Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 39-40 (22.9.1926)
- Date
- 1926-09-22
- Page
- Seite 277 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE PftESäE Seite-2*7 •Nr. 39/40, Der Kampf gegen die Sabbatentweihung in Warschaus War scliaii. (A. J. P. B.) In Warsc.iaa emaltet der Scliömre- Sahabbos-Vereki eine erörgische und?,,ielfcewußte Tätigkeit :׳rfr dm Sabbat. Nebst ׳der Ermöglichung von Exfetonzgründ 11 ngen urj iPlacieruiiig von Armesteiilten׳. die auf Salbbaif reflliektieren, führt der Verein eine energische Propaganda gegen die SabbateiKiwe'iher. AcnRosc'ii-Hadionch ׳und Sabbat-Sdhuvo kam es sogar zu Tätlichkeiten und infolgedessen zu großen Ansammlungen• gegen Sabbatentweih׳.: r, so daß die Polizei eingre'iien• mußte. iBescndens arg erging es einem jüdüsc'hen Fahrgast •der Straßenbahn. Als man in ’dem jüdischen Vliertei bemerkte, daß ein Jude de Straßenbahn &:! dem ka.Lgsu Tag benützte, ׳wurde er ׳von den auifige regte tu Passanten• aus dem Stra ßenbahtrwagen ־ gezerrt. Der Vorfall hat großes Aufsehen gemacht und zu einer großen iDenxarstiration gegen die Sahbatentweiher Veranlassung gegeben. Gewisseuraßen als Antwort auf diese Vorfälle ist der lUebertlaM auf einen Vorsteher dies Schomre Schabbos-Ve reines -i'Rabb' Salomo Drodno zu vermerken. Rabbi Salomo Drodmo ist über 62 Jatne alt und gehurt zu den angesehensten Miterstklassige Heiratsvermittlung BLOCH, Wien, II, Praterstr. 36, T&r 8 Telephon 42-284־ // Telephon 42-2-84 Für feinste jüdische Familien gliedern der Warschauer jüdischen Gemeinde. Er wurde iFrehag vorige Woche in seiner Wohnung, während er sich mit seiner Frau allein befand, ven einigen Geschäftsinhabern, die sich durch die Tätigkeit des Schomre Schablbos-Vereines ge- •schädigt gefiiihb haben, überfallen und׳ arg; mißhandelt. Maßnahmen der polnischen Regierung gegen die KRnaimordhetze. Der •Innenminister hat Anordnungen zur Eindämmung der׳ in der Gegend von Dobczyn überhandnehmenden Ritualmordhetze getroffen. Der Wojwode von Zamosze meldete dem Innenminister, daß nunmehr auch in Galub die Ruhe ,wiederl13nge.site.lflt ss’r. Der Junenmiiiiistar hat ferner angeordnet, daß die Zigeunerbande, die Anlaß zur Ritualmordhetze gegeben hat, in eine andere Gegend abgeschoben wird. Zwei der Zigeuner, die in dem Verdacht des Kindosrnordes stehen, aber selbst zu ■den schlimmsten Rituahnordhetzcmn zählen, wurden׳ verhaftet. Eine;ObdUktion des getöteten!Kindes wurde von der Behörde am geordnet und ergab, daß nicht die geringste Spur eines Ritiuilmordes vorlicgt. Dieser Befund wurde veröffentlicht. •Eine, gute ■Lektion. Vielfach wurde •iai ■Warschau, folgernder Vorfall vermerkl: Als eine Gruppe von Jünglingen an den ׳Ufern der Weichsel ■das TasdiJitihgebet verrichtete.■ schleuderte e;a Antisemit aus einem Kahn einen Stein gegen eine jüdische Gruppe, der ׳einen• 481jährigen Juden am Kopf schwer verletzte. A Y E ■ Y ■ ED KÜRSCHNERHEISTER י I Bl I LEK II., Schmelzgasse 6 Pelzwaren jeder Art - Prima Ausführung - Solide Preise - Samstag und isr. . Feiertage gesperrt •1Durch den Sch,wütig des"v\u!?