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Jüdische Presse · 1926-11-05 · 45 (5.11.1926) · p. Seite 308

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
45 (5.11.1926)
Date
1926-11-05
Page
Seite 308 (sequence 4)
Language
German
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Seite 308 JÜDISCHE PRESSE Nr. 45 Der 28. Oktober in den jüdischen Gemeinden. Der Griindun&S'tag ׳der tschechoslowakischen Republik wurde auch in!diesem Jahre in allen jüdisehen Gemeinden!in würdiger Weise gefeiert. Im Rahmen von Fesfcg-ttesdiensten versammelten sich diie Juden in den Tempeln und beteten für ׳das Wohl des Vaterlandes und seiner ׳gesamten Bevölkerung. Sie gedachten dabei dankerfüllten Herzens des greisen ׳Staatsoberhauptes, des Herrn Präsident e n Masaryk, dessen vornehme Gesinnung ׳und weise abgeklärte Weltanschauung eine Gewähr dafür ist, daß die tschechoslowakische Republik auch ferner in stetig aufsteigendem Maße nach!innen eine Pflanzstätte wahrer menschlicher Gesittung und nach außen ein!starkes Bollwerk ׳des allgemeinen Friedens und‘der Menschenverbrüderung sein wird. In den acht Jahren ׳seines Bestandes hat ׳der 'tschechoslowakische Staat einen Großteil jener;Schwierigkeiten überwunden, denen eine neu ent- staridene Gemeinschaft nicht entgehen kann. Er hat in dieser Zeit auch die Grundpfeiler aufgerichtet, auf die er in kultureller Beziehung seine .Zukunft!stützen 'Wiiill. Das glaubenstreue Judentum •unserer Republik verfolgt!mit wachsamem Interesse die Entwicklung des Staates und seiner Institutionen und erfüllt gern und opferwillig die Pflichten, die Staat und Gesell- ,;׳ Schaft!ihm auferlegen. Es gehorcht damit nicht nur Seinem Gebote der ׳Religion, sondern es folgt dabei auch ׳der .tief aus . dem Wesen der jüdischen ׳Lebensanschauung geschöpften Ueb erzeug 1111g, . daß nur a ms ׳d e m Wohl ׳e der Gemeinschaft das : Wohl des Ein z-e Inen ersprießen kann. Die Feier des 28. Oktober in Jerusalem. , Wiie uns aus Jerusalem berichtet wird, wurde der 28. Oktober, •der 8. Gründungstag der tschecho- ׳slowakischen ׳Republik, von den in der Heiligen' Stadt ansässigen jüdischen Staatsangehörigen der ־ Tschechoslowakei lin außerordentlich imposanten Formen!begangen. Zur Feier des Tages wurden die ' Mitglieder des tschechoslowakischen ״K 0 1 e 1 : S c 11 0 m r e!Hachom oit h“ mittels schön ausge- ׳:statteter hebräischer Plakate aufgefordert,!sich Donnerstag, den20 ׳. Marcheschwan (28. Oktober) im Tempel ״Beth Samuel“ vollzählig zu versammeln. Zur anberaumten Zeit, 3 Uhr nachmittags, war der Tempel dicht gefüllt. Auch der tschechoslowakische Konsul Dr. Friitz war an der Spitze des gesämten ßeamtenkörpens des Konsulates esrehienen. 