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Jüdische Presse · 1926-12-03 · 49 (3.12.1926) · p. Seite 333

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
49 (3.12.1926)
Date
1926-12-03
Page
Seite 333 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 40 Eröffnung der fünften Tafauid Thpita; des deutschen Keren :ftathdra. Ö ü •i •s b ׳u r ©. (A|8B.) Wie die Ita Jtfeldet, efäSfnete der •deutsche Keren Hathora am Sonntag den 2L November־׳ in Duisburg seine ,*fünfte Talmud Thora, in י welcher ungefähr 60!Knaben :einen ׳gründlichen (!irdischen . Unterricht durch zwei Lehrkräfte erhalten werden. Aus •diesem Anlaß ׳veranstaltete die ,vMächsike-Hadas“-Vereinigang in :Duisburg eine Feier, bei welcher nach einleitenden Worten des Herrn Zahler ׳Herr Wolf S. Jacobson (Hambürg) namens des ׳Landesdirektoriums die Talmud Thora eföffnete, die Richtlinien darlegte,!nach denen der Keren Häthora seine Schulen leitet und auch diese neue Talmud Thora, durch Herrn Dr. (Max Meyer (iGelsenkirohen) beaufsichtlgt, führen wird. Herr S. Ostersetzter, der für die Oberklassen engagierte ,Lehrer, sprach über die Methode des Unterrichtes in Talmudsohulen׳. Herr iHabbiner Doktor Neumark (begrüßte im ׳Namen des Gemeindevorstandes aufs herzlichste. Vortrag Rabb. Dr. Kohn in Prag. Prag. (AJPB•) Der Vorsitzende des• ׳geschäftsführenden Ausschusses in ,Wien, Rabbiner Dr. Pinchas K 0 h n, sprach am ׳Mittwoch den 24. Noverriber im ׳Jüdischen!Rathaus über das Thema: ״Die geistige 'Verfassung der gegenwärtigen Judenheit.“ Der Vortrag fand im Rahmen der kürzlich gegründeten Ortsgruppe der ׳Agudas Jisroel statt. Am Schlüsse seines mit großem!Beifall aufgenommenen Vortrages richtete.der Redner einen warmen Appell an die sehr :zahlreich erschiene ne n Zuhörer, für die notleidende Jesdhiwoth zu spenden, spenden. Die Aktion für die Lubliner Jeschiwah in Amerika. New York (AJPB).!In der vergangenen Woche fand in Schapira, •hielt am vergangenen Schabbos als!Gast der Seythardim Schul!in Borapark einen Vortrag zugunsten der Lubliner Jeschiwah. Die Synagoge war von andächtigen Zuhörern überfüllt, ■die den׳ Worten!des großen Rabbi lauschten.!Eine ׳nach dem Vortrag eingeleitete ׳Sammlung brachte 3000 Dollar. Die!Sammlung wird fortgesetzt. Vorbereitende Versammlung zur Grundsteinlegung für die Jeschiwah ״Rabbi Jizchok Elchonon“ in New-York. New-Yorik!(AJPB). ׳In der vergangenen Woche fand in New York im Hotel Pennsylvania eins Versammlung von Vertretern von tausend orthodoxen Synagogen statt, in der die letzten Verfügungen ׳zu der am ׳Ghanuka stattfindenden Grundsteinlegung für das eigene Gebäude •der Jeschiwah des Rabbi Jizchok lElohanan ׳getroffen wurden. Bekanntlich sind für den Bau. der nach den neuesten technischen Errungenschaften aufgeführt werden soll, 5 Millionen Dollar veranschlagt worden. Eröffnung einer Mensa für die Mesiwta in Warschau. W a r s c 11 a u 1(AJ1PB). :In der vorigen Woche wurde im Lokal der. Mesiwta in Warschau eine neue große Speisehalle eröffnet, in der täglich die 400 ßachurim, die aus der Provinz an der Jeschiwah!hören, .ausgespeist werden. Oefientliche Einweihung des Sabbats in Bagdad- Bagdad (AJPB). ׳Der Korrespondent des, ״Doar Hajom“ berichtet aus Bagdad, ׳daß der Schabbos durch eingewanderte ׳junge Zionisten, aus /Erez Jisroel öffentlich entweiht wurde. Die Bevölkerung ist hierüber sehr •aufgebracht und sieht