Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 23 (4.6.1926)
- Date
- 1926-06-04
- Page
- Seite 171 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE Seite 171 Nr. 23 zumal es bekannt wurde, dass die Verfolgungen der Zionisten in Russland eine Folge des Bekanntwerdens des Jabotinski-Petljiira-Biindnisses seien. Das Ende der Herrschaft Petljuras in der Ukraine bereitete auch diesem Skandal ein Ende. Die Herrschaft Petljuras, die durch Massenströme jüdischen Blutes einen Schandfleck der europäischen Zif vilisation bedeutet, wie sein gewaltsames, Ende in Paris, das durch einen Juden herbeigeführt wurde, bilden grausame Befträge zur Geschichte der jüdischen Tragik in« der Gegenwart. , .; ״Neutralität“. : ״—-J Erfahrene Männer, die sich der Kriegszeit :eBümern,, dürften davon überzeugt sein, dass es wirkliche 'Neutralhtäi niemals gab, obwohl sich die Neutralität im Völker‘• recht an äusseren Geschehnissen messen lässt. Vollkommen unbegreiflich ist es aber, wenn auf dem Gebiete den Geistigkeit und Ueberzeugung Neutralität gepredigt wird. Man wäre beinahe versucht, es als einen unwürdigen Zur stand zu bezeichnen, wenn in einem Kampfe der Weil!־ anschauung, in dem es eine mittlere Linie nicht gibt, die* Aufforderung ertönt, sich neutral zu verhalten. Tatsache ist es aber, dass cs eine Neutralität nicht gibt, und festgestellt kann werden, dass die Prediger der Neutralität 1m Kampfe um die Thora ganz fris.ch und fidel den Kampf gegen rechts führen, während sie gegen links unter den aller« devotesten Verbeugungen; die allermildeste Verzeihung aufzubriugeri verstehen. Es wäre leicht möglich, die psychologischen Grundrnotive dieses Verhältnisses blosszulegen, aber es lohnt sich nicht. Wir schreiben dies« Zeilen tatsächlich nicht an die Adresse unserer neutralen, Gegner, sondern für unsere Gesinnungsgenossen, damit diese bessler sich vor Verirrungen schützen können. Ein Beispiel nur sei gegeben:; Keren Hathora wurde von der Agudas Jisroei.,, Keren Hajessod von den Zionisten ins Leben gerufen. Agudas Jisroei ist ehrlich genug, die Gründungsvorgänge des Keren Hathora nicht zu verschleiern, Keren Hajessod hat sich mit dem Mantel einer Neutralität drapiert und man kennt ganz genau die Methode der Verwaltung und die Methode der Verwendung. Und trotzdem, das heisst», obwohl niemand nachweisen kann, dass Keren Hathora irgend etwas gegen die Thora getan hat, bekämpft man Keren Hathora und verlangt von ihm Neutralisierung, während man Keren Hajessod mit aller Begeisterung unterstützt, obwohl niemand behaupten kanjn, dass Keren Hajessod nichts gegen die Thora unternommen hat. Was heisst aber jenes Verlangen nach Neutralität? Man fori? dert,!dass die Agudas Jisroei ihre Beziehungen zum Keren Hathora löse und die Verwaltung den Neutralen übergebe. Wer garantiert dann aber, dass die Neutralen in der Ver!