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Jüdische Presse · 1926-12-10 · 50 (10.12.1926) · p. Seite 338

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
50 (10.12.1926)
Date
1926-12-10
Page
Seite 338 (sequence 2)
Language
German
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Seite B38 JÜDISCHE PRESSE Nr. 50 Billige Preise! Beste Ausführung! MM Kostenloses Ausprobieren und Vorführung von bei Franz Emmer Wien, I., Hahlerstraße 5, Tel. 77-0-54 Einige Beispiele B unserer unerreichten illigkeit Stoffabteilung: Rein Woll-Kasha ....... S 5.90 Rein Woll-Kleiderstoffe, 130 cm br, S 6.90 Rein Woll-Kleidervelour, 140 cm br. S 9.80 Seidenabteilung: Mode-Brokat.. S 3.90 Kristalline Facone־ . . . . . . S 2.90 Crepe de Chine, 100 cm breit . .S 3.90 Seiden-Ripse ,. . ..S 4.90 Leinenwarenabteilung: Wäsche-Chiffon . . . Atlas-Gradl. . . . . Bettuch, 148 cm breit . Ia Handtuch . . . . S -.59 . S 1.25 S 1.75 S - .98 Fabelhafte Gelegenheitskäufe in allen Abteilungen! Warenhaus BRÜDER SCHIFFMANN Wien, II., Taborstraße 48 Besichtigen Sie unsere 26 sehenswerten Schaufenster! Warna sehen (Redakteur des Bfottes. von einem anderen Gesichtspurikt ans betraditet. Der jüdische Natioaiiüfonds tzwm׳ Beispiel, auf ׳dessen Boden trotz aller!Interpellationen von misradiistischer Seite und trotz ollen;Bedauerns ־des ״eisernen“ Präsideuten, Herrn ׳M. Ussiscbkin, der Sabbat entweiht wird, ist hier dem thoratreuen Juden als ׳Ideal Iiingestellt. Bei allen großen Verdiensten!des Jüdischen ,Na'tionialfanidis. däe neidilos anerkannt werden sollen, muß gerade in der Ghanuka-zeit. soweit sie eben nicht ״zeitgemäß“ ist, vor Augen gehalten ־werden, daß jene Gntohlinge unter den׳ Juden!, gegen/ welche .der;Kampf der Makkabäer sich richtete, sicherlich auch große Verdienste um das jüdische Volk zu haben glaubten׳, sie •waren eben des Glaubens, daß das jüdische Va1׳k mit dem Sabbat lind anderen Vorschriften der Thora -nicht auf Gedeih ׳und Verderb verknüpft!ist. Allerdings derjenige, der. wie der .zionistische Re- (׳uiakteinr des ״Jüdischen Wochenblattes“, ׳der Ansicht «st. daß ״die!Forderungen der Thora so Sozialrevolutionär sind, daß die mündliche Lehre sic bekanntlich nicht aufrechterlialten konnte“, der mag wohl glauben, daß diese orthodoxen Scparafisten, wie von (Herrn Dr. Simon, die Anhänger der Aguda liebevoll! bezeichnet au werden pflegen, die Bösen und jene Gese׳fczesülb!ertneta־ am zionistischen La׳ger die Gerechten sind. Nur;bei ■dieser!Einstellung des zionistischen Schriftleiters ist es verständlich, daß!in einem unparteiischen ll/iora:.reuen Organ die Sünden! der Separatarthddioxiie •mit!Ingrimm und Haß gegeißelt ■wreefen׳, über die Verfehlungen dfer Zionisten aber dar Mantel verständnisvollsten Verzelhens gebreitet!wM. Die Hasclimonäer haben auch eine Bündniispoliitik gemacht. Sie haben mit dem aufsteigenden Rom Beziehungen angeknüpft, um' eine Sicherung gegen die syrische Macht!und ihre Einflüsse zu schaffen. Eine iBiiodnispolitiik, die nach dem! Urteil etnieis iNadiimankfes vediängnisvodl für!das jikL׳sche Volk!war• Die Römer kamen als •Freunde des jüdischen Volkes nach Palästina und verblieben ׳dort a!1s Feinde. Eine .zeitgemäße Chanulkabetrachtung kann daher nicht vollständig sein, ohne sich mit der IBündnispoliUk der einzelnen jüdischen! Parteien eingehend .zu besdhäffigen. Es ist ein tiefes seelisches