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Jüdische Presse · 1926-09-22 · 39-40 (22.9.1926) · p. Seite 273

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
39-40 (22.9.1926)
Date
1926-09-22
Page
Seite 273 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 39/40 meinschaftsgmippe n der Menschheit so sehr ini Fluße ist, solltensich jüdische Menschen darüber (klar werden, daß dieses Verhältnäs nur dann-auf eine gesunde Basis gestellt ׳wenden kann, wenn Führer und!Geführte: sich gegenseitig ohne Rücksicht aut soziale Stellung und materielle Form darüber . Klarheit ®eben, Nvie weit sie einem gemeinsamen Ideal! gemeinsam zu dienen bereit sind. Das Volk konnte am 23. Tischri getrost in seine Zelte ®trückkehren׳, der Komi® konnte es getrost entlassen( denn räumliohe Ferne (bedeutete nichts. Das Land, welches in ׳wechselseitiger Treue, alle Glieder umspannte, ־ war fest unld stark!. Segnend schieden sie voneinander, gesegnet arbeiteten sie an der Erfüllung ,ihres Zieles. P. K. Schulbeginn. Das Schuljahr 1926-37 begann Donnerstag den 16. Septetnber; einen Tag vor dem Rüstfage des Jaum Kipurim •haben ungefähr 10.000׳ jüdische iK'inder beiderlei Gesohfedittes die Volks- und iBiirgerschufen der Gemeinde Wien betreten,. Nach voreichtigcr Schätzung dürften ungefähr!10 Prozent dieser Schulkinder, also etwa ■über 1000, die Sabbatvorscliriften über ArbeitsenfhaStuwg beobachten. Die Lage dieser sabbathaiitenden Schüler in den Volks- und ׳Bürgerschulten äst durchaus nicht beneidenswert. Die Wiener Schulten sind׳ ,wohl im Zeitalter der Schulreform sehr bestrebt, möglichst ״kindestürriliah“ m sein, aliso sich dem Gierniit und dem Verstand des Kindes womögHidh ganz eng und!fein •anaupassen. Diese 1000 wertvollen jüdischen. Kinder müssen «jedoch saibbatllch die Pein oder den Vorzug einer Sonderstellung in •der Klasse erdulden. ׳Ein Schulgesetz aus dem Zeitalter des Obrigkeitsstaates• zwingt in Oesterreich die jüdischen Kinder, auch jene, 1i!n deren Efternhauss der' Sabbat hi heiliger Weihe beobachte! wird, die Schifte zu besuchen. Es ■ist׳ noch keinem Schulreifornrer ׳in Wien aus freien Stücken eingefallen, eine V׳ars׳uchssch!ull׳e für jene Kinder zu׳ errichten, die auf die Heilighaltung des Sabbats׳ bedacht sind. ■ Würde ׳wer ׳immer mit irgend einer noch so bizarren pädagogischeu Idee kommen, man! würde ihm die Möglichkeit geben1, an einer Schule seine Versuchs anizusteliten. Der Sabbat, sellbslt als ■große!pädagogische ■Idee, imponiert unseren Schiulligewaltigen nidit. Und jene, die es in!erster. Reifte angeht, die Eltern dieser bemitleidenswerten 1000 Kinder schweigen, nehmen in lautloser Erbitterung diie ׳Qual ׳ihrer Kinder und endlich. auch den׳ Verlust des Sabbats ,ihrer Kinder im Kauf. Denn täuschen wir uns nicht, nicht ■1000 Kinder in Wien würden Sabbat haften׳, wenn ׳der Salbbatgedankeni nidit schon •iim ,ihren zartesten Kindieralltler!ertötet würde, zumimdestenis 50!Prozent aller Kinder könnten) für den/ Sabbat gerettet werden!, falls diese Kinder Gelegenheit hätten, diesen Tag im saibibatlicihen iBltemhause und ,im G-ttes'hause zu verbringen. Aber die sabbalthaltenden Elfern sind keine moderne!Menschen, siie vierstehen noch nicht, einen ScihulstreKk zu organisieren׳, nicht einmal «ihre religiösen Insthnzen, ihre