Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 36-37 (8.9.1926)
- Date
- 1926-09-08
- Page
- Seite 263 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 36/37 JÜDISCHE PRESSE Seite 263 den! .zloalsttschen Terror in der Gemeinde soweit zu steigern, daß die Erhaltung des orthodoxen ausschließlich religiösen 'Charakters der Gemeinde — ganz im Sänne des .zionistischen Gerne, Iridepfogramms — zur praktischen Unmöglichkeit , werden sollte. Diesem Bestreben! gegenüber gab es nur ein zweckdienliches Mittel: Das orthodoxe Gemeindestatut, das ohnehin , einer durchgreifenden Umarbeitung bedurfte, in seiner neuen Fassung so, zu gestafen, daß es sowohl den׳ organisatorischen Anforderungen) der gegenwärtigen Verhältnisse entspricht, als auch׳Maßnahmen dafür trifft, daß der orthodoxe religiöse Oharaikter der Gemeinde ׳und׳ ailer ihrer tlnsti-ttutionen ׳im; Siche ihrer Gründer — den konzentrierten Anstürmen׳ der Gegner zum Trotz — für die Dauer!gewahrt ׳bleibt. Dais Statut ׳safflte ein Ffiedensweuk von! ׳weitem Horizonte, zugleich aber ein Bollwerk und eine Sicherung gegen Verfall und Verödung sein. Die Schaffung das־ neuen Statuts war von •der Gemeinde beschlossen und• die hiezu eingesetzte Kommission •ging bei der Ausarbeitung mit der größten Umsicht zu Werke. In der Kornmission ,hatte auch die misrachistisdnzioniistische Opposition ihre Vertreter, so daß 9ie reichlich Gelegenheit fand,!ihren Wünschen Geltung zu verschaffen, sofern diese mit dem Geiste und 'den religiösen Interessen׳ des orthodoxen׳ Judentums vereinhar waren. Der Entwurf, den! die Kommission i!n ׳unzähligen eingehenden Beratungen fertigstellte, war dann auch ganze A!r b :8 i t. Es ׳wurde der Gemeinde eine Satzung voflgelegt, von der man mit gutem Gewissen!behaupten׳ kann, •die Gründe■!• der orthodoxen! Organisation würden ׳darin ihre ■Intentionen zum statutaniischen׳!Ausdruck getagt)!selhlen!, wenn ׳sie in unseren, Tagen!, Inmitten •unserer!Kämpfe!eben würden. Der Aufgabenkreis der Gemeinde war darin prln,z i .ple 11 festgelegt und im ׳einzelnen umschrieiben. Die Gemeindeieitung sciltte nur Männern anvertraut werden können, deren Gesinnung und Lebensführung! iGewähr ׳dafür Ibieten, diaß!sie nichts ׳unternehmen, gegen den Geist, auf den sich die Existenzberechtigung einer thora treuen1 jüdischen Gemeinschaft gründet. Für die Respektierung der ׳rabbinlsdieti Autorität in den! Institutionen der Gemei׳n׳de wird׳ im Statut!in au!s.re׳ichen!dem Maße vorgesorgt. Alles .in allem: Es ׳wurde!ein Statut geschaffen, gegen׳ weiches weder vom Standpauke einer modernen Gemeindeverwaltung noch von dem der .religiösen Geislnmingsreihheit Binwände erhoben werden konnten!. Tn der Tat meldete sich Widerspruch nur von jener Seite, der die Institution!der orthodoxen Gemeinde überhaupt, die an Thora und Tradition gebundene Richtung im allgemeinen und •die!bewußte und grundsätzIMChte Ausschaltung jeder Möglichkeit, die religiöse Gemeinschaft in eine arelegiöse lokale Vereinigung von jüdischen ״Stammesgenossen“ zu verwandeln, im besonderen׳ geigen• den! Strich' geht. Da aber die überwiegende Mehrheit der Gemeinde an den orthodoxen Prinzipien uneingeschränkt