Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 48 (26.11.1926)
- Date
- 1926-11-26
- Page
- Seite 325 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2629891-2630148-2630192--2429-2634251- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Kaunas 1× ep/1000678
OCR text
Nr. 48 JÜDISCHE PRESSE Seite 325 7.;■;-• ,״.׳־.׳ ■ . .'■* ־ ■ft Telephon 7426״2״ Telephon 741■ 2■26 q Wien» I.. Graben 12 deir^Tra ttnerh of) Diese neueröffnete, grösste und modernste Werkstatte für Haararbeiten u. Schönheitspflege' erzeugt Perücken, Scheitel u. Transformationen, für deren allererste Qualität der internationale Meister Karl Schiroky jeder Dame persönlich haftet Unsere EfinfUhrungsprelse sind sensationell billig! Ein unverbindlicher Besuch zeigt Ihnen die schönsten BubiperUcken . . von SIS aufw. die schönsten Transformationen von S 35 aufw. dieselben mit Scheitel .... von S 45 aufw. und werden Ihnen für Reinigen, Wasserwellen u. Reparieren Ihrer alten Perücken die billigsten Preise berechnet. Wir färben auch Ihr Haar auf jede gewünschte Farbe mit Original Henne und dauerwellen dasselbe nach dem allerneuesten Mayerschen Verfahren unter iedweder Garantie. Ein Versuch wird Sie überzeugen und Sie dem GRABEN-FRISIER-SALON Wien, I., GRABEN 12, Tel. 74-2-26 zur ständigen Kunde machen. (Armenbeteilung.) Wie alljährlich, hat auch in diesem Jahre der Vorstand der Adas Jisroel bestimmt, daß der Ertrag der עליות und der der צ רקה bei קריאת התורה des nächsten ש״ל׳ חג לה פ״ מקץ giespendeten Beträge zur Verteilung bedürftiger Brüder verwendet wird. ״Tiferes-Bachurim“־Festbankett. Der Verein ״Tifercs-Bachurim“ veranstaltet, wie alljährlich so auch heuer, zugunsten armer Wiener Bachurim ein Festbankett 1 ' Die geehrten Mitglieder, Gönner lind Freunde de« Vereines werden hiezu höfl. eingeladen. Das Festbankett findet Sonntag, den 5. Dezember 1926 (טבת m יום א׳ פרשת וינש) um halb 7 Uhr abends im ״Turnsaal der Talmud-Thora-Schule statt. Dinerkarten sind bei den Vorstandsmitgliedern erhäßlich. Das Glück in Baden! Der große Haupttreffer der 15. Klassenlotterie mit 7 5.0 0 0 S entfiel :auf die Nr. 78.950, welche von der Geschäftsstelle J. Prokop in Baden, verkauft wurde. Unserer heutigen Nummer liegt ein Prospekt •dieser Versandstelle für die Bundesländer ,bei, welche eine begrenzte Anzahl von Losen für die 16. Klassenlottcrie bereits zur Ausgabe bringt. Subventionen des Keren -Hathora. W i e n. (AJiPJB.) Rab- •biher Dr. Leo Jung,!New York,!hat als Ergebnis einer Sammteig für ׳die Mesllwttm in Warschau 1000 Dollar ׳ütemviesea. Der Erfolg •ist als ein Ergebnis der ,riiimgen ׳und (intensiven ,Arbeit für den Keren, ׳Hathora in Amerika!zu׳ buchen. Der Keren Hatlhora 1hat ferner namhafte 'Betrag!!•? ■für die Tyriiauer (SlO'w'a'keS) Je-־ sdiiiwaii und die Sldbod'kaer Jesdiiwah in!Hebron ibewiiig't. Schenkung für den Keren Hathora. Herr Schewach Knobel hat sein bekanntes Werk גדם המעלות in welchem er Leben und Wirkendes Rabbi Mcschullam Tysmenitzer, des großen Vorgängers vom התם סופר zur Darstellung bringt, 200 Stück davon dein ,הח pp gewidmet; aus dem Erlös des Werkes sollen besonders notleidende ישיבית subventioniert werden. Die Keren Hathora-Zentralc hat diese hochherzige Spende des Gelehrten mit dem Ausdruck des Dankes entgegengehommeu und stellt das Werk Interessenten gerne zur, Verfügung. (Preis 2 S.) Bundestag des Bundes jüdischer Akademiker. Die Stab!