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Jüdische Presse · 1926-06-18 · 25 (18.6.1926) · p. Seite 184

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
25 (18.6.1926)
Date
1926-06-18
Page
Seite 184 (sequence 2)
Language
German
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Seite 184 Nr. 25 JÜDISCHE PRESSE IIWWtM«IIHWW«W<«WWWMlMlilMHMiWMHIII Versicherungsstelle der AG U DAS JISROEL Wien, II., Malzgasse 12a. Vermittlung aller Arten von Versicherungen für eine der grössten und leistungsfähigsten Versicherungsanstalten der Welt. Aufwertung alter Lebensversicherungs״ Polizzen zu den günstigsten Bedingungen. Revision bestehender Versicherungen. Gesinnungsgenossen, wendet Euch in allen Versicherung:«- angelegenlieiten an obige Versfeherungssteile der Aguda! MNM Taschenkönig ■■ M. SCHWARZ- Wien, II., Taborstrasse Nr. 8 Telephon 45-1׳/ 14־ Telephon 4514־1־ Taschner-Lederwaren und sämtliche Reiserequisiten sowie Luxus-Lederwaren aller Art. ■ Billige Preise! □ — . □ ■ □ H □ n □ ■ □ ■ ם ■ ■ ם ■ □ ■ ם ■ □ ■ ם ■ □ ■ ם ■ □ י ■ □ Naturscheite! und ■I werden erzeugt durch das altrenommierte führende ם Haus ln Dauerwellen und Haarfarben Spezialperückenmacher und Damenfriseur H Wien, I., Mahlerstrasse Nr. 5 ■ Telephon Nr. 77-054־! g ■ H ם1םפם9ם8סוס0םטםום8םסוםסםסם1םום8ם8ם so Wieder eröffnet S IHotel National{ Taborstrasse 18 s II■) _ Telephon 44-503 ■ fl Vollständig neu eingerichtet, zentrale Lage, 200 Zimmer g mit fliessendem kalten u. warmen Wasser, Bäder, Zentral- ■ heizung, Lift. Kaffeehaus und Restaurant im Hause! JJ Massige Preise! 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Es ist darum nötig, ׳dass die Aufsicht über die Sdnedrita sich in!den Händen einer einzigen Stelle 'befindet, diie stell aus den -Bevollimädh'tigten aller interessierten Gruppen zusammensetizt. ohne darum Iden Anspruch irgend einer G!nu!ppe izu negieren, sidli die ihr zu־ sagenden׳ Schäahflbeamten!auszuwähilen. ‘Wenn irgend eine Gruppe Anlass ׳zu ׳halben glaulbt, die religiöse׳ Zuverlässigkeit der vom •Qberraböinat approbierten Schächter izu bezweifeln, so ׳besteht kein Grund,!dieser Gruppe das Recht vorzuentlualten. sich eigene Schächter aenzustellen. Diie Meinung der Zionistischen Organisation ist, dass man mit vollem Respekt die religiösen Ansahaiuungen jeder religiösen oder sonstigen Gruppe behandeln soll, und ein jeder Vorschlag, der diesem Grundsatz widerspricht, wird von ,uns nicht sdbilgt. Was Agudas Jisroel betriff, so ,beabsichtigt ׳die Ziouistisülie Organisation!nicht, sich!im einzelnen mit der!Wesensart und dem Standpunkt dieser Organisation zu befassen oder die Bed.aitimg der ' Attffbaatanbeit,!diie rn׳an!der Agudas Jisroel in Erez Jisroel vielleicht •zum Verdienste anreohnen kann, herabzuset׳zen. Es geniiigr, nebenbei zunächst zu 'bemerken, dass diese Ausbauarbeiten bisher recht geringRilgig waren. ,Die Zion!ist.ische Organisation sieht sich ■verpflichtet, aaiszuspreohen. dass die Erklärung, die!von!der Aguda anscheinend abgegeben worden ist, sie spreche ■als Bevollmächtigte des überlieferten Judentums!und :rate als ׳dessen- Beauftragte auf. keine :bereeflitigte Gruaidlage hat. ׳Humderttausende orthodoxe Juden zählen zu der Zionistischen Oingainisatüon oder sind ׳praktisch mit der zionistischen Arbeit verknüpft, iln der Erfüllung ihrer Aulfbabe als Jewish Agency betrachtet sich die Zionistische Organisation als Treuhänder der^ ijüd-isdhen