sich :in ihren Erwartungen, die sie an den Zuzug ziojiistischer Elemente aus Erez• Jisroel geknüpft ihat, getäuscht. Während bisher öffentliches ׳Rauchen •am Schabbos. oder, öffentliches.... •Trefoessen. unbekannte. .Begriffe waren; scheuen sich die ׳jungen Mitglieder der palästinensischen ״Express“-Gesellschaft nicht, auf oben geschilderte Weise den Schabbos zu entweihen und bekannt zu!machen, daß!ihr Bureau am Sdiäbfbos geöffnet Ist ׳und an diesem Tage auch der Kartenverkauf stattfindet. Bezeichnend für die Auffassung •der nichtjüdischen ׳Bevölkerung!über die Juden, so führt der Korrespondent aus, •ist die Tatsache, daß man •die Juden dort ״Aban el Sabbat“ ,(Schablboskinder) nennt. Errichtung einer jüdischen Gewerbeschule in Subotica. Su :bot! ca ׳(AJ1PB). Die kürzlich hier gegründete Keren!Hadhinuch, eine Zweigorganisation der!Agudas Jisroel, hat •auf Beschluss der ׳Landesorganisation in Su- ׳botica die Errichtung einer jüdischen Gewerbeschule beschlossen. Seitens ׳der Zentralleitung wurde ein größerer Zuschuß •bewilligt und von den ■Mitgliedern •der Vereinigung sind bereits namhafte Beträge eingezahlt worden. Vortrag des deutschen Generals Freiherrn von Schönaich. Wien )(AJPB). Auf Einladung der Keren-Hajessad-Kommission für ׳Oesterreich ׳hielt der als Pazifist ,bekannte General von Schönaich in der vergangenen Woche einen ■Vortrag über Palästina. •Schönaich, der früher an ׳der ©@©1 Bücher |©0© Vereins- und Versammlungsrecht in der Slowakei und Podkarpatska Rus. Wie gründet und teiltet man ©inen Verein, eine V׳ereinigung, eine Aktiengesellschaft oder eine G. m. b. H.? •Welche Rechte!und Pflichten sind mit der Zugehörigkeit ׳zu einem Verein oder mit dem Besitz von Aktien oder Anteilscheinen der Handels-, Erwerbs- ׳und Industr.egese 11sohaftne verbunden? Alle diese ■und ähnnliche Fragen werden! in 1unserem Zeitalter des entwickelten Vereinswesens oft gemug aufgeworfen. Selten jedoch weiß jemand genauen Bescheid darüber. Selbst gewiegte Juristen und •fachkundige ׳Beamte kennen ׳sich in den komplizierten Fragen des Vereinswesens, in den geltenden geset'züchen Bestimmungen' bezüglich der Vereine!und. ׳Gesellschäften nicht aus ׳und geben ungenügende oder falsche Rat- Schläge, die für die solcherart Beratenen Unannehmlichkeiten zur Folge haben. Und in׳ den Fragen der Kultus ge ■me inden herrscht vollends die heilloseste Verwirrung. .Die alten ungarischen Gesetze und Verordnungen sind in der Slowakei und Podkarpatska Rus üm großen und gannzen noch in Kraft, sie haben , jedoch durch die Verfassungsurkunde, das 'Gewerbe-!gesetz, das neue interkonfessionelle Gesetz und zahlreiche Verordnungen und Entscheidungen des Obersten Verwaltungsgerichtshofes in Einzelheiten nicht ׳belanglose ׳Abänderungen und wichtige Interpretationen erfahren. Wie soll aber ein Gemeindevorsteher; odeT Vereinsleiter seine• Agenden klaglos er-!ledigen, wenn es an einem Wegweiser gebricht der ׳;hm über seine Befugnisse' und Pflichten vertrauenswürdigen Aufschluß zu geben vermag? Viel Dank gebührt deshalb den Verfassern eines soeben erschienenen )stattlichen Buches, das diesem allseitig empfundenen Mangel abzuhelfen bestimmt ist. Der Chef der fünften Abteilung im Ministerium für die Slowakei, Dr. Ludwig *) Egyesülös es Gyüiekezes Szlovenszkö 6s Podkarpatska Rus terüteten hatälybann levö jogszabalaei 6s ׳azokra vonatkozö leglontpsabbi