Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 22 (28.5.1926)
- Date
- 1926-05-28
- Page
- Seite 163 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 22 f 2. L a!113 vv i r t s Cai a f 11 i Cih e- •A r be'־i<:en. Zirka . 1000 Duiiani wurden mit. Weizen, Gerste. Klee, Grikizaug ,be-: pflanzt. , ...... 3. Hä!tisürbau.;30־Holzbaracken nd'nsf ׳ Werkstätten «1ndr Ställen,' -8 Staiisszlvseliiiän^er (Ein-, Zwei-,.• Drei-Zirraner- JiiiDser). 3 HoHJiikßer (Ein- ׳und Zwei-Zi1nmer4iänser). ׳Anbei ts- .!־!alle. M:kwnh. ־Beb HamidroSch. Ferner •wurde mit dem Hau der 'Siedlersehmle ׳begönnert.'. Die Bcdc11v()rfcerei1r.1',1ssarbe!te11 auf Madianeh - Jisroel ׳ sind ierzt ׳ abgasch lassen. ״ 11׳. Ol atu lind M!ad 11 er (33.000 Dainam). ■Bisher wurden 15.000 Drmam durch ־Kairsehan aut" uns übertragen. •f) W i r ■t.s eb a•i t •s a m' t, der A g11׳. da s J i s r 0 s 1, ■ Tel A vi v. Leite;;־•:!Herr 1>. •Robert Weiss mit einem An- Rcstelken. .Aufgabe: Ert’.-ilun^ •ven Informatiouoa an Siedler!und Emigranten. Ausarbeitung von A11 sied Jungs- und ־ Öt\siedku1gs- Projekten. Interimistische Leitung der Kolonie Maohandi Jisroel. g) Poale A g׳u d a s J i s r o e 1. Die ׳Poale Agudas Jisroel׳ Jerusalem unterhält ci-112. Ziegelei• mit 10 Ziege}־ י; maschinell. Die Poa’e Agadas Jisroel Tel Aviv eine •solche mit 4 Maschinen. Es besvdhen folgende Gruppe 11: Jerusalem mit etwa . IfiO Mitgliedern, 101■ Aviv mit etwa 200'Mitgliedern, Haifa mit etwa 50 Mitgliedern, Petach Tikwali mit etwa 50 Mit gliedern. ׳Maehaciah Jisroel mit c-twa 35 Mitgliedern; etwa 495 Mitglieder. ' ׳(Siehe Budget. Punkt 3). Airbeiterkiiohen aitenhalteu wir in Tel ׳Aviv: .!und Jerusalem, ׳welche jede von mehreren!hundert Poahcn ׳beniitzt werden. 81) Lehr gut de r Pa 1 ä!$ t i 11 a.z e11־ tr ale. Der •׳Hirsahhor •in Falken-Gesäss bei Beerfelden ■ ■im Odenwald. Die ־׳-Grösse des Gutes beträgt ,zirka ,200!Morgen. 11 Eleven, da- ׳runter 1 Eleve zugleich als Melamed. Der Betrieb wurde am 3. Mai a. c. )eröffnet. Die Beratungen am Dienstag. Organisaiton und Presse .Am Dienstag morgens gibt Herr Rosenheim auf einen Wunsch detaillierten Bericht über die Verhandlungen mit der zionistischen Organisation. Es wurden sodann die Einwanderungsfrage, die Frage der Ausstellung - der ׳ Zertifikate und ähnliche Palästinafragen erörtert. Herr Mas 0 1 berichtet über die Lage der Aguda in Argentinien, Herr S!c 11 c r e s c:h e \y s k i über diejenige in L 11 a uen. Herr Josselowski (Memel) berichtet, dass die litauischen Rabbonim, die sich bis zuletzt be־ müht haben, mit äitssersjei■ Toleranz und Friedensliebe ’ mit den anderen Parteien zusammeuzuanbeiteu, ein grausames Fiasko, erlitten haben und sich jetzt gezwungen sehen:,, ihre eigenen Wege zu gehen. Der bei weitem grösste Teil der Rabbonim, wie überhaupt fast die ganze geistig- jüdische Elite blligt ausdrücklich. die Politik der Agudo. bei der kürzlich stattgefunde'ncn grossen Rabbincrversam'mhing anlässlich der Wahlen und der Konstituierung cler religiösen Kehillaus waren 109 Rabbonim anwesend, die alle, mit Ausnahme eines einzigen, dagegen mit Einschluss der anwesenden sieben misrachistischeu Rabbonim den Wahlaufruf der ökonomisch-religiösen Partei unterschrieben. Unter Berücksichtigung der nachträglich hinzugekommenen ׳' Unterschriften wurde der Wahlaufruf von 128 Rabbonim unterzeichnet und nur etwa zehn (1!) hielten sich zurück, denn in. ganz Litauen gibt es nur etwa 140 Rabbonim. Das unverständliche, gehässige Verhalten der Zionisten, die jedes Wahlbündnis ablehnten, hat allen jüdischen Parteien infolge der eigenartigen, den