Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1926-06-25 · 26 (25.6.1926) · p. Seite 190

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
26 (25.6.1926)
Date
1926-06-25
Page
Seite 190 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2629891-2630148-2630172--2274-2634140
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 190 JÜDISCHE PRESSE Nr. 26 N Versicherungsstelle AG U DAS JISROEL Wien, ll.y Malzgasse 12a. Vermittlung aller Arten von Versicherungen für eine der grössten und leistungsfähigsten Versicherungsanstalten der Welt. Aufwertung alter Lebensversicherungs״ Polizzen zu den günstigsten Bedingungen. Revision bestehender Versicherungen. Gesinnungsgenossen, wendet Euch in allen V er sicher ungsangelegenheiten an obige Versicher ungsstelle der Aguda! IWUlMIHIHIMMMIHimHMHMMMtMMMMIMmi שזמן yv כשר (תחת השגחת הרב הגאון ר׳ ישעי פורסט שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Carl Blaimschein XIV., Diefenbachgasse 59 Ueberall erhältlich l B ■ Billige Preise! □ . -:— □ . Die sohönsten und modernsten B □ Billige Preise 8 a □ B: □ und S Haarersatzteile I ם □ □ werden erzeugt dürch das altrenommierte führende □ □ Haus in Dauerwellen und Haarfärben * | FR ANZ EMMER S □ □ B Spezialperückenmacher und Damenfriseur B ■ Wien, I., Mahlerstraase Nr. 5 ■ § Telephon Nr. 7754־0־ § Taschenkönig —-M. SCHWARZ Wien, II., Taborstrasse Nr. 8 Telephon 45-114־ / Telephon 45-1-14 Taschner-Lederwaren und sämtliche Reiserequisiten sowie Luxus-Lederwaren aller Art. bibbbbb Wieder eröffnet! ■י»וו |Hotel National! S Wien, II., Taborstrasse 18 [ S Telephon 44-503 ■ 5!' B g Vollständig neu eingerichtet, zentrale Lage, 200 Zimmei g ■, mit fliess’endem kalten u. warmen Wasser, Bäder, Zentral• B B' Heizung, Lift.. Kaffeebaus und Restaurant im Hause* Jj 5 Massige Preise I Neue Leitung ־ ■ ■!■■■■■■■■■■■■■■■bbbbbbbbbbbbbbibibbbS Warschau. Von Rabb. Dr. Pinchas Kohn. (Spelte Nr. 20-21, 24!und 25 der , JüdSsdien Presse“.) Vfellefcht!war; 1es ein. Fehler, daß damals ■die wirklichen Führer der Zionistischen!!Organisation nicht in!Warschau■ wären, sondern sich En das innere Rußland!begehen hatten. Dadlurch vielleidrt (fehlte im der Tätigkeit der Monistischen Organisation d!i!e!große Linie, und!ich hin überzeugt, daß die Art!und Weise, in. der׳ Idie Sellbständigke 1 tsbestrebungen׳ der Orthodoxie he-!kämpft wurden uroteriblielben! wäre, wenn wiiriküidi ve,rantwortungsvolle' Menschen an!leitender Stelle vorhanden gewesen wären; man wäre dann sicher dem Augenblick gerechter geworden, aimdl hätte •vor allen Dingen׳ die Front verhindert, die .sich ans Assiimilanten׳ und!Orthodoxen gegen! Zionismus •zu- ׳saimmenlsetzte. Uiebier die einzelnen Stadien dieses ׳Kampfes ־wind׳ noch izu berichten!sein. ScMießlich 11‘st in! diesem Kapitel noch!zu .erwähnen, wie‘ sich die dieufcsdie Okkupationsmacht, hier lim engeren ׳Siarne die Ziivilverwaltung ׳des!Generalgouvernements Warsdiau. m den׳ jiilclisclien Fragen verfielt. Zuinächst hat die Ziivfilverwaltimg!für die jüdischen Angelegentieiten einen eigenen׳ Referenten! in ׳der!Person des Herrn Dr.