׳es'11us’‘‘"5em 'GMcligewfdit ge- .bracht, fiel der ta.jp.fere Antisemit ins Wasser. Im bewdßtlosen Zustande konnte er noch von!f eigen Juden aus dem Wasser gehoben werden. ' . . Eine Schhrlachepideutle in Warschau.. Die ziemlich ernste Scharf adieplde mite in Warschau hat d;:1h dortigen Ra.bbina.t2;Veranlassung gegeben, strenge Vorschriften " an die jüdische ’Bevölkerung zu erlassen, iti! welchen der Synagogeribesuch der Kinder strengsiteins!uintersagi) wurde.. •Audi' die 'Familien-: angehörigen erkrankter Kinder durften׳ ihre' Wohnungen '.nicht "׳verlassen •Diese strengen Vorschrlfteri . wurden .•durch׳ den •Umstabd, ■daß' ah'den ,zwei■ Rosdi-Haschoinoih-Tagen fünf jiidisehe Kinder der Scharlachepidemie zum Opfer ge'fa'llen׳ s'nd, sehr •ernst bekräftigt.' Ami Verordnung des Ratobfnates wurden ■in allen Synagogen Bittgebete! für die Kranken abgejh alten. i(V 0 r R e d a k t 0 ׳ n s s c h 111 ß erhalten w'ir Drahtnach r C׳ch t,. da ß d ׳ c E ׳p ■' d e m '• e G. s. D. im Abflauen b e g r if f e n ‘ s t.) כשר Fleisch n. •Geflügel unter Aufsicht der ע1ת ישראל (Schiffschul). Se chwaren aus der Fabrik Gabriel bischer wie sämtliche Weine und Spezereiwaren כשר• M. BchhEirling’, Wien, IX, Liechtensteinstrasse Nr. 117 ,M|||||||||||IHIIIIIIII«lltUIUIIllHIIIHIIIIIIIIIIIIillllllllllllHUIUIUIIIIIIllllHll1mUUHIIIHIIIIIIIIltllHIIH»UllUiUUmHlllM> 1 TT m c li » c Im o m JL o w s9l k « m | Neo-Neologie. Schlußartikel.־') Eine Reihe von Wochen sind verstrichen,• seitdem mein zweiter Artikel über die ildeengemeiiischaft des Zionismus auf seiner gegenwärtigen kulturreformatorisehen Entwicklungsstufe mit dem neologen J 11 d e 11tum, wie ■es sich!jetzt in Theorie lind Leben, offenbart, erschienen ist. ׳ Ich habe — ich glaube —.!in imwiderleglicher Weise dargetan, daß die Grundidee des Reformjudentums jetzt ׳im Zionismus ihre •höchste Verwirklichung findet und daß die zuweilen immer noch in Erscheinung tretende Gegensätzlichkeit zwischen diesen beiden modernen Gestaltungen des Abfalls vom wahren, h i s 10 r isehen Judentum nur Schein ist und das Wesen der Dinge nicht im geringsten berührt. Die ׳Zeitspanne zwischen den beiden ersten Artikeln und dein heutigen Schlußartikel wird es dem Leser erleichtern, das!Niveau ׳jener Gesichtspunkte, von denen ich an die!Betrachtung der ideellen :Seite dieser!Bewegungen herantrat, zu ׳verlassen und mir auch hinab in das Tal zu folgen, in dem die von mir festgestellte prinzipielle Verwandtschaft des kollektivassimilatorischen Zionismus mit der!individual-assimilatorischen Neologie sich bei uns ebenfalls wider-, spiegelt u11׳d seit geraumer Zeit auch schon im praktischen Gemeindeleben sich auszuwirken beginnt. .In keinem!Lande der. Welt wurde vor wenigen Jahrzehnten ׳ der .