Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 20-21 (18.5.1926)
- Date
- 1926-05-18
- Page
- Seite 153 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 20/21 JÜDISCHE PRESSE ..' :׳..י." einen Schimmer von Jubel und Begeisterung, von Festesfreude in ihrer jugendlichen Seele bewahren. Hunderte jüdische Eltern sind nun allwöchentlich einer furchtbaren Pein ausgesetzt und für die gilt in aller Schärfe die Frage: m weiche Schule schicke ich mein Kind? Nun auf diese Frage gibt es heute O. s. D. eine klare und ber u h i g e 11 d e Antwort. Diese Eltern mögen ihre Kinder in die Volks- und Bürgerschule ׳ des i ü d isehen S c h u 1 v e r c i n e s .,Talmud Thor a“, 2. Bez., MaLzgasse 16, schicken, die mit O e f f e n 111 c h k e i t s־. recht ausgestattet, in jeder Beziehung den allgemeinen Volks- und Bürgerschulen gleichgestellt ist, und überdies noch jüdischen Eltern die Möglichkeit gibt, ihren Kindern die S a b b atf r e u d e, die Heiligkeit des Sabbat nicht rauben zu müssen. -Aber auch Eltern, die Wert darauf legen, dass ihre Kinder in jüdischem Milieu jüdische Kenntn i s s e erwerben, dass ihre Kinder das jüdische Gebetbuch, die Bibel, die heilige Sprache beherrschen, werden auf die Frauft, in welche Schule sie ihre Kinder schicken sollen, keine andere Antwort geben können, als eben in die Volks- und Bürgerschule des Schttlvereines ״Talmud Thora“, die diese unentbehrlichen Kenntnisse eines av i s s e n d c n Juden in acht Jahrgängen einer systema־ tischen Arbeit, pädagogisch Avohldurchdacht, den Kindern fast mühelos vermittelt. Für jene, die an jüdischen Kennt*- mssen ihren Kindern noch mehr beibringen wollen, stehen ‘mrrrrTTmniT ui 1111 nniiiimiiwnmiiiiM Qeffentliehe Plenarsitzung des Vorstandes. De!• Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde hat fn seiner Plenarsitzung, Donnerstag den 6. Mai, 50.000 Schilling für Palästinaaufbauzwecke bewilligt. Lange hat die Majorität mit dem Entschluss gezögert, in der Form, eines Naciitragskreditcs diese verhältnismässig hohe Summe in ihr Budget aufzunehmen. Als im Vorjahre die Gemeinde anlässlich der Eröffnung der hebräischen Universität für' den Keren Hajessod 20.000 Schilling votierte, hat die ״Jüdische Presse“ gegen diese Vorgangsweise protestiert und darauf aufmerksam gemacht, dass die Wiener. Kultusgemeinde mit dieser Summe besser höheren Zwecken gedient hätte, zumal die sogenannte Universität sich immer mehr als eine Farce entpuppt. Es geht wahrlich nicht an, aus Steuergeldern der Allgemeinheit ein Institut begründen helfen, das Lehrmeinungen vertritt, gegen die sich, der gesunde religiöse Sinn des jüdischen Volkes mit aller Entschieclenheit aufbäumt. Der Keren Hajessod• kann um so weniger als Nationalkasse Vertrauen verdienen, als der ungeheuere Bearntenapparat, mit dem er arbeitet, nach den unwidersprochenen öffentlichen Angaben eines zionistischen Kritikers aus der sogenannten aktivistischen Oppösition mehr als die Hälfte der gesamten Einnahmen beansprucht. War die Zuwendung im. vorigen. Jahre eine einmalige, vielleicht durch die masslps betriebene Propaganda anlässlich der Universitätseföffnung geradezu erzwungen, erweckt didiesjährige Bewilligung den Eindruck, als ob die Kultusgemeinde regelmässig einen Posten für . Palästinaaufbauzwecke aufzunehmen gewillt wäre. Wir können nicht umhin, auf das Bedenkliche solcher Massnahmen aufmerksam zu machen. Die^ Israelitische. Kultusgemeinde ist eine Zwangsorganisation, der jeder Jude angehören muss. Die Kultusgemeinde ist eine Körperschaft, die auf Grund von Statuten arbeitet, die Rechte und Pf liehten der Kultusgemeinde genau regeln. Diese, Rechte wurden sehr schwer errungen und ihr Bestand und ihre Gelturig ist nur dann gewährleistet, wenn sie