1 Se. Ehrwürden Herr 0 b e r r a׳bb i n e r Ch ajim S 0 n n e nf e l d hielt eine eindrucksvolle Festrede. Sodann wurden die Psalmen 21, 24, 45, 61, 72, 90, '91, .103, 144 und 150 rezitiert. Hierauf wurde das Vaterlandsgebet •für den Herrn Präsidenten M asaryk und König Georg V. verrichtet und 'für das Wohlergehen des Konsuls und des High Commissioners ׳L 0 r d P1 u m e r ׳ein ״Mi Schöberach“; .'gebetet. Alle Teilnehmer waren von dem Festg-ttes- ,dienst tief ergriffen. Ein Vertreter des /amerikanischen Gentraf Relief Com- " niittees in ׳Bratislava. Aus Anlaß der Anwesenheit!des Sekretärs׳ des Genital; Relief Committees vom Amerika, ,Rabbiner Tiei tel- 'ö aumis. fand auif seinen Wnuniscli ׳am 19'. Mancbesicbwa« 5'm der־ arthotdoxenl Landeskanizlei.!unter Vorsitz dar ׳,Barren Ober- ׳ raübiriör Seih ,re'3 Iber und Weiber eine• 1Kontere 1nz der Leiter, beziw. Vertreter der größeren׳ Jesahiiwos iin der Slowakei ׳ statt. Oie Vorsitzenden 1ban׳iit1z׳ten diese Gelage nheiiit, ׳um ׳den Gast 211־!bitten!,!den Wohltätern• ,irr Amerika! den, Dank dar Rlabbinen׳ und: de!!• Jeschiwas tf.iVr!die 1Unterstützungen, die ׳sie ■biis- ’her erhielten!, zu übermitteln, 1ze,i׳'chneten •Lir ׳großen־ Zö®en־ die■־ ■;gegenwärtige, immer moeih! ׳seihr bedrängte!Lage der Jasdhiwos ׳und' Tihonafehrschiui'e 11■ im Lande 0114־!baten das RelTef-Cammitbae, üai .ihrer fruchtbare n Hiiltstätiigkeit fartzju.fa31.ren;. biis!die* ,Anstalten! die־.schweren- •Folgen des )Krieges überwunden halben ׳wenden. Herr Rabbiner T e, i־ t e fb a!1 m entwarf hierauf ein anschau- . liches '!Bild von der!gesamten׳ Tätigkeit ׳dies amerikanischen Hilfskomitees im flntelrasse dos Til 10׳raskrdi׳ums■ umd des• religiösen ־ Lebens und fegte •im ׳einzelnen dTe Gronldisäfeze und Methoden׳ dar', mach denen dieses ׳Hiilfsiwenk geleistet ׳wird. ׳Er •verweilte• .dabei ׳ausführlich' be׳i; den er treulichen Erscheinungen d!3r neuen־ jiüdisclieni Sedkimgen im der ׳Krim, wo verläßlichen! Berichten־ zufolge 'last׳ diinrdüwegts ein׳ reicht!starkes (religiöses Löben ®ur ׳pulsieren (beginne. Das Hilfskomitee beabsichtige, dieses Be- streben der religiösen; Kolonisten:!i׳n, Rußland m fördern. Diese iBiisarbetb ׳wende aber die bMiörigen vielfältigen und — ,wieer sich auf seiner Reise!durch Europa und■ Ereiz Jisroet!persönlich ■ '׳überzeugt hatte — durchwegs notwendigen Uiiterstübzwngen an die Tharaimt'i'tiufronen in; Europa .׳keineswegs beelnträclitigen׳ dürfen. Die :slowakische 11! und ׳ungarischen Jeschiwas bilden einen! 'sehr!wertvoilleni Beistdndteil des gesamten Tihortaschnlwerks ׳im Judentum!und werden atiüli ׳in 1Zu!k11׳mft dos Wohlwollens des 'Komitees sicher!sein׳. Heber Anfragen von selten der Versammelten׳ gab Herr ,Rabbiner Te'itelibaum auch Auf- klänimg über die mißverständlide Abfassung des vor 3 Jahren vom ״Joint“ ferausgegebenen Tätigkeitsberichtes ׳und der in ' diesem Berichte־ veröffentlichten — selbst verständlich im amerikanischen׳ Buireau zusammetiigesteilten •und nidit■ vom Ver- . .Jailungskomitee ׳in der Slowakei׳ istammeniden — Liste■ der ' ■־unterstützten Anstalten In der Slowakei. Auf Grund der beim amerikanischen. Komitee ,liegenden Originailqulttungen wurden ׳.!sämtliche mit ׳Unterstützungen bedachten Oirte in ehe alphabetisahe Liste zusammengestelilt!und• dabei ■einzelne Orte in der Slowakei — je