Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 52 (24.12.1926)
- Date
- 1926-12-24
- Page
- Seite 352 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 352 JÜDISCHE PRESSE Nr. 52 f u 1 I | 1 dert, sondern derjenige, der es entweder offen billigt oder zumindest •mit seinem Schweigen schützt.!Rabbiner Zierlsohn hätte sieh diese schmerzliche, mit einer Zurechtweisung!verknüpfte Lehre ersparen können, weniu er sich vor ׳Augen gehalten hatte, wie man sich!in Oesterreich, das sicherlich .nicht weniger Anspruch als Rumänien dararvf erheben darf, im Auslande als!Kulturstaat angesehen zu werden, zu gewissen Vorgängen an der Wiener Universität verhält.!Die Wiener Universität, die doch auch bekanntlich keine andere Aufgabe hat, als eine Pflanzstätte der reinen Wissenschaft zu sein, zeitigt auch gewisse ■Erscheinungen, die zu denken geben. Bei einem Rundgang durch ihre äußeren Räume dürfte jeder Unbefangene den Eindruck gewinnen, er betrete die der Pflege des Judenhasses geheiligten!Hallen einer hakenkreuzlerischeu ׳Hochschule. Auf den Anschlagtafeln kann er z. B. Theorien kennen lernen, die ohne schweres Wissenschaftlichcs Geschütz aufmarschieren und deren Gehalt sich auch dem grünsten Jungen erschließt. Da heißt es: ״,Die Juden sind die minderwertigste Köterrasse, die auf der Welt ihr Unwesen treibt: sie sind eine scheußliche Bastardrasse, die, behaftet mit allen Lastern eines typischen Bastards, überall Fäulnis und ,Morast verbreitet.“ Vorgeschrittenere Hakenkrcuzlcr werden an einer anderen Anschlagtafel auf wissenschaftliche Werke aufmerksam gemacht, die sicherlich trotz scherzhafter Titel tiefgründige Weisheit verzapfen. Eines dieser Bücher lockt unter dem Titel: ״Das Judentum in Oesterreich. Jiidelach, Jiidelach, hopp, liepp, liepp.“ Ein zweites Werk, das sich offenbar mit Völkeru.nd staatsrechtlichen Erörterungen befaßt, trägt den Titel: ״Der ,völkische Ludendorf, Judas Schuldbuch.“ Der alldeutsche Verband, der sich nicht damit begniigt, rein!wissenschaftlicher Propaganda zu dienen, sondern auch für die [Praxis sorgen will, schlägt an einer Anschlagtafel kurzweg eine Rede an, die im Zusammenhang mit dem Protest gegen die!Wahl eines!jüdischen Professors in folgenden Appell ausklingt: ״Wir haben zu wählen zwischen!Freiheit und Sklaverei. Wir wollen nicht Frieden uud Ruhe in Schlamm und Schmutz fremder!Beherrschung. Es geht ums!Ganze. ׳Die Schicksalsfrage ist, ob wir Herren! im Laude sein sollen oder Diener der Juden.“ Doch genug au diesen Kostproben, die den Jüngern der Wissenschaft an dieser geheiligten Stätte gereicht werden. So sieht cs also an der Wiener Universität aus. Ist es bisher noch einem Abgeordneten, gleichviel einem jüdischen oder nichtjiidischen, eingefallen, im Parlament auf diese in den Räumen der ׳Universität betriebene, allem Recht, aller Kultur und aller Menschlichkeit hohnsprechende Juden,hetze hinzu weisen? ׳Ist es noch einem Minister oder einem Abgeordneten eingefallen, sich und dem Parlament die Frage vorzulegen, ob der Rektor der Wiener Universität — falls er von diesen auf den .Anschlagtafeln sich austobeniden Exzessen ■weiß — nicht auch die Würde der ■Wissenschaft und der -Universität mit