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Jüdische Presse · 1926-09-08 · 36-37 (8.9.1926) · p. Seite 261

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
36-37 (8.9.1926)
Date
1926-09-08
Page
Seite 261 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 36/37 JÜDISCHE PRESSE Seite 261 ®I NACHRIOHTEK l#l Schulnachrichten. Die Einschreibungen an der Jesod Hathora für den Kindergarten, als auch für die Knaben- und Mädchenreligionsschule finden Sonntag, den 4. bis Dienstag 6. Tischri (12.. 13., 14. September a. c.) int Schulgebäude, II.. Nestroygasse 11 zwischen 10 und 12 Uhr vormittags statt. Die P. T. Eltern werden höfl. ersucht, diesen Eiuscfffeibungsterniin genauestens einzuhalten, da spätere Anmeldungen im Interesse des Unterrichtes nicht berücksichtigt werden können. Der Vorstand. Die Jesod Hathora. Der Scholar mahnt uns zur Prüfung a!li unserer Handlungen, die wir als Juden im Sinne unserer Thora Hakdoscha ausübea sollen. Eine der wichtigsten!jüdischen Pflichten ist Limud Hathora, ■die, wenn sie wirklich mit jüdischem Geiste ausgeiiibt werden soll, sohon in der frühesten Jugend unseren •Kindern 1beigebracht werden* muß. Die Großstadt inacht es Sicherlich den! Eltern nicht leicht, ■diese Aufgäbe im echt jüdischen Geiste zu lösen. Die Jasod-Hnthora will ׳allen jüdischen Kreisen .Wiens bei Erfüllung dieser emwwn«»»«.. den IMiawoh behilflich se׳n. Sie verweist auf die verscn.edenen Kurse für Chumisch, Raschi und G׳:־rroroh ihrer Lehranstalten. 1Im Kindergarten werden die Kleinsten vom 3. bis zum 6. Lebens- Jahr .mit jüdischem Geiste und jüdischer!Lehre erfüllt.!In der achtklassigen Jssod-iHathora wird den ׳K'.ndern vom 6. bis ׳zum 15. Lebensjahre die Möglichkeit,gegeben!, sich■ gründhclhea Wissen lin Tieifiiolhi, Ghuimisah׳, •Raschi, Oemorah und Meiforsobim als ׳audi in D.ikduk und iDinim anzuelgnen. Es sei besonders auf den ganztägigen Gemorohkurs hingewiesen, wo׳ die der Schule entwachsene Jugend jeschiwahimäßig Gern0roh und Metorschim lernt. Es sollte jeder jüdische Vater, der sein Kind einst auf die Jsschiwoih schicken will, dieses mindestens zwei Jalhire an dem bewährten Unterricht׳ •dieses Kurses telhehmen׳ Jossen, denn die Erfahrung lehrt, daß zu den besten Schülern ■der verscmeuenen Jesohiwaus ■jene Kinder gehören, •die den! ganztägigen ״Kurs der Jesod-Uathora .mit gutem Erfolg absolvierten. Frühzeitig hat schon d:׳e Jesod-'Hatihora erkannt, daß es nicht genügt, wenn ׳nur unsere Knaben jüdisches Wissen und jüdische Erziehung er- Jangen, Irin ge gen die Mädchen ohne jede jüdische Belehrungen . bleiben׳. Wie •soil' denn!diie!jüdische Tochter einst die: Stütze des jüdischen Hauses und jüdischer Erziehung!werden, wenn sie kaum eine leise Ahnung von jüdischen Lehren und Gebräuchen Jhat? Diese Erkenntnis, die!i׳m Osten in den! :letzten Jalhlren zur■ Gründung einer größeren Zahl jüdischer ׳iReligiansschulen für Mädchen geführt!hat, um so der ungeheuren