Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 33 (13.8.1926)
- Date
- 1926-08-13
- Page
- Seite 234 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 234 JÜDISCHE PRESSE Nr. 33 T selie clioslo Neo-Neologie. Zweiter Artikel''). Jsr■ die geistige und prinzipielle Annäherung der in div i d u a l ־ assimilatorischen und refeiös-roformatorischen N e 0logie an den ,kollektiv-assimilatorischen und tharaifreinationalistischen .Zionisnfiis •im natürlichen Lauf der Ent-!Wicklung ׳dieser ,׳beiden (Bewegungen begründet und ist ihre in meinem vorigen!Artikel!!konstatierte — gemeinsame ׳ideelle und ׳letzten! Endes auch organisatorische ,Firont gegen das tradifionelie Thoraijudentum stark genug in gemeinsamen tragfähigen Idee« und gemeinsamen praktischen Zielen verankert, ׳um!als wirkliahie :Gefahr für ׳das Judentum 'betrachtet zu werden? Gehören ׳diese beiden AbfaLltsbqwegungen ׳rihrem Wesen nach zueinander oder bedeutet die!jetzt so eklatant!in Erscheinung tretende Gemeinsamkeit des Wolle ns nichts weiter ails ein׳ .zufälliges Zusammenin-effen! disparater, bald wieder ause inandergehender ׳Bestrebungen? Oie Antwort auf ׳diese •Frage ist ■ungemein wichtig für die richtige!Beurteilung dar •jüdischen Gegenwart ■und, ihrer geistigen und organisatorischen Probleme. SPdh sage: ■Soiwoh,! der Zionismus als auch der •j tid isch.e .״!LibieiraHsmus“ ׳(Reform Judentum!) sind׳ an dem1 Pu.nikit an ge ■langt. da!•Ihre•!innere;. V er.se!11 ni e i z u n g •e i n IG e b 01 i! h׳ rer gerne ins׳ a m e ׳n Vor steil an gen vom Judentum geworden ist.!Man;halte ׳mir nicht •entgegen,, daß die gemei1nde!politisabe Praxis •in den Kämpfen der letzten ׳drei Jahrzehnte oft genug!Beweise lir das 1Gegen;;1ei11• eribrach't 'habe, ׳daß fast!überall, wo •die!Konservativen;relformatorischeni Bestrebungen׳ im religiösen Gemeinde,!eben' entgegen[,reten mußten, sie d!i!s zionistischen Gruppen• an■ ihrer Seite fanden. Das hat nichts!zu sagen! Die praktischen ,Forderungen der ׳Reformer;innerhalb ׳der Gemeinde sind fast ausschließlich vom Standpunkt der vom Zionismus — ׳ich spreche 1im1rt]er •nur ׳vom richtig begriffenen Zionismus und׳ ׳!:licht von dem Zionismus, der!in• ׳der Geldsammkingsprapagaimdia den! ungesdl!ulten•!Massen als eine unschuldige Aktion zur Palästiinasiedlung ihimgestdlt w,ir׳d! — erstrebten: IKuuturreiform ׳des gesamten jüdischen Gemeins cih aiftlslebens gleichgültig und!bedeutungslos ׳und• ibe-!wegen sich in einer Linie, ׳die abseits von den geistigen Hauptzielen des Zionismus liegt Sollen etwa die Zionisten ׳in (Baden für die׳ zwangsweise Einführung eines •neuen Gebetbuches stimmen, liini we,1ch1em jede Erinnerung an Zion und die jüdischen Verheißungein gestrichen ׳ist? Ihnen •ist ׳die ganze Frage, ob ja Gebetbuch! oder nicht Gebetbuch, ׳ein •nebensächlicher 'Ueiberrest •׳aus einer Zeit1,' ׳da das Judentum noch ailis ״Religiousgemein- •־sclhalft“ verstanden wurde’! ׳Oder können sie gegen die Vermähr -rang d!er Zahl der Betlhäuser, Rabbiner׳, Schochtim und 1Mascih- ■ gichim Steilung •nehmen:, wenn sie sich ׳dadurch1 ׳zwecklos _ •die '־Gtihist der IMaissen verwirken•.