Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 45 (5.11.1926)
- Date
- 1926-11-05
- Page
- Seite 307 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 45 Seite 307 JÜDISCHE PRESSE (üdische Schulfragen in Oesterreich. Herr M. UnserfeId veröffentlicht in der ״Wiener Morgenzeitung“ vom 25. Oktober einen Aufsatz, bet'tcilt: ״Die ErziehungS'frage auf dem Delegiertentag“, der sich mit dem Problem der Jugenderziehung vom zionistischen Standpunkt aus beschäftigt. Der Verfasser hält che z>.on׳.stische Arbeit ■in Oesterreich nur dann für aussichtsreidi, wenn diese Arbeit bei der jüngeren Jugend einsetzt. Ohne eine große und gründliche Erziehungsarbeit scheint in Oesterreich jede Landespolitik auf jüngere Zeit aussichtslos. In Wien allerdings, meint der Verfasset, sind noch mancherlei Schwierigkeiten zu überwinden. Um Subventionen für Schüßen fordern zu können, müssen vorerst solche vorhanden sein. Bei den gegenwärtigen Verhält-• nissen in Oesterreich sind im gegebenen Falle die Aussichten klein, in der nächsten Zeit bei der Regierung Subventionen erwirke In ■m können. Anders wäre es, ■wenn wir bei der 1Regierung auif Grund! unserer Mfrade rhedt s re eh t e ׳ erwirket! könnten, daß in den Wiener Volksschulen für dlic jüdischen Schüler einige Stunden ■wöchentlich ■für .hebräische Gegenstände als obligat ciingeftülhrt würden. Dabei, muß man stich■ vor Augen halten, daß die Wiener Volks- und Bürgerschulen nicht' direkt der Regierung, sondern dem Stadtschulrate der Gemeinde Wien unterstehen, also dem Präsidenten Glöokel, der in allen jüdischnationalen Bestrebungen nur konfessionelle Sonderwünsche sieht, die er, wie alles Konfessionelle in ■der Schule, bekämpft. In dieser Hinsicht könnte wohl die Wiener Kultusgemeinde Abhilfe leisten, indem sie mit der Wiener Gemeinde wegen cventuelller Vermehrung der Zahl der obligaten jüdischen Religionsstunden verhandelte. Die Kultusgemeinde müßte aber auch ihrerseits den Religionsunterricht reformieren und auf breiterer Basis ausbauen, damit die Schüler nicht nur in den Ritus, sondern audh ■in die elementaren Grundlagen der hebräischen Sprache und Geschichte eingeführt werden. Nürgends sonst ■ist heutzutage der jüdische Vater so ׳wenig um die jüdische Erziehung!seines •Kindes bekümmert wie in Oesteirreli'Clli,!und ■in keinem!Lande ,ist die ׳Kluft zwitschern׳ der jungen und alten Generation so groß. '(Dies gilt auch für den Ostjuden.) Die bei׳ der jiid.schen ׳Bevölkerung sich besonders stark auswürkiende wirtschaftlOdhe Depression! dar Nachkniegszeit, die unjüdische Umgebungs der freie, antinationaae und ant'.- religiöse Geist an der Wiener Volks- und Bürgerschule, die Lockungen der!Großstadt und die ungeheure Anziehungskraft der mächtigen sozialdemokratischen Partei, ■das. alles entfremdet die Jugend dem jüdischen Volke. Der Selbsterhaltungstrieb muß die österreichische Zionistische Organisation bewegen, hier so rasch wie möglich einzugreifen und •das jüdische Erziehungswerk in ihre Hand zu nehmen. Sie. muß dem ׳Chaos ■ der ebenso rasch entstehenden als ver-, schwindenden hebräischen Schauen und Kurse ein Ende machen, das hebräische ׳Schulwerk, das einzige, :welches noch! heute vorhanden ist, zentralisieren, eine strenge Kontrolle über das Lehrmaterial 