Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 35 (27.8.1926)
- Date
- 1926-08-27
- Page
- Seite 245 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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\ V. kb. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration! Wien, II.,Leopoldsfasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Ffir Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40y das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen ffir Oesterreich! PostsparkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 61p. 35 Wian-Bratiiiava! 27. August 1926 ,ב׳ה וינה־פרעססבורג ייז אלול תרפץ 12. Jahrg. Chronik der Woche. Die Auswirkungen der palästinensischen Wirtschaftskrise. Der Direktor!der palästinensischen Bodenkaufs־ gesellschaft ״Zion Commonwealth“,!Herr Paßmann, der gegenwärtig in Polen weilt, teilte dem JTiA-Vertreter mit, daß sich die zwei palästinensischen Bodenikaufsgesellschäften ״Meschek“ und ״Zion Commonwealth“ zusammengeschlossen haben, um den Landerwerib in verstärktem Maße fortzuführen. Herr Paß mann und der Direktor des ״Meschek“, Ing. Kutzenak, weilten vor kurzem in Palästina und.!regelten die bezüglich des Landerwerbes van in Polen ansässigen Juden entstandene Schwierigkeiten, die zum Teil dadurch entstanden, daß manche Käufer nicht in der Lage waren, die Käufe zu finalisieren, zum Teil dadurch, daß Käufer vom Boden der P. L. Dt C. infolge Schwierigkeiten!mit den ursprünglichen ,Eigentümern nicht in den Besitz des Bodens gelangen konnten. Die Angelegenheit wird nu.n!in der Weise geregelt, daß diejenigen Personen, die bares Geld eingezahlt haben, den vollen Betrag zuzüglich 6 Prozent Zinsen zurückerstattet erhalten, während diejenigen, die nur Depositen hinterlegt haben, den Betrag abzüglich 10!Prozent für verauslagte Spesen wiederbekommen. Die Gesamtsumme der Rück- Zahlungen beläuft sich auf etwa 60.000 Pfund, wovon 25.000 Pfund bereits zurückerstattet ׳worden sind. Polnische Juden, die zur Kategorie der Miittelstandseinwanderer gehören, haben bis jetzt mehr als 200.000 Pfund!in Bodenkäufen׳ in Palästina investiert. Herr Paßmann begibt sich nach Paris zwecks Aufnahme einer Anleihe von drei Millionen Dollar für Bodenkäufe in Palästina. Er erklärte dem JTA-Vertreter, die Aussichten für iLändererwerb in Palästina durch Juden aus Polen stünden jetzt günstig, allerdings müßten •die alten Fehler vermieden werden. Die Käufer müßten es aber vermeiden', . noch unentwickeltes Land zu erwerben, sic müßten sich auf den Erwerb bereits entwickelter Landgüter konzentrieren. Die Vereinigten Bodenkaufsgesellschaften werden: nun ׳ ihr besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der von ihnen bereits erworbenen 200.000 Dun am Boden richten. Beschlüsse der Misrachi-Weltkonferenz. Unter den Beschlüssen der in Antwerpen abgehaltenen Weltkonferenz des Misrachi sind hervorzuheben: Stellung zur Agu da. Die Weltkonferenz' des Misrachi bedauert die in den Reihen der orthodoxen Juden,heiit bestehende Spaltung und fordert den ״Merkas Olami“ (Zentralrat) des Misrachi auf, wieder in Fühlung mit der Aguida zwecks Herbeiführung einer Verständigung und Vereinigung der gesarnteil orthodoxen Judenheit zu treten. Misrachi!u n d d e r V ö!1 kerb u!n!׳d. Die M::1srac1M!