Verheerung bei. der ■jüdischen Mädchenerziduing Herr ״zu• werden, hat bei uns schon vor Jahrzehnten zur!Gründung der Mädchenreligion'ssohule geführt, die in den letzten! Jahren •ausgebaut wurde. In der achtklassigen Reli'gionssohule für!Mädchen erlangen׳ die jüdischen Töchter •vom 6. bis zum 15. Lebensjahr ein׳ so gründliches Wissen!in Teffiioh, Di.nim, in!manchen Stellen aus Thora und Newinlim, als auch in •allen jüdischen Gebräuchen, . d׳a׳ß sie als bewußte Jüdinnen einst zu den Grundpfeilern des Beth-Israel gehören werden. D.a das neue Schuljahr beginnt, ׳ist es ohne Zweifel die heiligste jüdische!Pflicht aller ׳jüdischen Eltern׳,, •ihre Kinder der Jesod-IHabhora anzuvertrauen. S. IN. ״Tomech-Ewjonim‘‘ Verein zur unentgeltlichen Aus- Speisung und Unterstützung armer Glaubensgenossen. Wien, 11., Schtwarzimgergasse 3. Oer Verein , ,Tomech-Ewjonitn“ zur!unentgeltlichem Ansspeisung und Umerstützung ׳armer ׳Glaubensgenossen׳ •ist (bestrebt, ׳.msbeisandere (jenen! Armen und Kranken, ׳die‘ durch ihre (Bescheidenheit, der öffentlichem. Wohltätigkeit entgehen1, hiilfreiüh ,zur Seite!zu Stäben. Mit Genugtuung kann ■ 'dieser Umterstützungsverein auf sein!über drei jahrzehntelanges segensreiches Wirken •zurüoklbMcken. ׳Hungrige hatte er gespeist, Bedürftige unterstützt!und Frierende erwärmt. Der Verein bittet nun anläßlich der hohen Feiertage ימי□ נוראים beim Autrufen zur Thora auch seiner mit einer Spende, .zu gedenken. /V r “«JEINHEIT“ ■ L, CJ Verein zur Errichtimg und Erhaltung von Volksspeisehallen Wien. II.. iMa'rzgasse 12. Wien, im Ehil. 5686 A u f r u f. : •Die große finanzielle Bedrängnis, In •welche unsere Anstalt durch •die wirtschaftliche Krise geraten , ist. hält leider noch immer an •und bedroht den ׳Bestand unserer Institution., Es handelt sich um die Erhaltung ׳der ,,Einheit“, die seit 20 Jahren zahllosen Armem und Minderbemittelten eine kräftige Stütze ist und ■jenen Armen, die ohne Mittel! dastehen( und hungernd zu un<; ,kommen, unentgeltlich Essen! reicht. Wenn (die JEinheii“ ׳Zusammenbrüche, würde eine Institution ver-| lorem gären, die zahllosen!Menschern vor!Hunger und Verhungern; schätzt. die dem!jüdischen.!Empfinden,!immer Rechnung trägt,!jüdisches Wesen!pflegt 'und die größten Opfer bringt, um den ,Armem in althergebrachter jüdischer Weise die Feiertage zu '!bereiten — und die sich׳, überall! zur Verfügung stel.t, wo man ' nach ritueller Kost verlangt.!Damit die ,!Einheit“, die zu ihrem Fortbestand unbedingt nötigen Mittel ■erhalte, wenidem wir. uns an alle, die miit.den;Armen mitempfimdem •und' •Gefühl für unser Judentum haben, mit der innigem Bitte, uns mitzuhelfen, daß die Einheit fortzuwirken vermöge zu Nutz und zum Wahle der Armem und!Bedrängten und zur ׳Ehre der Wiener Judenschaft, deren Wohl tun sich ■in dem Wirken! der ,Einheit“ ׳spiegelt; insbesondere .bitten! wir, am den hohen, Feiertagen beim Aufrufen ■zur heiligen Thora unserer!Institution giitigst Spenden!!widmen •z׳u wollen. Der Vorstand der ״Einheit“ Schriftführer: Obmann: Dir. Dr. S. iKreniberger •Bernhard!H0 f ׳b a•uer Vorstände: Dr. m׳ed. Josef ßondi, Moritz Felsenburg, Adolf Fischer, Max iHafbauer,!Hermann Kuner, Kom.