‘flJwdiwig Haas!bestellt. Es’iist dine einfache Pflicht der Dankbarkeit, wenn!ich feststelte, dass dieser Mann, mit dem midi innige Freundschaft verbindet, ׳einen wunderbaren (Blick ijür die Verhältnisse und Bedürfnisse der ׳polnischen Jluidenheit besaß, iln jedem׳ einzelnen Stadium wird Üestzustelien sein׳, daß er von dem besten Willen beseelt war, der Orthodoxie diejenige Stdhnug zu׳ bereiten, di!c .ihr nach Zahl und Bedeutung zulkam. Aber auch ׳sonst gab es Herren ׳in der Zi.vilverwalfcung, welche di׳e Jurdeiilhcit Polens nicht nur als das Objekt einer Politik betrachteten, sondern in der Tätigkeit der Z׳i1viverwa׳ltung :im Verhältnis׳!zan den Jaden!auch leime kmiltunette Aufgabe!sahen; 11׳ierbei■ allerdings ׳schieden׳ sich die ׳Geister. Es gab!Beamte, welche in der jahrhundertelang gepflegten Eigenart der jüd־!׳ ,sehen •׳K!u!l׳tur in Polen etwas Wertvolles sahen ׳und es für!ihre Aufgabe betrachteten, diese Kultur au erhalten. ,Zu einer großen Konzeption ׳war allerdings im ersten Halbjahr der Okkupation, :nooli nicht Raum gegeben. Ueber die Einstellung ,der Joden!zur deutschen!Zwllverwaltung konnte ׳ich!mir in der ׳ersten Zeit ein klares Bild nicht machen. Noch ganz unter dem Einflüsse ׳der Schrecken stehend, welche ■nach!dam ersten Rückzug der Deutschen die Kosakenhorden verbreiteten, unter der ׳Behauptung,!daß die Juden Spionage getrieben hätten, und andererseits voll iBewundenung für die Manneszucht, welche ׳damals die deutschen Soldaten aus übten, haben sichen viele Juden die Tatsache der Okkupation als eine Wohltuende Garantie' für ׳die Sicherheit, des Lebens und des Eigentums begrüßt Ich habe fermer ,zu erwähnen, ■daß gleichzeitig mit mir Herr Rabbiner Dr. Emamuä Carlebach nach Warsdiau kam mit dem Spezialauftrag, ׳das Chederwesen zu ■studieren ,und die Melamdtin ,in den Glieder,schulen mit ,den׳ ,Grundsätzen!der 'Methodik ver. traut ■zu machen. Ich ihoSfe, dass auch!me.i11 Freund, Herr Doktor ׳Carlebach seine sehr!reichen Erfahrungen und Wahrnehmungen der Oeffemtlidikeit bekannt geben wind. So ׳ungefähr waren ■die Voraussetzungen geschaffen, welche ׳ich in Warschau antraf. ׳ Die ׳ersten Wochen waren ausgediitlf ,mit dom Versuch, wenigstens 1di׳e Orthodoxie für ■sich zu einigen, denn ׳es waren der Gegensätze!mancherlei, teils sachlicher, •teils ,persönlicher Art. Namen zu ׳erwähnen, musis. ׳ich 1mi!r versagen; soweit die Bollinger-Eiskasten sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien XV. Staglgasse Nr. 10. Telephon 38-419־ Filiale: VII., Bursgasse Nr. 17. Telephon 3280־3־ Menschen, die in sich die Gegensätze •verkörperten, jetzt bereits vor dem ׳einzigen Richter der Herzen!und!Gesinnungen׳ stehen, ׳wäre ■es gewiss nicht angebracht, ihre ׳Namen der Oeffentlich-!keit preiszugeben. Es war ein ׳bunte® Durcheinander von ,verletzter Eitelkeit •und von ׳der Unfähigkeit, ■die kleinen;Interessen der Menschen der!Bedeutung dar Sache unterzuordnen.!Es war teils auch der Mangel an Erkenntnis der Tatsache, •daß der Schwebezustand der jüdischen Verhältnisse '!in Polen, wie er «zu den Zeiten der russischen Herrschaft vorhanden war, wiedet e.infcre׳ten könne. Ich darf wohl — umd dies ,ist!mir eine grosse!Genugtuung — konstatieren, das-s;ich einem!persönlichen Feind ׳innerhalb der Orthodoxie ln ׳Warsdiau nie begegnete.' Soweit aber d!e Menschen׳, die in sich die!Gegensätze verkörpertem .noch