״assimilatorische“ ׳Charakter der!Neologie so nachdrücklich betont als ׳im früheren Ungarn.!Infolgedessen erfuhr auch der Zionismus als!Kulturbewegung, dessen ״Nationalismus“ den Juden eine gesellschaftliche •und kulturelle Sonderstellung im Lande anw׳i׳es, wohl -kaum!irgendwo eine solch allgemeine Ablehnung von seiten der Neologie wie hier. Die Zurückweisung des nationalen .Zionismus durch die Neologie war von Anfang an so gründlich, daß die ganze zionistische Propaganda sich liier . fast ausschließlich an die!Orthodoxe n richtete, obgleich praktische .Lebensführung und gesellschaftliche •Stellung der Zionistenführer sie gerade hier mit den!Neologen und nicht mit den!gläubigen Juden in Beziehung brachte. Daß freilich!auch das orthodoxe Judentum in ׳Ungarn in!Uebereinstimmung mit der gesamten Orthodoxie •der zionistischen Agitation den entschiedensten Wider-!stand leistete, gehört in ein anderes Kapitel; dafür waren!religiöse Motive maßgebend. Die ungarische •Neologie־ hin- . ■gegen wähnte ihren eben •erst mit scheinbarem Erfolg begonnenen Prozeß der Anähnelung an die nichtjüdische Um- .ge'bung durch die vom Zionismus bei oberflächlicher Befrachtung geförderte!Betonung der ״jüdischen“ Eigenart bedroht. ׳In jener ersten .Epoche der tieologen ״Protestrabbiner“, über die •Max!N o r d a 11 seinerzeit seinen beißenden Spott ausscliiittete, nahmen auch in anderen Ländern selbstverständlich nur Wenige den gemeinsamen tieferen inneren Sinn des Refornijndentums und des . fhoralosen ״hebräischen“!Nationalismus wahr. Die ״fanatische“ •Orthodoxie sah ihn deutlich und hob ihn in allen ihren Kundgebungen auch hervor. Und tiefer schlürfende Nationalsten wie U Q ׳in aber (Atihiad! Haam), M. 1L i 1 i e n b 111 m, Berdyczewsky und für •Augenblicke auch 1N. S 0 k 01 0 w (er hat es meisterhaft zuwegegebracht, gleichzeitig-die nationalistische hebräische ״Hazefira“ und die polnisch-assimilatorische ״Izraelita“ zu redigieren!) empfanden ihn und bemühten sich auf ihre Weise zwischen ihnen philosophische Unterscheidungen zu smcihen׳ (säelhie foeßoindens Aohad• Haams Abhandlung ׳über ,חקוי והתבוללות, die um jene Zeit — wenn ich nicht irre, :im המליץ zum ׳erstenmal erschien). Ja, wenn wir gut Zuschauern uind nur •das Wesentliche in■!Betracht ,ziehen, werden wir manche van den 1H a s k a ll a Vorkämpfern!in eineir Rete mit ׳einigen• de nt t .s ci!1׳e n!Reifoirmam nicht ■alls;h1di!y׳idua!laissinl Hain teil,-!sondern viel anbrfelfender aßs 11• at 10׳ na 11 e• und k011 e•k t i v - ■as!s im•I!1 a t0׳ r i׳s c£1■e ,Reformer bezeichnen •müssen, so z. B. dien vi׳üJbew1׳urier׳ten!!hebräischen!!Dichter J. L. Gordoti, den Gründer des ehemaligen Rabbinenseminans •in Will •na. den ״Vater“ des westeuropäischen jüdischen NationÄrWiMoees He ß, den ־•Historiker Greife und vleiiMelht auch schon ■den! Literatur to.rsalter iLeop. Zuh!z 1(darauf hat schon . Sie ins chneide,r irgendwo aufmerksam ׳gemacht) und_ zuletzt noch David•!Kaufmann. Diese waren aber auf!beiden Selten: .Ausnahmen; die große Masse ihrer