Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 28 (9.7.1926)
- Date
- 1926-07-09
- Page
- Seite 203 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 28 JÜDISCHE PRESSE Seite 203 Ker e n -Ha j isc!iunv-!K omi te e, Stein für ■eins Kcren-Haüiiora-Komi:׳e׳e u:nld Josef A. lissaner!für ׳die FinanzLommlssion.!Brwälhnenswert ist, dass in 1,den letzten Wwcihen der Keren Ha.iisdiow in erhöhte Aktion .®etreten nnd w!illen׳s ist. die Anha-Amaus- Spende stark ,zu ■propagieren. Der Vorsitzende dankt den verschiedenen Reiferenten ftir den Üerddht tirfd vor allein für die geleistete Arbeit nnd hofft, dass das näühste Jailar den verschiedenen Kommissionen erliüihten matertellen HrfoJU!bringt. Ein Antrag B. Gobits (Amsterdam), die Generaldebatte geheim m führen, wird mnt 22 gegen 13 Stimmen and einer SMmimentllialtpng nJbgelelhrt. An der GeneraMdxitte beteiligen sich die Herren Gobits (Amsterdam). Frijd (1U;־redht), Kropvekl (!Rotterdam), Halpern (•Amsterdam), Croisset, Spanjard. •v. d. Roer, ,v. Leeawen, N. Cohen.!More Hnrscihv'd.d, v. Lee׳r-L׳ee>iiiwa.rde11, Saarloiiis, Boekdriiker, Lis sauer. Die Vorstan!dsm!iiglteder ß. J. Abraiiiems ׳(!Haag). Hansdorf (iRotterldaim), Lissaner ׳und Vredenlburg (Amsterdam) worden wiedic׳rg>cvvä1h׳lt. Olbernabteier Hirscili wird dairc.11 Akkiaimation zmm Vorsitzenden .geiwällilt, doch ׳wird die Wa'lil von Oiberraiblbilner Birsoh raiir fiiir vorUi׳uif.ig angenommen.!Herr Goibits stellt den Antrag, dasis der Vorstand einen Vertreter ■zmr Zentralratssitznng am 11. Siiw'an in Berlin entsende. iNadhdem v. Le ein wen dem Vorsitzenden ,für seine trefiflicßie beiiung der Versammlung gedankt, wird die Vursamm- 11111g gesclh'10s.sen. Abends ranld ■im Saale der Diamantlbörse eine grosse öffentliiclhie Propagandaversaimmlung statt, bei der Dr. Saarloais präsidierte. Die Versammln ng war übervoll besucht. An Stelle des dorcih Erkältnaig venh Inder ten Olberrablbiners Hirsch sprach M. Sliagter (Rotterdam) über: ,.,Die Seele der Agmda.“ Im geistvollen 111n!d temperamentvollen Aiislfüilmingen setzte Redner die Einheit von C.־tt, Volk, Thauro mnid Land auseinander. Redner .forderte diie Versammelten auf. soweit sie noch nicht Mitglieder ■der Agnda seien, der Aguda bei.zntreten׳. Ausführlicher Bericht über die fiiteiressamten Airsiiiihrnngen folgt. Alsdann spracli Herbert Kraskal aus Frank!furt am Hand von vortre-fifli-chen Lichtbildern über die erste Agurdakolonk in Ere,z Jisroel, Machansb Jisroel. Die interessanten Darlegungen und ■die deutschen!Uiditibilder!fanden starken! ■Belaill. Der Abend kann als ein wohigekingener bezeichnet werden, uni so mehr, als ■ die Amsterdamer Gruppe viele neue Mitglieder gewann. " Vom Tage Der gesetzlich erzwungene aus dem Judentum. Zeitungsberichten zufolge soll der Waacl Leumi (zionistische Nationalversammlung in Jerusalem) von der palästinensischen ׳Regierung einen Gemeindegesetzentwurf für die palästinensische Judenschaft) fordern, der die gläubige Judenschalt zwingt!, aus dem Judentum auszufcreten. wenn, sie der antireligiösen Gemeinde, die konstituiert werden soll, nicht angehören ׳will. Vorerst sei konstatiert, daß Zacharias ׳Fr an׳kl, Rektor des Rabbinerseminars in Breslau, an die liberale!Rabhinerversammlnng in Frankfurt a. M. 1846, die viel weniger radikal war als die ■heutigen Wortführer ■des Liberalismus, schrieb: ״Ihr Judentum ist nicht das historische Judentum, das ich bekenne.