Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 52 (24.12.1926)
- Date
- 1926-12-24
- Page
- Seite 353 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 52 JÜDISCHE PRESSE Seite 353 Rabbiner über die große Aufgabe des ,למי הת• Hernach sprach der המסיים Herr M. W o 1 i t z e r über den Zusammenhang 2תורה ש0ב׳^116ס18/ע und חורה שב״ם Nachher fand die Verlosung eines sechsteiligen רמב״ם statt. Das kostbare Werk fiel Herrn Königsberg zu, der dasselbe dem Verein überlassen hat. Bei der סעודת מציה sprachen noch der Herr Rabbiner Gottesmann und Herr D.!H a r •t in a n 11. Das Benschen wurde von Herrn A. Käufer für 30 S erstanden.!Diese Summe wurde für den Kauf von ספרים verwendet. Sijtimfeier in Matfersburg. Am 6. Chanukatage fand in der Mattersburger ש״0 חברא eine ׳Siijumfeier. auf den TraktaHK i d u s c h i n statt. Oberrabbiner E h r e n f e 1 d hielt aus diesem (Anlaß eine Rede, die er hauptsächlich dem Andenken seines Vaters צ״ל? widmete. Erklärung. Bezugnehmend auf meine Erklärung vom 10. lautier 1926 fühle ich mich verpflichtet, um alle Mißverständnisse zu vermeiden, die jüdische Bevölkerung in •der Tschechoslowakei davon zu verständigen, daß die Spei־ sefettfabrlk der Georg Schicht A.-G. in Aussig neu eingerichtet und gekoschert wurde. Von heute an wird das koschere Speisefett Marke ״Ceres“ und ״Radiol“ bei der Georg Schicht A.-G. in Aussig unter strengster Aufsicht von einigen frommen, gelehrten und sachverständigen Vertrauensleuten erzeugt. Diese Fabrik ist die einzige in der Tschechoslowakei, welche die Kokosnüsse selbst presst, also niemals fremdes Oel bezieht, ö daß die Erzeugung vom Pressen des Oels bis zur Verpackung der Ware unter meiner strengsten Aufsicht steht. Die Marken ״Ceres“ und ״Radiol“, weiche mit meinem Koschersiegel versehen sind, sind reines Kokosfett aus Kokosnüssen ohne jede Beimischung und können von den frömsten orthodoxen Juden sowohl für Fleisch als auch Milchspeisen ohne Bedenken verwendet werden. Für die Koscherheit dieser Marken bin ich selbst voll verantwortlich, wenn sie mein Siegel tragen. Aussig, 23. Kislew 5687. Simche Frankel, Rabbiner zu Skawina in Podgorze-Krakan. שמחה פרענקיל תאומים, אבר״ה מהאוזיען והגליל חופ״ק; פאתורזע יע״א , Oberrabbiner Aron Katz. Wie an anderer- Stelle dieser Zeitung ausführlich berichtet wird, wurde der bisherige von Nitra an die Stell seines Vaters צ״ל einstimmig zum Oberrabbiner dieser!Gemeinde, gewählt. ' Oberrabbiner ׳Aron Katz spielt im öffentlichen!Leben der Orthodoxie ,in der Slowakei eine hervorragende Rolle. Er winkte seit zirka 28 Jahren in ׳Vertretung seines Vaters ‘1 צ " ל. als Rabbiner. Er ׳ist seit der Gründung Präsident der slowakischen! iLandesorganisation der Agudas Jisroei und wurde auf der Kenessiijoh Gedauloh in den ^:scluiftsfiihrenden Ausschuß gewählt. Er erfreut sich als temperamentvoller Kanzelredner eines großen Rufes und leitet seit Jahren eine ישיבה• Auch in der ״Jüdischen Presse“ hat er wiederholt zu aktuellen׳ ,jüdischen ׳Fragen das Wort, ergriffen. Vor der Gründung unserer Zeitung hat er das Ogan der ״Machasike!Hadas“ redigiert und darin mit Verve für die!Interessen׳ des orthodoxen, Judentums .gekämpft. (Wir sprechen dem verehrten Oberrabbiner unsere Teilnahme an dem ׳Leide aus, das ihn ׳mit dem Hinscheiden seines Vaters הג׳ הצריק זצ״ל getroffen und begliickwünschen sowohl ihn als auch die Gemeinde zu seiner Wahl :als Oberrabbiner ׳von!Nitra. Die Redaktion.) Chanukahfeier der Aguda-Jugendgruppe Nove- Zamky. ׳ Die :Nove Zamkyer Agudas JisroeLJugenldgruppe veranstaltete anläßlich des Chanukahfestes מצ״ק חנכה eine Melawe Demalko, an welchem außer der gesamten orthodoxen Jugend auch mehrere angesehene בעלי בתים teilnahmen. Es wurden vorzüglich לברי חורה von den Herren Hermann Löwy ׳und Max Glück gesprochen, welche mit ׳großem!Beifall aufgenommen wurden. Der Abend wurde sehr fröhlich verbracht: Es wurde eine Anzahl neuer Mitglieder geworben. Das Versteigern des Benschen brachte eine schöne;Summe ein. ׳Kurz vor Mitternacht seiheden die Teilnehmer mit dem!Bewußtsein, einen sehr schönen Abend verbracht zu haben. Die ׳vor kurzem stattgefundene ׳Neuwah!l der Agudas Jisroei- Jugendgruppe ergab folgendes Resultat: Präses: Nathan T e 11 s c h; Vizepräses: ׳Desider K r o ׳j n i k; Kassier: ' Samuel B i n e t h;!Kontrollor:!Hennan Adler; Sekretär: Mayer P 0 11 a k; תיממלימדי תורה Sektion:!Kassier: Michrach K 0111; Kontrollor: Sandor G r e i n e r. Jugendtag ln Kosice. Am 12. Dezember יום א׳ פ' ויחי veranstaltete der Verein ״(Bne Emunim“ im großen Gemeindesaale am •Jahreswendetag der Gründung des Vereines einen großzügigen Jitgendtag, ׳verbunden mit einem Sijum auf ש״ ס משנה. 'Nach מ י״ מ ע wurde eine Plenarversammlung abgehalten, bei weicher sämtliche ׳Mitglieder des Vereines und ein zahlreicher Teil der äugesehenen בעלי בתים erschienen sind. Der ׳Saal war überfüllt als Herr Präses I. Samuel Klein die Versammlung eröffnete'. In seiner begeisternden Ansprache schilderte er den schweren Kampf, den die thoratreue Jugend in der Gegenwart zu!bestehen hat.!Nur das ׳Zusammenhalten befähigt zum Widerstand gegen1 Verlockungen des Zeitgeistes. Der Glanzpunkt der Feier war die tiefdurchdachte großangelegte Rede des!Herrn L. Wiesenber g, welcher mit seinen meisterhaften homiletischen!Auslegungen: die Versammelten begeisterte. Er wies in seinem הדרן auf den Unterschied zwischen den warhaftigen Führern des Juden-• tums und den falschen Volksbeglückern hin. Den seelischen Genuß des Vortrages zollte ihm die Zuhörerschaft mit rauschendem Beifall.!Nachher sprach Herr Vizepräses Rezsö Liebcrman, der in einer vortrefflichen, eindrucksvollen Rede die Jugend zum eifrigen! und intensiven Thoralernen aufforderte. Großen Widerhall fanden die Ausführungen des darauffolgenden Redners!Herrn •Naftali Eh r 1 i c h, der auf die verheerende •Winkung der nationalistischen!Ideologie hinwies. Seine mutige Rede ׳machte einen tiefen Eindruck. Nach dem Tätigkeitsberichte des (Herrn Alexander Schweid, in dem er mit Genugtuung auf das rege Vereinsleben!hinwies, schloß der!Präses die Versamm- Jung im Zeichen eines ׳großen moralischenl ׳Erfolges. Um 8!Uhr begann ein!Bankett mit!200 Gedecken, ׳bei dem auch das Rabbinat ,mit Se. Ehrw. Herrn Oberrabbiner!Brach an der Spitze und angesehene בעלי בתים בני תורה erschienen waren. ׳Bei Tisch brachte Se. Ehrw. der ׳Herr Oberrabbiner seine Segenswünsche an die Jugend zum Ausdruck.!Einen gelungenen הדר trug!Herr!Rabbiner S. Jungr ci sz vor, welchen die Mitglieder ■mit ,großem!Beifall aufnahmen. Gediegene דברי חורה, sagte Herr Rabbiner 'S. S c h i c k 1 e r und der Schwiegersohn des Oberrabbiners, Herr S. Fallik Friedmann. Es sprachen noch Herr Präses L S. Klein und L. Rosenbliith. Die Versammelten blieben bis in die späten iNaclitst,linden in heiterer Stimmung beisammen. Chanaukafeier