Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1926-12-10 · 50 (10.12.1926) · p. Seite 337

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
50 (10.12.1926)
Date
1926-12-10
Page
Seite 337 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2629891-2630148-2630194--2443-2634315
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

V.l.h. IIIII IC PU C DDCCCC JUUIwullt rllfcaat ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration 1 Wien, II.,Leopoldsga8se 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich: Postsparkassenamtwien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenami Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko, N. 40.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 Mp. 50 «!•i-Bratuim, 10. Dezember 1926 ,ב״ה וינה־פחנסססדג ה׳ טבת חרפ׳ז 12■ 1»»ו><ווו«»""וווווו1וווו>ו>וו1<1<וו111ו1<וו<ווו1וווווו<וווווו1וווווווו111וווווו!ו!וווווו!ווו!וווווו!וווו11ו1וווווווו1ווו1ווווווווווווווווו§ jWeihburggasse 11[ (Magasin de Modes | | Die neuesten Modelle | | eingetroffen! | | Meine Schlager: | Crepe de Chine-H^leid ...... ä S 19.— g §§ | -.25 ä S. ..... מ ״ " " | ä S 29.— jg.. ׳ . . . f Velour-Mantel§ mit Pelz verbrämt . ä S 39.— i ״ ״ 1 § Schicke Crepe de Chine-Tanzkleider g | in jeder Preislage | ^ח»וח1₪<>וו<ווחווווווווווווווווווווווווווווווווווו!ווווווווווווווווו!וווווווווווווווווווווווו!וווווווווווווווו!ווווווווווווווווווווווווווו1 Der Sabbat des Jeschiwahbachurs. Die selbstverständlichen Dinge werden unter dem Druck der Zeiten zu einem Problem. Aus der Selbstverständlichkeit des Thoralernens, die früher jung und alt erfüllte, ward in unserer Zeit ein Problem. Aus der Selbst- Verständlichkeit der Sabbatheiligung ist' in unserer Gegenwart ein Problem geworden, das leider nur allzu selten zu gunsten dieser ewigen Idee gelöst wird. 90 Prozent der Großstadtjuden — nur Osteuropa bildet eine Ausnähme — halten leider nicht mehr den Sabbat. Fest und unerschütterlich war bisher aber die Sabbatheiligung des früheren Jeschiwahbachurs. Diese kleine Auslese unserer Jugend, die noch an Jeschiwoth lernt, ist ja nicht nur reich an Thorakenntnissen, sondern auch fest in ihrem Glauben. Der Sabbat war für die kein Problem, sondern die Sehnsucht und die ׳ Erfüllung des Werktages. So hat man zumindest in unseren Kreisen geglaubt und diesen Aktivposten der Orthodoxie mit vollem Mund gepriesen. Rabbi Josef Baumgarten, diesem klugen und zielbewußten Führer der orthodoxen Jugend in Wien, gebührt das Verdienst, darauf aufmerksam gemacht zu haben, daß nunmehr auch der Sabbat des früheren Ieschiwahbachurs problematisch geworden ist. Anläßlich des Festbanketts des Wiener Tiferes-Bachurim-Vereines, der sich die Unter- Stützung jener Wiener Kinder, die an Jeschiwoth lernen, zur Aufgabe gemacht hat, hielt Rabbi Josef Baumgarten eine Ansprache, in welcher er die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf dieses von ihm als brennend bezeichnetc Problem lenkte. Die Wiener Bachurim auf den Jeschiwoth können sieh, sagte'der Redner, nicht ruhig ihrem heiligen Studium widmen, weil, sie die Sorge um ihre . Zukunft schwer bedrückt. Nach ein- oder zweijährigem Studium kehren diese jungen Leute, die Bürgschaft für unser.c Zukunft, die