“ Der ungarische Reichstag erklärte 1S70:: ״Das neoioge Judentum ist nicht das seit Jahrtausenden bestehende 'leichtgläubige Judentum und sind die Neologen als aus dem historisehen Judentum ausgetretene Dissidenten zu betrachten. Daß ,in den Gemeinden Polens, die vier Millionen umfassen, drei Viertel der Gerne!,ndevertreter orthodox sind, beweist wohl zur ׳Genüge, daß!die große Majorität der Judenscihait, trotz 150jähriger Arbeit der Modernisten und 30jähriger intensiver Arbeit der Zionisten, noch immer orthodox ist. ■ Daß die zionistische. Organisation an der Zerstörung der Religiosität mehr Interesse hat als an dem Aufbau Palästinas, beweist wohl zur Genüge der Umstand, daß ■ihre Tätigkeit in dem ärmsten Lande der Welt, in Palästina, ■nicht mit einer wirtschaftlichen Arbeit e-insetzte, sondern mit der Errichtung eines Gymnasiums, in dem schon 10jährigen jüdischen Kindern die krasseste protestantische Bibelkritik gelehrt׳ wird. Die Zionisten verlangen, ׳daß!ihnen zumindest ein Freipaß gegeben werde, ihre antireligiösen Tendenzen mit Gewalt Andersdenkenden anfzuzwingen. ■Der zufällige Umstand, daß!ihnen große Summen zur Verfügung gestellt wurden, bringt ׳leider Schalen antireligiöser Elemente!in jenes Land, das ider Welt die höchsten ethischen Güter und die Sabbatnuhe geschenkt hat. So entsteht eine Majorität, der, durch Terror ׳und Dollars die gläubige Gemeinschaft ausgeliefert werden soll. Nun!liegt _ bei der eng-!lischen Regierung die Entscheidung, ob sie es_ wirklich zulassen will, daß Männer, die seit Jahrzehnten auf heiligem Boden wirken, lange bevor ■ein Zionist die Schwelle dieses Landes betrat, tatsächlich von einer‘ iiiiidisclien Behörde gezwungen werden soll, ans dem Judentum auszutreten, nur weil diese einer nichtreligiösen, ja religionsifeindlichen Institution ihre Anerkennung aus innersten Gewiissensgriinden versagen müssen. Wir zweifeln ■nicht, wie diese Entscheidung der englischen Regierung bei sachgemäßer Erklärung ausfallen wird. Die Tatsuche, daß überhaupt ein solcher^ _ Antrag gestellt werden konnte, zeigt, welch furchtbarer Terror in ׳Palästina entfaltet werden kann, zeigt, wie notwendig eine energische Defensive ist W. P. Wien■• Nach einer Meldung der ״Wiener Morgenzeitiutg“ verlassen sieben der hervorragendsten Fußball- Spieler den Klub und gehen nach Amerika. Die Spieler sollen durchschnittlich je 500 Dollar Handgeld und 300 Dollar als Moriatsgage erhalten. Die Zeitung bemerkt hiezu: ״Die Hakoahner, die ausgezogen waren, Amerika zu bezwingen, sind vom Dollar besiegt worden. Nicht irgend ein einzelner verläßt die blau-weiße Fahne; diese Masseniflucht bedeutet den Zusammenbruch eines Systemes.“ ~ Wir schließen uns dieser etwas spät autgedämmerten Erkenntnis vollinhaltlich an und haben wiederholt uniserer Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß der Zusammenbruch eines Systems, welches die Liebe zum Judentum und jüdischen Geist, durch übebschäumende Sportbegeisterimig, verbunden mlit einem guten Geschäftssinm, fördern will, nur eine Frage der Zeit ist. Gratis erhalten Sie die ״JÜDISCHE PRESSE“ wenn Sie eintreten in die neugebildete Losgruppe der Firma Bankhaus Felicitas, Topolcany Ziehung am 1. August 1926 igr Verlangen Sie Prospekte *9® H ט tu 6 m anwanJ M. ״Jli Marcus Bond■ ןצ״ל, Die Wiener O r 111 o d 0xie hat einen unersetzlichen Verlust zu beklagen. Meier (Marcus) Bon di ist im g-ttgesegneten Alter von 05 Jahren in der Nacht vom 24. Tliamiis seiner Familie und dem Judentum entrissen worden. Sohn und Enkel großer Talmidei Hachomim, war er . von frühester Jugend der würdige Sprosse seiner Ahnen. Mit seiner! gleichgestimmten Gattin aus der berühmten Familie Hirsch in Haiberstadt ein Bajis Neemon L’scheim und gehörte daselbst zu den besten Stützen und Vorkämpfern der orthodoxen Religionsgcsellschaft. Was er der Wiener Judenschaft