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Jüdische Presse · 1926-05-18 · 20-21 (18.5.1926) · p. Seite 155

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
20-21 (18.5.1926)
Date
1926-05-18
Page
Seite 155 (sequence 13)
Language
German
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Seite m Nr. 20/21 JÜDISCHE PRESSE aber auch in Argentinien und anderen Ländern, die Selbsthilfe der Ostjuden. Die jüdischen Wohlfahrtsanstalten in Deutschland, wie Erholungsheime, Waisenheime usw., sind in Miniaturmodellen samt ihrer ländlichen Umgebung dar־ gestellt. Hervorgehoben ist insbesondere die Entwicklung der Chewra-Kadischa als Keimzelle der jüdischen Wohliahrtspflege. Sehr übersichtlich ist die Entwicklung der Wohlfahrtspflege der jüdischen Gemeinde Berlin von 1911 bis 1920 illustriert. In Diagrammen, Statistiken und Bildern sind der organisatorische Aufbau und die Tätigkeit der Spitzenverbände dargestellt, so der Zentrahvohlfahrtsstelle .der deutschen Juden, des Jüdischen Frauenbundes, der Grossloge, des Hilfvereins der Deutschen Juden, des Arbeiterfürsorgeamtes, des Deutsch-Israelitischen Gemeinde־ bundes, des Weltverbandes für Gesundheitsschutz der Juden ״OSE". Die Zusammenarbeit der jüdischen Wohlfahrts־ pflege mit der allgemeinen Wohlfahrtspflege ist gebührend berücksichtigt. Die Münchener jüdische Gemeinde und das Schachtverbotsverlangen des Münchener Tierschutzvcreines. Zu der von dem Münchener Tierselmtzverein an den Landgerichteten Eingabe mit der Bitte um Erlassung eines Schachtverbotes, haben Rabbinats und Vorstand der israeiitischcn Kultusgemeinde München in einer Erklärung Stellung genommen, die ungefähr besagt: ״Die Eingabe des Münchener Tierschutzvercines au den Landtag stellt die Behauptung auf, das Schächten stelle eine Tierquälerei dar. Diese Auffassung ist unbewiesen und vielfach angefochten. Den in der Eingabe angeführten schächtgegnerischeu Gutachten stehen Hunderte von Gutachten von Männern der Wissenschaft und der Praxis, darunter 98 Professoren von Univers’täten und tierärztlichen Hochschulen gegenüber die bis in die neueste Zeit hineinreichen. Diese Gutachten, die das Schachten als eine einwandfreie und humane Tötungsart erklären, sind weder durch neuere Gutachten, noch durch verbesserte Schlachtmethoden ' entkräftet worden. In der Erklärung wird eine Reihe dieser Gutachten zitiert und festgestellt; dass die Bewegung nach dem Schnitt laut Be Rundung von wissenschaftlicher Seite Reflexbewegungen sind, die im Zustande der Bewustlosigkeit und ohne Schmerzenempfindung erfolgen. Andererseits haben wissenschaftliche Autoritäten festgestellt, dass die Anwendung der Schuss- oder Schlagmaske nicht immer die sofortige Tötung oder Betäubung der Tiere׳ verursacht. Die Erklärung schüesst: ״Die rituelle Schlachtmethode ist eine religiöse Satzung des Judentums, die Im biblischen und nachbiblischen Schrifttum ihre Begründung hat. Keine Stelle ist befugt, das Schächtgebot aufzuheben. Das Tier darf nur daun geschächtet werden, wenn cs keinem seiner scntlichcn Organe verletzt ist. Die Betäubung durch Hirnschlag, Schussmaske usw., wiird somit einem Schachtverbot gleichkommen und Hunderttausende Bekenner unserer Religion zwingen, auf den Genuss dieses wichtigen Nahrungsmittels zu verzichten, uni nicht ihr Gewissen durch Ücbertretung einer Religonssatzung zu belasten". '.Lord Reudings Amtszeit als Vizekönig von Indien beendet. Der bisherige Vizekönig von Indien Lord Reading (der