Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 39-40 (22.9.1926)
- Date
- 1926-09-22
- Page
- Seite 276 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 276 JÜDISCHE PRESSE Nr. 3Q/40 m 1 ifi m ® m m m m ₪ I s m ₪ Kohlen-, Koks- und Holzgrosshnndlung I. Wallnersfraße 8 Tel. 69-3-46 la la 13 lallartrstniesi sowie Bundholz |0| des Fakturenbetrages für jüd.Ver- 1 Io eine nach freier Wahl des Bestellers Sack- und fuhrenweise Belieferung von 100 kg aufwärts franko Keller und Küche!Plombierte Säcke und Kontrollorgan bei der Zustellung! m ® ® ® •ra®!®[•! Wariiim ׳führt das ״Jüdische Wochenblatt“ «iaht die Namen der übrigen D ג דיו ל י a.n,!die an der Konferenz :t eilige nommen fliabeim? Ifet äs aber• iwaihn, daß IRialböl!Cook di© anerkannte ׳Aiutoritat dies ׳Misnatebi■ .ist, warum bat ׳d!c׳r iMisrachi dann׳ doch an dem Wählendes אסיפת הנבחרים teBllgenommen, trotiz des• ausdirüüldiiciien איסור vom iRalbibi׳ Cook vor (fünf Jahren aimd! trotz seiner diesmaligem Bekräftigung des? איסזר ׳Rabbi Cook!ist ׳dämm•! aiuclh wirklich wegen!dieses איסור van der .zionistischen Presse ‘,stark angelfa'llen worden, wie das ״Jüdische Wocheriblatt“ sich liiib&rizeuigen kann in □דאר היו vom 1. Jänner ׳ 926׳1׳und׳ im Blatte ,,Das!jüdische Voilk“, das offizielle zionistische Organ!im New-York vom 12. Februar 1926. Das Dementi! von IRalbbi! Fiishmamn wird ׳ja in diesem 'Fale äwemand, ernst imahmen. 'Rabbi ,Pisihmanira Ihat stob ja!keine Skrupel ׳daraus gemacht, auif der!Konferenz mi.tiziuitsillen, daß das AgudaäV'Sdutlwerk ,im׳ Palästina nicht mehr älis 200 Schüler umfaßt. )Ich möohite ferner das ״Jüdische Wochenblatt‘‘ auf-!merksam machen׳, daß midi: weder iRalbb. Dr. Coihn noch Ra!hb. IDr. PollJaik nach!׳Antwerpen/ entsandt halben. Ich wohne in Anitiwenpen. wo ich• alls (Kaufmann lebe. Meine Korrespondenz im der ״Jüdischen 1Pre,sss“ ,ist ׳eine ehirenamtlidie und keine Ibezahlte. Es!wäre mir vfeil lieibar 1gew!e׳sen;, eotwd&r in meiner!Muttersprache oder ׳Landessprache 0u berichten.!Nur motgedrangen bedieine :ich mich!der deutschen! Sprache. Doch hoffe :ich, daß sie midi׳ verstehen werden. Ohne׳ ein Wort :zurückzumehmeiD vom alllem dem, was •ich •gesell,rieben!habe,!glaube .׳ich;nicht, daß das Verhältnis .zwischen Organisationen durch das Oeilingen! oder Mißlingen! einer iKomferemz bestimmt, öder beeinflußt wird׳. Da :ich' ,Anhänger eines ,1friedlichen N׳elben1ei׳na!nderseiius des IMisrachi,1 und der ,Aguda ׳bin., halbe iclh׳!in meiner Berich tierstattuing vieles ausgelassen, das׳ auif Agudisten '.verileitzend hätte winken müssen. Durch ׳das ״Jüdische Wochen- . blat't“ herausigelfordert, fühle ich׳ mich jefefc' verpflichtet. hievon Mitteilung ,zu machen׳.!Wenn IRalbb.!D!r. .