Köz!ig, birösägi döptv6nek, II bövitett kiadäs- Farditotta Pr/H. O. 1926 szerzßk kiadäsa• J44 Seiten. jutascpe.gMipe Spitze des »kaisertreuen Offizierskorps stand, hat sich mit Begfinn!der •R^vofutidft der: jDetifokf'ätie• ׳zugeWertdet und;■ interessiert sich seit dieser Zeit lebhaft für die Judenfrage. Aus seinen anregenden ׳Berichten über das Kolonisationswesen und, den Wiederaufbau; Palästinas ist besonders hervorzühöben, daß er das religiöse Problem ׳mit größter Würde ׳behandelte. Im!Gegensatz :zu dei־ in zionistischen Kreisen herrschenden areligiösen Auffassung tritt er für die Wiederherstellung der reinen *Bibeliehre in Palästina ein. •Hebräische Ansprache des Erzbischofs in Wilna. Der Erzbischof von Wilna, Jalbszykawski/empfing bei seinem Besuch in Smorgon eine Abordnung der jüdischen Bürgerschaft, an die er* sich mit einer hebräischen Ansprache wandte. Tod eines 100jährigen Rabbiners ln Tunis. In Goletta , (Tunis) Ist• der Ortsrabhiner Sadani• Üzan, der’&e:t'75 Jahren• sein Rabbineramt versäih,'kurz vor Vollendüiig seines .100tje-5 •bensjäbfes verstorben.' Er hintefläßfc sieben Söhne und Töchter, ־ von denen die jüngste 67 Jahre alt ist, sowie eine sehr große Zahl von Enkelkindern• Die Gemeinde •traf große Vorbereitungen zur Feier seines 100. Geburtstages, als ihn der Tod ereilte. Die Wahlen von Tel-Awiw verschoben. Die Stadtrafswählen von Tel-Awiw sind auf den 6. Dezember verschoben worden. Es sei denn! Gemäß einem Aufruf der Gesellschaft zum Schutze der hebräischen Sprache haben die •Budidruckere:־ Besitzer und Buchdrucker von Tel-Awiw beschlossen, keine Werke in Jiddisch zu drucken, es sei denn, daß solche Werke für den Vertrieb im Ausland bestimmt sind. Das palästinensische Getneindewahlrecht wird nicht abgeändert- Die Palästinaregierung gibt bekannt, daß ■das am 12. Oktober verkündete Gesetz betreffend Wahlen in die ׳C»emeinden unverändert bestehen bleibt. Somit sind alle Abänderungsvcrsch'lägie. die vom Waad Lsumi betreffend Ge- Währung des Wahlrechtes an die Frauen׳ und! Herabsetzung des Wahialters sowie!um Gewährung des Wahlrechtes auch an klein© Steuerzahler ׳unterbreitet worden sind, abgefeimt. Die Agudas Jisreol in Erez Jisreol nlaldlert für eine einheitliche jüdische Front bei den Stadtratswahlen in Jenisaleni. Jerusalem (AJPB). Die Agudas-Jisreol-Örtsgruppe in Jerusalem und ihr Organ, der ״Kol Jisröel“, tritt für die bevorstehenden Stadtratswahlen in Jerusalem 'für die Bildung; einer gemeinsamen Jüdischen!Liste ein, um unter •allen Umständen eine Zersplitterung der jüdischen ■Parteien gegenüber der nichtjüdischen Mehrheit zu vermeiden. Die Frage der ,Neuwahl des palästinensischen Oberrabbinats. Der Rechtsanwalt B. Ben-Aharon in Jerusalem erhob beim Obersten jüdischen Schiedsgericht Einspruch gegen die weitere Amtierung des jetzigen Oberrabbinats, welches seinerzeit für eine Zeitdauer von nur drei Jahren gewählt worden ist; die Funktionsdauer wäre schon im Februar 1924 abgelaufen. ׳Ben-Aharon ׳sandte seinen Einsprach auch in die jüdischen Gemeinderäte von Jerusalem, Jaffa und Haifa, sowie an die Mitglieder;des Obersten Rabbinergerichts. Er forderte, daß die drei Laienräte des Oberrabbinats sofort ihre Posten niederlegen und daß Neuwahlen ausgeschrieben werden. Sir Ronald Storrs verläßt Palästina. Die Vertreter der Presse gaben zu Ehren des scheidenden Gouverneurs van Jerusalem, Sir Ronald i$!t^s,..,der, .sich als Gouverneur nach Cypern begibt, ein Abscfiiedsbaiikefct! 