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Jüdische Presse · 1926-10-15 · 42 (15.10.1926) · p. Seite 288

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
42 (15.10.1926)
Date
1926-10-15
Page
Seite 288 (sequence 2)
Language
German
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Seite 288 JÜDISCHE PRESSE Nr. 42 niiiiiiiiinmgingjiniijn 11 ® ffl Kohlen-, Koks- und Kolzgrosshandlung I. WaBlnerstrafte 8 la Obsrschlesistfie la Oberschlesischer la Englischer Tel. 69-3-46 sowie la hart-und Blindholz Sack- und fuhrenweise Belieferung von 100 kg aufwärts franko Keller und Küche!Plombierte Säcke und Kontrollorgan bei der Zustellung! 2 ol des Fakturenbetrages für jüd. Ver- Io eine nach freier Wahl des Bestellers m a ® m a ® a ® a ® □■□■□■□■□■□■□■□■□■□□■□■□■□■□■□■□■□■□■ם ם ■ y Billige Preise! . BiSüge Preise! R □ D ■ Die schönsten und modernsten werden erzeugt durch das altrenommierte führende jg Haus in Dauerwellen und Haarfarben S ■ □ □ ״ ■ Spezialperückenmacher und Damenfriseur g g Wien, I., Mahlerstrasse Nr. 5 g g Telephon Nr. 77-0-54 g Borenstein & Markus Wien, II., Hollandstrasse Nr. 1 Telephon Nr. 4S-7-67 Werkstätte für feinste Herren- und Damen- Garderoben nach Maß. QhneSchattnes Samstag und Feiertage geschlossen. Lieferant sämtlicher orthod. Vereinigungen. ׳ macht .gegen das Bestehen mehrerer gleichberechtigter Gemeinden ins Feld führte, •sind die Veriwaltungss c h w i e rd g k e i t e 11, denen sich bei solchen Zu• landen die (Regierung gegeniibersehen würde. Dieses Argument ‘bedarf einer Diskussion nicht, denn die Schwierigkeiten, die in anderen!Ländern mit den Erfahrungen eines halben Jahrhunderts in bezug auf diesen Zustand gemacht worden sind, sind so geringfügiger Art. daß eine Verwaltungskunst wie die englische ihrer leicht ■Herr werden dürfte. IWenn m!an!jedoch tiefer schürft,!so ergeben sich ans den Ausführungen des ■Vertreters!Englands neue und überraschende Gcdankengängc. Auf der einen Seite steht der rocher de bronce •des!Mandates!mit seiner Tendenz auf ein 1jüdisches Nationalheirn, ׳auf der anderen Seite steht der durch die Verordnung ׳vorn 15. Februar 1926 kundgegebene!klare ׳Wille der englischen Regierung, die Ge- •meinde Palästinas auf religiöser Grundlage aufzitbauen. Wir wollen nicht so vermessen sein und etwa annelimen, daß nunmehr die ׳Mandat arm acht sich ganz auf den Stand- Punkt der Orthodoxie ׳stellt, also Religion und Nation identifiziert oder jede religiöse Tat •als Ausdruck des nationalen Wollens ansieht, •jedes nationale Wollen nur dann für ■berechtigt hält, wenn es sieh nach Ursprung und Ausführung religiös •gibt.!Da wir, wie gesagt, diese Aninahme ׳der englischen Regierung nicht unterstellen wollen und!können, so ׳bleibt nur übrig, daß die Bildung und Tätigkeit der Gemeinde losgelöst wird von den Maßnahmen, die ׳zur Erfüllung der Miandatsaufgaibe führen. Es ׳bliebe sodann die Aufgabe, für die Betätigung des nationalen ׳Wollens ein anderes Forum und ein •anderes Aufga׳beng׳ebi׳et •zu schaffen, als es •dem Begriff nach in den ׳religiösen Gemeinden verkörpert ist. Eine Gemeindevcrifassung für Palästina würde daun aber gesetzgeberisch nichts anderes bedeuten,, als eine Geimeindeverfassung etwa für Polen oder für Amerika. Niemand verkennt, daß die künstliche Verquickung ■zweier vom Gesetzgeber selbst als heterogen betrachteter;Elemente, des nationalen!und des religiösen, zu nnlösbaren Komplikationen führt und führen ■muß; das gellt sowohl aus den Aeußenuigeu