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Jüdische Presse · 1927-01-14 · 2 (14.1.1927) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
2 (14.1.1927)
Date
1927-01-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2 »'•^©0»ז9!®Sa־•״ JÜDISCHE PRESSE Seite 17 Rotterdam haben ihn überzeugt, daß Keren Hatorah und Agudas Jisroel nicht nur in Osteuropa, sondern auch im Westen eine große Zukunft habe. Im Haag, wo der junge Oberrabbiner, Herr Maarsen, mit dem Parnes der Gemeinde. Herrn Lcwisohn, ein treues Bekenntnis für Keren Hatorali ablegten, wie in Rotterdam, wo der ehrwürdige Oberrabbiner dieser jüdischen Gemeinde, Herr Oberrabbiner Dr. Ritter und Herr Henri van Lecuwc n, die Kundgebungen für Keren Hatorah leiteten, habe ich die Ueberzeugung gewonnen, daß diese Männer trotz verschiedenen Alters, andersgearteter sozialer Stellung und verschiedener Anschaung auch in jüdischen Angelegenliciten, doch die heilige Pflicht der Arbeit für unsere Thora als gemeinsames und einigendes Ziel auffassen. Oberrabbincr Fürst versprach, noch viel Interessantes über Holland zu erzählen, doch die Müdigkeit nach einer langen Reise erlaubte es ihm nicht, diesmal ausführlicher zu sein. Zum Schlüsse gab Oberrabbiner Fürst nochmals seiner Freude Ausdruck, daß es ihm vergönnt war, zum großen Erfolg des Keren Hatorah auch sein Scherflcin beizutragen. Einen besonders herzlichen Empfang für Oberrabbincr Fürst hat der Vorstand und die Mitgliedschaft der Adas Jisrocl-Schiffsclnil veranstaltet. Unter dem Eindruck der Mitteilungen von Oberrabbincr Fürst richtete der Vorstand der Adas Jisroel au Herrn Oberrabbiner sion Baurat Karplus. der Personalkommission Dr. Ticho. ln der darauffolgenden öffentlichen Sitzung wurde der Dringlichkeitsantrag Strickers zur Verlesung gebracht, der die Einsetzung eines Wahlrechtsreformausschnsses verlangt. Der Führer der Mehrheit Dr. Ticho stellte einen Vertagungsantrag, worauf die Sitzung in vorgerückter Stunde unterbrochen wurde. Jüdische Toynbeehalle. Der Verein (XX., Denisgassc Nr. 33. Mendlsches Stiftungshaus), nimmt mit Beginn des Jahres 1927 seine Vortragstätigkeit zunächst einmal wöchentlich. Mittwoch, in der vor dem Kriege üblichen Weise wieder auf. Dem Vorträge folgt eine Pause, in der den Besuchern unentgeltlich Tee verabreicht wird. Nach der Pause können Fragen an den Vortragenden gerichtet und eine Wcchsclredc cingclcitet werden. Eröffnung Mittwocli, den 5. Jänner 1927, 7 Uhr abends. Oberrabbiner Prof. Dr. H. R. Chajes spricht über ..Die Diaspora während des zweiten jüdischen Staatswesens“ 1. Teil. Eintritt frei. Die Leipziger Messe und der jüdische Handel. Der weitsichtige und rührige Wiener Vertreter der Leipziger Messe, General Schießl. veranstaltete einen Prcsscempfaug eigens für die jüdischen und hebräischen Journalisten in Oesterreich. In seiner Ansprache wies er auf die Bedeutung der Leipziger Messe für den jüdischen Handel, insbesondere für den palästinensischen Handel, hin Judenschaft, die hauptsächlich aus zwei Gruppen, aus Orthodoxen und Ncologen besteht, erhielt zwei Vertretungen. Dieser Umstand verdient aus zwei Gründen eine ernste Beachtung: erstens erhielt die jüdische Konfession in Ungarn zum ersten Male eine gesetzliche Vertretuug, zweitens wurden die Rechte der Orthodoxie nicht nur anerkannt, sondern durch eine selbständige Vertretung im ungarischen