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Jüdische Presse · 1926-12-03 · 49 (3.12.1926) · p. Seite 331

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
49 (3.12.1926)
Date
1926-12-03
Page
Seite 331 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 49 ... . . . .. ....... JÜDISCHE PRESSE Seite 331 o ־ Telephon 7426*2״ Telephon 7426יי2יי Wien» I., Graben 12 demVfattnerhof) Diese neueröffnete, grösste und modernste Werkstätte, für Haararbeiten u. Schöiiheitspflege erzeugt Perücken, Scheitel u. Transformationen, für deren allererste Qualität der internationale Meister Karl Schirokg *eder Dame persönlich haftet. Unsere Einführungspreise sind sensationell *»■יי*«*! Ein unverbindlicher Besuch zeigt Ihnen die schönsten Bubiperäicken . . von S 75 aufw. die schönsten Transformationen von S 35 aufw. dieselben mit Scheitel .... von S 45 aufw. und werden Ihnen für Reinigen, Wasserwellen u. Reparieren Ihrer alten Perücken die billigsten Preise berechnet. Wir färben auch Ihr Haar auf jede gewünschte Farbe mit Original Henne und dauerweilen dasselbe, nach dem aller־ neuesten Mayerschen Verfahren unter ied־ weder Garantie. Ein Versuch wird Sie überzeugen und Sie dem 9 Wien, D.y GRABEN 12, Tel. 74-2-26 , zur ständigen Kunde machen. i e I S o 1 § § o 10 maicJi'eni )daß er izumindestens* da!s!Kadiisaiigebet; ־verrichten! kam ... Es. wäre ein!Irrtum, zu glauben/, daß damit die Aufgaben eines Sdhames erschöpft sind־. Er bat noch dlie wahrlich nicht leichte Pfiiichit, diiis MitgSiedsbeiträge nind die Schnöderge'lider eürmilhelbsn. Die reiche Erfahrung, die er auf diesen Gängen auf dem 1Gebiete genauer Menschenkenntnis sammeln kam, ist. die wohl verdiente Beigabe zu der kärglichen Provision, die eir für diese dllerschweirste Arbeit erhält. ' Die monjaitlichen!Gesaunteinnahmen!eines solidien Saham׳es, der )zumeist noch •;zu ׳jen'en altväterlichen ׳Menschen gehört, bei! welchen der;Kindersegen noch. kein. Gegcimstenid!äugenefcischier Raisomemenis odbr sozialer Indikation ist. beträgt in der Regel etwa 100 . ScIÄngi. vielleicht auch ■in dem eünenl oder ■anderen! Falle ׳eine' Kleinigkeit •mehr.;Ein Sdhames!in• Wien!, der es auf 200 Schilling bei׳ ■seinem Bethause gebracht hat,' 1dlii,rfif1e eine ׳Rairiität darsteHen. Die nächste Stufe auf der Laitier des Beamte n׳s׳fcandtes eines,.!Bebhaasrv^^ ’ Qhasan ein. Ist der Sdhames zumeist' ciineir,' der iiääi' •dem' Zusammenbruch' einer .