Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 42 (15.10.1926)
- Date
- 1926-10-15
- Page
- Seite 289 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 42 JÜDISCHE PRESSE Seite 289 &00»04»0«»0€»04»04»0«04»091 Telephon 74»2■26 Telephon 74■2■26 ׳00 o i i 1 § o « i § o § 1 « o I i i § o o o כס«!heit ׳zur paneuropäischen Bewegung Stellung nehmen wollen, ,müßten wir uns vor allem fräsen, was sie uns ׳bieten kann, sowohl demi!Menschen als׳ .auch ׳denn Juden 111 ׳ums und oib ׳ihre Ziele mit dern Wesen des Jud.ntums sich vereinbaren lassen. Paneuropa bedeutet, wie bereits oben erwähnt, eine dreifache Bejahung Europas: a) politisch, b) wirtschaftlich, c) kulturell. Politisch bedeutet eine ׳europäische!Einheit das Au׳fhören von europäischen ■Kriegen, das Zuriickstelleu nationaler Zänkereien •und׳ Eifcrsiichjteile,ien und Lösung der nationalen europäischen Präge i׳m ,großzügigen! übernationalen! Sinne. Man sollte meinen, daß es also zumindest in dieser Hinsicht, nach den!Erfahrungen das letzten Krieges!, keinen denkendien Menschen gibt, der nicht Paneuropäer wäre.!Leider aber gibt es .noch deren ahzu viele,!und das erstaunliche 1i!st, daß vileil Juden, die sonst das richtige Wittern 11gsver.mög;n für :kommende Bewegungen haben, in nationalen Ideen verrannt sind. Wir wollen inlicr nicht untersuchen, wie ■weit der jüdische Nationalismus mit religiösen Gedanke,ngängen verknüpft werden kaum. Tatsache!i!s׳t, daß der ■juiiigjüdiische National Ismus s>i!cfl1 von anderen Nationalismen nur ganz unwesentlich unterscheidet und sich als Ideal einen modernen, jiationalen Staat vorteilt_!Es mag sein, daß der jüdische Neoiiatlonalismus bei seinem Entstehen vor dreißig Jahrein ■zeitgemäß war, heute ist er überholt, und nachdem cs sich hier um eine weltliche: Bewegung handelt, reaktionär. Denn zur gleichen Zeit, in der di. fortgeschrittensten Völker daran gehen, ihre engen politischen, wirtschaftlichen und auch kulturellen Grenzen zu überwinden, sind die Jüdisohnationalen mit allen Kräften bemüht, ein nationales Gefühl zu schaffen, es zu stärken, das nationale Ideal 211 verwirk!ich; 111. ■Dasselbe Judentum also, das in seinen Wien» I., Graben 12 den?Tra ttnerhof) Diese neueröffnetet grösste und modernste Werkstätte für Haararbeiten u. Schönheitspflege erzeugt Perücken, Scheitel u. Transformationen, für deren allererste Qualität der internationale Meister Karl Schiroky jeder Dame persönlich haftet. Unsere Einführungspreise sind sensationell billig! Ein unverbindlicher Besuch zeigt Ihnen die schönsten Bubiperücken . . vonS75aufw. die schönsten Transformationen von S 35 aufw. dieselben mit Scheitel .... von S 45 aufw. und werden Ihnen für Reinigen, Wasserwellen u. Reparieren Ihrer alten Perücken die billigsten Preise berechnet. 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Wir wollen hiebei ganz davon absehen, •daß dieser jüdische Nationalismus sich scheinbar dessen gar nicht bewußt ist, daß man ihn als Vorspann des Imperialismus gegen die islamische Welt benützt, daß sein Schicksal mit dem Erfolg der Mandatarmadit auf Ge diel 1!uinid' Verderb verknüpft (ist und daß ein Mißerfolg oder eine Schwankung inmerihalb de,r eniglilsehen Außenpolitik genügt, um den Zusammenbruch des Juden- Staates lierbeiztifüliren. Wir nichtnationalen, religiösen Juden müssen uns zum politischen Paueuropa bejahend steilen, denn