-R׳at Alfred Landesberge,r, Ignaz Mehrer, Univ.-Prof. Dr.!Heinrich 1Neumann, Heinrich Pappenheim, Rechtsanwalt »Dr. WdJifgang iPallaczek, Dr. m׳ed. Isiidot, Reiniger, Architekt ■Ignaz Reiser,. Rechtsanwalt Dr. D. Rylbaczewski, Natan Schiff, Frau •Herany Sehre,her. Li׳pe Ttirkl. Sir Herbert Samuel verbringt die hohen •Feiertage in München. Aus München׳ wird gemeüidef, d!aß Si׳r Herten Samuel, der frühere Obertkommissär ,für Palästina, der gegenwärtig :zur!Kur iim Schwanzwald •weilt, '!in diesen Taigen •i!t1 ,München eintrifft, um hier •die hohem Israelitiischen!Feiertage!zu verbringen. Er (hat Empfänge auch• .von iziantetischcr Seite abgelebte, da• er •lediglich׳ als Privatmann• in München wellen ׳will:. Tagung des Halberstädter Verbandes in Fulda. Halberstadt. (AJPB.) Am 29. August 1926 fand in Fulda die Verbandsversammlung des Preußischen Landes? verbandes gesetzestreuer Synagogengemeinden sowie des Bundes gesetzestreuer jüdischer Gemeinden Deutschlands, Halberstadt, statt. Die Tagung war gut besucht, namentlich war eine sehr große Zahl von Klein-Gemeinden Kurhessens vertreten. Die Sitzung wurde von dem Vor? sitzenden, ,Rabbiner Dr. Auerbach-Halberstadt, eröffnet, der nach der Begrüßung der Anwesenden der verstorbenen Förderer der Verbände, Rabbiner Dr. Breuer, Rabbiner Prof. Dr. Marx und Adolf Stern, gedachte. Sodann erstattete er den Tätigkeitsbericht, der von einer erfreuliehen Erstarkung des Verbandes Zeugnis ablegte. Im Verkehr mit der Regierung werden stets beide jüdischen Landesverbände als gesetzlich!' anerkannt betrachtet und die Regierung zeige stets äußerstes Verständnis für die Bedürfnisse wie für die Gedankengänge der Gesetzestreuen. In Preußen konnten sowohl durch Staatszuschüsse(, als auch aus anderen Beihilfen, größere Beträge verteilt werden. Die Tagung wandte sich,.,sodann der Beratung -von Einzerftagen der Lehrerausbildiihg, auf Grund d£r neuerem Gesetze sowie^ von Vorschlägen . für das zu etwartende neue' Judengesetz zu. Es wurde ferner über <Jie Stellung des Verbandes zu dem neu zu gründenden: Reichsverband diskutiert. Einstimmig würde festgestellt, daß auf Grund der Lage ein Beitritt wegen religiöser Bedenken nicht in Frage kommen kann, wohl käme jedocli von Fall zu Fäll eine Zusammenarbeit des Reichsverbandes mit dem Reichsvefbänd gesetzestreuer Gemeindenin Frage. Rabbiner Dr. Munk, Berlin, erstattete ein Referat über die Schächtfrage und die Möglichkeiten der diesbeziigliehen Arbeiten innerhalb der einzelnen Gemeinden. Schließlich wurde der Beitrag für das laufende Etatsjahr festgesetzt und die Wahlen vorgenommen. Die anschließende Tagung des Bundes gesetzestreuer jüdischer Gemeinden Deutschlands konnte mit Genugtuung die