Füßen tritt, wenn er die Arrangeure dieser Exzesse nicht zur Rechenschaft zieht? War cs wirklieh zulässig, daß erst eine Wiener Tageszeitung den Rektor auf ■diese Schandsäu-Ien 111 den Räumen ■der W|ie,ner Universität aufmerksam machen ׳mußte, auf denen so lange schon ungehindert das auch für die hakenkreuzler.ische Jugend bestehende •Strafgesetz verhöhnt wird? Auch unsere Parlamentarier scheinen bislang der Meinung gehuldigt zu haben, daß es der -Ehre und dem Ausehen Oesterreichs vor dem Ausland förderlich sei, über derlei Schändllchkeite'n an der Wiener Universität den Schleier milder Nachsicht ■zu breiten, anstatt sie 111 ihrer ganzen Scheußlichkeit zu enthüllen. Hätte der Rabbiner Zierlsolm sich an unseren Volksvertretern ein Beispiel genommen, er könnte noch heute rumänischer Senator sein. ®I NAOHBIOBTKK. Ml An unsere Abonnenten!^ gg Wir bitten unsere Leser, deren Abonnement mit Ende des Jahres abläuft, sowie diejenigen, die mit der Be- Zahlung der Abonnementgebühr im Rückstände sind, das Abonnement rechtzeitig zu erneuern, damit in der Zusendung der Zeitung eine Unterbrechung nicht eintritt. Gleichzeitig wenden wir uns an alle unsere Freunde unserer Zeitung mit der Bitte, um die Verbreitung der ״Jüdischen Presse“ bemüht zu sein und uns zu helfen, die Zeitung in Form und Inhalt auszugestalten und sie in immer aufsteigendem Maße zu einem in jeder Beziehung würdigen publizistischen Organ des orthodoxen Judentums zu machen. Sechzigjühriges Jubiläum des Bethauses ״Talmud- Thora“. Sonntag, den 2. Jänner, begeht das Bethaus J’alrriud- Thora, II., Malzgasse 16, die!Feier seines 60jährigen! iBestandes. Die Feier ist mit einem Siju.m auf Thora und Mischnaijott verbunden. Die Feier hat folgendes Programm: 1. Ma Tauwu ה מבן D , 2.!Begrüßung durch den -Obmann, 3. Psalm Kap. 30 4 .תהלי□ ל׳. Festrede Sr. lEhrw. Herrn Rabbiner Schenk, 5. Psalm Kap. 150 "ת ה לי□ ק״ג 6. Vortrag der letzten Verse von י ו □ »!!את הברכה D 7. Mariwgebet ־תפלח מעריב Anschließend Festbankett. Beginn halb 5 Uhr. Die kantorale Funktion versieht Herr Oberkantor Fränkl .mit verstärktem Chor. Stipendium. A׳m 26• Tebetli, ■dem Jahrzeittage nach כרה ב נ צ רו ן ש י פ ף זצ״ל gelangt ein vom Vorstand bestimmtes Stipendium für ■einen!unbemittelten, würdigen בחור dessen Eitern in Wien ■wohnen• und der in einer לשיבה dem תורה -Studium obliegt,!zur Vergebung. Gesuche sind bis zum 25. Tebeth (30. Dezember) an den Vorstand der Adas Jisrod!zu׳ richten• Großstadt und jüdische Jugend. Das Joint Distribution Committee errichtet in der jüngsten Zeit im Einvernehmen mit der Zentralstelle für jüdische Jugendfürsorge in Wien Jugendheime, deren ausgesprochener Zweck es ist, ״die jüdische Jugend von der Straße fernzuhalten“. Auch in der Leopoldstadt wurden mehrere Jugendheime, darunter eines in den Plokalitäten der Jugendgruppe, errichtet. Wohl auch aus diesem Anlaß nahm nun Se. Ehrw. Herr Rabbiner Josef Baumgarten Gelegenheit, in seinem letzten Samstag-Nachmittag-Vortrag in der Jugendgruppe der Agudas Jisroel über die Gefahren der Großstadt für die Er- Ziehung der jüdischen Jugend zu sprechen. Anknüpfend an Vorkommnisse der jüngsten Vergangenheit, setzte 1.