nach idiar Origiiialdafienung — unter verachtec ׳ (denen Namen ׳(z, B. iBratislava, (Preßburg, Pazsony; Kassa, Kaschau. Kosice; Bparjes, Plresov uswj mehrmals im die Liste ausgenommen, was natürlich an der Summe der :ordnungs- gemäß ausgezahilteii: und venreebneten Beträge!nicht das Ge- ׳ ־rteste änderte.. Rabbiner Teitölbaum nehme gern ,seine׳ An- Wesenheit!im Kreise der ׳slowakischen Rabbiner zur Veranlassung, um den Saciiiverhalt wahrheitsgemäß aaifzuiklären und1 sein Bedauern darüber auszusprechen!, daß diese!leicht erkennbaren und in Amerika auch bald ,erkannten il.rrtiimer ׳des amerikanischen, Berichtes׳ einzelnen; Gegnern der :slowakischen orthodoxen Rabbimer den Vorwand־ ilieäi, gegen das Vertefiiumgskomitee ׳in Preßburg objektiv ungerechte Beschuldigungen! zu׳ verbreiten. Die Versammelten nahmen von den׳ ■freimütigen und!korrekten׳ Erklärungen ׳des Redners mit, Genugtuung Kenntniis .iinld luden den verdienst vollen ׳Sekretär ׳des Amerikanischen iB'iilfsiwerkes ein, das Leben und Lernen in den slowakisdien Jeschiwos :in־ Augenschein zu ׳nehmen. Rabbiner T e i te lbäum dankte •im ׳warmen Warten für die Informationen und versprach bei, einen־ nächsten Gelegenheit ׳der Einladung Folge Orthodoxer Jugendverein in Kerecky. Aus K e ׳r e c k y wird uns berichtet: Wie überall! in den Gemeinden vom Podkarpatskä Ruß i;st auch bei uns Infolge der jahrelangen zionisiischen Propaganda einerseits und der Umtätligkeit d’er orthodoxen Kreise andererseits e׳n furchtbarer Niedergang des Judentums •eiu׳ge treten. hn besonderen fehlte es bisher an jeder Tätigkeit, mm die orthodoxe Jugend vor den verheer cmden Einflüssen des Zionismus zu bewahren und sie dem ׳wahren Judentumc zu erhalten. Dank der Initiative einiger ׳wackerer jüngerer בגי תירה und dem Entgegenkommen, das sie nach ■langem Bemühen endlich auch beim Gemeinde Vorstand gefanden haben, ist es nun gelungen, den ersten Schritt zur Schaffung besserer Zustände eimzuleiten. De hiesigem jüngerem Kaiufileute,!die fnühcr auf Jesehiwois!gelernt toben, vereinigten sich •zu einem ׳orthodoxen Jugend!verein ,״Tiiferes!BaChuirLm“, mit dein Ziele, jedeni!Margen und Abend mehrere □שיעורי gemeinsam!zu׳!lernen •und die religiöse Gesinnung, ׳intensiv zu pflegen. Der Verein folgt ׳getreu! den Weisungen ׳des Oberralblbimers!und Iden!unter!seiner Mi׳t!wi׳nk!u!ng festgesetzten strengen Statuten- Auf diese Welse hofft man, den Ver- Wüstungen 'der!Ziomiistenl und Mfsmadhiisten am!religiösen; Judentum mit Erfolg ,einen Damm ׳setzen ■zu׳ ,können» lAm '27. Tiisahri fand! die Wahl der Versinislteiitiwig statt. Es ׳wurden folgende Benren gewählt: ׳David Kteiin!!(Präses). Josef Weisz '(!Vfeetpräses). Be.r.näiiac'd We׳isz!(IKasisler), ILazar Ms'dhl Weisz ’(iKontroililior), Joisef Sbelmiberg 1j׳un. (.BilbKotihekar), Lazar Weisz, ‘Jos. Stelnfoerg sen., ,Natiiam Kileinmanm mmd Samuel Steimiberg {Repräsentanten). ’Rabbinerwahl in Urmin. 