Oberhaus noch unterstrichen. Anläßlich der Wahl der Vertreter der jüdischen Konfession wurden imposante Kundgebungen veranstaltet. Die orthodoxen Wähler, in der Zahl 162, haben im Prachtsaal der Budapcstcr orthodoxen Kultusgcmeindc den Wahlakt vollzogen. Der altehrwürdige Oberrabbiner der Budapester orthodoxen Kultusgemcindc, Koppel Reich, der bereits an dem berühmten jüdischen Kongreß vom Jahre 1869 als Streiter für die Rechte der Orthodoxie teilnahm, erhielt 127 Stimmen und somit wurde er zum Vertreter der orthodoxen Juden im ungarischen Oberhaus erkoren. Als Vertreter der Ncologie wurde der Oberrabbincr der Kultusgemeinde in Szeged. Dr. Ematmcl Löw, mit 115 von 157 Stimmen gewählt. Budapest. Sonntag den 6. Schebal hatte die Budapestcr Tiferesz Bachurim einen iliustren Gast. Herr Oberrabbiuer C11. M. H a g c r aus Willchowitz. der in Beglcitung seines Vaters, des berühmten Wisuitzcr Groß- Die Fabrik״KATHREINER KNEIPP-MALZ- KAFFEE A. G.“ wurde unter die Aufsicht des Unterfertigten übernommen; sie wurde von ihm einer eingehenden und genauen Besichtigung unterzogen. Es wurde hiebei festgestellt, daß der Kathreiner-Kaffee nur aus Getreide und Zucker besteht und keinerlei Zusätze enthält, die nach rituellen Vor- Schriften verboten wären. Der Kaffee ist daher koscher und der Genuß desselben auch den strengst religiösen Juden gestattet. Gleichzeitig wird bemerkt, daß der Kaffee chomez ist und daher zu den Ostern nicht verwendbar ist. Rabb. M. Mayersohn. Wien, am 12. Februar 1926. דיא פאבריק קאטהרייגערם קנייפפ מאלץ־קאפפעע בשטאדלוי ־ וויען וואורדע אונטער דיא אויפזיכט דעם אוגטערסערטיגטען איבערנאממק; זיא וואורדע פאן איהם איינער איינגעהענדען אוגד גענויען בעזיכטיגונג אונטער־ צאגען. עם וראררדע היעביי פעסטגעשטעלט, דאסם דער קאטהרייגער קאפפעע נור ארים. רייגען געטריידע אוגד צוקער בעשטעט אוגד קיינערליי צוזעטצע ענטהעלט, דיא נאך ריטועללען פארשריפטען פערבאטען וועהרען. דער ק א פ פ ע ע א י ם ט ד א הער כשר אוגד דער נענום דעסזעלבען יאריך רען שטרעגגסט רעליגיעזען יודען גע¬ ש ט א ט ע ט. נלייכצייטיג ווירד בעמערקט, דאפם דער קאפפעע חמץ איסט אוגד דאהער צי דען אסטערן גיכט פערוועגדבאר איסט. וויען, .12 פעבער תרפו. מאיר טאיחאהן אבד" רעדת פולען וראש בד" הכולל דעיר וויען. ב״ה לראי׳ מהומנא כי הפאבויך קאטהרייגערס קגייפפ מאלץ - קאפפעע בשטאדלוי־וויען עומדת תהת השגחתי, ראיתי את בל מעשה המאלץ־יקאפפעע מהחל ועד כלה והגה כולו יפה געשה משעורים וצוקער בלי שום תערובות שאד מיגים, כשר הוא אף למהדרין מן המהדרין• בלי שום פקפוק נם משום בשולי עכום אין חשש כלל. אך זאת למודעי, כי חמץ גמור הוא. באתי ע׳הת ביום ע׳שק לסדר והתורה והמצוה אשר כתבתי להורותם שנת תרפו. מ א י ר מ א י ר ז א ה ן אבד" דעדת פולען וראש בד׳ הכולל דעיר וויען. Vrederabourg (Arnheim), Vorsitzenden der Keren Hatorah- Verwaltung Hollands, folgendes Schreiben: Euer Ehr würden! ׳Heute ist Sc; Ehrw. Herr Oberab. F ii r s t von seiner Reise zuriickgekommen. Die Schilderung der Eindrücke, die er während seines Aufenthaltes in der Mitte der holländischen Judenschaft empfing, haben wir alle mit Freude und Bewunderung angehört. Er kann nicht müde werden, zu rühmen, mit welcher Herzlichkeit und Aufmerksamkeit er ebenso wie die anderen Gäste dort umgeben wurde. Die Judenschaft Hollands hat ein glänzendes Beispiel dafür gegeben, in welch vornehmer und vollendeter Weise K'wod Hatorah geübt werden kann, und soll. Sie hat neuerlich den Beweis erbracht, daß nur die Thora, das Bekenntnis zu