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Jüdische Presse · 1926-08-27 · 35 (27.8.1926) · p. Seite 246

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
35 (27.8.1926)
Date
1926-08-27
Page
Seite 246 (sequence 2)
Language
German
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■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ JÜDISCHE PRESSE Nr. 35 Säte 246 Seit vielen Jahren das anerkannt beste ■ נשמדדליכט Man achte auf die ges. gesch. Marke ״Hygien. Königslicht1‘ u. Name Schulz. Fabrik und Bureau: XIV., Braunhirschengasse 3 Generalvertretung für die Tschechoslowakei u. Lager Stern Mor & Sohn, Galanta. Taschenkönig M. SCHWARZ ' Wien, II., Taborstrasse Nr« 8 Telephon 4514־1־ / Telephon 4514־1־ Taschner-Lederwaren und sämtliche Reiserequisiten sowie Luxus-Lederwaren aller Art. Wieder eröffnet! Hotel National; Wien, II., Taborstrasse 18 > Telephon 44-503 , ■ H Vollständig neu eingerichtet, zentrale Lage, 200 Zimmer g mit fliessendem kalten u. warmen Wasser, Bäder, Zentral- ■ heizung, Litt. Kaffeehaus und Restaurant im Hause! g Mässige Preise! Neue Leitung! 5 Bollinger-Eiskasten sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien XV. Stadgasse Nr. 10. Telephon 38-4-19 Filiale: VII., Burggasse Nr. 17. 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Die Mandaifairmadit sdliaif jedoch, gewissetrmaßen •als AfisfülhiUEngsbesbimmung zu diesen! Ralumen׳- ■giese[1Z, einen Entwurf, welcher, soviel kann tonte schon gesagt ,werden, ohne Indiskret zu sein, ׳im ©ro׳&en! und ganizen ein Abbild dies se!'uanzei!ti׳g!e1n 1En1tw!i1t־fes des Waad Leumi ,ist, an denselben Schwächen und Unmöglichkeiten!leidet. ׳In vollkommen korrekter Weise hat. die Mviindatarmacht •diesen .Ent- ׳wurf den Intaressonten!, also auch der Aguda und der Zionist:- seihen Organisation׳, •zair Aeußeirung übermittelt.!Es ׳scheint nun, daß die 1zu!r Entscheidung m׳(!berufene Reglerang ,In ׳London ׳den Zeitpunkt noch micht ׳für gegeben hält, diesen ■Entwurf auch der örtert!1iahen 'Diskussion!211׳ nnteiribceiten. Für die Situation ist es jedoch ׳wichtig, ■stets im Auge!zu ibehailten, daß die Entsaheidung :nidit vom Völkerbund, also auch nicht von! der Mandatskommission gefällt werdenkann. Dem Völkerbund stellit nur eine anerkennende oder mißbilligende •Beurteilung der Maßnahmen der Mandatarmädute' •innerhalb der ■Grenze ■der vom Völkatibund gebilligten!und gewollten ׳Ginindansahauung zu; •insoiferne bildet di!c Aeiußerung der Mandatskommission, welche iiir!unbedingte Gewiissenisfreibeit eintritt, ein außerordenfiliüh ׳wertvolles Moment. ׳Es dainf ferner nicht iib er sehen werden, ■daß •der ■in dem Entwurf vorgesehene ,Zwramg iznr 1Ein3Te.it nidits anderes aist als der Versuch eines ,Zwanges zur •Ste׳uereirlhei׳t und Setzten Endes •in der Konsequenz gipfelt, die ׳religiösen Kreise zum ,Aufbau!einer!religiösen Kultur m zwingen. Vor ׳allen Dingen muß vor ׳der endgültigen Entscheidung!eine Frage Prinzipien entschieden werden. Sol!! diie EnzieBnung Saahie :religiös indifiSerenter 'Kommunem oder der!religiösen Faktoren, ibezw. der Weitaus ahauungsgemciiosdinftem sein? Denn der Versuch, alle 1Farde!r׳ungem dar Orthodoxie Jn gewissem Maße ails Angelegenheiten .und Firiagen ׳des Ritus .zu betrachten, :darf nicht au seinem Ziele IfüUnren׳. Es ■ist vielleicht möglich, daß im lde!r Frage dar Sabechita, ja audli!in Fragen dar Kompetenzen den1 Raibbiinate der einzelnen! Ansdhanumgsgnitppen ein gang- (barer Weg gefunden würde. Allein will* halfen, ־ja vviir wissen, daß ׳unsere Gesinnungsgenossen!in PuiUistina ׳w,!1e