die religiöse Frage wird durch die Bewegung überhaupt nicht berührt. Ein vv i׳r fcs׳o,h af t li c,h e!s iPane uropa־, das bedientet das Fallen der ׳Zollgrenzen, •das Aufhören der unwürdigen Nachkriegszustände, das Schaffen eines einheitlichen Wirt- ■Schaftsgebietes, Rationalisierung!der Wirtschaft, vor- ׳billigende Massenproduktion, mit einem Worte die Möglichkeit, die Vorteile des amerikanischen Wirtschaftslebens auch auf ■unseren Kontinent., soweit ׳dies möglich ist, zu übertragen. Auch gegen diesen Programmpunkt läßt ׳sich wohl nichts einweuden lind jeder nicht parteiisch beeinflußte Mensch muß demselben .zustimmen.!Es bleibt also nur noch die Frage offen,!was haben■ wir :s eeil'i's ■cii mit lEturopa gemeinsam, was mit dem Begriff eines jetzigen Europa einer ״europäischen Seele“. Seele, das ist ׳das Tiefste, U!ndefinierbare, Göttliche im ,Menschen ׳und wir Juden können für eine rein irdische Idee nicht unser ׳Bestes hergeben. Aber liegt denn nicht eine friedliche Vereinigung der Völker im Sinne de׳r Religion? Auch versteht die paneuropäische!Bewegung unter dem Schlagwortc europäische Seele diie innere iZusammengchörigkeit!europäischer Kulturformen ■in ■der!Literatur, Kunst. Wissenschaft, Musik ■und des ganzen geistigen Lübens. 11n ■dieser!Hinsicht ■besteht Pancuropa schon,!denn all dies ist international und ist das!jetzige Pancuropa bereits ■von!Männern wie (Barbusse, iHauptimann und Romain Rolland längst verwirklicht. /Auch wir Juden, die wir mit der europäischen!Kultur aufs engste verknüpft!sind, und!für die wir, seitdem uns die Möglichkeit geboten wurde, auch Schönes leisten, ׳können nur eine >I!ntennatiouatlität ׳des Geistes auf ■das leibhafteste begrüßen! und:!ums daher in׳ diesem Sinne mit der!Schaffung ■einer übernationalen׳!Gelstcsgemeinschaft erklären. Auch!sind gerade wir .Juden,!die wir •in so vielen Ländern1 ansässig sind und die!Nachteile eines übertniebenen!Nationalismus noch heute ■im eigenen Körper verspüren, wohl am besten geeignet, ׳für diese große, völkerverbindende,!internaBanale Idee zu wirken ■und also sozusagen der Sauerteig ■unter den Völkern zu sein. Wir, die!wir inn Mittelalter hinter den ■engen!Ghettomauern versperrt waren, gerade wir ■müssen uns diese Idee eines ganzen Europas, in dem alle!Grenzen fallen, :zu eigen machen und auch an unsere religiösen Organisationen ergeht der Ruf mitzuheifen, ■111m der schwer geprüften 1Mensoliü!!eit' ׳ewigen: Frieden 011• geben. ■&. Von der Erez-Jisroel-Arbeit der Aguda im »Jahre 5686. D׳a:s Jaih'r 56SG!bildet cimen bedeutsamen Wendepunkt ln d׳e׳r Tätigkeit ׳der!Palähtinaizenirale der Agiuidiais Jisroel. Ist doch :׳n ׳diesem Jahr der Grundst1e׳it1 zu der KalonLsatioiTitsarbellt der Agudas JIsrael ln Erez Jisroel gelegt worden. Während elne1r:se:itis ׳Kiulscihaine;für die ׳n׳e׳ucr1worlbenen Ländereien! von. Olam und Maid her in!der ׳Nähe von Tilberias nach;langwierigen. Verhandlungen mit den arabischen! ■Vorbesitzern ׳erteilt wurden, bat andererseits die ׳Bewirtschaftung des bereite ,früher erworbenen Bodenls bei. 1Ilksail lim Tamms vorigem! Jabrie begonnen. Diese erste agndiistii&ohe Kolonie .in!dar Nähe der Eiser!bahnstallein Aifule!!m!Herzen!!dies ׳Emelk trägt den!Namen׳ wM a chane h J li s r 0 ׳e 1“. Die ׳erbte Voraussetzung 12u׳r Kaloniiegnündiiing bestand in wdelhietr׳ ein Lehrer für dliie Jugend nicht m finden׳!ist. Diei