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Jüdische Presse · 1926-08-13 · 33 (13.8.1926) · p. Seite 233

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
33 (13.8.1926)
Date
1926-08-13
Page
Seite 233 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 33 JÜDISCHE PRESSE Seile 233 men.;Man hat ja in Berlin •Gelegenheit, den Effekt einer solchen Spaltung mit eigenen Augen zu sehen,!wenn man an einem Tiscliah‘ be‘ Aw, der recht häufig auf Sonntag zu fallen pflegt, die Stätte des Gottesdienstes der orthodoxen und der liberalen Juden aufsucht. Da sitzen die Väter und beweinen, so wie ihre Väter es getan haben, an diesem Trauertag •die!furchtbare Katastrophe, sie fühlen in ihrem Herzen das namenlose tausendjährige Unglück, sie ׳verstehen die Worte der Propheten und erhoffen voll Zuversicht, daß nach der endlosen!Nacht des Golus auch die Zeit der Wiederaufrichtung kommen •wird. Aber in der liberalen Synagoge wird der erbauliche Sonutagsgottcsdienst abgehalten, da ist der Fasttag des 9. Ab ausgemerzt. Wozu sich auch mit schmerzhaften Erinnerungen belassen, wo doch der Tag, an welchem auch die weiteren lästigen Fesseln der jüdischenAbstämmung abgestreift werden können, nicht so fern liegen mag? Diese unermeßliche Kluft!zwischen Vätern und Kindern kann nicht abgegrenzt werden und eine Bewegung, welche bei den 'Kindern die Achtung vor den religiösen Anschauungen der Eltern aufheben will, kann auf der abschüssigen Bahn der Preisgabe jeder Ueberlieferung •nicht zum Stillstand kommen. Da wind. Religion ein inhaltsloser leerer Begriff und alle Religionsgesctze, wenn sie auch die höchsten ethischen und moralischen Werte in sich bergen, müssen ihre bindende Kraft ׳verlieren. Ist einmal dje Schnur zerrissen, so fallen die Perlen einzelweise von der Kette ab. DieserWcg wird schwerlich zu •der Höhe ״der prophetischen Ideale“ führen, denn der letzte der!Propheten, der־ Träger prophetischer Ueberlieferung sieht die Aufgabe des Propheten in der völligen UebereinStimmung von Vätern und Söhnen ״ והשיב לב אבות על בניםDas!Herz der Väter zu den Kindern zu bringen, und das der Kinder zu den Vätern. Nur der breite Strom der Tradition hat Jahrhunderte hindurch das jüdische Leben befruchtet und ׳jüdische Solidarität befestigt. ׳Fügen wir uns ein als Glied ,in die goldene Kette traditioneller Beobachtungen, sorgen wir, daß auch unsere Kinder im Geiste des Herrn Träger und Bewahrer der Ueberlieferung ■blieben, dann ist der Bestand!des Judentums für ewige Zeiten sichergestellt. ex Vom Tag». 1®®® Jüdisch-nationale Tragik. Sir Alfred Mond war in ,den letzten zehn Jahren ein glänzender Stern am jüdischnationalen Firmament. Sein Name bedurfte nicht, wie der vieler anderer Führer der ׳jüdisch-nationalen Renaissance, des Glanzes, der der zionastischen •Idee ausstraklt, vielmehr sollte seine ällustre Persönlichkeit die zionistische Sache!in!England und in der ganzen Welt kräftig vorwärts bringen. Sir Alfred ׳Mond scheint diese seine Mission trotz vielfacher Stellungnahmen für die zionistische Sache, trotz hoher Funktionen,!die er in der zionistischen Organisation ,und .im Keren Hajessod bekleidet, nicht recht zu! würdigen. Sonst hätte er auf die jüdische Oeffentliohkeit schon aus politischen ׳Gründen mehr Rücksicht nehmen müssen. Was ist