5 in führen, neue Schulen, Kurse und Jugendheime eröffnen, das hiezu nötige Budget verschaffen und die Eltern veranlassen, ihre Kinder in diese Erziehungsanstalten zu schicken. Ih ■diesem Sinne müßte der Deleglertentag Ent־: Schlüsse fassen. Es wäre eine Kulturkommission einzusetzen, die mnt dem WaaidMHaidTiimi'dh zusammenarbeitet!. Die zioniistösehen Mandatare ׳in der )Kiiltusgememde müßten entsprechende Schritte unternehmen, um größere!Summen ,für ,das Schulwerk zu erlangen, eventuell auch das ganze Wiener hebräische Schulwesen unter die Obhut der!Gemeinde zu!stellen. Ebenso müßte die politische Kommission beauftragt ■werden', in dieser Hinsicht auch bei der Regierung und der Wiener 'Gemeinde entsprechende Schritte zu unternehmen- Ohne große und gründliche ׳Erffllel1u1ngsarlbe.it im dien breiten •jüdischen■Massen׳ ist in Oesterreich jede Landespolitik auf ■längere Zeit aussichtslos. An!dem Parteitag selbst erstattete •Herr Dr. M. M. Gelber das Referat über die Erziehungsfrage. Im wesentliehen hat er folgendes ausgeführt: Die •Kulturarbeit sei erste Voraussetzung einer gedeihlichen) Propaganda. Hätte man diesen Grundsatz stets befolgt, dann hätte man heute keinen Anlaß zum Jammern über das Versagen der Jugendbewegung. Die Jugend ist auf der Grundlage des jüdischen K u 11 u s b e w u ß t s e i n s zu erziehen. , Redner entwickelte sodann die im Sinne des Kultur- Programms notwendigen politischen sowie rein kulturellen Maßnahmen. Die K u 1111 s g e m e j n d e als Exponentin der jüdischen Selbstverwaltung muß von uns dahin gebracht werden, die Erziehungsarbeit in unserem Geiste durebzuführen, vor allem eine Form des jüdischen Religionsunterrichtes herbeizuführen, und zwar unter besoliderer Berücksichtung des hebräischen Sprachunterrichtes. Mit der gegenwärtigen Schulverwaltung der!Gemeinde Wien, die diesbezüglich Schwierigkeiten •bereitet, ist der Kampf aufzunehmen. Durch eine systematische politische Aktion unserer Mandatare ist d i e vollkommene U eher nah me des jüdischen Schulwesens durch die ■Kultusgemeinde in die Wege zu leiten. Als Maximalprogramm ist im Sinne des ׳Minoritätenvortrages der h e b r ä i s c h e Sprachunterricht •in den Volksschulen anzustreben. Dr. Gelber faßt seine Ausführungen in folgende Sätze zusammen: 1. Der Delegiertentag anerkennt als eines der wichtigsten Gebiete zionistischer Betätigung die jüdische Kultur- und Erziehungsarbeit und verpflichtet die neugewählte Leitung, diesem Arbeitsgebiet ein besonderes Augenmerk zuzuwen'den. 2. ׳Der Delegiertentag verpflichtet -jeden organisierten Zionisten, Se'iife' Kindef jüdisch zu erziehen und sie in der heBräiscften Spräche zu unterrichten. 3.!Der Delegiertentag anerkennt die -Notwendigkeit der Erhaltung des hebräischen Sprachschulwesens durch die jüdische ׳Kultusgemeinde als die einzige autonome jüdische Behörde zur Wahrung der jüdischen Interessen. Es ist bemerkenswert, daß der Referent in der Resolution zwei Forderungen! an den organisierten Zionisteti stellt: 1. Daß er seine Kinder jüdisch erziehe, 2. daß er sie in der h e b r ä i s ch e n Sprache unterrichten lasse. Es kommt zionistischerseits liier zum ersten Male klar die Erkenntnis zum Ausdruck-, daß die hebräische Sprache an und für sich bloß als