־er ehrwürdige Redner in eindringlichen Worten die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Jugend in Kreisen Gleichgesinnter auseinander. Mit einer dringenden Mahnung, die Räume, in denen Jugend zusamrnengeführt wird, mit echtem, unverfälschten jüdischen Geist zu erfüllen und sie nicht zu Heimen und Brutstädten der Großstadtgefahren zu machen, schloß der ehrwürdige •Redner seine wirkungsvollen Ausführungen. כשי Fleisch u. Geflügel unter Aufsicht der עדת ישראל (Schiffschul). Seichwaren aus der Fabrik Gabriel Fischer wie sämtliche Weine und Spezereiwaren כשר• M. 2£ck£rlit1g:, Wien, IX., Liechtensteinstrasse Nr. 117 Telephon 1182־6־. — Jede Bestellung wird telephonisch 9nt־ Kegengenommen und sofort ins Haus zugestellt. Herren- und Damenschneider Bv* Auf Wunsch auch ohne Schatnes Josef Pravda, Wien, II., Adambergergasse 12/15 Komme ins Haus Allerlei aus der jüdischen Welt. Die Moskauer Ozet-Konferenz.!111 einem ausführlichen Gespräch mit dem JTA.jVertreter schilderte der bekannte jüdische Historiker Herr Dr. Mark Wischnitzer seine Eindrücke von der Ozet- Konferenz, der er als Generalsekretär des Hilfsvercincs der deutschen Juden zusammen mit dessen Vizepräsidenten, Herrn Dr. Paul Nathan, beigewohnt hat. Die Ozet ist eine über die ganze Sowjetunion verbreitete gesellschaftliche Organisation, der sowohl Kommunisten als auch Parteilose, letztere in überwiegend größerer Zahl, angehören. Sie stellt sich zur Aufgabe, Anhänger für die Idee der Laudatisicdluug der Juden zu werben und hat einen Teil des Siedlungswerkes im Gouvernement Jekaterinoslaw und in der Nordkrim, im Bezirk von lEupatoria, unmittelbar geleitet. Die Ozet zählt 60.000 Mitglieder. Die erste alluniotiische Konferenz, die vom 15. bis 20. November tagte, bezweckte, den mehr als 200 Delegierten aus allen Teilen der Union der SSR. Bericht über die bisherige Tätigkeit zu erstatten, Richtlinien für die zukünftige Arbeit aufzustelien, den ausländischen Delegierten einen Einblick in das jüdische Wicdcraufbauwerk zu bieten und — last but, not least — der Regierung gegenüber zu demonstrieren, daß die Bewegung für Landansiedlung breite Schichten der russischen Judenheit ergriffen hat. Diesen Eindruck, sagte Dr. Wischnitzer, haben wir von den Vorgängen in der Konferenz und um dieselbe davongetragen. Es ist das eine mächtige Bewegung, die da von der russischen Regierung durch Landzuweisung und Kapital begünstigt, vom Joint in hervorragender Weise unterstützt und durch die Propaganda der Ozet innerhalb und außerhalb der_ Sowjetunion ausgebaut wird. Unter den Delegierten war eine stattliche Anzahl richtiger jüdischer Bauern, sehr viele Parteilose, Zionisten usw. anwesend. Sie alle stellten fest, daß die jetzige Siedlungsaktion für die Geschicke des Judentums in der Sowjetunion von entscheidender Bedeutung sei und den einzigen Rettungsweg für Hunderttausende bedeute, die als Kleinhändler und ״Luftmenschen“ unter den heutigen Verhältnissen zugrundegehen müssen. Interessant waren die Erklärungen'maßgebender Persönlichkeiten aus Regieruugskreisen, wonach die jezige Aktion, die auf die Produktivierung großer jüdischer Massen hinausläuft, nicht bei der Landwirtschaft Halt machen, sondern auch