geschehen? Seine Tochter ließ sich statt in einer Synagoge in einer Kirche trauen. Selbstverständlich mit einem englischen ׳Gentleman christlichen Glaubens. Diese Tatsache an ,und für sich würde die zionistische jüdische Oeffentliohkeit noch mit der Entschuldigung hinnehmen, daß Väter für die :Handlungen ihrer Kinder nicht zur Verantwortung gezogen werden können. Sir •Alfred Mond, der tührude Zionist in. England, ließ sich aber nicht das Vergnügen nehmen, am heiligen Sabbat seine' Tochter ־ zum Traualtar in die Kirchezu! geleiten. Dieser Schritt ist es, der selbst die zionistische Presse!in England aufhorchen läßt. ׳Ein hoher zionistischer Funktionär sollte soviel Takt besitzen, bei solchen Akten zu Hause zu bleiben. •Sir Alfred;!Mond ׳hat dieses Taktgefühl verletzt und man fordert nun seinen Rücktritt. Dieser Schritt wird Sir Alfred Mond nicht sehr schwer, fallen. Es scheint nun, daß dieses einst so hell leuchtende!Gestirn :am ׳Himmel der zionistischen | Bewegung in einer trüben Finsternis unrühmlich ver-; schwindet. Ein : Rohling• Wir haben •wohl schon einige Male Gelegenheit gehabt,; die verblendet gehässige und vor allem mit ,den Tatsachen in krassem Widerspruch ste- Jiende Art festzunagein, mit der Herr Dr. S. M. Melamed; jl der .einstige Chefredakteur!des ,,Jewish Courier“ in * O I o •0#c Telephon 74-2-26 Telephon 74-2-26 Wien» I., Graben 12 den?Trattnerhof) Diese neueröffnete, grösste und modernste Werkstätte für Haararbeiten u. Schönheitspflege erzeugt Perücken, Scheitel u. 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Wir hatten aber nie geahnt, daß wirf gezwungen sein werden, ihm einen Roheitsakt vorzuwerfen, der unter gesitteten Menschen eine einmütige Verurteilung finden muß. Herr Dr. S. Melamed hat sich' gedrängt gefühlt, anläßlich des Ablebens von Rabbiner •Dr. Salomo Breuer!s. z I. eben Artikel in der obgenannten ״Jewish Courier“ zu veröffentlichen, der unter allen Nachrufen, die man diesem großen Führer der Orthodoxie׳ auch von gegnerischer Seite gewidmet hat, eine Sonde*־ Stellung einnimmt. Dr. S. Melamed schließt sein Elaborat,!nachdem er über die Orthodoxie, über die Frankfurter! Religionsgesellschaft, über die Aguda, und nicht zuletzt über Rabbiner Breuer s. z. I. seine aus Gift und Galle gebraute Tinte ausgeschüttet hat, folgendermaßen : ״Was hat Breuer produziert, in seinem Leben voll Krieg und Kampf? —. Gar nichts. Die Generation, die er erzogen; hat, ist eine Generation von Ignoranten und innerlich gan$z Assimilierten. Was er positives;geschaffen' hat, ist in zwei Worten zusammenzufassen :Agudas Jisroel. Was ist Agudas Jisroel? — Eine Organisation .von Verrätern' und Verbrechern. Sie verleiht jenem, der sie geschaffen) wenig Ehre/‘ — Daß Dr. S. Melamed so schrfei:bt, ist eigentlich nicht verwunderlich. Es gibt eine Sorte von Menschen, denen es ein Vergnügen macht, Wohltaten mit Haß zu vergelten. Herr Dr. S. Meamed hat die) Wohltaten jenes Frankfurtes Kreises, den er, heute summarisch als eine Generation von Ignoranten und innerlich Assimilierten bezeichnet, in reichem, Maß genossen. Heute! ist er nicht mehr darauf angewiesen, Wohltaten zu .empfan* •gen, vielmehr ist er;glücklicherweise in der Lage, die' genossenen Wohltaten zu vergelten. •Herr iMelamedi tut! dies •dem •Frankfurter Kreis