Bediiritnis der thoratreuen Zionisten, die -ein so .fragwürdiges Bundnis mit den ׳tdioragegnerischen׳ Zionisten e'ingegangen sind, sich mit der Fiktion .zu 'beruhigen, daß auch die Trennungsortflioidloxic solche kompromitfcierende Bündnisse nidifc sefceut• Sinei diese thoratreuen Zionisten dlann selbst;in•. den Er- Inncrungbtagen an. die!Großtaten der Makkabäer 'gezwungen, sich •vor ihrem Präsidenten Nachum Sakolow, der im Lichte der Makkabäenkämipfe um ׳die ׳Gesetzestnene sich recht ׳er- Ibänmilfah au'iinmnrt,!in ttefeir Referemz m verbeugen״ wfe das!ihr Führer, audi jüngstens in Frankfurt tun mußte, so Wird! das Bedürfnis wach, auch die Tremnungsorthodoxen mit dif-famlerenxlein Bündnissen zu kompromittieren. Nur so ist es" verstand- 1id1, daß der zionist'isclbe Redakteur •des offiziellen Achdus- Blattes; ■aus ׳dem ,״Fall! Sonnenfelld“ wiiederum den! klaren Beweis des Bündnisses zwischen der Trennungsorihodoxie und -der liberalen Reform iheraustüftelt. .Nach ■den Ausführungen des Herrn Simon fand!der bekannte Brief des Justlzratcs Sonnenfeld an .den!preußischen!Innenminister nur in der ״Jüdischliberalen Zeitung“ und in ׳unserer .״Jüdischen Presse“ in Wien Billigung. ״Diese Billigung kennzeichnet“, so glaubt (Herr Ernst S'imon,- ,,wieder (jene hier ■häufig aachgewiesene Blindesgenossonschaift zwischen Separatismus und •radikaler Reform, die :beide nur einen (Feind haben: das positive!Gemeinschafts- Judentum“. Ja! (Herr Ernst S'iimon. Wenn man de׳r Annahme ist, daß eine Lüge durch recht häufige Wiederholung in •Wahrheit umgewandelt werden kann, so haben Sie ,recht. Häufig ' genug .haben!Sie die Behauptung von, einem• .׳Bündnis zwischen Separatismus und radikaler ‘Reform!erhoben unld in dem .1Organ dies thoratreuen Verbandes Achdus zum Abdruck gebracht. ״N a c 1h g e w i e s e n!haben Sie Ihre Behauptung amseres Wissens noch kein einziges ■Mal. Sie haben!Ihre Behauptung | ei׳r.l!ma;l;an die!r Hand der ״Jüidlisdtien Presse“ naäilziuiweisen versucht. W׳i!r haben• zu genier Zeit uns die Mühe genommen,®ihre Betouptiung einer Untersuchung ׳zu unterziehen. . Wir ■kamen zu dem (Resultat,!daß ihre Behanpr.mg lächerlich ׳dumm und unwahr* ,ist• Sie!ließen! sich aber nilaht betehren. Mit der Beharrlidiikeiifc lefoar• fixen I׳dlee (lebt die־ Fiktion eines; Bündnisses lzw׳isdien׳ Separatismus imnid radikaler Reform!in ,ihrem Kopfe weiiter. Audi lui dem von illhmien als Beweis angeführten ״Fall Sonuenfelld“ hißt Sie!Ihre vorgefaßte Meinung nicht 'ungetrübt ,diel Wahrheit selben. Kein varurteiteilosieir Mensch w.iird!in unserem Artikel: ״Stürme, die nicht nebligen“,!in welchem wir uns mit dem ״,Ftallil Sonnenfeldi“ befaßten׳, leihie!Billigung des bekannten Sonniemteidsdien;Briefes!erblicken können. Wir haben ln ׳dletn angeführten Artikel idlile Ansichten der beiden ge׳gn1erisdhen (Parteien!mit möglichslter Obijektilvität rcstetraert iimd!zum Schluß bemerkt: ״Es ■sind dies Ansichten, die stell mit Argumenten vertrete 11׳ lla&ien!.“ Allerdings halben: wir nidit unterlassen, darauf hinzuweiisen;, w!i!e: anidbrs;dli!e!Praxis jener Gruppen isit, die!in, der Theorie •Harm Justiz rat Somme nifeld •so vo!rbehaltilos verdammt '!haben.!Ist das vieitleiidht!dlie (Billigung de,r Vorgangsweiise des Herrn Justilzratles Sannenfeld? 