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Jüdische Presse · 1926-06-11 · 24 (11.6.1926) · p. Seite 176

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
24 (11.6.1926)
Date
1926-06-11
Page
Seite 176 (sequence 2)
Language
German
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Seite 176 In ilm f 6 Äa 11$ eÄ קרן הישוב של , אבודה ישראל לבדןאהץישדאל׳ בוירח התורהוהססורת des Palflstina-flufbflufontis der fehlen ׳«Durch׳ -regelmässigesEinwerfen In;die Büchse kann der Kgren Hajisühuw seine bisherigen Leistungen um ein Vielfaches erhöhen. Büchsen sind erhältlich bei der Wien, II, Malzgasse 12 a nt—»■■■TmnttwtTTTrtTirT‘‘**?*1■*'******״*""**׳*״■•‘*״‘*״. ״■ ■ S 2 Billige Preise! Billige Preise! ■ ם.. - : y g Die schönsten und modernsten □ ם ■ □ ■ ם □ ■ ם und .□ ■ □ ■ □ □ ■ □ □ werden erzeugt durch das altrenommierte führende □ g Haus in Dauerwellen und Haarfärben □ S FRANZ EMMER S ■ Spezialperiickenmacher und Damenfriseur g ■ Wien, I., Mahlerstrasse Nr. 5 g ■ Telephon Nr.54־0־77־ □ Taschenkönig ■ —• M. 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Verehrer des Thorawiissens fimdi Thoratebens ,.,jenseits der •Grenze“, da• "wir im Süddeutscliländ , ibei der stetigen Aeusseruhgeh' des Zusammen- Pralls ,,zwischen׳ ihbderhbr iknilbur!und religiösem' Lebän. «iti Geist itinid Tat!immer wieder erfuhren, dass es ״jenseits der Grenze“ Millionen von. Juden gelbe, in denen sich die Einheit des Willens zum Leben und! des Willens ,!zur Tihora verkörpert. Das ״Jenseits!der!Grenze“!Mess diaibei sowohl11Marchegg,!wie iKaliisch und Wirballen. Ausserdem hatteein Studfi'um der chassidischen Literatur ,mich einen EitiibliielF ■tun .lassen-!in Weiten, die;-in gleichem Umfang Geäst und;. Gemüt befriedigten. ״ Es war mir also von vornehereiin Mau, diass das Ziel der Arbeit sein,!muss, diese (Konzeption, des Judentums :in allen ihren ■Aeussenungen zu unterstützen unid .zu erhalten. ■Aber die Kämpfe der vorhergehenden zehn Jahre •(hier sind die in einem besonderen Kaipiitd gesohilderttert! Kämpfe-um die •Revision der -sbaatskirchenfechtlichen Verhältnisse der Juden!in Bayern!gemeint) -hatten!mich gezwungen, die •gesohiohtliichen 'Erfahrungen und die geschichtliche (Bedeutung der Orthodoxie überhaupt genauest zu erwägen1. Es!waren ja kaum 100 Jahre verflossen, seitdem!der •Orthodoxie das Primat ■in allen jüdiisehen!Dingen' geraubt worden war. -Abtrünnige •und irreligiöse Menschen hatte es. selbstverständlich ׳immer gegeben, aber seit der Karäerzeit ,war es solchen^ ׳fern vom der Thora Ähre Lebens* wege suchenden Juden •niemals eingefallen, ,sich iziu organisieren, oder gar die Eühnung der jüdischen Dinge an sich zu reissen. Von׳ dem furchtbaren Schlag, weicher der Orthodoxie im Anfang des 19. Jahrhunderts versetzt worden •war, hätte sie sich doch gegen Ende des Jahrhunderts etwas erholt, und1 begann!, sich auf!ihre Aufgaben zu!besinnen. In sich gefestigt und -in vielen!ihrer Anhänger auch mit ■materiellen Mitteln ausgestattet, hatte sie Iden, 'historischen Rechtsanspruch ,auf!massgebenden Einfluss in bezug ,auf d1i!e Gestaltung aller jüdischen Dinge wieder erhoben. Als eine Frucht ׳dieses •Gedankens und -dieses Bestrebens war die Agudas Jiisröel ins'Leiben getreten. ■ Das. stetige Anschwellen des Antisemitismus hat die Entfaltung dieses iGedatv kens sehr oft untanbrodhen. Die ailleridings sehr oft täuschende, nur geglaubte,!nicht absolute ,Notwendigkeit, in ,der Abwehr diese! Bestrebungen die ganze Judenheit ,zusammenfassen zu ׳müssen, Hess.!!nur allzu oft wtederium das ■Primat der Thora im'den Hitntergrundt treten. Unterdessen hat die Tihorafeindlichkeit oft •in viel schMmmener Form als (der rüdeste Antisemitismus׳ •sich organisatorisch entwickelt ■und versucht,;die Tihoratreue in׳ den. Rang ■einer!im •besten Falle •geduldeten Anschauung hinab- ' •׳zudrüoken. So kam es, dass das Judentum nach •aussen, •sehr oft von. solchen Gliedern der Jiudeniheit vertreten •wunde,!die deim Judentum ganz fremd waren nach Wissen!und nach Wallen, Je mehr der Antiseimlitismus sich auch gegen die ,sozial hochstehenden Juden wandte, desto feuriger erstrebten diese Nn 24 Juden, die; ■ihnen ändererssiits. versagte Geltung d-üirpit Machtgelüste.nach; innen zu.erzwingen,. 