9i׳r Ronald Storrs sagte, er. scheide mit großem Bedauern von seinem geliebten Palästina. Er •habe sich stets bemüht, ein Gleichgewicht zwischen Juden und ,Arabern zu erhalten; das sei die Hauptaufgabe einer palästinensischen Administration. Beginn der Landvermessung in Palästina. Sir Ernest Dowson, der neuernannte Sandesvermessungskommissar, äst in Jerusalem eingetroffen und hat sein Amt bereits angetreten. Die nun eingeleitete Registrierung des Landbesitzes in Palästina, für die, wie der Chefsekretär Colonel Symes jüngst mitteilte, jährlich 50.000' Pfund ausgegeben werden sollen, hat zum Ziel, die gegenwärtig noch nicht geklärten Besitz- und Grenzverhältnisse endgültig festzulegen. Man hofft, daß nach Beendigung der Landvermessungsarbeiten und nach genauer Festlegung der Eigentumsverhältnisse die Durchführung des Artikels 6 des Palästinamandates, wonach ,die Regierung verpflichtet ist, eine zusammenhängende Landansiedlung von. Juden durch Zuteilung von Staats- und Branchland zu fördern, ermöglicht werden wird. \ Politische Fragen in Palästina. Im ״Hajischuw“ Cerno, hat gemeinsam mit Vince Sykora vor •zw׳erj Jahren ein Handbuch ausgear,beitet, welches diese Gegenstände behandelt und jetzt auch in ׳ungarischer Uebersetzung als zweite, wesentlich ׳erweiterte Ausgabe voriiegt.*) Das Buch enthält eine reiche Fülle des Wissenswerten. Beginnend׳ mit dem Abdruck .der auf die Versammlungsfreiheit bezüglichen Paragraphen der Ve r f a s s u n g s u r k ׳u n d e der tschechoslowakischen Republik und den damit zusammenhängenden Verordnungen־ ׳und A-usfühungstoestiimmungen folgen dann in übersichtlicher Ordnung׳ die Gesetze, über die verschiedensten Formen und Kategorien der Vereine, •und Gesellschäften — ■immer •ergänzt mit den wichtigsten Teilen der Ausfiilirungsbestimmungen — angefangen von den Fachgenossenschäften, die im Sinne der Gesetze zur Entgegennahme von Staatsunterstützungen für Arbeitslose berechtigt sind, und Feuerwehrvereinen bis zu ׳den Kültegesellschaften! und! Er- •werbsgesellschaften kompliziertester Art Die Difinitionen der einzelnen Kategorien sind stets scharf und klar, so daß jedermann mit Hilfe dieses Buches ohne Schwierigkeit Einblick gewinnfc in die Fragen des Vereinswesens und Aufklärung findet über die gesetzlichen Bestimmungen bezüglich der Vereine ׳un׳d Genossenschaften, die ihn .interessieren. In zweckmäßiger Welse enthält das Buch (Seite 64 ff.) auch eine übersichtliche Zusammenstel'lung über die Erfordernisse von Vereinssta'tuten, die den Behörden zur Genehmigung vorgelegt werden müssen (Musterstatut), sowüe (Seite 220) die Stempelgebühren und die Gebührenordnung, sofern sie mit dem Vereinswesen Zusammenhängen, und (Seite 2128) Aktenmuster für Vereinsangelgenheiten. Ein ׳besonderes Kapitel (Seite 19 4ff•) beschäftigt steh mit dem V e r ׳s a ni m 1 u n g s ׳r e c h t und den einschlägigen Verordnungen und Entscheidungen, alles Dinge, die ein jeder, der ״im öffentlichen Leben zu tun hat, z 11׳ seinem eigenen Vorteil ajfs genaueste wissen müßte. Für uns Juden sind. speziell von grosser Bedeutung die Gesetze, Verordnungen und ' Verwaltungsgerichtshofsent- Scheidungen bezüglich der׳ Konfessionen und: Re׳l׳izionsgenossens,chaf ten Da ist (Seife 144 ff.) das geltend© ungarische Gesetz vom; Jahne 1895 •über.die Fneältelt d!er!Religionsübung mit! alten dazugehörigem! Ausfiihrungsbestimmimgen ■und (Seite 151 ff.) das neue tschechoslowakische Gesetz! Nr. 96 vom 23. April 1925 ׳betreffend dte gegenseitigen Be- Seite 333 ג (Tel-AwiwLvom tor I. Norm.