'In Urmin wurde ,nach einem überaus ׳beifällig aufgenommenen Probevartrag Herr Rabbimer Adolf Schwarz. Sohn :des rühmlichst bekannten früherem Dajam von Medzilaborce, Rabbiner Aron Schwarz, zum Oberrabbiner gewählt. Dar naugewählte Oberrabbiner ,ist langjähriger Schüler der Preß'bunger Jdsdhiwbh• ■Zuletzt war er an der Jeschiwoh des Rabbiners Dr. Breuer זצ״ל ln Frankfurt a. M. und zugleich Religionslehrer an der Schule der dortigem Religionsgesailschaft. : Gemeinde wähl in Nove Zamky.!Man schreibt ums aus!Nove ,Zamiky: Infolge der immer ׳noch nidit ,behobenen. Mißvertiältniisise 111! am’serer Gemeimde!haben!!der!Gemeinde- ,Präses, (Herr E. Be,,rnfefd. und ein großer Teil der Vorstands.- •uind; Riepräsenitantenmltglledör ׳Ihre Demlssian gegeben. Vom der 'am 31׳. Oktober ׳abgähaltenen! Generalversammlung ׳wurde: einstweilen nur die Präse!s׳wah!l׳ vongemommen. Es!wurde ein altbewährtes!und iin allgemeim.er Achtungstehendes Mitglied 'der Gemeimde, (Herr Arnold! Bramiti, ׳pe.r A,kk11ia׳m1at1i'0n zum Präses gewählt.!Herr Braun hatte bereits vor•!zwei■ Jalhren kmnze Zeit GelegerJhieit, als ‘Vfzeipräsas idiie!Gemeiride zu■ füSuren umid genießt ׳wegen!seiner!unbeugsamen iGeSlninnngstiiahtigkelt das Vertrauen aller Orthodoxen. Herr iBraum׳ dankte für die ehrende Wahl! uinld enklärte. er könne die Wahl miitSR׳ü!dkislbh׳t1 ‘auf seine’ der Sdiomimlg!bedürftigen iGesundiheit nur anmehmen/wenn in idie.r munirriehr voirzurtehmenlden• allgemeinen!Neidwähl ,!ihm im Vorstamide Männer :zur Seite gestellt ׳werden, auf deren!Mitarlbeit er ,sich ׳stützen ׳und verlassen könne. Ein Nachspiel zu den Parlamentswahlen. Man erinnert sich, ' daß während der vorjährigen PariamentlswahIen eines Tages Zionisten l׳n Sevljus ein Auto der Vertreter der ״Jüdisehen Wirtschaftspartei“ a׳u! offener Straße überfielen ׳und seine lfmsastsen mißhandelten. Ein junger Begleiter des orthodoxen Kandidaten, Oberrabbiner Horowitz aus (Hiuncovce. namens Nafta!. Ehnlch, wurde dabei schwer verletzt.־ Als Täter wurden von den׳ Behörden der Zahntechniker Alexander. Grünfeld, der Student Chajim Weisz aus Prag und ein Mann :namens F ar k a s feistge:steilt. Am 12• Oktober fand nun beim Bezirksgerichte in Sevljus die Verhandlung ׳gegen die Angeklagten statt. Nach Vernehmung der Zeuge,h wurden die •drei Angeklagten zu fünf Tagen G׳afängnis und Tragung der Kosten verurteilt. Personalien, Oberrabbiner Isak Friedrich זצ״ל. Die Ma־äh.rxM ׳vom HiaDSdheiiden ld!e!s Qbertrabbiiners Friedrich' זצ״ל venbroitete ׳s!lch •im• •wenigen Stiuniden ln ׳den jüdischen ׳Gemeinden und überall löste sie tiefen Sdhmemz a!us. Aus den enffermtiesten Gegenden 'des'Landes strömten Tinamermlde macli Haimemn ö, um am der ,ללי teilzunehmen. Die jiidisdhe Gemeinde Humenne, die es ־während! der lamgen Krarikihelt d׳ss Veribliäienen .an! Opfern nidit fehtetn! Hieße, turn lihrem Rabbimer das Lebern ,zu■ eitoilten, war um so ■sahmenzlidher berührt, als sile nicht geahnt hatte, welch ailgemeimer Achtung und!hoher Wertschätzung dieser grenzenlos bescheidene, ׳jeder ׳Ehrung stets igöflissentMi aus dem Wege gehende Mann sidi im ganzen