fesfihält, erwies sich die zionistische Agitation! gegen! den׳ Entwurf als Schlag ■ins Wasser. Die am 9. Scheiwat stattgelfiumdene Generallversammhing, übeir die •wir ■seinerzeit ausführlich berichteen, nalhhi' den Ent'wutrf. •der• van vornherein die Untiensdh'rift von 110 ׳Gemeindemii,!gliedern trug, mit allen gegen׳ izweil Stämmen an, alterdings hatte dais kleine Häufchen ׳Misrachisten!und• sonstiger Ziomis ten•׳ vor ׳dar (Abstimmung •den Saal: ׳verlassen, nachdem es!sich :iiibenzeiugt■ hatte, •daß!es ihm •rridhit gelingen• werde, durch •Lärmsizenen ׳und die sonst üblichen! zionistischen Kampfmethoden die Annahme des Entwurfes zu hlntertrelben.!Mit der Annahme des Entwurfes durch die General/ver- Sammlung war sein Schicksal entschieden. Man wußte freilich, daß die Zionisten in- und!noch mehr außerhalb Piestanys alle Bebel ln!Bewegung setzen würden, um die behördliche Genehmigung dieser Statuten zu verhindern. Da aber weder im Schul׳clhan Aru-ch, der Ibe:■ dar Beurteilung orthodoxer Gem׳e1:«de1s׳t׳atuten! an׳ erster Stele 1i!n Betracht kommt, noch in den׳ s ,f a ׳a ׳t!1't c h e ,n 1G ׳e s e t ׳z e n, ׳die׳!sieh vom einer Be׳eti׳nf,itussuug des inneren Lebens autonomer religiöser Gemeinscharten׳ hast vollständig fermhalten,!ein!Grund ׳zur Amnuill'iieriung des Gemaiinidebeschhiisses geifunden werden!konnte, wurden die Statuten! — entgegen׳ den zionisischen׳ Wünschen — beliördlieh sanktioniert. Die Zionisten unld iMisraclhiisten unternahmen nun noch׳ einen! ׳fetzten Versuclhi, ׳die Piestainyer Gemeinde' aus ihren Fugen zu höben. Sie machten nämlich die furchtbare Entdeckung daß ׳es dem ״demolkr a t iis dh׳&n Geäst“ — so wie ihn unsere Zionisten! und Misrachisten׳ nun einmal verstehen — ׳widerspräche, eine religiöse Gemeiinde ׳nach den Satzungen der Religion unld dem Willen der Gründer und der , Mehrheit!ihrer gegenwärtigen Mitglieder eimzurichten־, wenn einige Zionisten und׳ noch etliche Leute, die. äußerst!selten mit der Religion!in Berührung kommen, anderer Ansicht sind. Unter ׳dem!in ׳diesem Falle!stclheir .sinnlosen Schiagworte ׳der ״!Demokratie‘‘ ׳sammelten! sie eine Anzahl Leute um sich• und agitierten für den Austritt aus der G׳em׳e!inde für den Fall, daß man es wagen׳ sollte, auf Grund! ׳der sanktionierten Statuten die Neuwahl der Gemeindeieitung durdizufiihren. Selbstverständlich wagte man es. Die Zionisten! und Mlsrachiisten aber verkünden in Ihren Zeitungen ziemlich laut, daß sie sich auf Nimmerwiedersehen von der!Biestanyer orthodoxen! Gemeinde ,losgesaigt haben. Tatsächlich ist biis zu diesem Augenblick (Donnerstag, den 2. September)!bei׳ der Gemeinde nicht eine Austrittserklärung eingetroffen. Es braucht nicht erst betont!zu!werden, daß van seiten׳ der ׳Orthodoxie den ordnungsgemäß ausgetretenen Zionisten und Misrachisten irgenldiweldhes Hindernis zur Bildung ׳einer Neologen-Gemelnde nicht in׳ den Weg gelegt werden wird. Es bestehen in mehreren׳ Städten des Landes neoloige Gemeinden neben den orthodoxen! Geme,Inden und nirgends leben die beiden! Gemeinde tu in Hader miteinander. Gb das neologe Statut der ״Eroberung der Gemeinden“ durch die Zionisten׳ günstigere Chancen bietet