Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 49 (3.12.1926)
- Date
- 1926-12-03
- Page
- Seite 332 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 332 JÜDISCHE PRESSE Ny 49 Seit Vielen Jahren das an• erkannt beste נשמודליכט ׳י••**** פ < 55״י״• ןזל\«** 3 SHI fWlKW^t t *•׳!* Man achte auf die ges. gesch. Marke ״Hygien. Königslicht“ u. Name Schulz. Fabrik und Bureau: XIV., Braunhirschengasse 3 UfeHSStfl 1JsSÄaSisl כשי Fleisch u. Geflügel unter Aufsicht der עדת ישראל (Schiffschul). Selchwaren aus der Fabrik Gabriel Fischer wie sämtliche Weine und Spezereiwaren כשף• 91• Bcfc£rlingr, Wien, IX., Liechtensteinstrasse Nr. 117 Telephon 11-6-82/ — Jede Bestellung wird telephonisch 9nt־ gegengenommen und sofort ins Haus zugestellt. Chanuka-Aktion des Keren Hathora. Die Keren iHathora-Zentr^e hat beschlossen — wie bereits berichtet — eine großzügige Chanuka-Aktion In alten europäischen Ländern durchzuiühren. Zu Lesern Zwecke wurde eine spezielle Broschüre herausgegeben, ferner erließ die Keren Hathora-Zentrale folgenden Aufruf: Chanuka bedeutet: Feier und Gedächtnis des Sieges jüdischen Geistes über äußere Kraft und Macht. Jüdischer Geist, das ist Thora, Thora als Lebensform und Weltanschauung. Chanuka feiern bedeutet, sich bekennen zum jüdischen Geist,: sich bekennen zur Thora. Bekenntnis muß betätig werden. Dazu ruft der Keren Hathora auf! Bekennt Euch am Siegesfest des jüdischen Geistes zur Thora durch eifriges, unermüdlichs ״Lernen“, durch Unterstützung aller thorafördernden und erhaltenden Anstalten, Lehrenden und Lernenden bekundet Ihr Eure Sympathie durch Eure Leistung an den Keren Hathora. Das Licht des Chanuka sporne Euch in Eurer Sorge für das Licht der Thora! Gebet reichlich und freudig und feiert dadurch ein recht fröhliches Chanukafest! Dr. Deutsdhländer!gelang es, nuit!ihren .sacMidieri Ausführungen ־warme Sympathie für die güte׳ Sache 0u erwecken!. Kultmispräsi־ dent, Herr B׳na׳un Wie die ׳Herren Lackenbaclher ■und Affemkraut haben im!Namen ■der Versammieil'ten das. Vierspreidien! albgeigeiben, eifrig für .die TlioraMiranstialtert ׳zu sammein. Dis Aktion ,is׳t :bereits!mit!gutem Erfolg eingeteitet worden. Ausbau der Aguda in Antwerpen. Die organisatorischen Erfolge der Bropaganidlatätigkeiib •des Delegierten! dies Wiener Zentraixireaus, des Hemm.׳ Dr. PoMlaok. to Antwerpen, zeigen sich!erst jetzt •in ihrem vollen׳ Umfange. Es gelang, in Ausführung der dajmaijiigeri. Besdiüsss, ein ■ständiges Sekretariat;zu schaffen• Zur Leitung dieseis neugieschaffenen Sekretariats ha׳t ׳das Wiener Zenitrailibureaiu!der Aguda auf Einlladiuing der Antwerpener -Landeszentrale Eierrn S. Schönf eld, den ibisherugen ■Redakteur des wHaderech“,, deteglert. He׳r1m Schönf eild, der ,׳in■ Wien nebst seinem'ipulbiiiiziistiischen ,Beruf eine ׳überaus eifrige iPropaganidia- ■und Vortragstätigkeit entfaltet hat), ׳wird׳ ׳es■ sicherlich gelingen, die!bescheidenen Anfänge einer systematischen׳ und energischen Agudaarbelt!in Antwerpen zu einem überragenden Mittelpunkt der 1Bewegung in Westeuropa auszubaueru. Abschiedsfeier. Im Beith-ausvereiin ,jBukur Qhaiirh“, XX-, Tteustraiße 7, ׳fand anläßlich der Uiebersiedlung des Vorstandsmitgilieidfös. Herrn Joseir Lern!er. nach Amerika eine intime Ab'9dhi!adsfei1er