Konstituierung des bereits erfreulich arbeitenden Hessischen Zweigverbändes zur Kenntnis nähmen. Tagung gesetzestreuer Gemeindeverbände ln Deutschland. Am 29. August 1926 fand, in Fulda d.'e Vötbandsversammkinig des Preussischem Lande s׳ve rb and e׳s׳ :ge setzest reuer Synagogentgemetiinden, sowie dies ■Bundes ■gesetzestreuer jüdischer Gemeitiden Deutschlands.!Hatrerstadt. statt. Die Tagung war. gut besiiclrt. namentlich ׳waren eine sehr!große Zahl •von ,Kleingemeinden iKufhessens vertreten. Die Sitzung wurde von dein Vorsitzenden, Rabbiner Dr. Auerbach, Hailberstadt,!eröffnet, der nach der Begrüßung der ,Anwesenden der versto!1ib0nen Förderer der Verbände, Rabbiner Dr.!Breuer. Rabbiner. ׳;Prof Doktor Marx und Adolf •Stern gedachte. Sodann• erstattete er den Tätigkeitsber.iclit des Verbandes, der von einer erfreulichen Er- Stärkung des Verbandes Zeugnis ablegte. Im Verkehr mit der Regierung•!wenden! stets (beide׳!jüdischen Landesverbände ׳als gesetzlich anerkannt!betrachtet, •und die Regierung zeige stets äußerstes Verständnis für die Bedürfnisse!wie (für die Gedamkengämge der Gesetzlestreuen. In!Preußen konnten sowohl ׳durch Staatszuschüsse, als auch, aus anderen Beiihiillfen, größere •Beträge verteilt werden. Die Tagung wandte sich! ׳im׳ einzelnen;!den E'inizelfragen der Lehrerausbildung auf Grund der heueren Gesetze, sowie ׳Vorschlägen für das zu erwartende •neue Judengesetz zu. Es wurde ferner über die Stellung des Verbandes izum neu׳!zu giriiindemden Rieicbsvaibandc diskutiert. Einstimmig!wurde festgeste'l'lt. daß auf Grund dar. Lage lein Beitritt /wegen religiöser!Bedenken nicht in ,Frage kommen! kann, wohl:!käme jedocli von׳ Fall zu!Fall eine Zusammenarbeit ׳des Reichsverban,des mit dem Reichsverband gesetzestneuer Gemeinden •in Frage. Rabbiner!D,r. Munk, Berlin, erstattete ferner ein!Referat über die Schächtfrage und •die Möglichkeiten, der diesbeziigliehen Arbeiten Innerhalb der einzelnen Gemeinden. Schließlich ׳wurde der Beitrag für■ das laufende Etatsjahr!festgesazt und die Wahlen! vorgenommem. ־ Die anschließende Tagung des ׳Bundes Igcsetizestreueir. Jüdischer Gemeinden!!Deutschlands!konnte• mit!Genugtuung die!Konstituierung des bereits erfreulich!arbeiten- ׳den Hessischen Zweigverbändes 1zur Kenntnis nehmen. , Keren Hajischuv-Aktion In Polen. War schau. (AJPB.) Die Ereiz Jisroel-Zentrale der Land׳esorgani,satlon der Aguidas Jisroel in Polen hat ׳beschlossen. ■i'm Monat TiScbri!eine großangelegte Keren Haijiscihmv-Aktion duirahizuiiihren. Die Zentrale wendet ■sich׳!in einem!warmen Auifrulf an •abe orthodoxen; ■Juden, in ׳welchen sie aufgefordert werden׳, mit Rüoksidhli auf die . kritisdh-wirtschaftliche Lage׳ (in .