sei’jbstverstämd- ׳lidi die ׳Seölie •und das :innere G'Kiiok;ihirer Kinder niemals solMtem Kreisen aniventrauen׳, die das Heiligste zu entwurzeln bestrebt sind. Wir holen!und wissen ferner, ■daß ׳unsere ׳Gesinmiungsigeno&sen :in sich die gewaltige Verantwortung ׳für!die •geistige und s'lttüddie Zukunft .Palästinas tragen und deshalb oidht num ׳in enger Klause lain sich denken, sondern bestrebt sind, dem ganzen Palästina, den Gemeinden Palästinas das Gepräge Ider alten Kelhilla zu erlialten. ׳Es!i׳st Pflicht ■ der Aiguda,!es ist Pflicht •jedleis Hharatreuen Menschen, diese Angeltegeniheit als seine ebenste; zu betrachten. P. K. Die Werbewoche der Agudas Jisroel- Jugendorganisation in Deutschland. Frankfurt. (AJPB.) Wie wir bereits gemeldet haben, veranstaltet die Agudas Jisroel- Jugendorganisation in Deutschland vom 12. bis 19. Ellul (22. bis 29. August) eine Werbewoche, um die jüdische Jugend der Agudas Jisroel näherzubringen. Die Werbewoche ist . gut vorbereitet. In den verschiedenen jüdisehen Zentren sind eigene Komitees eingesetzt worden, um die Werbewoche klaglos durchzuführen. Das Großstadt-Dezernat der Jugendorganisation in Frankfurt hat mehrere wertvolle Preise für die besten Leistungen der Werbewoche ausgesetzt. Die jüdische Presse beschäftigt sich durchaus sympathisch mit dem Vorhaben der Agudajugend, trotz der schweren Wirtschaftskrise im Herzen der Jugend das Streben nach idealen Werten zu entfachen. Die Leitung der J. O. widmet der Werbewoche in ihrem Korrespondenzb 1 a 11 eine wertvolle Sondernummer, welcher die geistigen Führer der deutschen Orthodoxie Dr. Pinchas Kohn, Rabbiner Dr. Klein, Niirnberg, Rabbiner Dr. Elie Munk, Ansbach, Jakob Rosenheim, Frankfurt, Dr. Emil Hirsch, Halberstadt, Leo Munk, Köln, Wolf S. Jakobsohn, Hamburg, Max Guttinann, Nürnberg, wertvollen Beiträge widmeten. — Wir bringen aus der Reihe der Beiträge die wertvollen Ausführungen des Herrn Dr. Emil Hirsch, Halberstadt, der auch im Wirtschaftsleben eine führende Persönlichkeit ist. Wenn eine jede geistige Bewegung sich in erster Linie an die Jugend wenden muß, wenn sie auf die Dauer lebensfähig bleiben will, so gilt das ganz besonders' von einer Bewegung, wie sie die Agudas Jisroel darstellt(,! die es sich zur Aufgabe gestellt hat, nicht nur die Judenheit der Welt unter der Fahne von תורה ויראה Z*1 einigen, sondern auch durch diese Vereinigung der Erhaltung dieser alten jüdischen Ideale zu dienen. Wenn wir gerade in diesen Tagen es als ein /Wunder der jüdischen Geschichte, das uns Gottes Gnade in unserem Unglück geschenkt hat, ansehen, daß das jüdische Volk sich, fast 2000 Jahre von seinem heimatlichen Boden entfernt, in seiner Eigenart hat erhalten können, so liegt der Grund dieser wunderbaren Erscheinung darin, daß es in dieser zweitausendjährigen Periode zu allen Zeiten Männer im Judentum gegeben hat, die imstande waren, ihre eigene Auffassung über jüdisches Wesen und jüdisehe Aufgaben einem nachfolgenden Geschlecht zu übermittein und dieses erneut für diese Aufgaben zu begeistern und sie damit zu Führern einer späteren Generation zu erziehen. In erster Linie an die Jugend muß sich Agudas Jisroel wenden, wenn sie dem Programm, das sie sich bei ihrer Gründung gestellt hat, gerecht werden will. Wenn sich Männer, die in ,der Vollkraft ihres Lebens stehen oder die ihren Lebenszenit bereits überschritten( haben, zusammenfinden, um gemeinsam die Aufgaben des orthodoxen Judentums zu fördern, so ist das gewiß ein erstrebenswertes Ziel, aber wahres Leben kann ein derartiges Streben erst erhalten, wenn