Anhänger — wenn von einer sdldhen überhaupt die Rede sein •kann — war sich einer U eher einst imrrming •ihres geistigen Endzieles — nämlich der iprinzipiellen Loslösuiig׳!des Judentums von der ewigen und badingungslosen. Vor.pfliabbiinigskraft der Thora und ׳dar Miziwoth für daß jüdische ׳VoGk — nicht bewußt. Die Zionisten _einers:ehs' gaben sich in ihrer almungslosen Unschuld als quasi Bundesgenossen den־ Orthodoxie •im Kampfe gegen die Neologie, und -die Reformer anderseits fühlten sich von ׳dieim draufgängerischen Zionismus ■beunruhigt, als ob eine!Synthese zwischen diesen beiden scheinbar entgegengesetzten )Bestrebungen von vorn- *) Siehe Nr. 32 und 33. lienein .in der Idle'2 enthalten wäre. Den!Neolagen in 'Ungarn — also auch •unsere slowakischen iNeologen — lag die!!deeffie Kon- Sequenz iihrar Gedankenwelt vollständig!fern und ahnten ■noch viel weniger ׳als die ״Asslmillanten“ de,r anderen Länder, daß eine Zielt kommen werde, da selbst exteeme!und: föligerichiti’g •detukenide Reforrnjuden vom Schlage St. W i se!s m der Vereinbarfeeit des Zionismus •mit ׳dem R!e‘farm!ju1dentum n.iciit Zweifel!!!! würden,!und!daß es ■eine höhere und noch ׳weit gefährlichere Art ׳d1e!r Asssiimiiiaticn . gebe aflls düe1 ihiniige: •dl •i e׳ g © m e ׳i« s a im e Ass i m ii• 1! a t!41 0 ׳ d e ׳r j Ci d 1׳; s c 1h •e 11 Geslam1the.it a 11 Id 1 ■e Volks!gerne ins c 11: af t!e!n der E!rde, w,ie s׳i׳e •die •Girai'ndilage des Zionismus bildet und wie. sie g 11 :e 1 aberm a ße!ה von dem jeC!zt .rm Lond0n uint׳e r Mit•w i •r ku ng v 0,n führe•n:d•ein Z i011׳!ist e!n 1 n s!Leben g e ׳r m f e 11 s n .,W e!1• t v e ־1׳ tb ■a n d ׳f ii r ll'! b e;r a H e s J u d e nta!,m“ •aufs!Painier erhoben wurde. Wie sidi di;e Neologie• U nig arns angesichts die-sier von ■ihr Iteiiiher!nicht ׳geahnten Zielstrebigkeit ׳der :neologen! Idee tpralk t!iise h •verilialten wird, •i׳s,t aiugenbllekl'icb, schwer!!!estzinsteiilten. Es scheint mir, daß dort Iduccli das immer weiter׳ vordringende prinziipieie ineiihanidie!־fließen von Zionismus aimd Reformiiiidentniim ׳die Auffassuing ,Raum gewinnt, •daß. die ganze Neologie sich auf ebnem Irrtum auf b!a!in >t :und daß es an! der'.׳Zeit sei, diesen llrrtium IdurCh ■eine Offene ׳nnd ehriche A!n111ähe׳ru1ng an die ' g e s e!t :z e s •t r e u c, r e!1 i g i ö *s, v!2 ,r ׳w ui r z ׳e :11 e •Ideenwelt des Jaidenitums guitzuimachen. Mi kann, hier meine׳!Beobachtungen über diese Erscheinung ׳im eb11zal!nehi nlclh't danlegen. 11,11 der 'S 11 0׳w •ake i• —!so ibedünkt es mir — w.ifJl man den entgegengesetzten Weg :beschneiten; und auch!hier eine VerscIhme• 1׳- feil big ׳der Neologie in i׳ ׳t d am ׳N!a t 1׳ o!n a ll i 8 m 11׳ s ׳an- ',׳bahnen. •aiiso vom historischen neiligiösen Juldenitnun eich noch!mehr entfernen, obgleich ihiep besonders —!gerade wegen nnunmehr gesicherter onganisaforisaher Sonderstellung — für eine friedliche!und ,venständinisvo1!!!! Uebeneinstimmung'.in den Fragen des jüdischen •Gem;eind,&12be,ns aund׳ der jüdischen ׳Gemeinsahaft die ׳Nobwetidiigkei't starik emipfunden wind: ,lind hie!zu gar mancSie p!ra,kt ische, •p 011 iitis clhie und ׳i'deePle Vora 11 is se׳t z 11 ng׳e׳n ,v0 rh■a91 Id■ ein sind. An diesem iBumikil'e anigellantgt, wird es am Platze ׳sein׳, auch aulf dis Paralleltersolieimungen in anderen Ländern 'izn ve.rweisen. .Auch da sehen! wir’!daß iprinzlpidte Nicht- Zionisten unter!den Reifarmijiidenl!den ,innere 11 Halt v׳o:l!lständig veitlomi -haben und ■wahrscheinlich aus ider dämmernden Erikenntnhs •heraus. d1a׳ß •die zionistische 'Grundansahauung vom Juden!lum!der ihrigen denn :doch nicht ganz entgegengesetzt sei, allmählich zu. tetferäftilgen Mitaifeitern am Kulltuirreiformwerk des Zionismus werden. Wie erklärt man sich ׳denn sonst Iden gewaltigen Stimmenzuwachs der •Zioriisten ׳in der!Berliner großen• ׳Gemeinde, gerade zu! •einer Zeit, da die bedüinmte ״Reformigemeiiiide“, .1d!i1e bis daiin eiw Priva'tiveröin!war;,!in ׳den Verband!der Gemeinde eingetreten und dort lidbeivol auifgenommeiv •wiinrde? Was hat ׳e!s zu ׳bedeuten, daß ■ promteinte ״assimilia-! torische“ ,Refarmijudeni ׳in Berlin, iNiknibeng. iMiiinchen, Köln,: Paris, London, Stocklhollm, Kopenhagen. Wien uirfd zahlreiche .,in .Amerika am ׳zionistischen ״,Keren H׳ay!28so׳d“ mitwirken!. olbwohl!die IZionsten! kein Helill daraus machen, daß ein recht, beträcht-; ilicher Teil das Geldes für zionistische!Sch ml- ׳und Kuiijtuir- 1z ׳w e 0 k e (die doch vom •Gesiditspunkte׳ ׳der!früheren ״Assimibticti׳“ sicher nicht;fördernswert. erisclheinen! können!) ver-!wendet wird? Weshalb haben so viele ■Reformjuden gejinbelt, a's die zionistische Pirapaganida di!e Kunde von der Errichtung einer sogenannten ,/Hebräischen 'Un,:'v er stet ä t“ •in• Jerasaltem m ihnen brachte? Das sind doch keine schwärme-’ rischen Jünglinge, die in ׳jeder zionistischen Seifenblase ׳das Auflieuchten einer •neuen Wdt eriblicken. Diese Männer ׳wissen in den־ Reigeü, was sie tim, und wenn! sie •die zionistischem Kullturanstailten!fördern, so geschieht dies ganz zweifellos n׳u׳r deshalb, weil sie ׳in׳ ihnen׳ einen Fortschritt •in!der VierwiirWlichung ihr e s e ׳i g e 11 e n a is es 1 m i ll a 10 •r!< sehen, d a :s J n! d e 11 It!u m ׳v o n der Thora ent 1fr׳emden׳den Kiull׳tu!r:!diealles seihen oder mindestens, — empfuiden. Der ,jüngst1 erst aus Palästina heimgak!eh,r,te nidhbziöniiistiische. äußerst assimiliatorische Reform-' rabbiner Schirl man (vom Temipeti ,jBeithABl“) sprach eiüeni llT1A.