, lächelte, ja man lachte sogar über ihn, wenn er von einer großen jüdischen Zukunft und dem Erscheinen des Erlösers sprach, anstatt daß man wenigstens versuchte, auf seine Reden mit Anstand einzugehen. Denn er war ein tiefreligiöser Mensch, und wahre Herzensfrömmigkeit ließ ihn immer zufrieden und geduldig alles hinnehmen, was ihm auch widerfuhr. Er liebte ja die Menschen, alle, wie der Messias es einst tun würde, auf dessen Kommen er täglich hoffte. Im Lehrhaus war er ein eifriger Zuhörer, und wo ein ernster Vortrag gehalten wurde, der auch ihm zugänglich war, da erschien er als einer der Eifrigsten. Um nicht öffentliche Wohlfahrtspflege zu genießen, begann er einen kleinen Handel mit Schokolade und anderen Lebensmitteln, die er bei Freunden anbot, welche er durch sein ruhiges und anspruchsloses Wesen sich erworben hatte. So verlief sein Leben gleichmäßig, und niemand achtete seiner. Bis auch sein großer Tag kam. Aber er erlebte ihn mcht mehr. Es war sein letzter Gang auf Erden. Schon hatte der ׳Geistliche gefürchtet, daß er mit ihm allein bleiben, .und daß die Trauerversammlung diesmal ausbleiben würde, aber siehe — da geschah das W/under, auf das der Aermste sein ganzes Leben gewartet hatte. Erst kamen nur wenige, dann wieder welche!und noch welche, und es waren wohl wenigstens einhundert Menschen, angesehene und geachtete Bürger, die sich um seine Bahre drängten, um iiun die letzte Ehre zu erweisen. Die einfachen Stangen der Bahre konnten nicht genug Raum geben für die vielen Hände, die sich befleißten, den toten Freund selbst zu Grabe zu tragen. Man wollte ihm seine Ehrerbietung zeigen — zu spät. Er empfand es nicht mehr. Helgh Class Tallor Premier Tailleur Hermann Heit Erstklassiges Maßatelier, Spezialist In Ausführung von modernen und bürgetllchen Arbeiten Wien, I., Graben Habsburgergasse 3 Telephon Nr. 77-4-88 w unscli ohne Sdiattnes Öder doch? Sah er aus;Himmelshöhen, wo er längst einem besseren, ewigen Leben entgegenreifte, beglückt herab und verklärte sich an der Treue derer, die ihn im Leben kaum zu beachten schienen? Freute er sich, daß man!ihn jetzt endlich ei kannte und anerkannte, daß das ׳Leben nicht nur aus Eitelkeit besieht, sondern :daß der Sinn des Lebens ganz wo anders zu suchen ׳ist, als die meisten Menschen glauben? In einer schönen Erzählung unserer alten Weisen heißt es: Ein armer Mann verschied, und kein Mensch kümmerte sich um ihn. Er sollte gerade ohne Trauergeleite namenlos begraben werden, da sah der Rabbiner der Stadt die Bahre an seinem Hause vorbeitragen. und eilends machte er sich auf den Weg, um ihr zu folgen. Als aber die Städter, die reichen Metzger und Kaufleute und die Großbauern des Ortes sahen, daß der Raw in eigener Person hinter der Bahre schritt, also ein angesehener Bürger begraben würde, da ließen sie!alle Geschäfte liegen, und einer nach dem anderen schloß sich dem Trauerzuge an, und als man hinaus auf den Friedhof gelangt war, da hatte der arme ׳Hausierer ein Geleite, wie der Parneß es sich nicht größer hätte wünschen können. Als ׳man aber wieder nach Hause ging, konnte sich doch einer der reichsten Besitzer nicht enthalten, den Rabbi zu fragen: ״Sagt, Rabbi, wie kamt Ihr darauf, zur Lewaje des armen Batlan zu gehen; habt Ihr so viel Zeit übrig?“ Da antwortete jener: ״Ich sah eine Bahre über die Straße tragen, und es ging niemand mit. Als ich näher hinschaute sah ich den!Propheten Elijahu in eigener Person hinter' ihr herschreiten. Und da sollte mir jener Arme nicht würdig genug erscheinen, ihm die letzte Ehre zu erweisen, wo Elijahu! hanowi sich nicht für. zu gut hielt? ‘ Und die Moral von der Geschieht’! Verachtet niemals jemanden im Leben, weil er arm ist .oder ein Gebrechen hat oder sein Verstand nicht so erleuchtet erscheint wie der eitrige! Er ist Gottes Geschöpf und trägt dessen Antlitz, und der Prophet Elijahu geht vielleicht an seiner Seite und könnte euch dereinst nicht beachten, wenn ihr von!ihm bemerkt sein wollt! Seif ben David.

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