׳Ereiz־ Jisroel״ opferbereit ■die Aktion izu unterstützen. Studienreise Rabbiner Teitelbaüms in Polen. W i eh. (AJPB.) Rabbiner Aron Teitelbaum, Vorsteher des, Central Relief-Comitees, bereist , zurzeit Polen, um die Lage der Thoralehranstalten zu studieren. In Warschau besuchte er die -״Mesiwta“ und die übrigen bedeutenden Thoralehranstalten. Von Warschau begab er sich nach Lodz, Bialystok ׳und Wüna. Rabbiner Teitelbaum denkt auch die Thoralehranstalten in Galizien zu besuchen. welche Gefahr ihnen durch den Unbedachten Schritt des fremden Rabbi drohe. Der Gutsherr hält sich immer von den Juden noch mehr fern als von der Kirche. Klopfenden Herzens blieben sie still und wagten es kaum, den Gedanken bis zum Ende zu spinnen. Da vernahmen sie Schritte und erkannten, daß es zwei Personen sind, die einherschreiten. Bald öffnete sich die Türe hastig und es erschien der Rabbi und ihm folgend der Gutsherr. Der Rabbi zeigte ein bleiches Gesicht. :Der Gutsherr schien geweint zu haben und war in Kittel und Tallis gehüllt. Bevor sich die Versammelten von ihrer Ueber- . raschung erholten, befahl der Rabbi dem Vorbeter, mit der Andacht zu beginnen, denn es sei bereits höchste •Zeit. Gleichzeitig öffnete er die heilige Lade, hob eine Thorarolle aus und. reichte sie dem Gutsherrn. Der Vorbeter sprach die einleitenden Worte. Dann trat der Rabbi an das eBtpult heran, und als der Vorbeter die Worte rezitierte: »Mit Zustimmung des Himmels und mit Zustimmung der Gemeinde ist das Beten in Gemeinschaft mit Sündern gestattet“, brachen Rabbi Leib und . der Gutsherr in ein jämmerliches Weinen aus, in das: alle Versammelten mitgerissen wurden. . j; Die ganze Nacht und den ganzen folgenden Tag hindurch stand der Gutsherr an die heilige Lacfe gelehnt ׳: den Tallis über, dem Kopf und weinte bitterlich. Sein ■, ganzer Körper zitterte konvulsivisch und es schien, als! ob er mit seiner Inbrunst seine Seele aushaucen möchte.' Als man beim־ Schlußgebet anlangte, straffte ,sich׳: die fast 24 Stunden ununterbrochen gebeugt gewesene! Gestalt. Der Gutsherr betete mit und seine Hände hielten krampfhaft die Thorarolle umschlungen. Der lange Tag war nun zu Ende. Jetzt kam das letzte »Schema Jisroel“, ,,Höre Israel, Gott, unser GotV ist der einzige Gott!“ Da ergriff der Gutsherr die Thora- :;rolle und sprach die Worte des Bekenntnisses mit donnernder■ Stimme. Sein Gesicht flammte, seine Augen sprühten Funken und ein Glorienschein umhüllte seine Gestalt. . Die allerletzten Worte, den siebenmaligen Ruf: ״Gott , ist der Herr!“ rief er mjt einer so gewaltigen Stimme,, daß die Versammelten den , Eindruck hatten, ein Donner habe; eipgeschlagen und das .,ganze Haus falle in Trümmer. ' Mit jedem Wiederholen der Worte steigerte ״sich: die Kraft der Stimme. Es schien, als ob die Gestalt in, die Höhe wachse und bald den Himmel erreichen werde. Der Glorienschein um die Gestalt des Gutsherrn, verbreitete .־ein herrliches Licht; ,im .Betzimmer.. Die;Versammelten! mußten die Augen schließen, da׳ sie die Kraft' des-Lichtes ־ jiicht ertragen, konhten! : ,; .