Minoritäten ungünstigen Wahl־ Ordnung grossen Schaden gebracht, so dass statt sieben nur drei jüdische Abgeordnete ins neue Parlament ziehen. Oberrabbiner Sjchapiro von Kovvno, der bis zuletzt die Einheit der litauischen Kehillaus wahren wollte, erklärte dem Redner wörtlich, dass der Standpunkt von Rabbi 'Chasim Sonnenfeld nunmehr nicht nur. in Evez lisroel, sondern auch in Litauen bei den J’reeim gesiegt habe. Ueber die agudistische Presse referierte Herr Schereschewski (Kowno); in der anschliessenden Diskussion sprachen Dr. Pollak und Schönfeld (Wien), Herr Rabbiner Tobias Horowitz (Warschau)'. Anschliessend anerkannte Herr Rabbiner Dr. P. Kohn die Notwendigkeit, einer Aus־ gestaltung der Pjresge, die in der heutigen Zeit von! Die Messiasbraut.*) Die Messiasbraut ist ein faszinierend schöner histori- . scher Roman aus den Zeiten des Sabbatai Zwi, wobei;' der Verfasser sich bemühte, die Gestalten historisch und auch■ m eil s c 111 i c!1' zu begreifen und Licht und Schat־ teil •richtig zu verteilen. Es gibt keine Verbrecher, keine absolut Schlechten in‘ diesem. Buche. Die Schuldfrage bei dieser grossen Verführung und Verirrung der jüdischen Geschichte im 17. Jahrhundert ist nicht gelöst und kann nicht gelöst werden. Schuld war die Zeit und ihre schwere Not, irreführend war die Sehnsucht, die üppig aus dein schwarzen, blut- und tränengedüngten Boden der Not in die Höhe trieb. Nicht einmal Sabbatai ist der notorische Verführer, der mit Volksglauben und VolksH höffnung Handel.treibt; er selbst glaubt zu Zeiten an• sich und seine Mission ׳und wenn er erwacht, ist es zu spät, fehlt ihm der Mut für das Zurück. Er wird von seinen ׳ Hintermännern, voran Abraham Jachini, getrieben. Aber auch diese sind mehr Getriebene als Treiber, im Innersten und letzten vom Drange beseelt, zu erlösen. Und es ist fast mehr ihr •Schicksal als ihre Schuld, dass sie dieser Drang in der Folge zu infamen Betrügern macht. Selbs* Sarah, das in der Mitte stehende Weib von krankhaftem Ehrgeiz und lockeren Sitten, hat menschliche Augen־ blicke, in denen eine verhaltene schöne Seele nach Luft ringt. Zu dieser Auffassung und Gestaltung cler Helden der. Sabbataitragödie kam der Autor durch das gründliche Studium der Zeitdokumente. der beiden Parteien. Es ist ihm zudem gelungen, das gesamte 17. J a h r h u 11■■d e r t; sofern es in irgend einer Beziehung zu Juden und Judentum steht, in Zeichnungen, die sich dem Gesamtbilde harmonisch einreihen, festzuhalten. Es dürfte Bücher geben, die historisch echter oder k ii n s 11 e r i s c h vollen־ deter sind, aber kaum, eines, das, wie. dieses, cs fertig bringt. Geschichte und Kunst in einer Synthese zu fassen und zu bieten, dass der Leser in angenehmster Lektüre ein Rundbild über einen ganzen Zeitabschnitt gewinnt/ der zu den bemerkenswertesten unserer letzteren Geschichte gehört. Die Messias braut zeigt den Autor S. Schachnowitz auf der Höhe seiner literarischen Schaffenskraft, deren Anfänge sowohl rein menschlich, wie kulturhistorisch auf allgemeines Interesse Anspruch haben. Schachnowitz ist am 10. Ijar 5634 in Georgenburg (Jur־ bürg), einem litauischen Städtchen an der Grenze Ostpreussens, geboren. Der fromme und gelehrte Vater wollte diesen zweiten Sohn einer rabbinischen Laufbahn zu- *) Die Mossia$bra11׳r. Die Geschieht!.• einer verlorenen Hoffnung. Historischer' Ramm aus ■dem 17. Jahrhundert von S. Schaclivonirz. Hermann-Verlag, Frankfurt a. M. JÜDISCHE PRESSE Seile 163 00O09090#0«0#0#0#Ö#0#0#0#0 Telephon 7426*2״ Telephon 742-26«י Wien, 1.