Rabbiner, ihre Reiiigionsilehreir .und! den! Vorstand der ׳israelitischen Kulltusgemeinde dazu׳ zu bewegen׳, daß si!e ׳im Zeitalter dbr Sclmlreform, da alte!unsere Begriffe über Er- Ziehung in der Schulte eine ׳Umweiitung ׳erfahren, aus ׳ihrer gemädhlidien Rübe henaustreten, die alten Bahnen! vedasisen und eine energische Aktion, für den Sabbat der Scbulik'lndisr leiinlciten. Binstiweifeni bleibt (für jüdische Eltern, die ׳es mit dem Sabbat ׳ihrer Kinder ernst meinen!,!bloß sin Ausweg: Die Volks- ׳und Bürgerschule des jüdiscihen! Schulveneines ״Talmud Tliora“, II., Mrilizga&se 16. Trotz des nicht unbeträchtlichen Schulgeldes, düs die Sdhuilleltung einzuheben gezwungen■ ,ist, ist der Schulbesuch im׳ Vergleiche zu!den! Schuten der Gemeinde Wien als ausgezeichnet zu!bezeichnen. Für die lenste Volksschulklasse haben sich, wiie wir erfahren, über 50 Kinder gemeldet, so daß!die Klasse geteilt werden! mußte. Wenn man Gelegenheit hat, dllle Opfer :und Anstrengungen dieser Eftern zu beobachten, die oft aus fernen Bezirken ■ihre Kinder bringen, nur um sie in JÜDISCHE PRESSE Seite 273 - einer jüdiscihen Schule zu wissen;, ,wo Ihre Kinder Sabbat frei haben urid ׳in׳ ■!einem jüdischen: •Milieu jüdischen Geist, jüdisches Wissen erwerben können׳,, isb׳ bleibt es. einen geradezu unver- ■stündlich, wie die ״Führer“ •und! ״Vorsteher“ unserer Gemeinde und Gemeinschaften dieser einzigen jüdischem Schule so kühl •bis ins 'Herz getgeniüberstähen. Diese KörperscJiaffen rafften sich nämlich bis ,zum!heutigen! Tage bloß zu Subventionierungen auf. Daß ׳es■ ihre Äufigabe wäre, statt Stückwerkes eine ganze Arbeit zu׳ leisten, eine großzügige Schulpolitik zu inaugurieren, jüdische Schulen zu errichten und überhaupt unserie- Kinder vom Schulbesuch am Sabbat zu .befreien, scheint noch nicht in das Programm!unserer ,,Führer“, auifgenommeu ,zu .sein. . Wir hoffen jedoch, daß diie jüdischen Menschen gewohnt sind, ain Jom Kipu׳r-Tage,!in den! heiligen Stunden,!Rechenschaft ׳von sielt selbst ׳zu fordern. Da müßten sie doch ©inen!Augenblick: (bei dem Gedanken verweilen; ob sie ihre jüdische Pflicht den Kindern gegenüber ■erfüllen. Diese jüdische Seele kann sich nicht mehr mit Ie׳eren Redensarten und Phrasen ,befriedigen lassen. Das jüdiisdre Kind hat auch, in Wien• sein Anrecht auf den jüdischen Sabbat. Und) als wir nach der Sonnenrneige aus dem Tempel '.heimkehrten im Bewußtsein, gute Vorsätze für die Zukunft gefaßt ׳zu haben. 60 hören wir a/ui den Ruf des Kindes, das seinen Sabbat!fordert! __ P. Die polnische Orthodoxie hat wieder ihre Tageszeitung. Dals neue Jahr beginnt gut für die panische Orthodoxie. ״•De r Jul'd“, die׳ einzige orthodoxe. Tageszeitung :in Europa׳, . erscheint nach einer Unterbrechung ’ .vorn :zwei Jahren׳ wieder täglich. Wir wollten׳ ׳dicsie freudige Veranlassung nicht dazu ,benützen, um allgemeine Aeiußenu1ng׳e11׳ von Wert •und Bedeutung ׳de.r Presse vom Stapel!zu lassen, obwohl!schon!dies dringend vonnöten!wäre. der:1n die thoratreue Juder.lheii scheint noch immer nicht eirkanlnt zu haben, ׳daß auch innerhäilb dier Orthodoxie die Presse, eine!Großmacht geworden •ist Oer orthodoxen Juderhieit fehlten bisher ׳die mater,leien׳ und geistigem Kräfte, die zum!Ausbau dieser Großmacihtpoisitten unbedingt nötig sind. Bei diieisar Situation ist