■!zumal ihr Augenmerk auf.jene Zeit gerichtet ist, da ihr Ideal• •von •der ׳Umwandlung der. .,1Kul-;'üirgerneinde‘‘ in eine ״Votegemeimde“ verwirklich^ sein wird, ־ ■in der man sich mit ganz anderen! Dingen beschäftigen würde als mit den ׳Fragen!der •religiösen Bedürfnisse? Oder soillen• ■ vielleicht ׳die V!er;fe׳clhter ׳der ״Volksgemeinschaft“ •in dem Pro- ׳biem der ,״Ostindien“ •in den GroßgemeiiDden Deutschlands sich auf Seite ׳der ״Liberalen“ stellen? Oder •hat etwa ihr au.cn manchem!Orthodoxen •imponierendes. l׳m Gegensatz!zu den Neologen zuweilen sogar!unvarnehm aufdringliches ״!stolzes Bekenntnis’!zum ■Judentum“;irgendwelchen •Wert, wenn diesem Bekenntnis die geringste Verpflichtung ׳auf• den Lene nstn•hallt des Judentums mangelt? ׳Oder müßte •es imaht ׳sogar ״ als Ibeisdhimpfende Mißhandlung des Judentums empfunden werden׳, wenn wir sie — •abweichend von den deutsch. Iranzosiiscili,' ׳englisch,!russisch, ungarisch oder tschechisch ׳sprechen- den ,״liberalen“ Juden — eine Art Jbritih“ radebrechen hären; ־ wenn aus dein literarischen Erzeugnissen ׳dieses!zionistischen . .,׳Hebräisch“!jede Spur ׳der He iligkei t — die ׳unserer Sprache, seitdem, •G-tt ■in •ihr vom Sinai׳ herab gesprochen!hat, *) Siehe!N!r. 32. :innewohnt — 'bewußt und grundsätzlich ausgelösoht ist? A!l das ist!im Gesichtskreis des Zionismus keine iPrimzipienfrage. die in •die Weltanschauung Ihlneinragt. und ändert nicht das Geringste an der Tatsaahe. daß' ׳zwischen ׳den Anschauungen■ des Zio- «Ismus und des Refarmjudentums, wie es’jetzt auf der ׳Londoner Tagung feste ׳Form und!internationale Organisation zur ״!Erfaß- •sang ׳des Judentums in seiner Totalität“ angenommen hat!, ein Zwiespalt in ,bezug auf die Grund/lage.n des Judentums nicht oder nicht׳ mehr besteht. Wenn die׳ Anhänger des Z׳ionismus ׳vorläufig in manchen Fragen in gleicher Weise wie die!Konservativen und ־Orthodoxen den Wünschen! der ׳Neologie siah widersetzen, so m׳uß das auch׳ von!der Orthodoxie dankbar anerkannt werden. Diese temporäre <Ka!mpfgenossensch!aifc ohne gemeinsames jüdisches Ideal ׳darf aber keineswegs!zu der Selbsttäuschung verführen, •ais ab •zwischen den beiden Assimilationsibestrebu'ngen) unserer Tage eine geistige Vierbindungslinie nicht bestände. Allsölange allerdings die!Neologie in den von mir ׳im vorigen! Artikel geschilderten• Grenzen der IindividualiAissimiia-!:׳ion und der synagogalen Angileichungssucht verharrt und sich ׳damit auch begnügt,!hat das historische׳ Judentum keime besorndere Veranlaissung. ׳eine. Aeniderung des bisherigen, durchaus friedlichen •und für!beide' Telle auch erträglichen Verhältnisses zwischen den neologen und den orthodoxen gesonderten Gemeiwden ,zu suchen oder .׳au wünschen. ,Ueber die •prinzipielle Gegensätzildhikeit!in ׳der Hauptfrage, •nämlich! die uinabänderliehe Gekiuirgskraft das traditionellen •jüdischen•!Gesetzes, herrscht gerade dort absolute Klarheit, wo!durah die könfessioinelle Selbständigkeit!der ׳Oirthodoxie jede Reibungsfläche ausgeschiiedern wurde.!Gemeinsam ist!ihnen ׳das Bestreben, die jüdische Gemeinschaft in Staat und Gesellschaft ausschließlich •al's religiöse!Gemeinschaft mit ausschließlich! durch1 re!11gl öse •Erfordernisse begründeten Aufgaben! betrachtet zu wissen. Auch ׳in bezug auf die Inaugurierung einer ׳jüdischen• ,jMindenheitsnationaiitä:“ im.