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Jüdische Presse · 1926-09-22 · 39-40 (22.9.1926) · p. Seite 274

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
39-40 (22.9.1926)
Date
1926-09-22
Page
Seite 274 (sequence 4)
Language
German
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Nr/ 39/4 (T Seite-274 . JÜDISCHE JWESSft 8»vs »h•• Seit vielen Jahren däa an- * erkannt be^te , . נשמה־ליכט Man achte auf die ges. gesch. Marke ״Hygien. Königslicht'* u. Name Schulz. Fabrik und Bureau: XIV., Braunhirschengasse 3 Generalvertretung u. Lager für die Tschechoslowakei Stern Mor & Sohn, Qalanta. □■□■□■□■□■□■□■□■□■□ם■□■□■□■□■□■□■□■□■□ Billige Preise! g Billige Preise! □ ~ ■ Die schönsten und modernsten 8 Naturscheitel | □ ■ □ ■ und □ l Haarersatzteile § □ ם ■ ם a ם ■ ם ■ ם ■ ם 5 werden erzeugt durch das altrenommierte führende ־־ Haus ln Dauerwellen und Haarfarben FRANZ EMMER ם Spezialperückenmacher und Damenfriseur ■ Wien, I., Mahlerstrasse Nr. 5 ■ Telephon Nr. 7754־0־ * .dt Elnl&hrlger Hanflelslcur» Wiener Einjähriger Handolskun Talmud •Thora - Schulverein Volks- und Bürgeischuls für Knaben und Mädchen Wien, II., Malzgasse 1« Oest. Postspark.-Kto. 182.159 Spendet für das älteste und grösste jüdische Schul werk Wiens! £ et ragen Die klaren, einfachen! W orte erhellen so manche üuskk Stehle und man spürt den. Strom herrlicher Begeisteming daraus fiervorciniiitlen. Oder ,das ״Safer Hadiiniicih“ wird ge- .!!srait iiuid man lau seht!gespannt den Geldanikew des .Re'b Ahroti Hatawi über den •tiefen Sinn׳ der Milziwoh. Ji;roh und Kdduschoh leucliiten aus diesen klassischen Werken1 und führen den Geist empor au heiligem Schabbosgedaniken. Vergessen! •ist der grame, düstere Alltag 1nn|d Friede zieht ein in des Mensfclien Henz. ,Aber 'ein Blick fliLnatvs in die kalte, finstere Wtntarmacht genügt und der!schöne Traum schwindet dahin. Die Sorgen dies Lebens kommen! ׳wieder in Erinnerung und das Golms. erscheint doppelt schwer. , , . , Man setzt sich zum Erdboden und beginnt ״likim Ghazos“!mit .klagenden• Stimme ,zu sagen•. Wie lange dringt sdion dieser Mitternachfesdirei Ji&roois hinaus in die Stille der Nacht und doch hat man das Geifühl, als ob 1erst gestern das Res-Hämikdosd! in Flammen! aufeegangen und die׳ Kinder von •dem Tische des Vaters im lieblose Fremde verstoßen! wären. Das Leid des Einzelnen!klingt schtnemzlich .zusammen׳ mit dem 'Leid des •ganzen Volkes, mit dem bitteren Schmerz!der . Schach in oh. , L .. . Die Jugend• ׳weint Tränen in dieser Nacht, die 'dem Sdiabbosnrieden vorangeht■, weint gemeinsam mit ־all den^ ׳Getreuen in jistroel bis• izwe Stunde, da vernommen wird auf Zions Bergen Stimme der Freude und Jauchzen der Jugend. Der Apikores. (•Aus einem Gespräch.) Nach langer Pause nach Hause gekommen, begegnete h meinem Jugendfreund, dem ehemaligen Jesehivahbochur onas, und es entwickelte sich, während wir den Weg s wohlbekannte, nun von Villen bunt belebte ,׳Gebirge ihmen, ׳folgendes Gespräch: Jonas: Sehen Sie dort diese •Bocherlcch, wie sic 3r dem Eren d־:!) plötzlich halt machen, ihr Solinupituch >rvorz׳iehe11 und cs sich utn Leib, Hand oder Heils ickeln, um ׳damit das rabbmisclie Verbot des I ragens am ibbat ׳zu umgehen, da sie anderseits so weit schon Kulturenschen sind, •daß sie das 1 aschentuoli zu gewissen wecken auch atn Sabbat nicht entbehren •können, Sehen e, auch ich gehörte einst dieser