־ istemiig des Wirtsciiaittsilobens •hat es mit sich gebracht, daß die Zahl der ׳Gymnasiasten, die kaufmäiniiische DAaüfe ergreifen, sichtlich im Schwinden begriffen ■ist. So erwächst, den unsenitin akademischen Verbänden. die Pflicht, zu intensiverer Tätigkeit, um die jungen Studenten jlirer■ ׳Kreise in ihrem Sinne zu! bewußten Juden m erziUhen. ־Auch, dem Bunde j׳frd.1 Beiher Ak 3d e m :i k c r, der die!Heranbildung der t h o r a * 1 2 3 r e il e «1 Studenten zu geschlossenen jüdischen P2rsönil!iä1׳kei.fen er- ׳.strebt, steint so neue ׳Arbeit bevor. Der!Bund •jüdischer Akadcmlker sucht dieser Aufgabe gerecht •zu.!werden, inidem e׳r in dien Vordergrund seiner Tätigkeit mehr und mehr die Wissenschaft- •!liehe Durchbildung seiner!Mitglieder siteilft. ׳Auf diesem Wege •wjl'l der Bund jüdischer Akademiker ilmeni den Ausgleich zwi1sahen Tho!rabhre ׳und moderner Wissenschaft ׳erleichtern. Bereits der letzte große!Bundestag in ׳H!a •mb 11 r,g 1(19,24) 11!ieß d!;e organisatorischen Fragen in den ׳Hinitergrunnd treten, zugunsten reicher ׳vv!i,ssearsc*laufM!eiher Arbeit Auch der für die Winterferien (26. bis ,218. Dezember) einlbe,ruifone Bundestag zu Leipzig wird geschäftilliche Verhandlungen zurikkstehen lassen können; sind doch in 20jä1hnger organ.'satotrisdiiar •Arbeit d׳ie ׳wichtigsten Grundsätze Listgelegt, ,dte• ein gemeinschaftliebes, erfolgreiches Arbeiten aller gescitizestrauen Richtungen ermöglichen. Das ׳Programm ist deshalb in dar!Hauptsache ein wiissenscliiaift'lliche's,!das den verBdiiedenartigsten akademischen Interessen und Aufgaben gerecht ׳werden soll. Es sind folgende Vorträge!geplant: 1. ,,!Aus der talnmd Ischen!Miethodentehre“ (Referent iDr. ׳pllii!!. Simon •S ofr!l cs i ngei r, Köln). 2 ״iNo'rd1framzöiS'isdiie' Klassike;r der iBiibelexegese“ (!Referent Dozent .iDr Samuel Gutinberg. Berlin). 3. ״Da® neue miafhemätifseihphysikalische •Weltbild“ (!Referent Professor Dr. Samson Breuer, Karlsruhe). 4. ״Beiträge ,»uh ׳wissensehaifitUchen Apologetik des Judentums“ ׳(!Referent ,Rabbiner ׳Dr. E!sra tMiumk,!Berlin). 5. iNtedliz'tiisdie .Fachgruppe: Codiloqtieum über ,.Halaalii'S'che Fragen der medizinischen!Praxis“ •(!Referent Dr. pliil. ■ct med. Eduard, Biber fei d.!Berlin). Da«!Bundesipräsidllmm hat jeder Vereinigung jüdischer Akademiker da!s ׳einschlägig;a Li te.ratiurm aterfal raun Verfügung: igeisteit, um eine gründliche .vorbereitende Aussprache dar iBniideslbriüder •iiiber die 1Gegenstände .zu ermöglichen. So •h,01Sft dar Bund, daß die Verhandlungen f'm gleichem Geilste ׳wie dtia des׳ Hamburger Bundestages ׳getragen seien, uind daß ihnen der gleiche Erifoig besahieden sein wird. Audi Nichtm1'.׳tgH׳ed׳ern worden! ׳diie Vorträge!und Aussprachen zugänglich •gemacht ׳wenden,. Dlesbeziig- Ircbe Anträge sind ibeiilm Buin'despräsidLiiun dos! Bundes! jüdischer Akademiker ('Berlin, 0׳raniemburgerstr,a׳ße 39) schriftlich einzureichen. ׳Uelber!lokale Angelegenheiten aimd׳ über geseillge• Veraustalfiuiugen gibt der Verein jüdisd]1er Akadeimiker Stammtische Leipzig ■(Adresse: Dr. j. Hallemanri•, ,Goftschedstraße 1) gern .Auskunft. Rabbinerkonferenz in Sowjetnißland. . Warschau.!