Welt ׳besteht nur wegen der Schulkinder und Jerusalem ■wurde 2erstört, als ikeülne Schulkinder da waren. Wenini die Schrift ■sa!g;t: .Rühret meine G׳esai.lbten׳ nicht •an“,!so meint sie die Kinder. ■Das . Symhedriom ■ging!in diie Verbannung, aber die Scihedhiinalh bliiieib ü» Jenuisaileim .zurück!, diie Priester wurden vertrieben, aber die Soiiddiimaih blieb weiter, 011s a'bl.lr!die Kinder :ilir die Verbannung mußten, ׳da zog!auch die Schecihinaih wog, so w!ie* es heißt: .ihn.: ,Künder :s;ilnd ■in iGelfaugenisohaift gegangen׳ vor dem Feiind 1!ä,.! gegangen!ist von! idier Tochter Zions all!ihr!Glanz. Zwei grat f Philosophen waren unter den׳!Heiden׳, iBii’jeam, der Sahn ■ Bau:.•, und .Abuiiimus Hagardi; einanal wurden, ׳sie gefragt: ״Könn!e!1 w!ir gegen dieses Volk (die Juden) bestehen״. “?׳Gehet ln ׳ihre Synagogen“, antworteten s!ie, ...wenn׳ ähr!diie Kleiinen sehet, wie riie mit ׳ihrer Stimme ׳zirpen, so werdet ihr; nicht׳ können, wem!;! aber wichil, so wendet!:Ihr es vermögen.. Denn, das ist es, was ml :ihr Stammvater •schon versicherte■:!Die Stilmime!ist düe St!־: _• JaikoibSi, aber die Hände sind die Hände lEsaus.“ So lange die i:nme■ Jakobs in den׳ Synagogen 1und Lehrhüiisem gehört wL, ל■ nid1 die Hände Esaus ׳.umwlirksam׳. Es. war dös Verdienst der!Kinder, daß die Generation, die!in ׳den Tagen: Mordadiats :׳ebbe, ,gerettet; iwundle. Denn 1h der kriibisdhen 1Nacht des Dramas,, aäs n ״(!än den Galgen!!für Mordeaha! vorbereitet hatte,!fand er ■den;Ictztieren׳ im!der •Schute sitzen׳ und diie1 Kinden, 22.000 ■an! der.Zahl, beim Lernen der Thora, •in Säcke, •gehüllt und •weinen. Haman leß sie alle :in ׳eiserne Fesseln!werfen! unld durch Wächter strenge bawachen, nun sie insgesamt׳ am nächsten ■׳Morgen ,v..1 töten. Ihre!MütiLr!brachten,!ihnen Brot und Wasser,;:über $׳L lasten •ihre Hände auf ihre ׳Bücher!und schwuren!beim Leiben •Vir^dechafis. ihres!Lehrers, daß sie nichts! essen! oder trinken, ■: ndern 1fasten׳d sterben würden. Dann aber schrien sie Laut, bi:■׳;׳ Jr Geschrei izium H!i!m1ma1! kam• Da hatte sich die Banmavr.׳.־. g tyelüt ׳Gottes geregt und׳ er ׳verließ den■ Richtierthiron;, um siai!!.,׳! •«■■׳den Thron• der'.iBanmhenz'gkeiit׳!zu begeben. Sodann spach er־ (V!a;s!ist׳!das für ein Laut, den• ich 'höre, so wie von ■Zicklein 1•;.׳' Lärrnmletm?“ Da stand M:os»e׳s׳. «n.ser iLelbrier, a׳u!f vor Go 11 :׳:;fd sagte: ,eHerr des ׳Weltalls,, das: sind nicht Zicklein und•;. jmrmleiin׳, sondern ׳die Kleinen von׳ Deinem Volke, die 0 Tag״ und1 3 ׳Nä׳c1h׳te gefastet habeni, •und־ morgen! saileni sie geschleckte: hv׳er׳den wie ׳Zicklein ׳und Läimimilieiin.“ ln diesem!A'ugenibüv'k brachte es Gott hervor, daß der Schlaf des Königs ■gestört wurde!, und so kam ׳die׳ Rettung. Die zwei Grafen Coudenhove. Der Schöpfer ■der Parteuropa-ldee. Graf ׳Coudenhove- Kalergl, war anläßlich des ,paneuropäischen Kongresses, der in Wien■ abge'halten ׳wunde, Gegenstand van begeisterten Ovationen, wie sie ׳wohl selten: jinem in so jugendlichem Ader stehenden Manne ,zuteil wurden. Man feierte den gen.alen Mann, der durch die Macht seines, von, denn höchsten Idealismus erfüllten!Geistes so zahlreiche!führende Persönlichkeiten׳ unseres öffentlichen Lebens. Staatsmänner. Politiker, Philosophen, Dichter und Künstler ln den Zauberbann seiner Persönlichkeit gezwungen und sie zu Mitkämpfern für eine Idee gewonnen, hat,!durch