Sprachunterricht noch nicht!imstande ist, ein jüdisches Kind zu einem jüdischen Menschen ■zu ׳bilden. Dr. Gelber gab ja selbst in seinem Referate zu, daß die jüdische Erziehung bei den 0 r 111 odoxen gedeihlicher ist als es bisher ׳bei den Zionisten war, ja ihre Erfolge selbst auf ■dem Gebiete der Erlernung der hebräischen Sprache größer sind als die Resultate der! hebräischen Sprachschulen, die nicht gewallt waren, auch jüdischen Geist ihren Besuchern beizubringen. Auch die weitere Forderung Dr. Gelbcrs nach der gänzlichen Uebernahtne des zionistischen Scliulwerkes durch die Kultusgemeinde wird sicherlich nicht verfehlen, große Aufmerksamkeit wachzurufen, besonders in jenen Kreisen, •-die•seit Jahr und Tag mit Mißmut die ,zionistische Tendenz beobachten, zionistische Parteizwecke und Parteiinstitutionen durch die Kultusgemeinde zu finanzieren. ׳Bei dieser!Gelegenheit wollen wir uns aber nicht mit diesen Nebenerscheinungen׳ abgeben, sondern das <H a u p t p r ö b I e in der j ii d i s c h e n!Erziehung aus dem Standpunkte der thoratreuen Judenheit betrachten. Die thoratreue Judenheit in Wien hat ebenfalls •brennendes llüteresse am Ausbau ein-22 jüdischen iScliulwerkeis. Glücklicherweise besitzt isiie bereits dank ■der erprießlichen; und segensreichen Arbeit des!jüdischen Schulverelnes ״Talmud- ״ Thora“ eine Volksschule ,für Knaben ׳und Mädchen, eine . Bürger schule für Knaben und eine -Hände, isschnle- Wir glauben aber kaum, daß die oben angeführten Vorschläge und Be- Schlüsse in Wien Verwirklichung finden können. Auf Grund der nationalen׳• Mi nde r he i t s׳r ■e c 111 e wird, die‘ Wiener Juden,schalt kaum!zur ׳Sdhaffunigj eines .Sclw1!iwe!rkes. zu halben seih und -ohne werktätige Teülnaihnne der Wiener ׳' Judenschaft und der ilsraelitiseihen Kultusgemeinde kann -ein soldies!riiidit bestehen■; mußte doch׳ iefte einzige, auf jüdisch-, nationaler Grundlage :stehende Volksschule iin XX. Bezirk in; diesem Jahre aufgelöst werden. , Von den anderen •jüdisch- , nationalen Schu-lsohöpfungeh führt das jüdische Pädagogium ein künstliches und kümmerliches Dasein und nur das jüdi'sche Gymnasium kann auf •größeren Zuspruch hinweisen. Die Wteimer Jiudiensdhaift iwil! eiben Store Jugend nicht jenen Jüdischnationalen anvertrauen■,' die i.n׳ -ihren Schulen nur -eine Vorber.eitungsstätte zur!jüdisahnationalen Landespolitik und zionlbischer Kulturarbeit .erblicken. Hingegen ,würde man ek in allen jüdischen Kreisen, die heute mehr denn je ,die Jugend mit religiösen Idealen er- {ül׳len möchte n׳, g er ne ■schein, wenn d-ie Schande des Schuil1 Zwanges am Sabbat endlich awfliörte. Es ist; für einen europäisch denkenden •Menlschen geradezu umfaß׳־ bar, daß an Schulen,!wo infolge der dichten jüdischen Be-: völkerung 80 bis 90 Prozent der. Schülerschaft Juden sind, der. allwöchentliche Feriaitag — der Sonntag und nicht der Samts-' tag ist, und ■daß jene jüdischen Kinder, die .auf die Hefe-' haltung des Sabbats ,nicht verzichten wollen!, eine unangenehme' Sonderstellung in der K.laisse einnehmen, ■wo sie zumeist den Gegenstand des Spottes, wenn nicht schlecht verhehlter Abneigung seitens des Lehrers bilden. Wenn auch der Wiener Stadtschulrat zurzeit eine Schulpolitik betreibt, die geradezu; religiomsfeindfoh!gemannt