Träger unserer Thoraideale, nach Wien zurück und stehen dann, wenn es nun gilt, sich nach einem Lebense.rwerb umzuschauen,' vor . dem Nichts. Die sabbathaltenden Kaufleute und Gewerbetreibenden zeigen sich oft recht engherzig, wenn diese jungen Leute Beschäftigung suchen. Rabbi Josef Baumgarten forderte in flammenden Worten die Führer des Tifcres Bachurim auf, ganze Arbeit zu leisten, sich nicht allein mit der Unter- Stützung der auf den Jeschiwoth lernenden jungen Leuten zufriedenzugeben, sondern durch die Wiederbelebung des Schomer-Schabbos-Vcrcines dahin zu wirken, daß unsere Wiener Kinder zum Besuch eine Jeschiwah auch dadürch animiert werden, daß sie die Hoffnung haben, nach der Rückkehr aus der Jeschiwah als gute, fromme jüdische Menschen Beschäftigung und Existenz zu finden. Die jüdische ()Öffentlichkeit in Wien, soweit sie von der eminenten Bedeutung des Sabbats durchdrungen ist, wird Rabbi Josef Baumgarten Dank wissen für seine mutigen Worte, denn es gehört Mut dazu, auf diesen wunden Punkt des jüdischen Großstadtlebens hinzuweisen. Ist es ja bei uns fast selbstverständlich geworden, daß die großen sabbathaltenden Firmen geflissentlich die Anstellung von sabbathaltenden Kräften zu vermeiden suchen. Es ist ja nur natürlich, daß auch der sabbathaltendc Chef auf nur vollwertige Arbeitskräfte Anspruch erhebt, aber wir glauben, daß die Behauptung von der Untauglichkeit der sabbathaltenden Kräfte, der man so oft begegnet, in das Reich der ungerechtesten und erbärmlichsten Vorurteile gehört. Es muß eine zielbcwußtc energische Aktion eingeleitet werden, die zum Ziel haben muß, einerseits darauf zu achten, daß jene Arbeitskräfte, die Sabbat halten, das allgemein geforderte Maß an kaufmännischen Kenntnissen sich erwerben, andererseits aber den sabbathaltenden Chefs die moralische Pflicht beibringt, diese Kräfte in ihren Unternehmungen zu beschäftigen. Die ״Jüdische Presse“ wird diese Aktion gerne unterstützen, obwohl wir schon so manche Enttäuschung erlebt haben. Von Jahr zu Jahr versuchen wir, die Aufmerksamkeit der jüdischen ()Öffentlichkeit auf das Sabbatproblem zu lenken. Wir haben versucht, einen Kataster der sabbathaltenden Firmen anzulegen und die Aufnahme in diesen Kataster und seine periodische Veröffentlichung in unserem Blatte^ ganz unentgeltlich vorge- Wien, 2. Dezember. (ITA.) Das heute in ■der Budgefckommission des Parlaments ■behandelte iBudgetteil des . iKonsulatsdienstes sieht einen Posten für ein!Konsulat in!Jeru־ salem vor. Demnach ist :in diesem Jahre, die Errichtung eines Konsulats in Jerusalem zu erwarten.!Es ist nid 11 wahrscheinlich, diaß die ehristlichsozialc Regierung einen Juden als Konsul nach Jerusalem schickt. Die Jüdische Telegraphenagentur hält es somit nicht für wahrscheinlich, daß die christlichsoziale Regierung Oestenrieielhs einen! Juden als Konsul nacll Jerusalem schickt; Nicht in allen!Phasen der Verhandlungen, die sich um die Aktivierung eines österreichischen Konsulats in Jerusalem drehten, war es so ׳unwahrscheinlich, daß eine christlichsoziale Regierung einen Juden als Vertreter nach Jerusalem schickt. Vielmehr war der Entschluß dieser christlichsozialen Regierung, einen Juden als Vizekonsul nach Jerusalem •zu schicken und somit den jüdischen!Interessen in!Palästina Rechnung zu . tragen, fast eine vollendete Tatsache. Plötzlich hat die österreichische Regierung diese Absicht aufgegeben. Dem Präsidium des Zionistischen iLandeskomitees, das beim!Bundeskanzler anfangs des Sommers vorsprach, wurde erklärt, ״daß der zu ernennende Vizekonsul, ein österreichischer staatlicher Beamter, gleichzeitig mit ■der konsularen Jurisdiktion für Aegypten betraut werden soll.