war, läßt sich im Rahmen eines Nachrufes nicht erschöpfend behandeln. Chef eines Welthauses, war er stets der erste und letzte im Bureau. Dabei fand er immer Zeit, sein Leben hindurch morgens um 6 Uhr in ״Schul“ zu erscheinen und da hatte er schon gelernl. jede seiner Regungen war vorn Reiigionsgesetz diktiert. Eine tiefe Frömmigkeit, ein unerschütterliches G-tiiyertrauen, eine unbegrenzte Verehrung für die הורה und ihre Träger, eine schrankenlose Wohltätigkeit machten ihn zum leuchtenden Beispiel eines Juden. Was er der Schiffschul 40 Jahre hindurch als Vorstandsmitglied und Präsident gewesen, wie er die Talmud Thora-Schule, deren Obmann er durch Dezennien war, geleitet, wie er den Krankenverein, den er gegründet und dem er Vorstand, betreute, wie er sich im Vorstande der Jessode Hathora und des Beth-Hamidrasch als Vorsteher bewährt hat1» und wie er alle orthodoxen Institutionen förderte, das übersteigt alle Schilderungen. Schon hochbetagt begrüßte er die höhere Idee der Agudas Jisroel mit der ganzen׳ Wärme seines für G-tt und dessen Thora erglühten Wesens. Seine persönliche Liebenswürdigkeit gewann ihm alle Herzen. In der angestrengtesten Berufstätigkeit fand er immer Zeit für alle Klallangelegenhcitcn. Er hatte das Glück, zu sehen, daß sein Werk von seinen Kindern fortgesetzt wird. Sein Andenken wild auf ewige Zeiten in der orthodoxen Judenschaft Wiens fortleben, als das eines echten Jehtidi, dem kein Opfer an Zeit und Mühe und materieller Hilfe für Juden und Judentum zu schwer erschien. תנצב״ה. o I o o o o 0 O 9 O 0 o o I o I o 0 o 0 o Telephon 74-2-26 Telephon 74■2■26 o (gegenüber dem Trattnerhof) 9 ■■9 Diese neueröffnete, grösste und modernste Werkstätte für Haararbeiten u. Schönheitspflege erzeugt Perücken, Scheitel u. Transformationen, für deren allererste Qualität der internationale Meister Karl Schiroky ieder Dame persönlich haftet. Unsere Ei rafü Bi rungspreise sind sensaftioneSfl foiBSig! o 0 o 0 o ® o 0 o Ein unverbindlicher Besuch zeigt Ihnen die schönsten Bubiperücken . . von S 75 aufw. die schönsten Transformationen von S 35 aufw. dieselben mit Scheitel .... von S 45 aufw. und werden Ihnen für Reinigen, Wasserwellen u. Reparieren Ihrer alten Perücken die billigsten Preise berechnet. 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Verlust der Familie hi enschii tiernden ■Worten beklagte In der Wohnung hatten sich inizwiisclhen die Vertreter der Behörden, des Handels und׳ aller jüdischen׳ Kreise Wiens und ■sehr viele des Auslandes eingefunden.!Unter anderen waren erschienen der!Präsident der Israelitischen Kaltasgemeinde Wien Generalstabsarzt lUniv.-Prof. Dr. Pick im! ׳Begleitung des Vizepräsidenten Dr. Ornstein!und Leiter der Schalkommlssicn׳ Or. Tiolio, Umv.-iPraf. Dr. Zappert, der ׳Präsident der orthodoxen israelitischen Kiültusgemeinde Budapest Abraham von!Freudiger, die Vertreter der Gemeinde Baden.!Mainz und viele andere. Als sich nach der kantoralen Funktion des Herrn Obenkantors Braun der Trauerzitg ׳in Bewegung setzte, war die Masse der Teilnehmer so angewachsen, daß Polizei׳ ׳die Auifrecl1ter!ha׳M׳ung der Ordnung versehen mußte. Gleich an der Ecke der Leopoldsgasse bis zur iMalzgasse stand ein stummes Spalier Kinder der Jesod ׳Hathora und Talmud- Thora, der beiden!Lehranstalten׳ ,׳die ׳sich der besonderen Hingäbe des Heimgegangenen Jahrzehnte ihi:׳nd׳urcl1 erfreuten. An der Schitfsobul vorbei bewegte ■sich der unübersehbare Trauer-!zag bis ׳zur Salztoribrüoke. Zur ב י ר ה p, die am Nachmittag in Baden bei Wien 9tattian׳d, hatte sich der ungemein große ׳Kreis engerer Freunde des Hauses Bondi eingefunden. Nebst allen Familienmitgliedern, die aus Berlin, Mainz, Halberstadt, Hamburg und!Prag herbei.