׳Hoififmann׳!iirnid! Rabb.!Haager wirklich rnitbeileni wollten, ein friedliches Nebeneinander der beiden Organisationen ׳zu bewerkstelligen•, so werden sie!imxZukunft Sorge;tragen׳ müssen, daß man auf ,Misrachi-lKonferenizeni nicht;im einer Weise mit Aguida J,isroeHl sidi! Ibescbälftiigt, w1i,e es ׳auf 1de,r netzten! Konferenz geisclheiben׳ ׳ist. Sie!werden! sorgten׳ müssen, . daß es in der ׳Zukunft nicht mehr mögllidhi sein •soll!]:, ׳daß solche J'äclhierhäie.!den! Tatsachen widersprechende '!Mitteilungen׳ ׳wie •die .R!a1blbi, Piislhmartns geimaciht׳ ׳werden. Sie iwerdeh sorgen müssen׳ ,׳diaß es ׳nicht melhir möglich se׳f, daß Ikieiin iGerinigericr als de!r Präsident ,der!Zenltralllieitung, iRalbb. M. Berlin, sidi in ibeizug auf A׳gudä Ifolgendermaßen äußert: ,׳,!Wenn Sie: mich ׳fragen!, wie es kommt, daß andere Organisationen,!deren! Schulwerk nur zweihundert Kinder!umfaß fc, Gerüchte verbreiten,, daß ,ihr Schmlw©rlk.einige tausend׳ ,Kinder umfaßt, ׳so!sage ich aridere lügen לשם שמים. oder: 4 ,״Wir!bauen׳ auf, dazu! ■braucht man Geld, Zeit und Menschen,, andere־ zerstören) nur,, dazu! braucht man kein Geld, keine Zeit uinid! keine Menschen“. Sie werden sorgen müssen, ' daß es!im ׳der Zukunft nicht mehr möglich sei, daß $ar Permamenizausschuß der ׳'Konferenz eine Resolution;zur Abstimmung vorteigt, in der leite Aguda beschuldig t wird, idle׳. Relielfgeider anstatt für ■Schulen•, für Ufartetowecke veräußert 011 haben.!(Diese Resolution Ist verworfen worden״ nachdem! Rabb. Te 1׳ t e .1־;bäum aus ,Amerika gedroht hatte., in Widerspruch׳ mit aller •Parteidisziplin, gegen diese׳ Resolution zu! kämpfen.) ,ZuMzt, sollen ls!ile sorgen, , daß ׳das ״Jüdische Wochenbilatt“ sein© regelmäßigen׳ HetlzartiikeD gegen■ ׳die Aguda eins teilt. Die Ereuinidsciiaft kann •nidit nur von ׳einer Seite her kommen! L F. Die Schulen der Agudas Jisroel. Antwort an Hemi Rom.*) Hin der llibtztwöciientili011 em Nummer des ״Israelitischen Wochenblattes lasen ׳wir '׳die!Berichterstattung des 1Herrn A. J. Rom über die Misradxikomfeireniz ,in Antwerpen. Dieser Bericht , :beschränkt. sich aber nidit allein auif die Tätigkeit!des iMisrachi, sondern ergeht sich auch in le'iner Polemik gegen die Agudas J'isiroel, die •a׳lle1rldinlgs ■auch• •di© Koniferenlz selber stark b'eherrschte. Leider verschweigt Herr Rom di© Äußerungen einiger ehrlicher IMiistradhisten über ׳die ׳Qualität ider M׳i!sra׳dl1i׳sc111111!len, die iKllaige führten!, daß die Sdiüier dieser Schuileu selbst dem mi'srachistischen lüiorageist entfremdet ׳werden. (Um übrigen hätten׳ ׳wir inidhts gegen ©ine Kritik unserer Schulen ©iwzaiwenden gehabt, denn ehrliche IKritik ׳tot immer am Platze. Da alber eins ׳sachliche. Kritik nicht ׳eins©tote, •so sucht© man׳ die Tätigkeit der!Aguidas Jisroel auif ׳dem ׳Gebiets des Erziehungswesens. dem Tatsachen ,zuwider, heraibzusebzen. Es stellt fest, daß folgende Schulen :ihre!Existenz der A J. ׳verdanken. Agudas .]«ס«! iiimterhällt. respektive!subventioniert falgenide Sciiuien: Jerusalem: Brnsi1 Zion Schulte 2 Abt. ׳)׳Buicharim und GursimX mit 500 Kindern und 15 Lehrern. — Jemeniten- Scihute: ■60 Kinder. 