Gilde an — ־Sic wissen mein Vater s. A. war Talmudlehrer — und lächle heute Jer den!Formalismus des raibbinischen Rituale, das den enschliohen •Geist unterjocht und in Scheinhandlungen de •freie Willenshandlung lähmt und hindert. Es wundert ich auch, daß Sie als gebildeter •Mensch über _ den K1alismus nicht herausgewachsen sind und noch linrnei in te Talmudfolianten mit ■ihren scholastischen Spitzfindig• *iten hineinstärren so wie in den ewigen koscheren lopt her ״Magenreligion“, um festzustellen, ob ja kein Sec *) Der Draht, der die vorgescliriebeue Sabbatgrenze ymbolisiert. Äguda und JVrist?aehi. /I; Die Misradüwel tkonfer-enz, weiche im vorigen Monate., fl in Anfiwenpen tagte, nahm einstimmig eine Resolution an,;!:1 |J welcher die oberste •Leitung d׳es Misrachi beauftragt wird, mit der Leitung der Agudas Jisroel ,,zwecks Herbei-■ ‘ tfiihniug■ einer Verständigung ׳und Vereinigung der •: (gesamten orthodoxen Jiidenteit in ׳FüihhmiK;zu treten“. ■!Es ist ׳uns.!nicht bekannt, ob!seitens der Leitung ‘;׳ des Misradii bereits dieser Schritt unternommen , wurde oder ׳nicht. Da nach׳ unserer Ueberzeirgung die ׳Aufgabe der f Presse, besonders aber der •thora treuen Presse nicht 9ein •kann, die Vers tärdigungsvar suche der verantwortlichen Männer beider; Organisationen ׳zu erschweren, hat die ״Jüdische!Presse‘‘!zu; dieser!Resolution bisher keine Stellung genommen. Wir haben wohl eine!Korrespondenz •unseres Bariehbanstatters aus Ant- ׳wenpen über die .Misrachikohferenz veröffentlicht, aber es ■ist wohl' überflüssig, zu!bemerken, daß eine Korrespondenz eben bloß die unter dem Eindruck!der Ereignisse aufs Papier gebraeilten Wahrnehmungen des!Berichterstatters beinhaltet, ׳und׳ nicht eine Stellungnahme der .Redaktion. lEs ist ebenso überflüssig,!zu behaupten,!daß die!Redaktion ׳der ״Jüdischen! Presse“ nicht!identisch •ist mit der •politiisdheni!Leiitumg der Agudas JisroeT ' zumal die ״Jüdische Presse׳‘‘ kein offizielles iParteitolatt, sondern ■ein uitabhämigiges ■0!ngan!fiir die .Interessen der Orthodoxie ־ist. Nach diesen!kurzen Vorbemerkungen können• twir ruhig das Wort unserem geschätzten J. IF.-Korrespondanten ■in Antwerpen erteilen, der es!fiir notwendig findet, auf!die lEimwürfe gegen seine Berichterstattung zu .reflektieren, Im übrigen wollen wir uns . durchaus nicht •i!n eine derartige ׳Diskussion einlassen, da ׳•wir tief überzeugt sind, daß!der von den Besten der Orthodoxie gehegte Wunsch, die versprengten Teile der tflioratreuen Ju!d׳e!niheit in einer Organisation ■zu vereinen, nicht durah •Scholaiumreden gefördert!, auch nicht durch• Zeitungsartikel gestiftet, noch weniger durch Polemik und Diskussion erzielt werden!kann.!Die nackte Wirklichkeit •der Tatsachen, die •posit iv e Arbeit, welche die beiden1 Organisationen, Aguda und (MIsraeli!!, leisten, können ■aiMie׳w1 ein :friedilidhies Nebeneiinauder׳oder gar Miteinander, eine Verständigung oder Vereinigung herbei•», führen. Wir wollen nun kurz!betrachten, wie es mit den Tatsacken steht, wie weit die sachlichen Voraussetzungen zu einer Verständigung!gegeben sind.!Zwei Tatsadisn!können unseres Erachtens die!zwei Organisationen einander näherbringen. Erstens die •E!r׳s tarkung d e .r .Ag111׳das J i׳s r 0 e 1, zweitens . die zunehmende Ve rselbst ä n d 1 g ü n g d׳es. Misrachi. Was den ersten Punkt, die Erstarkung!der Agudas Jisrod betrifft, so muß man vor Augen halten, •daß