1% furcii^i'rsje.-Eirt-ni diese! •Entartung.• kepnzeichMe;. die,־ Xerhätni®^ derc• jijdnsehen Gemeinde ■Lm; altem 1|ussla11d> ajiw0 idie׳ Orthodo'xie |a$t;nirigötjds die' Vertretüng .der! jüdischen DingeYijaoh 1aussm. für sich,Jestzuhaiten verstanden, «ijatte^ . Alls.::ich,.mich :entschloss, diese Meinoiren niederzpsphreiben, waf; es .miir-klar* da^s sie nicht• tzu einem Werk der Apalü• getik werden dürften, ׳aber iirfmerMn muss ich zur 'Erleichte־ ׳ rung des Verständnisses hier wieder ■eine klqi^׳e Abschweifung den .״ Lesern aufzjwitigen; .ich erspare ahnen •dadurch viele theoreti- ' sehe Auseinandersetzungen. ah einzelnen Stelj^n> : .: : ׳ Das!Problem . der jüdisohen׳ Geschichte, ■söit-zweitausend : Jahren iist die StelUmgnahme aum Galuth und die ׳Beantwortung der Frage nach Wertung des Galuth. Der Zionismus bedeutet eine ,Kampfansage an Idas ,Galuth unter '!bewusstem Verzicht aut die kons-ervierende Sonderstellung, welche das ■Galuth auch fü! das Voilksbewusstsoin der jüdischen Gesamtheit!mit sich brachte. Auf einer Rabbinernrsammlung!in Marburg 19,08 hatte ich bereits die gegnerische Steilung den Orthodoxie zum Ziams־ mus auf!diese!Diüterörazen ails auf ■die einzige Ou!elle zurück־ .zuführen!versucht. Es ist hier nicht!der ■Ort, die theofetischa Begründung dieser ,beiden Ideologien zu diskutieren, aber. meine Anschauung,!mit der ׳ich nach Warschau kam, war auch :in dieser Beziehung im rein religiösen Moment .verankert und niemals im politischen; •so •saili ich in Galuth nicht nur die Vorbereitung auf!eine ,sittlich :und geistig kampflose Zeit 'das Messianismus, sondern fand in ihm eigene Werte, die unter. keinen Umständen, preisgegeben, werden dürften. Wiie jeder Orthodoxe, war ,ich efin unbedingter Gegner der sogenannten Assimilation, aber nicht nur für das e'.nzelne Individuum wie der Zionismus, 90n!der!n auch für die Gesamtheit. Deshalb bedeutet für miiCli der NatSonalismus pur sang den Versuch eliner Angfeichung *der jüdischen Gemeinschaft an ■das Geschehen bei!anderen Völkern, eine Leugnung ׳und Aufhebung des singulären geschichtlichen G׳esetzes, welches ׳die Entwicklung der jüdischen Menschheit bestimmt hat. . Daher rührt auch,!und das muss ja einmal klar gesagt sein, meine sogenannte Gegnerschaft gegen Erez Jiisröel. Ich brauche nicht zu 9agen, dass ■dieses Wort eine Verleumdung involviert. Kein orthodoxer Jude ist Gegner der Fürsorge für Palästinas Aufbau. Jedoch es!ist nicht'zu leugnen, dass der Palästinlismus unendlich viele jüdische Seelen der Möglichkeit beraubt hat, ihrer Galuthauf,gäbe gerecht zu,. werden. Es ist wirklich ,nicht ein zufälliges. Zusammentreffen, dass , der vom Zionismus dem Galuth angesagte Kampf mündete i׳n einen Kampf gegen alle Hemmungen und Bindungen, welche das Re'liigionsgesetz der Entfaltung der sogenannten Persönlichkeit; aüferlegt, das heisst: Da der Zionismus die Befolgung der re׳ligiösen Gebote ■als ein Hemmnis für freiie Entfaltung aller Kräfte .ausieht!und das stille Glück,, welches der Galuthjude in sohrankeffloser Hingabe* an ■diie Religion erfuhr,‘WeraChtet,' .slieht er in der absohiten Verankerung in der RdigL'011 eine Galutherscheimmg. Seltne Degradierung der Religion zur Privatsache war also eiine Kampfansage an Galuth ׳ und Religion, Misraebi׳ und Aguda ,hätten jeder in seiner Art es versucht, die beiden Kampfgebiete zu trennen; es ist ,ihnen nicht, gelungen. Noch Die Juden in Wiener-Neustadt. Von Rabbiner Dr. Max Pollak (Oe!denb!urg). Nach der von Maurus Mezei besorgten Uebersetzung aus dem Ungarischen berarbeitet von L. Moses. (Fortsetzung.) Das Leben, die