einstmalige Sir Rufus Isaacs) hat nach Beendigung seiner Amtszeit am 3. April Indien verlassen und befindet sich mit Lady Reading auf der Reise nach England. Die ״Times“.widmen dem scheidenden Vizekönig einen Leitartikel, in welchem cs unter anderem heisst: ״Mit der Abreise Lord Readings aus Bombay schliesst ein ausgezeichnetes Kapitel in der Geschichte der• Vizekönige und Gcncralgouverueure Indiens. Als er vor fünf Jahren in Indien landete, stand er beunruhigenden Aspekten und einer •ungeheuerlichen Aufgabe gegenüber. Heute verlässt Lord Reading ein ganz anders Indien. Niemand wird bcstreiten, dass die drohenden Wolken verschwunden sind, dass die offenen Probleme in den fünf Jahren vollkommen gelöst wurden. Eine radikale Besserung der'indischen Verhältnisse hat platzgegriffen. Eine Reihe Reformen von lebenswichtiger Bedeutung für Indien und seine Zukunft kennzeichnen, die Amtszeit des scheidenden Vizekönigs. Lord Reading ,.hat vollen Anspruch• auf die Dankbarkeit der Nation“. , ,Ford Reading ist, nach England zurückgekehrt, ־ Gegenstand ' vieler Ehrungen. Der . Gemeinderat von London City beschloss in seiner Sitzung vom 17. d. M:, Lord Reading in Anerkennung seiner unschätzbaren Verdienste als Vizekönig von Indien das Ehrenbürgerrecht1 zü verleihen. Der Lord-Mayor von London führte den Vorsitz in dieser Sitzung. Der Chief Commoner• Mn L. -Taylor beantragte, dass das Ehrenbürgerdiplom׳ Lord ■ Reading in einer goldenen Schatulle überreicht werde. ■ Er, erinnerte daran, dass Lord Reading als der oberste Richter Englands und als britischer Gesandter in den Vereinigten Staaten Grossbritannien grosse Dienste geleistet hat, die aber von seinen Verdiensten als Vizekönig von Indien übergipfelt werden. Das ist die allgemeine Ueberzeugung. Der Antrag wurde mit grossem Beifall angenommen. .Bei der Ankunft Lord Readings auf dem Victoriabahnhof in London fanden sich auf dem Bahnsteiiig Lord Colebrocke als Vertreter des Königs, Lord Birkenhead und- Sir Ronald Waterhouse als Verfreier des ׳ in Windsor weilenden Premiers Baldwill zur Bewillkommnung, ein., Beim Verlassen des Zuges wurde• Lady Reading nach, indischer Art mit einer Blumenguirlande bekränzt. Zahlreiche Freunde, darunter viele Anglo- Inder, •ferner. Mitglieder des Kabinetts, waren erschienen und bereiteten Lord und Lady Reading eineil überaus herzlichen Empfang. •Vor dem Bahnhof hatte sieh eine grosse■ Menschenmenge angesammelt. Lord Reading und Gattin, waren aiti '20. April Gäste des Königs in Windsor. Der König verlieh ,Lprd Reading in Anerkennung seiner Verdienste während seiner Amtszeit als .Vizekönig von Indien den'. Marquis-Titel! Er ist der erste Jude, der diesen Rang erhält... ' ׳־..'■ ■ 1 ’ ׳■ Die Juden in Marokko. — Ein Bericht der Alliance:. Der Sekretär der Alliance Israelite Universelle, Herr Bigard. der in : der letzten Zeit• did jüdischen Alliance,1׳־ Schulen in Marokko inspizierte, erstattete‘ nach seiner Rückkehr einen! Bericht, dem zu entnehmen ist: Die jüdische Bevölkerung Marokkos ist nicht homogener Abstammung. Die Juden in den Städten des Landesinnern kamen, aus Arabien mit den mohammedanischen Eroberern, während die Juden :in den Städten der Küste von den Verbannten׳. Spaniens und Portugals abstammen; die letzteren bilden ,die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung. Die Verschiedenheit-in der Abstammung zeigt sich nicht allein in den Namen, sondern auch in Sitten, Ueberzeugüngen uiid geistiger , Veranlagung. Die