( Graben 12:ÄÄ 2 Diese neueröffnete, .grösste und. modernste 5 V&erkstätte für Haarärbeiten ü. Schönheits- Ä‘ pflege erzeugt Perücken, Scheitel u. Trans- O formatierten, für deren' allererste Qualität g der internationale Meister Karl Schiroky יeder Dame persönlich haftet. 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Diese ist von besonderer Bedeutung-in Polen und Palästina und nimmt erfreulicherweise dauernd an Umfang und Bedeutung zu. Er verlangt, dass die Wünsche dieser Gruppen besonders in Erez jisroel berücksichtigt werden und bittet, dass die Exekutive eine Behörde einsetzt, die speziell die Arbeiterfragen bearbeitet. Oberrabbiner L e w i n (Sarnbor) unterstützt, diese Ausführungen und verspricht im Namen der Leitung er- Jiöhte Aufmerksamkeit für die Arbeiterfragen. M. Blau (Jerusalem) ergänzt diese Frage, indem er das Wirken der Poale-Agudas-Jis'roel in Palästina be־ spricht, welche dort in allen Arbeiterzentren rasch Füss gefasst habe. Herr H. Rosen heim erklärt, dass dje׳ Palästina-Zentrale bei der Vergebung von Arbeit grundsätzlich an jüdischer Arbeit festhält und die Mitglieder der Poäle-Agudas-Jisrocl bei entsprechender Eignung bevorzugt. Die Generaldebatte zieht sich, bis in den späten• Nachmittag hinein. Nach Schluss der Debatte wird die Abstimmung über die einzelnen Anträge vorgenommen. Die angenommenen Anträge werden dem Geschäftsausschuss überwiesen. , Das Schlusswort hält Sejmabgeordneter Oberrabbiner Lew in (Sarnbor) lind dankt den Anwesenden für ihr Erscheinen, den Berliner Freunden für ihre Gastfreundschaft. Die Zentralratstagung wurde , um S Uhr! abends geschlossen. , I Bericht der Jesod Hathora der Adas Jisroel, Wien. Vom Direktor: der Jesod Hathora Rabb. S. Neuwlrth. Soimtag, den I7. SKvan a. c. n'uefet de Generalversammtaaig 'des Sehiilvereines Jesod Räfchora statt. Obgleich die Leistungen dieser Anstalt weit über die Grenzen Ihres VVi-rkuMgskreises rü!!1!m!iä1st bekannt sind, so ist dennoch der Zweck dieser Zeilen den Mitgliedern! des Vereines, sowie den Eltern der •Schüler!, genauen Einblick in die Tätigkeit der Schule zu gewähren. Schon bei! der' letzten, im Jahre 1922 stattgefiindeneu Generalversammlung ׳ wurde das segensreiche Wirken des im Jahre 1921 gegründeten Kindergartens besonders hervorgeilohen un'd mit Recht erwartete man schon damals von dieser jüngsten Gründung der Jesod Hathora, dass sie auf die Lehrbrfolge den günstigsten Einfluss ausüben werde. Die Tatsachen aber über- Äugelten ■alle Erwartungen. Wir gaben uns damit nicht zufrieden, dass unsere Kleinen mit allen ,mit den Fest- und Fasttagen und!ihrer Bedeutung vertraut waren, dass sie die jüdische Geschichte von der Schöpfung bis Josua beherrschten, sondern wir wollten nicht weniger als die Kenntnis des Lesens in der תפלךן und womöglich noch den Kinde,m des Kinder- Star teils beibringen, wobei es ׳.für uns als oberstes Gesetz gelten musste, die Uebeibürdung dieser Kleine 11 zu verhindern!.. Wir haben die reiferen Kinder vom*. Besuch des Kindergartens am Nachmittage befreit und selbe in die I. Klasse der ■Jesod Hathora versetzt, damit sie mit, den Schülern dieser Klasse und . unterstützt vom Kindergarten die schwere׳ Kunst des Lesens erlernen. Voller Erfolg krönte unser Bemühen. Fast alle haben nacli drei! bis vier ׳Monaten so, gut׳ lesen können, dass man zu Gbuinisaii schreiten konnte, und als wegeinzu grosser Schüler-' zahl die I. Klasse in Abteilung a) (schwächere) und Abteilung b) (vorgeschrittene) geteilt werden musste, wurden die. Kleinen aus dem .