gegenüber in seiner •ihm eigenen Weise. Verwunderlich ist bloß, daß es noch jüdische Zeitungen gibt, die einer Verdankung auf diese Weise Raum gewähren. New York. Die großen Hilfsorganisationen Amerikas: Joint, Central Relief, American Jewish Relief, ׳Poebles Relief patronisieren unter dem Namen United Jewish Campaign ein Komitee, welches speziell'׳der Krim-Kolonisation sich widmet. Dies ist seit einem Monate Gegenstand heftigster Angriffe seitens der Zionisten unter Lipskys Führung. Jetzt veröffentlicht David Brown, der Obmann des genannten Komitees, eine würdevolle Erwiderung. Er gibt darin bekannt, daß seitens der Zionisten von ihm und Felix Warburg ein Geheimabkommen ׳verlangt war, in dem sich das genannte Komitee hätte ׳verpflichten sollen, das Defizit des Keren Hajesod zu decken. Dieses Ansinnen wurde zuiriickgewiesen, auch mit Hinsicht auf die ökonomischen Möglichkeiten der amerikanischen Judenheit. Daraufhin erst׳ begann der planmäßige Feldzug Lipskys, welcher auch vor persönlichen Verunglimpfungen Browns nicht Halt machte. Brown bemerkt sehr bitter, daß diese Angriffe ebenso von den Führern wie von bezahlten Kräften der zionistischen Organisation ausgingen. Fs wird-weiter festgestellt, daß diese Methode der Zionisten ein!verfehltes Manöver sei und die ganze Oeffentliohkeit Amerikas zur Beurteilung der Taktik Lipskys aufgerufen. •Nun, u׳ns ist!Lipskys Methode!weidlich bekannt. Wir wissen, wie!man auf dieser ׳Seite jede •Bestrebung •bekämpft, von der man glaubt, daß sie der Keren Hajesod- Kampagne auch nur einen Cent Einbuße bedeutet. Wir kennen diese wunderbare Blüte der jüdischen Kultur dieses Herrn, die Brown ungeschminkt eine Sabotage nennt. Es wird ja wohl doch bald eine Zeit kommen, in der ernste und anständige Menschen von diesem System und seiner ideologischen Grundlage sich abwenden. Das /wird ׳ein Beweis der Gesundung sein. ®ן sachrichtBT■ __ .. •111 OUiUJIin? Hadas. Im 20. Bezirk, in der Othmargasse 34, existiert seit Jahren ein orthodoxes Bethaus, das hauptsächlich! von Ostjuden frequentiert wird, die streng religiös leben und fühlen. Vor drei Jahren gelang es diesen Orthodoxen, die Verwaltung des Bethauses zu übernehmen. Dem neuen Vorstande ist es geglückt, in dem Bethaus eine Stätte zu schaffen, wo ein echt jüdisches Leben pulsiert; eine reichhaltige Bibliothek wurde angelegt, verschiedene Schn urim wurden eingerichtet. Das Bethaus ist ein Zentrum: thoratreuen Lebens, in diesem von Juden dicht be* völkerten Bezirk geworden. Diese Aufbauarbeit mißfiel aber einigen areligiösen Mitgliedern. Diese, vereint mit einigen Unzufriedenen, bildeten eine Opposition und versuchten bei der diesjährigen Generalversammlung den bisherigen Vorstand zu stürzen. Mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln wurde nunmehr eine viele Monate an— dauernde Hetze gegen den Vorstand entfaltet. Diese Hetze zwang die orthodoxen Mitglieder zu geeigneten׳. Gegenmaßnahmen. Die Folge der beiderseitigen Agitation, war, daß am Wahltag (8. August) beide Parteien gerüstet bei der Wahlurne erschienen. Die Wahl dauerte!