des Vertreters Englands selbst, als auch aus den ׳Bemerkungen in der Diskussion kila׳r hervor, und deshalb,!konnte der ■ Vertreter Englands nichts erwidern auf die, Anregung von Madame Wiokscll, welche bei der. Voraussetzung, daß den einzelnen Christliehen ■Konfessionen in' Palästina sicher kein Atom ihrer Selbständigkeit •geraubt werden soll, dasselbe für die nach ׳Griumdanschauuiiig getrenntem ׳Gruppen linneirha'Jb der Juden- ׳heit ■beansprucht. Alis dieser!Komplikation erklärt es sich ferner, ׳wenn ein Mitglied der Mandatskommission be- ■hampten •konnte, daß ׳die Orthodoxie ■keine;innere Stellung zum Nation׳alh׳eim hat.te“! ־•. Aus all de׳׳m geht hervor, daß nicht einmal die kompetenten Stellen, geschweige denn die breite Oeffentlichikeit ■über die innere Stellungnahme ׳der Thora und des Thoravolkes izu Palästina ■genügend aufgeklärt •sind. Wo'hl klingt es ׳wie eine Verheißung, ׳wenn die Referentin auf die •eigenartige, merkwürdige Tatsache aufmerksam •macht, ׳daß bei׳ der Orthodoxie viele Dinge• a!l׳s religiöse Aktion betrachtet werden, die ׳man!sonst;in der Weit als Aeußerungen des politischen oder wirtschaftlichen Lebens anztisprechen pflegt. Wir sehen in dieser Aeußerung die Er- Öffnung einer segensreichen Perspektive. Wir sind ferner überzeugt, daß die!Mandatarmacht bei ihrem ernsten Willen zur Gewährung absoluter Gewissensfreiheit das Nationalheirn doppelt freudig den Juden erschließen wird, ׳denen (Nation und Religion identisch ׳ist und die •gerade deshalb der orientalischen •Auffassung über das Verhältnis von Nation und Religion am nächsten stehen. Unsere Gesinnungsgenossen hi Palästina kämpfen einen weitge׳sd1icl1tlid1eu!Kampf, sie •kämpfen ■unter der Fahne, der noch nie der Sieg ■versagt geblieben ist. Are. Paneuropa und das Judentum. Von befreundeter Seite wird uns zum Pro- 1blem ״Pane u rf0!p׳a“ folgender Aufsatz zur Verfügung gestellt. (D. Red.) Coudenlioves Appell geht an alle, insbesondere, an alle diejenigen, die in Europa leben, nicht durch Vorurteile verblendet sind ■und aus den!Schrecken und Greueln der jüngsten Vergangenheit sich nach einer besseren und friedlicheren Zukunft sehnen. Coodmhoves Programm bedeutet die Zusammenfassung der europäischen Nationalstaaten ■in ׳einen Staatenbund, eine Zwischenstufe auf dem Wege zur Vereinigung sämtlicher Völker, in einen einzig großen wahren Völkerbund. Es bedeutet die Vereinheitlichung unseres Kontinents in politischer und wir!- schaft׳!fGher ■Hinsicht. Es ׳bedeutet ferner den . Ersatz alliiergebrachter Ideale durch ©in neues ׳und höher gerichtetes.!Pan- ׳etiropal :bedeutet also nicht nur politisch׳ und wirtschaftlich, sondern auch ideell die Ueberwindung der uns umgebenden engen Schranken, die Schaffung eines europäischen Geistes und einer ״europäischen Seele“. Paneuropa ist nicht die Vereinigung Bmropas, um alsdann eünhetifclüdi amd ׳geschlossen gegen Außeneuropa 1i!n Kampfstellung aufizutreteni. sondern es ist. wie;beriaits erwähnt, eine Vorstufe zur Vereinigung aller Völker auf d-r Erde, Paneuropa ist keine bloße Utopie, sondern realisierbar. Es genügt, uns vor Augen!zu! halten׳, daß vor huinidlert Jahren auch Italien und Deutschland noch aus;einer Reihe von kleinen Ländern• bestanden haben, ■daß m!am damals• die •Schaffung von einibeftili'clien Reichen auch als Utopie ׳bezeiiclinete. Man, wende nicht ein, daß der ׳Schaffung ׳eines •einheitlichen Europas die Verschiedenheit!in der Sprache gegeniibersteht, denn es gibt auch im