die gewerbliche Tätigkeit der Juden mächtig fördern soll. Um die bestehenden Kolonien in der Ukraine und in der Nordkrim sollen jüdische Handwerket־ aus den überfüllten Städten und Städtchen des ehemaligen ״Rayons“ angesiedelt und Industrien gegründet werden. Den Höhepunkt der Konferenz bildete die änderthalbstündige Rede des Präsidenten der Union der SSR., Kalium. Er erklärte, daß die Regierung fest, entschlossen sei, den eitigeschlagenen Weg weiter zu gehen, d. h. mit anderen Worten, den im Sommer d. J. vom Zentralexekutivkomitec genehmigten Beschluß des Komzet, 100.000 jüdische Familien auf dem Land auzusicdeln, tatsächlich zu verwirklichen. Ein zweites wichtiges Moment in der •Rede Kaliums war die starke Betonung des nationalen Charakters der jüdischen Siedlungsaktion. Die Rcgierung sei für eine konzentrierte Besiedlung zusammen-!längender Landstriche mit jüdischen Bauern, Handwerkern und Arbeitern und somit für die Schaffung jüdischer territorialer Einheiten, die sich selbst verwalten sollen. Das Ergebnis der zweijährigen Kampagne kann kurz dahin zusammengefaßt werden: Etwa 50.000 Seelen ■ wurden in Weißrußland, der Südukrainc und der Nordkrim bereits angesiedelt. Rund 9 Millionen Rubel wurden verausgabt, wovon 43 Prozent vom Joint beigesteuert worden sind. Das bisher zugewiesene Land ist noch nicht ganz besetzt worden. Weitere Landzuweisungen sollen in der Nordkrim und im nördlichen Kaukasus an der Küste des Asowschen Meeres erfolgen. Letzteres Gebiet soll allerdings noch melioriert werden, was fünf Jahre Arbeit und fünf Mil- Honen Rubel erfordert. Das drainierte Land am Asowschen Meer werde, wie man sagt, einen günstigen Boden für intensive Landwirtschaft abgeben.• In der weißrussischen Sowjetrepublik bestehe auch die Möglichkeit, durch Trockenlegung sumpfigen Terrains beträchtliche Landstriche für Kolonisation zu gewinnen. Die Konferenz beschloß, unter anderem ein Kreditinstitut zu gründen, eine sogenannte ״Agro-Kust-Bank“, die sowohl die jüdischen Bauern als auch Handwerker bedienen soll. Sie soll mit einem Anfangskapital von anderthalb Millionen Rubel zu arbeiten beginnen. Ein Drittel dieser Summe ist von russischen Banken bereits zugesichert worden. Mau er¬ I Drei Vortragszyklen der Agudäs-Jisroel-Jügendgruppe Wien. Um ihren Mitgliedern auch sonst ieriter,liegende Gebiete zu erschließen, hat ■der U111errichtsaussdmß der AgudaSHlisroel- Jugendgruppe Wien beschlossen, die Sonntagabende -des!Wintersesmesters dtorch Vorträge »uszuführen, in! denen verschiedene Redner abwechselnd die Themen ״W!ir und׳ die Zeitfragen“, ferner ״Lichtgestalten der!Vergangenheit“ und׳ schließlich. ,Aus der Welt der Mizwohs“ behandeln. DeT ■zahlreiche Besuch und überaus anregende Verlauf der ersten drei Vorträge hat gezeigt, daß hier einem ■längst empfundenen Bedürfnis entsprachen wurde. Herr Dr. iPiukas Kobn, der den ersten Zyklus einiieitete, sprach ׳über ,Die Geistesströmungen der Gegenwart und unsere Einstellung ,zu ihnen“ und zeichnete in meisterhafter Weise das geistige Bild unserer Zeit, um!das er den Rahmen ,jüdischer Lebensauffassung zog. In sehr!populären VVorten setzte er den Unterschied!zwischen׳ der rein materiehen