Abkömmlinge der spanischen und portugiesischen Juden bewahren noch die stolzen ׳Adelstraditionen, nähern sich sozial 'den Europäern und zeigen, sich bestrebt, ihre Kinder im moderneu Geiste, zu erziehen. An der spanischen Sprache wird festgefjaiteii, sic sind deshalb dem französischen Einfluss weniger unterworfen, ׳ Die Judenschaft in Tanger zum Beispiel ist niejir fortgeschritten als in den Städten, wie Mcknes, Fez oder Marrakech, die arabischen Ursprungs ist. Die arabischen Juden sind zwar nicht weniger intelligent oder aktiv, allein unter dem Einfluss arabischer! Kultur haben sie die Gewohnheiten ihrer Umgebung angenommen. Das jüdische Schulwerk sowohl in den Küstenstädten als auch im Innern des Landes schreitet gut vorwärts. In Casablanca werden Vorarbeiten für die Er־ richtung einer technischen Schule samt Werkstätten getroffen. Auch der Landwirtschaft beginnen sich die Juden Marokkos immer mehr zuzuwenden. Die Juden in Australien. Morris Symonds, der einen hervorragenden Platz im Leben der australischen, Juden einnimmt, weilt gegenwärtig in New-York, von wo er sich nach Europa und Palästina begeben wird. . Mr. Symonds ist Schatzmeister der grossen Synagoge zu Sidney und Präsident der Vereinigung der Zionisten von Sidney. Seit 40 Jahren wohnt er in Australien und war Zeuge der Entwicklung des jüdischen Gemeindelebens auf diesem Erdteil. Die jüdische Bevölkerung Australiens zählt nach den Angaben Mr. Symondsgegenwärtig mehr als 25.ÖÖ0 Seelen, und ist gut organisiert. Viele australi־ sehe Juden nehmen hohe Stellungen in Regierung und Parlament ein und widmen gleichzeitig eine grosse Arbeit dem jüdischen religiösen Leben itn Lande. Es sind nur zu nennen Orwell Phillips, Richter George Cohen und Oberstleutnant A. W. Hyman. Die Synagogen sind kon־ servativ, das Reformjudentum konnte sich nicht entwickeln. Von Antisemitismus ist in Australien nichts zu spüren. In den Staatsschulen Australiens wird den jüdischen Kindern jüdisch-religiöser Unterricht zuteil. Für jüdische Ein- Wanderer bestehen in Australien Möglichkeiten, insbebesondere für Ansiedlung auf dem Lande. Eine Einschränkung gegen jüdische Einwanderer besteht nicht, allein die Regierung bevorzugt im! allgemeinen solche Einwanderer, die sich der' Landwirtschaft widmen wollen. Ueberhaupt ist in Australien mit seiner Bevölkerung von nur G Millionen Menschen noch viel Raum für neue Ein־ Wanderer. Die jüdische Gemeinde in Mexiko. Der frühere Präsident der jüdischen Gemeinde von Mexiko City, der Hauptstadt der gleichnämigen Republik, machte gelegent-, lieh eines- Besuches in Leedo bei seinen Eltern bemerkenswerte Mitteilungen über die Entwicklung dieses jüdischen Gemeinwesens: Noch vor wenigen Jahren zählte die jiidische Gemeinde in Mexiko' nach wenigen Köpfen; aber schon während'eines Jahrzehnts hat die Zahl der Juden so stark zugenommen, dass'heute 8000 Juden in dieser Stadt wohnen. Von diesen sind 5000 bis 6000 aus Europa eingewandert, der Rest stammt aus Asien. Das religiöse Leben und die soziale Betätigung der Gemeinde ist im raschen Aufstieg begriffen und viele Vereine bezeugen die stetige kulturelle Entwicklung der jüdischen Ansiedler. Die Sephardim haben schon lange eine eigene Synagoge errichtet, während die Äschkcnazim in verschiedenen Minjanim. wo täglicher Gottesdienst abgehalten wird.' zusammenkommen. Obwohl die Gemeinde durchaus nicht als: reich bezeichnet werden kann, leistet sie dennoch auf allen Gebieten jüdischen