3 Lerer. Gilwais Schaml: Vorort von Jmi- *) hi dsr Rosch-Hasoha11ah-N111m1me,r ׳des ״Israbliitisdien Wochenblattes für die Schweiz“ finden ׳wir folgende VeröJfemtii'dmiitig der Aigiudais J iaroöl in •der Schweiz. י ..... . safem. Abteilung der Bnei Zion Sciwile: 25!Kinder, 1 Lehrer. P,stadr Tikwah: Talmud Thora: 40 Kinder, 4 Lehr’e.r.!Bne Brak: Talmud Thora: 50 Kinder, 2 ׳,Lehrer. Tei-Awiw: Talmud Thora: 1,20 Kinder,'5 Lehrer. ,Kollotlie!dar A. J. Machaneli Jisroel: Talrrnid Thora: 10 K'ulder, 1 Lehrer. iMädcäienscliuten: Jerusalem (je eine Abteilung In!der Alt- und׳ Neustadt): 230 Kinder, 10 Lehrerinnen■. Säffed!(mit a.ngegf,1iedertem; iKindergartien): 50 iKihder 3 Lehrerinnen. Tiber i׳as ׳(mit angegliederitem Kindergarten): 100 Kinder, 4 Lehrerinnen. Zusammen sind ,es also etwa 1190 Kinder und 43 Lehrkräfte. IBs ®e׳i׳!noch bemerkt, daß der Misrachi. es unterlassen hat, ׳eintes in •sefnem ■Bericht zu erwähnen: Die einzigen! Sdiuiihäussr, •di;e der Miisrachi: besitzt, sind •in Petach Tikwali. ׳Diese Sohul- ׳Häuser, und!!zwar erstens das Kna'bensöhulhaus, ׳wurde von der ״Freien Vere1;׳r,!;!gu11g i׳n ׳Frankfurt a. 1M.“ (Vorsiltlzenider der verstorbene Rabbiner!Dr. Breuer) seinerzeit erbaut und beim Einzug •des emetischem!Militärs •kt Petach T'kwah von den Zionisten als ,yfeindiii'cäile® lEiigenturn“ okkupiert uaid seitdem!niemals an ,den wirklichem Inhaber zurüokgegeben■. Das zweite Schul!- haus dort, ׳eine 'Mädchenschule, 'ist Eigentum des ■bekannten Agiudafü'hiners Her.nn׳ S. G׳u«ger.ll1eim־Alls1dl1׳vv1i1i bei Basel und 1iist ebenfalls oihue Rechtsgrund ■zurückbehalten worden. Wir ׳wollten ater nidit weiter dem iMisrachi! auf ׳diesem Wiege der Polemik ,folgen, indem wir!unser Schulwerk dadurch preisen, daß wi!r das des ,anderen schmähen. .Agudas Jisroell Soliwete. D. Ul'mann, Du sollst den Sabbat heiligen. (Die Sabbatruhe des — Hausherrn.) Von einem Freunde unseres ׳Blattes gehen uns die nac.11stellenden Betrachtungen zu, die durch die Entscheidung d:s Berufimgsscnates angeregt wurden, der das Urteil des Bezirksgierichtes, :Leopolldstactt :iin dlem Mieterprozeß R .a׳b b i no׳w i1 t' z— H,ps♦ein aufhob ■und eine neuerliche VerriaaJiuug In dtescr Angelegeniieit anordnete: JDas Urteil, das vor kurzem ein östonrei.C111i.s׳cher Richter in einem Mieterprozeß ׳fällte, den ein ׳jüdischer Hausbesitzer aus .religiösem Motiven׳ gegen eine in seinem!Hause׳ etablierte Jüdische Rfaidterin angestrengt hätte. Weit diese -sndi weigerte, :111,1• Gesohäftslokai ■am Sabbat zu sperren׳, hat salbst in unseren Tagenl, in denen die merkwürdigsten Mieierprozesse .keine Seltenheit bilden, ,in ,den ׳weitesten׳ Kreisen, aaißcrordentli'chss, Aufsehen her vor gerufen׳. Namentlich auif die ■religiös empfindenden ,mmd auoii nach den Satzungen der Thora ■lebenden jüdischen (Kreise hatte die eingehende Begründung des richterlichen Urteils ׳eine zweifach schmerzliche, ja, man• kann sagen, geradezu niederschmetternde Wirkung geübt. So selbstverständlich •es auch ist, daß gerade religiöse Juden unbedingte Achtling und