‘eHtoöterf. Existenz diesen!Beruf, ergreift, so ist der Chasan. gerade im Gegensatz dazu, :zumeist ein junger Mann׳, der sein Glück ■erst in einem Meinen• ßethaiusverein versucht, and man maß gesiteheti. daß!man sehr oft Gelegenheit hat. in kleinen Wiener Betihäußvereiiherl •junge :. C'hasanlm anziitrefien!. , die;, in ihrer Kehife einen ■Schatz bergen. Die :meisten besitzen auch den nötigen Ernst, angestrengt!und fleißig an!. der eigenen Vervdilkömmniung und imuisikailiisaten Ausbildung ■au- •arbeiten. Der Chasan hat,!in der Regel mur am Sabbat unidi' ah. Feiertagen Irantoraie Funktionen. Die ’!Besoldung. ist, wenn er auch nur S 100 bis 150 monatlich etihält, im Vergleich zu den Leistungen nidit ata schlecht izli. bezeichnen• An sich ist aber dtese Summe so geringfügig; •daß ein ■shlldi . jünger - Chasan dringend! nadi einer NsbenbesdiäftögtMg ■Umschau halten -muß. die׳ sich in Wien nicht so gerade feidht :n’: einer einem Chasan passenden Form -bietet. Um e'ne. Famfiiie zu 1gründet! daran kan׳ er nur ,in den 1!1e?t־ensten Fällen denken- Oer oft aufgeizwuiigene Müßiggang während der sechs Wochentage. die Unmöglichkeit, eine Ehe einzugeben, ,haben sdiön viele talentierte junge Chasanim, die״dis ernste religiöse' Menschen ihre Laufbahn be- ׳gönne 11■!halben, ■ins Unglück ׳gestürzt.!Ungefähr ein viertel Teil tdier Wiener Bethausvefeine gönt •sich den 1״Luxus“, einen . eigenen Vierelnsrabbiiner zu halten. Das *Schicksal dieser Männer ■ist ein Kapitel für sieh, im ijugen-d'Üchen ׳Alter, getragen ׳von idealen Hoffnungen, beg&men!a'e ihre /Wirksamkeit in Wien an! •einem kleinen ■Bet- 1hausverein. 1 Ah jedem Sch,ab1bos halfen sie einen Me׳gidu׳ti1vortra®, ׳zumeist ,lernen sie anidr imargen-s und abends ■.mit iden ständigen Belhaiw.-ibesudiern, deren Zahl zwisdien 16 :bis 30 schwankt Die ewigen Schätize unserer religiösen ,Kultur werden hier dem Großstadtjuden ‘n leichtverständliclhcr Form dargeboten. ,Für viel Begeisterung ■und anstrengende Tätigkeit wird der Vereinsrabbiner im Anfang mit S 75 bis 100!10110rlert undi er kann es! auf S 150, manchmal sogar auf S 200 iitn Monat bringen. Da irniib dieser Summe heutzutage nicht einmal ein •Rabbiner existieren kann, :ist der Wiener Bethausrabbiner bemüß-igit, eine •Nebenbeschäftigung . aufzundunen, etwa als Pnivatlehrer oder als..!Lehrer an Religionsschulen. Wenn,!es iso dem Vereinsrabbiner gelingt, den ganzen Tag!mit Unterrichtsstunden austzufüMen, so,,, ,hat er gerade das Nötigste, um seine Familie! zu erhalten. Bis es aber idicir Vereiusrabbiner soweit gebracht hat, daß ׳er das kärgliche!Exustenizmlinimurn für seine Familie beschaffen kanni, ist er aus ׳einem Rabbiner, auis einem zur Führung seiner .Glaubensgenossen berufenen Lehrer, ein■ geknickter Tagüölhmer ׳geworden- Von •einer Verttefung und Bereicherung sei nie r Kenntnisse, van ■einer Entfaltung s ■ג Vier Fähigkeiten kann nicht mehr di׳e Rede sein. SiOJO 11- Crspe S8H1, la Qialität . S 1150 K!sid9rf11rsmt . S 9.10 S!!i1a«1M . S119 M -ftite-ftiwr-tliilfira di« neuesten Dessins die neuesten Farben die billigsten Preise bei © ilM! ■Vien ן