Giesamitheit!und nicht allein ,ihrer .Mitglieder. ׳Bei der*•Auswahl von Einwanderern ■wie auch auf ׳den übrigen Arbeitsgebieten benachteiligt man die Mitgliiilder Ider Agudas Jisroel keineswegs, denn diie Zianistisdhe Organisation ,unterscheidet nicht ׳zwischen Juden! und Jaden wegen .ihrer ׳religiösen Anschauung,!und! nach ihrer iMeinung ist dies (1eile religiöse Anschauung) eine Privatan-gelegenheit eines jeden einzelnen,!un׳d׳ sie kann nicht zugCben, dass die Mitglieder der Agiudas Jisroel als soll die besondere ׳Rechte erwerben. Ebenso .is: eis dicht richtig, dass die Zionistische Organisation ein Vorurteil gegen die Aguda!habe, umld die AnsCh'uldigungen,!die gegen sie ä׳n!dieser Hinsicht ׳enhoben ,wurden׳, sind nicht ,betgmünidet. Diese Anschuldigungen beziehen ׳sich an-!sd1׳einen׳d •besonders auf ■die ׳Verteilung der Zertifikate (für die ■Einwanderung, ׳die von Zeit zu Zeit von ■der palästinensischen Regieming!der Zionistischen Organisation als Jeiwish Agency iiberarowortet werden. Die Zionistische Organisation erklärt hiermit öffentlich,!dassbei Verteilung ׳der Zertifikate kein Ansichen d!s׳r ■Person gilt. Ilhire Bevollmächtigten in ׳den verschiedenen EinwonlderiLingäzentiren richten sich nach den ihnen erteilten Weisungen und er :eilen die Binwlnderungsedaubnis •mir demjenigen, der nach׳ seiner Qualifikation daliiiir geeignet ist. Die religiöse Anschauung des einzelnen hat keinerlei Einfluss auf sein Schicksal ׳als Ansiedler ׳und mit ׳Kandidaten aus. der Mitte der Aguda wie aus anderen Gruppen' hat man bisher immer, und wird man auch ■in Zukunft, nur auf Grund ihrer persönlichen ׳Eignung v&nralhren.“ Diese Ausli'iiihrumgen verraten in ihrem :ersten Teile die gleiche Verständnislosigkeit ifilr das Wesen des ׳grossen Kampfes, der nunmehr seit Beginn der neuen palästinensischen Aera .!zwischen de:r Zionistischen: Organisation und Agudas Jisroel tobt,!wie s!ic auch _ bisher alle Aeussemngen und ׳alle praktischen. Massnahmen,, des Zionismus bestimm1:: Amt. Da!s Memorandum erkennt ,,zunächst an, dass es bei• der Priifu11׳g der ,von der Asohkenasiscihen ׳Gemeinde aufgestellten Forde- Hingen auf ■die Seelenzahl ׳dieser Gemeinde durchaus .nicht ankoen/me. Hu Gewissensiiragen ' unld darüber hinaus 111 Fragen der Weltanschauung kann nicht die brutale Ziffer entscheidend sein, sondern einzig und1 -allein Ider Gcsichtispunk: der Gewissensfreilhelt. Es ist aber ׳eine unendlich kleinliche Aufliassung — wobei wir an der Ehrlichkeit dieser Auffassung keinesweg« zweifeln. —,!die Gewissensfreiheit nur dann bedroht oder beeinträchtigt zu seihen,!wenn ׳die Individuen ׳zu positiven Haudhmgen gezwungen werden, ׳die ihrem!religiösen Bewusstsein widerstreben, oder wenn sie auf ׳die Befriedigung 11.11-, mittelbarer ׳religiöser Lebensbedürfnisse verzichten müssen. Gewissensfreiheit heisst freie Enfcfült1ungsh1öglich!ke.it für das vom eigenen Gewissen als Wahrheit erkannte religiös׳: Prinzip. Zwischen der Zionistischen Organisation u!nd dem von ihr geschaffenen Waad Leumi einerseits und׳ der Orthodoxie der ganzen Welt, wie sie Agudas Jisroel vertritt, steht die grosse Schicksalsfrage, ab die jüdische Gesamtheit und ׳ihre einzelne 11 Zellen, die jüdischen;Gemeinden, als solche!die ewige Gültigkeit!des Religionsgesetzes als Verifas9ungsg׳ri11׳nd;lage aazuerkennen haben oder ob, wie es in dem Memorandum der Zionistisühen ,Organisation■ au anderer Stelle sehr