europäischen und ■der rein geistigen jüdischen Kultur auseinander, mm mit einem mit stürmischem! Beifall׳ aufgenommenen Appell zum Bekenntnis der jüdischen Lebensauf Fassung zu schließen. Herr Dr. L. Deu t s ch 1 ä!nder, ׳der den unter •dem׳ Schlagwort ״Sedhor jemos auiom“ laufenden zweiten Zyklus mit dem Thema ,Rasch 1־ und ■seine Schute“ begann, .zeigte in gut durchdachten und durch historische Beispiele belebten ( ׳Ausführungen, •daß erst Raschi durclh׳ seine Werke den ׳innigen Konta׳k!t von schriftlicher und mün׳dlfich׳.rr Lehre auch den breiteren Massen zugänglich machte und so ׳der weiteren Entwicklung des Thorastudiums die bis auf den heutigen Tag bewährte Richtung gab. Herr Dav’sd Bondy sprach im!dritten Zyklus ״Mizwahs Jischuw Erez Jisroel“. Seine Ausführungen, die er auf hakidkschem Grunde aofbau-te, zeigten die Pracht auch nur einer einzigen. Mizwah, •die allerdings unter dem Einfluß der Zeit viele Mißdeutungen erfahren hat. Die Rede, die von gründlicher Sachkenntnis so׳w,!e von einer unbeugsamen Logik gestützt war, ®i-pfölte in der Auffassung, daß sowohl Halacha als auch Logik diese große Miz- W051 nur dort zur Pflicht machen, wo damit weder materieller noch geistiger Ruin verbunden ist. .Wo solche oder ähnliche Göjalliiren■ bestehen׳ ׳fällt!di©׳VenpfMiituing 1211 dieser Mlzwoh weg. Die noch folgenden Vorträge versprechen ©inen ׳diesem Beginne ebenbürtigen!Erfolg. Wir werden über!den weiteren Verlauf der Zyklen noch eingehend berichten, wollen aber heute scho<1 sagen, •daß die allsonntäglich abends um 7 Uhr statt- •findenden Vorträge jedem etwas Neues und Anregendes zu bieten geeignet sind. H. Chanukafeier der B-Gruppe der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe, Wien. Es waren •schöne und frohe Stunden,!die am Montag abends!die jüngsten Pioniere ׳der Agmdas-Jisroel- Jugendgruppe zu ihrem Chanukaieste vereinten. Alle Mitglieder unserer B-Gruppe waren gekommen. Hera• Kantor Kapstadt brachte mit -dem Anstecken der Lichter die rechte Chanuka- Stimmung in die!junge Gesellschaft, ■die dann gemeinsam das Moaas Zur begeistert sang. Dann begrüßte Her,r Hermann Bomdi!die Gäste und Mitglieder .herzl'.dh: und zeichnete!in kurzen Worten!die Aufgaben ׳der B-Gruppe. Schon •im jagendliehen Alter von 10 bis 15 Jahren soll durch sie •de!r Knabe!und Jüngling Gelegenheit haben, im Kre'se Gleichgesinnter {•rohe Stunden -der Geselligkeit und vor allem• Stunden׳ d:es Lernens und Erfassens zu verbringen. Hier soll!ungezwungen unter Leitung einiger Mitglieder der ÄJJG. Aussprache, gepflegt wenden über alles, was junge -Gemüter bewegt, ■zu ■allem, •was sie in -ihrem täglichen Pflichtenkreis, •in der Schute nur allzu oft gegen die Satzungen unserer Taur081 Hakdauschah hören, die ׳richtige Einstellung gewonnen werden. Vier Abende der Woche sind!dem!Lernen gewidmet, ein Albend bringt Vorträge über Themen aus unserem jüdischen Geistesleben und der מלצ״שה versammelt seine Mitglieder m gemütlicher Geselligkeit. ■Eine •hübsche Bibliothek, für dis wir weitere Vergrößerung erhoffen, sorgt •iiir gute Lektüre.!Mit dem herzlichen Wunsch für das!Gelingen des Festes schloß iBondi seine Ausfiihruugen. Den Gruß des älteren Bruders •der 