“ Diese!Erklärung erregte!in jüdischen Kreisen großes Aufsehen. Wir selbst nahmen in der ״Jüdischen Presse“ (!Nr. 20-21) in einem längeren Artikel zu diesem Problem Stellung und charakterisierten diese Erklärung folgend: Diese offizielle Mitteilung des Zionistischen Landeskomitecs, die sicherlich nicht ohne Wissen des Bundeskanzlers veröffentlicht wurde, ist in dieser Fassung nicht gan!z tibrcbslobtig Wenn ,man sie aus der diiplomatischen VeT!kl1a11!s!u׳li1er׳u1ng!in ein gemeinverständliches Deutsch überträgt, so stellt sie eine Entschuldigung dar, daß die Kandidatur, eines Juden für die Stelle des Vizekonsuls in Jerusalem fallen gelassen wurde. Nachdem die Jurisdiktion dieses Konsulats auoh auf Aegypten sich erstrecken soll, so kommt eiben׳ .nicht minr Palästina, worauf sich das speziell jüdiseihe Interesse konzentrrierlt, in Frage,!sondern auch weitere Gebiete,, *dlie eine jüidilsche Kandidatur nicht rechtfertigen. Daß nun gerade das Zionistische Lamdeskomttee' und das 1z!ionis1bi!sche offizielle Blatt, die ״׳Wiener Morgenzeltung“, der Regierung beim Verzicht auf!eine jüdische Kandidatur sekundieren, 1hat nun! auch nommen. Die Zahl jener, die von diesem Angebot Gebrauch gemacht oder gar zur Ausgestaltung dieses Behelfes sich zur Verfügung gestellt hätten, war beschämend gering. An der Wr. Talmud-Thora-Schule besteht seit drei Jahren ein einjähriger Handelskurs. Durch die Schaffung der ersten jüdischen Schule dieser Art wurde der reiferen jüdischen Jugend die Möglichkeit gegeben, sich einer gründlichen kaufmännischen Ausbildung au einer jüdischen Anstalt zu unterziehen. Man durfte hoffen, daß cs die jüdische Kaufmannschaft als ihre Ehrenpflicht betrachten werde, diese Neugriindung zu fördern und ihre Angestellten dem Schülermaterial dieser Anstalt zu entnehmen. Nichts von alledem. Diese Anstalt fristet kümmerlich ihr Dasein, blüht sehr irn Bescheideuen, und mir der zähe Idealismus all jener, die an ihr wirken, bewahrt sie vor einem schmählichen Zusammenbruch. Wir waren bemüht, auf . einige Tatsachen des ungeheuer schweren Problems hinzuweisen. Wir verkennen durchaus nicht seine große Schwierigkeit noch auch die Aufopferung, welche eine auch nur teilweise Lösung dieses schweren Problems erfordert. Desto größer ist das Verdienst jener, die den Mut haben, .die Selbstgerechten und Selbstzufriedenen ein wenig in ■ihrer Behaglichkeit zu stören, und frisch und mutig zur Tat schreiten. Es handelt sich um die teuersten Güter der jüdischen Gemeinschaft, um die Zukunft unserer Kinder, die an Jeschiwoth lernen, um die Erhaltung des Sabbats, mit der das Schicksal unseres Volkes unlösbar verknüpft ist. P. eine ganz ■merkwürdige Vorgeschichte: Vor einigen Wochen noch hatte die Regierung ernstlich erwogen* Herrn