VII. Neubau*!fasse' 10. ■dktfdMMataaa So list ungefähr das •inniere (Leiben des Befchausvereimes und idite Ab,beit ihrer Fumktiomäire beschaffen- Die Befliausvereine haben mit dbr!Entwicklung der Zeit nidit Schritt gehalben. Sie haben es noch nicht verstanden, sich ׳eine ׳feste gemeinsame ,Organisation zu!gaben, die mächtig• genug wäre, •die Interessen der einzelnen Vereine zu schützen und ihre Lebenslage au verbessern. Die Schaffung einer derartigen Organisation.׳ wäre ■auch nötig, uifn :die Aufmerksamkeit der Kultusgemeünde' auf die!traurige ■-1Lage!!der IBethausvereiae izu Iieniken. Die Wiener Kuiltusgemeinde betrachtet sich ja vornehmlieh ׳als Kuiltiusge m'eilnide. •Aber -ihr geringes (Ihtenesse für die wichtigen kuttuellen Bedürfnisse der Wiener J!ud:e.n׳, •diie noch in Wahrheit an! dem׳ jüdischen Kultus hängen', ma-oht• diesem!Namen wenig Ehre. -Die Ku41sgeme;u!de subventioniert zuweilen diese Betlhausvereine. Man muß schon: ein Wiener sein,, ein• Wiener1 des ׳F0:r(1wu1r!s1ba1ns/'u1m begreifen zu können, warum die Kuiltusigemiainidß durch die Art und die .,Höhe“ der ■ Subventionen auch noch!ihren. Teiiil ,dazu! beiträgt, daß mm die Angelegenheit der, Wiener Bethausvereine nur noch, vom Standpunkt des ״iSchmorrertiuims“ betrachtet werden kann. Die Wiener; Bethausivefrelne sirndj ©in! Akbivposben! des religiösen Lebens in Wien. Es gehört. zum tragischen Schicksal des Wiener Judentums!,. daß seine verantwortlichen Fühner, die Vorsteher dlsr israelitischen ■Kultasgemeinde. so wenig Verständnis ׳für׳ die Stärkung dieser .Bollwerke das ,,in, der Großstadt: so• schwer gefährdet!en reljgipsett Lebens haben und daß, sie 'sich hiö׳chs׳tens - ׳dazu aulfchwirigeh können■, sie durch ׳eine , Zuwendung von sage S 50 •bis'200 .׳monatlich ■zu ,,subvenbionie re n“. Die Kultusgemeinde scheint ihre Subventionen nach den an den Wiener ׳Befthaju1svere);1n׳e!n. iibilidren iGehalltsäüzen d׳er •Schamosäm, Chasoniian und V׳eneh1s׳rabb:ner 1?u bestimmen• ■ Und diese. wunderbane Anpassungsfähigkeit des KaiitusVorstandes; an die bestehenden Verhältnisse macht ihn mitschuldig .an •dem öebel, das fähige, begeisterte, •arbeitsame Diener G-tbss in zermürbte :Knechte von Menschen verwandelt werden•. Die Wiener ßethausvereine "und ׳ihre Funktioihäre verdienen• entschieden ■ein besseres ■Schicksal. ... ,R.; ״Tifercs-Bach11ri!n“־Festbankett. Der Verein ״,T1i,Pe!nes-)Ba׳::l:rj1r;1m“ ׳voranstattete wie ai|-• jährlich!so audi!neuer, zugiuiston armer Wiener •Badiurim eiirii Festbankett. ■Die gedrten Mitglieder. Gönner ׳und Freunde des Ver-' eines werden hierzu iiöfl. eingdaden• Das iFestbanketf findet Sonntag, den 5. ■Dezember 1926 יום א׳ פרשה ויגש פ' טבת •um halb 7Uilir abends .im Turn-; saal idier ■Taimud-Thora-Scliuile statt- : , Oinerkarten