■ der inneren Politik■ ׳das Staates Ibestähit woihil keime Differenz!zwischen der!Orthodoxie und •d£r Neologie, solange!diese sich!im .!solchen!Fragen• des auf sie eimdrimgenden Einflusses ׳der •zionistischen ,,Galathpolitiker‘ mit einigem Erfolg izu •einwehren vermag. Wie wir aber aius!diem |!il!llllllllllllllll!llllllllllllllllllIIIIIIIII!ll!il!lllll!!IIIIIIHII»ll 1 Thermalbad Vyhnef ■ Ich beehre mich hiemit, dem gasch. Badepublikum ss : zur Kenntnis zu bringen, dass ich אי״ח am 15. Mai 1. J. 5jj im Thermalbad© Vyhne eine streng | orthodox koschere ~ ' " | § eröffne. Mein ernstes Bestreben wird dahin gerichtet ~ : sein, eine vorzügliche und hygienische Küche zu führen, s: [ für pünktliche Bedienung zu sorgen und mässigePreise : zu berechnen. Ich übernehme hier auch Hochzeit e n =j : gegen mässige Bedingnisse. iE : Referenzen erteilt Se. Ehrwürden des Herrn Josef :Tiegermann, Oberrabbiner der orth, isr. Gemeinde in Es Nov6 Zämky. ES : Um zahlreichen Zuspruch bittet 5״ ,|: Aron Bribram | Gastwirt |3 N o v 6 Z ä m k y, 15. April 1926. =j liiiiiiiiiniuiiiiiiiiiiiiiiiiiiimisiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinniitil Beschluß der amerikanischen!Reform rabbiner und aus* dem!Hoff- ׳mmgen des• Dr. Wise sahen, ist es vielleichtnur!noch! eine 'Frage der Zeit, daß d:ie Ideeilen •und weltanschaulichen Zusammenhänge!zwischen •Zionismus und Neologie! auch! nach aussen •einen Ausdruck finden!und! :zu einer Neugestaltung des Verhaltens •des Judentums ,zur Neologie nötigen dürften. Van. entscheidender Bedeutung ist die ideelle Unters:ützumg, die ®iah diese beiden Bewegungen in den Grundfragen des Judentums!gegenseitig leisten!. Wir!haben bereits gezeigt, daß in der Frage der Assimilation ,•zwitschern Zionismus und Neologie kein grundsätzlicher,!sondern bloß ein gradueller ׳Unterschied!besteht,!wobei das!zionistische Angleichuingsideal1!die denkbar (höchste Steigerung und die gefährlichere Form der Assimilation bedeutet. Es tut auch nichts!zur Sache, daß eia!Großteil der Reiformer oder ״•Liberalen“ — wie sie׳ ,sich ■entsprechend de« weiter gesteckten ׳geistigen Zieien •lieber nennen — jetzt ,noch den Zionismus als politisches ideal ablehnen •zu müssen glauben ׳und• daß!beispielsweise die Vertreter ׳der •deutschen Liberalen ein Gruseln erfaßte, als sie auf!der Londoner Tagung einige amerikanische Reiformiraibfeinar• ais!Propheten •des Zionismus auftreten sahen. Von Bedeutung ist• 'bloß ׳die Auffassung vom Judentum. ,Und darüber!hören wir •nicht nur von• ausgesprochen zionistisch organisierten Neoiogen!. wie ׳Dr. Wiise und׳ Gsnassen, sondern auch vom •liberalen Gegnern!dies Zionismus ■Aeußerungen. •in ׳denen ׳man beim besten Willen eiinen. Unterschied 1zwischen ׳ihren und ׳den zionistischen Leihiren von •den Lelbenisgruodlagen des Judentums nicht lau erkemnien vermeng. Als Beweis führe iah, um den Laser nicht izu