(AJ1PB.) Am 26. Oktober fand ®um ersten Male seilt (Bdstebem der Soiwljetrepublik •eine! öffentliche ■Zusammenkunltt der orthodoxen•!Rabbiner in Karaste», Wolhynien׳, statt. Die Versammlung fand in ׳der Onwlozam. ׳Schuil .statt und iwar von 50׳ Delegiertem auis den drei Kreisen iWalihynlien, Sitomir, ßeipetowka und1 Karaisten!beschickt. Bel der Eröffnung, ibai• welcher viele Gäste׳ von allen, Teilen! Wolhyniens erschienen waren, ׳wiurdem iBegriißunigstd'egramme aus ganz Sowjetni'ßland ׳verlesen. Die Versammlung eröffne te!Rabbiner Lew! tzky •(Oleiwisk). Er!betonte in seiner Eröffnungsrede, d!aß miaht nur •dile von der •Soiwetjtreglterunlg (verbotenen religiösen Unlsitittu״ tionen allenthalben-vernachlässigt iwiiinden, sondern da.ß audi die gestatteten Einrichtungen nldhit immer die notwendlilge Unterstützung finden,■ er fordert auf, Komitees zusammemzu- Crepß de Chine, 100 Farben S 10.50 Georgette, alle Modefarben S11.— Cnpe Satis, la Qualität. S 16.50 Kleiderflorsamt . S 9.60 Spitzemrolsnits . S 6.10 Qaie - foile - VelMu - thitton die neuesten Dessins die neuesten Farben dis billigsten Preise bei © t MP tilcftu- Wien1 vix. | Mnitbmt* ejas.so IO. stellen׳, deran. Aufgabe es ist, geschlossen bdl •der Regierung für d׳ie• ijüdfsclien1 Angelegenheiten! m!nterivenienen. Es ׳wurde ein acl1t®l!ieder,iige!s׳ Präslüdiutn ifiir die, Tagung gewählt. IDen zweiten Tag eröfifnlete Rabibiher Seiwln milt ׳eimenii Referat, ׳über die! iNofwendlfgkeiit ai׳nes Gerneindaverbandes. Er sipflfcht eimgehend1 über• diie Bedeutung ׳der Kdififo, diie dter Lebensnerv dfels iricHlgiösem Julclen׳t!1ms sei.. Er wellst darauf hin, daß es ganz besonders 111•!Rußland notwendig!sei1, 111׳ verS'chiedenen. Synagogen, ,die bisher ein! Eigemdasein ■führten, eine Kehfflö zursammenizulfassen׳,. da nur a111׳f fdüelsem •Weige die Sieihemiing der Gemdiode ׳und ihrer ׳notwendigen )Iinlstitmtionenj ׳zu erzielen ist. D,ie Diisikirs'sions'redner!unterstützten alte die Forderumg. ׳Rabbiner■ •Sewins und Rabbiner Che!n.s ibringt.׳ ciine Resoluitiom leiim, womach! ,bei! dleto Regieming 1die! Anerkennung •der lueaute ,besch110sse׳neni Verelilnigunig der Ein!zelsymago׳gen!beantragt!werden solle.!Bin״ wichtiges Referat hielt noch am driften: Tage!Rabbiner Sewim über die Kinderenzliiehumgsfrage, an, die •sich eime fclbhälfte. Diskussion ansiclhlo'ß. Rabbiner Mattersdorif!plädiert Ifüir •die Festigung der Stellung des ׳Rabbliiners in der Gemeinde, der die umbedingte Oberaufsicht fibar alle iKalschrutihfragem haben׳ müsse. , Nach ׳leibhafter Diskussion wurden am Ende der Tagung׳ folgen die drei ׳Punkte .zur ,Abstimmung gebracht: 1. Sämtliche ׳Bode Kenessios einer Stadt sollten das .Recht haben, ׳■sieh ..zu, einem gern einsamen׳ Waad zu vereinigen״ um die!sie heiwiagendeu!Fragen efnlheitlich zai!!lösen. 