die Anstrengung ׳und ׳der, ■Erfolg der Führer der lAgtudas Jisroieil in Polen, denn Agudas Jisroe'i ist die Fcftrerin! der o:rl(ho׳d oxern ׳Malssen ■in Polen, um ׳so höher ,einzusdiätzen. Zwei Jaihre. die ׳eine grauenhafte 'Verarmung über die gesamte polnische Juder.lh eit gebracht halben׳, waren nidit stark ■genug, um ׳diie Energie und die Hoffnung dieser verant-. wort'ungisivoiiten iMänher ,zu b,reellem.. .Trotz aller Widerwärtigfeiten!halben sie in emsiger Arbeit die Voraussetzungen geschaffen, die nun das pünktliche ■Erscheinen der neuen Tageszeiituing garantieren. Das Ensdhieliinem ■der Zeitung ist!dadurch garantiert,!daß es auf . einer kooporatiiven, aliso .auf einer ehrliahieren, ■soliderem!Grundlage aulfgeibau't ist!, als sonst bei Zeitungen der Fall ist. Unsere ■Freunde iln! Paten Ihabem .däbe׳i . eine sehr!wertvolle Erfahrung gemacht. Lange Zelt haben׳!sie geglaubt., ׳daß ain! Polen eine orthodoxe Tageszeitung nur mit Subventionen!und Zuwendungen׳ vom Auslande׳ erscheinen kann. Die jüngste׳ Vergangenheit!hat aber gelehrt, daß mit solchen ,Methoden keime gesunde Baste ■für ׳die Existenz einer Zeitung geschaffen werden kann! (Das ׳zweijährige Ringen unserer Freunde dm Pollen ■und diie Schaffung eines täglichen Organes hat lurisere ׳G1esi1n!nuugsgeno׳ssem hi Polen gelehrt, ■daß nur aus einer Innerem׳ Kraft, von. der (Masse und von dem Vertrauen der Leser und׳ Interessenten getragen!; eine Zeitung das nötige sittliche׳ und materielle Rückgrat besitzen kann. ,Der Jud“, ׳so׳ heißt nach wie vor ■das ■wiedererstandene Tagesoxigam. hat ׳diesmal nicht n!u!r finanziell, sondern auch geistig eine ibelssere Perspektive. Seit •der zwei Jab,re ihres!Nichtersäheimens!ist dem lebendigen Bedürfnis der polnischen Orthodoxie entsprechend eine Menge von Wochen- und Monatsblättern enschtenen, von! denen׳ einige ein bedeutendes!Niveau erreicht ,׳haben. Ln׳!früheren Jahren fühlte man sich.׳ izu schtwach׳, war um ׳die Erhaltung ׳des einzigem orthodoxen Tagesblattes so sehr besorgt, ■daß man das Erscheinen vom ■kliislhen Wochen- und Momafcsiblättern nicht gerne ׳sah׳. Man befürchtete eine Zer- Telephon 74»226יי Telephon 74»2«26 Wien, I., Graben 12 demT'rattnerhof) 2 Diese neueröffnete, grösste und modernste .5 Werkstäite für Haärärbeiteh u. Schönheits- 2 pfle8e erzeugt Perücken, Scheitel u. Trans- . ״ ,8 Q jeder Dame persönlich haftet. § Unsere Einfiihrungspreise sind | sensationell billig i 2 Ein unverbindlicher Besuch zeigt Ihnen 5 die schönsten Bubiperücken . . VonS75aufw. (k die schönsten Transformationen vonS35aufw. V dieselben mit Scheitel .... vonS45 aufw. 2 und werden Ihnen für Reinigen, Wasser- 2 wellen u. Reparieren Ihrer alten Perücken 2 die billigsten Preise berechnet. jj Wir .färben auch Ihr Haar au£ jede ge- Q neuesten Mayerschen Verfahren unter ied- 2 weder Garantie. 2 Ein Versuch wird Sie überzeugen und Sie dem l GRABEN-FRISIER-SALON f Wien, I., GRABEN 12, Tel. 74-2.26 zur ständigen Kunde machen. I ( § i i I o I o o I o i i i o I o i o o I ו s o >o spliitteruing ׳der Kräfte.;Nun hat sich aber gezeigt, daß normaleriwe;is3 eitle Tageiszeitung förmliidi ׳die Krönung ■der Arbeit vom den Wochenbilättern. ׳darstellt.!Heute, wo!im ׳Polen! bereits ein giitreligilöselä! 'ZweiWochenblatt der Arbeiterorganisation ״Poa!ie Agadas Jisroel“ voיrha1!