nicht missbraucht werden. Nun umfassen die sehr mannigfachen Pflichten der Kultusgemeinde durchaus nicht die P f 1 i c h t des Palästinaaufbaues. Wir wollen nicht missverstanden werden. Die ״Jüdische Presse“ kämpft seit Jahr und Tag energisch für die Beteiligung an den Arbeiten für Erez Jisroel. Wir weisen stolz auf unsere Erfolge hin, clie wir innerhalb der thoratreuen Judenheit errungen haben. Wir machen aber einen grossen Unterschied zwischen dem Einzelnen, der zu der Erkenntnis gebrächt werden soll, an der Besiedlung des Heiligen Landes mitzuarbeiten, für das Aufblühen Erez Jisroels zu opfern und zwischen' einer Gemeinde, die das Recht hat, alle in ihren Grenz,en wohnenden Juden zur Erfüllung, bestimmter Pflichten zur Erhalteng fest bestimmter Institutionen des jüdischen Kultus zu veranlassen. Wahrlich, die Beftragsleistung für Palästina ist nicht heutigen Datums. Die Galuthgeschichte des jüdisehen Volkes zeigt uns, dass die Juden überall und immer, wenn auch in verschiedenen ■Formen, für Palästina grosse und wertvolle Opfer gebracht haben. Wir sehen, wie unsere grossen Rabbiner und Führer m vergangenen Jahr- '■meierten für die Interessen Palästinas eintraten, wie sie soibst beispielgebend. für die weiten Schichten des Volkes1 nr ■h Erez Jisroel wanderten, um auf der Scholle zu Lben, die jedem Juden heilig sein muss. Wir finden aber kaum, dass die Gemeinde als solche, aus ihren Steuergeldern für Palästinazwecke Zuwen* düngen gemacht hätte. Wir finden es nicht für richtig, dass die Wiener Kultusgemeinde diese Tradition unbeachtet lässt. Heute ist es die allgemeine heilige Sache Erez Jisroels, die eine Zuwendung verlangt, morgen könnte ein jüdisches Theater oder ein jüdischer Sportplatz in J rusalem oder Wien und ähnliche Forderungen der jüdischen Moderne als heilige Pflicht für die Kultusgemeinde hingestellt werden. Diese prinzipielle Stellungnahme hindert uns selbstverständlich nicht, mit grosser Genugtuung, festzustellen, dass die Kum>s<»t meinde bestrebt war, unparteiisch vorzugehen. Während noch im vorigen Jahre die 20.000 Schilling ausschliesslich für den Keren Hajessod und noch dazu für die hebräische Universität bestimmt waren, hat man in diesem Jahre nebst 25.000 Schilling für Keren Hajessod, 15.000 Schilling für die in Wien lebenden Palästinawanderer, 2500 Schilling für den Palästinat'onds der freiwillige Kurse zur Verfügung, die über die Grtmdkehntnisse hinaus in den heiligen Büchbrn der Propheten, : in Mischna und Gemoro und in jüdischer Geschichte sowie der späteren jüdischen Literatur ausgezeichnete Kenntnisse vermitteln. Der Volks- und Bürgerschule ist auch ein einjähriger Handeiskurs angegliedert. Der Handelskurs wird in den Nachmittagsstunden in getrennten Gruppefi für Knaben und Mädchen abgehalten. So hat auch die reifere Jugend die Möglichkeit, sich eine griindliehe kaufmännische Ausbildung an einer jüdischen Anstalt zu erwerben. Das Schulwerk des Schulvereines Talmud Thora nimmt somit auch auf die Erziehung der Mädchen Bedacht. Allerdings nur am Handelskurs und in der Volksschule. Die Errichtung einer Mädchen b ii r g e r s c 11111 e, die ge־ plant ist, scheiterte bisher an räumlichen und finanziellen Schwierigkeiten. Jüdische Eltern, die auf eine jüdische Erziehung ihrer Kinder Wert legen, tun daher gut, wenn sie sich die Mühe nehmen und vor der schicksalsschweren Entscheidung, wohin sie ihre Kinder schicken, einen Be־ such der jüdischen Schule in der Malzgasse abstatten. Sie־ werden einen ausgezeichneten Lehrkörper, ein wunderbares modernes Schulhans und hunderte frische, lebensfrohe und י vor allem jüdisch erzogene Kinder vorfinden. Es ist nicht unschwer, wenn man ajl dies mit eigenen Augen gesehen hat, die richtige Entscheidung zu