-iKor,respondenfcen gegenüber mi׳t Beigeistenung von dem dort im Werden begriffenen! •neu en zionistischall Judentum, dessen Charakter •in geistiig-rebgiöser iBeziednmg sich zwar noch nicht be1s't:!mmen׳ fasse׳, ven• ׳dem es albteir ■ schon jetzt ifeststeilie, •daß es dem Wesen■ nach ,die Wege das reftigiös-iKberallen׳ Judentums geJi't, wenn eis auch vielteidht in eünizelnen ,Nebendmigen vom europäischen!und amerikanischen .Reformjudenjum abwaidien soijlte. Auch da seihen wir also im!praktischen Leben d!)2 gramidsätzliohen• Sc1h2!;dewände zwjsahen1. der , Kjteinussimi- •latioir des Raformjuäentums und der iGrqßa^imiilatian!des ׳Nationalikiidentams schwinden. . Machen! wir nun!bei uns, nicht dijeisölben ErMinungen? Sehen• wir nicht, daß die früiieren bernifismäßigeii Apostel der ,Assimilation“, die Rabbiner der nichtorthodoxen! G erne in den,; heute •fast ausnalunsjos Wo-rtfülrrer dies z׳io- 113stfs!Qh2in,• •Nationalfamais ־ sind,1? ׳Ist es nicht auffallend, daß die neologen Gern e in de! n, die doch von jeher gewöhnt sind׳ ,׳in iliren Rabbinern nidit geistlige Führer, sondern gehorsame Beamte, zu sehen, •daran nicht den •geringsten Anstoß ■nehmen, ai's ob es die natürlichste• Sadhe der Welt wäre, daß die ׳fanati- :•!eihien .Asslm.ilamten“!mit einem Mal« a!l!!esamt; zu •ebenso!lieldenschaftoieben Vertretern einer jüdischen Scmderairt!würden? Tn Wallirlbeit iegt aber!ein!G!esin׳rjut1gswec1hscl — oder poetische Anipassungssucht — gar nicht vor. Der durch das KriegsschiCbsal uinstreitiig in gihi&tige Position gelangte Zionismus׳ gibt• •;!hiieri!bloß Gelegenheit,־ der p•r i n zkpie!1 Ile• n iTd׳e׳e der Neo■־ 1 agi!e, •dem. Trewbmudt am historüschetn J.radihicine.Ken! Judentum, anstatt •der bisher geiprcdigten, ,!m Grunde geaiommen •kteimilidten, ispießbürgerliCh •sd1!wunig!!00׳e1n! und überdies •auclh■ tpolitlsah nicht •sehr empfehlenswert erscheinenden׳ Assimilation, an die nächst 1e; Umgebung, ■in e׳in2׳r and!eren, von .ihr nur g.r a dl 11׳ e 111 vorschiede ne m, höherwertigen und!z!w e ׳c k d i e n - kicheren Form der Assimilation,. nämlich im zionistischen ׳Nationalismus oder, wie• wir gesehen haben, ׳in der' IKollektlvassimi!la1tio:11, geredit zu werden. Der ׳Uebergang von der ■einen zu einer, zweckmäßigeren! Form der Varwirklidhung. ein er!bestimmten Bestrebung ist ein ,׳psychologisch durchaus geredit- .׳fertigter 1Vorigarg ׳und •ist an und für sich auch moralisdi nicht anfechtbar. -• . Den Zi׳o n 1׳ steil fällt auch bei. uns die Umstelllunig ihres Veirhaltens izum Reiiorrnjiidentum nidit allzu: schwer. Di׳e ver- •legene Wortk!anghe!it der sonst •doch •s׳ehr gestprädh׳ige1n! izianis'Mscheu Zeitungen gageniiber •der reforrnjildisdien Tagung in London findet!ihre׳ •Enklärung;in der Rücksicht, •auf!den Stand de׳r Agitatioh, d'2.r eine offene■ Sprache• noch91 ׳i.Qht ׳immer gestattet. Nur das in •ungarischer Spradie!e!nscheinende zionistisdie Ongan ׳״Zsiido ׳Neplap“ ■macht aus seinem Herzen keine Mördergrube, wenn!es ׳:n ihrer Nummer vom 13, August mr Londoner Taigung bemerkt: ' ״Die reform-jüdische oder, wie ־man sie meiuerlich nennt, die liberaHüdische Bewegung ist lange nicht mehr so von G־tt ׳u׳nd dem Judentum losge,rissen w,ie ehedem. Die ■zionistische!Bewegung hat auch dieser •Organisation den!Stempel der •Rückkehr auifgedrückt, wie vielen anderen ׳Organisationen, •die lange Zeit hindurch ,dem ׳Zionismus Widerstand leisteten. Diese Tatsache allein bedeutet auch schon die Neubelebung des jüdischen!Geistes in der Reförmbewegung. Haben sDe doch früher selbst aus den!Gebeten die auf die Rückkehr nach Zion und Jerusalem bezüglichen Verse gestrichen. Jetzt aber nehmen ihre!Mitglieder offen Anteil an dem Aufbau ' Palästinas und füllen auch ,wichtige Positionen aus!in der amerikanischem!zionistischen!Bewegung.