וlden, ist, . da die orthodoxe Frauenbewegung ״Beeth! Jaaikob“!ihr ׳eigenes Journaill hat. da ■in Wtiiilna׳, Krakaui, Siedle©, *Beudln orthodoxe Wocihiemblätter erscheinen, vom ׳den vielen kleineren orthodoxem Provinz- ,blättern zu schweigen, erst heute ist die geistige Voraussetzung für ■die ,Existenz ׳einer Tageszeitung gegeben. Wir ,selber, die einen! ׳schwerem Kampf um •die Existeniz der ״Jüdischem Presse“ führen müssen, fühlten ׳doppelt die' große Freude unserer polnischem Freunde milt. Wir begrüßen 1henzlidhst alle jene, die atu dem Gelingen ■des Werkes mitgearbeitet haben׳, iund wir 'hoffen, daß d!as!wiedererschienene ,tägliche Organ ׳der׳ ׳polmiisdiem ׳Orthodoxie bloß ■das-erste und niiclhlt das eimizige Tagesoirgaln! ׳der großen zur ׳Aktivität erwachten poinisalten Orthodoxie!bleibt. - ־' J..- Avis! •Wir machen unsere geehrten Leser aut ׳das Itiserat• ■dar ■renommierten Firma Frisehauer ■& Horovltz aufmerksam׳, die :sich! in a'feemdin nachahmenswerter Weise ]bereif erklärt hat, trotz ihre,r bekannten! billigen: Preise 2׳ Prozent des Fakiiuremibe träges jüdischen Wolhltäfekeitsvereinien :nach Wunsch des ,Bestellers :zu widmen׳. ■Wir laden die geelhrten: Abonnenten und׳ Leser ein, von dieser Begünstigung ausgiebigem Gebrauali!zu macihiem xiod könne׳!!! rille Besteller einer ׳zuirriedeinstellendeni sorgsamen׳ Efifektuiimiing ihrer Aufträge ,sicher sein. gab, reichte ich es dem ׳Gaon, ‘ ohne den Verfasser zu nennen. Denn damals war Dr. N. Birnbaum in den chassidischen Kreisen noch wenig beliebt. Er konnte nicht einmal glauben, daß ich mit Dr.!Birnbaum verkehre. Nachdem er es mir zurückgegeben hatte, sprach er: ״Der •Verfasser ist ein □ירא שמי :eis scheint aber, daß er erst vor kurzem dazu gekommen ist. J׳e tiefer er in unsere ׳Ideenwelt eindringen wird, desto weniger wird er über solch hohe Probleme sprechen. Es wäre angezeigt, daß das Werk in die •Landessprache übersetzt werde, damit es auch den Frauen ׳zugänglich sei.“ Als ich!ihm den ׳Namen des Verfassers nannte, lächelte ׳er. Ein innerer •Zusammenhang von Thorastudium und Chassidismus zeigte sich bei diesem Gaon, wie kaum bei anderen. Sein© Schüler und׳ häufig© Besucher bemerkten bei ihm täglich diese Synthese. von Kopf und Herz, Denken und Fühlen, Limud ■und ׳Chassidus. Bei Besprechung einer Halacha wußte er immer eine passende Erzählung, eines iZaddiks aus dem vorigen Jahrhundert vorzubringen.!Nicht nur der Inhalt der Erzählung, sondern auch die Form, in der er sie hervorbrachte, war für ihn bezeichnend. Wenn man über das Leben eines Gaon sprach, hatte er immer vieles aus dem Leben dieses Großen in einer solchen Art zu erzählen, daß ׳Herz und Gemüt der Anwesenden erwärmt wurde. Man sah, daß , die Erzählung bei ihm eine konkrete Form annahm und daß er ganz vom Geiste der Erzählung durchdrungen war. Ein innerliches Feuer, eine moralische Wärme strahlte von jedem seiner Worte aus. Voll Leben war jedes Wort. •Tag und Nacht beschäftigte er sich mit Thorastudium, denn das Lernen gereichte ihm zur Freude. An einem Tischa beaw sprach er zu mir: ,Wäre nicht die Thora, wie . würden-wir aussehen.