unter den. Lebenden weilen, wäre es gewiß ׳unrichtig, ihre Namen izu nennen. Nicht zwischen! iden cliassidIschen! Führern, wohl aber!zwischen ihren Anhängern bestanden und bestellen ernstliche Dififerfenzen. Das ׳liegt nicht im •Wesen! des Chassidismus, sondern •in einem ■Ausfluß des Parteiegaismus ׳i!m allgemeinen. Die Ghass'idimfiüJli'rer selbst in ,ihren hervorragenden ,Vertretern , fanden! ׳sich z׳u Beratungen ׳und izu Taten immer dann einmütig ׳!zusammen,. wenn es!der Sache ga,lt.!Ich kann׳ auch heute׳ diese Tatsadie gar nicht hoch genug elnschätizen, denn■ .sicher hat 'der eiiine oder andere Giiassidimfiiliirer ,in seiner Gruppe auch ׳solche Menschen, ‘ die nicht ganz auf dem Standpunkte •ihres ׳ ׳.Führers stehen. Und trotzdem ■waren diese Führer ׳immer bereit, selbstlos den Interessen der Orthodoxie zu dienen. Das war und ist ein, Maßstab der• wirklich großen, Ghassldimraihbinei, daß sie Führer und sich der iprovidentionellen Aufgabe .!bewußt sind, die aus dieser Führerschaft ihnen• erwächst. Auch heute noch muß jeder, der ■in diesem Milieu arbeitet, sich die Fähigkeit aneignen, ׳diese Unterscheidungen zu!machen. Ich konnte!nicht umhin, mich auch der aharitatiiven Seite anfangs!zu widmen. Meine ,Freunde ׳iu Deutschland, vor allen Dingen ,die selig verklärten Dr. Abraham Hirsch, Halberstadt und Alexander Carlebach, Lübeck, ferner Leo Wresdiner, Frankfurt a. M., hatten ganz!erhebliche!Summen zur Unter- ׳Stützung der :i׳n Warschau leibenden flüchtigen Rabbiner bereitgestellt. Die ׳bis dahin in Warschau wirkenden Unterstiitzungs» ׳komiitees waren der Stellung der Rabbiner nie gerecht geworden. So war die Forderung, daß die Rabbiner!in der Reibe der ßittsteiler stehen mussten, eine Note mehr m der Degradierung der wirklich jüdischen Intelligenz. Andere ׳Intelligenzkreise wurden anders und ehrenvoller ,beihandelt. Es gab eine sehr ,stattliche ׳Reihe von Rabbinern, die •׳Im Bewußtsein, dessen, was ׳sie ihrer •Stellung schuldig waren, lieber für sich und ■ihre Familien aut •ihr Obdach veriziebteten, ehe sie diese Entwiürdigung auf sich nahmen. Üeberhaupt Ist die• Verteilung von Unterstützungen׳, vielmehr die Art und'Weise ׳derselben eines der traurigsten Kapitel aus der Zeit der •Okkupation. Die Delegation der Aguda, also bestehend aus Herrn Dr. Carlebach und mir, ׳unter Hinzu- Ziehung einiger!Gewährsmänner in Warschau, darf für sich das Zeugnis ,in Anspruch nehmen׳, daß sie ohne jeden politischen Nebengedanken, lediglich die Bedürftigkeit prüfte. Es wurden ׳Im Laufe des ersten Jahres!zirka 40.000. Mark verteilt. Die Juden in Wiener-Neustadt. Von Rabbiner Dr. Max Pollak (Oedenburg). Nach der von Maurus Mezei besorgten Uebersetzung aus dem Ungarischen berarbeitet von L. Moses. (Fortsetzung.) Eljakims Wirkungskreis ׳dürfte 'in Wiener-Neustadt umfassender gewesen sein als in Preßburg. Nächst Wien war, ja Wiener-Neustadt die größte ^Gemeinde Oesterreichs, es besaß sogar noch mehr Synagogen1 *) und Talmiidschulen ־’), auch ׳ein Spital in der <Näl1e der Hauptsynagoge3), ein gewöhnliches und ein rituelles Bad.4) Wiener-Neustadt ,war infolge seines •geistigen Lebens einerseits und der gesellschaftlichen und finanziehen Stellung andererseits eine hervorragende