< wendung tatsächlich immer und in allen Fällen unpar;׳־ teiisch die Linie der Thora innehalten? Das ״Jüdische Wochenblatt“ in Frankhirt und der journalistische Anstand. In der jüngsten Nummer des ״Jüdischen Wochenblattes“ setzt sich sein verantwortlicher Schriftleiter Doktor Ernst Simon mit einer solch souveränen Verachtung über die primitivste journalistische Anstandsptlicht hinweg,; dass dies öffentlich angenagelt werden muss. Was ist ge- . schehen? Dr. Ernst Simon ist von der Idee besessen,׳ dass der asshmlante L'ibraftmus!und diie selbständige — sage Trennungsorthodoxie — Bundesgenossen 1m Kampfe gegen Gemeiudeorthodoxie und Zionismus wären. Er, der überzeugte Achdusmanri, der prinzipienfeste Gemeindeorthodox^ der die Verwirklichung des thoratreuen Ideals schlechthin nm׳r 1io einer Gemeinde mit den. assimiilatonüschen Libcralen vorstellen kann, verfolgt nut eifersüchtiger Leidenschalt die Spuren, die aut eine Bundesgenossenschatt zwischen dem Liberalismus und der Orthodoxie hinweisen. Selbstverständlich existiert diese Bundesgenossenschatt; nicht und daher sind auch keine Spuren vorhanden, die aut diese Bundesgenossenschaft hinweisen würden. Es soh aber nicht geleugnet werden, dass es einem gewandten Journalisten,, soweit der journalistische Anstand kein besonderes Hemmnis für ihn bildet, nicht unmöglich ist, solche Spuren zu fabrizieren und einem zeitungsgläubigen Leserkreis aufzuschwatzen. Aut zwei Tatsachen stützt Dr. Ernst Simon seine Behauptung von dieser Bundesgenossenschatt. Erstens, dass der ״Israelit“ in seiner Nummer 21 vom 18. Mai nur in neun Zeilen unter der Rubrik ״Korrespondenz und Nachrichten“ über die Wahlen in der Berliner Grossgemeinde berichtet. Schon diese lapidare Kürze setzt Herrn ir. Simon in Harnisch, dass aber unter diesen neun Zeilen auch der Satz sich befindet: ״Die Wahlen haben den Liberalen Erhaltung ihres Bestandes, im übrigen keine Veränderung der Machtverhältnisse gebracht“, gilt für ihn nicht nur als Fälschung, sondern auch als unumstösslMer Beweis •für die ■bisher bloss vermeinte Bundesgenossenschatt, die scheinbar als fixe Idee 1m Kopte des Herrn Dr. Ernst Simon und dann auch in den Spalten des; ״jüdischen Wochenblatt“ lebt. Die ganze Beweisführung des Herrn Dr. Simon ist für jeden von Hass nicht ganz verblendeten Leser so fadenscheinig, so lächerlich-läppisch, dass wir uns mit ihr nicht weiter beschäftigen wollen. Wenn Herr Dr. Simon durch eine andere Tatsache ails durch seinen eigenen Aufsatz noch lächerlicher gemacht werden könnte, so haben dies die dieswöchige Nummer sowohl dar ״J üdisoh-Liberale Zeitung“ w'e des ״I&raeth“ hinlänglich getan־. Die ,,Jüdisch-Liberale Zeitung;“ ■rempelt den ״Israelit“ gerade diese Woche fast in derselben I onart an, wie dies sonst nur das ״Jüdische Wochenblatt“( zu tUn pflegt. Andererseits beschäftigt sich ״Der Israelit“ ausführlich mit den Gepieindewahlen in Berlin. Wie Sie sehen, Herr Dr. Simon, die Bundesgenossenschatt zwischen dep feeiden Richtungen und Zeitungen besteht nur darin, dass Sie von beiden ungewollt und sicherlich ohne vorherige Verabredung bodenlos lächerlich gemacht werden^ Einem ernsten Journalisten kann das nicht passieren. Eine solche Leichtfertigkeit darf auch dann nicht Vorkommen, wenn ein Achdusmann oder Misrachist über die Trennungs- Orthodoxie und über die Aguda schreibt. Soweit Sie1 nun ihre These an dem ״Israelit“ beweisen wollen, sind Sie bloss