als das orthodoxe, sei vorläufig dahingestellt. Die orthodoxe Gemeinde von Plestaaiy hat diese Kämpfe nun endgültig (hinter such. Sie wird sich fortan mit ganzer Kraft den Aufgaben) widmen können, die den! Lebensinhalt einer wahren jüdischen Gemeinde hilklet. Die Generalversammlung vom 19. Eibl, in der zum ersten Male׳ die (Repräsentanz nach den Vorschriften1 ׳dös׳ neuen Statuts gewählt ,wurde, bleiibt für alle Zeiten! ein Wegzeichen׳ zu jenem Ziele empor, das• ׳echter •jüdischer Geiaiinnungstreue und wahrer jüdischer Größe stets varanlleudhtet: Thora! ln die Repräsentanz wurden von der Generalversammiiung1 ׳folgernde Herren gewählt: (Beck, Dav. IBiister,, Erdely, Dg׳n. Fürst, Jech׳eisk. Großmann, Ign. Berz, Karl Holzer, Aron Justh, Bern. Kohn. Fr. Lebowitsdh, Lllienthal, Felix Läwy, Herrn. Löwy, Nathan׳ Nagel. Jos. Nagel, P. Neumann, Hugo Ponger, Schilfer, Moritz Singer,. Jul׳. Stängel, Steini'tz, Jenem. Stern׳, Siigtn. Stern, Szillasy, Siigm. Urban, Ign, Vogiel, Leop. Wein-, berger, Emö Weiißbrunn, Aron Welcher, D. Winter, Zuckermann. ■□■□■□■□■□■□!□■□י□■■□■□■□■□■□■□■□■□■□■ Wir machen die Leser in der Tschechoslowakei auf die heutige Beilage der Firma Salomon Lichtenfeid in Bratislava aufmerksam. Der Verkauf beginnt nach m. ■□■□■□■□■□■□■□■□■□«»□aas□■□■□■□■□■□■□■ Jubiläumfest des Mewaksche Thoravereins. Ein Fest voll seltener Schönheit und wohtbegründeter Fretrde befgihg am 19. E!u!'der Msgezeiöbhete Jümgliugsverein מבהשי תורה Öl Bratislava. Er‘ Vereinigte anläßlich seines zehnjährigen Bestandes und des Sijums auf מס׳ ככא מציעת. seine Mitglieder und zahlreiche Freunde und Förderer, um eine prachtvoll arrangierte Festtafel im Turnsaale der orthodoxen* Gemeindeschule. ,Unter Führung ■Sr. Eihrw. des Herrn' Öberrabbiner Schreiber waren alle Sahiahten der Gemeindemitglieder, die Körperschaften und Institutionen,!das . כי״ ך, Gerne in de vors tat Kd!und Repräsentanz, die בני תורה und־ die gesinnungsverwandten •Vereine vertreten zum Zeichen der Anerkennung, die diesem Vereine ׳für seine Verdienste um die religiöse Jugend pflege i׳n unserer Gemeinde gebührt. Aus Meinen Anfängen ist der M. T.-Vereiin im ,Laufe seiner zehnjährigen Tätigkeit zu . einem bedeutenden Verein emporgewachsen, der ׳auf dem Gebiete der Heran- Ziehung der im Berufsleben stehenden jungen Leute zum Thoraiernen und zur religiösen Lebensführung Unsohätzbares geleistet, Er zählt jetzt HO ׳jugendliche Mitglieder, die fast durchwegs an den verschiedenen Lernvorträgen und Kursen, die von Herrn Rabbiner Salomon U ti sdorfer mit ׳wunderbarem Erfolge geleitet werden, aktiv teiilnehrnen. Bedenkt man, daß der Verein׳ gerade jene Kreise der Jugend henamzuiziehen verstand, die sonst mit großer Wahrscheinlichkeit dem ״Lernen“ und ׳dem relrgiösen Löben völlig entfremdet worden wären, so nimmt man mit aufrichtiger Freude an dem Feste teil, das eine Etappfe in seiner Entwicklung in würdiger und geziemender Weise abschtießt. Die Vereinsleitung mit dem Präses,!Herrn Josef Weiß, ■und dem Vizepräses, Herrn Max!Frommer, an der Spitze hat!im Verein mit einer •wackeren Schar von begeisterten Mitarbeitern gute Arbeit geleistet, um das Juibiläumsfest allen