“ (!Haben sich etwa Stephan'!Wi׳s e öder selbst Dr. iC’h a ■j e s in!Wien!in , ührer •' IRüdkkolirswalikiing so weit aufgiesdliiwungen, die früher aus dem 1G-ttes׳dienst verbannten heiligen Gebete für die ׳jüdischen Verheißungen im blau-weiß geiscihmitickten. •Temipeli!bei!den Tönen ,׳eher ״Hat'ikwah“ •in feier-;licher. 1WeSse 1w׳ie!der einizuführen?!) Es wird ׳den ׳Zionisten und nicht einmal ihren misrachistiischen. Mitläufern (nachdem sic sich jahrelang im ־ •Haß gegen die ״Trennungsorthodoxie“ trainiert haben) kein großes moralisches Opfer bedeuten, sich seelisch als Schrittmacher des zionistisch beeinflußten Reformjudentums zu fühlen, zumal die ׳Nieologfe auch hierzulande widerstandslos und unaufhaltsam immer mehr •ins Schlepptau des Zionismus geraten muß, wenn sie es nicht zuwege bringt, ihre!Rückkehr zum wahren Judentum in Erwägung zu ziehen. . Die innere!Entwicklung der!Neologie!ist für die Ge- staltung des Gesamtjudentums wahrlich nicht gleichgültig. Wir dürfen an ihr!auf •keinen!Fall achtlos Vorbeigehen.!Wir wollen ,die geistige!Umsfceilluiig der .Neologie von der vulgären. Assimilation in die •zionistische ״nationale“ Assimilation ׳au einem weiteren!Beispiel beweisen. Wie gefährliche Wege die Zionisten .in unserem Lande mit ihrer ״politischen“ Tätigkeit zur ׳Schaffung einer separaten ■jüdischen r,׳Mi11d!e1rheitsnafionalität“ beschreiten, braucht in diesem Zusammenhänge!nicht aufs neue erklärt zu werden. Gesunder Menschenverstand;und politische Reife würden der Neologie gebieten, sich in diesen!Fragen von!der glaubenstreuen Orthodoxie nicht abzusoiulern und mit •ihr gemeinsam für die Erhaltung des ׳gesetzlichen Status einzutreten, ׳der die jüdische ׳Gemeinschaft verfassungsrechtlich nicht als nationalistische, sondern ausschließlich als eine mit allen anderen Staatsbürgern gleichberechtigte und gleichverpflichtete r e 1 ig i ö s ei ׳Minderheit betrachtet wissen will. Trotzdem hat!jüngst ׳der Präses einer führenden ׳Neologengemeiiide!in der Slowakei, Dr. Viktor Stein, in der Generalversammlung der Preßburger iNeologen Aeußerungen getan, die im kleinen von ,׳denselben zionistischen Einflüssen auf die ׳Neologie* zeugen, •wie die (Vorgänge auf der Londoner liberaljüdischen Tagung den Uebergang •des gesamten Reforrnijudentums von der partiellen. Assimilation seiner Gründer zur totalen Assimilation der Zionisten •im großen Ländern ׳dieitfliclh׳ in Enscä1ei׳n1!irjg;׳treten' 'lassen, Die weltanschauliche Seite des Problems der Neologie wird damit abgetan, daß der Unterschied zwischen '!Gesetzes-