treffen. Arbeiter, auch 7500 Schilling für den Keren Hajischuw der Agudas Jisroel bewilligt. Wir wollen da. nicht ׳ den. Masstab untersuchen, der dem Vorstand bei der Aufteilung der 50.000 Schilling vor Augen stand, wir wollen bloss in der Bewilligung für die einzelnen Palästinafor.ds das redliche Bestreben des Kultusvorstandes nach Unparteilichkeit und Gerechtigkeit feststellen. Im Namen dieser Unparteilichkeit und Gerechtigkeit möchten, wir aber unserer Verwunderung Ausdruck geben, dass gerade der älteste, verbreitetste und populärste Palästinafonds, dessen Sammelbüchsen unter dem Namen ״Meir Bai Haness“ fast in jedem jüdischen Hause an Erez Ji.roel erinnern und zu Spenden für Erez Jisroel auffordern, übergangen worden ist. .So energisch wir für den Keren Hajischuw' der Agüdas Jisroel, für den Aufbaufonds der , Orthodoxie für wirtschaftliche und kolonisatorische Zwecke eintreten, ebenso nachdri'icklichst möchten wir auf Jie ״Kollalim“ die religiösen Gemeinschaften unserer Brüder und Schwestern in' Erez Jisroel aufmerksam machen, die im heiligen Lande ausschliesslich einem heiligen Lebenswandel• zugewendet, im Beten ן und Lernen ihre Zeit verbringen und bewundernswerte ,Anstalten der Humanität, Kranken- und Waisenhäuser und Schulen erhalten. Das grösste jüdische Krankenhaus in Jerusalem, das Schaan Zedeck-Hospital, das jährlich ,ן mehreren tausend Kranken Heilung gewährt, das grösste' jüdische Waisenhaus der Welt, das bisher Zehntausende verlassener Waisen auf heiliger Erde zu guten jüdischen Menschen erzögen hat, sind Schöpfungen der ״Kolalim“. Es ist unerklärlich, dass sich nicht einmal unter den orthodoxen Vertretern ein einziges Vorstandsmitglied fand, welches für diese Kolalim eingetreien wäre. Gerne wollen wir hoffen, dass, der Kultus- Vorstand das Versäumte nachholen und einen zweiten Nachtragskredit für diesen ältesten humanitären, religiös' wirkenden Palästinafonds bewilligen wird. Ueber den Verlauf der Sitzung selbst ist folgendes zu berichten: , Die mit grossem Interesse erwartete Plenarsitzung des Kult'usgemeindevorstandes wurde vom Präsidenten Professor Pick eröffnet. Er gedachte in ehrenden Worten; des Jubilars Prof. Siegm. Freud, der 70 Jahre alt ge־ worden ist. Sodann stellt er den Antrag, der Juden!־» gemeinde Nikolsburg zu ihrer schweren Katastrophe die wärmste Anteilnahme auszusprechen und für die Hilfsaktion für die Abbrändler von Nikolsburg einen Betrag ׳ von 2000 Schilling zu spenden. Dieser Antrag wurde bewilligt. Der Finanzreferent der Kultusgemeinde, Doktor Oppenheim, erstattete sodann den Rechnungsabschluss für das Verwaltungsjahr 1925, der einen Ueberschuss von, 5786 Schilling aufweist. Hierauf wurde der nächste Punkt der Tagesordnung, die Beitragsleistung für den Palästinaaufbau in Behandlung gezogen. Das Vertreterkollegitim stellt den Antrag, für diese Zwecke S. 50.000 zu bewilligen. Diese Summe soll folgendermassen verwendet werden: der Keren Hajischuw der Aguda soll 7500 der Keren Hajessod 25.000, die Emigrantenfürsorge 15.000 Schilling, der Palästinaarbeiterfonds 2500 Schilling bekommen. Dieser Punkt der Tagesordnung hat eine lebhafte Debatte hervorgerufen, in welcher Herr Wolf Pappen־ heim namens der orthodoexn Fraktion, ungefähr folgendes sagte : Wie schon in der letzten öffentlichen Plenarsitzung därgelegtj müssen wir gegen jede Bewilligung für den: Keren Haies,sod protestieren. Ein ansehnlicher Teil dieses Fonds-, wird, für ein Unterrichts- und Erziehungswerk, verwendet, das eine ausgesprochene antireligiöse Tendenz : befolgt. Eine solche dürfen orthodoxe Juden aus religiösen Gründen nicht' fördern. Die Vorgänge in unserer Gemeinde aus der jüngsten Zeit, wo eine massgebende Persönlichkeit sich in Angrjffen auf Bibel, Talmud und