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Jüdische Presse · 1926-12-10 · 50 (10.12.1926) · p. Seite 339

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
50 (10.12.1926)
Date
1926-12-10
Page
Seite 339 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 50 v JÜDISCHE PRESSE Seite 339 Das große Chanukafest des Kindergartens der Jesod Hathora Mittwoch den 25. Kislew fand im Prachtsaal des Bayrischen Hofes“ das Chanukafest des Kindergartens statt. Bei dieser Veranstaltung, die sicherlich eine der größten in diesem Chanuka gewesen, zeigte sich so recht, welche Wertschätzung und Achtung der Schulverein Jesod Hathora der Adas Jisroel in allen Kreisen Wiens genießt. Unter den vielen Hunderten Fest-!״asteזז, die 211 dieser Feier gee'ilf,!waren Vertreterder Adas Israel, -B'-'t’n Hamid-rasch, Vertreter ■der :sraelit.:s׳J1en׳ IKu׳.tu.ssemcimde, Herr- Wolf iPaipipenhcim, der' ,Aigiidas Israel, iKeren Hatihona, Marpe iLana fesch. Talmuld Thora t־.n׳d' Machsike Hadass -I. und viele andere erschienen, an durcCi ,:frre Anwesenheit gleichsam ihren!Dank diesem größten׳ jüdischen- Schai■l'w.'rk auf dem Gebiete des jüdischen Wissens rnd der •jüdischen JugendenziehuiTg, Efozustutlen. :Nachdem die Sdriflcniu Rene Scftlesingar die Festigäste!begrüßt hatte, :zündete der SiTüteir Artur Kunstadt die Cha׳m!!ka׳Acht!lein am und! trug mit Verständnis und besonders schönem Ge-sang .,!Haneräus Ha’aiii“ •vor.!Hierauf ergriff dar Därektor der Jesod Hathora. Rabb. S. Neuwkfh, das Wort•;Im seiner Ansprache betonte er, daß der Maikkaibäergeist nur• dort!herrsäK׳, wo Opferfrottitfe und!Begeisterung ffn -den Dienst der Thora׳!Hakdoscha ges-teffl. werden, jene aber, d;ie •jüdische Tatkraft und Heldenmut für gicoz gleichgültige Dinge ׳verschwenden׳, eigentlich, das׳!Wort Makkab: nicht im altetm Sinne gobraudien •dürften!. Alle Zöglinge der Jesod! (Hathora, die nach der schweren Arbeit im der Sabule ihr« freie Zeit nicht ׳dem. Spiele, sondern• dem iLitrniüd!Hathora!weihen, müssen!Makkabäer genennt werden. Und selbst die iKiJinsten •im Kinde ngarten׳ sind -solche heldenhafte!Makkabäer, ׳denn dem jüdischen Kinde ׳wird in unserem!Kindergarten viel jüdisches Wissen ׳eingeimpft, es wind! bedeutend1 mehr geistig bereichert als •die Zöiglcng׳“ anderer!Kiimdergälrten. Diese Opfer werden auf dlam!Altäre •der Thora iHakdascha gerne güfcira-eihtv -hieben׳ vv,ir doch diese schöne Tu,- gend von!unsere n! Ahmen, den )Makkabäern, öre!nbt.!Ferner betonte er, daß die guten :Leistungen der Jesod׳ Ha.thora immer י größere und weitere •Kreise der Wiener Juden veranlassen. ■ ihre Kinder •in. die verschiedenen1 .Abteilungen! der Jesod׳• (Hathora zu sdilken׳.!Bei!Beginn׳ des letzten! •Schmljailires -hörte mein, daß an den :versciliiedehen P.f׳!idrtsc1hiu11en1!Klassen zusammengezogen wurden, weil die Schüierzahl zu gering gewesen. Die Jesod Hathora konnte wohl diesen׳!Mangel an Schülerti! in ihrer ׳Anstalt nicht bemerken, denn, ihr strömten G. s. L. so viele Schüler und Schülerinnen! zu:, daß in manchen Abteilungen jede ׳weitere Aufnahme •eingestellt •und viele Abteilungen geteilt werden mußten, um so einen gedeihlichen Unterricht zu! ermöglicher!