2. Ddr Vorstand der Tagunig wird ersucht, an!die׳ Regienung . rnllt , dem ■. Ersuchen hera!n!au,treten, fibr die ׳stpezifiscih jüdisch-religiösen. ■Angelegenheiten ein׳ Reglement Iherausizugeben, in idem genaue Anweisiimgen ,iiiber alle Kasdhriithfragem testgeilegti ׳sind. •1 3. Die Regierung soll• ersucht ׳werden, falls׳ es ׳sllch! als notwendig erweisen׳ sollte, einen Kiahiilloverband •der dneii Kreiise Wolhyniens zu! gründen!, um ׳Fragen, die! alle Kehiililo!in gleicher Weise (betreffen, gemeinsam ׳zu rögaln, Rabbiner Großmama!beschließt die Tagung mit einer ziinideaden! Aussprache und verlies't aimter großem!Bdilfall׳ Begriißunigssdhreiben dieis iLubawiiczer Rebben. des, 1B0bm1.i׳sker Ra-v Spiro ׳und! des lM1in׳sker Rav. Erziehungskonferenz der ״Javne“ in Kowno. Kowmo. (AJ'Pß.) Am siebenten Chaniikatäge* findet •in Kowno die Er־« Ziehungskonferenz für Litauen und. Lettland!in Kowno statt. Auf' der Tagesordnung■ stehen folgende Punkte: 1. Eröffnungsrede, Oberrabbiner Sclhapira (Ko׳wn׳o). 2. ,Begrüßuiingen. 3., Wahl des Präsidiums.4״ •Rechenschaftsbericht der. ״Javne“■ (Schmuiipwiiilz!und iKoplawftz). 5. Zukunftsaufgaben der ״Ja׳vn׳e“ ׳(Ralbbtoer Hirsoho'witz. Wirbalon, 1umd Herr Snig). 6. Das orthodore Erziehungsproiblem und das Gesetz. 7. Stand und Aufgaben des Pelzwaren-Konfektion Fülöp EN 0R0S Fleischmann EN DETAIL Samstag geschlossen! 13 Samstag geschlossen׳ Franz Josef I. und die Juden.!Nahezu sieben Jahrzehnte hat!Kaiser Franz Josef über die große österreichisch-ungarische!Monarchie geherrscht unid er war eine schier legendarische ׳Gestalt geworden, als er sein an Arbeit, Kämpfen, Erfahrungen lind Leiden überreiches Leben ׳beschloß. Schon mit dem Hinscheiden ׳dieses Fürsten, das war ,die ,Empfindung, ׳die sich aller Welt ,aufdrängte, schien auch die Auflösung des großen!Reiches besiegelt, dem zwei Jahre später der verlorene Krieg den letzten Todesstoß versetzte. Die längst verkündete grausame, aber ׳doch!für die ganz ■außerordentliche ,Bedeutung dieses ■Monarchen zeugende!Behauptiinig, daß es inur die ,Persönlichkeit Franz Josefs sei, ׳die ■noch ׳elfe im!Innersten.׳ ׳erschütterte!Monarchie ausammenhallte, hatte ihre!Bestätigung gefaiitden. Die zehn Jahre, die seit idem ׳Heimgang dieses!Monarchen verflossen, bieten noch nicht die Distanz, die es den!Historikern ermöglichen ׳könnte, das noch von der Parteien Gunst und Ungunst getrübte!Bild eines Regenten in voller Klarheit zu zeichnen. Aber wie!immer das endgültige Urteil der Geschichte über Franz Josef I. lauten wird, eines erscheint wohl als sicher: ׳Ihm ׳wird nicht das •Zeugnis versagt bleiben, daß er eine hoihe Auffassung von seinem Berufe hatte, daß er •das!Beste wollte, daß er ׳ganz der ErfülLung seiner Pflichten!lebte ׳und — zum Unterschied von zeitgenössischen!Herrschern, deren Namen nicht genannt zu ׳werden, braucht — mit dem Bewußtsein aus •dem Leben scheiden!durfte,: der Erhalter und nicht ׳der ׳Zerstörer seines Reiches gewesen zu sein. Wenn anläßlich ׳des Franz Josef. gewidmeten Gedenktages auch ,die grimmigsten Feinde der zusammen•?!:ebroühenen!Monarchie der Persönlichkeit ׳des einst so!mächtigen •Kaisers •den Zoll der ׳Pietät ׳nicht verweigern, so werden insbesondere die Juden sowohl •in!unserer Republik, ■wie in den Sukzessionsstaaten aufrichtig bekennen, daß das Gefühl der dankbaren Verehrung für Franz Josef auch nach dem Zusammenbruch der!Monarchie in!ihren ׳Herzen nicht erloschen ist. Die volle, ׳hingebungsvolle T.reue, die die Juden dem Staate gegenüber, in dessen!Mitte sie leben, empfinden, ׳ist nicht von der Staatsform bedingt, denn abgesehen