lächerlich, unanständig werden Sie erst, indem Sie Ihre ״Bundesgenossenschaft“ aus der ״Jüdischen' Fresse“ naqbwsen wollen. Welch blühenden Unsinn §dtf£ib,en Sie, Herr Dr. Ernst Simon, da 1 zusammen: Nun lesen Sie sich selbst: ״Zum $\VTgen. Andenken! (Von uns gesperrt, £>;<? Red.) aber (Aber! aber! Die Red.) an dje Paradoxie dieser Poütiki die Liberalismus und Orthodoxie zum Bundesgenossen macht, seien zwei Zeitungsausschnitte an den Schluss gestellt, von denen der eine aus dem! Inseratenteil der letzten Nummer der ״Jüdisch-liberalen, Zeitung“, der zweite aus dem Textteil der agu.distische« Wiener ״Jüdisehen Presse“ stammt.“ N.ach diesen einleitenden Sätzen, die sicherlich einen An׳spruch. aut Ewigkeit haben, bringen Sje ein Inserat aus. der ״Jüdisch-liberalen Zeitung:‘, in welchem eine Ä r i e r i n, die für das Judentum! schwärmt, die seriöse Bekanntschaft eines Israeliten sucht, ferner die Notiz aus dem Nachrichtenteil unserer Schebuoth-Nummer, in welcher über den Ausschluss der Zionisten aus der Chewra Kadischa in; Bardiö.vv- (Slowakei; berichtet wird, nebeneinander zum Abdruck. Es' beliebt Ihnen ferner, die Notiz aus der ״Jüdischen Presse“ mit folgenden Zeilen einzuleiten: ״Die agudistische ״Jüdische Presse“ empfiehlt den religiösen Boykott von Zionisten. Herr Dr. Ernst Simon! Anständige; Journalisten pflegen anderen keine Beweggründe zu unterschieben, die sie nicht rechtfertigen können. Mag sein, dass Sie in Ihrem journalistischen Handwerk so verfahren müssen, wie Sie es uns imputieren. Wir haben es aber nicht notwendig, uns socher Methoden zu bedienen. Sehen Sie, wir sind ein Organ für die Interessen des orthodoxen' Judentums. Unsere Redaktion wird zurzeit von Agudisten geleitet, die die Interessen des orthodoxen Judentums durch die publizistische Vertretung der Agudaidee am besten ge/waihrt wissen. Hingegen lässt — Sie■, ssweit! aus den! Geist des von Ihnen geleiteten offiziellen Achdus- Organes zu schhessen ist, die Liebe zum Zionismus und der Hass gegen die selbständige Orthodoxie nicht die richtige Achdus-Linie treffen. W 1 r haben Mut genug, unsere Ideen oflen zu vertreten. S 1 c haben daher keine Veranlassung, aus einer Nachricht, die übrigens vom Chol-Hamoed-Pessach datiert ist und erst nach sechs Wochen in unserer Schebuothnummcr gebracht wurde, mehr als den einfachen, wohl sehr bedeutsamen Inhalt der. betreffenden Notiz herauszulesen. Also wohlgemerkt , die ״Jüdische Presse“ hat in diesem Falle berichtet und nicht empfohlen. Seit wann heisst die Registrierung einer Nachricht gleichzeitig die Stellungnahme, noch dazu die empfehlende Stellungnahme der Redaktion? Was würden Sie sagen,' wenn wir nach Ihrer Methode Sie beschuldigen würden,■ dass Sie der Bundesgenosse von Oberrabbiner Chajes1 1'n Wien wären, in seinem Kampf gegen die Heiligkeit der Thora und Tradition, in seinem Kämpf gegen die! unbeschränkte Geltung des Schulchan Aruch, weil Sie es unterlassen haben, auch nur mit einem Sterbenswortchen, zu den mündlichen und schriftlichen Auslassungen des Wiener Oberrabbiners in den jüngsten Monaten׳ Stellung zu nehmen? Was würden Sie sagen, wenn wir oooo«o«o«o«o»o«o«o«o«oso«Q I Wien, I., Graben 12 den?Trattnerhof) £ 00000000«0»0»0tt0tt0tt000»0 1 Telephon 74-2-26 Telephon 74-2-26 o o I § o י 0 § e o 8 o f o o Diese neueröffnete, grösste und modernste Werkstatte für Haararbeiten u. Schönheitspflege erzeugt Perücken, Scheitel u. Transformationen, für deren allererste Qualität der internationale Meister Karl Schiroky jeder Dame persönlich haftet. Unsere Einfiihrungspreise sind sensationell billig! 