Ehrerbietung degi Richter und seinem .im Namen des ׳Gesetzes ׳getroffenen Entscheidungen entgegenbringen, so mußten sie doch völlig ■ratlos •eimer ׳Entscheidung gegenüberstehen, deren auf prinzipielle Erörterungen aufgebaute ׳Begründung ■ihr religiöses Gefühl, iau׳f das, tiefste verletzte, a,b,er auch, ,ihr ffnemsch- ׳liebes und soiziales׳ Empfinden• ipeimliiahst berührte, ln׳ der richte,r- Heben■ ,Begründung waren nämlich in schroffster Form und mit schärfster Eindringlichkeit Anschauungen zum Ausdruck!!relangt. die sich nidit begnügten, die Rechtsansprüche des Klägers zuriickziiweisen, sondern die auch die Motive, die ihn bei; der Einbringung ׳der!Klage )geleitet, hatten. . verdammten, sie dis ׳״einen Hohn! aailf jedes,!Rechtsempfinden“, als ׳״unvereinbar mit wahrer Religiosität“ brandmarkten. Dieses ridhtertl'id1!e Urteil traf, das. darf ich wohl sagen, nicht .1nur den Kläger, sondern alte di© H©i11i׳gil1alltu!n1g des Sabbats würdigendem Juden,!dfe keinen Augenblfok •daran gezweifelt .hatten, daß der Mann, der ׳zu :ihre׳!• . Wahrung zum Richter ging, gerade von ״Rechtsempfinden“ und ״wahrer Religiosität“ geleitet, dien׳ Schntiz ׳des Gesetzes gegen die!in seinem Hause etablierte!Pfa idle rin äugenden hatte. Die kunzen Berichte!der Tagesiblätter waren elher geeignet, Verwirrung׳ •aBis voilile!Klarheit über den Saahvertailt zu verbreitern, und׳ der vor mebreiren Wochen erschienene Artikel ׳der ״Jüdischen. Presse“, der diese Klarheit brachte,, bedeutete •eine erlösende Tat. ln ׳diesem Artikel; ,wurde in der überzeugendsten ׳W׳e׳ls3 da,,gelegt, daß di ׳e r 1K il ä g © r, gerade von, ׳dien ׳S1L׳t׳t11׳i chstem ׳und a •u iär •i1 c ׳11׳ tigis t rell׳ iigi Ösen Motiven, be s,׳e׳.efl t|. zur Erhebung d׳ar Klage!s.i׳eh gezwungen .sah. A׳L der iklägerische ׳Hausherr vor zwanzig, Jahren ׳das GeschäitslokaiT an, eins Jüdin vermietiet©, iuberneß er es ihr'!nur ׳unter ׳der (Bedüngung, daß!sie‘׳es an Sabbat- ׳und Festtagen ׳geschlossen hafte. Z111 jener 1Zeit hatte man! noch keine Ahinimng von!der. Notwendigkeit eines IM׳ie׳te.rschu1toe׳s und eine׳ ,Pfaiidleriai, ob Jüdin oder iNIChtjüdin!, kannte ׳um (kein Lokal ■׳in Verlegenheit geraten,. Damals lag in dieser Bedüngung sicherlich ikeiin Schatten־ eiiuer ׳Pression,, keine Spur ider Ainsniitaimg einer!Notlage. Oie •Bedingung kannte angenommen oder, aibgeleihint ׳werden, e'irnie Rech:ts1w׳i!dni1gkeit;hätte kein! Richter ׳d׳e,r Weu׳t ii׳n!illiir leirbiickt. Aber ׳vermutlich ©benlso- ׳wenig einen Geiwfslsensawang. Der Hausherr diacbtle ■ja nicht ׳im Tramime ׳daran.׳, von ׳der Mieterin in lihirieim Privatteben,, ,in ihrer Häuslichkeit e׳!me Aklkommodieinung an seine religiösem An- •schauungeu . zu (fordern; ׳die gingen!!ihn!nichts an, in, diese durfte er!sich aiiictht einmengen! 