des Tyrnauer Mädchenvereines. Am 6. und 7. .Dezember veranstaltete der Tyrnauer "jiid. Mädchenverein eine sehr schöne Chanukafeier, deren Reinertrag wohltätigen Zwecken gewidmet wird. Die kiinstlcrischen Darbietungen wurden von kleinen ,Mädchen geleistet. Die kleinen Darstellerinnen spielten so entzückend, daß man nicht wußte, was man mehr bewundern soll: das sichere Spiel der liebreizenden Kleinen oder die rastlose Arbeit der jugen Damen, die sich so selbstlos um das Gelingen der .Chanukafeier bemühten. Ihnen allen sprechen ׳wir auf diesem Wege unseren herzjichen Dak aus. Der jüdische Mädchenverein, dessen Tätigkeit außer Förderung jüdischethiseher Interessen sich auf Krankenpflege und Armenfürsorge im weitgehendsten Sinne erstreckt, erfüllt seine Aufgäbe so glänzend, daß sie die Anerkennung und Unter- Stützung weitester Kreise verdient, damit der Verein seine segensreiche Tätigkeit weiter entfalten könne. Der kleinen Garde wünschen wir, daß sie späterhin mit ebensolcher Begeisterung die Pflichten der Nächstenliebe austibe, als sie uns mit ihrem lieblichen Spiel erfreute. ' U. H. Autorenschutz in der Tschechoslowakei. Das ßratislavaer!Inspektorat der ,Autorenschutzvereinigung ersucht uns um Veröffentlichung folgender Mitteilung:!Das neue Autorehgesetz für die ׳ganze tschechoslowakische Republik ist von dem!Herrn Präsidenten unterschrieben worden und wird am Anfang des Jahres 1927 in Kraft treten. Dieses Gesetz hat ׳nicht nur für die Autoren, sondern auch für alle Veranstalter von Unterhaltungen, ׳Konzerten usw., namentlieh aber für die Besitzer oder Mieter der öffentlichen Lokale, wo immer Musik oder Gesang getrieben wird, ,große!Bedeutung. Das Uebertreten des Spielverbotes allerlei ,Musikstücke wird nach diesem neuen Gesetz als Vergehen mit Kerker und Geldstrafen gestraft. Mährisch-Ostrau. Der hiesige (Bethamidrasch-Verein veraiKitafete ■amläßfeh ׳s׳eitb2s .,25jähri@en Bestandes ׳am •17. Novemfoer 1926 eine Jubiläums-Generalversammliing, welche zahlreich besucht war. In dieser erstattete der •Obmann •Herr Doktor ׳Max Beer de« Rechenschaftsbericht ׳über die jährige Tätigkeit dies Vehellnßs,, während welcher Züf unter Leibung dies Herrn Rabbiners Dr. Spira die Thora .,zweimal■ ■mH Kommentaren׳, außerdem Ej11 Jakob, Kusari,. die kleinen Propheten mit Kommen'taren־ durefhigenommen wurden• Talmud wurde durch Herrn Dr. Horn vorge׳tiragen. Nebsiftdem wurde!in hiebräisdiier Lehr- und Spnadltoinsen für Volks-!und' Miltfasdriifer-durch dife ׳Hemm Dr. Färber. Lehrer Löwinger, Lehrer Großbart unterrichtet. Alljährlich wurden! auch zahlreiche Vorträge aus dem Gebiete der jüdischen Literatur ׳und!Geschichte abgehalten׳. De!r Verein verwaltet die Gemeindebibli0t׳hek. Der OBethamidrasdi-Verein kann wohl! nicht auf glänzende Leistungen hinweiseri!. kann sich auch mit den Lehnhäusem •in vergangener Zeit und solchen im Osten nicht vergleichen- Durch die Gründung des Bethamidrasch- ,Vereines vor 25 Jahren, und •Erhalbung desselben wurde aber die ,Tradition festgehalten, daß ׳in• jeder Gemetode ©in Lehrhaus bestehian׳ soi,!und! e׳s fet!daher ilmsofaru diie Kanit'niuiitat 1m!it jdte!r ruhmvollen! Vergangenheit, ■wenn auch in bescheidener Weise, gewahrt. Möge ein künftiges Geschlecht wieder!lebendigeres Interesse für unsere Lehre!. Geschichte ׳und׳ Sprache haben, es wird im Betham!idrasch׳JV׳ere!in ein geeignetes Mittel finden, seine Pläne zu! verwirklichen. — Sonntag, den 