• von 8 Uhr früh bis 8 Uhr abends. In den Abendstunden׳: war das Bethaus von Wählern und Neugierigen stark belagert, die die Verlautbarung der Wahlresultate erwarteten. Die Wahl ergab einen1 vollen Sieg der orthodoxen! Liste. Es wurden gewählt: Obmann: Jakob Ha Ipern. Vizeobmann: Benjamin Schönberg. Ausschuß: Israel! Glück, Israel Erdmann, Osias D ubi n er, Osias! Saß, Samuel E b e n s t e i n, Simon Biel e r, Majeh Holländer, David Kosten blatt, Zailel Koffle.1V■ Mit lautem Jubel wurde von den Bethausbesuchern das!: Resultat begrüßt und man hofft, daß es dem neuen Vorstand, insbesondere dem Obmann Herrn HaIpern ge-1 lingen wird, den religiösen Geist im Vereine zu festigen» daß . er zur , Zieride der Judenheit des 20. Be^j zirkes gereiche. ’ ״MINJAM AM LIDO. An den hohen Feiertagen השנה ,*Y "וי״הב Wird ln der Pension Klrschbaam ein מנין abgehalten: und sind Anmeldungen dorthin zu richten.“ I weisen, wie schwer, der Steuerdruck auf den Wiener- Neustädter Juden lastete. ■Im Jahre 1446 besteuerte sie Friedrich IV. mit 6000 Pfundal). ׳Die ganze übrige Stadt;hatte dagegen bloß 200 Pfund aufzubringen 12). Friedrich ׳brauchte ׳dieses Geld wahrscheinlich zum Kriege gegen ׳Hunyadi, der im selben Jahre in Oesterreich einfiel und alles Land ׳bis Wr.-Neustadt verwüstete13),. Auch im Kampfe Friedrichs mit seinem Bruder Älbrecht VI. mußten nebst den Geistlichen , auch die Wr.-Neus!tädter Juden ,Beiträge leisten, als | er im Jahr el 459 Wr^Neustadt befestigte14). ׳Die Juden mußten an allen Lasten tragen, ohne ein bißchen j Recht zu besitzen. Sie halfen gewissenhaft bei der Verteidigung der Festungls). ׳Das hinderte aber nicht. ן daß auf Friedrichs Befehl im Jahre 1469 bei ihnen! Haussuchung vorgenommen wurde, da sie angeblich Gold und Silber gekauft hätten, um es zu schmelzen! Sämtliche Oefen in den jüdischen Häusern wurden! zerstört und alles Gold und Silber beschlagnahmt 18) Friedrich hatte eben sein ganzes Leben hindurch mit 8, fr Geldnot zu kämpfen und war in den Mitteln, sich Geld zu verschaffen, nicht gerade wählerisch 17). Er i ließ schlechte Münzen prägen, die das Volk spottj weise als ״Schinderlinge“ ׳bezeichnete18). ״Vor vierzig Jahren,“ sagt Isserlein, ״war das Geld noch gut und man gab für 6 Goldgulden 4 Pfund gebrochenen Silbers; jetzt aber ist das Geld nicht viel wert.“ 10) Daß darunter die Juden als Handelsleute par excellence besonders litten, braucht wohl nicht erst be-; wiesen werden. Wegen der Wertlosigkeit des Geldes ׳ nahm man in Wr.-Neustadt zum Pidjon, zu dem eigentlich nur 2 Gulden erforderlich wären, 5 Gulden ״) Böheim, a. a. 01 ״, S.!118. “) Böheim, a. a. 0״ I, S. 158. 1!9 Huber, a. a. O., III, S. 70. 14) Böheim, a. a. 0., I, S. 145. 1!i) Terumat ha ׳Deschen 345 (181 b). 1U) Böheim, a. a. 0״ I, S. 161 ff. 17) •s. Urkunden bei!Birk. Archiv f. öst. Geschiichts- Wellen X. 389 ff. 18) Huber, a. a. O., III, ׳S. 154. 18) Terumat ha Deschen 342 (175 b). und legte diese außerdem noch auf eine silberne Tasse, damit alles zusammen den gewohnten Wert habe 20). Die Existenz der Wr.-Neustädter Juden wurde immer mehr erschwert. Als im Jahre 1487 König Matthias die Stadt eroberte, ließen die Bürger die Juden durch Matthias, der in Ungarn den Juden gegenüber immer gerecht verfahren war, mit einer ״Umgelt“ genannten Verzehrungssteuer belasten 21). Diese Steuer war entschieden ungerecht, da •die Juden ohnehin an ׳die Kammer bereits in reichlichem Maße Steuern ablieferten. Friedrich verbot den Juden bei Strafe von 100 Gulden den Ankauf der von Soldnern nach Wr.