denen Verwirklichung die Menschheit unreinen'©roßen Sdhrltt vorwärts gebracht würde. Soviel nun■ auch ׳über den so gefeierten Schöpfer .Paneuröpas, Coudenhove-Kaleigi, über seine geistige!Entwicklung, über seine bewunderungswürdige theoretische Erkenntnis und. ■praktisches!Arlbeiten vereinigendes Streben 211 lesen!war. so!war kaum hi׳e ״und da mit ׳einigen Worten ׳die Bemerkung zu •finden•, daß er de!r geistige Erlbe seines ■edlen, hochherzigen und hochstrebenden Vaters, des Grafen Dr.!Heinrich, Coudenlhave ist. Welch ein von dem i dealsten Drange י nach Wahrheit und G נ recht igkeitsliebe beseelter!Mann׳ Graf Heinrich Coudenhove gewesen, das können wir aus!dem umfangreichen/ Werke ersehen, das er vor fünfundzwanzig Jahren■ unter ■dem Titel ״Das Wesen •des Antisemitismus“ veröffentlichte,!Es ist dies ein Werk, in welchem er als begeisterter Verteidiger des Judentums und als gelehrter, scharfsinniger ,Bekämpfer einer geistigen Seuche! des Antisemitismus, erscheint.!Wir wollen an dieser Stelle den Schöpfer!der paneuropäischen 1Idee ehren, •indem wir seines Vaters gedenken. Graf Heinrich Coudenhove war akes ׳eher als ein iPihflosemit. als er sich mit der Judenfrage intensiv au beschäftigen begann und das!ungeheure, von gründlichem Studium!zeugende Material sammelte, das er in seinem Buche verarbeitete. Wenn man — sagt er■ selbst — als ich vor;mehreren Jahren• mich entschloß, ׳die Judenfrage 2u studieren ׳und!über dieselbe 211 schreiben, mich gefragt!hätte, ob das Werk antisemitisch ausfallen!würde, so hätte ■ich diese Frage wahrscheinlich bejaht. — Er ׳ist durch ein Jahre hindurch •betriebenes, ernstes ■uind lediglich von Wahrheitsliebe geleitetes Studium 2um Philosemiten geworden. Das unterscheidet den Grafen allerdings ׳wesentlich von ■so vielen, die über dieses Thema, ausschließlich mit Vorurteilen genährt •und gesättigt, schreiben und dabei sich begnügen, ungeprüft all das zu wiederholen, ,was .verlogene Judenfeinde vor ihnen geschrieben haben.!Graf Heinrich Coudenhove kommt In seinem Buche tzu dem Resultat, daß der Antisemitismus in erster ■Reihe aus dem religiösen iFanatismus 211 erklären sei׳.!Er aber will gerade als gläubiger Christ den!Beweis führen, daß alles Heil, aller Segen der Menschheit von den Juden komme. ״Dieses Hell“, sagt er an einer Spendet für den 1/!i? dar Ajas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse tl Backe, backe Kuchen, Der Bäcker hat gerufen, Ceres״Kt1chen soll es sein Ist gesund und schmeckt sehr fein. .MLr.iaiU »V י• * » 0 der Hachsc 11anah, das heißt dier Vorbereitung des Bodens,!und Schaffung von!Unferbririgiuigsmlöglichikeiten für ׳die ׳ersten! ■Amsiedle«־. iWar auch! der.Boden bei Iksai bereits!früher durch di׳e araibilschien Vorlbe!si׳t׳zer bearbeitet!worden, ׳so war!er!doch׳ •niicht in!dem Zu®tan!d, mm den!zahlreichen europäischen Kolonisten, welche den Boden! von der Paliästlnazentrale ׳erwotiben batten, zu!genügen.!Große Strecken des Boidens mußten!zunächstentsteint!wenden, mehrere Brunnen gegraben!und■ die erstem Wiege angelegt werden. Am 1:6. Tarnte wurden mit etiwa 30 Ariieitem di׳es׳e Vanbeireitiingsaribeiten im Angriff genommen. Gleichlzeitig ‘biegamin man durch Aufstellung eimifacher, Höllzbaradken Unterkuoft'simüßiilC'hikieit ifiir die Arbeiter :zu schaffen■׳,!ebenso durch AmlisteKrumg ■von Holzhäusern und ׳späte!־ von! Sfca«ß!2ie!gd־!1.