• ■Es ׳wäre slherlich der schönste!Erfolg des Chanukafestes, wenn unserer Anstalt so viele Mittel aus allen Kreisen zui'lleßen würden, daß alle sich meidenden! Schüler durch •einen weiteren Ausbau unserer Schule Aufnahme׳ finden könnten- Mit der Bitte, in. allen Kre’sen für unsere Schule eimzutreten, schloß er seine mit großem Beifall aiüfgenommenen Ausifüliiiumgem In. dem darauf folgenden Programm haben die kleinen Künstler des!Kindergartens eine i1er.rifi.d1e Probe ihres Könners, ihres Fleißes und damit auch der mustergültigen pädagogischen .Arbeit der Schulleitung und der beiden Kindergärtnerinnen!, Fraulein Hennine Nassau! ׳und! Fräulein. Frieda• Goldhaber, abgelegt. Da sah: man so• recht, was!begeisterte!Pädagogen bei: iziellbewußter Atbeit aus den!Kleinsten■ herausholen können׳. Diese Leistungen wurden vorn Obmann der Jesod Hathora, Wolf Pappe r,he im, sowie vom Vorstandsmitglied Leopold Lederer in ihren Ansprachen besonders liervorgeihoben, und sie sprachen sowohl den Schulleitung als auch, dem Lehrkörper hieftir ihren ׳Dank aus. Hatten s:1hon die kleinen Künstler des ,Kindergarten* eine echte Freudenstimmung •in die große Schar •der Zuhörer gebracht, so wurde die!Freude durch den von allen Kindern so heiß ersehnten Zauberkünstler ganz!besonders gehoben. ,Nachdem allen׳ Kindern .noch ein schönes Ghanukagesdienk überreicht worden, endete mit dem Gesang ״Moäus' ■Zur‘ die alle Gemüter enhebenide Feier, •durch d'ie sicherlich viele Freunde der Jesod! Hathora. gewonnen wurden• Telephon 74-2-26 Telephon 74-2-26 Wien» I., Graben 12 den^Trattnerhof) Diese neueröffnete, grösste und modernste Werkstätte für Haararbeiten ü. 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Chanukaleier der Talmud Thora des 1. Bezirkes. Sonntag den 29■ ׳Kislew ,fand׳ *die Chanukafeier der Talmud Thora des 1. ■Bezirkes statt. Var :zahlreich ersdriewenen Festgästen׳ haben die Schüler und Schill er innen ein reichhaltiges ,Programm vorgeführt, das von allen! Anwesenden mlit großem Beifall: belohnt wurde. (Hierauf :schilderte Raiblb. S. Neu:wi:rt1!1 die •Geschichte : dieser Sdjlüte׳. Vor Jahren׳ ,hätte noch keiner geahnt, ■daß .im 1• (Beizürik eine Talmud, Thora Bestand haben! könnte, und als er in der •richtigen׳'Erkenntnis, daß ein :Bethausverein nur dann eine Ex׳i!steniz'b erecihtligajing hat, wenn die Grundlage das Stui- dlum!der Thora iHakdiaisoha ist, an einige ■thorabegeteterte• Männer herantrat, die Talmud Thora;;.,m 1. Bezirk zu gründen, foligte ׳mancher dieser Männer!seinem ■Rufe, weil sie es nichi wagten, beii -dle!r!Griinidiung einer Thora,Ie1111na!n1s׳t,a!l:t •zu wMerspreeben, ohne an׳ den (Bestand׳ derselben zu glauben• Das scheinbar Unmögliche wurde zur Tatsache. Der 1• Bezirk hat seit drei! Jahren: seine Talmud! •Thora, und: eine große Zahl von Knaben und Mädchen ,wird dem Judentum durch sie erhalten Ferdinand des Verfluchten und der Jsebel darunter. Ich habe allerdindgs große Kapitalien verliehen und die Zinsen sind recht einträglich für mich. Aber für meine Umgebung bin ich arm und so machen wir es alle, wir leben möglichst verborgen', :aber zu!bestimmten Gelegenheiten, zu unseren Feiertagen, wenn unsere Tore verriegelt sind und scharfe Wachhunde in den Höfen herumstreifen, da führen wir ein Leben, wie es die Königin von Spanien sich nicht leisten kann. Unser Festmahl kann mit dem der Reichsten im Lande wetteifern und wir waschen unsere Füße in Silberkannen, die noch vor der!Entdeckung Amerikas gearbeitet wurden, obwohl unsere tägliche Nahrung die einfachste und unsere Kleidung armselig ist. Meine zwei Diener, die bei mir im Hause