Teilnehmern — es mögen etwa 250 gewesen sein — lange in angenehmer (Erinnerung zu erhalten. Als Erster engriff Vereinpräses Herr Josef Weisz das Wort ,zii einer tiefempfundenen Begrüßungsansprache, die er ׳an alle Erschienenen richtete. Er verdolmetschtie mit warmen Worten!die Gefühle des Dankes der Vereinsrnitglieder an den Bhrenpräses ׳Herrn Olber׳rab'bine׳r Schreiber, die ׳Gemeinde und alle anderen •Förderer, im besonderen aber an den unermüdlichen und feinsinnigen Lehrer und •Berater des Vereines. Herrn Rabbiner Unsdorfer. ,Ihn ergänzte Vizepräses Herr Miax F romimer in einer großangelegten, vortrefflichen Rede,■ in welcher er die Aufgaben, Arbeitsmethoden und Erfolge des Vereines zusammenfassentd skizzierte, der Hindennlssc gedachte, dis er überwinden mußte und der Mängel ׳Erwähnung tat, die jetzt noch ,die־ volle Entfaltung seiner Wirksamkeit e׳rschweren. Er verwies dabei auf den Maugeil an g׳ee!i 1g n c t e •n V ,c r e ׳i n s 11 0 k 1a 11 i t ä t e ׳ti, die sowohl ׳für die Vorträge als auch für die geselligen■ ,Bedürfnisse der Mitigliieder ׳ausreldren! wänden, und( gab ׳unter brausender ׳Zu- Stimmung der;Festtellnlebmer der Hoffnung Ausdruck, ׳daß ׳es dem Verein gegönnt sein möge, ׳recht ׳bald, ein eigenes H׳e׳im zu beziehen. Hierauf beendete Herr Rabbiner Uin s d o r!f e r die צ י ע א D ׳ כ׳DD und die Mahlzeit begann. Während der ■Mahlzeit begrüßte Se. Ehmv. Herr 0 ׳b .e r r!a 1b 1b -i n e r Sc 1h r e!i 1b ׳e r den Verein und vornahmlich seinen Schüler, (den Vereinsralbbiiner Unsdorifer zu den vorzüglichen ,Früchten, die ihre mühevolle Tätigkeit in diesen zehn Jahren gezeitigt hat. Im Anschluß an geistvolle דברי תורה zeichnete• er die Kämpfe, ,die in unseren Tagen im Berufs- und Gesellschaftsleben des jungen Mannes harren und richtete aneiifernde ,und errnutigende Worte an die Jugend, auch in Zukunft in Lernen und G-ttesfiuraht den bisherigen Weg au gehen und der Stolz der Preßburger Gemeinde zu bleiben. Der frenetische Beifall, den die Rede des Herrn' Oiberraibbiners ausläste, zeigte, daß seine Worte allen Anwesenden zu Herzen gingen. Hierauf überreichte der Vere'insipräses ׳Herrn ■Rabhinter Unsdorfeir ein Ehrengeschenk in Form eines schönen silbernen Pokals. Den Glanzpunkt des Abends bildete die Festrede, die Herr R׳a׳bbiner U n!s dorfer darauf hielt. In tiefer Bewegung ׳und Rührung dankte er für die 0׳vationen, die ihm bereitet wurden und schilderte den Werdegang des Vereines von seinen ersten Anfängen bis auf den heutigen Tag und zählte i.m einzelnen all den Lehrstoff auf, den ׳er mit seinen, zum Teil nur mit äußerst dürftigen Vorkenntmis'sen ausgerüsteten, aber lerngierigen und dankbaren Schülern während ■dieses erstem Dezenniums ׳durchgenommen hat. Begeistert und die ganze Versammlung ibegeisternd■ forderte er die Vereiinsmitglleder auf, Ihren Eifer noch mehr au steigern, damit die weitere Ausgestaltung des Vereintes von ׳gleichen Erfolgen gesegnet sei. Hierauf beglückwünschte Herr Geimeiindepräses David K r a m s den Verein!au seinem Jubiläum und versicherte ihn auch ferner der tatkräftigsten Unterstützung van selten der Gemeinde. In freudiger Stimmung wunde nach einigen Gesängen und der Beschenversfceiigerunig das Tischgebet verrichtet. ׳Nachher erfreute Herr Rabbiner .