es entschieden ein •Irrtum ist, zu gllauiben, ׳daß mit einer schwachen Agudas Jisroel eher eine Vereinbarung getroffen ׳werden kann ' als rriit .einer starken. Die historische Erfahrung, zeigt, daß je sdiwäoher eine Organisation ist,!desto mehr muß sie sich absperren; so wie man zum Schutiz schwacher politischer ,Wirtsd1aJftsg׳elhi׳ete Zollschranken errichtet, so muß man •zum Schutz schwacher politischer und religiöser Organisationen ebenfalls Tremmngslwalte!ziehen. Je schwächer Agudas J׳isroel ist, ׳um so indir müßte sie Sich ׳separieren,!um so größer würde!die Kluft auch zu Misradhi werden׳, der einmal! ׳der ׳Ansiclht ׳ist, daß ■eine Einheitsfront Vor allem: mit allen Zionisterr-n.seibst wenn :diese/ :Gegner der Thorm!und! Tradition •sind, zu: erstellen ist. Eine: schwache Agiidas Jjsroet ■ist aber auch aus anderen •GiiiEideh•■ nicht Verhandlung^-, und vertragsfähig. Agiidäs,Ts.roel hat: nebst. ihren praktischefr Autgabe« uodi eine pro:vi'den t i׳"e.lle.• Mission zu erfülten־, die ist die Aktivierung :deirusroßen nr'thö-■ doxen Massen, die nun einmal vom Misradii während seiner 25jälwigen Existenz nidit erfaßt werden!konnten׳... Agudas Jfsroel ist allein berufen., diese (Massen :in dem ׳wirtschaftlichen u!rd: ׳po- Htischen Kampf: für die■ Interessen der thoratreuen Judeniielt zu aktiver •Mithilfe heranzuziehen. Agudas Jbroel wird um •so■erfolgteich-er in der Erfüllung dieser Missten sein,׳ je stärteer sie ist.!Es ist dabei nicht .zu vergessen!, ׳daߣ wenn aucli. nackieinem berülunten Aussprudi des Beizer Rabbi שליט״א■ der größte Teil der Zadikim und Gedole Hathora bereits iriiden Reihen der Agudas Jisrod sich befindet, so dodt;: •einige ganz bedeutende Führer des thorafcreuen Judentums noch abseits von Agudas Jisrod stehen, ja sie aus Gründen,. deren Sticäihaltigkcit. hier nidit untersucht werden soll, »btlämeB;.-׳Sollte nun gar die;!Möglidike.it vorhanden!sein, wir •bestreiten diese iMcjglidvkeit, ׳daß es gelingen!sollte, eine kn Zustande der wirtsdiaftliclien oder politischen. Sdiwäche befindlidie Agudas^Jjsroe'l-Ongtuuisation: irgendwie mit Misradii •zu! verkoppeln, sö ׳wiiride'^■'Agüda's: Jisroel: jede Anzfehungsikraft auf ׳die großen orthodoxen Massen! ein-, büßen Man ׳würde ׳dann nickt sagen, ■die aiktiiiven tliora־» treuem Organisationen ־haben sich vereinigt׳, wir w.olen. wös, ihnen anschiließen, sondern mau ,würde gerade in Anbetracht der Sdiwiidie der Agudas Jisroel. verkünden, nun hat. sicli ,auch Agudas Jisroel offenkundig und offiziell dem ,Zteniismus verschrieben. Wir glauben kaum,, daß erns(!denkende Misrachisten siiie; derartige Wendung für wünscj1e,®s׳wert; hielten.. Mögen, sie mit Agudas Jisroel!noch so!unzufrieden!sein, ,mögen sic noch so viel an!ihren!politischen Methoden au »,zu setzen• •haben, das eine müssen sie anerkennen,!daß ׳:׳s der Agudais Jisroel gelungen!ist, huirlderttausBudie orthodoxer Juideij zu• aktüvlerein und besonders in Polen ■der amorphen orthodox-chasidisctiem •Masse eine Mare Richtung ׳und eine• wegsichere Zielstrebigkeit •zu •geben. Wir!glauben daher, •feststellen zu ׳kennen״ daß ails eine primäre Voraussetzung fiir die Anbahnung eines■ dauerhaften Einverständnisses zwischen Agudas Jisroel •und Misradii eine starke Agudas- Jisroel-Organisation vorhanden sein muß. Ob Agudas Jisroel bereits dieses Wachstum •׳erreicht ׳hat, entzieht sich ■unserem Urteil.!Die• verantwortlichen