leben, gehören ebenfalls zu uns und ich selbst führe ein ruhiges Leben und komme nur in meinen Geschäften häufig nach Toledo. Die Leute argwöhnen allerdings, daß ich nicht einer der ihrigen bin, und wenn ich mich bei der •Messe zeige, schauen sie mich eigenartig an, als ob sie sagen wollten: Was hast du hier zu tun? Die Geistlichen lassen mich in Ruhe, weil sie wissen, daß ich zu den Behörden gute Beziehungen habe. Wir selbst haben kein geistiges Oberhaupt, manche Familien jedoch stehen in ganz besonderem Ansehen und genießen von altersher fast den Ruf der Heiligkeit; ich selbst entstamme einer solchen heiligen Familie. Einer meiner Ahnen, so erzählte mir mein Vater des öfteren, war ein besonders ׳heiliger Mann und eines Nachts kam •kein 1Geringerer als ein Erzbischof heimlich zu ihm ins Haus, nur um die Genugtuung zu haben, ihn zum Zeichen der Ehrerbietung küssen zu dürfen. Diese seltsame Tatsache ist aber leichter zu erklären, als es den Anschein hat, denn der Erzbischof war einer der unsrigen oder zumindest war es sein Vater. Er konnte niemals vergessen, was er in seiner Jugend gelernt hatte und wenn er es auch nicht wollte, oder, besser gesagt-, ihm 1z׳u!geiübrt. denn mnter deir!großen! Zahl der Schüler und Schülerinnen sind1 viele, die durch unsere Scihufe er-st 1z!u,r Erkenntnis, ׳was eines Juden•!Pflicht ist, kamen. Nachdem ■ec! alte Anwesenden .aiilfgefordert, stets für die Erhaltung di&r Schule -nach! bestem Können;211 ׳wirken und• m ,feisten!, :sprach Herr Bernhard (Hoiübaucr. Obmann.,des Bethaasrs Machsike Hadass I., seine Freude über ׳das!Gelingen! der SciMgründu-ng a.u!s, dankt allen:, die •dem iRulfe des Rabbiners des Befhauses folgten(, um in der Stadt, •wo durch v׳e.rsch!ied!2!ne Kreise die jüdische Jugend i!n ■ihrer Entwicklung gefährdet ist, eine wahre jüdische Erziehung geben• z-u. können. Er spricht den׳ 'beiden Lehrern der Anstalt. Jelenko und Rosenfeld-, seinen besten Dank für ihre aufopferungsvollen (Leistungen aius. Naahldidm die -Kinder reichlieh!bewirtet worden), hielt!Herr Lehrer RosemfeiM •einen mit größtem ׳Beifall aulfgenommenen! ׳!Humoristischen Vortrag, und mit der wunderschönen Melodie des ״,Moäus Zii“ wunde das Fest geschlossen. 'G11;>ich1zei׳tig ma׳cht der 'Vorstand: ׳die Juden des 1. Bezirkes aufmerksam, daß an der Talmud Thora 1(1. ׳Be׳z-, so trieb ihn nach seinem eigenen ׳Geständnis immer der Ruach, bis er es nicht aushalten konnte: Es zog ihn zu seinen Brüdern und so kam er zu meinem Ahnen, mit dem er die ganze Nacht zusammenblieb. Dann kehrte er nac.h seiner Diözese zurück, wo er bald darauf starb und als weit bekannter Heiliger verehrt wurde. Die Geschichte dieses hohen ׳Gastes ist aber keineswegs ein vereinzelter Fall; unter der Geistlichkeit jeden Grades sind viele da, welche zu uns gehören oder unserer Abstammung sind und manche von ihnen sind im ganzen Lande berühmt. Es gibt einen besonderen Tag im Jahr, an welchem vier angesehene Geistliche zu mir kommen und wenn alles verschlossen ist und wir vor Ueberraschungen geschützt sind, da setzten sie sich, wenn die entsprechenden Zeremonien vorüber sind, auf den Fußboden und — fluchen. Was unsere Niederlassungen betrifft, so vermeiden wir es, :in größeren Städten z-u wohnen, und ziehen Dörfer vor. Wir sind nicht zahlreich, doch leben unsere Leute in allen Provinzen Spaniens und Portugals, keiner von uns ist arm und die in untergeordneter Stellung Befindlichen dienen ׳freiwillig, nicht aus Notwendigkeit, denn auf •diese Weise werden wir mit verschiedenen Geschäften vertraut und helfen uns gegenseitig. Nicht selten ist auch die Dienstzeit gleichzeitig die Zeit des Freiens und die Diener heiraten oft die Töchter des Hauses“. (Schluß folgt.) Herren- und Damenschneider Hr Auf Wunsch auch ahne Schatnes Josef Pravda, Wien! Il.y Adambergergasse 12/15 K o m m e i n s H a u s ״Aschenbrödel.