ätt0 eingehend mit aer Frage des fiir Paiä- .stina geplanten gesetzgebenden Rates. Der Ve?*־ז״ fasser erinnert an die Zeit, wo dieses Problem zum, ersten. Mäle auftauchte und *#ס sder auIemeinfr״>Elttdrttek dahm gibgy däß J u!fce ft zwät nibhf be^ohiefis bbgeistett für dieses Projekt ‘ seien, aber ihm zUZUdtimmfen ־ bereit wären, während der Widerstand der extremen arabischert Kreise das Projekt zum Scheitern brachte, ln der Zwischenzeit aber habe sich die Situation bei den drei in Betracht kommenden Faktoren, Arabern, Engländem und Juden verändert. Bei den Arabern hätten heute die .gemäßigten: Elemente die Oberhand und diese seien '"'bereit, ״die Balfour-Erklärung stillsehWeigbnd zu schlucketL“ Was die •R e gdtfer u n g‘ -atibdftäfei-|scfejhalte sie bfffzielUan ihrem früheren?Standpunkt fest,, und ״habe des-;hdlb auch jüngst *mit den Afabdrn über jhre'Beteiligung ־dn};de«i! :*?S^at^rtnsrfhiacKW^t. ׳"••Afoäf/ dieser Eindruck trüge. In Wirklichkeit sei die Regierung gar nicht mehr an diesem Projekt interessiert. Die Beamtenschaft halte es natürlich für viel bequemer, ohne eine demokratische Aufsichtsinstanz zu regieren. Die Haltung der Juden bestärke die Regierung in ihrer Stellungnahme und ermögliche es ihr, unter Hinweis auf die unklare Haltung der Landesbewohner die Gründung des Gesetzgebenden Rates . immer weiter hinaus zu schieben׳. Was nun die Stellung der J u d e n anbeträfe, So sieht der Verfasser eine sich immer mehr steigende Abneigung gegen das Projekt, während auf arabischer Seite sich gerade das Gegenteil bemerkbar mache. Wohl spreohe man bei uns viel von Demokratie, Autonomie und Ausgleich mit den Arabern, aber in dieser Frage, wo es einmal möglich sei, alle diese schönen Dinge in die Tat nmzusetzen, sehe man die schwersten Bedenken. Man befürchtet, daß eine arabische Majorität in dem zu schaffenden Rat uns die Einwanderung erschweren, ־ der ,hebräischen Sprache den offiziellen Charakter nehmen, uns den Bodenkauf er- •schweren werde. Demgegenüber meint der Verfasser: . ״Wir dürfen keinen Augenblick der Verdächtigung Raum geben, als wäre die Verwirklichung unseres Gedankens verbunden mit ׳dem Bestehen ©'«er antidemokratischen Regierung . . .“ ״In einem Lande, wo zwei gleichberechtigte Nationalitäten wohnen, beschränkt man von vorne herein die Kompetenz des Gesetzgebenden Rates, um das Schaffen solcher Gesetze unmöglich zu machen, beeinträchtigen könnten.“ Auch die Regierungsvertreter weiche die elementaren Rechte eines der beiden Völker würden in der Versammlung Verletzungen des Mandates verhindern׳. Hingegen besteht׳ eiine große Reihe ׳ge-, «!einsamer Aufgaben wirtschaftlicher und kultureller Art, wie etwa Herabsetzung der Oschersteuer, Verwendung der Anleihe, freier Unterricht usw. Der Verfasser schließt damit, daß er betont, wir müßten der Welt beweisen, daß wir in unserem Lande die demokratischen Ideale hochhalten. Eine Anleihe der Palästina-Regierung an die Stadt Tel- Awlw. Die (Palästirna-RegiieTung hat ■der Stadtverwaltung ,der •jiiidäscihen Stadt Tel-Awiw ein Darlehen! iin der ׳Höhe van 50.000 Pfund bewilligt. Eine geheimnisvolle Bombenaffäre in Tel-Awiw. — Zwei