auch die Jugend — und die Jugend an erster Stelle — mitarbeitet, einmal, weil es der Jugend gegeben ist, sich in ganz anderer Weise von großen Idealen begeistern Zu. lassen, als ein bereits herangewachsenes Geschlecht, und weil nur auf dem Wege über die Jugend der Weg zu den Herzen der Jugend gefunden werden kann. Wenn wir uns die bisherige Geschichte der Agudas Jisroel ansehen, so finden wir in ihr die Bestätigung derartiger Gedanken: in allen Ländern, in denen Agudas* jisroel heimisch geworden ist, ist die Bewegung in der Hauptsache von der Jugend getragen worden. In der Jugend haben sich auch erfreulicherweise die Erfolge von Agudas Jisroel in erster Linie gezeigt. Wenn heute in anderer Weise als vor 15 und 20 Jahren die orthodoxe Jugend unbeirrt von den Einflüssen und den Versuchungen der Zeit an תורה und אמונה fcsthält, so ist dies mit in erster Linie Agudas Jisroel und der Jugendbewegung der Agudas Jisroel zu danken. Nur die Jugend ist berufen, Werberin und Erzieherin für den Agudas Jisroel-Gedanken unter der Jugend zu sein. Hier liegen die Aufgaben der Jugend-Organisation: sie muß die jugendlichen Geister und Gemüter, die fast alle in einem gewissen Alter an dem Wendepunkt stehen, ob sie der Fahne von תורה und אמונה treu bleiben wollen, so fest an sich ketten, daß sie die schwankenden Gemüter und Geister vor einem Abfall bewahrt. Gewiß wird ihr die Unterstützung des Alters nicht fehlen, aber die Hauptaufgabe bleibt der Jugend Vorbehalten. Dafür darf sie dann aber auch die m. G. H. erfreulichen Erfolge in erster Linie für sich in Anspruch nehmen. Wenn heute in Amerika mit Recht darüber geklagt wird, daß die ältere cingewanderte Generation •zw’ar in der Hauptsache der jüdischen Lebensauffassung und jüdi•. sehen Lebensführung, die sie aus ihren Heimatländern mitgebracht hat, treu geblieben ist, daß aber die Jugend den Einflüssen der neuen Umgebung nicht Widerstand geleistet hat, so ist der Grund hieftir in der Hauptsache darin zu erblicken, daß es an einer Organisation unter der Jugend gefehlt hat. Dank den Bemühungen der Leitung der Agudas Jisroel sind jetzt die ersten Grundpfeiler einer Agudas Jisroel-Organisation in den Vereinigten Staaten geschaffen worden, aber auch hier ist man sich vollkommen klar darüber, daß nur eine leistungsfähige Jugendorganisation imstande sein wird, die Aufgaben zu lösen, die jüdisch-amerikanische Jugend festzuhalten an '׳־der jüdischen Lebensführung und Auffassung der Väter. Hier erwächst der Jugend-Organisation der Agudas Jisroel ein neues Arbeitsgebiet von einer Bedeutung, die sich überhaupt nicht überschätzen läßt. Die Jugencl-Organisation der Agudas Jisroel hat aber auch eine weitere Aufgabe, die ist: nicht nur die Einwirkung auf die Jugend" sondern auch auf das. Alter zu gewinnen. Der Jugend ist die Begeisterung gegeben, und das Alter neigt zu nüchterner Kritik. Gewiß ist auch bei Streben für ideale Aufgaben kritisches Urteil darüber am Platze, ob alle Wege, die eine Organisation geht, richtig sind, ob nicht in manchen Fällen Zurückhaltung( und Abwarten klüger ist als schnelles Handeln, aber diese kritische Einstellung darf sich,• wenn nicht die Erfül-' lung wichtiger Aufgaben für die Dauer auf das schwerste geschädigt werden soll, nicht dahin auswirken, daß nun Kreise, die geistig an und für sich zu uns gehören, sich der geistigen und materiellen Mitarbeit an bedeutungsvollen Aufgaben infolge kritischer Bedenken entziehen. Gerade das ist aber ein Moment, das in den letzten Jahren in der Deutschen Agudas Jisroel-Organisation und in der deutschen