statt. Der!Gesamtvorstand mit dem Vfizeobmann Jakdb Schaffer an!diar Spitze, wie auch .zahlreiche Freunde des Amerikaiwanderers, versammelten sieh מוצאי שבת 0׳ ו י ש ב!!m Bethause, um l!m Rahmen einer Meilava Malko von Herrn Lenmar Abschied izu ׳nehmen. Die (Herren J. Schaffer, I. BiieiUer. Stoltzberg, entboten in iormvolendleten Ansprachen den Abschiedsgruß der Freunde an Herrn Lerner, der dann selbst ׳in einigen Worten für d״e ' herzliche ׳Ehrung dankte• Preisregulierung in der ״Einheit“, IL. Malzgasse 12. E)iese nmn e'nziga ׳jüdische Votiksküdhe ist m־o״z der schweren Lag©,!in der sie׳ sich befindet,׳ beflissen, möglichst vielen Gästen beste1 Mahlzeiten •in! gefälligster Art zu!bieten. •Die ״jEiiniheit“ hat!stets den Bedürfnissen! der, ■Jüdischkek Rechnung getragen'und auf die Verhältnisse des arbeitenden!'Marines!und der Angestellten größte Rücksicht genommen״׳!Wir halben bekdnhtiich■'!zwei Adsspeiisiäg'en. e 1 נ׳b & M i •t t e 1 s •t a n di s k ü c h e fehle in keinem Hause! 1, >»י8למ/ל^י5 י־־זודח ׳^אנמידיפו שמים יאיץ , 11 11 ״ וו | Wäre die Thora nicto- M fl Hinmiel und Sr de 1I |l| hätlenkeinen 1 1 | | Bestand I mm Bestellung beim Landesvorstand oder direkt bei der Zentrale, Wien, II., Leopöldsgasse 26 1 im ■ersten Stock und׳ eine, allgemeine Ausspeisung im Parterre. •Fü r die MIttelstandsküclhe ׳ geJtÄih folg eit de Pr ׳eise: Suppe, Gemüse ׳nhdi Mehlpeise S —.50, Suippe, Fleisch. ׳Gemüse ׳und Mehlspeise S —9!5, eine Fleisch- Portion S —50, ein Wodienabcnnement. ibestdfönd aus Sjppe, Fiteisch, Oetpüsfe und Mehlspeise an a'eben Tagen 56— pro Woche», d. i. S —.86 pro Tag. Für die Eiläg e meide Aus speis«,mg: Suppe, Gemüse S —•25, Suppe, Gemüse 1®a Mehlspeise S —•43, Mehlspeise aiein S —.18, Fleisch allein S —50. Möge es dem Vorstände der .Einheit“ vergönn‘ sein, allen׳ ׳Bedürftigen izu helfen ‘und sie ׳zu erfreuen! Rabbiner M. Kasher, Jerusalem — nach Amerika abgereist. Rabbiner (M. iKasher. ׳dlar gelehrte Verfasser des groß angelegten, bis zur Drucklegung gediehenen Welkes ״Thora Sch’iamo“, «begab sich auf Einladung des orih. Rabbinerverbände® nach Amerika. Der amerikanische Rabbinerverbahd w‘i'1 gemeinsam mit Rabbiner M. Kasher die Drucklegung obgenannten Werkes, dössen, Erscheinen ein großes Ereign's in der jüdisch-wissenschaftlidien Welt der!Gegenwart bedeuten soll, in di!e Wege: liierten. . ״'"■■׳ Budapest. Der hier־ zu ,Besuch seines ehrw. Vaters weilende Rabbiner Samuel Reich aus Verbö wurde vom "Vorstände der Tiferesz Bachurim mit der Abhaltung einer Derascha ibeefirfc. Die Räume des 1 •iieresz Bacbiirim-Vereines erwiesen sich als viel zu eng, am ׳alle fassen izu können, aie ge- ׳kommen s‘nd, um den berülimten Redner zu ,hören. Mit gewohnter Meisterschaft erledigte der ׳ehrw:. ׳Gast seine Aufgabe Die Massen, die 'herbeigeströmt waren, um seinen Worten zu lauschen, hatten d׳as •Bewußtsein, einen einzigartigen עונג שבת mlterlebt zu haben. Gast-Droschoh in Papa. Letzten Sabbat hat •unsere Gemeinde ln ׳dlar Person des Herrn, Rabbiner Salomon W •i d ׳e r, Schwiegersohn des NyJregyhäzaer orth. Oberrabbiners, einen i’jlustren• Gast gehabt. ׳Aut' Ansuchen des Vorstandes hielt der hochgelehrte Gast •i!m großen ßeth Bamidrasdi (Schiur Chewra) ©ine groß angelegte Chanilfus- und