Lande erfreute. Vollends aus den Kreisen -der Rabbiner ■lind der □תלמידי חכמי ider Umgegend war jeder, der es ,nur vermochte, ,bestrebt,' hoch!rechtzeitig nach!H'umenne m gelangen. Die orthodoxe ׳Zantralkanizileij und viel iGembden entsandten ׳ihre Vertreteir. zahlreiche andere wi!ed׳erum bekunidbten!ihr iBilieid ׳im ׳Brielfen und׳ Telegrammen an die Witwe!und dlle Gemeinde. Unter!rilesigar Beteiligung wurde der ארון ln das בית הכנסת gebracht, wo die Söhne des נ0טר Nachrufe hielten, Einen imädhtigen Eindruck übten die הספדים der Oberrähbliner von ÜVSicihialovee, Kosfce 11. a. aus, diie mit :trätienerstlckter Stimmlei. dien Verlust sdhilderten, dem׳ das Judentium eritt ׳und ׳dler Gemeinde Hmmemne ans Herz legten, den Weg nicht zu vedassen,!den dietr נפטר •sie zu fülhiren bemüht war. Leopold Großberg s. z. 1. Das thoratreue Judentum hat einen schweren Vertust ׳zu beklagen. Leopold Großberg ist in Budapest nach einem schweren, langen Leiden i.rn Alter von 57 Jahren frühzeitig seiner Familie, seiner Gemeinde ׳und der!jüdischen ׳Publizistik entrissen worden. Leopold Großberg war. der Begründer und langjährige :Herausgeber der ״Allgemeinen Jüdischen Zeitung“ in Budapest. Die ׳Gründung dieser Zeitung vor ungefähr 30 Jahren war eine historische Tat. Es war dies die erste tägliche: jüdische Zeitung, die in orthodoxer Richtung geführt wurde mnd die in der Person von Leopold ,Großberg einen! orthodoxen Schriftleiter hatte. Die Orthodoxie ייי Altungarn, die in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts einen heroischen Kampf um ihre Existenz führen mußte, hat die ׳Bedeutung . der Presse im eigensten Interesse erkennen müssen^ Mehrere deutsch sprachige!md iiiimgar.ischie Zeitungen hatten in früherer Zeit abwechselnd im Dienste der Orthodoxie gestanden. Der Umstand, daß die Redakteure dieser Zeitungen selbst im praktischen Leben nicht auf dem Baden, dbs!gesstestreuen Judenhiims standbu. •tat der moralischen Wirkung dieser Blätter!Abbruch. :Leopold Großberg war der erste orthodoxe Jude, der seine :journalistäsdie . Begabung, selin. . reiches jüdlsdies) Wissen!, seinen persönlichen Mut und •nicht zuletzt auch seinen gesunden kaufmännischen Sinn auf die Gründung einer orthodoxen Tageszeitung konzentrierte. Der große Wurf gelang dem tatkräftigen Manne. Die ״Allgemeine Jüdische Zeitung“ war der mutige Bote der Idee der Selbständigkeit der Orthodoxie unter den breiten Schichten der thoratreuen Massen Altungarns. Die zerrütteten Verhältnisse nach dem Kriege, die staatlichen Veränderungen haben zur Einstellung der ״Allgemeinen Jüdischen Zeitung“ geführt. Erst vor drei Jahren hat sich Leopold Großberg entschließen können, den veränderten Verhältnissen Rechnung zu tragen und ein Wochenblatt in ungarische Sprache unter dem Namen ״Zsido Ujsag“ zu gründen.!Leider mußte er sich schon vor einiger Zeit von der aktiven Leitung dieser neuen Zeitung infolge gefährlicher Erkrankung zurtickziehen. Leopold Großberg war aber nicht nur auf dem Gebiete der ,Publizistik tätig. Viel Zeit und Energie widmete er der Lösung des Erzielhiisigsproblems.!biasaniders die ׳materielle und geistige Lage der Jeschiwoth beschäftigte!ihn zeitlebens. Er tot!mit voller Kraft gearbeitet, ׳um idias materielle und geistige Niveau zu heben' und überhaupt das Jeschiwoh- Problem aus dein kümmerlichen Dasein der Einzelaufgabe einiger Kleingemeinden zu el:1!