׳He riz■ei die Versammelten mit einer glänzenden Rede, die an köstliehen Andeutungen ׳zahlreicher Bibel- und Talmudstellen reich wiar. Es war bereits Mitternacht, als der Festabend sein Ende fand. Möge es dem מבקשי תורה-Verein gegönnt sein, seine Mitglieder auch weiterhin in ת ר ה und יראה au stärken und dadurch den Kreis jener Jugend zu mehren, die i n G e s ,i ׳n n!11 n g u n d T a-1׳ d as wahre j ■ü d 1 s c h e L eb!e nsid eia 11 ve r wi rkill ehern helfen! Jessode Hathora-Verein in Bratislava. Unter außergewöhnlich starker Beteiligung. der Mitglieder fand am 19. Elul die ordentliche!Generalversammlung des Jessode Hathora-iVeröins statt. Die hohe Bedeutung, die der vom Verein erhaltenen gleichnamigen Schule im. Erziiebungswesen . der Preßburger orthodoxen Judertschiaft :aukammt, läßt es, begreiflich erscheinen, daß sowohl die Eltern der Schüler als ׳auch sonst die Freunde des לימוד התורה mit inniger Anteilnahme die Entwicklung des Vereins verfolgen. In gehobener feierlicher Stimmung!begrüßte Vorsitzender Herr Moses Gelber die Versammlung •und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Jessolde Hathora unausgesetzt in ׳steigendem Maße den heiligen Aufgaben gerecht wird, die sie sich als Pflanzstätte von חורה und יראת ד׳ gesteckt hat. Hierauf erstattete Herr Moses Kohn;in einer meisterhaften, nach Ton und Inhalt gleichermaßen bedeutsamen ' und vornehmen Räde den Bericht über die Tätigkeit des Vereines und die Entwiokhing der Schule. Er gedachte in bewegten!Worten der während dler iBerichtsperlode verstorbenen Förderer des Vereines und sprach im Namen des Vereines und der Eltern dem pflichtbewußten wackeren Lehrkörper der Schule Dank und Anerkennung aus. Zum Schlüsse bedauerte er, daß ein verdienstvolles Mitglied des Vorstandes, Herr J. Engel,. wegen anderweitiger Inanspruchnahme aus der Vereinsleitung ausscheide. Herr Arnold Kämpfn er verlas sodann den Kas'saberieht, aus dem trotz einigen Rückganges der Jahresbeiträge im allgemeinen eine befriedigende ׳Bilanz zu entnehmen war. Trotzdem es an Versuchen, die ordrauogsgemäße Erledigung: der Tagasond- Auing I gewaltsam zii verhindtertj. ■dicht ־ feMle. .wurde die ■ Generalyersammlung dank des würdevollen' Verlialteresydes Vorstandes und der zahlreich erschienenen ב{*• חודה" die dom Terror standhielten, bis zu Ende dlurchgeführt. An der Neuwahl der Vereinsleitung!beteiligte sieh eine verhältnismäßig große ArazahJ von ,Miügliiedenni Es wunden■ folgende Herren in tfen Auscbuß ׳gewählt: Ph. Benedikt, Jer. .Dnschinsky, J. B.!Fischhof, M. Friedmaun, Markus Gelber, Rabbiner Umsdbnfer, ■Mark. Gottesmann, Juda Gr.tinwald, Arnold Kämpfner, Isidor!Pappenheim, Jos. Kohn, Moritz Kohn, D_ Koth, Jakob Langer, Salom. Neuhans,:Lazar Stern, M. J. Ungar, Moses Weiß (Sohloßstr.)' Mairienbad. Am 26י- August fand der zweite Zusammenkunftsabend der Agudisten statt, diesmal mit einer ׳Diskussion 'verbunden. Das Thema!war: 1E׳roz- .1 isroe i-A r he■; t •D.r. Ehr manu referierte über seine Eindrücke in Ereiz Jlsroel, über die dort 'herrsohenlden• Verhältnisse, über