׳Kindergarten wegen ihrer gründlichen Kenntnisse!, zum grössten :Teile ln. Abteilung' b) (vorgeschrittene), eingetcilt. Es .ist selbstredend, dass diese Kinder mit dam schulpflichtigen Alter, zur Zeit, ■als sie 111 die I. (Klasse der Volksschule kämmen, bei uns die zweite, bezw. die dritte Abteilung der Jesod Hatliora besuchen werden. Eltern׳•, die ihre Kinder dam .Kinder'äarte 11 anvartrauteu, haben diese!nicht nur gut , aufgehoben;, sondern erlangten bet der jüdischen, Belehrung ■ einen Vorsprung von zwei• Jahren, denn diese Kleinen werden um volle zwei׳ Jahre früher als andere Schüler zum G e m o.r oh k u r s gelangen. Es seit , noch nöbenbai bemerkt, dass unser Kindergarten im übrigen ganz dein Lehrpläne. eines Kindergartens• nach M011- . tessorLSys'tem . entspricht. Ein ■ tüchtiger. Kinderarzt und eine ׳erstklassige Turnilehrerin• überwachen das körperliche Wolil und •Gedeihen• der Kinder. Es wird: überhaupt in , den . ,hellen, moderijen uiild hygiemschen Räumen das "Bestmöglichste für ״unsere Kleinen geboten׳, und: schon die grosse׳ Anzahl der Kinder iin allen Abteilungen beweist, welche Beliebtheit' sich diese Anstalt Im Kreise der Orthodoxie erworben. Im vergangenen Winter wurde unser Kindergarten vom Vertreter des Ministeriutns für soziale Fürsorge, Herrn Ministeniailrat Dr. Foramitti, in׳ Begleitung der Vertreter der׳;in- und ausländischen Presse besucht, die alle ihre besondere Anerkennung für die mustergültige Führung dieses Kindergartens' aussprachen. Würden •alle wahrhaft jüdischen Eltern ihrer!Pflicht dem Kinde gegenüber• ganz bewusst sein, so würden sie es gewiss nicht unterlassen, •ihre Kinder dem Kindergarten der Jesod Hathora anzuvertrauen. führen und liess ihn daher bis zum '18. Lebensjahre': auf verschiedenen .Jeschiwaus sich ausschliesslich im Tal-׳ mud ausbildeii. Schon früh bekam aber der Knabe auch Einblick in die ueuhebräische Literatur und durch sie auch in die Weit. Ein Neunzehnjähriger, ging er über die Grenze, zunächst nach Königsberg,• wo er sich als Autodidakt lörtbrachte. Materielle Not zwang ihn aber, seine Studien abzubrechen, um sich beruflich zu betätigen. In den folgenden Jahren wirkte er als Lehrer in verschiedenen Gemeinden Hessens, nachdem er 1898 in Darnvj stadt eine Lehrerprüfung abgelegt hatte. Nach seiner Verheiratung ging er 1901 nach der Schweiz und wirkte hier in ,der damals noch blühenden ältesten Gemeinde der Schweiz Endingen als Lehrer, wo er geistiger Führer seiner Gemeinde in jeder Beziehung war. Und hier begann er auch seine eigentliche Vorbereitung für den schrift■( s t e 11 c r i s c h e n Beruf. Seine Feuilletons und Skizzen in verschiedenen jüdischen Zeitungen erregten •rasch di£ Aufmerksamkeit der jüdischen Leserwelt. Als er 1908. in die Redaktion des ״Israelit“ nach Frankfurt berufen wurde, war er kein Fremder mehr in der deutsch-jüdischeu Literatur. Hier aber ־im Zentrum des jüdischen Lebens eröffnete sich ihm der Weg zum intensiven literarischen und künstlerischen Schaffen. Sein erster grösserer ־ Roman ״Merelaika“ erschien 1910 und wurde seinerzeit als die beste Frucht der jüdisch belletristischen Literatur 'des Jahres gekennzeichnet. Es ist der Roman eines jüdfe sehen Mädchens in Galizien, das aus Unkenntnis der jüdi- ׳ sehen Schönheiten und Wahrheiten den Einflüssen der nichtjüdischen Umgebung rettungslos verfällt und endlich im Kloster landet; E i n b i 11 e r e r Vorwurf u 11 d e i, n schreiender Protest gegen d i e m a 11 g e l h a f t e jüdische T ö.c h t e r e r z i e h u n g im Osten. Ein Jahr später folgte der Roman ״Luftmenschcn“, der die jüdischen Existenzen an den westlichen Hochschulen in all ihrer.. Tragik und Komik in dramatischem Aufbau zeigt. Ein