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Und endlich, um zum Inseratenteil zu kommen, was würden Sie sagen, wenn man Ihr ״Jüdisches Wochenblatt“ der Propaganda für das Christentum beschuldigen würde, sich1 stützend auf idie Tatsache, dass es einerseits di'e Stephan Wise-Aifäre in dreizehneinhalb Zeilen erledigt, andererseits aber durch Aufnahme von Inseraten über Weih- -nachtsgesc henke für die christlichen Weihnachten Propaganda macht? Sie würden solcher Niedertracht gegenüber sicherlich fassungslos dastehen, ebenso wie wir zum Kopt greifen und tragen, wie es möglich ist, dass in einetn thoratreuen Organ solche Dinge zum Abdruck gebracht werden können, wie Ihr Artikel über ״Die Verhündeten“. Sie steilen neben die Nachricht über den Ausschluss der Zionisten das Mischehe-Inserat der ״Jüdischliberalen Zeitung“ und Sie glauben, nun bewiesen zu haben, ״dass beide Richtungen einträchtig zusammenwirken, wenn es gegen die üemeindeorthodoxie und Zionismus seht“. Glauben Sie ernstlich, Herr Dr, Simon, dass diese Beweisführung schlüssig ist und sogar aut Ewigkeit Anspruch erheben kann? Glauben Sie ernstlich, dass Ihre Leser von der Hasspropaganda gegen die Separatorthodoxie bereits soweit geblendet sind, dass ihnen die Nebeneinanderstellung von Dingen, die miteinander nichts» aber ganz und gar nichts zu tun haben, schon als schlüssiger Beweis gilt, einzig und allein, weil sie die Separatorthodoxie diffamieren könnte? Inwieterrt sonst ein Mischehe-Inserat aus der ״Jüdisch-liberalen Zeitung“ es beweisen soll, dass erstens die Liberalen gegen die Gemeiudeorthodoxie und Zionismus kämplen, zweitens dass Sie dies‘ einträchtlich in treuer Bundesgenossenschaft mit der Orthodoxie betreiben, bleibt uns, wie wir glauben, ein ewiges Rätsel. Denn sehen Sie, Herr Dr. Simon, selbst wenn die ״Jüdisch-liberale Zeitung“ Inserate nicht als Geschäftssache, sondern als Ausdruck der Gesinnung des Blattes betrachten würde, auch dann bewiese das Mischehe-Inserat nur, dass, die ״Jüdisch-liberale Zeitung“ nichts gegen die Mischehe hat und wenn Sic wollen, dass Wuch die ״Vereinigung tür das liberale Judentum“, dessen Organ die ״Jüdisch-liberale Zeitung“ ist, nichts dagegen einzuwenden hat, und wenn Sie noch weiter gehen wollen, dann könnten Sie mit der Ihnen eigenen Leichtfertigkeit behaupten, dass die Liberalen überhaupt f ii r die Mischehe Propaganda machen, aber Sie werden, Herr Dr. Simon, ' zugeben müssen, dass dieses ״Für“ noch keinen Kampt gegen die Gemeindeorthodoxen und Zionisten bedeutet- Lebt doch so mancher Führer, so manche Gemeinde, in welcher Gemeindeorthodoxe einträchtig mit den Liberalen eine Gemeinde bilden, in ungestörter glücklicher Mischehe. Dass ein