Nachkriegseuropa!eine Reihe von Staaten mit v׳erschied ׳:insprachiger Bevölkerung, welche, wenn wir von dem künstlichen nationalen Hader absehen, sehr gut miteinander auskommen. Paneuropa wird, wie Coudenhove sehr richtig sagt, durch die Technik erzwungen.. Unser Kontinent ist ׳infolge der verbesserten Verkehrsmittel klein geworden lind sowohl Technik als auch Wirtschaft drängen auf Ueberwindung der Grenzen und Vereinheitlichung. Paneuropa betrifft alle ׳diejenigen, die in Europa :leben und denen das Wohl Europas am Herzen liegt. ■Wb haben wir Juden ׳uns zu dieser ׳Idee zu stellen? Betrifft sie uns überhaupt und darf unsere Stellungnahme eine ■bejahende: sein? Für diejenigen Juden, die außerhalb Europas, zum .Beispiel in Amerika, leben, kommt eine ■praktische׳ Stellungnahme für Paneuropa nicht in Frage. ׳Für sie handelt es sich im allgemeinen, prinzipiellen, die Gedankengänge der paneuropäischen Idee, die ja im weiten Sinne •für die ■ganze Welt gelten, zu unterstützen oder ׳abzulehnen. Für uns ׳ist jedoch die• Frage nicht akademisch, sondern wir müssen zu dieser neuen Idee in irgend einer Form ׳Stellung nehmen. Sind wir in de:r Lage, als jüdische Gesamtheit diesen! Problem gegenüberizutrieten׳? Wir besitzen ©ine eiimbaÄdi© Beiwegumg nur auf religiöse im Gebiete, und auch diese unsere Organlsatiion nimmt eigentlich ׳mehr eine Partei-, bezw. Kampf- Stellung •innerhalb des Judentums ein, als eine repräsentative Stellungnahme nach außen. Wenn wir •in Europa ■lebende Juden ■in unserer Gesamt- MB *|4g _- <|<^| EN DETAIL Samstag geschlossen! Samstag geschlossen! Erziehung im rabbinischen Zeitalter. Ueb er Setzung aus ׳dem Englischen ׳des Rev. •M. Zeffertt von Dr. Josef L öw y. Seit undenklichen Zeiten war ׳die Erziehung der Kinder jedem Juden eine der höchsten Aufgaben. Schon von dem ersten Stammvater• sagt die Schrift: ■Denn ich habe ihn erkannt, damit er seinen Söhnen und seinem ׳Hause nach ihm befehle, daß sie den Weg des ■Ewigen beobachten, um Gerecht.gk׳eit und Riecht auszuiiben. Diese Tradition des ersten Patriarchen, hat sich unmnterbrochen viele Generationen hindurch weiter erhalten. Im Zeitalter der Tanaiten ist diese ׳Erziehung die Lebensader des jüdischen Volkes geworden und die Bedeutung dieser Tatsache ׳ist ׳der richtigen Einschätzung des Wertes •der Er- Ziehung vom ׳jenen großen Lehrern zu verdanken. Die Tumaiten lebten in einer äußerst Kritischen Periode der •jüdischen Geschichte. Der jüdische Staat war. zusammengefallen und das Judentum hatte aufgehört eine politische Macht zu 1s!e!in; 'in •ihren Händen ■lag daher ׳die fernere!Bestimmung ׳des Volkes, ihnen war es anvertraut, welchen Weg die zukünftige Ent- Wicklung des Volkes ■m!nahmen hatte. Sie .sahen jstzt, ׳nach, dem Verluste des Landes und ׳des Heiligtums, daß das einzige Heil Israels und alle seine Hoffnungen ׳in der rührigen Pflege ■seiner •Nalionallih2!ri1 tn!r!liege, ■und so entwiokäten sie alle ihre Kräfte und Fähigkeiten fiir dieses Ziel. Sie!setzten das Wenk fort, welches mit dem Abschluß des!biblischen Kanon■ sein Ende ׳fand und so erwies sich die Bibel als mächtiger Bau, der gleich einer uneinnehmbaren Festung allen Stürmen politischer Eriguisse trotzen konnte. So kam es. daß trotz ׳des verlorenen Landes und des zerstörten Tempels nichts anderes vorgefallen ׳war, als daß das Leben des Volkes •in eine andere Richtung abgelenkt wurde. ׳Das jüdische Volk konnte seine Aufmerksamkeit seinen geistigen Schätzen zuwenden, so wie nie zuvor in