Fürsorgewesens Hervorragendes. Allerdings kommen ihr reichliche Hilfsmittel des Bnai Brith der Vereinigten Staaten für ihre philanthropischen Bestrebuugeu zustatten. Der Antisemitismus ist in Mexiko unbekannt, jeder Jude kann frei .und unbehindert seinem Beruf nachgehen, ist iii seinenE(-,religiösen Leben nicht gehemmt und geniesst, wie jeder; ändere Bürger der Republik, den Schutz der Gesetze. J Juden in den Wüsten׳ der Mongolei. Die Zeitschrift ״Die jüdische Emigration“ enthält ׳ einen Bericht über •jüdische Siedlungen in der. mongolischen'Wüste. 'Es .klingt wie Citrtc Legende, wird im Bericht, fes'tgcst'&llt,' aber e's: is't wahr: ׳ Es ׳ bildeten sich׳ jüdische Siedlungen in Kiachta. Kobde. Maimatsehen, Sambes ’ usw. Hauptsächlich aber ziehen die jüdischen Emigranten nach Urga, der Hauptstadt der jungen niongallsehen Republik. Von der Mandschurei bis Ürga muss man über 1000 .Kilometer Sandwiis'tc fahren. Die erste menschliche Siedlung ist Sambes, 300 Kilometer von '•der mandschurischen Grenze. Dort wohnen heute schon! 50 jüdische Familien.׳. Spezifikation der Palästina-Einwanderung im Februar (järnier) 1926 rach den Angaben der palästinensischen Regierung. Die ״Onioial Gazette“ Nr. 159 vom 16. März veröffentlicht• •׳folgende Statistik׳ der Palästinaeinwanderuiig •irn Monat Februar '(Jänner) 1926: > Kategorien A (I) Besitzer von £ 500 und. mehr ., . A (I) 2 Abhängige von den unter A (I) fallenden Personen A (II) ■Handwerker mit Vermögen von £ 250 bis 500 . . . A (II) 2 Abhängige von den . , ',untet A (II) fal:enden ׳Personen . . A (III) Empfänger von mindestens £ 60 Jahresrente . . . A(1V) Waisen ... . . A (V) Religiöse Berufe . A(Vj 2 Abhängige von den unter A (V) fallen- /.dprij.Personen .. ..• A (VI) 5chü!er u. Studenten. B B2 C C 2 D Mä 11 n e r F Ti 1ucn Ki 11 d e r Ins ,ges.' 59 (56) n (8) — (-) 70 (64) 3 (4) 44 (34) 43 (34) 90 (72) 4 (V ־-־. (־) — (־) 4 ' 0) — (U 5 (6) 6 (12)' :11 (19) 1 (־־) 1 (2) _ (־־־) o (2) — (־) —■ (1) — (1) — (2) 8 (3) — (5) —;(־־■־) 8 (8j — (ך־־) .3. (3) — (2), ü '(ס). 8 (6) — (־־) 6 (H) 14 (20) 3 (6) — (3) t-j .3 (9), — (-) 1 (1) _ 1־ (1) 5061׳ (690)! 2251 (194) — (-)731 (;884 Besitzer v. weniger i als «£.500 . . .. : Abhängige von den unter B fallenden , Personen. Fest Arbeitsstellen Abhängige vo r den : unter C fallenden Per "onen ( 4 (4)127(184) 178(237)309(425) Von Verwandten ‘Angeforderte■ 40 *39) 132(106) 58 '48)230(1931 Insgesamt . 636 (816)549(547) 291 <348,1476( 1711) Anmerkung. 49 (55) Juden, 17 (35) Christen und 14 (53) Moliammedaner, die als Touristen ,ins Land kamen und dauernde Aufenthaltsbewilligung erhielten, sind in vorstehenden Zahlen nijfcinbegriifen, 38 Einwanderer, die den •Einwanderervor- Schriften nicht entsprachen, wurden abgewiesen. Die Auswauderiingsziffer •im Monat Februar (Jänner) erreichte •die■ Zahl von'403. (319) •Personen, davon 50 (-18) jüdische Einwohner Palästinas, die auswanderten. und 209 (170) jiidische Einwanderer, die rückwanderten, sowie 103 (93) Christliehe und 4 ־ (S) mohammedanische Aus- und Rückwanderer (Ziko.) Die Achusath Ba.iith in Tiberias für den Keren Hajischuw. Tibe.rias. (AJsPB.) ■• Während die Kolomsatiorisgcssllsdiafi: Achusath Bajitlli bisher, stets bloss die zionistischen Fonds unterstützt. hat, wurde kürzlich beschlossen, dem Keren Hajischuw in Anbetracht seiner hervorragenden Leistungen alljährlich eine Subvention' z׳ugehen zu lassen. Ausgrabung von Ifoiath-Sepher. Einer Meldung des Wölfischen Teiegraphen-Bureaus