1AJJG. überbrachte •deren!Präsident, Herr Samuel Ster n. Herr Ernst' •Spitzer sprach über die hohe!Bedeutung unseres Chajmkafestes. Ueber diverse ׳Vereinsuot Wendigkeiten refederte noch Herr Siegm.!Stern. Eine gute Sod-uh, die ■durch herrliche Gesänge des Herrn •Kantors Kunstadt verschönert!wurde, sowie noch einige lustige Verlosungen und Versteigerungen •beschlossen die gemütliche Feier. Sijum-Feier. Sonntag, den 7. Tcbeth (12. Dezember) fand im Verein אנשי דת וצדק, XX., Traunfelsgasse 3, eine ־ סיום'Fc.icr satt, zu welcher über 100 Personen, zum größten Teil תלמידי הב׳ erschienen waren. Nach dem Abendgebet begrüßte der Vizcobmaim Herr Pinkas Seiden in kurzen Worten die erschienenen Gäste. Dann ergriff der Rabbiner des Vereines, M. Gottesman 11, das Wort. In seiner mehr als einst findigen Rede sprach der wartet eine entsprechende Beteiligung der jüdischen Organisationen Amerikas und Westeuropas. ״Das jüdische Aufbauwerk in der Sowjetunion“, erklärte Dr. Wischnitzer, ״ist ,heute keine Chimäre, kein Projekt, sondern bereits eine Erscheinung des jüdischen Lebens geworden. Große Opfer au Energie‘lind Geldmitteln sind freilich erf orderlieh. Ich habe den Eindruck gewonnen, daß, wenn man vor zwei Jahren in der jüdischen Oeffentlichkeit der Land- Siedlung größeres Interesse entgegengebracht hätte, ■man damals mehr und besseren Boden von der Regierung erhalten hätte. Der Boden, den man jetzt zugewiesen bekommt, ist schlechter, erfordert intensivere Arbeit zur Urbarmachung sowie größeren Kapitalaufwand. Es ist sehr zu wünschen, daß das Werk in der großzügigen Weise, in der es geplant ist, fortgeführt werden kann.“ Zum Schluß bemerkte Dr. Wischnitzer, daß man gegenwärtig bei den russischen Juden das Gefühl eines gewissen Losgelöstseins vom übrigen Judentum beobachten könne. Es sind Bestrebungen im Gange, einen kulturellen Zusammenhang mit den Juden in Westeuropa und Amerika herzustellen und hiezu eine Institution zu schaffen, ähnlich der von der Regierung ins Leben gerufenen ״Gesellschaft für kulturelle Verbindung der Sowjetunion mit dem Auslände“. Festdiner des jüdischen Krankenhauses zu London. Bei dem Festdiner, welches mail für das jüdische Hospital unlängst ■im ■Savoy-Hotcl gegeben hat, wurden Ansprachen von Lloyd George, Marquis v.!Reading, dem Präsidenten -des königlichen׳ Aerztekollegs •Sir -Ber-kely Moynihan, Sir Robert Waley-Cohen ׳und Bernhard!Baron gelialten. Den Vorsitz führte Baron James -de Rothschild. Der erste!Redner, Sir Berkely Moynihan, sprach über ׳die Rolle der Juden in der Medizin seit den biblischen Zeiten bis auf den־ heutigen Tag.!Der Vorsitzende, Baron James de Rothschild, sprach über die Geschichte des ׳Londoner jüdischen 'Hospitals. Vor ׳mehr als •20 Jahren wurde ein er-!krankter ärmerer Jude aus London Eeast End namens Isaac Berliner in ein!Krankenhaus gebracht. Trotz lieibevollster Pflege litt er unter seiner liiohtjüdischen Umgebung. Und da faßte er den Entschluß, alle seine Kräfte und!Mittel der Gründung eines jüdischen Hospitales zu widmen. Penny für Penny;und Shilling für Shilling wurde von den Armen und Aermsten das Geld zur Gründung des Hospitales zusammengetragen. Er zollte Herrn ׳Bernhard ä