die Schwierigkeilen׳ des Bodenikautes. Trotz dar Schwierigkeiten! gelang es deriAgudas Jisroe!, ■dort!Boden zu kaufen:!und dies Thoratreuen zuzuführen. Diese!haben harte Kämpfe zu bestehen, d,!e nur durch ־ intenls'irve Agudaharbeib zu beheben ist. In der darauffolgenden Diskussion ergriffen Herr Dr. Oskar lieben und Herr Dr. Rubinstein aus Kowno das Wort, ׳um die Tätigkeit der Agudah!zu kritisieren. Hierauf folgte das Schlußwort dies Herrn Dr. Bhrmann, der es verstanden! hat. mit seinen׳ klaren Worten die an ihm gerichteten Fragen restlos ,zu beantworten, •und äußerte den Wunsch, daß nicht ein Jude bei dem Aufbau Ef0־z Jisroels fehle. Spät in der Nacht in dler Chazothstunde wurde der Abend geschlossen. 1A׳m mädhisten,!Morgen bildete die gestrige Diskussion!zwisäh'ert denBechiem das Tagesgespräch!Es wurde mit!Genug- ׳tuung verzeichnet, ׳daß trotz •der gewaltigen G׳egenj9äfcze, die sonst soviel Zündstoff lieifern, die Disku׳ssion ruJ|‘g von stabten! ging. Auch in Karlsbad fand ein Vortragsabend statt. tAuoh! ׳dieser wurde ׳durah! ׳den!Leiter der Bäderaktion. (Herrn Ing Re!ich, veranstaltet. Der Abend wurde erst um 9 Uhr aröfneb und doch fand sich ein vielköpfiges Publikum ein. (Herr Dr. Rabbiner Bibe rlf׳e:J:d aus Berlin begrüßte die Anwesenden, sahilderte■ ׳die Lage der ßactariim der Jetzt-'«• •zeit ׳und forderte d!i!e Aniweisenden auf, den (Keren Hathora tatkräftig zu׳ unterstützen׳. Dr. 1E!hrma!1׳n׳ sprach über das Thema Heim und' Glaube. Unter den Anwesenden sah man׳ die bekannten Gestalten des Dr. Nathan Birnbaum, Rabbi Josef 1Kahagam׳en1׳n aus Litauen. De!r Anfang ist geschehen, es wäre jezt nur zu wünschen, Idaß der Keren Hatlhora in Böhmen!. Mähren!und ScMesiien seine positive •Arbieit fortsetze und an den Stätten!, wo einst unsere! Gaomin .,lernten“, wieder das jüdische Gefühl für das Lernen wecke! Personalien. Rabbi Ch. A. Friedmann ׳ . זה״לAm ersten Tage סליחות wurde hier ein Mann zu Grabe getragen, dessen Hnsaheiden di׳e ganze Orthodoxie beweint. חיים אהרז זצ״ל H Friedmann, der älteste Sohin des in aiiler Welt verehrten Czortkawer רבי נ״ wurde im Alter vo׳n 53 Jahnen nach kurzer Krankheit seiner Familie entrissen. Ein würdiger Sproße dieser •ersten״jüdischen Familie, ein großer תלמוד חכם וצדיק erfreute sich ׳der Verblichene durch seine Herzensgute und Liebenswürdigkeit der Liebe und׳ Wertschätzung aller, die ihn kannten. Sein •warmes, werktätiges Interesse an allem, was dem religiösen Judentum frommt, machte ihn zu, einem erfolgreichen עסק[ צבורי . Er war der Präses des Schul- Vereines Tom che Thora, der in •den letzten Jahren viel für IL'imucih!Bathorn in! Wien leistete. Dem tiefgebeugten Vater נ״ז wendet sich die allgemeine Teilnahme z!u und alle s׳ein.e Verehrer sind geeinigt in dem Gebet, daß Ihm הש״ית die ,Kraft gehe, durch seine heilige Arbeit Mut und Trost z׳u finden׳. Die הלגו׳ fand unter 'riesiger Beteiligung ׳einer tief ersehn tt!erten Trauergemeiindte statt. (Heinrich Grünsfeld ז״ל Donnerstag, den! 16. El!uu verschied in Bratislava naahiängerern!Leiden Herr1 Heinrich G r ti n :s f e 1׳ d in de!r Blüte seiner Jahre. An ihm haben!wir einen׳ ׳der (Besten unisener Jugend