ist zu entnehmen, dass die vom theologischen Seminar der Xenia gemeinsam mit der amerikanisehen Schule für Or.ientforschung in der alten kanaanitischen Königsstadt Kirjath-Seplier in Südpalästina vorgenommenen Ausgrabungen eine der vollständigsten und besterhaltenen altkanaanitischen und israelitischen Niederlassungen zutage gefördert haben. Die Mauern sind 40 Fuss hoch und 10 bis 14 Fuss breit. Es sind komplizierte Toranlagen sowie Türme und Bogen- Pfeiler vorhanden. Die, Ruinen ■lassen schliessen. dass die Stadt 111 der.Zc.it zwischen 2000 und 600 v. Chr. erbaut wurde. Die Ruinen' enthalten, ein System von Gängen und Zimmern zur Aufbewahrung von Korn- und Wasscrvorräten. Die Entdeckung wird als volikohien einzigartig in der Geschichte der Ansgrabungen in Palästina bezeichnet Oskar S. Strauss gestorben — der erste jüdische Minister der Vereinigten Staaten. New York. 3. Mai. (JTA.) Der bekannte Phiilantrop Oskar S Strauss, einer der führenden Juden in den Vereinigten Staaten, ist liier nach, längerem Leiden verstorben. Oskar S. Strauss, der lS50 'in der Rheinpfalz geboren war und bereits mit vier ׳ Jahren mit seinen Eltern nach Amerika übersiedelte:, hat eine bemerkenswerte ׳öffentliche Laufbalm hinter sich. Er war der erste Jude, der in den Vereinigten Staaten einen Ministerposten bekleidete und als Gesandter dieses grössten Bundesstaates nach •dem Ausland ging. Präsident Coolldge unterschreibt die Koscher-Bill. Präsident Coolidge hat das vorn Distrikt Columbia aüf Antrag des jüdischen Kongressmitgliedes Dickstein angenommene Gesetz über den Handel mit .rituellen jüdischen Speisen unterschrieben, wodurch das Gesetz Gütigkeit erlangt hat. Laut dem Gesetz ist es im Distrikt Columbia verboten, Fleisch nicht rituell geschlachteten Viehs als Koscher fleisch anzubieten. ebenso ist es verboten, in ein und de,reiben Fleischhalle Kosckerileisch und Niohtko scher fleisch zu verkaufen, cs sei denn, dass auf dem G.eschä;ftssc11ild ausdrücklich bekanntgegeben wird, •dass neben ,Kosdherifleisoh auch' Nichtikosdicrfieisch verkauft wird.. Jeder, der dies•״ Vorschriften Übertritt, wird mit 1000 Dollar Geldstrafe, in krassen Fällen ־sogar mit Gefängnis belegt. Es .ist dies das erste Mal,, dass ein amerikanischer Präsident ein Gesetz zum Schutze des jüdisch-religiösen Lebens unterschreibt. Das in New-York geltende Koschergesetz unterlag ■ nicht der Sanktion des Präsidenten; hingegen das KoscHiergesetz im Distrikt Columbia, der unmittelbar der Kongresshaheit untersteht. Die Sanktion, dieses Gesetzes durch den Präsidenten der Vereinigten Staaten bedeutet eine moralische Stütze für die jüdisch-religiöse Solüialitmethodc. Günstige Entwicklung der Agüdajugeiidorganisationen — in Amerika.. New-Yar׳k. (AJPB.). Die vereinigten New- Yorker •Agudajugendgruppen haben beschlossen, den von ihnen gekauften■. Boden in, Erez Jisrocl ״N’wei. Zeirim“ zu׳ benennen. Da sich •iu •den letzten Monaten viele neue Mitglieder bei den Zeirim organisiert haben, wurde gleichzeitig beschlossen, anscliliessend an den vor■ einigen Monaten gekauften Boden weitere Flächen zu erwerben, uni den neuen Mitgliedern obenfalls Gelegenheit zu geben, Boden zu kaufen. Zur Hebung des A'gudaideals unter der amerikanischen Jugend wird eine Monats- Zeitschrift ,Die Jugendst'mme“ Iherausgegeben. — Williamsbürg; (AJPB.) •In Williamsburg wurde eine Agudau'ugendgruppe gegründet und A.. Scihorr als Präsident sowie Isaac '׳ Mit man als Vizepräsident