anderer Roman aus dein gleichen Milieu unter dem Titel ״Jenseits“, ist in der Hauptsache eine Art Dra־^ matisierung des bekannten Beiiis-Prozesses in Kiew. Auf dem Gebiete des historischen Romancs versuchte sich! Schachnowitz mit allgemein anerkanntem Erfolge mit seinem Roman ״Im Judenstaat der Chasaren“ (eine hebräische Ausgabe dieses Buches erscheint im Omonuth-Verlag, Frankfurt-Moskau). Das Buch behandelt :in spart־ nenden Bildern den Uebertritt des Chasarenvolkes zum Judentum und bedeutet noch obendrein eine Popularisierung des Kusari, dessen ganze Gedankenwelt hier schöngeistigen Niederschlag findet. Ein Roman unten dem1 Namen ״Salamo, der Falascha“ (erschienen bei J. Knuffmann, Frankfurt a/ M-, 1923), entführt die Leser in die abessinischen Wälder, wo er das Leben und Leiden unserer, dort , versprengten Brüder, der Falaschas, und ihr Sehnen' nach' dem heiligen Lande kennen' lernt. Der zweite 'Teil des •Buches spielt in Palästina und lässt , all die Ereignisse der letzten Jahre bildhaft am Auge des Lesers vorüber ziehen. Ausser diesen grösseren Werken.sind auch mehrerc kleinere Skizzen- und Novelleusanimlungen von Schachnowitz erschienen, wie ״Skizzen aus Litauen“, ״Im Schatten des Weltkrieges“, ״Der Rabbi von Suvalki“, ״Im Kriegslager“ u. a. m. Unzählige Skizzen und Feuilletons* wahre Kabinettstücke jüdischer Prosadichtung und Er־ zählungskunst, sind in beinahe zwanzig. Jahrgängen des! ,.Israelit“ verstreut. S c 11 a c h n o w i t z nimmt durch seine publizistische und schriftstellerische Tätigkeit, die von einem tief religiösen Geiste erfüllt ist, in der Gegenwart eine geradezu einzigartige Stellung ein. In keiner Zeit hat sich der Mangel an geeigneter religiös-jüdischer Literatur4 so bemerkbar gemacht, als in der gegenwärtigen. Tausende und Abertausende junger Seelen, besonders im Osten» dürsten danach, in ihren Mussestunden sich in die Vergangenheit zu •versenken und aus ihr Kraft und Erhebung zu schöpfen. Schachnowitz hat es verstanden, Werke zu .schaffen, die literarische Höhe mit wahrhaft jüdischem Geist verbinden. Mit der Fortsetzung seiner Lebensarbeit erfüllt er eine Kulturaufgabe, für die ihm die jüdischen Seelen und die jüdische Literatur iu gleicher Weise Dank schulden.: f Die Judengemeinde in Eisenstadt. I. Durch die kürzlich erfolgte Wiederbesetzung des. Eisen- Städter Rabbinates wurde neuerlich die Aufmerksamkeit •der jüdischen Oeffe 11 tliehke*ifc auf die derzeit einzige politische Judengameitnde des Burgeuikuiides gelenkt. Dieses lokale Ereignis erhöht das Interesse für das Erscheinen eines Werkes, welches jedem Freunde der Geschichte der judengemeinde Eisenstadt und der Siiebeitgenieiiiiden zum wertvollen Ouelienwerke wird. Verfasser und Herausgeber sind keine Neulinge auf diesem Gebiete. Dr. Bernhard Wach stein und Sandor Wolf setzen nur iiha* ini: Mühe und Sorgfalt, ׳Liebe und Sachkenntnis!begönnenes Werk, •die Geschichte ׳der Jadengemeirjde!Eisenstadts ,und seiner Umgebung zu erhellen,!fort. Sandor Wollf verbindet mit dem der •jüdischen ׳Forschung geleisteten Dienste in feinrähliger Form eine Tat der Pietät. Den ersten Band der ״Eisen- Städter Forschungen“: ״Die Inschriften des alten Judenfried־ hofes •in Eisenstadt“, ein Buch voll wehmütiger Rückblicke, widmete Sandor Wolf seinem verstorbenen Vater, al׳s dem ihm teuersten Toten, den dieser Friedhof birgt. Die vor kurzem erschienenen ״U r k u 11 d en 11 11׳ d Akte n zur Geschichte der Juden •in ELsenstadjt und den. Siebenge me in de 11“, ein Buch des Lebens, eignet Sandor Wolf ,dem Himmel sei Dank“, ״der ׳unter uns ln voller Frische wan-