offenherzig heisst, nach zionistischer At1sohau׳un׳g die Religion als Privatangellegeniheit jedes einzelnen zu gelten habe. •Kein gebildeter Jude oder Niohtjude wind bestreiten, dass es sich■ hier u!m eine die Tiefe der Volksseele und ׳die׳ ganze historische Existenz des jüdischen Volkes berührende prinzipielle Frage handelt. Die Sonnenfeidsche Gemeinde, ganz einerlei, ob sie min 11200 oder 1,2.000 stauenza.hlende Mitglieder hat, kämpft für dieses Prinzip. Als Wahrheit anerkannt wird!es Weit über den Kreis der Sonnenifelöschen׳ Gemeinde hinaus von allen gesetzestreuen Juden der Ende, aualr vom ׳demjenigen, die aus Gründen der Taktik, aus gsfühlsimässigen Stimmungen, aus Nachgiebigkeit od׳er aus reiigiös-propagandistiscihen Motiven es für richtiger halten, sich einstweilen organisatorisch In;religiös t ׳neutrale Gemeinschaften eiuzuordnen, um diese von innen heraus zu überwinden. fl!n ׳Palästina ,selbst halben sich schon vor!zwei Jahren 7000 FamHienlhüupter, die mindestens 35.000 Seelen vertreten, durch Unterzeichnung ׳einer von der Asahkenasisclhen Gemeinde ■d:e;r Regierung iilberreiahten Petition zu: dem Prinzip der Thoraautorität und gegen den Waad Leumi׳ erklärt. Demgemäss ist auch jetzt die Hälfte ׳der ,palästinensischen Bevölkerung der Wahl izum Waad ׳Lenumi1 femgeblieberi. ״Agudas Jisroel“ hat nun bekanntlich primär keineswegs die -Anerkennung d!n:.r selbständigen orthodoxen Gemeinschaft neben der!neutral-ziciiistischen,, sondern vielmehr die einheitliehe ׳Konstituierung der Juiden Palästinas auf dem Boden des Thoragesetzeis mit freiem Austrittsrecht für!die Liberalen gefordert. ׳ ׳ ' Erst als sich zeigte, dass Zionistische Organisation und Waad Leumi diese Jahrtausende laug selbstverständliche Gesetaeselnheit ru.ndlw!eg aihlelhnten und für ihre Gemcindeorgaaisation das Prin!zip der Mehrheit an die. :Steife ,desjenigen .der , G׳e setzesau torl tat stellten, verlangte ■die Asdhkenasiscilne Gemein-de für sich und die ihr jetzt oder später gleichgesinnnten Kreise i׳m ganzen Lande ■das Recht, altjiidisclhe GemLimden auf der geheiligten. Basis de,s Thoragesetzes zu konstituieren. Ja dem Augenblick, in ,dem ■die palästinensische Regierung, •im dem ׳der Völkerbund gerade diejenige׳ Gemeinschaft,!welche dieses historische Prinzip vertritt, niclbt mindestens mit ׳demselben Miasstabe messen und1 mit ׳den, gleichem öffentlichen Rechten uusstatten wollte wie jede andere religiös-nemtrale Gemeinschaft, würden diese ׳staatlichen Ilnstainzen in umerhärter Einseitigkeit gegen das gesetzestreue Judentum Stellung nehmen' und es in ׳den Augen der Welt, in!den. Augen vor allem ■der heramvaclhsenden Jugend zur Sekte heralbdrücken und1 aufs schlimmste degradieren.■ Dies ׳ist die Kernfrage, um׳ die es sich1 handelt. Nicht ׳das Prestige :irgend einer Gemeinde oder irgend einer Organisation steht •auf dem Spiel, sondern ,die freie,, mindestens׳ gleichberechtigte .Entfaltung desjenigen ׳Gedankens, der da!s Judentum durch die Jahrtausende getragen :hat und der um sein Exlstenzrecht in der Zukunft auch a׳ulr dem Boden des heiligen Landes ringt. Blendeten nicht Machtdünkel, ׳persönliche ■Sympathien Die Juden in Wiener-Neustadt. Von Rabbiner Dr. Max Pollak (Oedenbiurg). Nach der von Maurus Mezei besorgten Uebersetzung aus dem Ungarischen berarbeitet von L. Moses. (Fortsetzung.) Isserlein stand mit Malle in Verbindung,') mit Nürnberg, avo die Rabbiner David Frank, Saknan