5. Dezember d. J-, fand aus gleichem Anlaß ein Festgottesdienst im neuen orthodbxen Tieumpel statt, wobei mach dien! festlichen! Gesängen, die durch Herrn Kantor Schmlsinger mit seinem Ohor in sehr ׳erfolgreicher Weise vorgetragen ■wurden. Se. lElirw. Herr Rahbiner Dr* ׳Spira die Bedeutung des Chanuikafestes und die Bedeutung des Bethamidrasch-Vereines in begeisterten!und begeisternden Worten;feierte. Großwardein. Am letzten T׳ag Chauuka feierte der Verein ׳״Machsike Thora“ in Großwardein sein sechzigjähriges' Jubiläum. Der Verein wurde im Jahre 1866 durch Ober׳rabbiner Jizchok •Aron 1Landesberg begründet. Oberrabbiner Mosche Hersch Fuchs!hat die Entwicklung des Vereines sehr wohltätig beeinflußt. Als Vereinsrabbiner, wirkten! in dem Verein Rabbi Jeschaija Deutsch, Rabbi Menachem Schick, Rabbi! J. S. Klein. Der gegenwärtige Vereinsraibbiner ist Rabbi Josef Schwarz,!der ,bekannte Herausgeber der Habcihisdien Zeitschrift ,,Vaglasset Jo,reff“. :und mehrerer talmudischer Werke. Die Festrede!hielt Herr ׳Oberrabbiner!Benjamin Fuchs, nach ihm sprach Vereinsrabbiner Schwarz. Das Jubiläumsfest war mit einem Sijum verknüpft. Nach ,dem Sijum sprachen Rabbiner Pinkas Horowitz und noch ׳mehrere B'nei Thora. Um ' das Gelingen des eindrucksvollen Festes ,haben sich ,der ׳ Vereinsobmanu!Hermann Schwarz und die Vorsteher Neum ann-und!Friedrieih bemüht. Hamewasser. Budapest. Die Sdliass-Cliewra ■in der Vasvari-Pul-Gasse hielt am sechsen Ghan!u1k׳atag ein. solennes סיום Fest über מסכת סנהדרין,, das Se.!Eh׳rw. J. H-erskovits, Rabbiner dev Sch׳ass־C11ew!ra, unter lebhafter (Beteiligung ׳der Mitglieder mit ■geistreichen הדרן zur allgemeinen Fremde •durchführte, worauf eine stark ׳besuchte סעודה של מצוה frisch, froh, ׳fröhlich, fromm und frei vor sich ging. Die Festrede •hielt Se. ,Ehrw. Rabbiner J. He r .skov׳i,t s, Leiter und Vor-־ tragender der Schass-Chewrä. Redner dankte in ,warmen Worten dem Vorstande des Vereines, in erster und oberster Reihe dem verdienstvollen Präsidenten desselben, Herrn M. F1 e i sch-; mann, ,der!trotz der allgemein schweren׳ Handelskrise weder ׳ Opfer noch Mühe spart, den ,JLimuid-hatora-B'rabim“ au ermöglichen. ׳Hierauf wurde Sekretär Her,r J. Kollmann zum. Sprechen wiederholt!herausgefordert, der endlich, dem allgemeinen Wunsche nachgeibend. auf die. Worte seines Vorredners •in geistreicher ׳und temperamentvoller IRsde reflektierte, indem er auf ׳die mühevolle Hingabe und d׳en Fleiß van Sr. ,Ehrwürden in ■der Leitung der Thorastätte Ihinwies und ׳das u,nermüdliche, •segensreiche Streben des Präsidenten •pries, dessen Verdienst 4 ist, daß der כבוד ה ת ו ר ה hier verbreitet und/ erfii-alten wird. Es •sprachen noch!die Herren Dr. H. Rosenberg, Nathan Szoier und andere. Die Stimmung war ,eine allgemein festlich gehobene. Die Freunde der Thora unterhielten, sich bis ׳in die •späten^Nachlmittagsstunden. Tags!darauf gelangten vom Ertrage der (Feier viele Hunderttausende unter den unbemittelten לומדי תורה ,des Vereines ׳zur Ver- ■ teilung. ■ - : St. Baron für ׳dessen große Opferwilligkeit hohes Lob ,und erklärte, das!Londoner jüdische!Hospital widme seine Fürsorge in ׳gleicher Weise!jüdischen wie nicht jüdischen Patienten. Marquis v. Reading führte aus, gerne ׳hätte er sich vorstellen mögen, ob unsere jüdischen Vorfahren die Position, die ׳die jüdische Gemeinschaft!in ׳diesem Lande einnimmt, vorgeahnt hätten.!Er empfinde