Führer der Agudas Jisroel .allein sind •i!n ׳der (Lage, dies feststöiten׳!zu köaiinen.!Die zweite Bedingung!einer Ve 1־ständigungsmögl:ichkeit ist •ein hohes!Maß von S e.'lbis tändiigke it!des Misrachi, Seit ׳langen Jahren!!her wurde׳ allgemein •angenommen!, daß!zwischen Aguda •und Misradii eine Verständigung nur •dann möglich wäre, falls Misrachi aus!dar ׳zionistisdien Organisation heruushiitt. Motiviert!hat man!diese Bedingung mit religiös-moralischen Gründen. In orthodoxem •Kreiseni (hält man die Verfassung der ziorastischen Organisation: Religion ist Privatsache mit den Gnundsätzen der Tliora für unvereinbar. Misrachi •ist Mitglied der zionistisdiien Organisation/ •fofeiliclli• kann eine tliora treue Organ!- sation von der Wesensart!der .Agudas Jisroel mit Misradii •sich nicht vereinigen. Ferner hat man ins Treffen geführt, daß Miszigstel der 1״G0sz-0r becholov“ (der verbotenen Vermisclning von!Fleischigem und Milchigem) den Topf ver־> unreinige. Ist es keine Unnatur, wenn •das ganze Denken und Trachten, eines geistig doch nicht unbegabten Volkes sich in solcher ״Topfguckerei“ erschöpft und mit Verboten und Stachelzäunen jede Torschrift so umgittert, •daß es einer geistigen und seelischen Tortur •gleiohkommt, die Tarjig 1M i z w 0 t h (613 Gebote) •mit ihren talmudischeii Erläuterungen kennen zu lernen und sie zu halten.!1 ch: Aus Ihnen spricht •das •Renegatentum eines nur äußerlich ■Abtrünnigen. Haben Sie mir nicht selbst es gestanden, daß Ihre Frau noch •koscheres Haus führt, wenn!Sie auch hinzufügten, Sie hätten nur •dem Hausfrieden zuliebe daran nicht gehindert? Auch gaben Sie cs •zu, an den hohen ׳Feiertagen •noch ln die Synagoge zu gehen, nicht aus Uebcrzeiig'iing, sondern der Konvention wegen, sich einmal im Jahre vor der Familie •und der •Gemeinde als Juden zu legitimieren. Auch würden Sie, wenn der Jude von Antisemiten angegriffen wird, offen und mannhaft für ihn eintreten, nur den talmudisch-religiösen Juden hätten Sic in sich überwunden und würden ,ihn •auch bei anderen bekämpfen. Nun, ohne •R a b b i n! s m 11 s gibt es kein wahres Judentum. Sind die wunderbaren Sentenzen und Moralspriiche, die von berufenen und unberufenen ״Perlenfischern“ gesammelt und 111 Florilegien herausgegeben werden, sind die herrlichen Traktate des ״!Pirke Aboth“ nicht auch unverfälschter!Rabbinismus? - Ja. wie unsere Erklärer sagen, diese ethischen Prinzipien sollen mit dartun, daß die Weisen der Ha lac ha nicht nur Philosophen der Ethik, sondern der Halacha, des. p r a k t i s c 11 - r e 1 ig i ö s e 11 Wandels mit seiner Sabbatgrenze und Speise- Vorschriften, mit allen seinen Alltäglichkeiten und winzig erscheinenden!Bedürfnissen. •Wenn!jene subtilen!Logiker auch das •Erlaubte und!Niohterlaubte mit subtiler Minutiös!- tät umhegten und beschränkten, so •zeigt sich auch darin eine bewiuidernswette Schärfe des Verstandes und heilige Voraussicht, welche sich •der Schwäche der menschlichen Natur recht wohl bewußt ist und fiir alle •Zukunft das Gesetz — Sie nennen es Formalismus — Sickerstellen wollte. Ohne Formalismus keine Erziehung! Dies gilt für das ׳Individuum sowohl wie für Volks- und ■Religionsgemeinschäften. Das Schwenken des Hutes, die Habtachtstelhuig des Soldaten, Uniform, Fahnen, Embleme, Orden, f.tulaturen und Höflichkeitsfloskeln, sind es nicht alles Formeln. Ausdruckscrscheituingen des ׳Geistes und der