von ihren bürgerlichen Pflichten gilt für sie das ׳Religionsgebot, das die Heiligkeit ׳der bestehenden Gesetze lehrt ׳und die Forderung!au'fstellt,!mit allen Kräften das Wohl des Landes!zu fördern. Aber schmählich wäre es, wenn die Juden darüber!vergäße!!; wie ihre s oz׳i a l e und b ü rg e rl i c!h e Stellung sich während der •sieben Jahrzehnte umfassenden Regier/ungszeit Franz Josefs geändert •hat, ׳und zwar im Zuge einer Entwicklung, die ׳nicht gegen •den Willen, gegen den Geist!und die Sinnesart •dieses Monarchen, sondern im!Gegenteil geradezu ,durch ihn gefördert und unterstützt, erfolgte. Zahlreiche,' unwiderlegliche Belege sprechen dafür, daß Franz Josef nicht bloß dem Diktat der Zeit folgend :aus Gründen ,der Staatsraison ׳allein ,die!harten, in mittelalterliehen Anschauungen wurzelnden Einrichtungen und Gesetze niederreißen ließ, die ׳die Juden zu!Menschen zweiter Klasse und!zu ׳Bürgern allerletzter Klasse erniedrigten. Ebenso laut und unzweideutig der Kaiser sich!als gläubiger Katholik bekannte, so •laut!und! demonstrativ erklärte er bei vielen Anlässen, daß er die konfessionellen Vorurteile!gegen die Juden verabscheue, daß er ihren Patriotismus, ׳ihren Wohl׳täfigkeitssinn!würdige ׳und! sie ate eini wertvolles Element der Bevölkerung schätze. Auf österreichischem Boden hat der •Kaiser •beim Empfang jüdischer Deputationen die auch offiziell wiedergegebenen und beglaubigten Aeußerungen getan: ״Das I Glaulbensbekennntnis meiner Völker bildet in ,meinem־ I!Herzen!keine Scheidewand.“ Als die Wellen des Antisemitismus in ׳der iLueger-Aera!immer höher gingen, wurde das Wort ,des Kaisers bekannt: ״Ich dulde in meinem. Staate keine Judenhetze,“ Den! Prager Rabbiner Dr. Kisch, der mit einer!Deputation vor dem •Kaiser. er- ׳schiiienen!war,!sagte der Kaiser: ״Die rohen antisemitischen׳ Ausschreitungen haben ׳mich empört.“ ln!Klausenlburg. versicherte der Kaiser der jüdischen Deputation: ״Es ist mein aufrichtiger Wunsch, daß zwischen Ihren Glaubensgenossen und den!anderen Konfessionen außer!der ,Religion: keinerlei Scheidewand bestehe.“ •Niemand •wird verkennen,!daß!in diesen offiziell beglaubigten!Aussprüchen des Kaisers ׳Franz Josef auoh die inmere persönliche Anteilnähme sich •kundgab. Als ein!geradezu bewunderungswürdiger!Beweis für die Vorurteilslosigkeit, zu der sioh •der streng religiöse Monarch emporgeschwungen hatte, mag schließlich noch auf ein Detail!hingewiiesen werden, das Bände spricht: ln einer ׳Zeit, in!der in einem!Naohbarreich, der Monarch zwischen Konfession und Leutnantsrang üniiberwindliche »Zusammenhänge erblickte,!hat Kaiser Franz Josef es als eine ׳Unwürdigkeit!bezeichnet, daß ein her-, ■ vorragend! tüchtiger Offizier wegen!!seines /!Glaubens es höchstens bis zum Rang eines Obersten!bringen dürfe. Er bat drei jüdischen! Oiifiizlileire.ni den .׳Generalsrangverliehen . . .. ׳Die Juden!halben auf!ihrem Leidensgan׳g durch die Geschichte oft ׳und oft •Anlaß gehabt, dm Sinne ihrer Reli- ■g'ion das!Böse zu verzeihen, das ihnen zugefügt wurde״ Aber sie haben, diese Tugend darf den Juden wohl nicht bestritten werden, nie!das Gute vergessen, das man ihnen erwiesen׳. Das darf u׳n!df ׳soll auoh am;zehnten Todestag Frenz Josefs ausgesprochen werden. Dr. A—!nn.