veir-!Ionen. Tle'f verwurzelte 1G-fete׳s׳!fu׳rc 1111t, unermüdliches, emsiges TIh 0 r a׳s tru!d:i׳׳u m und grenizenloss Besehe 5 ׳den h eit — das!war der Ghiut hamschulosch seines reinen Seelen(- und Tatenllöbens. Die äußerst rege Betteliigung an!seiner Lew׳ejo gestaltete sich, zu einer beredten Würldiigung für den!Niiftor. Namens der Freunide sprach H. J. Do natih׳ dinlige Abschieds- Worte. Sodann hielt! Sr. Ehtuv. H. Oberrabb. Schreiber einen engreifenden Heisped. Amsgehenid׳ vom Mischnahtexte ,Awedas Owiiw, weawedais׳ abban, aweldias rabban kandem“ schilderte der Rödlnar zuerst den schmerzlichen Verlust, den! er ׳durch idenlHeilmgang •eines mit!sol'dhi hervorragenden: iMidaus ausgazeichmaten Schülers erlitten!hatte, und charakterisierte .mit' bewegten Worten den Sdhmetiz ׳de!s, Vatiars. ׳!In Anerkennung ׳seines, eduen Strebe n:s ׳und Wolfe ns erteilte Se, Ehr würden de'm!Niiftor dien;M aren u“r'Titel Sonntag fand׳ lim Lokale ׳des A g utdi a 1s IR a i m-Le׳rnVereines, 1d׳eis!sen ׳Präses der ׳Vensühiedene war, eine Trauerviersammliung ,statt. (Her׳r Oh. D. S1 ng e r schilderte •die Ver׳dienste des Heimgegangenen׳ mm ׳den’V0re.iin. flln ׳bewegten Worten stellte ,H. (D׳esi׳d׳er Ungar den Niiftor als Vorbild lunisienar Jugend ,dar. Sodann ׳zeichnete H Max Lö wy in tiefemiplfundener Rede die Eigenschaften! dies ,Entschlafenen׳. Gem׳e)in׳sames ׳Lernen beschloß die stark besuchte Trauerfeier. Jakob Günwald זצ״ל Ein־e außergewöhnlich große Menschenmenge bewegte sich Sonntag den 26. Elul durch die Straßen von Bratislava hinter denn Karge •des Herrn Jakob iGrünwald, der ,in ׳der Blüte!seiner •Jalhire diaJhingerafft wurde. Er war ein schlichter und guter Jude von streng frommem Lebenswandel und ediler Ges'nnung, der stets mit gutem Erfolge bemüht war, den Weg der Thora zu gehen und seinen. Handel׳ und Wandel nach ihren Forderungen zu gestalten. Er ■erfreute sich allgemeiner Achtung und sein Himgang hat eine tiefe Lücke gerissen, nicht nur in seiner zahlreichen, angesehenen׳ Familte, sondern ׳im orthodoxen Judentum übenhaupt. Der Schmerz, den der Tod dieses trefflichen Mannes ausgelöst hat, zeigte sich in ׳der großen Teilnahme an seiner 'לוי . Als erster gab Herr Oberrabbiner Hirsch ler dem allgemeinen׳ Sohmßrz über den Verlust ergreifenden Ausdruck. .Auf den ביית החיים 1hielt zunächst Herr Rabbiner ch Donath einen alle Herzen aufs tiefste erschütternden Hesped über den׳ Heimgegangenen. Sodann schilderte Se. Ehriw. Herr Oberrabbiner Schreiber das Leben1 und Streben des Verschiedenen,. . beklagte bewegt seinen׳ unerwarteten plötzlichen׳ Tod und knüpfte daran Mahn- Worte an die Gemeinde zum Frieden unid zur Einigkeit unter den Gesinnungsgenossen. Möge הש״ית der Familie des!Heimgegangenen׳ Trost spenden. Frau Oberrabbiner Ehrenfeld. I׳n der vergangenen Woche Ist in Hamburg im Alter von 74 Jahren Frau Ida Ehren- Seid, Witwe des ihr im Tode vorangegangenen׳ Prager Oberrabbiners Ehrenfeld, ■sanft entschlafen. Frau Ida Ehrepiekl war eine Esches Chajll alten Schlages, die ■ip der Erfüllung jüdischer Pflichten ihr Lebensideal erblickte. Frau Alexander Danaiger ׳in Wien 1betrauert ׳in der Verblichenen •ihre Mutter.