äusern, dem ibelsten!Ersatz für ■Stembaiufcen!, Heimstätten für die Bodenhesitzer!zu ׳errichten. 'Im Laufe!der .nächsten Wochen wurde -unter Leitung ׳eiines ,erfahremen 'Gärtners!eine Baumschule angelegt, ׳welche!bis ■jetzt ׳ülber 15.000׳ Bauimpiflanizien zählt.!Es versteht sich von selbst, daß׳ auch; ׳für die reiigiösen und isainiiifänen Beidünfnilssie der Arbeiter und Ansiedler gesorgt wurde 1Ei׳n kleines Schulhauß, eine iMükiwoh, eine ׳Rabbinerwohnung und eiirn' einfacheiä (Braiußelbaid!wunden alsbald׳ geseihaflfen. Die ׳Zahl der Arbeiter und ׳Ansiedler •nebst ihren Famklen׳ iwuahis alilfnäihlliich bis. aiuit 120!Personen׳. Diesen .Vorbereiitungsainbelten lag der ursprüngEche Plan Stelle, ,;Ist für iMi,Ulanen Menschen heute wie vor Jahrhunderten der Glaube, -daß wir!aile Kinder eines Ehepaares und daher Brüder, alle Geschöpfe eines allmächtigen ׳und׳ allgiitigen Gottes sind, der die!Welt erschaffen und!unser Geschick b:2herrseiht und leitet, ׳daß wir eine unsterbliche Seele besitzen, die für die!ewige Seligkeit!bestimmt ׳ist. Dieser!Glaube;ist von den Juden gekommen, von jüdischen!Propheten ausgesprochen ■worden, in!jüdischer ׳Sprache sind diese Worte erklungen, die das 'Heil, den Trost,!die Seligkeit von Millionen Menschen., Christen und Moslims ausgemacht haben und noch ausmaoben ... Das i׳st es. was di!e! Weit ■Tsra׳el verdank!.“ ■Graf •Helnricib ׳Coudenhove ׳wußte gar wohl, ׳daß er, der!in! voller Unabhängigkeit leibte, wie alle, die sich! für die Juden ׳elnsetzen, sofort dem Verdachte verfallen werde, ein Judenlknecht oder zumindest ein Judenstämmlimg ׳zu sein und ais ■solcher verschrien zu werden׳ ,׳Er.Ist allerdings ln der Lage, daraufhinzuweisen, daß sich ■in dem Stammbaum seiner Familie — eine! wahre Seltenheit — nicht die geringste Spur :jüdischen Blutes finde. Aber wohl ,zum Entsetzen mancher seiner ■hochgeborenen Stamdosgenosseni und sicherlich ׳zur .Erbitterung al!ier niedrig denkenden Judenfeinde, ׳erklärt Graf!Heinrich!Ccuderuhove überdies noch ausdrücklich, daß ׳״wenn!dies der ׳Fall wäre, so würde ich dies nicht nur •nicht verschweigen, sondern es geradezu freudigsfc bekennen, weil ich stole; wäre auf ׳e bne mögliche S ta!mm ve!rw a nd׳ts cihia f t mit ■dem ■heiligsten!Männern annud Frauen, die je auf diesem Planeten gewandeLt s׳i׳n׳d.c‘ Mit vernichtendem Sarkasmus wendet sich! Graf Heinridh Coudenhove gegen die 1Rassenantisem׳iten., Bevor er s׳ldh in Europa mit dar Judenfrage besdhäftigte. hatte enwährenid seines volljährigen Aufenthaltes In׳ Japan ©rundliche etthnagrapiiische Stiddien ׳betrieben ,und ihm erschien dar Rassenhaß als der Ausdruck ׳einer Persönlichkeit, die auf niederen Stufen moral!- scher Ausbildung ■steihen׳ geblieben. Mit dem treffendsten Spott verhöhnt!er •insbesondere ׳jene 'Rassenantisemiten. die ■da glauben, sich!nebenbei!doch: ■noch auch den Luxus gönnen zu dürfen, gläubige Christen oder europäische!Kulturmenschen U sein. lEr beweist mit ■dem Aufwand großer Gelehrsamkeit und zugleich mit aller satirischen Schärfe, daß der Rassenantisemitismus, inolens voiens. gezwungeni wäre, dem Christen- Einjähriger Hanflelskur» TViOlld* Einjähriger Handelsfcur» Talmud -Thora - Schulverein Volksand BQrgorschiils für Knaben und Mädchen Wien, II.y Halxgasse 14 Oest. Postspark.-Kto. 182.159 Spendet fflr das älteste und grösste Jüdische Schul werk Wiens I