׳c!m Landesiprob'lam •der ungarischen :Orthodoxie zu gestalten. ,Sein aufs Allgemeine gerichteter Blick ׳blieb auch nicht, was in Ungarn fast eine Seltenheit darstellt, bei den Landesgrenzen stehen. In seinem heroischen Kampfe fiir die Orthodoxie erblickte er in der orthodoxen Weltbewegung der Agüda einen! wertvollen Bundesgenossen. Er nahm an der denkwürdigen Kenessio Gedaulo der Aguda teil und voll Begeisterung und Tatendrang verließ er den Schauplatz der •Dokumentierung :ungeahnter orthodoxer Kräfte, die in!Hunderten begeisterten1, den verschiedensten sozialen :Schichten angehörenden orthodoxen •Juden schlummerte. Von seinen neuen Plänen konnte er aber außer der Zeitungsgründung nichts, mehr verwirklichen. Ein tückisches Leiden zwang ihn zu absoluter Arbeitseinstellung. Der. Tod, der langsam an ihn heranschlich, erlöste ihn von den Qualen, die ein arbeitsamer, fleißiger Mensch infolge dauernder Arbeits- Unfähigkeit empfinden! mußte. Die Orthodoxie Ungarns hat in imposanter Weise ihrem publizistischen Vorkämpfer die letzte ׳Ehre erwiesen. Die Rabbiner Sußmann, Steif •und Groß sowie sein ältester Sahn haben in ergreifenden Worten dem Schmerze seiner Gemeinde und seiner Familie Ausdruck gegeben. .1. Jakob Dukesz s. A. Mittwoch den 26. Mardiesduvan wurde ־Jakob Dukesz•!unter!großer Beteiligung izu •Grabe■ gefülhirt. Jakob Dukesz wirkte meäircre .lalhnzleihnte äiindiurcili• als ,שליח ציב an dar Talmud-Tlhoru-Synagoge, 111״ Madagasse 16, und •zeichnete sich •durch!Pflichttreue, ׳Frömmigkeit und lieben,swürdiges Wesen aus. Jakob Dukesz;kam .'!m Jahre 1873 aus Ungarn nach •Wien. Das Gewirr der ׳Großstaidii ließ anfangs de׳n jungen Kleinstädter :so manchen Irrweg gellieirr, bis• er■ unter dem ־ wohltätigen •Eiinlili'iß von Hirsch Hs'dhhoi ז״ל unid •dank der Anleitung von! Rabbiner Salmen!!Spitzer זצ״ל . die zu jener Zeit auf ■die Jugend überaus!günstig einwiirkiten׳, den :nichtigen Weg,!der ׳fortab ׳sein (Lelbeinslweg ׳ward,!fand. Jakoib ,:Dukesz erfreute ■sich!dank seime.r!Güte! .und; ׳leutseligen] Wesens .einer .großen' Popularität, diie siiclh an der massenhaften Beteiligung bei seiner 'ף,לוי zeigte. Um Schulhof d!er Talmud-Thora hielt Rabbiner H. Schack dem Dalhingesdiiedenen!einen ergreifend'en Nadir,uf, unid hunderte Leute, die Jakob Duikesz durah seinen •treffenden Witz und 'heitere Reime bei!freudigen Anlassen-®ס oftmals izuim Lachen •gelbradit.!umstanden mit üränenumflorten Augen •de Batir■■תנצבה ־.!Hermann Steiner יצ״ל. Ein׳ dichtgedrängter Traitenzug bewegte!sich Mittwoch, den 19.!Marchaschwan durch, ' die ׳ Straßen Rreßbiungs nach dem orthodoxen □בית החיי au. Herr (Herma׳hm