־ ד¬ Als er'die«Siebente Wiederholurig sprach, ward es plötzlich still. .; 4 Als die Versammelten es wagten, die Augen zu; -erheben, sahen sie den Gutsherrn noqPimmer bewegungs-, Tos an der 1offener! heiligeii' 'Lade angelehnt. stehen. In der Totenstille hörten sie noch seinen letzten Herzschlag. Das Abendgebet wollten sie schon ohne ״Minjan“ verrichten. Der Zehnte lag entseelt da. Aber der Rabbi rief: ״Er ist einer derjenigen Heiligen, die auch nach ihrem Tode leben. Man darf ihn auch jetzt als Zehnten zählen.“ Als man einige Tage später das Testament des Verstorbenen öffnete, das bereits vor einigen Jahren ge- , schrieben wurde, fand man ein, Bekenntnis desselben zum Judentum. Er habe sich aus Leichtsinn getauft, habe seitp : her nie Rahe gefunden. Die Gesetze des Landes ließen eine Rückkehr zum Judentum nicht zu un|d er fürchtete! zu flüchten, damit man nicht die Juden des Landes wegen seiner Flucht verfojge. Er habe alle Jahre hindurch im Herzen als Jude gelebt(/. Beweis dafür sein Tallis und seine Tefilin, die er. in seinem Gpldschj־änk aufbewahrt hielt, i Rabbi Jecheskel Landau ׳זצ״ל Verlasser des נודע ביהודה. Von f! F.» Prag. : 1:;; ׳Nach dem Tode R. David Oppenheims im׳ : Jahre 1736' hat ..׳die Frg!ge ־der Niachfolgersebaift im Qberrafbbimate u׳n:d; Lahdesräibhiriiate in •Böhmen, wie dies wohL vorkommt,: die Geäster und Gemüter in'Prag' viel beschäftigt. Die , traurigen Verhältnisse, die in den Vierizigerjahren des4 18. Jahrhunderts in Prag herrschten (Krieg und Streitig- ״ ketten aüah! iw-egen Besetzung des Räbbiinatssifees mit R. Jona-; lähau Eibensdhütz), /trugen ׳wohl1 dazu .bei■,, ׳daß die Lösung dieser ן Frage in Prag vertagt w1u«te.־v•..׳!Eine zwingende Ursache. :׳z!ur sofortigen Lösung •lag ja nicht vor, da das damalige בד״צ•!bestehend aus) R. Saradi׳ Eld'Htz. R. Sa110mori:' Sa!lh1en Ecnerichl, ־ R.־ (Meter j Fisdbl Bunizl •und R. Jehuida, Leb Kässav.itz, in rituellen und! ijMiiiSbüäcIhien •Fragen! lEntscheiidungen׳ traf. Erst 1754 ׳wurde . die Wahl getroffen. Sie fiel a׳u!f Rahhi Jeoheskel Landau, da י R. J. Landau mit seinem in der ,ßtreitsache Eiibensohütz—' Emden ■erlassenen Sendschreiben, worin er eine friedliche, Vermittlung anregte, die Aufmerksamkeit der jüdischen Wdt auf sieh lenkte.; . ‘ iR/abbi Jecheskel Landau ,wurde am 18.,Marcheschv׳an; 5474 (6. Nov. 1713) . zu Apta: geboren. Er-war •der einzige1 Sohn des »eiahen, angesehenen und takmudisch gelehrten; Jehuida Landau und bewies 'Söhion: frühzeitig überlegene :!Geisteskraft. Er ■lernte auf der ׳ ישיבהim Vladimir und י Brody. ׳ Anfänglich ׳ widmete er׳ sich dem Kaufmannssbande, ׳ sah •säeh. jedodh •‘durch •mißliche Verhältnisse genötigt, einen ן , Rabibinatsposten anaumehnren.; In den Jahren 1734 bis 1745־ war er als erster D!ajan־ in Brady tätig.־ Darauf wurde er! Rabbiner in Jiampol!