1un׳d mengte sich ׳nicht ׳ein׳. Seine!For- (denuiiß berührte ein äußerliehes,!Moment, die Offenhaltung des Geschäftisllokales in seinem Hause'. Sehr richtig war daher ■in dem erwähnten Artikel illhirels Blattes darauf Ihirigewiie'seni. daß nii&maind etwas Aaistößiges ׳da!ran ge.finniden hätte, ׳wenn ein gläubiger Katholik vor zwanzig Jahren! (mind ׳ich mlödhtie ,hinzufügen, auch iieut© miabt) ,seinem!Mieter die Bedingung gesteht!hätte, an ׳den hohen christlichen!Feiertagen! ׳das Geschäftslokail ge!spe!nrt zu hallten, salbst wenn das Gesetz es im alllgemeinen gestatten würde. Wer!würde dam chrüstlncihen Hansherrn,!der van seinem Mieter di© Einihältuing einer freiwillig, ohne jede, Nötigung übernommenen Bedingung gefordert oder gegen den Viertrag,sbmi/cih geklagt •hätte!. Mangel! an ׳sittlichem• Gnipfim-!den», an Rech!tsge,fiiJ11 ׳und (wahrer religiöser Gesinnung laum Vonwiurf gemadht!halben? Soll das nidit auch! ׳dem religiös lebenden jüdischen Hauishierm zu’gelbilligt werldeni? Die!jüdlsdie Pfaidlerin mag nach!zwanzig Jahren die• •Eihhalltung der Bedimgmng, weil •sicii;!die Verhältnisse!inzwischen verschiinimert •haben,!drückend •fimden. aber Verträge halben einmal ׳da!s Eigenfcümlidi'ö, daß sie mi׳t1m׳ter aiucii uabequem!sind. Aber der jüdische Haushteinr gliaubte sicherlich!nur seiner religiösen Auffassung von der iHieiilighaltuini? des Sablbats Genüge ׳zu!leisten, wenn er für die Aufrechter •haltet 1£ •dels, einmal geschlossenen Vertrages ©׳intrat. 'Er;glaubt©, sicherlich aus nelligiösen׳ ׳Gründen, sich gegen den Gewissenszwang wehren! zu! müssen, den ׳die ■jüdische Rfai'dledn auif ihm üben wollte, indem ,sie von •ilim ׳die IDiuWnng der Sabbatentweiteing (entgegen idem geschlossenen Vertrage •in׳ dem am 'S alb bat ,nicht geschlossenen ,G1e׳sal1ä)ftslokall seines Baases) forderte. ׳Durfte ׳er. rrnußte er nicht ’ annehmen, daß sein Gewissen mehr, ,belastet wind, wenn er ein© 'Sabbatveirlebzmmg inrnterstützit, als wenn di© jüdische Pfäklilexin׳ die Sabbatverlietzuing ׳unterläßt׳? Er glaubte auch iiiabt das Rechtsgerithl zu verll׳e׳t׳zen. ׳wenn er gegen einen Vertragsbruch protestierte. Was!den!Druck (der veränderten׳ Verhältnisse ibetriifft, so durfte der klagende Hausherr wohl denken׳;׳dals <d׳i׳e Hauis- ,herren unter diesen nicht ׳weniger leiden als d'ie Mieter und1 es ,immerhin! noch!fraglidi sei, Ob er so viele iinaterielfc Vorteile von •seiner Mieterin 'habe als!sie von, ihm. Luach-Blätter der A$udas Jisroel-Ju^entisruppe Wien תיפ״ז — 5687 Soeben in bedeutend erweitertem Umfang erschienen (80 Seiten) Aus dem Inhalt: Ausblick auf die Agudoh-Arbeit im Jahre 5687. P. K. Wann hat die Erziehung zum Klallgedanken zu beginnen? _Dr. Michalski, Karlsruhe. Bilder von der Wiener Agudoh-Jugend. Ben Jisroel. Großstadtjugend und Jeschiwah. Dr. Dcutschiänder, Wien. Aufrechte JUdischkeit. G. G. Grundzüge der Erez Israel-Politik. Jakob Rosenhein, Frankfurt a. M. Unsere Einstellung zu Erez-Jisroel. Dr. Isaak Breuer, Frankfurt a. M. Aus den Aufzeichnungen eines Erez-Jisroel-Reisenden. M. Lüwy, Bratislava. Jüdisches Kunsthandwerk einst und jetzt. A. Weiß, Wien. Mattersdorf. Sie und wir. S. Schachn’owitz, Frankfurt