gewählt.. Joung Israel und Agudas Jisroel. New-York. (AJPB.) In Amerika, besteht seit Jahren eine Organisatioa der religiös orientierten, englisch sprechenden, jüdischen lugend unter dem Namen ״Joung Israel“. Das Ziel der Vereinigung ist Stärkung des religiösen Empfindens und Befolgung• des Thoragesetzes im alltäglichen Leben, sowohl im eigenen Kreise, als auch, Heranziehung der dem jüdischen Ideal (bereits entfremdeten Jugend. Die Organisation hat in Amerika bereits festen Fuss gefasst und umfasst eine ansehnliche Anzahl von Mitgliedern. — Die in den letzten Monaten eingesetzte Verwirklichung der. positiven Agudaaufgaben hat auf die Mitglieder von ״Joung Israel“ eine recht günstige Wirkung _ ausgelöst. Das Gros dieser jungen Leute sympathisiert aufrichtig mit der Agtidcr be'wegung und einzelne Gruppen der New-Yorker Organisation bekennen sich bereits offen zur Agudas. Jisroel. Nickt zuletzt erhofft man• sich durch diese Annäherung esse der religiösen Lebensweise wohltuende Beeinflussung von ״Joung Israel“ durch die Aguda. , Vorbereitung zur Schaffung einer Poale-Agudas-Jisroel- Organisation In Amerika. New York. (AJPB.) Laut Meldung des A. P. O. arbeiten amerikanische orthodoxe Arbeiter an der Gründung einer ' grossen: Paale-Agudas-Jisroel-Organisation nach europäischem ■Muster. , ״Zeire Agudas Jisroel“ In Blelitz-Biala. Wie schon mitgeteilt wurde, hat sich liier vor einigen Monaten eine Agudas Jisroel-Jugerrdgruppe gegründet. Gleich nach der Wahl des Waads trat derselbe zu einer Sitzung zusammen und beschloss gleich zur intensiven Arbeit überzugehen. Es wurden ״Daf Jomi“ Schlurim eingerichtet, welche sich einer grossen Teilnehmerzab erfreuten. Jeden מיצ״שה findet ein ■Sichat. Chawerim ׳ J3p110ssat[11osuG irfestatt. Im Rahmen der sozialen Fürsorge wurde eine Pessach-Aktion zum Zwecke ■der Versorgung der jüdischen. Soldaten mit, rituellen Speisen durchgeführt. Am 20. Adar fand Im Saale des Beth' Hamidrasch ״Adas Jeschuruii“ eine Sijmhfeier des Daf Jomi Schidrs ״Jewamoth“ unter grosser Beteiligung• statt. Der Vorsitzende I־Ierr H.. Goldstoff eröffnet« die Feier .mit einer kurzen Ansprache, und erteilte das. Wort dem Leiter des Daf Jomi Schiurs, Herrn. Rabbirter ,Moses Stern. Nach ihm sprach Rabbiner S. RapapOTt.׳ Er’־ betonte unter• anderem ■die Wichtigkeit!der Organi- Sterling des orthodoxen Judentums unter .den Fahnen der Aguda. Gleich darauf trug der ״Aguda-Chor“ einige, musikalische Stücke vor. Das Wort wird daun dem Rösch-Jesdmva von Sokolow erteilt. Der Redner verweist auf die Wichtigkeit des Daf-Jomi und appelliert an d׳'e Jugend, sich eifrig dem Talmudshidium zu widmen, ' Hernach dankt der Vorsitzende den. Rednern und ־ fordert die Versammelten zur Gründung einer: Agudagruppe auf. Am selben Abend meldeten sich über hundert Mitglieder. Dann schritt man zur ברכת המזון . ,Um 3 Uhr nachts ging die vierhundertköpfige Versammlung unter chassidischen Rikudini und gehobener. Stimmung auseinander. Ein merkwürdjiger Streik in Wilna. Wilna. (AJPB.) Infolge der Entlassung: eines Buchhalters de? Wilnaer Moschaw-Sekenim-Anstalt traten alle Angestellten der Wohlfahrtsanstalten und auch des Friedhofes in Streik. Das Rabbinat versucht den Streik zu schlichten. Einstweilen Werden die Toten durch Anverwandten und durch ׳ eine Gruppe von unparteiischen orthodoxen Juden, die sich mit Rücksicht auf die grosse Mizwah, hiezu erböti״. gemacht haben, bestattet

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