Kinder getötet. In dem Hinterhof eines Hauses in: der Kalischerstraße explodierte eine Bombe. Zwei Kinder im Alter von acht und zweieinhalb Jahren wurden getötet» ein junger Mann wurde schwer verletzt. Ein Teil des׳ betreffenden' Hauses wurde zerstört. Ueber die Herkunft der Bombe und die Ursache der Explosion herrscht noch Dunkel. Die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet. Senator Zirelsohn legt sein Mandat nieder. Bukarest,!1• •De׳zetnb1e׳r. Uh der Montagssiitzung dies Senate wiurde ©i!ne Zuschrift des Senators Obberrabbiiier Z i r © 1׳ •s o Ji n ve-riesen. in• weicher er foekaimt&ibt, daß 1er sein Senatsmamldia'fc in Konsequente!seiines Konfliktes 1m׳i׳t dam Senatsprasdidfenten niededlege. Anläßlich seiner Interpalation׳ •in dbr Failik-Affäne richtete lObeirrabhiner Zirelsohn heftige Angriffe!gegen den Antisetmiftamus ׳und verlangte, daß diie Regierung a#e Mittel anwenidien ׳miögei, um de׳r antisemitischen VeirhßÜziuing ein Ende zu 1bereiten. Die ׳Rede des greisen Oberrabbiners wurde von den Guziisten! mit ׳ungeiieurcim Lärm angenommen, iln denselben Sitzung wairde au׳f Vorschlag des ׳Senattspräsidenten Goandla beschlossen, diie Rede Zirelsolhns nidh't;itm Amtehlatt au veröffentlichen. A׳us diesem BeisicMiß bat ׳nun ׳Oberrabbdner Zirelsohn die Konsequenzen!.gezogen. Bei der Abstimiming :üiber Idias Demi'ssi'ansschneiben׳ ZirelsohtiB wurde׳ die Niedsriegung des Mandats ׳mit 80 gegen •17 Stimmen zur Kenntnis!genommen.. 1Ziehungen der ׳einzelnen Konfessionen (das sogenannte ,,Interkonfessionelle Gesetz“) veröffentlicht. Das . S t a tu t• der ׳autorth. isr. Landesorgan.i׳s׳at!;o׳n ist im Wort- ׳laut aufgenommen (Seite 162 ff.). Sehr wichtig ist die •in diesem Buche (Seite 176 ff.) zum Abdruck gelangte, ׳in weiten jüdischen Kreisen• noch nicht־ genügend bekannte Entscheidung des Obersten VenwaWungsgerichtshofes, wonach das' orthodoxe Lamdesstatut Gesetzeskraft ׳besitzt und ■alle mi!t diesem Statut in Wider- Spruch sehenden früheren Verordnungen als. außer Kraft ge- •setzt zu betrachten ,sind. Von allgemeinem jüdischen Interesse sind auch die ׳(Seite 1<80 ff.) abgedruckten ministeriellen Ver- Ordnungen bezüglich der Beziehungen der •jüdischen Gemeinden zu den Mat!r ikenäm ter n, der Kul tu׳sste ue r u. a. m. Wir gehen wohl kaum fehl, wenn wir annehmen, daß das innere Leben der jüdischen Gemeinden viel geregelter wäre und manche Zwistigkeit sicherlich vermieden werden könnte, wenn die ehrenamtlichen und beamteten Funktionäre der Gemeinden und die verschiedenen VeTeinsleiter von der R e c •h t s b e 1 e h r u n g, die ihnen in diesem Handbuch in!dichtverständlicher Sprache geboten wird, reichen Gebrauch machen würden. . Duellenverzeiohnis und alphabetisches Register (das wir ni der nächsten Auflage zu erweiternn empfehlen) erleichtern die Benützung des auch buchtechnisch gut ausgestatteten Buches, das in weitesten Kreisen verbreitet werden sollte**) B. **) Das Buch ist auch durch die Administration der ״Jüdischen Presse“ in Bratislava zum Preise van tsch. K 38.— (ausser Porto) zu bestellen. Eln|ährl1׳er Hanoelikur» Wiener ElHlShrlger Handelstur» . Talmud -Thora ■ Schulverein Volksind Bd׳ga׳S(M für Knaöan und MSdafian Wien, ll., Malzgasse 16 Oest Postspark.-Kto. 182.169 Spendet f81* dag dltesie und grösste jödisohe Schulwerk Wiens I

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