und David Sprinz ein Kollegium bildeten,־) .mit Rotenburg a. d. Tauber, wo damals Jakob Eicistatt3) wirkte, ferner mit Breslau, Ulm und Treves. Auch in der Rheingegend a,!1- ׳erkannten ihn alle Rabbiner als Autorität und erkundigten sicli bei Josef über diesen'oder jenen Brauch Isserleins.4) Auch in Ungarn besass ,Isserleins Wort Geltung und mit dem Ofener Rabbiner Meir Hakohen5) war er befreundet. Rabbiner Hirz wendete sich an ■Isserlein") und auch ,den Ofener Chasan Aron erwähnt Isserlein gelegentlich.7) Er erwähnt •auch Pressiburg8) einigemal-e und besass dort dankbare Verehrer, die ihren Gefühlen für ihn in der Weise Ausdruck verliehen, dass sie ihm guten Wein zum Geschenke machten. Dass zwischen Pressburg und Wr.-Neustadt überhaupt lebhafte Beziehungen bestanden, werden wir noch später beweisen. Auch mit Oedenburg") T Pessakim 19׳ etc. ׳־) Pe-ssakim 14 etc. a) Pessakim 142 ■etc. T ׳Leket Jo sei 1er 1, 36. ף Pessakim 13s (336) באובן vd □סהר״ °) Pessakim 197. 7) Pessakim 184, 185; hier ׳schreibt Isserlein, offenbar zum Unterschied von Alt-Ofen (א!יב[ ישן) Neu-Ofen (אובן חדש). ö) Pessakim 138 etc. ü) Leket JasCher II, 56 a: ער כאן כתב הגאון ז׳ל Diese Bezeichnung!ist ein לאודנפורק הקרובה לניאושטט Beweis mehr dafür, dass!der vo!n Isserlein (Pessakim 128) genannte ג ע ד ל מאורנבורג (Berliner liest J.udenihtiirg, während Kölin diese Stelle fiijr Oeideniburg nekiamiert) auch tatsächlich aus Oedenbu-rg (Sopron) ist. Vgl. J. Weil, Responsen Nr. 133 (51 b). stand Isserlein in Verkehr. Es w!ird auch im weiteren Verlaufe unserer Ausführungen noch zur Sprache kommen, dass in kriegerischen Zeiten viele Juden aus Wr.-Neu- Stadt nach Oedenburg zogen. Isserlein kannte auch die Minhagim der ungarischen Juden sehr gut,10) wie es denn überhaupt in ׳den verwickelten Fragen des Minhag keine grössere Autorität gab als ihn.11) In Graz und Marburg beugte man sich vor seinem Worte und auch Brünn rief ihn als Richter an. In Prag wollte das Rabbinatskollegium in einer ,wichtigen Angelegenheit nicht beschliessen, ohne vorher Isserleins Meinung gehört zu haben. Auch1 Rabbi Chaim in Eger fragte Isserlein um Rat. .In Italien mussten von seinen Schriften ״Pessakim Ukethabim“ ׳und ״Themmath liadesechen“ ziemlich stark vrbreitet gewesen sein12) Und Isserlein stand mit den Rabbinern Menascheh, Chetschl, Tebel und Josef Edel von Cremona in Veiibindüng, während Jehudah Obernik, später Rabibiner in Mestre und Cremona, wie schon erwähnt, sein Schüler war. Der Priester Rabbiner Zimlein korrespondierte ebenfails mit Isserlein13). Wir sehen also, dass Isserlein von allen Seiten gesucht!wurde ■und ,dass ,man überall seine Entscheidungen wünschte. Die von -ihm ausgestellten Rabbinerdiplome genossen grosses Ansehen, er erteilte diese aber auch nur den reifsten!unter seinen Schülern. Nicht einmal Josef, dem Vertrauten seines Hauses, der die ihm vorgelesenen Abschnitte des Leket Joscher gleichsam durch ihn approbieren Hess,14) gab er den Titel ei-nes ״Chaber“. Ja, 10) Pessakim S: ־ ובח׳גר לא נהגוund Nr. 142 (35 a). u) Tepurnat 11-a-Deschen 104. . 1-) Meir Padua׳, Responsen Nr. 50 (99 a), Nr. 87 (32 b). Dort ist auch ebenso w!ie bei Josef (Leket Joscher-1.. 14 b) ein □פשטי genanntes Wenk Isserleins zitiert, das nach Berliner wahrscheinlich nult seinen באורים identisoh ist. 13) Pessakim 211 (52 a). 14) Leket Joscher II, 79 b.

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