“ iLazzenlior 2) d'ie Sdrüileraufualh׳n1e tätekeh :zwo•sahen 4 :und' 5 Uhr naohmittaigs stattfindöt. Chanuka- und Sijumfeier im 20. Bezirk. Sonntag den 5. Gliamikatag veranstaltete •der Verein Topric'he Thora jn seinem Ve-reinsloikali. 20. 1B׳ez., Bäuerlegasse 36, eine Chanuka- und Siijumfeier, verbanden mit einer סעורח מצוה . welche einen glänzenden Verlauf na km. •Nachdem!Herr Rabbiner iGemcbon Hager, Leiter der Tomeihe-Thora-Sctiuien. die zahlreich ersdhienenen ׳Gäste berzlichst begrüßt hatte,!hielten die!Rabbiner Dr. -Moses Wundermaum ׳und Moses 'Blech sowie!Herr Isaak Bierer Ansprachen, d.e große Begeisterung he-rvorriefen. Sodann ergriff (Herr Samuel!!Hager, Sohn •des Herrn Rabbiners Hager, das Wort -zur Festrede. ,In einer eind-rucksvollen Rede schilderte er ■das Erziehaingsproblem •der!jüdischen Jugend, wtiirtdliigtie dtie ׳große■ Bed'euituog der Tomc1he-Thc1ra-Seh11׳Ie, •speizteilli für׳ d'ie J!udenhe׳:׳t ■kn •20. (Bezirk ,uind. eiterte die Zuhörer an, .ihr Leben nach ■dem Geiste der Thora z׳u gestalten ■und ihre Kind׳er für die. Thora erziehen zu lassen. Chanuka in der Wiener Orthodoxie. In freudiger Festlichkeit wie vielleicht nie zuvor hat die Wiener Orthodoxie :heuer Chanuka :begangen. 'In 1 zahlreichen Festen, die überall gleich würdevoll verliefen, feierten •die Kleinen und die Großen, sowohl :Männer als auch Frauen, ■in ihrem Kreise angepaßten Veranstaltungen das historische Fest und belebten die freudige Erinnerung an die Vergangenheit für die ernste Gegenwart. •Die Wiener Orthodoxie hat allen Nörglern• zum Trotz bewiesen, daß: sie die ernste Arbeit •für unsere heilige jüdische •Sache׳ auch durch!Heiterkeit •und Stimmung angenehm •zii durchweben versteht. Sie hat bewiesen, daß sie es nicht nur versteht, in ernster Arbeit ihre Pflicht zu tun, sondern! •auch in erlaubter und zweckmäßiger •Weise sich zu freuen״ ׳Darin liegt die große Bedeutung der zahlreichen Veranstaltungen, über deren Verlauf in wünschenswert ausfiihrlicher Weise zu berichten, der größte Feind der Weitläufigkeit — der verfügbare Raum — verbietet. Wer an einem dieser Feste teilgenommen ׳hat, weiß es selbst, ■und׳ wer nicht dabei war. soll wenigstens erfahren, daß es. wirkliche Freudestimmung war, ciie allenthalben herrschte,, -aber nirgends den!Rahmen des Erlaubten ׳überschritt, so׳ ״daß die Wiener Judenschaft, die diesmal in all ihren Schattierungen an diesen Veranstaltungen teilnahm, gesehen hat, daß orthodoxe Freude auch etwas ganz Besonderes ist und nichts zu tun hat mit lJeberm׳ut und Ausgelassenheit. Sich würdig zu freuen, das hat die Wiener־ Orthodoxie diesmal die weitere •jüdische Oeffentlichkeit ׳gelehrt. Eröffnet wurde die Reihe der Feste ׳mit dem ׳Chanukafest der J e s s 0 d e;Hathora und des K i n •d.e rgartens, die im Festsaale des ״Bayrischen Hofes“ die׳ •Jüngsten versammelten, um ihren!jungen Seelen, die vom

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