Mischehe-Inserat auch keinen Kampf gegen die Zionisten bedeutet, werden Sie, der als guter Zionist mit der Geschichte des Zionismus und ihrer Führer .vertraut ist, sicherlich gut wissen. Sollten Sie aber doch der irrigen Ansicht sein, dass die Propaganda für die Mischehe eine KamSainsage;gegen die Gemeänideorthodxen ■und Zionisten bedeutet, so erklären wir Ihnen in aller Feierlichkeit, dass wir, Vertreter der Separatorthodoxic, nie und nimmer einträchtig diesen Kampf der Jüdisch-Liberalen. unterstützen würden. Wir würden vielmehr energisch dagegen protestieren, wenn man die Gemeindeorthodoxen, die mit den Mischehe-Liberalen eine heilige jüdische Gemeinde bilden, der Favorisicrung der Mischehen zeihen möchte: wir wiirden ferner auch dagegen uns verwahren, dass man die Misrachisten, die sich so brüderlich mit den Mischehe- Zionisten vertragen, mit der Bevorzugung der Mischehe beschuldige. Sic aber, ■als Redakteur des offiziellen Blattes der Achduth, drucken leichtfertig so ein Mischehe-Inserat neben eine Nachricht der ״Jüdischen Presse“, und Sie glauben, die selbständige, unabhängige Orthodoxie damit kompromittiert und überhaupt etwas bewiesen zu haben. Jaiwolitl, . Sie haben etwas bewiesen. Wohl nicht!ihre These, dass Liberalismus und Orthodoxie einträchtig zusammenwirken, wenn es gegen die Cemcindcorthodoxie und Zionismus geht, ■sie, haben bloss bewiesen, wie iliemmungslos und hasserfüllt gegen die selbständige Orthodoxie und ׳hre Organe selbst .■der vrantwortlil'che Schriftleiter des Achdus-Organes schreiben kann, wenn er vornehmlich ein Zioriist und Gcmcindeorthodoxe ist. SjäiSKfiWi Dje Generälverslammliuig des ScJmlverefties Jessode- Hatliora. Unter ■dem Vorsitz des Herrn Emil KriitfzTer fand Sonntag den 17. iS'iiwan die Generalversammlung ׳des Schul- Vereines J ■e s s 0 d e ־ H a 111 0 r a im Sdiulhause, II.. Nestroygasse 11, unter reger Beteiligung statt. Es waren erschienen Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde (Albert Breuer), Adas Jisroei (Jakob Fachs. Leopold Richter), Taimiid Thora (Sandor Adler), Achidus Jisroei, Rembrandtstrassc (He.nrieh Saliön), Betii-Harn,;drasch, ■Grosse Schilfgasse (I. Frommer). Stumpersch'iil (Goldstein), Tomech Ewjanim (Geza Braun) und als Berichterstatter der ,,jüdischen Presse“ Herr Mor.tz Spitzer. Nach der Begriissirngsanspraclie des Vorsitzenden erstattete der Klassier Leopold Lederer den ׳Kassabericht, ■der von den Revisoren Albert Breuer und Emil Stroh für richtig befunden wurde. ,Die Generalversammlung erteilte Iterauf ׳dem Vorstände das Ahsoliutoraim. In herzlichen Worten ■sagte sodann der Vorsitzende warmen Dank Sr. Hochwiirden Herrn Oberiahrner ■S. F ii rat, Herrn ■Rabbiner S. N eai wiir th,־ dem Leiter der Schüfe und dem gesamten Lehrkörper und׳ wandte sich an ׳die Anwesenden mit der Bitte; den überaus segensreich wirkenden Vereil) auch weiterhin zu fördern und ׳zu unterstützen. Die Aufrechterhaltung dieses mit stergüit Jge 11 Schul- und Lernbe׳trie1be.s erfordert grosse Opfer. Im Namen 'de:f Kultusgemeinde sprach Herr Kultusvorsteher Albert Breuer tiefempfundene Worte des Dankes lind der Anerkennung für die