Schulchan AruCh gefällt, und dazu sogar die Kanzel missbraucht, hat unsere Meinung noch bekräftigt. Im Namen der Zionisten sprach Oberbaurat Ing. Robert Stricker, der Herrn Pappen־ heim die Legitimation abspricht, im Namen der Ortho■־ doxie zu sprechen, er könne höchstens die Aguda vew treten. Dessenungeachtet erklärt Herr Stricker, dass seine Fraktion zunächst aus prinzipiellen Gründen für die Fönderung des Keren Hajischuw eintreten wolle, doch nach der Ablehnung des Herrn. Pappenheim, für •den Keren Hajessod zu stimmen, auch die zionistische Fraktion nicht für den •Keren Hajischuw stimmen, sondern vor der, Abstimmung den Saal verlassen werde. Auf diese Ausführung erwidert Herr Pappenheim folgend: ״Ich sitze hier nicht als Vertreter der Aguda, sondern als ein! von Wiener orthodoxen Juden. gewählter Vertreter, die ohne Rücksicht, ob sie in der Aguda organisiert sind, oder nicht, mich zur Schutz der orthodoxen Interessen hieher entsandt haben. Ich gehörte lange vor der Gründung der Aguda schon bei Entstehen des Zionismus zu jenem Teil der Orthodoxie, von dem ein massgebendes Organ der Zionisten schrieb: ״Der Zionismus erkennt kenwt Bindung aa Religion oder ethisch soziale Dinge an. Die» EWährtaer Hnntfotaw« WIei&ef ElBjaitrtflor Handeb^wt Ta?«n.Msi ׳-Thffifi*® Schulverein Volks- und Bdigatscliulo für Knaben und föidsfeon Wiam, ll., Malzgasse 143 Oest.Postspark.-Kto.182.lB9 Spenden für* das dUfteste und grösst® jödiscslhe Scihulwerk Wiews ו Orthodoxie hat nicht mit Unrecht instinktiv gefühlt, dass der Zionismus ihr Todfeind ist.“ Ich habe aus diesem־• Gefühl heraus diesen Todfeind des gläubigen Judentums von Anbeginn ׳an bekämpft, langevor der Gründung der Agwfa. Was den in der jüngsten Zeit wiederholt ־ erhobenen! Vorwurf des Klerikalismus betrifft, will ich diese• Er-, findung in Kürze ad ■ absurdum führen. Die aiierkahnti hervorragendsten Autoritäten des Judentums vor hundertfünfzig und fünfzig Jahren waren der Gaon von Wilna und Rabbi Israel Salanta. Vor• deren Autoritätbeugten sich! alle Gelehrten und Rabbiner des Erdenrundes und diese zwei Männer haben nie in ihrem Leben ein Amt bekleidet- Ihre überragende Gelehrtheit, ihre Weisheit, Frömmigkeit und Menschenliebe verschaffte ihnen unbedingte Autorität. Und das will man als Klerikalismus bezeichnen. Hai ein Mann diese Eigenschaften nicht, so mag er ein hundert־ facher Oberrabbiner sein, ohne die geringste Autorität bei einem orthodoxen Juden zu besitzen. Es sei angenehm,', vermerkt, dass Herr Stricker erklärte, seine Gruppe werde nicht gegen den Keren Hajischuw stimmen und vielleicht־ kommt noch die Zeit, wo die Zionisten aucli* praktisch anerkennen werden, dass die Agudaarbcit eihen wesentlichen Teil der Arbeiten für Erez Jisroel bedeute.» Hierauf erfolgte .die Abstimmung-, der ׳ Antrag־ des Ver-■׳ treterkoliegiunls wurde einstimmig angenommen, nur •bei der Post Keren Hajessod stimmten die Orthodoxen ehr■ gegen. Bei :der Abstimmung bei dem Keren ־ Hajischuw׳ absentierteu sich, die Zionisten. Der ־ nächste Punkt der Tagesordnung war die Errichtung einer ZenemönienbaHe auf dem Zentralfriedhof, die nach" dem preisgekrönten Entwurf des jüdischen Architekten Reis;er mit einem' Kostenaufwand von •18 Milliarden errichtet werden •soll.‘ Zu diesem Punkt der Tagesordnung ergriff Herr Wölf Pappenheim nochmals das Wort und führte :ungefähr atis: ״Meine Herren! Wir alle keimen das Gefühl der Pietät für unsere Toten, das den Juden überaus charakterisiert.