G׳emeinde. Sein Rabbinat war durch eine Reihe bedeutender Gelehrter auf eine hohe Stufe gehoben worden ׳und das konnte auch auf Eljakim Weibelmann nicht ohne Einfluß geblieben sein. Zwischen den Gemeinden Wiener-Neustadt und Preßburg bestand lebhafte Verbindung. Im Jahre 1439 war die Preßburger Gemeinde in großer Notlage und sollte 1000 Goldgulden herbeischaffen. So etwas konnte in Wiener-Neustadt, wenn man die finanzielle Lage der dortigen Juden berücksichtigt, überhaupt nicht vorkommen. Einen Teil der Summe lieh der Wiener-Neustädt׳er Getschel!und den Rest warfen die Wiener-Neu- Städter Juden unter sich aus.5 *) Eine Frau aus Preßburg, die wegen eines Todesfalles hätte in Trauer bleiben ׳sollen, ging nach Wiener-Neustadt, um sich den dortigen Trauernden anzuschließen, deren Trauerzeit früher zu Ende ging. Daß ferner häufig Uebersiedlungen aus ף Leket josoher 1,6 a; ,ן ובשאר בתי בית (!) הכנס, auch L. J. II, 50b, heißt es von Wr.-Neustadt: לפע מי, הם מלוי□ ס׳ת אחד או 0 בשאר סס. Audi isseriein hatte ein eigenes Bethaus (Leket Joscher 1, 6 a). a) Leket Joscher L 81a. 3) Böheim. a. a. O.. 107. *) Leket joscher 11, 19 a אמבטי׳ שקורי' ואשר באד (Wasserbad). *) s. Kohn a. a. 0., S. 418. . Preßburg nach Wiener-Neustadt vorkamen, schließen wir daraus, ׳daß die Kopie der!in Preßburg ausgestellten Urkunde VII im Wiener-Ne.ustädter Archiv zu finden ist. Das zweite ׳Mitglied des Preßburger Rabbinatskollegiums war Jeliuda Liebermann, der Sohn des R. Salomo, dessen wir bei diesem Anlasse ebenfalls gedenken müssen. R. Schlomoli Luria0) zählt die bedeutendsten Gelehrten von Hai Gaon bis zu seiner Zeit auf. Unter diesen nennt er ״R. Jehuda, welcher genannt wird Liebermann, und seinen Sohn Salomon“, und zwar in so einem Zusammenhänge, daß man ihn leicht für einen Nahkommen ׳des Elieser ben Nathan (Raben) halten könnte. So wurde er von ׳Kohn in seinem Werke in die Zeit zwischen 1250 und 1275 gereiht, mit dem Vorbehalte, daß es ein auffallendes Symptom wäre, in Ungarn, wo im 13. Jahrhunderte nicht nur die jüdische Wissenschaft, sondern sogar das einfache Können selten war, einen bedeutenden Gelehrten zu finden. Seine Aufnahme in Lurias Liste, wird daher mehr seiner Abstammung als seiner Gelehrsamkeit zugeschrieben. Luria gibt aber selbst z׳u, daß er keine vollkommen korrekte Ueberlieferung besitzt7); wir können aber auch annehmen, daß im Texte ein Fehler unterlaufen ist. Liebermann lebte auf keinen Fall ä׳m 13. Jahrhundert und gehört nicht in die Arpädzeit, sondern in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts. Er nahm 1484 nach W'eibelmann du Preßburg den zweiten Platz ein, was vielleicht aus der Reihenfolge der Unter- Schriften hervorgeht. Allenfalls ist es merkwürdig, daß auf unserer Urkunde Schlomoh Liebermann der Vater und Judah der Saba ׳ ist,!während!bei Luria das Gegenteil der Fall• ist. ■Diese Schwierigkeit ist entweder durcli Weglassung zweier Buchstaben8) oder dadurch zu lösen, daß der in unserer °) R Schlomoh ib. JedM׳ Lur&a. Peciis. (Lublin 1545),; Nr. 29. 7) ibi-d: אין לי קבלה מוחלטת. 8) Wenn wir bei Luria מה״רר יהורה המבוג׳ ליברטו מפרשבורק ובנו שלמה aus ובנו das ו weglassen, wind: .יהורה. . . בן.שלמה

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.