Megidus-Dro^choh. Ausbau der Agudaorganisaition in!Holland. Winterswelke ׳(AJPß). Sonntag, den 16. Giesabwan, fand in iWintersweike ׳die Gründung einer ׳Ortsgruppe statt. An der gründenden 'Versammlung haben auch ׳die ׳umliegenden Gemeinden ׳Aalton und Dimporlo teilgenommen. ,Im überfüllten Saale hielt ,der Präsident der Landesorganisation, Oberrabbiner ,Hirsch ,(Zwolle), ein!zweistündiges ■Referat über die Notwendigkeit und Aufgabe der Aguda. ’Nach der Rede fand eine lebhafte Diskussion statt, worauf die Gründung der Ortsgruppe stattfand.!Eine!Sammlung für Keren iHathora bildete den würdigen Abschluß der Versammlung. An der Spitze der Ortsgruppe stehen die!Herren Lehrer Schüler und I. •Gans. Am 8. Kislew fand in Zwolle eine Propaganda- Versammlung unter Leitung des Lehrers A. Frank statt, bei welcher!Gelegenheit der ■bekannte Führer, Herr 'M. van Geldern •aus!Groningen, eine großangetegte Rede hielt• Nach Herrn van Geldern sprach Olberrabbiner Hirsch, der ׳in!meisterhafter Weise verstand, die aktuellen Aguda- Probleme ׳zu!beleuchten. ׳Nach der Versammlung wurde beschlossen, einen ständigen Agudaschiur unter der Leitung des Olberraibbiners!Hirsch ,zu organisieren. Die Piotrokower Kehllla spendet für den Keren Hajischuw.• P i o t r 0 k o w (1AJP1B). Auf der in der ,vorigen Woche stattgehabten Gemeindeverwaltungssitzuing wurde ■beschlossen, ■in das Budget für das ׳Jahr •1927 einen •Unter- Stützungsfonds von 500 Zloty ׳für den Keren Hajischuw und 100 •Zloty ■für die orthodoxe ׳Arbeitsgemeinschaft in ׳Erez Jisroel ׳aufzunehmen.! Neu eröffnet! {HeraiLDaH-Fnseor-Salon ״Ivonne“ | Spezialist in Dauerwellen, Färben, Wasserwellen und samt- I liehen Haararbeiten, nach dem moüersten Stil ausgeführt. | Sehr zivile »-reise. J Wien, II., Lilienbrunng. 3. (Heben Botel Dianahad.) Tel. 45-704. hül'tem Haupte undl mit Sdtmeuzenisgeschreii ׳ihre Kinder begleiteten, und!am Altar!gegen diese unmenschliche ]Gewälttaufe pro!t1es׳ffi׳erten. Ich habe noch ׳anderes unaussprechlich Grausiges gesehen,!daß iifm׳eri'1zugeffügt wurde. Vielte Christen!konnten sich den tränen und dism Jammer d!er gebrochenen! Eltern nicht entziehen׳ und: verbargen die Kinder ■trotz der schwersten Strafen,!diie auf!etwaigen Beistand!׳mnid׳!ingend welche!!Hilfe für. die'Juden gesetzt waren!. Diie anderen getauften׳ Kinder, diie chnistildhe Namen erhielten, waindien ■in verschiedene Städite \׳erschletppt und׳ chrtetlich ׳erzogen. So verairflaßte diie gewalt- Käme Tauifie ,ihrer Liebsten,, viele Huinidlerte von׳ Jjudien ,zum Christentum, überzutretesi, um!mit ׳ihren• Kiinidem beisammenbj׳eilben z׳u können• Das genügte׳ aber dem herzlosen Mbnarahen nicht; er wollte nicht,׳ idiaß die Juden auswandem. gesthwöige ■denn!, daß!sie als Juden i!m Landie ib&ieben. Aber die Frist!zur ,Auswanderung ׳kam immer •näher umd! da entschloß sich׳ ,!der Mach'thaber ׳zu einem Gewaltsbreldi. ׳Manuell bestimmte ׳jetzt Lissabon als ■ etiimzigen Au!s1wan.derer,halfen; dortbin strömten alle J׳u׳den izusamimen. Die Behörden wurden angewiesen,■ die Auswanderung faktisch unmiöglidi mu!machen und als!der Oktober herangekommen war. befand Biidh die Judemsd«t dies Landes ׳in der Hand des Unnnensdien. Er ließ sie wie das Vieh׳!in ein Konzentrationslager sperren und ihnen