Gesinnung durch und in der!Materie? •Und der menschliche Körper selbst, ist er selber nicht auch nur die materielle Form des Bollinger-Eiskasten sind seit 1870 die besten Fabrik; Wien XV. Stajlgasse Nr. 10. Telephon 38-419־ Filiale: VTL, B i.'gjw se Nr. 17. Te'epion 32-380־ menschlichen Geistes? Und der •jüdische Körper, soll er nicht •durch Speise ■und Trank, durch ■Uebung und Reinigung, durch' •Weihe und Enthaltsamkeit zur Gefäßform des jüdischen Geistes werden?! Der •Mensch i s t, w a s er ißt, lehrt selbst die •materialistische Philosophie und die!jüdische Religion sollte auf die iDurchgeistigung, auf die Weihe und Heiligung der!Materie verzichten können?! Das ganze Gesetz hat diese Weihe zum Zielpunkt. •Von der Beschneidung des!Kindes bis ■zu Ehe- und Speisegesetzen, •von der Weihe der Frucht bis zu den Ehe-, Speise- und Opfergesetzen: alle •wollen sie die!Materie, den eigenen und fremden Körper, das erworbene Gut an Früchten und Lebewesen weihen,!ja opfern dem Göttlichen! Uebrigens ist es nicht *wahr, daß sich, das ganze Geistesleben des jüdischen Volkes nur im Rituale erschöpft, es wird nur durch'•das ,Rituale geadelt, in •das höhere Gebiet des Religiösen gehoben und so mit dem •Göttlichen als der Weisheit letztem Schluß ■in Verbindung gebracht. Die Jurisprudenz, die Medizin, die Ethik des Talmuds, wenn sie •von halachischen Problemen!ausgeht und mit ihnen in •Verbindüng zu ■bleiben sucht, dokumentiert damit nur die Suprematie •ihrer religiösen Anschauungsweise, die alle Weisheit aus der Offenbarung schöpft, der ■Offenbarung unterordnet. Das Primat der Thora vor.Derech E r e z wird auch durch ׳jenen 1bekannten Perekausspruch illustriert: Derjenige, dessen Weisheit vor der G־tt׳esfurc׳ht den •Vorrang beanspruche, gleiche •dem wurzellosen Baum, der trotz der ■Fülle der ׳Aestc und Zweige beim ersten Sturme entblättert liegt. Sie, lieber Jonas, sind zwar noch kein Entwurzelter, es führen noch Wurzelfasern zu dem •Erdreich Ihres Judentums, aber es ist ein Erdreich, ein!Reich von dieser »Welt, nicht gegründet itn •Glauben ans Ewige und Göttliche! Wenn der Jude den Abtrünnigen mit Apikoires. als Epikureer bezeichnet (der ״Posche“ •bedeutet hingegen den böswilligen Uebertreter göttlicher und menschlicher Satzungen), so ist damit angedeutet, daß sein Abfall in einen! fast heidnischen Sinnenrnenschentum zu suchen ist, in!jenen! epikuräischen!Uebersehätzen des nuiteriellen Genusses, das Griechenland und Rom sittlich depraviert und zugrundegerichtet!hat. Das Griechentum •hat die Form zur höchsten Schönheit ausgebildet, ■jedoch sie zum Zielpunkt des* sinnlich-ästhetischen Genusses in!Kunst. Wissenschaft und Geseilschaftsleben hingestellt, es hat die ׳Materie durch die Kunst geadelt, der Jude hat sie religiös-ethisch vergeistigt. Jaft elohiin lajefesz, weiischkon beohole Sem! Kehren Sie von Ihrem ästhetischen Kosmopolitismus der Völker in die Hütten, den!Bote Haknesijoth und Bote •Hamidrasch Sems •zurück und d er Haifisch der weltlichen, ästhethisch so hohen, doch sittlich minderwertigen Ezsaukiiltur möge den Jonas wieder an das Ufer jüdischer Ueberlieferuiig, innerhalb der vier Ellen der iHalachoth zurückspeien, von dem er einst als Jüngling auszog. Leben Sie wohl, ich hoffe, Sie in einigen Jahren •als iBal-teschuvo wiederzufinden. Lud damit trennten wir uns. M. •S.

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