es mit Freude und Stolz, daß jeder Dienst, ׳den ein Jude seinem Lande erweist, zum Glück seiner eigenen Gemeinde beiträgt. Nie hat ein Jude seine Taschen verschlossen, wo es galt, charitative Ziele zu. stützen. Obwohl der Jude von außerhalb wenig Unterstützung erhielt, .hatte er ׳immer wieder. Opfer ׳gebracht, ohne zu fragen, 01b sie seiner Gemeinde oder der Allgemeinheit •zugutekommen. Auch unter uns weilt jetzt ein Mann, der bei seinen großen Geldopfern nach Rasse und Glauben nicht fragt -und ׳nur ׳die ׳Menschlichkeit gelten läßt. Dies sei typisch für den englischen Juden. Nun erhob sich Lloyd George zu einer längeren Ansprache und führte aus: Mit Freude und Stolz weiie er in einer Versammlung der jüdischen Gemeinde, er sei immer ein demütiger 'und tiefer ׳Bewunderer ׳der Juden.,ge wesen. Würde man von der westlichen Zivilisation den ,hebräischen •und den griechischeu Einfluß subtrahieren, wir würden noch ׳heute in einem Zustand der Barbarei verharren. Das jüdische Duldervolk hat Männer hervorgebracht, die anderen Nationen zu großem Ruhm verhalfen. Das Judenvolk hat viele Reiche überlebt: das assyrische, das babylonische, das ägyptische, das persische, •das griechische, das römische; vielleicht wird es auch ■das British Empire überdauern. Im Verlauf der Jahrhunderte wahrten die׳ Juden mit beispiellosem Heroismus ihre nationalen Traditionen, ■ihre nationale Literatur und ihren nationalen Ruhm. Durch die Jahrhunderte haben sie ihre Vitalität durch ,ihre Schriftsteller, Philo- ׳sophen, Gelehrten und Staatsmänner■ dargetan. Der ver- ׳ehrungswürdigste aller britischen Premiers war Benjamin Disraeli, ein Kindder jüdischen Rasse, und in unserer Mitte weilt .jetzt der größte Statthalter unserer Zeit, der ebenfalls ein Kind Ihrer Rasse ist. Als ein Glied der kleinsten und ältesten Rasse, der walisischen, fühlte er sich glücklich, in der Mitte der Juden zu weilen und ihnen zu der wohl-!tätigen Einrichtung eines!jüdischen Hospitals ein ״Maseltow“ zu wünschen. I — Ein Streit um Max Warburg In der jüdischen Presse. Die!Wochenschrift ״Das!jüdische Echo“ veröffentlichte vor kurzem unter der Ueberschrift ״Max M. Wariburgs Seeleninöte“ einen Leitartikel, ׳in welchem der laut Zeitungsberichten von Max Warburg im Verlauf ■der Prozeßverhandlungen gegen• Fritsch ׳gebrauchte Ausdruck ״Wenn ich ,jemals in eine Interessenkollision zwischen meinem Deutschtum und meinem Judentum, kam, so habe ich mich stets für die Interessen Deutschlands ׳entschieden“ scharf kritisiert worden ist. Die Zeitung führte "aus, eine Interessenkollision zwischen Deutschtum und Judentum gäbe cs gar nicht. Wenn ׳Herr Warburg' das Bestehen einer solchen zugibt, so mache er sich die Grundanschauung seines Prozeßgegners Fritsch zu eigen. Der Artikel schloß mit der Bemerkung: ״.; . die Geschichte ist ein höchst lehrreiches Beispiel •für die völlige Ahnungslosigkeit so vieler praminenter jüdischer Männer in jüdischen Dingen.