'Wir haben es ferner nicht aimtenla'isen, dlanaiui Ihinizuivveisen. daß das Kesseltreiben gegen Rabbiner■ Dr.!Munk •in Bierlin. als Referentten! des, preußischen IKuiltusminilsters, von •jenen• Gruppen, Idlie Ihnen! .nahestelhen׳!dürften, verzweifelt der Vomgatigsiweiiise des Justilzrates Sonne nfeldi ׳ ähniliiah!ist. Heißt v.ieilleüdit die Miißhilligung dieses Kiesseil treibe ns eine Billigung!dieis Briefes!dies!Herrn Die Marannen in Portugal und ihre Rückkehr zum Judentum. Von Dr. Josef Löwy. II. Viele Tausende portugiesischer Juden waren auf diese Weise durch gewaltsame Annahme der Taufe Christen geworden, aber ihr Christentum war lediglich ein Scheinchristentuin, ihre Seele war rein geblieben und sic strebten mit allen Mitteln auszuwandern, um frei von dem verhaßten Zwang die durch die erlittenen Qualen noch teurere Religion der Väter ׳zu bekennen. Aber das Tribunal der heiligen Inquisition wachte sorgsam, daß den Bekehrten die Liebe zum neuen Glauben mit Folterkümmern und Scheiterhaufen cingeflößt werde. Sei es, daß sich so spät sein Gewissen regte oder politische Einflüsse am Werk waren, am 30. Mai 1497 erließ Manuel ein Dekret, daß innerhalb der Frist von 20 Jahren kein gewaltsam bekehrter Jude wegen Judaisierens vor das Inquisitionsgericht gebracht werden dürfe. Es müsse doch den neuen Christen Zeit gewährt werden, sich in den neuen Glauben einzuleben־ und die alten Gewohnheiten los zu werden. Ferner bestimmte das Dekret, daß getaufte Aerzte und Chirurgen, welche nicht Latein verstehen, ihre hebräischen Lehrbücher benützen dürften. Damit war den Zwangs- Christen Gelegenheit gegeben, ohne Furcht vor der Inquisition zum Scheine als Juden leben zu dürfen und ihre Bücher zu behalten. Denn wer konnte damals in Portugal behaupten, daß dieses hebräische Buch ein medizinisches und jenes ein anderes wäre? So •konnten diese Unglückliehen unter der Maske des Katholizismus ihre liebgewordenen Studien und Gebräuche aufnehmen und wenn sich eine Vereinigung oder Kongregation scheinbarer Strenggläubiger St. Johann oder St. Paul nannte, so war der Zweck dieser heimlichen Zusammenkünfte nicht der, um die Lehren dieser Kirchenväter zu studieren, sondern getreu dem Glauben der Väter mit Minjan zu beten und sich dem Studium des Talmud zu widmen. In dieser Periode ihrer so reich bewegten Leidenszeit fallen auch die heimlichen Zusammenkünfte der Marannen, um ihre Liebe und Treue zum Glauben der Väter durch Beobachtung der alten Gebräuche und Befolgung der wichtigsten Gebote des Judentums rege zu erhalten. Es war dies buchstäblich ein Kampf auf Leben und Tod zwischen jüdischer Anhänglichkeit und Ergebenheit und der brutalen Unterdrückung jeglicher Gewissensfreiheit durch die Kirche, welche den willfährigen Staat dazu mißbrauchte, gegen sein eigenes Interesse eine Schreckensherrschaft einzurichten und Tausende seiner!besten Bürger hinzumorden. Ueberall lauerten die Schrecken der Inquisition, die auf Schritt und Tritt diese Aermsten bewachen und bespitzeln ließ, urn etwaige Standhafte den! Scheiterhäufen zuzuführen. Aber Standhaftigkeit und Zähigkeit erwiesen sich stärker als Tod und Verderben und so hat sich bis zum heutigen Tage durch die Jahrhunderte, hindurch mit den Marannen auch ihre Ueberlieferiing erhalten. Noch heute finden sich besonders im nördlichen Portugal gute Katholiken, die zeitweilig von den anderen unbemerkt an einem verschwiegenen Ort zusammenkom- ,men und •jüdische •Gebete verrichten,!den Spbbat ibeobachten, ׳ungesäuertes Brot am Pessach essen, den Seder abhalten und Jom-Kipur feiern. Ihre Zahl wird ungefähr auf 10.000 Familien geschätzt und sie sind in allen Schichten der Bevölkerung vertreten, auch die höchste Geistlichkeit und Staatswürdenträger nicht ausgenommen. Neu eröffnet! Hmand Damen-Friseor-Salon ״Io onne" Spezialist in Dauerwellen, Färben, Wasöerwelien und samtliehen Haararbeiten, nach dem modersten Stil ausgeführt. Sehr *Ivile Preise. Wien, II., Lilienbrunng. 