mitteilen, daß ide ijettzt alte nach U!ebe׳rschre׳i׳tung der Auswanderimgs fri׳st seine Sklaven wären und er mit (ihnen nach seiimam' ,Belieben verfahren׳ könnei. Er forderte &i׳e nun auf, ■das Christentum anzunelhmen. und׳ als!die große Mehrzahl der Unglücklichen stendhaft blieb,!entzog er ihnen drei Tage und Nächte Speise!und Trank. Auch dieses Mittel bewährte sich schlecht, idla die meisten׳, von!ei׳n!er!solchen Religion der Liebe, ׳deren!Bekenner gegen Andiersgjläuibige׳ so verfuhr, nichts wissen wollten. Da ließ Manuel ׳Gewalt gegendie Widerstrebenden an wenden׳ und wer es nicht voitzog, Hand׳ aiu sich, zu legen, sich vom Fenster zu׳ stürzen oder in den tiefen Brunnen zu werfen, wurde an, ,den Haaren ׳zur Taufe!in die Kirche geschleppt. So halte nun! Manuel seine Absicht erreicht: In Portugal hatte jeder Glau1be11su׳n1terschied dufgehört und nur d|e wen׳igjsten! Huden waren! mit ijhpem׳ Giaubjen Idavongekommen׳■ (Fortsetzung folgt.) Der letzte Akt einer Famtlientragödie. Die einst so •gefeierte und umworbenb Tochter iMpriz Wahrmanns1 ist, wie die ungarisahen Blätter berichteten, arm und verlassen gestorben. Der letzte Akt der Tragödie einer Familie,!deren Name unlösbar!mit so ,vielen, ehrwürdigen und ruhmreichen «Gestalten des Judentums verknüpft ist, ״hat ln den weitesten׳ ,jüdischen Kreisen nicht allein wehmütige Erinnerungen geweckt, sondern auch Anlaß zu schmerzlichen!Betrachtungen gegeben. Mit dem Namen Wahrmann erwacht׳, ׳die Erinnerung an e!:n Geschlecht, •das eine!Reihe durch tiefe Frömmigkeit und ׳große Gelehrsamkeit ausgezeichnete!Männer dem Judentum schenkte,!darunter auch solche,!die!mit!ihren ■Wissenschaftliehen Arbeiten eine wertvolle Bereicherung der!jüdischen Literatur!boten. Träger dieses Namens, deren'!ganzes Leben dem Thorastudium lind der treuen Pflege der ijüdisehen Tradition gewidmet war, ׳.zierten die Rabbinatssitze der angesehensten!Gemeinden; dem Rabbi Juda Wahr-!mann, der 1826 als allgemein verehrter Budapester Oberrabbiner starb, folgte im Amte der in seinem Geiste lebende und verdienstvoll ׳winkende Rabbi!Israel Wahrmann. Auch dessen Sohn ׳Moritz Wahrmann, der im Jahre 1872 verstorbene Präsident der!Budapester Gemeinde, hat, auch als er -im politischen und •wirtschaftlichen Leben Ungarns eine •der hervorragendsten ׳Rollen spielte, als Freund und!Berater der leitenden Staatsmänner!eine viel-!beneidete Stellung erlangt hatte, niemals die Treiie ׳zu seiner Religion, den Stolz1 auf‘ die Abstammung von den gelehrten *Rabbinern verleugnet Aber was wurden die •Kinder dieses Abkömmlings so frommer ׳Gelehrter, . thofatreuer Ahnen? Kaum 'hatte Moritz Wahrmann, der Präsident der jüdischen Gemeinde, ׳die Augen geschlossen, als •seine beiden Söhne, dem Beispiele der einzigen Schwester folgend, sich beeilten, den Glauben ihres Vaters abzuschwören, ׳u׳m einem, durch keinerlei pietätvolle!Hemmungen gestörtes, ׳kavaiiermäßiges •Leben des!Genusses zu fröhnen. Noch war das Trauerjahr nach ׳dem Tode des Vaters nicht ganz abgelaufen und die Kinder Wahrmanns überließen es bei -der Jahrzeit armen Waisenkindern, das Kadisch zu sagen, das sich den Lippen• der :Qetauften nicht mehr entringen!mochte. Mit der Treue für. die Religion •der Ahnen war ihnen auch jedes •Gefühl der Pietät u!nd