-Neustadt gebrachten Güter22). Von Tag zu Tag mehrten sich die Einschränkungen, als hätte man sie planmäßig zugrunde richten wollen. Den österreichischen Ständen gefiel es nicht mehr, daß sich die Juden in Oesterreich, namentlich aber in Wien und Wr.-Neustadt, mit Handel befassen. Unter, den Postulaten des in Enzersdorf abgehaltenen Reichstages befindet sich auch die ׳Einschränkung des jüdischen Handels und die Forderung, daß die Schuld an einen Juden nur dann anerkannt werde, wenn das Darlehen vor dem Richter übergeben wird 23), was übrigens nach einer Mitteilung Josefs34) In Wiener- Neustadt allgemein iiblidh war. Es entwickelte ׳sich sogar zum Gewohnheitsrecht, daß, wenn ein Christ an einen Juden eine Forderung unter 5!Pfund hatte, die einfache Behauptung des Christen genügte 25), Das Auftreten Capistrans setzte die Juden noch mehr in Sorge. Im Jahre 1451, als Friedrich und Ladislaus in Wr.-Neustadt weilten, kam auch Capistran dorthin1e) und hielt am 11. Juni feierlichen 'Einzug. Kaiser Friedrich empfing ihn in ■Audienz und bei dieser Gelegenheit unterbreitete ihm Gapistran über die Juden und •ihren Wucher Vorschläge 27). ׳Er verrichtete Wunder und heilte!211 m Beispiel 64 Kranke, darunter Taubstumme und Blinde.!Man traf Vor- ׳bereitungen, auch die Juden von der Wahrheit seiner Lehre au überzeugen und verständigte wahrscheinlieh auch Isserlein davon. Dieser erwiderte hierauf, wenn der Priester ohne Hinterlist unverletzt durch das Feuer gehe, werde auch er ihm folgen; der Kaiser müsse ihm aber versichern, daß weder Heimtücke noch eine Gewalttat dabei im Spiele sei28). Nach Josefs Bericht wurde nichts aus der Sache20). Diesmal waren •die Juden also noch glimpflieh davongekommen, bald sollten sie aber den Wermutbecher bis zur!Neige leeren. •Sie hatten auch zu Friedrichs Lebzeiten keine gute Stunde; er sah aber doch wenigstens die Schindmähre in ihnen, die mit Anspannung aller Kräfte half, den Staatskarren weiter zu schleppen, und schonte aus diesem Grunde ihr Leben. Mit der Thronbesteigung Maximilians 1 (1493 bis 1519) änderte sich die Lage׳ ׳in gründlicher Weise. Der Erzieher des Kaisers war der Wr.-Neu- * Städter Bischof Peter Engelbrecht. Im Jahre 1495 verordnete Maximilian zum ersten Male für ganz Deutschland eine allgemeine Reichssteuer30). Diese Tatsache zusammen mit dem Umstande, daß er mit Ferdinand und Isabella von Spanien die ״Heilige Liga“ gründete, erklären nun vielleicht einigermaßen die folgenden Ereignisse. Vermöge der Reichssteuer glaubte der Kaiser die Juden entbehren zu können, im Jahre 1496 wurden die Juden Wr.-Neustadts durch 20) Leket Joscher!II, 55!b, 56 a. 21) ׳Böheim, a. a. 0״ I, S. 178 ff. ”) Mon. ׳Habsb. h, Nr. 278. 23) das. 13,!Nr. 336. 24) Leket Joscher I, 21׳ a: שיכתוב (השופט) בספר שלו כי ו המנהג בניאושטט 26) Terumat ha Deschen 342 (175 b). 28) Böheim, a. a. 0״ I, S. 120. / ncuiicmu muanaus, uapistranus Tniurmphans, seai historia fundamentalis ׳de sancto Joane Capistrano etc., Köln 1700. 28) Leket Joscher I׳I, 426. Obwohl hier nur כמר אחד 'steht, ׳ist es mäh der Zeitübereiittstimmunig wahrscheinlich, daß von Cupistran die Rede ist. Vergl. Berliner, a. a. 0, 29) das. 80) Huber, a. a. 0., III, S. 265 ff.

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