3. (Neben Höfel Dianabad.) Tel. 45704־. Santrenföld? War haben zulefeti!darauf ׳binßewüe^eii diaß ein Zionistenfiihrer die Anstellung einer verdienstvollen und gut qualifizierten ■ Juden; verhindert, nur 1d!e!s1h;a!l:b, weil der Kandidat dös Agudistnus verdächtig ׳ist• Betleiuteti vfolfeiiclht | dieser! Hinweis auf ׳solche ztemiistiisdie Madnnatüonen eiite Billi- Sinnig dies Schrittes ׳dast Justiz,rates Sonne nfeld. Wir!glauben kaum, daß jemand ׳Innen dies glauben wird• Sic brauchen aber zur Rechtfertigung jenes unnatürlichem Bündnisses thoratreuer Zionisten mit Thoragegnern •durchaus als!Gegenstück das Biindnis der •unabhängigen Orthodoxie mit der radikalen Reform und lassen sich, von ׳diesem Drange getrieben, von den Tat- Sachen nicht beirren. Wir verstehen Sie daher sehr gut, Herr Dr. Simon!!Bloß das eine verstehen wir nicht, daß;in den Spalten •des Hauptorganes einer thoratreuen, Organisation, die ״Achdus“ auf ihre Fahne geschrieben!hat, ׳diesem .zionistischen Bedürfnis nach unbedingter Kompromittiemng der ״Trennungs- Orthodoxie“, wie Sie Aguttas Jisroel .zu benamsen belieben, Platlz gegeben wiirid. — r• Die Plätte bezüglich jüdischer Republiken in Sowjet-Russland. Die Frage, ob ׳im Zusammenhang mit der Schaffiing einer zusammenhängenden jüdischen Landsiedlung auch die Schaffung autonomer jüdischer Territorien oder gar einer jüdischen Republik in Angriff genommen werden sollte, bildete den Gegenstand einer erregten Debatte in der letzten Sitzung der Ozet-Konferenz. Er ergab sich eine unterschiedliche Auffassung zwischen jüdischen Korninunisten und Unparteiischen in diesem Punkte. Der Sprecher der Unparteiischen war Herr Abraham Bragin, der Initiator des Planes der jüdischen Kolonisation und der Idee einer jüdischen Republik. Bragin setzte sich mit großer Wärme für die Idee einer jüdischen Republik ein und wurde darin vom Präsidenten Larin unterstützt. Bragin und die anderen unparteiischen Redner erhoben gegen die jüdischen Kommunisten, insbesondere gegen die Führer der jüdischen Sektionen, den Vorwurf, daß sie bestrebt seien, über die jüdische nationale Tendenz in der Kolonisationsbewegung hinwegzusehen und sie zu ignorieren, während ja doch die führenden Personen der Sowjetregierung, Männer wie der Präsident des Zentral- ,exekutivkomitees der Sowjet-Union Kalinin, der Volkskommissar für Auswärtiges Tschitscherin und der Präsident der Ukraine Petrowski, wiederholt erklärt haben, daß eine dichte Ansiedlung von' Juden auf dem Lande notwendig eine jüdische Autonomie in dem betreffenden Territorium zur Folge haben müsse. Ihr aber, setzte Bragin zu den jüdischen Kommunisten gewendet, fort, . die Ihr doch die jüdische Gemeinschaft!in der kommunistisehen Partei darstellt, verleugnet jedes nationale Element in der jüdischen Bewegung für Kolonisation. Bragin schloß mit der Feststellung, die ״Jüdische Republik“ müsse die Fahne ,der