“ Die heilige Arbeit des Lernens, sowie des Schreibens seiner Erklärungen und Responsen ward ihm . eine Erholung und Erfrischung. Die Wege der Thora bahnte er für jede dürstende Seele. Eigenartig war sein Verhalten seinen Schülern gegenüber,; wie er beim Lernen ׳jede Bemerkung auf nahm, wobei seine Augen vor Freude glühten, wenn es einem Schüler gelang, eine wertvolle Anregung zu geben. Von seinem privaten Leben läßt sich schwer e׳twas Erfreuliches erzählen, denn es war ein Leben voll Liebe zur Thora und Religion und gleichzeitig voll Leiden und Sorgen. Selten hat es Menschen gegeben, die so .:viel in ihrem Leben gelitten haben, wie R. Meir Arak. Die einzelnen ruhigen Tage, die er!verlebte,, waren wie einzelne leuchtende Funken in der Nacht, wie :Oasen in der Wüste, gegenüber den vielen Sorgen. Bewundernswert war die ׳Art, wie er aus dem Leiden gestählt und gefestigt im Glauben an die השג׳, hervorging. Seine eigenen Schmerzen galten ihm nichts gegenüber den Leiden der Gesamtheit, Bei meinem letzten Besuch, als er beinahe nicht mehr reden konnte, spürte ich, wie seine Augen in meine Seele eindrangen. Ach, diese Augen, diese ׳Augen, wieviel Weltenleid war in ihnen verborgen, wie schrecklich sie mahnten und weckten, wie •sie jeden .an seine ׳pflichten erinnerten, wie glühende * Nadeln l drangen sie ins Herz und ׳bahnten sich gleich einen Weg zur menschlichen Seele. Als ich ihm baldige Genesung wünschte, lispelte er: ״G־tt soll der Welt eine ישועה schicken.“ Zu unbedeutend war ihm sein Leben, um damit zu rechnen. Erloschen ist das Licht, die ■jüngere Generation liefert uns noch •keinen neuen Wegweiser. ׳Unsere Weisen s. A. sagen .״אין מקבלין תנחומין על החי״ man kann keinen Trost ׳finden für einen, der in unserem Geist und unserer Phantasie lebt und leben wird. אין ״ מועד בפני חכם“. Ein allgemeiner Schmerz über das Ableben eines ׳Großen kann nicht in ׳kurzer Zeit vergehen, er ist ewig neu. Möge der Allmächtige es so fügen, daß es uns mit vereinten Kräften gelinge, die große Lücke auszufüllen. Bilder von der Wiener Agudah-Jugend. Von Ben־JisroeI.+) Morgenidyll. Milde weht der Früh!l׳i׳ngswin!d in den ersten Morgen- ,stunden durch die große Stadt, in den sonst so belebten Straßen herrscht Stille, denn■ noch, ruhen sie alle, die vielen hunderttaasende, emsig schaffenden. Menschen. Im Agudoh-Jugendheim aber herrscht schon frisches ׳Leben. Der Morgen bricht da früher an. Wie könnten denn auch ׳ diese jungen! Menschen ihr Tta®ew׳srk, das sie aus dem!jüdiseihen Kreise ׳in di׳e •große Welt!unausgeführt, beginnen, ohne sich vorher!dazu mit geistigem Rüstzeug zu wappnen. So schöpfen sie jeden neuen! Morgen irische Kraft aus ׳dem alten־ Thoirowort. Es ist ein angenehmes, frohes Lernen. Der Vortemer ist kein strenger Schulmeister, sondern jung und guten . (Mutes mit den gleichen Gefühlen׳ wie seine Mittemer. ״Guten Morgen. Rebbe“, begrüßen sie ihn mit einer unverkennbar ironischen Wendung. Aber trotzdem oder vfelleicht gerade deswegen geht das Lernen׳'in gemeinsamer Arbeit zur Freude alter •rüstig vorwärts. Die eine lernt den Abschnitt ,jHasseucher es hapeualim“, das soziale •Recht behandelnd, .welches Herrn und Diener in!gleicher Weise verpflichtet ‘ und Frieden bringt im schweren Lebenskampf. Die, anderen beschäftigen sich mit ״Sanhedrin•‘, mit der Gerechtigkeit und den wahrhaften Richtern, die Mitschöptfer sind an Gottes Weifenbau; während die dritte Schiur sich vertieft in die Kunst des jüdischen Sukkalibauens. Ganz verschieden© Dinge werden also gelernt und doch verbindet sie eine Linie zu׳ einem harmonischen׳ Ganzen. ־ *) Pen diesjährigen inhaltsreichen L׳ua ch־B!