sind bei den V0rsttu1ds1mitgi1iedß;rn.erll1äl׳tH0iu Das große Clianukaiest der; Talinud-Thora-Scliule findet Dienstag, den 7. Dezember,' 7. Tag Chamuka,. statt. *Die Feier beginnt ׳m׳it dem Minaliagebct iti ■der Schule. Um 2 Uhr mar־, schierenn de Kinder׳ in,geschlossenen Reihen in die Urania, woselbst die Feier im. großen Vortragssaale mit einem reich־• haltigen, Programm stattfindet. Um 4 Uhr treten .die . Schul- Rinder den Rückmarsch in ■die Schule •an, woselbst das Fes.t mit dem Mariwgebet und mit Betel, 111:11g der Kinder mit Geschenken abschließt. Dem Feste, das. eine ■der größten Glivinuka- Veranstaltungen zu werden verspriciit, sieht man in ' allen Kreisen der Wiener Judenschaft mit großem Interesse ent-' gegen.י Karten ׳•sind->im׳■!Sekretariat der:-Sch׳ule, IL•, ■ Malzgas.se.46־ (Tei.'iNr.'.^^Pd, ■4S-6-13)!zu iiateu.-' jSiehe־ Inserat!) •> ׳ ־• ׳ Babblner Moses Blau in Baden bei - Wien. Mittwoch, den 2• Ühannkaabend, weilte Herr Raibb. Moiscis Blau aus Je׳rusalem gemeinsam mit idetm •Direktor der Keren, Hathora-Zentraie D.r. ID © w t! s •ch i ä n)d e ,r in Baden bei Wiem. um Ifiir die not״, leiidenden Thora-iLehranistalten׳:.in Erez. Jis.rod ,zu werben• Diie ■i׳rn iGemeindehauise versammelten zahlreichen Mitgliieder ■der Gemeinide begrüßte Hcrr Obenrobbioeir R' e!1 c׳hv und feuerte sie in, ergneSfenden•' ,Worten: .«in:, il'ere ׳Püich't'für iBrelz.׳ Jiisroel ׳uuid! für dt;׳e Thora zu tun. Herrn Rabbinire ,׳Mosdte Bliau wie Herrn EN DETAIL Samstag geschlossen! EN GROS KHLIM13 ' - Samstag geschlossen Die :Marannen in Portugal und ihre Rückkehr zum Judentum. / Von Dr. Josef Löwy. Es ■ist! nicht lange her, ׳daß eine einfach3׳!Nachricht in alter Kürze‘1 ׳aus iLaridöh die.' ׳Meldung brachte. ׳ ׳diaß sich• dort' sine Vereinigung mit dem’ Zwecke gebildet •habe, d.e!portugiesischen Marannen, diese• unglücklichen Mensdhen . mit., dem eigentüm-' liehen ,•Doippelteber,;.■ das dler. jüdischen ,Seete ,׳verliiaßDe äußere. Formen aufzwang, •wieder ׳zum ■Glauben ihrer Vorfahren! 'zurückzuführen. ' . ־ Eile weitere. Meldung aus. Lissabon ergänzte •gewissermaßen diese Botschaft, daß sich ׳bereits eine marannische Gemeinde gegründet hat, um alle geheimen Juden Portugals aufzurufen; kieth׳ wieder' offen als Juden‘■zu ■ bekennen und zwo alten 'Glauben zurückzukehren. Diese )Nachrichten׳ hören sich wie ein Wunder a׳us längst, entschwundenen Zeiten , an .