seiner langen ׳Geschichte. Die Thora wurde •immer von den Rabbinern ׳in einem doppelten Licht gesehen, in einem theoretischen und praktischen. Si׳e war die Quelle der Religion des Volkes, sie war aber auch ׳der erste Leitfaden fiir die Erziehung. Diese beiden Arten der!Beobachtung waren in Wirklichkeit eine, denn Re- '!ligion und!Erziehung waren unlösbar miteinander verbunden. Gottesfurcht ist der Beginn •des Wissens. Erziehung hieß die Anleitung, zum Verständnis •der Thora' mit Berücksichtigung der praktischen Ausübung der •Gebote geben.!Das Studium der Thora iibet'wog alle anderen ׳Gebote. Es lag im Bereiche der Möglichkeit■ füralle, denn■ es gab weder eine Gelehrtenhierarchie in ■Israel noch ■war die Thora das Monopol irgend eines Standes. Jeder Jude hatte vermöge seiner Geb u r t ein Recht auf ׳Bildung. Die ■Lehre, die uns Moses befohlen, ist ein Erbgut für die Gemeinde Jakobs. Von den drei Kronen, ׳die Israel allein Vorbehalten waren, konnte mir die Krone der T,h01־a von jedermann erreicht werden. Derjenige. de!• sie errungen'hatte, stand in solchem Ansehen, als ab er alle drei erreicht hätte, er war König, Priester und Gelehrter• ׳in!einer Person. Zunächst betraf!das. Gebot der •Erziehung des!Kindes den Vater. Du sollst!sie eiuschärfen deinen Kindern! ׳Das Heim wunde als ׳der geeignetste Platz fiir die moralische und religiöse ׳Entwicklung ׳des Kindes angesehen. Da nun ׳das Ziel der Er- Ziehung auf d:'׳e praktische Ausübung der Gebote thinauslief, war de!• Vater am 'berufensten, die Einführung •zu dieser Methode zu übernehmen. So lernen wir, daß ׳es Pflicht de׳s Vaters war, den Sohn zu beschneiden, ihn (falls er• erstgeboren war) ausanlösen, ihn iin der Thora .zu unterrichten, ■eine Frau Ifiir den Sohn zu versorgen ׳und ihm ein Gewerbe erlernen zu lassen. Wenn auch •die Steiung ■der. Muüer ein© •sekundäre ist, so hat sie ebenfalls an der Erziehung!der Kinder Anteil zu nehmen!, denn!das am!Berge Sinai von Moses ergangene Wort ״So ■solist idu sprechen׳ :zum Hause Jakobs“ hatte sidi auf die Frauen zu ■beziehen, die gleichfalls die Offenbarung empfangen haben. Aber .i׳m Laufe׳ der• Zeit erwies sich das Ideal, daß jeder Vater der (Lehrer seiner Kinder sein solle, als praktisch undurchführbar, und so wurden •in jeder •Gemeinde Lehrer bestellt. Die! Erziehung begann vom ersten Moment•, als das ■Kind sprechen konnte. Es wurde sogleich mit den Worten vertraut gemacht: ,Die Lelire, ׳die ׳uns Moses befohlen,;ist ein Erbgut fiir die ■Gemeinde Jakobs“, denn ,war er nicht in den Besitz dieser Erbschaft mit ■dem Erwachen! seines. Bewußtseins gekommen? ׳Gleichzeitig lernte er die Aniangsverse des-Schemah ׳seines Glaubensbekenntnisses, Wir hören ferner folgende An- Weisung fiir den ersten Unterricht: ,״Sobald ein Knabe fähig ist׳, den Lulab zu schütteln,!muß ihn dier Vater• in diese PfLicht einführen; sobald er sich in den Talis einhüllen kann, muß ihm sein Vater ׳einen solchen versorgen; noch vor dem 13. •Lebensjahr muß er ׳ihm Tefillin verschaffen ׳und sobald er sprechen kann, muß ihm der Vater Thora und Schemah bei,■bringen.“ Das ist praktischer Unterricht vom zartesten Alter angefangen, •in welchem das Kind für alle äußerlichen ■Eindrücke am empfindlichsten!ist; dieser Unterricht wurde systematisch geübt ׳und richtete sich nach einer durchaus erprobten Methode, Ein Einfältiger betritt eine Synagoge und sieht die Anwesenden i!m Studium die'r Thora beschäftigt!, worauf er.sagt: .,Auf welche Weise kann man die Thora erlernen?