derselben, die Verehrung derselben imstande sind, ein wirklich einigendes Band um die gesamte Judenschaft der Welt zu spannen. Mit vorzüglicher Hochachtung Der Vorstand der Adas Jisroel: Dr. Isidor Reiniger m. p. Siegmund Bondi m. p. Obmannstellvertreter. Obmann. vrv Chamisch-Ossor. Knaben und, Mädchen, kommt alle herein, Früchte für Fach gibi’s heut schmackhaft und fein: Aepfel und Firnen, Datteln, Fosincn, Süß wie der beste Honig der Bienen. Füsse knackt, esset viel Mandeln und Feigen, Dankend vor Gott sollt Ihr fromm Euch verneigen! Lasset nicht fehlen die Trauben sehr groß, JReif aus dem Lande, 100 ״Honig einst jloß'f Neui a hr der B ä u m e wir ]feiern heut, Breiset den Schöpfer, dient ihm allezeit! Moritz Aufseher(. Neuwahl iin Präsidium der Wiener Kultusgemeinde. ln der am 5. Jänner stattgefundenen vertraulichen Sitzung des Kultusvorstandes wurde statutengemäß die Neuwahl der Vizepräsidenten, des Vertreterkollegiums und der Kommissionen vorgenommen. Die bisherigen Vize- Präsidenten Dr. Ornstein und Dr. Löwenherz wurden wiedergewählt, ebenso erfuhr die Zusammensetzung des Vertreterkollcgiums keine Aenderung. Die Wahlen in die Kommissionen ergaben keine wesentlichen Veränderungen. Obmann der Kultuskommission ist Herr Kauders, der Unterrichtskommission Dr. Ticho, der Friedhofskommissiort Herr Kauders, der Spitalskommission Baurat Kempler, der Kommission für die Versorgungsanstalten Herr Dohan, der ׳Fürsorgekommission Herr Engel, der Finanzkommission Regierungsrat Oppenheim, der technischen Kommis- und ersuchte die Journalisten, die jüdische Ocffentlichkeit nach dieser Richtung aufzuklären. Vortragszyklus. Im Rahmen der Sonntasvorträge der Jügendgruppe, Wien, 2. Bze., Floßgasse 1, spricht Sonntag den 16. Jänner Herr Ernst Spitzer über ״J e 11 u d a H a 1 e v i“. Deutsch-Kreuz. Das Präsidium des Verbandes entfaltet eine emsige Tätigkeit. Es wurden im verflossenen Semester mehrere schiedsgerichtliche Tagungen in verschiedenen Gemeinden abgehalten. Zuletzt fand unter Teilnähme des Vcrbandspräses Oberrabbiner S. Ehrenf e 1 d, Mattersburg, und des Mitgliedes der Landesrepräsentanz Alex. Kerpel ein Schiedsgericht in Deutsch- Kreuz statt, dem es gelang, den Streit, der infolge der jüngsten Gemeindewahlen entstand, einträchtig zu schlichten. Demnächst soll auch die diesjährige Delegiertentagung der orthodoxen Gemeinden des Burgenlandes stattfinden, die sich hauptsächlich nebst den laufenden Angelegenheiten mit dem Problem der jüdischen Schule, die durch den jüngsten Beschluß des österreichischen Nationalrates gefährdet erscheint, befassen wird. Als Tagungsort ist Deutsch-Kreuz in Aussicht genommen. Eisenstadt. In Anbetracht der großen Verdienste, die sich Herr Sandor Wolf um die hiesige orthodoxe Kultusgemeinde erworben hat, wurde er von der am 9. d. M. stattgefundenen Generalversammlung unter großer Begeisterung einstimmig zum Ehrenmitglied gewählt. Abgesehen vond er reichlichen Unterstützung ynd der feinsinnigen Förderung, die er stets allen Institutionen der Gemeinde angedeihen läßt, hat er durch die Herausgabe der Grabinschriften des alten Friedhofes und durch die Veröffentlichung der Urkunden der Gemeinde seit ihrem Bestände seinem Heimatsorte ein unvergängliches Denkmal gesetzt. Weder Geld noch Zeit scheuend, hat er durch diese Werke zur Hebung des Ansehens der Gemeinde wesentlich beigetragen. Die