׳und erwecken;wehmütige Erinnerpngen., an . eine der schauerlichsten Tragödiein der Weltgeschichte., die .nach einem Zeitraum .von nicht-,weniger als 400 Jahren zu einem .versöhnhcheii Absch'iuß gebracht ■werden soll. Mehr als vier Jahrhunderte sind ׳vergangen, seitdem;der, Strom•, der Vertriebenen ■und!Flüchtlinge aus Spanien, welche ihi J'itli 12׳9!4־ durch das: Aus welsuugsdekret ■ Ferdinand, des Kaf-ho- Hsclien.riilire!zweite.!Heimat verlassen mußten,, im.!Nachbaftende Aufnahme •g^fuinden rhatten. ,Es ״ "sollen gegen ,hunderttausend Seelen -gewesen: .sein,‘,- welche sich• mit/,Erlaulbinjs des. K'öuig's Joao II. hi Pbri'Ugal׳ ■n!iedienla®seh dunfteri. und zwar erjcainntei der habsüchtige Herrscher ,sofort,,- ׳daß.;bei... ■den!Einw.ahd'ererh große■. Summen.-izu. erlangen,,,wären, w6׳shä!h .er!sich seine Gast•* freundschaft teuer bezahlen ließ. Zunächst hatte .1jederEinziehende,״-ob..reich oder arrp. ein Kopfgeld von'® Cruzadös (S,40) ziu'bo^ählen,"^׳Handwerker;■jedoch, wie Metällärbeiter. lind Waffenschmiede, .welche ,sich’ dduerad im, Lahde iriiederjasseh •wollteh./hiür, ׳dte SGälfte., Pas A1rfe;n׳i1hal׳t1srecht :der’ Flüchfliihge war auf acht Monäte bescihräiikti. weil, durch: ■die große;’ Zähl der Eingewahderten idie: JijidehiPörtugiails.. itfi. Mißverhältnis zur •Bevöiikerüng dieses kl ei n.eh Landes. ein eji :iz;ü' großen Zuwachs bekommen,hätten..un׳d ׳die .portugiesischen!!Gemeinden *di׳e,Last der vielenverarmten' Flüchtlinge/nichtfiätteu ־ ׳'^'tragen•"•'־ köhn'eh;' Aailjieidem: hätte ׳die ung1׳ückl׳ichen Vbrtriebenen’ die Hoffnung nicht,yedassen, daß ihre Unentbehrlichkeit ’1füf. Spfanten nach■ ihrem "Abzug erst, recht ans ,Licht ׳treten würde und die׳'Heimkehr in■• das.geliebte Vateflaiid,nicht ׳in. wejte.Ferne geflickt ssi.־ In■ Portegal׳: war idias! ׳Los"der Juden de-s;Land»s!zwei Jahr־, hunderte hiindurch§m.. eftTäghidhesj^^veseri, s!!e; efiVieüten ■ ■ ,sich" einer gewissen, '•!n' ,dtesen•’־ Zeiten ,äußerge^öhiilichen Autojromie in religiösen und: .rechtlichen •Angelegenheiten׳ ׳und hätten׳ als geistiges, Oberhaupt den!Großrabbiner (.Ar-Rabbi Mor), der!mit ganz bedeutenden Machtmitteln ausgestatfiet war unid׳ wegen! dler Wichtigkeit seines Amtes vom König -eraaimtb wurde- Er führte ein eigenen Siegel uaid/eirfließ Verordnungen. m׳i׳t!seioer ׳Namens- Unterschrift und1 dem. Zusatz: Ar־tR0lblb8 Mor — durch «netoen Herrn, den König ,für ■die' Gemeinden von Portugal und Algarve. Er bereiste;aHjährli'ch särnitlibhe •Gemeinden. ' unitersudite ihre Augeltegenheiiten und jedieir• einzelne .hatte das. Redh't seine Beschwer den selbst gegen den Rabbiner vonzuferinigen. Der ■Großrabbiner ■war auf iSiefnen Reisen׳ stets von einem großen1 Gefolge begleitet, unter dem: sich ein jäd2sch׳er lOberridnter (Ouvidor), ein Kanzteir:-,(Chanceller) mit seiiter• ,Kanlzlei', ein ׳Sekretär (*Escriivao) und ein; Exekutor . ׳(Porteiro ׳jurado) 01!s Vollstreckungsopgane der nichterlichen!Urteile befonden. Von! dam Groß rabbiner!er mannt ■׳und; euge stellt ■waren; die Povinizialrabbiner;(Ouviidbiies), in den -siteben: •Provinzen.. weldie die Gemeind'en in •iihrier Provinz