- geeilt ׳waren, ׳um den ,Nestor der Familie ׳das Geleite zu geben, Waren erschienen der gesamte Vorstand der Adas Jisroel, des Ües-Hamidrasch, des Jesod-Haihora Schulverein, die orthodoxen Bethäuser Stumpergasse und Storchgasse,. aller jüdischen Wohliabrtsvereine Wiens, insbesondere des Krankejivereines, der Agudas Jisroel Orts- und Jugendgruppe Wien,, der 'Gemeinde und C'licwra-lKadi'Sclia!Baden usw. Herr öberrabbiner Reich, Baden, würdigte in ergreifenden Worten den Verlust der jiidiseiten!Gemeinde Baden, deren langjähriger!Förderer ׳Markus Bondi war. Als nächster spracli der älteste Sohn• ׳Rabbiner Dr. Bojtdi, Mainz, der in erschütternden •Worten den Verlust des!Familienoberhauptes beklagte lind ׳in ergreifenden Worten ein!Lebensbild des Verstorbenen zeichnete Se.!Ehrw. Herr Rabbiner Josef iBaumgarteu spracli erschüttert für die Wiener Orthodoxie und den großen!Freundeskreis des Hauses. Es sprachen noch Her;;־ Wolf iPappcmliciim ,namens der Schiff schal, de!;• der Verblichene ln jahrzehntelanger Mitarbeit Freund und Förderer war, Herr!Dr. Schlesinger, ■Mainz, für die ׳ReligionsgcsellsdI1a.it seiner ׳Heimatsgeimelnde.!Herr!Bernhard ׳Hofibauer namens der Talmud-Thora Volks- und׳!Bürgerschule herzliche Worte des ,Abschiedes und schHeßlicli ׳Herr Dr. Jeiteles, Prag, namens der!Familie. Freunde trugen das. was an!Markus Bondi sterblich war, hinaus auf den hügeligen Friedhof, wo ■sic ihn an ׳der Seife seiner ihm vor Jahren ׳ln den Tod vorausgegangenen ■Gattin und 'Kinder betteten.!Der Abend sandte seine leichten Schatten schon voraus, als ■die große Tr.auergemeinde den frisdien Grabhügel, der den ältesten unserer ewig ׳jungen ׳Kämpfer und Anbeiter deolct. verließ. Wenn es ob des Verlustes eines solchen Mannes, der fast, ein Jahrhundert für die Orthodoxie gelebt hat, einen: Trost gibt, so ist es der, daß er eine Familie zuriiokläßt, deren Kinder und auch schon 'Kiirdesklnder in den vordersten ׳Reihen der Kämpfer für die jüdischen ideale stehen. S. Trauerkumlgebung der Adas Jisroel für ihren Ehrenpräsidenten Marcus Bondi. ׳ זצ״לHeute mittags fand aus Anlaß des Hinscheidens des Herrn Markus Bondi צ ״ ל I eine außerordentliche Sitzung des Vor Standes der Adas Jisroel statt. Sämtliche in Wien an;־; wesenden Vorstandsmitglieder waren erschienen. Nach Eröffnung der Sitzung würdigte der Vorsitzende Herr Dr. Reiniger die Persönlichkeit des Verblichenen als treues Mitglied unserer Gemeinschaft, als deren langjährigen Obmann, als musterhaften Juden, als Vorbild־ ficheri Menschen. Ein würdiger Sprosse einer hochangeschenen, alten deutschen Familie trat er vor mehr■ als einem Mienschenaiter in unsere Mitte. Die Wertschätzung', die er alsbald fand, führte ihn in die ersten Reihen. Der unermüdlich ^vielbeschäftigte, rastlose Kaufmann hatte stets Zeit und Muse für alle Angelegenheiten des Judentums.» welches er mit heiliger Begeisterung und grenzenloser Liebe mir im Sinne unseres altüberlieferten, thoratreuen Judentums zu behandeln sich bemühte. Seine bestrickende Liebenswürdigkeit zwang alle in den Zauber seinesWesens. Eine durchaus vornehme Natur, begegnete er jedem, auch geringsten und jüngsten, mit der bezauberndsten und bescheidensten Leutseligkeit, daß jeder, der in seinen Kreis trat, wohl das Empfinden hatte, einem edlen Menschen gegenüberzustehen, ohne von dem Gefühl eines Abstandes bedruefef zu werden. Er war ein rechter, ganzer Jude» wie er sein soll, wie er dem Namen eines wahren Jehudi Ehre macht. Sein Name Meir ist für ihn kennzeichnend!, ern weithin glänzendes Licht, dem wir