ät te rn der Agudas Jisroelrjugendgrappe. ,Wien en.tnoqimen.! (Reichlich illustriert, ׳Preis •S i, ׳erhältlich in der Ju/gerid^rUijppe. Wien, 11״ Floßgasse |, und in ■den jüdischen Biuchhändiimgent) Die Red. Träumen doch-die Menschen in stiller Feierstunde •voii der Friedenshtitte Ider Stukikas Scholeum, die über (die ganze Welt ausgebreitet sein wird. Ja! Kommen wird diese schönste Stunde der Menschheit, aber der Weg Idahin, er führt über das vollkommene Recht• zwischen Mensch und Mensch, zwischenreich und arm. Zuvor müssen" gute und wahr© Richter im Areopag der Völker herrschen und erst dann wird der Wunsch Erfüllung! Das Ziel liegt noch in weiter Feme, aber unsere Jugend rüstet für die Zukunft, denn ״der Winter vergeht, die Regen- *•zeit schwindet dahin mnd Blüten erscheinen im Lande“.- Frohe Feste. Die Jugend von heute fühlt doppelt schwer die ■Not des Tages und besonders jüdische Jugend, die des Golus Last dazu noch tragen m!uß. Wie wird.da jeder Sonnenstrahl der Freude begrüßt, der das trübe Gewölk ׳der Sorge verscheucht, wie sehnt man sich aus ganzem Herzen nach befreiender Simchoh sehet Miziwoh. Zum Glück besitzt die .Agudah-Jugend ׳ihre Avantgarde, ׳die tapferen Dai-Jeiumi-Lemer, welche sich in unaufhaltsamen Vormarsch befinden', um ganze ..׳Schass“ zu ,erobern •und so kann man fast jeden zweiten■ Monat ein frohes Sijum-Fest nach ernstem, eifrigen Lernen׳ ׳feiern. Kerzen־ ׳stehen! in silbernen Leuchtern auf den weißge- (deckten Tischen!. Zal11.rei׳ah© Jugend׳ findet sich ein in den hellerleuchteten freundlichen Räumen, Ehrengäste ׳erscheinen •und mit dem Auslernen der Massechtoh beginnt die Feier. Der natürliche, freundschaftlich© Charakter ׳wie an anderen Tagen: herrscht, auch ■heute und man fühlt sich nicht gezwungener,. Es scheint so, als ob ׳nur eine einzige, große •Familie bei׳ dem Feste versammelt sei׳. Traute, bekannte Semirosktänge werden beim Mahle angestimmt und sine froh■ vergnügte Stimmung, breitet sich aus. ׳Es erhebt sich der galizische Gaon und sagt ׳tiefschürfendes Gharifüs. das die Wogen des stürmenden״ ׳Jom HataJmud“ wie mit Zaubertmnd glättet. Der Führer aus deutschen Gauen findet hohe Gedanken und: Fragen der Zeit in dem Gemorohwort® 9inni® gedeutet. Auch die Jugend kommt zu Worte und man .hört neben schönen ,jMagidus“ jugendlich© Begeisterung. Die Zeit verflicht gar schnell im gemütlichen Beisammensein mit guten Freunden und schon ist späte Nacht geworden. So strahlt volle Freude aus von diesen schUchten Festen und läßt das Herz froher■ .schlagen, cj©m kommenden Tag entgegen׳. Uni Mitternacht. Wenn! Schabbos vor der Tü׳r stellt und * alte Hände vollauf mit seiner Vorbereitung beschäftigt sind, da rüstet auch die Agudoh-Jugend für den würdigen Empfang des geliebten Gastes. Di© Nacht vorher wird treue L&rniwacht gemeinsam gehalten). Alt und■ jung •sitzt vereint an den ׳langen־ Tischen; Kaufleute und! Handwerker neben) JieschiwohrBachurim, alle :von dem gleichen Streben erfüllt. Das Werk des großen pamban zur Sidroh wird von dem ehnwüindigen Meister vori־ y; 1י׳ י‘ '־ w

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