beaufsichtigten, ׳undals Appelrichber■ fuagferten. Die .Ortsrabbiner wurden-zwar von■ den Gemeindemitglteidern• gewählt, erhielten aber ihre.!Bestätigung ■und1. Bestalilung ׳durch den Großrab'biner vermöge einer im Namen des Königs. ausgestellten Urkunde. Die Rabbinen waren; niieht nur die!geistigen Führer ׳ihrer ■Gemeinden!, ■sondern׳ ihnen oblag eis,, in allen iziviil-" und isttrafreditliiche n. ■ Fällte rn Richter zu sein. In dieser Periode der Toferane bewiesen die Juden Portugals dem Vaterfände ihren Dank •!in■ dar Form; daß sie in (jeder Beziehung ein der Eritwickikung 'des Ländles mftarbeiteten. Hand׳el. und׳ •Verkishr kämen zu seltener!Blüte, ׳in־ jedem Zweig des Gewerbes■ iiähfhen Juden1 ■tätigen Anteil, die /jüdischen Bandwerkeir hälfen mit, den; Wohilsitahid' des Landes;zu m'dhren, und so wurden die• Juden' allenthalben■ als fleißige und: tätige Mitbürger geschätzt• Aber;äu׳cH•' in den ' Kenntnissen׳: der damaliigen Zeit lefeteteri‘ die •Jüden Portugals Außefördentiiichies. Die Medizin ■lag ganz ׳in ihren pähden; iihd die jüdischen •Ajarzte der Iberischen Halbtnssl ׳ würen: übeihaupt •die 'Träger und Verbreiter ׳der' Hedwiißsenschäft, diie fast ■als Cime'• eigene jüdische Wissenschaft■ •betrachtet ’ werden koonte-: Auch *die ■aiKlerer aktuelle, Wissenschaft des, Zeital!te׳r1s1 derjEntdeckuTig^n, die־ Astronom^. (Hatte unter den Juden׳ viele würdige Vertreter• ,,Die stete. Such!, unbekannte. Länder zii entdecken, mit *ihnen 15י^ס11־!^6^5י01^1& ית zu' treten unidi von dort Schätze 11ei׳m׳zu!bringe11,. verhieb ■dieser Wissenschafteinen •praktischen \yert und1. fa׳st jeder. gebiMetö J.11d׳e war in' der Astronomie' ׳und Mathematik gut bewandert• /,; ״,/ Im' Oktober l49׳i5 ׳starb"• Joao Tfc «iiudl ־ es 'folg‘ e־/hm setin' Vetter Don Manuel ätif t idien Thröni. der e!nr ■freundlicher' und müder'•'׳ ׳Herrsdiör,!an! Liebhaber 'der Wissenschaften ׳und• den Juden; Portugals und den spanischen Flüchtlingen anfangs gut ' gesinnt war;!Aber nicht• lange nach, ®einer Thronbesteigung kam. es.;•׳,׳zur/.-Ehe. der,• ispani§0en,: (linfan׳tin *Isabeia.!der Tpchfer. Ferdiinan-ds von! Arfagariien’ ׳und seiner Gemahlin■ Isabdla' von Kastilien, und der fanatischei, fest persönliche •Haß der jungen Königin bewirkte ׳einen, vollständigen! UmschwuriLg!der -Stirn-; mung ihre׳s ׳Gatten gegen die Juden Portugals. Schon als der‘!König seine. Braut an ׳der Grehize erwartete, erihieir e.i:: •s,i.n:: Schreiben׳ von! ■ihr, daß sie nidit ׳eher Portugal ׳betreten'׳ werde, bis •das! Landl von• .den fluchbeladenen Juden;gesabbert ,würde.1 So!legte der (Heirats־vertrag dem König fast gegen ■seinen eige- ■nen1 ■ Willen; die Verpflichtung•..apf, die' •:Juden ,seines Landes getreu nach dem spanischen Beispiel m vertreilbän.' undi be!r3it9; zu