• Hat auch sogar Dr. Lueger ii! einer öffentlichen Ver- Sammlung rühmend hervorgehoben, •welch grosse Anstrcngungcr. die Wiener Judeuschaft durch ihren: Gemeinde־ Vorstand gemacht hat, um zu verhüten, dass der jüdische Friedhof aufgelassen werde. Nun, meine Herren, wir stellen mit Befriedigung fest, dass ,für den Zeotralfriod-• hof diese Befürchtung nicht besteht. Audi der neue Fried־ hof ist unser, der Wiener י Judenschaft Eigentum für ewige Zeiten. Die bewusste Riesenarbeit, : die •Zähigkeit und Ausdauer des verblichenen Präsidenten, Dr. Alfred Stern, haben diesen für uns und unsere Nachkommen unendlich wertvollen Besitz erworben. Ich fühle mich verpflichtet, seiner mit Dank und , Ruhm zu erwähnen, wenn ich auch oft mit Dr. Stern in Vertretung orthodoxer In־ teressen Differenzen hatte, freut .,es mich*, dieses unver-" gängliche Verdienst hier nach Gebühr würdigen zu:!kön־ nen.“ Nach diesen Ausführungen des Herrn Wolf .Pappen- Heim, die mit. lebhaftem Beifall aufgenommen wurden, wurde über Antrag• des Referenten Baurat Kempler ein־ stimmig beschlossen, den: Bau ehebaldigst in Angriff zu nehmen. :Ueber Antrag des Vertreterkollegiums beschloss sodann der Kultusvorstand , einstimmig die Errichtung eines Jugendreferates. Mit der Leitung •wurde der dem Inspektorat zugeteilte Religionslehrer Herr Isidor- O e .h;i e r betratst. Als letzter Punkt der Tagesordnung wurde die Er- * Weiterung und Ausgestaltung der Bibliotheksgemeinderätrmlichkeiten der Kultusgemeinde mit einem Kostenaufwand von 13.00Ü Schilling beschlossen. mm Sammelaktion für ,die jüdische Jugendf S r s 0 r g e. Fürsorge für verwaiste, verlassene, kranke ynd gefährdete jüdische Kinder ist die Aufgabe der vor zwei Jahren von der ״Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge“ in Wien, L, Seltenstettengasse 2, errichteten .,Jüdischen Jugendfürsorge“. In plamnässigem Zusammenwirken mit den ihr angeschlosseiien Vereinen hat sie seit ihrem Bestände reiche und fruchtbringende Arbeit geleistet. Mehr als 15 Milliarden Kronen wurden 1111 Jahre 1925 iür jüdische Jugendfürsorge verausgabt, viel Jammer und Elend wurde gelindert, aber die Zahl der schutzbediirftlgen jüdischen Kinder ln Wien ist erschreckend gross, dl© Not wächst von Tag zu Tag, die jüdischen Kinder- und ugendheime sind in schwerer Bedrängnis und die nötigen Mittel können nicht aufgebracht werden, wenn nicht die Allgemeinheit .heir helfend eingreift. Mit Bewilligung des Magistrates der Bundeshauptstadt Wien veranstaltet daher die ״Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge Im Laule dieses Monates, beginnend am 13. Mal. eine Sannhel-1 aktion unter der Wiener jüdischen Bevölkerung, deren Erträgnis den Institutionen der jüdischen Jugendfürsorge zugute kommen soll. Zu diesem Zwecke wurden in sämtlichen Bezirken Komitees gebildet und die Spenden werden du1\*h legititnücrte Sammler mittelst Sanunelbogen eingesamm ,i werden. Bei der ׳bekannten Opferwilligkeit der Wiener Jutk 1 ist zu erwarten, dass reiche Mittel dem dringenden Hoifsweri ׳ zuiliessen werden. Bitte! Wir werden auf tieferstehenden Fall auf merksam gemacht. Ein an Händen und Füssen gelähmter einstiger Wohltäter, der für andere Arme reichlich Wohltaten übte. Ist in Not geraten. Sein Rollwagen ist gebrochen. Die Reparatur beträgt 50 Schilling, Leopoldstädter Juden, die Ihn bestimmt kennen, jheift den Armen, der für Arme immer eilte offene Hand hatte. Spenden an die Administration des Blattes. Der Verband der Beamten der israelitischen Kultus*« gemeinden im Bundesstaate Oesterreich macht aufmerksam, dass diejenigen Kultusbeamten, die als Ausländer auf eine Stelle im Bundesstaate Oesterreich. Biirgeulaud inbegriffen, refleküeren, 1111 eigenen Interesse handeln, wenn sie sich vorher behufs dauernder behördlicher Aufenthaltsbewifligtmg an den gefertigten Obmann des Verbandes wenden. Der Verbandsahmaan: Rabb. Slmon Goldstein, Nöiaikirchen. ßrucksorten ״“»t“ Scharf & Schwimmer, Bratislava, Jwdewg. 30«32 Ä־ Selchwaren °&T ISNAZ RtJDER, BRATISLAVA.