Leistungen des Vereines. Nachdem noch nach einer längeren Diskussion,;!in welcher praktische Vorschläge zur Förfdemmg des Vereines ■zur!Erörterung ■kamen, ■die Herren Jakob Fuchs, Geza Brann und ■Harr Wölf Pappenheim das Wort ergriffen hatten, schritt man zur Wahi sechs neuer Vorstandsmitglieder und zweier Revisoren^ Es wurden gewählt: - .ji den Vorstand Sandor Adler, Simon Fischer, Max Freund, Armin Gahodauer, Ing. Ludwig /Kritzler, Joachim Wosner, als Revisoren Alben Breuer ׳und Emil Stroh, Die Generalversammlung trug viel dazu bei, um in dieser schweren wirtschaftlichen Krise •die Aufmerksamkeit der Wiener thoratreuen Judenhelt in ■erhöhtem Masse auf ihre geistigen Schätze hinzulenken. Personalien. R. Benjamin Hauer s״ z. 1. Die Festesstimmung!der Grosswardeiner Juden ist am vergangenen Sohswuosfcst durch einen .schmerzlichen TrauerfaU getrübt worden. Einer ihrer frömmsten und ׳edelsten Männer,, der in weiten Kreisen ■bekannte und allgemein verehrte Talmklchochom, ר' בנימין הויער ist am ersten Schcwuosabend plützlaih erkrankt und noch in derselben 1Nacht von dannen geschieden. Die Nachrieht verbreitete sich rasch ln /der ganzen Staidit und hat allgemeine Bestürzung hervorgerufen. Die 'לוי hat am zweiten Schewuosabend ׳unter aussergewöhnlich grosser Beteiligung s tat (gefunden. Der Wäsiritzer Rebbe ׳(der bekanntlich seit Ausbruch des Weltkrieges in Grosswardein wohnt), mit den zahlreichen fremden Gästen, die sich bei ihm anlässlich des Sdhewiios eingefunden haben, ist bei!der Lewiajoh erschienen. Herr Oberrabbiner Benjamin Fuchs hat mit Rticiksicht auf den ירט nur in kurzen, aber ergreifenden Worten das hingebungsvolle religiöse Leben und die edlen Vorzüge des Verblichenen geschildert, wie auch den grossen Verlust, den das religiöse Judentum durch das Hinscheiden Benjamin Hauers erlitten hat. Benjamin Hauer war in weiten jüdischen — auch in dhassidischen — Kreisen eine bekannte und geachtete Persönlichkeit. Er kämpfte stets mit vollem Eifer und Mut für die a׳lte. unverfälschte Jiidischkeit. Vor Jahren veröffentlichte er eine grosses Aufsehen erregende Flugschrift, in welcher an die Missbrauche enthüllte, die damals mit Erzeugung von Slibowitz DDD של getrieben wurden, und hat hiedurch viele ehrliche Juden von מכשולים gerettet. Er ׳war ein erbiltterter Gegner einer jeden Neuerung auf religiösem Gebiete. Er war ein eifriges Mitglied und bin treuer Anhänger der Agudas Jisroei. Bris Milah. Dienstag den 19. Siwan ,fand im Wien im Restaurant! Nagel die ■Brifch Miila des Sohnes des Herrn Hugo Reiniger aus Wiener-Neustadt ■statt. Die Bn.11 Mi'.ah wurde va/ni Hrrn Müller .aus Odenburg und Herrn Armin Reif, Wiener-Neustadt, gemeinsam vollzogen. Bei1 *der darauffolgenden Sudah, an welcher viele Mitglieder der Wiener-Neustädter Kultusgemeinde tejlnahmeni. , feierte Oberrabbiner ■Weis s!, Wiener-Neustadt, die Bedeutung des Tages. Es sprachen noch die Herren Armin Reif, Samuei Mandl, Redakteur Aron Weiss und Jakob Jaul1. Den ■kantoraien Teil besorgte Oberkanten־ Müller (Pazmaniten-Tempel). Bei der Tafel wurden grössere Summen für wohltätige Zwecke gespendet, darunter S 30 für Keren Hathora.