ermüden, n׳u!r •zwei Zitate an. Rabbiner Dr. El!!k On Stettin begründet seine Forderung, •daß der!Liberalismus die jüdiischnationall'e ' Bewegung fördern solle, unter anderem mit!folgenden ׳Sätzen: ,Das (Wesen ׳des religiösen. ׳Liberalismus besteht darin, daß er!die t■ransz'e!deute ׳Offenbarung ,als inneres ■Erleiben ׳der!jüdischen Seele aufifaßr ׳und!daß er an die!dauernde Schöpferkraft dieser Seele glaubt. Dcmentsprchend muß er die äußeren B e d in g •u n ׳g e 11 i ü■r ׳d a s ׳W •i e d e rerwachen dieses 9c 1h öpif erischen Lebens ׳sclhaffea“!FiBrnier: ,Die Judeniheit ist Schicksa-1s- und Blutsgemeinsctiait, | d. h. •es ׳gehört izum Wesen •jüdiscl1-r׳eligiöseu Lebens,!daß wir 1 uns als Enkel •derer :wissen, die den ersten Funken I unseres r׳elig ׳lösen Lebens gez eugr (die am J Sinai,!standen!), und als Ahnen!!derer, die das religiöse ׳Ideal I völlig verwirklichen (zu denen der Messias ,kommt)., zugleich I aucha’s!e i n h & •i •t ,1 i c h e •s r e 1 i׳ g i ö s e s S u b j •e k,{ i n der! Gegeuwart. Das bedeutet •in religiösem Sinn Blutsgemein-1 Schaft.!Es ,gilt, diese Gemein׳schlaft als Gerne in-1 Schaft •zu sichern.“ (-Jüd.-ilib. Ztg.“ vom 11. Juni.) Das :sind ׳also —!wie man .sieht — Sätze, die man■ ebensogut In jedem •zionistiisdhiem Buch leisen kann. •Zioniistisdic I Jünglinge, mit refiig-i'&sen •Neiginngien, ' namentlich die ■!Nachbeter■ von Bub er und .seiner Richtung,!plappern •solche _ Lehren teil jeder Propagan׳dav!e1rsafmm,1׳ung Iber, als ob sie damit!den Vor-I wu!rf der Thorawidrigkeit■ des Zionismus, statt zu entkräften, | nicht erst recht beweisen würden! Und noch׳ ei'ne zweite sehr deutliche, auch׳ •dem solchen Fragen nicht׳ sehr bewanderten Leiser verständliche | Aeuß'erumg, die ich einem Sprechsaalartikel der ״Jiiid.-itiib. Ztg.“ (Nr. 30 vom 23. Juli' d. J. entnehme: •״Bai׳ den Ri׳ohtli1nis!n libe׳ra,1!er Rabbiner kann •man •nicht I auf!dte Dauer raihig venweilen, um so weniger,, als ׳der!innerste I Sinn ׳des LihoralismuS geistige ■ Bewegung äst ׳und .׳daher-nicht■ mehr ׳stehen, ibleibem! könnte ‘bei־ irgend' ׳etwas,!das vor langer I Zeit! fortgässtet wurde.!Und• ׳ überdies können wir uns■ n•ic h׳t m i t R e.1 o r me•n 1 m •Unter r.ich t und G 0 11es-1 dienst begnügen Die R׳e׳ge nerat ion muß schon■ aufs Ganze gchten. ׳Und da staht heute..wie überall bei■ 011!! den Problemen׳ Ider Geg'eniwart, •im■ Vorcleirigrundfi die ן nationale Ide׳e, uns Ibeifragend, wie steht du izu .mir.“ len!Brücker ,Reichstag von ihrer Ausweisung ver-;tändigt. Um Gründe zu dieser Maßregel war man licht verlegen. Ohne daß eine einzige Tat nach- 1־ewiesen worden wäre, •brandmarkte man die Juden n ,Bausch und!Bogen als Räuber, Mörder, Betrüger md .Siegelfälscher31). Wie haltlos alle diese Anschuldijungen aber waren, geht schon daraus hervor, daß •die fmden schon, seit geraumer Zeit keim Siegel gebrauchen durften. Der Kaiser befahl, daß sich nach iDreikomg m Vr -Neustadt, Neunkirchen und in der ganzen Steiernark kein Jude mehr aufhalten ,dürfe. ,Die!Geldver- Endlichkeiten der Christen hätte eine zu diesem 'wecke nach Fronleiten (Steiermark) einberufene /ersammlung ordnen sollen. Die Häuser der Wiener- 'ieustädter Juden, die Schule und das Bad ließ der Kaiser verkaufen; die Synagoge schenkte er •der Stadt und im darauffolgenden Jahre wurde sie .in;ine Kirche mit drei Altären umgewandelt. Auch das n der Nähe der Synagoge gelegene, mittlerweile ab-;ebrannte jüdische ,Spital schenkte der Kaiser zu« sammeu mit vier anderen jüdischen Häusern der Stadt32). Schon damals ließen sich Stimmen hören, laß man diese Häuser eigentlich von den Juden <a״fe" mÜSSe ־י _ (Fortsetzung folgt.) Die ״Alt-Neuschul“ in Prag. Von F. F.. Prag. , Neben dem alten Friedhof, dort wo der מהר״ל 1״ל,?abbi Athgdor Caro, ׳Primator Mordechaj MeM, dar Kle Jokor md verschiedene גדולים •und □צדיקי ruhen, •befindet;ich ,die Alt-Neu-Synagoge. Soweit die sparsamen geschiehtichen Notizen, Sagen! und Uebe-rlief3rangen reidien stets •relen ,wir diese Schd an. Die Sage will ihre Grundmauern ms Steinen von .חורבן הבית erbaut wissen. Einzelne iistori'ker ,behaupten, ,sie ,stammen aus detn 13. Jalitodert. 31) Böheim, a. a. 0., 1, S. 106׳ ff. 3׳־) das. 33) das. DOe Vorfialle• mit ■ihrer aus iL1nbeha׳uen!e!n Staiinen •gebildeten Wölbung .zeigt• auf' viel höheres •Alter. Ihrer isolierten Stellung, dar •aufopfernden Pietät ihrer zahlreichen Verehrer verdankt sie es nebst G-ttes, alllhfäahfcigem Schutze, d׳e!r über dieses sein Haus. besonders, wacht,!daß sie ■trotz zahlnei'aher Brände,, Verhemmgen ,und Uebersebwemtmmgen, die diesen niedrigen, am Busse gelegenen Stadtteil׳ oft hieimsuchten, erhialten blieb, önbekümmart um!die sie aimgebenlde Eleganz ׳der jüngeren Wellt, steht sic selbstbewußt da, ein Wahrzeichen grauen Alters. Vor einigen Jahren mußte!sie dennoch ein wenig •renoviert, van außen ainid von linnen!getüncht werden. Den ,Worten! des מד המלך entsprechend: ,:,Aus den Tiefen rufe, ,iah!dich!an“, steigen wir 7 Stufen׳ hinab lind!gelangen!durch!die dunkle Vorhalle und amen altertümlichen, mit Skulpturen verzierten Eingang ׳in das• von 12 schmalen• gotisehen Fenstern beleuchtete (שקפים אטומים) länglich viereckige Schiff mit׳ dunkeln Wänden. Als Grand für diesen• uogepfbgten Zustand der Wände wird angegeben, ׳daß an denselben Bluts pure 11 ׳der Märtyrer kleben.!Seit dem Jahre 1389 sollen sich alle Rabbiner •jeder Renovierung widersetzt haben, weil diese iBlutspuren!der heiligen Märtyrer dann verwischt worden wären. Auch sollen Verächter •dieser fromrnen Scheu bei Restaurierungsversuchen verunglückt •sein. Treten! wir, von d'er Mittagssonne begünstigt, in diesen׳ fcatakombenartigen! ׳Bau. so zeigen• uns die von Süden einfallenden Strahlen an )der dem!Eingänge gegenüber steheniden׳ •Nordwand eine mit schwarzen Lettern-a׳u׳f schwarzem Wandgrund getünchte, kaum lesbare Inschrift ד׳ אחר ושמו אחד״“, die auf Erbauung, Einweihung und Umbau dieser Synagoge Bezug haben mag. Der פרט des Wortes ושמו״“ ■ergibt die kleine Zahl 352 d. E. d. W. Die Bezeioli/nung des Jahrtausends ,Milt aber und es besteht keine Tradition, wenn das Jahr 1592 dem Jahre 352 gleichen •sollte, •daß die •Alt-Neuschul um diese Zeit restauriert geworden wäre, da, wie schon erwähnt, die