-We,li-ko.nferen'z protestiert gegen die Taktik der zionistischen Exekutive, die in ihren Wendungen an den Völkerbund die Existenz des Misrachi verschweigt. Die palästinensische Gemeinde- Ordnung. Die Misrachi-Weltkonferenz spricht sich für die Schaffung eines geeinten jüdischen Gemeindewesens in Palästina aus. Die jüdische!Gemeinde soll alle jüdischen Landesbewohner in sich einschließen; Austrittsfreiheit hat nur derjenige, der aus dem ׳Judentum aus tritt. Jedoch sollen verschiedene Fragen Autonomie erhalten,!insofern sie auf der Basis des Aufbaues eines jüdischen Palästina und der Religion stehen. Kolonisation jenseits der Lan d e s g r e 11 z e n. Die Misrachi-Weltkonferenz begrüßt1 ׳den Plan!einer Ausdehnung des jüdischen Kolonisationswerkes auf Transjordanien und Syrien. Kolonisa-• t i 0 n. Die Misrachi-Weltkonferenz beschließt, daß die Tätigkeit des Mcrkas Olami in Angelegenheit von Arbeit und Arbeiter durch den Hapoel Hamsirachi geführt werden müsse. Die Konferenz fordert den Morkas auf, für die Mittelstandssiedlung einzutreten und fordert die zionistisehe Leitung auf, sofort an die Schaffung einer Hypotheken- und Industriebank zu schreiten. Die Konferenz sprach sich noch gegen den ׳einheitlichen Schekel aus und richtete einen Appell an die orthodoxen Juden Amerikas und an die amerikanischen orthodoxen Rabbiner, sich mit, allen Kräften an dem vereinigten Palästina-Drive ׳zu beteiligen. Konferenz von Poale Zion und Zeire Zion in Polen. Am 20. August wurde in Warschau die erste gemeinsame Konferenz der vereinigten Parteien Poale Zion (Weltverband) und Zeire Zion eröffnet. Anwesend waren 126 Delegierte, die 86 Ortsgruppen vertraten sowie zahlreiche Gäste. Herr Berl Locker begrüßte die Konferenz im Namen des Weltverbandes des Poale Zion. ■Sejmabgeordneter Ignaz Oaszynski, der bekannte Führer der polnischen sozialdemokratischen Partei (P. P. S.) und ehemaliger Vizepremier der polnischen Republik, übermittelte der Konferenz die Grüße seiner Partei. Es wurden noch Begrüßungstelegramme der Landesverbände der Poale Zion in Palästina (Achdut'h Awodaih), der. Vereinigten Staaten, Zu Rosch-*lla$chanah wünschen Sie allen Ihren Verwandten, Freunden, Kunden, Gästen u. Bekannten כתיבה וחתימה סובה in der ״Jüdischen Presse“ Sie ersparen Mühe, Porto und Zeitaufwand! Wolf Pappnheim II., Kleine Pfarrgasse Nr. 1 Das Inserat laut nebenstehendem Muster kostet einschliesslich aller . Steuern nur S 5•— resp. Kc 25.«•_ Bestellungen sind zu richten: Für die Slowakei an die Adresse: .,Jüdische Presse“, Bratislava, Turnerg. 14 Für Wien: ״Jüdische Presse“, Wien, II., Leopoldsg. 26 Deutschland, England, Belgien u. a. m. verlesen. Das Schreiben der palästinensischen Poale Zion war in ׳jiddischer, nicht hebräischer, ■Sprache abgefaßt. Gleich bei E׳r- Öffnung der Konferenz kam •Os־ zu heftigen Auseinander- Setzungen zwischen Hebraisten und Jiddischesten. Anlaß hiezu׳ gab die in Hebräisch gehaltene Ansprache des Vertreters des Weltverbandes Hechalnz, Herrn!Bogdanowsky. Die Jiddischisten protestierten!gegen die ihrer Meinung nach geübter Bevorzugung der hebräischen ׳Sprache, ׳die Hebraisten erklärten diesen ׳Protest als ׳ganz und gar unberechtigt. Die Erregung stieg, so daß die Verhandlungen für zwei Stunden unterbrochen werden mußten. Die Ber.atungen werden!drei Tage!in Anspruch nehmen. Direktor Dr. Deutschländer fährt nach Polen. W'i;׳en. (A. J P. B.) Der;Direktor ׳der Keren Hatorah-׳Zen) rate, Wien, Dr. Leo iDeutschlänider,!begab sich ■Montag den 13. Elati (20. Anglist) :nach!Polen. 