werden!muß, die Wiener Judenfcchaft darf hie ׳und nimmer darauf verzichten, daß sie als geseäzMich anerkannte ׳ RelcgSonsge-meiin-sohattt — und nur als R e li g i on sg em ein s c h af t haben wir in Oesterreich eine gesetzliche Anerkennung — in de? Ausübung liihrer elementarsten Rechte nicht behindert ׳werde. Es 351׳ eine sehr formaiie und darum sehr falsche Auslegung des Gesetzes, wenn man meint, unsere 'Religionsfreiheit sei schon dann garantiert, wenn unsere Kinder nicht ׳expressüs verbis zur Entweihung des Sabbats .«1 der Schule gezwungen ■werden. Daß der heutige Zustand de!s ׳Besuchzwanges der Schule an Sabbat eünejr regelrechten Einschränkung der Religionsfreiheit gleächkommt, wird kaum ein Verniinftiger Mensch bestreiten. Um eine solche, micht nur auf dem Papier stehende iReligiomsfrecheiit■ ,zu erkämpfen, müßten alle Richtungen der Wiener Jiudenheit, die an der!Errichtung und) an dem ,Bestände eines jüdischen Schulwesens -lutere,ssa halbem, sich ,zusammenschließen. Den Zusammenschluß auf Grund des iProgrammes der nationalen Minderheitereclite. zu• ■erwirken!,!ist unseres Erachtens unmöglich. •Die erdrückende Mehrheit der Wiener Juidienlhei!t' will uum einmal — dia׳s haben die verschiedenen Wahlen in den letzten Jahren deutlich gezeigt — von nationalen Minderheitsrecih'ten nichts wissen. Die nichtjüdischen ׳politischen ׳Faktoren und •dife gpqfßen• poictisdiien Parteien weiden sich gleiichiialfls mit!!der v׳er!fias׳s11׳n1gsmäßigen Anerkennung einer jüdischen Mimderheitsnatio n! •nichtf *so, schnell ■befreunden.!Hingeigen will man! ׳wterkMich effn lebensfäibiges jüdisches■ Schulwerk schaffen, dais uns den Nachwuchs! einer wissenden und bewußten jüdischen Jugend sichert, dann kann e!s׳!nur!so ge- OOOO^O^O^O^O^O^O^O^O•()•^ Telephon 74»226״ Telephon 74«2*»26 | Wien! I., Graben 12 f (gegenüber dem Trattnerhof) _ Diese neueröffnete, grösste und modernste 5 Werkstatte für Haararbeiten u. Schönheitsi pflege erzeugt Perücken, Scheitel u. Transo jeder Dame persönlich, haftet. י Unsere Einfilhrungsprelse sind sensationell billig I Ein unverbindlicher Besuch zeigt Ihnen die schönsten BublperUcken . . von S 75 aufw. die schönsten Transformationen von S 35 aufw. dieselben mit Scheitel . . . . von S 45 aufw. und werden Ihnen für Reinigen, Wasser- ° wellen u. 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Das ist dis gemeinsame Plattform, auf!der 91011 alle jüdischen (Barteten!zur fruchtbare«: Arbeit vereinen müßten, Wenn!unsere Jüdiisdinatianaien dann Sinne1 eiuizuwi'rken:,!so׳!bleibt ihnen dais unbenommen. ׳Bimstweiten! 111a!11)de.lt es siel« nicht um jüdische Parteitagen, ׳sondern: nun eine Lebensfrage unserer Jugend. ׳Einstwe!'Jen! mag maur sich die ׳erschütternde ■ Tatsache vor Augen hailteni, ■daß von: ungefähr 10.000 jüdischen 1Kindern beiderlei! GescJiilecihts-, die. im vergangenen Jahre dis städtischen׳ ‘Volks-und׳!Bürgerschiiilem besucli'ten, kaum 2000 auch nur ,einigermaßen! grümidiitolies. jüdisches Wiis!se11 ׳erwerben■ und noch den Saibbattag heiligen.. Daß heißt •aibe-r mit anderen Worten, das fast 8000 Kinder, alsoungefähr-׳SO Prozent 'der s׳ül1u:11b!esu!chenden) Jugend!dem iposi-■ ti׳ven Judeinitum so gut wie veriorengehen. Es ,ist höchste Zielt,. daß alle jüdischen ,Parteien, alle .varaintwortllchen Faktoren.!zu: diesem brennenden;Problem einmal ernsthaft Stellung nahmen;. So geht es nicht mehr weiter ... P.' ® NACHRICHTEN. Vereinigung der hebräischen und jiddischen Berichterstatter m Wien. 