ihm seitens der Gemeinde erwiesene Ehrenbezeigung ist eine wohlverdiente und Herr Sandor Wolf ihrer in jeder Beziehung würdig. Oberrabbiner Koppel Reich (Budapest) Vertreter der ungarischen Orthodoxie im Oberhaus. Budapest. (AJPB.) Donnerstag den 3. Sehewath vollzog sich die Wahl der zwei Vertreter der ungarischen Judenschaft in das neu geschaffene ungarische Oberhaus. Die ungarische Irene Politzer, geb. Deutsch Isidor Politzer Eisenstadt empfehlen sich als Vermalte. צם rabbiners, einige Tage hier weilte, hielt auf Ersuchen der Vereinsleitung eine Derascha über die Pflichten der thoralernenden Jugend. Die Zuhörer, die der große Saal kaum fassen konnte, lauschten den von Begeisterung beseelten Worten des Redners. Mit besonderer ■Innigkeit sprach der Redner von der Erziehung der Jugend zur ת1רךץ und עב1רה den Eltern legte er ans Herz, die vernachlässigte jüdische Mädchenerziehung zu heben. Die Rede übte durch ihren gediegenen Inhalt einen tiefen Eindruck auf die Zuhörerschaft. Nach Beendigung des Vortrages dankte Herr W. Sußmann, Obmann der Lehrkommission, im Namen des Vereines dem Redner für den besonderen geistigen Genuß, den er dem Publikum geboten hat. Die Bestattung von Rabbiner Dr. Ehrentreu in München. Dienstag, Rosch-Chadesch Schebot, wurde der verstorbene Münchner Raw, Heinrich Ehrentreu, ■unter ungeheurem Andrang des Münchner Publikums und unter Teilnahme zahlreicher auswärtiger Trauergäste zu Grabe getragen. Die erste Gedenkrede an der Bahre hielt der Sohn und Mitarbeiter des Heimgegangenen, Rabbiner Doktor Ernst Ehrentreu, worauf für die Gemeinde ״Ohel Jacob“ Justizrat Dr. Feuchtwanger, für die Kultusgemeinde München Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer das Wort ergriffen. Alsdann sprachen für die Bayerische Rabbiner-Konferenz und den Bund gesetzestreuer bayerischer Gemeinden Distriktsrabbiner Dr. Stein-Schweinfurt, für das Berliner Rabbiner-Seminar Dr. J. Wohlgemuth, für die Vereinigung traditionell-gcsetzestreuer Rabbiner und die Synagogengemeindc Adaß Jisroel in Berlin, Rabbiner Dr. Esra Munk, für die Weltorganisation ״Agudas Jisroel“ und die Schiffschul in Wien Rabbiner Doktor Pitichas Kolm, für die Synagogengemeinde ״Israeiitisehe Religionsgesellschaft“ Frankfurt a. M., Herr Jakob Rosenheim, für die Israelitische Gemeinde Frankfurt a. M. Rabbiner Jakob Horovitz, für den Deutsch-Israelitisehen Synagogenverband Hamburg Herr Heckscher. Der Rabbiner der Kultusgemeinde München, Dr. Baerwald, gab seiner persönlichen Verehrung für den Heimgegangenen als letzter in der Reihe in beredten Worten Ausdruck. Einschränkung der Jahresquoten für die Einwanderung in die Vereinigten Staaten. Präsident Coolidge hat .dem Senat einen Bericht übersandt, der im allgemeinen eine beträchtliche Verminderung der jährlichen Gesamtzahl der Einwanderer vorsieht, die nach den Vereinigten Staaten nach dem 1. Juli d. J. zugelassen werden dürfen. Eine erhöhte Quote wurde bloß für Oesterreich (statt 800 1400 und für Ungarn statt 500 1000) gestattet. Haifa. (AJPB.) Das hiesige Oberrabbinat erläßt ein Rundschreiben, worin es das Ueberhandnehmen der Sabbatentweihung in Haifa durch die Arbeiten im Hafen, durch Oeffnen der Geschäfte 11. dergl. brandmarkt und die öffentliche Meinung des jüdischen Erez Jisroel zu einem Protest auffordert.

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