der Scham verloren gegangen. Die Abtrünnigen hattenn sich mcit der jüdischen Pietät auch der Pflicht der Dankbarkeit entschlagen, die sie — abgesehen' ־ vom menschlichen Ge-!fühl — doppelt dem Vater schuldeten, der ihnen einen glanzvollen, berühmten Namen) und ehrenvoll erworbene Reichtümer hinterlassen, ׳die ihnen ein!Leben der Sorglosigkelt ׳und Teicher c1rdis9her Freuden ,ermöglichten״ Wer leichten Herzens seinen Glauben von sich wirft, dem •wird es gar Oft auch leicht, Liebe und Pietät für die Eltern zu ,überwinden. Welch furchtbare Mahnung für!jüdische Eltern, die an diesem!Beispiel wieder einmal erkennen!müßten, wie unsäglich wertvoll die Pflege des religiösen Gefühles bei׳ den Kindern auch,, auf deren ethische Gesinnung wirkt. י' ׳ Wie leichtfertig, wie töricht hatten die zwei Söhne Moritz Wahrmaims .mit dem Glauben!ihres Vaters auch dessen׳ Anschauungen über die sittlichen ׳Pflichten[ eines mit, nützlicher' Arbeit, ausgefüllten . Lebens über •Bord geworfen und ׳dafür ein Dasein von rauschenden und iberauschenden׳!Genüssen eingetauscht. In!der Jagd nach den allzu teuer!bezahlten Freuden schmolzen den Söhnen ׳die von den Vätern erarbeiteten •Reiahtümer gar rasch durch ׳die Finger, die so fleißig beim Kartenspiel' beschäftigt waren. Die Söhne Moritz Wahrmanns •starben früh, nachd׳em sie alles veingeu/dlet haben,!was säe vorn Vater׳• ererbt hatten. Aber sie . hatten ■genug lang gelebt, ■um die letzten Lebensjahre des grarngebeugten Vaters zu verbittern, genug lange, ׳um ׳ihm die bange, quälende Ahnung aufzudrängen, daß sie nur den Moment albwarten, wo er die Augen!geschlossen, u׳m der Religion!ihrer Väter den Rücken zu!kehren. Und nicht anders als die Söhne des •armen׳, reichen Vaters war die einzige Tochter. Den Trost über den Tod des Vaters suchte sie ungesäumt in der Scheidung vom jüdischen!Gatten und in der Taufe, die ihr die Pforten!zu. neuen Gesellschaftskreisen eröffnete. ׳Gleich der Tochter Moses Men-delsohns, die ׳nach ׳dem Tode ihres Vaters, ׳den ehrenhaften, ׳in den reinen Sitten des jüdischen Familienheims sein Glück!und seine Befriedigung suchenden Gatten ׳verließ, um sich einem Schlegel in die Arme zu werfen, der pietistisclhe. Aiürenj mi׳t dtor Dichtung ekics Romanes zu vereinigen wußte, in der die freigeistige Schamlosigkeit ihre vollsten Triumphe feiert, so flüchtete sich auch Moritz, Wahrmanns Tochter in christliche Arme. Sie kündigte bald auch dem zweiten Gatten die Liebe, ließ sich aber dann auch vom dritten scheiden, u׳m sich mit den ererbten ״jüdischen“ Reichtümern ein Leben nach eigenem Behagen einzurichten. Aber, als ob ein gerechtes Schicksal sie auch von dieser letzten ״jüdischen“ Erinnerung!befreien wollte, es kommt die Zeit, wo die vom Alter gebrochene, u!m ihre Hoffnungen und Illusionen betrogene Frau, verarmt und schier -ganz verlassen stirbt. So endet der letzte Akt einer Familientragödie, die vom allgemein menschlichen Standpunkte lehrreich, für Juden noch ganz besondere Mahnungen und Warnungen enthält. Sie brauchen wohl nicht erst des langen und breiten auseinandergesetzti werden, sie drängen sich von selbst jedem auf, der nicht absichtlich die Augen zudrückt, u!m nicht zu sehen, und sich die Ohren verstopft, um nicht zu hören.L. N. »penctet für den