'Tn der vor einigen Tagen stattgefundenen Generalversammlung der ״Vereinigung der ,hebräischen und ,jiddischen Presseberichterstatter in Wien“, wurden nachstehende Herren in den Vorstand gewählt: 1M. He misch! ״)׳The Day“, ■ New־'York) als Präsident, <M. A. Tennenblatt (״J'iid. Telegraphen-Agentur“) aas •Stellvertreter,. 6.!Haber ׳(,Das ■Volk“, Riga) als Schriftführer, D. Weinstein 4,D0ar Hajom“, Jerusalem) als Kass.er, M. Fuchs: (״Forward“, New-York), J. iKiiiin (״The Je.wi!sh Times“, London), J. Tiger (״Der Moment“, Warschau)!und M. Ungeriield ״)׳Haaretz“, T!el-A׳wiw). ׳Bureauadresse der Vereinigung: 311., ׳Praterstraße 9, Tür 5. Sitzung des Organisationsvorstandes der Agudas- Jisroel-Jugendorganisation Frankfurt a. ׳M. (A- J. P. B.) ■ Sonntag ' den 31. Oktober fand hier eine gutbesuchte Voll- Sitzung deis Organisationsvorstandes der Agudas-Jisroel- Jugend organi sation statt. Es nahmen •außer den Mit- ■ gliedern׳ des Großstadtdezernates an den Beratungen teil: Vom■ G. A> der A- J. Jakob Rosenheinr, Frankfurt, van dem Landeis- verband der Agudas Jisroel für •Deutschland: Rabbiner Doktor Klein, Nürnberg, vom O. V. der A. J. J. O.: Elsaß-Kassel,. Mirjam Gibermann, Köln, Max Gutmann, Nürnberg, Leo Munk. Köln, Dr. Gustav Münz, Nürnberg, Studienrat Dr. Siegmund Stein׳, Köln-Berlin, Sally Weil, 'Berlin, Viktor Wreschner,. Breslau׳ Die Lage ׳der Jugendorganisation wurde eingehend besprochen und auf Antrag von Dr. Gustav Mainz der S i t z der Leitung mit sofortiger Wirkung von Kö,1n nach Frankfurt a. M. verlegt ׳und das bisherige Großstadtdezernat mit der ,Bildung des Organisationsvonstandes b!eauftragt. Auf Vorschlag von Gutmann, Nürnberg, wurde auf Grund von in Zürich geführten Vorverhandlungen ein!enges Zusammenarbeiten mit den westeuropäischen Jugendorganisationen der Agudas Jisroe-1 beschlossen. Am Schlüsse der zwölfstündigen Sitzung, ■dankten in bewegten Worten Fritz Stern, Frankfurt, und Studienrat Dr. Stein der bisherigen Kölner Leitung und insbesondere ■dem Vorsitzenden Leo :Munk fiir ihre unermüdliche Tätigkeit für die A. J. J. O. ' und gaben der Hoffnung Ausdruck, daß der neue Vorort die von Direktor Lange S. A. einst gewiesenen Wege ׳weitergehe! Der Sabbat der jüdischen Schüler ln der Bukowina! Czerno w-itz. (A׳JP!B.) Der Unterrichtsminister Petro- V'üC'i Ihat die Sabbat erteichteningan,;welche beredte früher auf Grund der /Intervention des *Obera/bbiners von Kischenew, Senator Zirelsohn, fiir die jüdischen Kinder in Beßarabien gewährt wurden, auch auf die Bukowina ausgedehnt. Der Minister erteilte den ׳Auftrag, daß an allen Volksschulen' es den Eltern!jüdischer Vol ks $ ch ul k ander freistehe, zu verlangen, daß ihre Kinder nicht gezwungen werden, am Sabbat in der Schule zu schreiben und daß et ihnen auch freistehe, am Sabbat vom Unterricht fernzubleiben, so daß ihnen die Absenz nicht!zugerechnet wird — all dies jedoch vorausgesetzt, daß die Kinder den gesetz- ®dien Anforderungen entsprechen,!indem!sie durch häuslichen Fleiß das Fehlende ersetzen.