'Br nimimt an der ieieä'üatien Eröffnung des Bes Jakob Lohrermnen-Ferienkiunses, der ■Sonntag den 19 lEllnl iiu Jordanaw fei1' Krakau׳ beginnt. Heil. W :i‘!än. (1A. .1. P. B.) Fräulein Betty Raths ch■׳ 11 ׳d veilte!Mittwoch ■dieser "Woche auf der Durchreise von Zürich mach Krakau ■im Wien iFnäiwein ,Betty RoihisahM nilmmt als KursOleferm ■ ao den Jordanowar Be‘h-Jakob-Lelhrer׳i1nnen fcuneu ‘eil. Abschiedsfeier für Sejindeputlerten Oberrabbiner Schapira. Warschau!. Sonntag den 4. EM ifcraf Obeinalblhiner Schapira, nachdem ihm 1i!n!seiner Hieimatsgemeinde Peirikow eine vieltausendköpfige ■Menge das Geleite zur Bahn gegeben hatte, ׳in Warschau ׳ein■. Er ihileJit ׳dort den ׳ganzen Nachmittag miii ׳den Leitern der verschiedenen Aguda-Aöteiiiungen Konferenlzen alb und besprach mit ihnen die Richtlinien;seiner Arbeit während seiner Abwesenheit Auch an (Warschau traf bei seiner Abreise ׳eine große Menschenmenge e!!n. wie auch’ sämtliche in Warschau weilenden Mitglieder des Geschäftsführenden Ausschlusses der ׳Aguda und eine Depatai Ion der Zehe Agudas Jiisroel, die gerade ihren Deicgiertentag in Warschau abhielten. Rabbiner Nathan Lewin זצ״ל R z e z 0 w. (A. I. P. B.) In Rzezow verblich vorige Woche der bekannte Oberrabbiner Nathan LewLi זצ״ל. Als junger Manu schon als großer ת״ח :bekannt, wurde er der. Schwiegersohn des Lemberger Garn tzchok Schmelkii« ׳ זצ״לSeine tiefe Frömmigkeit, sein goldenes Herz erwarben •ihm allgemein die Liebe ׳seiner Gemeinden.' Oberrabbiner und Sejmabgeordneter Aron Lew Lu, ׳Sambor, 1beweint in dein Verblichenen seinen Vater und wendet sich!ihm die alige- ■meine Teilnahme über den Verlust dieses. hervorragenden Mannes zu. Der jüngere Sohn des Verblichenen ist Rabbiner in Katowitz. Wer den Verstorbenen gekannt hat, wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren, תנצב״ה Die nächste Nummer der ״Jüdischen Presse“ erscheint als Rosch-Haschana-Festnummer Mittwoch,• den 29. Elul (8. September). Das Gemeindegesetz in Palästina. Aus unserem!Leserkreise werden!wir ersuaht, dile ׳im voriger!Nummer 1)׳. Seite) wiedergegelbene iMiitteiikuig über den Bericht der Miandallskomimissiom 1e.rlüa!t!e1rr!1d: .zu!!ergänzen. Wir kommen diesem Wunsche׳ ׳getime nach. Wir wollten niclhlt darüber sprachen, daß die gegemeirische!Prasse die!im dem OriigitiallbarOdht klar ׳aaagiesiriroclhenem׳ Beziehjuugen zur Agudas JIsrael glatt verschweigt. Zunächst eine ©eschi'dvtlli'cte' Wiederholung. ,Die zi!a111;׳s1fc!sclhie Oirgainisatioin und uarnenlliall d׳ie ,ziomistisclhe Körperschaft in! Palästina; die!sich Waad Leumj oenlut, verfolgt auidli in Pailäsitiua diie iPoit'k, weiche als iParolte!in der jüdischen Weit ausgeigeben worden ist, ״ Eroberung dler Gemieimde“, d. 51. Umisitelliuin© der •bisher 1rel'iigiöseu Gerne indem auf sogenannte. V0illk׳sgeme׳i11deh unid H׳iissi1gm,ac51u1ng der Mittel derselben!!fiiir die, politischen• und kuilfimreiHen Zwecke des. •Zionismus (der Ward• Leumi ׳ist die• Exiekut.'ivei ׳dies!söge nanu tan •jüdischen iRanlamein ts, Assdiath hairiiwchoiriin), wobei zu bsmeokan is!t, ׳daß dieses! Parlament; van nicht 40!Prozent desr 'Beivölikeinmg gewählt ׳ist, we׳.I der׳ .religiöse ־ Teil! ׳der Einwohner Palästinas!siidli״ ■infofes dies Fraiuenwaihfechtes!fast glanz der Wahl endiieit. Die Veirhäilitnisisie ׳im׳ Palästiiiiiai scfiienen anfangs!diesem Bestreben entgegenzukommen!, well man daran׳ dachte, auclli leite Konnmuinen 1ko׳nifessioneilll ׳zu gliiediarn, und! weiil siciher ׳ein Teil der!Kommunen.! •aussehilSeßliifoh fast von Juden ibesiedeitt wtedi. Vor z!weil Jahren׳!ungefähr erschien der ■erste' ׳Entwurf,, der .maieb!lange 11 Verhandlungen vom icter Mandatarmacht selbst zurückgezogen. wurde. Dieser Entwurf, weicher das jüdische Gemeindieilebein fast ganz liaticmall aiuifziiibaiien bestrebt ׳war und. an die Sipjfcze dar •gesamten pailästinensteahen Ju׳den!h!e:it ׳dem: ■oben erwäilinten Waad Leumi stellte, bedeutet den Versuch einer fKmebe&ung der Gewissensfreiheit, wie e!r selbst ■in dem׳ tollsten! Zeiten der Reform nicht gc1wi:|gt worden war. Das 1rei!>:gi!üse Element war aus. dlcv |Brzieh1ung ׳ vollkommen :aus- ■geschaltet, selbst auf׳ die ritnell'len Angelegenheiiten! war dem Laientum nach Wissen mmd Wollen maßgebende Inigerenz zugestanden; dazu kam noch die steuemlidie Ungeheuerlichkeit,, ■ daß die Leisten fast ganz duirdt!;indirekte■ Beisiteueraug ־dieir Bef.riedigiiinig ritualter Bedtinfinisse getragen werden sollte. Wir dürfen! wohl varaussetizen, daß die Erinnerung ׳an die Kämpfe, Jdä!s sich an dieise 11׳ iEntwinnf kmüpften,!noc51• frisch im Gedächtnisunsenr (Leser!haftet. ■ ■ Ju iKoiraeiremzeai •zwiisciien den F1iii1,re1r׳n1 der Aguida und der Zion. Orig, wurde ■seitens der Aguda •damals der Vorschlag gemacht, diati man •dier eniglischen. Regienuing' miitteien möge, solange dem Versuch einer Gem׳e::hde1gese!tzg0b11m1g in Paläsitina!ruhen m!lassen,' bis entweder von all den Vertretern allleir Ainschauaingan ein gemeinsamer!Entwarf vorgeilegt oder aber tekilärt 1■würde, daß ■ein solcher gemeinsamer!Entwurf michit möglJcili sei׳. Dieser Vorschlag ifciiid ׳ka’ine Gegeniliebe. .Wir sind heute ,noch überzeugt!, daß dier Versuch slcäieir izu .einem Erfoi'g geführt. hätte .und' so vidieisi erspart geblieben wäre. Von der Aguda wurde;׳ein Entwurf vorgeilegt umd bar Ocffenitilichkeft unferbrei'tet, welcher" izfeigtie, ׳wie) )ein• Gesetz. aussieljen muß״ welches deir reili1gi׳ösen Gmiindlage jeder jüdischen Gemeinschaft gerecht!werden •soll.!Eine, neue Epodhe 1be®ann ־im;'Februar dieses Jahres, al« die Mia1ndata!rmach!f, bezw. dar High CommisSionär Lo!rd׳ Plumer, ein Rahmengesetz erließ, .weilcheis׳,‘ gnindsätziiich die Gemei'ndc als Religioaisgernetndie kerimzi&iänniet. Gegen diese,s Getragen j e t z t m i t V p rliebe Othmar Schiffs Mode-Perücken die ebenso geschmackvoll und vornehm, wie leicht im Tragen upd Frisieren sipd Eine solche Bubi-Perücke kostet je nach Ausführung S 100■— bisS 160.-1 Moderne Transformationen mit naturgetreuem Scheitel von S 60.—$ bis S 90•—. Transformationen ohne Scheitelstrich von S 50.— bis S70•—i Das Reinigen« Wasserfrisieren sowie Reparieren aller Perücken >׳ wird, übernommen und sorgfältigst ausgeführt, auch dann, wenn diese nicht bei uns erzeugt worden sind , - Othmar Schiff, Wien, l. Kärntnerrinif6 Gegenüber dem Hotel ״Bristol'* Telephon Nr. 51-3-6? Verlangen Sie die kostenlose Zusendung unseres1 Kataloges! Wollen Sie gefälligst bei Bestellungen den Vornamen Othmar und die Adresse genau beachten I