a. M. דער כח פון חורה. שבתי שיינפעלד, וייען. Reichlich illuslrierty Preis S 1■— (für Aguda-Organisationen ermiissigt) Erhältlich in der Jugendgruppc, Wien, II., Floßgasse 1 und in den jüdischen Buchhandlungen Der Be,n1׳ii11ngssenat,!der ,das U!rte׳ill: dss 1Be1zi!rksge!ri,al1te,s, in ,der!Leopol,dstad;t amfhoib), Ihat!5e11bs׳bv1e,rstä:n׳di1ich1 auch ׳eine iBcigriindiiing. ih!ler׳f!ii!r aingegetoen. I!!1 ׳dieser wird ausdrüdkliidh flicrvorgeilioibeni, ׳das ßanu!1!11ngsge,riicl1t lk׳önn© ׳der Amsohaivjing nidilt beäpfltahtem, ,daß!das Klage'bcigelhiren unsittilidi sei;.!Die iBetomung!d;ic!.se!s ׳Mounentes .wird jedem rcliilgilöisen׳ Jaden!zur ,höchstein ׳Geniugtung gereichen. Wir!sind von■ der Ueherzemgiimg durahidrnnigen, daß alle Satzungen unserer Tlliara von einer hohen, ,nidit u irbartnelleniden S.i׳tbli;d11k©it IbeseeSt sind, ׳und• wür köninten auch auf das Zeugnis großer!nidhtljiidiscJieir ׳Getehüten hiiinweiiisen, •d:i;e mit Eihrfiinricht gerade besonders ׳den hohen sittlichen ׳Geidanken, anerkennien,,!dier ׳in der!11ms׳ durcir die Ihora!gebotenen Hieiiligning ,des Sabbats ,zuitn ׳Auisdinu'ck gelangt. VVelch peiniliiclhe lEmpiiindung bätlie daher ein iiimiwlideirsproclh,eines ri'Ch'teriUchels ׳Urteil izurücklassen müssen., das den! Schnitt eines Juden!zur Wahrung ׳seiner, Säbbatriuhe als — lumsiitt'liicb v©rdämmt,. Das^ iB1er,üif11׳ngsg1e!r!i1ch׳t hat sich, nießut auf die Prüfung der Frage eiingeiiassem, ob!das Begehren ׳deis IKlägcrs ,,wahner reliigiöser Empfindung“ enlspreclhe oder — :wie!es »in der erst.- nie,hter,liehen Begründung hiieß —־!diese venlietze. W!i!r d'iinfen ,wählt iln dieser Zurückhaltung ebenso viel W1eii,s!he,i!t alls!Gerediitig- ׳kei׳t erkennen. Ein ׳enitscheldendes Urteil über, diese Frage könnte nur vor einem anderen Forum geitroffen ׳werden. Wenn •der Richter, der den Kläger verurteilte■, im der Begründung sagte: ״edhfes religiöses!Empfinden verfang© Duldsamkeit ׳wider Andarlseropfimldenide“, ■so kann!man!ihm' sicherlich! Ibe!stimmen. A1b!er ihtitte der iKlläger nicht mit iReolit idiarauf antworten, ■diürfen, daß er!es vvaa ׳der vor zwanzig Jahren! Duldsamkeit ,für sein!religiöses ,Empfinden i!n seinem Hause sich!sichern wollte? mn. ml * Um L9j¥ ) Auszahlung der Arbeitslosen unter־ Stützung. Ueber Einschreiten des Vorstandes der Wiener israelitischen Kultusgemeinde hat die Industrielle Bezirkskommission Wien die Arbeitsnachweise angewiesen, die Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung an Personen israelitischen Glaubensbekenntnisses strengster Observanz, soweit es durchführbar ist. an Stelle des Samstags an einem anderen Auszahlungstage vorzunehmen. des weiteren. Personen jüdischen Glaubensbekenntnisses an den hohen Feiertagen als von der Kontrolle befreit, beziehungsweise entschuldigt zu betrachten. Sitzung des Landeskoinitees der Agudas Jisroel In der Schweiz. Zürich. Am 12. September fand in Zürich di© Sitzung des Lamdeskoimtees der Agudas Jisroel für