Steiner, ׳der Seniorchef der bekannten!!Biidihand/luings־ und V»3r11lagsfi1rma Siegmund Steiner, wurde!au Grabe ge tragen(, gale׳i׳tet •von seinen Angehörigen■ und hunderten Freunden und Verehrern. Nach langem, ■׳schweren Leiden entschlief er sanft;im (Kreise seiner Familie in׳!seinem 77. Löbensjahre. Hermann! Steiner ׳war eine!sehr ige'kaninte •und allgemein ,anerkannte, hochigeadhtete Parsömllcihikeit in iPneßhurg. In seinem Berufe äußerst tüchtig, genoß er in der Intelllgeniz der Stadt ohne Untersdi'ied der IKonifesision und der!Parteirichtung holies Ansehen. Aufs •engste verknüpft, war er jedoch, ■mit. der jitdiisdhen ■Gemeinde. In ,ihr hatte er Jahrzehnte hindurch!auf ׳den verschiedensten/: Gebieten segensreich gewirkt und Hervorragendes geleistet. .Als!Kin'd Preßburgs, dessen' Ahnen seit Generationen in Preßburg lebten, kannte Pr!die Bedürfnisse ■der Gemeinde auf das genaueste und! bemühte sich, ־• sein bestes Können in den Dienst ihrer Wohlfahrtsisnisititutionen zu ,stellen. Ein׳,!biederer iPudtaner-Chairaktar von edelster Herzensbildlung, war ihm Wohltain in ׳edit!jüdisahem Sinne Herzensbeidiürfnis und die Sorge um das Wohlergehen anderer eine tiefgefühlte Ergänzung seiner hochentwickelten, wertvollen ׳underfolgreichen .Arbeit im iBenuiisilelben. Wie er viele Jahre hindurcii! als Stadtverordneter seine Bürgerpflicht gegenüber , seiner Vaterstadt getreulich •erfüllte, so ■folgte ■er ■in der!Gerne indeleitung unid! als. Vorsteher des jüdischen VersargungShauses unid anderen־ Wohl- .tätigkeitsonsballten dem Gebote seiner innigen׳ Religiosität ׳und oblag allen! ׳:hm daraus arw!achisenen Aufgaben ׳mit• äußerster Gewissenhaftigkeit. Er gehörte jener ganz im Bildunigsiidieal des vorigen Jahrhunderts verwiufizelten Richtunig itineuhalb ■!der jüdischen ׳Orthodoxie au, die •nach ■einem harmonischen Ausgleich zwischen aufrichtiger jiiidisdier ,Reliiigiasität und den .edelsten Gestaltungen der europäischen Kultur strebte und es war sicherlich eine gewaltige 'Enttäusduung seines Lebens, als• er im׳ letzten Jahrzalmt das Eiaslko seines Lebensideales mitanseben mußte. Er blieb :seinen Anschauungen treu und schloß seine Augen;!1 der festesten Uabemzeugung, daß ׳eine Zeit kommen ׳werde, die all das.!was e,r zum Wohle des Judentums ersehnte, verwirklichen!wird. Gleich seinem öffentlichen Wirken war auch׳ sein Privat- und׳ Familienleben׳ von Weihe!und .treuer Innigkeit erfüllt. Seine הלוי׳ glich ganz dem äußeren Rahmen, in dem sich sein Schaffen unid Trachten ׳ihi Leben bewegte. Alle Bevokerungsschichten!wären gekommen, ׳lim •ihm die letzte Ehre zu erweisen. Das Tnaueibaus ׳war bis auf den!letzten ״Platz gefüllt, als der älteste Sohn des׳ Verblichenen, Harr Buchhän'dfer Wilhelm Steiner das Wort ergriff, um im Namen der Familie!in kindlicher Liebe und Dankbarkeit• von dem Heimgegangenen Abschied :zu nehmen. Hiernach scSülderte S3. Ehrw. Herr Oberra:bbi׳ner Schreiber •in .^lne׳r ergreifenden1 ׳Rede

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