Orthodoxie in immer schärferer Weise in dje Erscheinung getreten ist. Das hat dazu geführt!,, daß lebenswichtige Aufgaben der Organisation an den materiellen Mitteln zu scheitern scheinen, weil es an der Begeisterung und der Gebefreudigkeit weiter Kreise, die geistig zu uns gehören, fehlt. Hier müßte die Jugend- Organisation einsetzen und müßte ihrerseits der älteren׳ Generation karzumachen versuchen, daß, wer die Jugend in ihrem von Begeisterung erfülltem Streben zur Erhaltung jüdischen Geistes fördern will, auch selbst der1 Jugend das Beispiel geben muß, daß er selbst für diese Aufgaben zur Verfügung steht, auch da, wo von ihm geistige und materielle Mitarbeit verlangt wird. Wenn sich die Jugend-Organisation der Agudas Jisroel dieses Aufgabenkreises stets bewußt ist und für ihn eintritt, dann wird sie ihren Aufgaben gerecht werden und kann für sich in Anspruch nehmen, in erster Linie die Trägerin der Agudas Jisroel-Organisation zu sein. Halberstadt. Dr. Emil Hirsch׳. l®e®lVomTB8«.l®®®_ ' ' Der Fall Haas ^Magdeburg. Nach fast zweimonatiger Umtersiicihiuingstoafit öffneten!sich dem IndiiistlräeiMten: Rudolf Haas dfe Gefämgnistare. Unter Idem Verdachte-, tut dar Ermordung ,seines Buchhalters miittätig ־g!e• wesen ,zw sein, niind 1a1u!f Gnunld der Aussage ׳das iwieikichen Mörders Sdhirödeir, der ׳int Eiaas iseänen Auftraggeber erkennen wollte, ,wurde Haas •in ׳Unterisiudhamg gezogen. 'Und! m1׳n begann die ferdhitbabe Tragikomödie. IDen UnteirsiicliiungsrMi'tetl IDfr. Kölliliing innld! sein Efelfersiheilfer iKiriminailkommissär :Hold׳, bealdb Stramme!Huike mkreaüziler, die!die •Untensiiclimiing geigen Haas fiülhnten!. sperrten ■eiines Tages den alllgemein geadhitefen IMamn, be!'; ideim nicht diie geringste Spur für diie Tat zin finden׳ war, ein, ׳und Kronzeuge war Ihr Gesinnungsgenosse Schröder. Wie brutal und nnmenschilioh idle!Unbersiidhuiing geführt wunde, ׳ediiellt sieb aus!der Tatsaiclhe, daß iKölling aiclbt Tage vo!r der Enitihnftuiig ׳des!uinsdbulidig Eingekerkerten ׳arkilänte, daß das Netz sich׳ über das Haupt Haas’ so sehr verdichtete,, daß es iie die ׳Unitensiudhuiingsbeihördie keinen ׳Zweifel! gilbt, (daß ׳Efcia's ׳den Mond an HellHing• angestiftet hat. ■Gallt e* dach, ׳einen Juden zu vernichten! und! das Jiudenünm selbst ,zu (treffen, •und da!i!st *cl/ar ׳H׳akenJkrenzjusti׳z auch dfe Aussage eines Möixlians: gi!1a׳ulbwii!ndig •genug, nun einen mnschuldigem Menschen wochemlang!im Gefängnis ,schmachten izu ׳lassen. Erst ületn ■tatkräftigen Einschreiten' der Behlmer Behörden,!diie ׳ihrem tüchtigsten Kommissär Buisdorf nach Magdeburg entsandte, gelang ׳es. den Fall!restlos auifzuklären, und unter 1d!em Druck der gesammiellöen ׳llnldflziien brach Schröder!zusammen lind Hegte 'das' (Geständnis ab, olltein und _ nur aus Habgier, ׳um sich ׳im dein Beisatz von 500 Mark, diie er bei seinem Opfer wußte, zu setzen, den Mord begangen zu halben. Das ganze van Dr.. Köffing!und Hoilld aufgebaiute Lügengebäude brach nun in sich ׳zusammen und haben sich. _ die Magdeburger Ri׳ch׳tier sefllbst gerichtet. ■Die WaMheiit hat gieisiegt. O. S. Kultusgemeinde — Volksgemeinde in Czernowitz. Am Ende des vorigen Monates fand in Czernowitz die konstituierende Sitzung des von der Gerentschaft ernannten Beirates statt. Anläßlich dieser Konstituierung wurden mehrere programmatische Reden gehalten. Auch Herr Theodor Weichselberger, der Sprecher der Zionisten, hat es für notwendig erachtet, über die Beschaffenheit der israelitischen Kultusgemeinde einige

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