Lage und die Aufführung der. Ba,- churim war mit •einem Worte sehr verschieden. Es gab auch Unterhaltungen und Ferien. In Wiener-Neustadt!war z. B. Ghanukah eine solche Ferienzeit; da gab es Spie] und Unterhaltung. Ein Teil der Schüler, die Gelehrten ■und sonstige Gemeindemitgliederג) kamen bei Isserlein zusammen, ebenso wie am •ersten Tage des Schwuoth- und am letzten Tage des Pessahfestes. Isserlein zündete die Chanuikahkerzen von rechts nach links an '־’) und sprang mit fast kindischer Freude um die Lichter herum, während er das Qianukahl'ied. sang.3) Dann verbrannte er die während des Jahres erhaltenen wertlosen Briefe und bald kam eine fröhliche Stimmung in den versammelten Kreis. Es begann das ״Kethafothspiel“, das aus Fragen bestand, die dem Kreise der talmiidisdien ,Erörterungen׳.entnommen waren! und in Reimen zusammengestellt wurden. Meisterleins Sohn Schmerl un'd sein Bruder, der gelehrte Jakob, Eisak Halevi und Isserlein selbst taten sich hauptsächlich hervor. Josef bemerkte mit Zufrieden־ beit bei den von ihm herrührenden Reimen: ״Das habe ich gemacht.1!4) Diese scherzhaften Fragen wollte^, witzig sein; freilich gelang, es ihnen selten und vor •manchen könnte wohl ein Stein davonlaufen. Auch Messer,werfen wurde geübt, und bei diesem Spiele galt es, das Messer, so geschickt, zu werfen,'’dass . e. isnicht auf die Schneide, sondern auf den Rücken fiel.5) Auch Purim. War ein fröhlicher Tag, vor allem aber der Tag der Armen,• deren es in Wiener-Neustadt eine grosse ״Zahl gab. Eine sehr arme jüdische Frau . war' dort sogar erfroren.0) Die Armensteuer wurde vor Purim, *) Leket Josoher I. 75 b. *’) •ibid. 115 a. 3) ibid. 117 a. *) ■ibid. l17־ )b. 6) ibid. 1, 40 b. בל׳א רוק אירר שגייר 0) •Leket Joscher II. 86 b. am ■ Taanith Esther, und am •Voraberid’e des Neujahrstages verteilt. Es war festgesetzt, dass jedermann, nach seinem Einkommen an diesen Tagen je ein Geldstück (Gulgoleth) gab. Wer mehr als 1000 Gulden zu versteuern hatte, gab zwei Geldstücke usw.7). In Schaltjahren spendete man ausserdem am Purimfeste drei halbe Pfund für wohltätige Zwecke. An die Schaltjahre knüpfte und knüpft sich auch noch heute eine ׳gewisse abergläubische Furcht. Diese Schaltjahrsteuer wurde sogar für noch ungeborene Kinder entrichtet und acht Wochen hindurch fastete man jeden Donnerstag.8 *) Auch Isserlein sandte man ' die üblichen Purimgeschenke und er liess jedem Spender sagen: .,unan dankt nit am Purim“.0) Die Frauen der Gemeinde beschenkten Isserleins Frau und dieser unterwies auch seine Söhne, ihren Freunden Geschenke zu senden. Die A1*men bekamen Geld, Wein und Fische.10) Ganz im Gegensätze zu der am Purimfeste herrsehenden Firöhlichkeit stand die Trauer im Monate Ab. Das ״Vorspiel“, eine zu Ehren der Braut am letzten Saibbat vor der Hochzeit veranstaltete Belustigung, war verboten.11) Hier möge auch der eigentümliche Brauch Erwähnung finden, nach dem in ganz Oesterreich;der Bräutigam am letzten Sabbat vor der Hochzeit seine Braut nach dem Gottesdienste, in den Talith gehüllt, besuchte.12) In Wiener-Neustadt wuschen die Frauen während der. Trauerwochen im Monate Ab nicht, da ihnen’ diese Arbeit — nach Isserleins Begründung — Freude bereitet hätte. In der Wieper-Neustädter Gemeinde gab es. überhaupt'sehr viele eigentümliche Gebräuche; selbstdie Liturgie ■war; in ,einigen Stücken ab\ve:ich^|1cl. ,VQn; der.’. in anderen Gemeindenüblichem Das/-öer|pp,e;de33Ms9Ken Gottesdienste stand wohl schon im 9.. Jahrhundert, fest;13) 7 ׳) ibid. I. 84b. ” , 1 ■. 3) ibid- 84b. , .־, B) ibid. 123 a. ( ,10) ibid. 123 b., ׳ "'־;1׳־ " ' :־' ׳ ' 11) JWd. 30 a; (Vorspiel)גם אין עושין באותו^^שןבהבורש^יל Dles&s Worspibl“: ist noch hellte in בארצי'־שפי^לש^^ן W. äblidi und wird in Venedig ,,spinöles“ ^fetiäriniti' " " ' 12) Leket Joscher I. 44 b. '^1,. . ' 13) Ziuiz. Syaagogale Poesie, S. 60 ff. ׳ 15478204

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