Regierungsmit Kneippel, einen dar weinigen!jüdischen׳ Bennien! des Auswärtigen Amtes, mit der konsularischen Vertretung ׳'n Jeru- ■salem zu betrauen• Hatte doch sein kürzlich erschienenes Wenk ü!be:r ״Juden!und1 Jnidienitiujm ׳von• Iheatie“ das in! der ge-, samten jüdischen Welt mit größter ,Anerkennung aufgenominen wnnridle,, klar gezeigt, daß er wie ׳kaum ein zweiter!die Vorgänge im Judentum objektiv mit klarem Blick verfolgt- Aber kaum war die Kunde von der Kreppelschen Kandidatur aufgetaiicht, als schon die ״Wiener Morgenzeitung“, das zionistische Weltblatt, mit einem Angriff niedrigster Art reagierte. Die Regierung mußte den Eindruck gewinnen, daß die Zionisten den Verzicht auf eine jüdische׳ Kandidatur lieber sehen, als die Ernennung eines nicht ■parteiamtlich geeichten Zionisten. Da die österreichische Regierung sich weder •einen zionistischen Parteikandidaten aufzwingen■ läßt noch angesicBts der Vorgangsweise der Zionisten sicJi innerjüdischen Parteifehden aussetzen will, glaubt sie am!richtigsten m handeln, wenn sie einen österreichischen Beamten nichtjüdischer Konfession mit ihrer Vertretung in Palästina ־ betraut.!Nach, dieser Vorgeschichte ist es tatsächlich nicht wahrscheinlich, daß ein Jude als Vertreter der Österreich!- •sehen ,Regierung nach Jerusalem geschickt wird* aber daran,׳ ׳ist, wie wir glauben, weniger der Umstand schuld, daß die Regierung in Oesterreich christlichzozial ist, als vielmehr die traurige Tatsache, daß d'er parteipolitische Fanatismus der Zionisten keine Grenzen!kennt. ״Zeitgemäßes Chanuka.“ Unter diesem Titel läßt der Redakteur des jüdischen Wochenblattes in Frankfurt a. M. Dr. Ernst Simon seinen ״Umbliak“ über die wichtigsten Ereignisse der jüdischen 1Gegenwart schweifen. Es ist dies selbstverständlich ein ״zeitgemäßes“, allzu zeitgemäßes Chenukabild, das uns hier entrollt wind)׳ Einst in der! Zeiten der Makkabäer, so lauten, zumindest unsere Berichte, zogen de jüdischen!Helden aus, um gegen ,jene zu ■kämpfen, die den Saihbat entweihten und die jüdischen Heiligtümer schändeten. In der •Gegenwart schaut ein zeitgemäßes Chanuka selbst in einem thoratreuen Blatte wesentlich anders aus. Da werden in dem offiziellen Organ der Adhdus, ״Verband Ihoratreuer Juden in Deutschland׳“ idlie gegenwärtigen Kämpfe im Judentum, allerdings vom zionisti- Ein österreichisches Konsulat in Palästina. Die eleganten jüdischen Frauen tragen jetzt mit Vorliebe Othmar Schiffsberal11,1te Mode-Perücken die ebenso geschmackvoll und vornehm, wie leicht im Tragen und Frisieren sind Eine solche Bubi-Perücke kostet je nach Ausführung S 100'.— bis S 160.— Moderne Transformationen mit naturgetreuem Scheitel von S 60.— bis S 90.—. Transformationen ohne Scheitelstrich von S 50.— bis S 70.— Das Reinigen! Wasserfrisieren sowie Reparieren aller Perücken wird übernommen und sorgfältigst ausgefühlt, auch dann, wenn diese nicht & bei uns erzeugt worden sind A", Othmar Schiff! Wien, 1. KfirntnerrlnS 6 Gegenüber dem Hotel ״Bristol“ Telephon Nr. 5162־3־ Verlangen Sie die kostenlose Zusendung unseres Kataloges! SV Wollen Sie gefälligst bei Bestellungen den Vornamen Othmar und die Adresse genau beachten!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.