“ Gegen diese Ausführungen des!Münchener!Blattes wandte sich mit besonderer Schärfe das ״Israelitische Familienbla ti“, welches in einem ״Sinnlose Anwürfe gegen Max •Warburg“ überschriebenen Leitartikel feststellte, Herr Warburg führte diesen Prozeß für •das deutsche Judentum, das in einem seiner angesehensten Männer getroffen und als in natio- . naler Beziehung gefährlich gebrandmarkt werden sollte. Von dem Aufsatz des Münchener Blattes sagte die Zeitung, er stelle für alle, ״die um das Wirken ׳dieses Mannes in jüdischer Sphäre ׳auch nur weniges wissen, in erster Linie also für die Hamburger Juden, eine einzige Ungeheuerlichkeit dar“. Bezüglich des vom ״Jüdischen Echo“ zitierten Ausspruches Warburgs meinte das ״Isr. Familienblatt“, ״er (Warburg) hat bei dieser Gelegenheit •aufrichtig bekannt, daß er jede Einwanderung i׳m ausgepowerten Deutschland, also auch die ostjüdische, in den letzten Jahren für unerwünscht hielt, Max Warburg •ist kein Zionist, er bringt dieser Bewegung, wie wir sagen zu können glauben, auch keine allzu erheblichen Sympathien entgegen. •Das jedoch sind seine Privatangelegenheiten, über die zu diskutieren hier nicht der Ort ist. Deshalb hat niemand, besonders aber kein jüdisches Blatt, das Recht, einen um das deutsche Judentum so hoch verdienten Mann, der — wenn er auch nach außen hin in jüdischer ׳Beziehung nicht so hervortritt wie. als deutscher Wirtschaftsführer — doch unablässig u-hd nicht zuletzt durch eben diesen ׳Prozeß — sich für die Ehre und das Gedeihen des Judentums einsetzt, noch dazu während dieses Prozesses, derart in den Rücken zu fallen.“ Zu diesem Streit nimmt nun das Hauptorgan der deutschen Zionisten, ״Jüdische Rundschau", Stellung und schreibt 11. a.: ״Daß ■gerade Max Warburg, ׳der nicht nur seinem Vaterfand, wie es natürlich ist, ׳mit ׳besten Kräften ׳gedient hat, sondern sich auch seit längerer Zeit peinlich vor einer Kompromittierung durch öffentliche!jüdische Betätigung hütete, in diese Kampagne ,und dann in diesen Prozeß verwickelt wurde, ist ein persönliche Tragik, die eine ׳gewisse Aehnlichkeit hat mit der Tragikomödie von Eberts Magdeburger Prozeß.“ — Die ״Jüdische .Rundschau“ schließt sich im übrigen der Ansicht ׳des ״Jüdischen Echo“ an. Die evangelische Judenmission in Erez Jisroei. In dem ׳jüngst veröffentlichten Jahresbericht der ״Gesellschaft zur Verbreitung des Evangeliums unter den Juden“ befindet sich, wie ׳wir einem Artikel Mentors im ״Jewish Chronicle“ entnehmen, folgende Stelle: Wir haben reichlich •Grund, G-tt für den Segen zu danken, der auf unserem Werk in Palästina ruht. Sein Wachstum ist wunderbar. I׳m Jahre 1921 hatten wir nu:r einen Missionär dort, jetzt ׳besteht unser Stab aus ׳zehn Personen und diese werden durch eine Anzahl ehrenamtlicher Helfer unterstützt. Damals hatten wir nur ein einziges unmöbliertes und reparaturbedürftiges Haus, jetzt haben wir ein wohlausgerüstetes Missionshaus auf dem «Berge Carmel und ein anstoßendes Grundstück ist arngeikauff't wandten. Jm, Zentrum der Stadt haben wir Säle gemietet, in denen wir mit einer großen Anzahl Juden in Berührung treten können, die anders nicht erreicht werden können. Nicht nur folgen Vei- Sammlungen verschiedener Art in . rascher Folge aufeinander, sondern das Missionshaus ist auch voilgedrängc bei vielen dieser Versammlungen ,und die starke Aufmerksamkeit der Juden der evangelischen Botschaft gegenüber ist bemerkenswert. Die G-ttesdienste werden in!hebräischei Sprache abgehalten^ doch ׳werden auch Vorträge in Jiddisch, ■Anafeich, Deutsch!und •EngStoch gehalten- Außerdem werden die jüdischen Kolonien regelmäßig von unseren ׳Missionären besucht, die meistens eine herzliche Aufnahme finden ׳und so eine Gelegenheit haben, für. das Christentum bei denen Zeugnis abzulegen, die sich bemühen, ihr Ideal durch Wiederaufbau ihres nationalen Heimes in dem alten Vaterland zu verwirklichen; /.