Weihnachten 141916!erschien der königMie Befehl, daß ■samt- Wie Juden׳'■ seiines Kön׳igreid1e!s die Taufe! empfangen׳ pdier das,: Land!innerhalb ׳einer Zeitfrist bei׳ Toidtehstrafe׳ verlassen׳ sollten.. Anfangs verfuhr ׳Manuel äußerst milde gegen diejenigen, wialche; sefra •Edikt-in grerizenlb9es Elend tneiiben! soiMtie;, er. hatte cs;; nidit eilig miit der Ausführung ״und dehnte idiiie Frist zur .,Aus- Wanderung, bis zuim Oktober des ׳nächsten Jahres aus1.; , so daß;; ihnen Zeit• bliebe, Vorkelirungen ׳zu treffen: .er ׳bestimmte feiner * dir׳ei.Hatenplält1z׳e ifiir ׳ihren freien Auszug: Lissabon. Oporto!und: Setulbal. Aber gerade dieses milde Verfatireh wurde •den Juden.׳ : zum größten Verderben. Sie glaubten, da ihnen SD viel Zeit';zur ’ Verfügung sfenidl. sidi mit der Abreise nicht bedien m müssen,.; und ,wiegten sidi in der. Hoffnung, daß •der Körnig ■seinen Sinn, :ändern wtimdie• ׳Der wirkliche Zweck dieser grausamen :Maß-!׳ nahmen׳, recht viele Juden der allain selig machenden. ,Kirche;; zuzufiiihren, ׳zeitigte ein äußers1 . dürftiges Engebnis und ־die.sies armselige Resultat■ änderte •tatsächlich (den Sinn! des Königs, aber nu!r z׳u weiteren •fürditeriichen׳ Ausnahmsveriüguingen gegen ,die "Juden. Don!Manuel erkannbe die Bedeu'tauig und die Brau׳chbarkeit die!9e!s1'so wertvollen Bevölkerungselemerites für ' sein Land' ׳lind hoffte,, die Juden insgesamt •im Lande!behalten zu ־ können!, freilich als,'aum Christentum Bekehrte. Diese Absicht; wollte er um jeden Preis verwirklichen und seine weiteren •Maßnahmen waren, unbekümmert um alle Gesetee und Autorii- - täten auf die Erreichung •diessis Zieles gerichtet. Auf den Rat;eines boshaften jüdischen Täuflings Levi b'en Scliem-Tow '(inder Chronik Schiern Ra), als Christ wahrsöheiidich'Antonio ge- , natuit. ließ idfer ■König sämtliche Synagogen und Lehrhäu-ser schließen iimd ivearbot ׳den Juden*, sidi zum gemeinsamen Getbef zu'.versammieiliii■. •Als auch ׳diese•Verfügung nicht den gewünschten , Enfolg hatte, erließ• Manuel ■wieder auf dien! Rat des Täuflings einen geheimen׳ Befehl,!diaß alle jüdischen Kinder, Knaben wie Mädchen bis!zum!14. Lebensjahr, den lElterri mit Gewalt weg-; genommen und am Ostersonntag 1407 ■zur Taulfe1 geführt werden;.'sollten. Die herzizenreißenden■ 5®enen, die sich bei den grausigen ‘ Varfällen׳ und ׳in idiem Augenblick abspiedten■. a!I!3 übereifrige, ge-; fühllose Schergen die Kinder ihren Bltern׳'%egr,issen und zur Taufe schteppten, sind , von einem Augenzeugen, dem Bischof Couirtinho, 'festgehalten worden;,;;pi ha׳be ׳es '׳gesehen!,!‘ schildert ׳ dieser ־ gefühlvoMe Kirchenitirst, ״wie vieflie an den Haaren zu!m Taufbecken geschleift 1wu׳r<fen׳ und wie die Väter mit!ver-

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