“ Die Antwort ׳lautet: ״Erst iernt man lesen, dann die 5 Bücher Moses, dann die Propheten!, ■sodann die Schriften. Ist man ׳damit zu Gide, studiert man den Talmud, dann di!a •Halachah und endlich die Agadah.“ Aehnlieh •lautet die bekannte Stelle •in den!Sprüchen der Väter: ״Mit 5 Jahren •zum Studium der Schrift, mit 10 Jahren zur Misaiinah. mit 13 zur Ausübung der Gebote, mit 15 zum Studium des Talmuds.“ Aeußerst!interessant war die leichte Methode, die bei׳ Kindern angewendet wurde, um den Lehrstoff dem Gedächtnis einzuprägen. Dabei müssen wir die Notwendigkeit eines mnemotechnischen Systenies im •einem Zeitalter ׳fast■ ohne Bücher •zu׳*■schätzen ■wissen(.. Sogar das Alphabeth wunde .in einer solchen Art gelehrt, um den (Kindern damit Begriffe der Moral von höchster Bedeutung einzuschärien. Zur Veranschaulichung diene folgendes Beispiel: Aieph Beth- Aleph Binah, da? heißt lerne Wissen (Thora), ׳Gimel Daleth- ■Gamal Dallim, ׳das heißt erweise Wohltaten den ■Armen, ■und: so wurden von d!e׳r!Form und dem Namen!der Buchstaben moralische Schlüsse abgeleitet. Es wird eine Geschmollte erzähl:, daß eiust die Lehrer wegen des schlechten Wetters nicht rechtzeitig zur Schule ׳kamen ׳und da übernahmen es die Kinder selbst, auf sich Schmie zu!spielen. Man sollte he,rausfinden!, was die ■letzten Buchstaben zu bedeuten -haben und die kindliche Findigkeit, welche •da entfaltet wurde, war .wirklich bernerkenswert. Die ■Leichtigkeit, mit welcher Kinder den Schrifttext, beherrschen, ist in höchstem Maße zu bewundern. Ergreifend i׳s׳t die ׳Geschichte von Rabbi׳ Josdumaili׳ Iben Chananjah, der auf einer Reise in Rom einen jüdischen Knaben im Gefängnis fand. Beim Tor!des Gefängnisses stehend, rief er aus: .״Wer gab Jakob zur Beute und Israel den Räubern?“ Als der Knabe diese Warte hörte, erzeugte er sofort den Satz: ״Fürwahr, der Herr, gegen den wir gesündigt haben.“ Die Äugen des Rabbi■ .füllten sich mit׳ Tränen׳ und er prophezeite dem Unglück 1!׳chen Jungen ׳eine große Zukunft. Derselbe!Rabbi traf einst ein Mäldchen. das Wasser aus ■einem Brunnen heraufzog. Er bat um ■einen Trunk ■und si׳e gab sowohl ,ihm als auch seinem Maultier zu trinken. Nachdem er sich erfrischt ■hatte, schied er ■mit den Worten: ״Meine Tochter, du hast dem Beispiel ׳der Rebekka gefaltet.“ .״Jawohlantwortete sie■, ״ich habe dieim Beispiel! der Rebekka gefolgt, aber diu hast nicht gefolgt dem Beispiel Etiiasers.“ Das baweistl. dlaß auch Mädchen ©ine volständiige Kenntnis!dier Schrift hatten. Am ■erschütterndsten aber ist die Episode ■des Martyriums der sil.iben Söhne der Miiifljam vom NiaChtom. Jeder einzelne wird der Reibe mach vor den römischen Statthalter vorgoiaden apä ׳ihnen der ■Befehl! erteilt, sich vor dem aufgestellten Götterbild!zu beugen• Jeder weigert sich :und wird mit einem (Bibelspruch auf den Lippen llüngeridifi-t. Bevor aber •der Jüngste seinem Schicksal •entgegeriigeht, bittet ihn seine Matter, zu Abraham zu gehen und; ihm :211 sagen: .Du hast nur eiimen Altar •eibamt ׳und •Isaak auf Jim! dargebraeiht, aber ׳m׳e1iu׳e Mutter hat sieben׳ Altäre gebaut rnrnd ihre ,sieben׳ Söiute darauf geopfert; für dildh war ©s eine Versuchung, fiir mä'ch aber eine. wirkliche Vollbringung.“ 1W1ir!zärtlüch sprechen die ■Rabbin&r vom den Schulkindeni.!Eime Stadt ohne Schulkinder •ist ■denn Untergang geweiht.- JKLtin Studienbeslissener sollte :im einer Stadt leben, in ^37717 11017728

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