gern. folgten, war er und er wird es in unserer Erinnerung bleiben. Der Vorstand beschloß sodann, an den Leichenfeieriiehkeiten gemeinschaftlich sich zu beteiligen; vor dem Befhauseingang wird ein Vorstandsmitglied namens der Adas Jisroel von dem heimgegangenen Ehrenpräsidentcu Abschied nehmen; ferner soll dem Markus Bondi- Fond ein Kapital zugewendet werden, von dessen Ertrag am Jahrzeittage im Sinne des Verstorbenen ein Stipendium an einen thorabefließenen Jüngling verliehen wird. Dr. Weizmanns Stellung zu den Chassidim. L o ndon. (AJPB.) In einem Interview, das Prof. Cliaim Weizmarin dem zionistischen Zentralörgan ״Haolam“ gewährte, äußerte sich der Präsident der •Zionistischen Organisation auch über die unter zionistischem Protektorat betriebe-: neu chassidistischen Siedelungen. Weizmann erklärte: ״Die Wahrheit ist schmerzlich, aber sie muß ausgesprochen werden, daß ein gewisser begrenzter Teil der neuen An׳־ Siedler, vor allem aus dem sogenannten Mittelstände und auch von den Ansiedlungcn der Chassidim, trotz ihres besten Arbeitswillens und einer gleichsam heiligen Hin-■ gäbe an den Gedanken der Arbeit, genötigt sein wird,׳ che Siedelungen wieder zu verlassen.“ Erst kürzlich haben die Chassidim von den offiziellen zionistischen Behörden weiteren Boden für ihre Koionisationstiitigkeit gefordert■ Diesem Ersuchen wurde nicht stattgegeben. Jetzt wollen die zionistischen Behörden ihnen auch den winzigen! Boden, der ihnen zur Bearbeitung übertragen wurde, entziehen. Die Erregung unter den chassidischen Arbeitern ist unbeschreiblich, nachdem man Jahre hindurch in luin־ eierten jüdischen Zeitungen tiir das Interesse der Zio-׳ nisten an chassidischen Siedelungen eine Propaganda getrieben hat, die sich nunmehr als ein politisches Parteimanöver enthüllt. > Wien. Vierzig Knaben des Debrecziner jiidi־ sehen Realgymnasiums wurde seitens der Schulleitung die Freude bereitet, unter Führung ihrer Lehrer einen Ausflug nach Wien zu unternehmen, um die Sehens־ Würdigkeiten dieser Stadt, besonders auch das jüdische Wien kennen zu lernen. Gleich nach ihrer Ankunft wurden die Ausflügler namens der Kultusgemeinde durch den Leiter des Jugendreferates begrüßt und in die ״Einheit“ geführt, wo ihrer ein kräftiges Abendessen wartete Besonders schön und erhebend feierlich war der Empfang, der den Gästen seitens des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde zuteil wurde. Mit überaus herzlichen Worten begrüßte der Vizepräsident, Herr Dr. Ornstein, Lehrer und Schüler im Sitzungssaale der Kultusgemeinde und versicherte sie der brüderlichen Liebe der Wiener Judenschaft. Die Herren Professoren gaben in den herzlichsten Worten ihrem Danke gegenüber der Kultusgemeinde Ausdruck, die durch das Jugendreferat zum Gelingen dieses Ausfluges in hervorragendster Weise beigetragen hat; sie dankten Herrn Amtsdirektor Dr. Adler für seinen ehrenden. Besuch. Große Anerkennung und Dank zollten sie dem Vorstande der ״Einheit“ für die vorzügliche Verköstigung und für die geradezu rührende Aufmerksamkeit!, welche den Gästen in dieser schönen Anstalt gewidmet wurde. Herr Amtsdirektor Dr. Adler, Herr Referent Inspektor Oehler. und Herr Vorstand Adolf Fischer, dieser 111 ungarischer Sprache, antworteten auf die herzlichsten Danksagungen in gleich herzlichster Weise, gaben ihrer Freude über das musterhafte Benehmen der Schüler und insbesondere über die ungewöhnliche Religiosität der selben Ausdruck, mit dem Wunsche, daß aus den Knaben recht tüchtige, gute Menschen und gute Juden 'werden mögen. Den Schluß bildeten schöne Chorgesänge der Knaben und dann ging es frohgemut zur Bahn — zua Heimreise. ,