jüdischen Kolonisationsbewegung werden. Die Sprecher der jüdischen Kommunisten, voran Herr Tschemeriski, erwiderten, sie widerstreben prinzipiell nicht der Idee einer jüdischen Republik. Aber das Wort von der ״Jüdischen Republik“ als Kriegsruf ausstoßen, dies könnte der gegenwärtigen Lage der Kolonisationsbewegung nachteilig, ja gefährlich werden. Obgleich die jüdische Kolonisationstätigkeit, die Heranführung der Juden zur Industrie und die ganze Kulturarbeit unter den Juden eigentlich nationale Bindungen haben,!weisen die jüdischen kommunistischen Sektionen jede ausgesprochen nationale Tendenz entschieden zurück. Ihm erwiderte der Präsident Larin, der ausdrücklich erklärte, er stimme mit den ־jüdischen kommunistischen Rednern ■nicht überein. Die Juden hätten durchaus ein Recht auf territoriale Unabhängigkeit und auf die Errichtung einer jüdischen Republik. Larin tadelte insbesondere den Führer der jüdischen Kommunisten Litwakow wegen seiner Angriffe gegen Bragin, den er als einen begabten Publizisten ,und jüdischen sozialen Kämpfer hinstellte. Die kommunistische Partei, fuhr er fort, sollte den Wert solcher unparteiischer Intellektueller nicht unterschätzen, da sich ja diese ebenfalls dem Wohle Sowjet-Rußlands widmen. Tschemeriski erwiderte im Namen der Kominunisten, diese sprächen Herrn Larin das Recht ab, Ausichten über jüdische Probleme zu äußern. Er, Tscheme- ׳riski, beanspruche für dis jüdischen Sektionen׳ . cle׳r■ kommuiiistischen Partei das alleinige Recht, für die jüdische Bevölkerung zu sprechen. _ ■_ Bemerkenswert ist die Schilderung eines englischen Missionärs, der im Aufträge der Bibelgesellschaft iti London zur ׳Zeit des iKarlistenaufstandes die Pyrenäisohe Halbinsel durchwanderte, um unter den unwissenden ׳fanatischen Einwohnern die!Bibel zu verbreiten, und •Gelegenheit hatte, mit einem Marannen, dessen Vertrauen er erworben!hatte, •zusammeitzukommen. Der Bericht des Missionärs, der in seinem Werke ״Die Bibel in Spanien“ *) wiedergegeben ist, verdient vollen Glauben, zumal der Verfasser nicht im Rufe eines Judenfreundes steht und an der Wahrheitsliebe des Berichterstatters nicht im geringsten zu zweifeln ist. Der Missionär, der in Verkleiduug die Landstraßen Spaniens durchwanderte, traf in der Nähe Von Madrid einen Wanderer im Dunkel der Nacht, der ihn an seiner Aussprache als Engländer erkannte und ihn auf seine unweit gelegene Besitzung in Talavera einlud. ״ich sehe ihn noch vor mir, wie er itn (Mondschein stand, mir mit seinen •tiefen, ruhigen! Augen ins Gesicht blickte und zuletzt sagte: Bist du einer von den Unsern?“ Die Einladung und Gastfreundschaft des Marannen wurde angenommen und der Missionär aufs glänzendste bewirtet. Im Verlauf des Gespräches erzählt nun der Gastgeber von seinen Verhältnissen, die so günstig sind, daß er es eigentlich gar nicht nötig hat, ein Geschäft zu betreiben. Da er aber in allem so tun will wie seine Vorfahren, übernahm er nach dem Tode seines Vaters als dessen einziger Sohn sein Geschäft und führt es als longanizero, als Wurstwarenerzeuger, weiter. ״Mein Reichtum besteht aber aus Gold, Silber und Edelsteinen, Schätze, die ich von meinen .Vätern ererbt und deren größeren Teil ich in einem sicheren Versteck tief vergraben halbe. Da sind noch Goldmünzen aus der Zeit *) George Borrow: The Bible in Spain.

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