Rabbinen! sich stets einer •solchen widersetzten, weil an den Wänden!das Blut der!Märtyrer von 1389 haften soll. Auch der s. ׳Z. lebende Chronist R. David Ganz;(צמח ר ו ד\ der alle Synagogenbauten dieses Jahrhunderts!genau registriert, tut ■einer ■Renovierung der Alt-Neuschwl •keine ׳Erwähnung. was er sonst gewiß nicht unterlassen hätte. Sollte das Gebäude aber kn 16. Jahrhundert restauriert worden •sein, so müßte daran auch de,r Baustil jener Zeit deutlieh zu erkennen sein, ,wie er:׳׳a!1 ■den in (der Rudolfinischen ■Zeit erbauten und restaurierten G-tteshäusern zu erkennen• ׳ist.!Der Umbau, welcher Veranlassung zu de,r Benenmmsl ״Alt-Nea“ gab. fällt entweder kaiz •nach 1142 oder gegen! 1316,1 denn in beiden• genannten Jahren waren •große Brände,, welche■ di׳e ganze Judenstadt •und! die Synagogen!iu Asche legten, 1daher■ wohl auch Um- und Neubauten! notwendig machten. Von! ersterem Jahre ׳wird gemeldet: Eine!zufällig entstandeneI Feuersbrunst ׳.äscherte die Judenstadt ein, die Synagoge und| viele Häuser brannten ab. Zu jener Zeit!hatte die JndenstadtJ wegen ihres• sehr beschränkten Raumes nur ״Judengasse“ oder■ auch bloß ,,die Gasse“!genannt, nur eine ■Synagoge, welcheJ infolge des Brandes •einer Wiederherstellung bedurfte; ׳daß es■ aber eine andere als eben diese׳ älteste gewesen wäre, diel eiiner Wiederherstellung bedurft hätte. Ist ganz ausgeschlossen.! Für diese ,Behauptung spricht auch!das von dem!Kuiltusobmannl in Prag Ernst Wehli in Nr. 11.,des ׳״Ben Chananja“, JahrgangI 1186h /verölfenitlchte. Bracfetiiok >de.r ),JRamsdi-Chrohik't!das■ da! lautet, daß die Altneusahul 1171 ת ת ק ל א nach einer inl Prag ausgehrpohenen Feuersbrunst, welche bloß 11 Juden-I häiiser verschonte, von Samuel Misrach; rimgebaut wurde. An1| 24. und' 26. April 1316•!(gab es wieder Brände!, deren׳ V׳er-I heerangen bis zum Bergstein (heute Perstyn), damals 1Martins־! tor genannt, •reiditen; abermals ׳wurden Judenstadt und■ Synagogen! verbrannt und jene Zeit war es, wo König Johanni von ,Luxemburg •in den Ruinen nach Edelmetallen der 1ab@-'l brannten Synagogen-Paramente graben und diese!in die Miinz׳e| wegführeri ließ. Schon zu Carls ׳IV. Zeiten galt die Altneuschül als •diel älteste, wohin auch die von ihm den! Juden geschenkte ׳Frin^l gebracht wurde. •Schon!in den ältesten Zeiten dachten vk^l fromme Juden׳, daß die Altneuschül gar nicht vo׳n Juden er•■ baut worden ,sei, andere waren der Ansicht, die Grundsteine! hiezu seien dem Tempel von Jerusalem entnommen. Die hier aufbewahrte Fahne!hat »eiirte scharlachrote.!tlil Gold iiiberdrackte Flagge, Innerhalb/welcher ein •sechseckig׳! Stern ׳ (מגן ד1ד)וund ein Schwedenhut — von Kaise! Ferdinand 1. den Juden wegen i!11ne.r Tapferkeit bei Abwü! des Feindes ׳während der Schwedenbelagerung zuerkannte^ Wappen — und die folgende Inschrift zu sehen ist: ד׳ צבאות מלא כל הארץ כבודי סי״ז לפ״ק שהוא נתן הקיסר [אראלוס דער 4 חירות ליהודים בפראג להרים דגל וגחהדש ןימי ורדינאנד קיסר ע״ה וברוב ימים נתקלקל ועתה נתחדש לכמד ןדונינו הקיסר קאראלוס דער 6 יר״ה בלדת בנו ערצהערצאג "עאסאלדוס יר״ה למז״ט בשנת י תכי( מלכזתו מאד לפ״ק. יתט 1716) 70^181