(Podolien). wo er als Vortragender der; dortigen' ישיבה Vorstand׳ und •sich damals;■ •schon• einer j großen Hörerzahl erfreute,• 1 ׳ Wie ׳bereits bemerkt,!bewirkte das Gutachten Reb J. Landaus zugunsten R. J. E'iibenschiifcz זצ״ל seine Ber!ufiung au׳m Obe1;rabbiner von Prag. Der ״Rabonusbrief“. den er von!der Prager Gemeinde erhielt, ist ein kulturhistorlsoh imteressantles Dokument. Die Bestellung war eine provisorische, für zehn Jahre.' Weit umschrieben sind die Pflichten und die •Rechte des ׳Oberrabbiners als א ב״ ד undחי ו פ ס ישיבה ׳ : Rituelle, juristische Entsoheidüngen zu treffen, Ehrentitel (ChoVer, Morenu): au er- •teilen, Trauiutigen •und! Bhescheidiungen• .vorzi/iiehmen• und,־ zweimal im Jahre (שבת הנדול und '(שבת ש ו׳ ב ה דרשות in der Altneuschul ׳zu hallten. Die Einkünfte betrugen: 12 Fl. Rheinisch aus der Rehillakassa (im Falle der Wahl z׳um Landesrab'biner. bloß 9 F!l. •Rh.), eine Amtswohnung mit Lehrsaal und die Gebühren für Trauungen (1״ Fl. 30 vom 1. Unidert und 0,5 F!l. Rh., von jedem!weiteren Urndert der Mitgift“). Der Rabonuishrief weist viele Unter- Schriften •auf von den Vorstehern, vom Gameämdetanzt,;dem Apotheker, Lehrer, Schächter, Sofer his mm Scha-mes — eine charakteristische Utetraitiani;des •diemokratisclhen Zuges der jüdischen Gemeinde von früher. Die Jesahiiba wurde immer größer, so daß sein Lehrziimmier bald nicht mehr ausreiohte und ihm die Klaiuaschuil einigerä1\;mt ,, wurde. Dieser Jeschiwo . entstammten . Tiausende vpn ‘ :Taimide Chaohpnim, welche die größten Ra'bbinatsstellen' bekleidieten. . : Als Rabbi. Jonathan!Eibenschütz זצ״ל sich schlossen bat, das Rabibimat der drei Kehililot Hsambuirg, Altona ■und Wiandsbeok aufzugeben,!um naah Prag zurückzukehren, war es Rabbi J. Landau!, der die Ansiediung verhinderte (viieileicjrt weil R. J. Eibensahütz in Prag eine große Anhängerschaft hatte ■und der נ״ב in der Gemeinde Zerwürfnisse fürchtete). 1 ׳; ' Trotzdem batte der נ״ב' hohe Abhtung vor R. J. ' Elbenscbütz. Herr Dr. I. JakObovitsoh, Archivar där Kultusgememde. zeigte mir in liebenswürdiger Weise ein handsahriftliches RabbinatsprotakoH aus dem Jahre ..1756, wonach ein Chason, der •säch eine!beleidigende Aeußerung gegen Ralbbi Jonathan erlaubte, sehr streng bestraft werden sollte. ׳Er ׳sollte i׳n der Vorhalle der Altneuschul vor ׳dem ביד״צ ‘utiid!dem׳^. לב:.׳ ׳e teih.-.ibaa'itschuwo . erscheinen •und die Strafe ehtgegenneihmenv daß' er an den ימים.’נבראים Uicht vorheten dürfe‘1,ümd 'y/ähr.eh1d eines . Jaliresj||bei׳m .Gebet .in 'der:׳ Reifte ׳. der ׳:.Traiiermideh•• ׳stehen müsse, sofern er., niieht dem.. Gaöh Räibbi Jouathain-sahrlift־ lief!׳ tAlbitwtte* -־ilöüstf'en■ umd-dß^nLVfertzi^hüng(:!erlangen würde Eis!gesQhahJaiiich so, R; J.'Eibenschütiz schrieb, au•• da^; TO naoh Prtag urwj gewährte Verzeihung: und ,der;.Gljason fca1״ mit einem ernsten Verweis .vdr־ dem'.yer^immeUen R^tobinatsköMegiium davon. Der Hiistorloer Prof. DrjtSa'!,', H,.,Liehen , veröffentlichte, den Wortlaut dieses Briefes "im Jährbuch der Frankfurter'!jüdl •lit ־ Geaelischaft 1kn’ ‘•Jalhrgang *WO®.״׳•׳<׳־׳׳••» Daß R. J. Landau •auch Feinde hatte, brauoht.,n׳icht

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