diie Schweiz statt. Fast sämtlich© Mitglieder waren anwesend. Zunächst wunde die W!imterar׳beüt besprochen. Abgesehen von regelmäßig stattfmlenden Gruppenabenden werden im Laufe des Winters eine größer© Anzahl .vom׳ Vorträgen albgeihialfieiii werdöri, ■zn denen bekannte Führer der Agudas Jisroel und andere! prominemte Redner eimgeladen werden sollen. Nachdem von den verschiedenen Herren Berichte über ihr© Gruppen gegeben worden waren, von denen insbesondere die Gruppen Genf und!Lugano besondere (Beachtung fanden׳, ging man!dazu׳ ׳über, ׳den wichtigsten Punkt der Tagesordnung, die eventuelle Errichtung ■einer J!;sd1!,wo, zu besprechen. Es braucht nidit erwähnt zu werden, daß innerhalb der Kreise der Agudas Jisroel jeder es als das unbedingt zu Erreichende bezeichnet. d!tß jedes Land und, wenn ׳es geht, j!:de Stadt!ihre Jeschiiwo besitzt. Herr Botsohko’(Montreux) hatte das Referat über diese Frage überommen. Er erörterte zunächst die prinzipielle Frage der Gründüng einer Jeschiwo und erbrachte den Beweis, daß die Jugend nur durch vertieftes Thoralemen zu erhalten sei. Nachdem er ,auch unter diesem Gesichtspunkte die speziellen Schweizer Verhältnisse betrachtet hatte, ging er dazu über, die Erfahrangen, die man bisher gemacht hat, darzulegen und kam zu dem Ergebnis, daß die Zeit heute, eine bessere sei. daß der Drang zum Thorastudium heute schon intensiver wäre wie früher und daher die Notwendigkeit zur Gründung einer Thoraleibramstal't auch in der Schweiz gegeben sei. Er hält Montreux für einen geeigneten Ort. Die Debatte über diesen Punkt war sehr lebhaft. Bald kristallisierte sich die Meinung heraus, daß auf Grund' dieir besonderen!!schweizerischem Verhältnisse heute noch nicht dar ׳Boden für eine Jesdhiilwo da Ist!und es!wurde vorgesehen, eine Vorbereitiingsstiife!zu schaffen, eine Art Jeschiwo IKfeno, die!es der Jagend׳ eirmöslaben: sollt, in!a׳ab ,ihrer Schulzeit zwei׳ Jahr© dort so zn lernen, daß sie dann fähig ist, ein© große Jeschiwo zu besuchen. Eine fünfgliedrige ,Komsmssion ׳wurdie eingesetzt׳, die di© vorbereitenden Feststellungen zur Schaffung einer Jeschiwo Ktano leisten soll, damit aus :iihn־ in wenigen Jahren der Schwefe eine eigene. Jeschiwo entstelle. Merkwürdige Schalooth. Budapester Sportvereine ersuchten die Budapester Israelitische Kultusgemeinde, vier indischen Athleten!Dispens vom!Fasten am Jom Kippur zu erteilen, weil sie ■am Sonntag nach Jom Kippur an dem athletischen ,Städtekampf Budapest gegen Berlin teil־ nehmen. Das Rabbinat hat dieses Gesuch •abschlägig beschieden und fügte hinzu, daß bei dem vieljährigen Training der Athleten das Fasten!ihre Leistungen!nicht beeinträchtigen werde. Ein Fasten-Dispens kann nur •kranken Personen erteilt werden. Reiche Orangenemte in Palästina. Di© Orangenernte in Palästina war 111 diesem Jalhre besonders, reich. 18.000 Arbeiter sind• bei• der •Einbringung beschäftigt. (Man, hofft mehr als •zwei׳ Millionen Kisten Orangen exportieren zu können.