Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 17 (23.4.1926)
- Date
- 1926-04-23
- Page
- Seite 126 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 126 JÜDISCHE PRESSE Nr. 17 W׳ie •ersichtlich. ein. Tasten im Dunkeln. ׳ein Tanze »!wollen auf allen Tiscljpn. .ein z,ie׳i־ wird wahlloses Suchet! und Streben, dem sich die verschiedenen der Reih enteise •rae'h iiufewsudheu* den Parteien dadurch erwültren werden, dass sie ׳an die Türe •ihrer Zentralbiurcaius ׳die Tafel mit der landläufigen Aufschrift aittbrim.s:e 11: ״Hier ,ist das Bet teil» ׳umd iHiausieren verboten!“ Doch uns interessiert (liier nicht das Manöver unserer Gegner. Unser Augenmerk müssen wir vornehmlich auf die Frage rieh ten: W a s t ai .t 0 d e r. »b e s ■s e r g ■e s a!g t. wa s Ina ׳: die O r t ׳h 0 d 0 x ■i e S ׳! e Ib e n Ib ii r g ns in dieser Z 2 i: u «1 d u n te r di!;se 11 Ve r:11 ii i 111 ׳': s se!11 7. u t tun? Soll sie sich der einen oder anderen!nidischen. 1b0z'־ehu!ngswe׳is׳e niiimäiiiisclien Partei ih corpore, als geschlossene Einheit,!unter •dem Z׳ag׳eständmfisse gewisser Jdciuerer oder grösserer Vorteile auf kulturellem Gebiete auschHesse 11? Soll sie •als Körperschaft gar keime Stellung nehmen und es!;ihren Bekenncrn. den grossen, nach vielen Tausenden zählenden •Massen überlassen, naoh Einsicht und Gutdünken zu handeln ,lind uribemerkt ׳iinterzugelien ini grossen Stimmcngawoge ,aller Stimmberechtigten Ramäniens? ,Oder ,soll sie etwa gar, ,sich selbst ver- .i ii in g 0 m׳ •d. a u!s i ,11 ׳r e ,r L e 111 a ׳r g i e sich a ti f r a!f f e u d, s,i clh p o 1 i t i s clh 0 r ie n't ie re.nid e in VVa;11 l!p rogra mm a ,ins!a r b ׳e i t e 111. a u f G r u n ׳d •d 2׳ s s e m ■e ,i n ׳e e i g e n e Listen 111f ,s' teilen 1u nd i ei k 0 m p ak t ge s ch •1 0 s sem e m (R e!i Ih e n v 0 ■r di e W a h 1 u r 11 ׳e marsc .11 i e ■r e •n, 1s e ׳i b s t ff ii!r •de n Fa 1 1׳ e i•11 er 7.in Ibe f ii׳r c btende n E 1־geb,n i slos lg keif? ®ch bin durchdnungen vom der Ueber-zeugumig, dass der letzte We g — id!e -r r I c 11111 g e i s t. Ja dass ,sogar ׳die Zukiinft׳. der uuss'iclwsvollc Bestand und ,die nötige Fortentwick- Imni? der hier ländischen ׳Orthodoxie •nur •durch eine derartige Umlemumg uhd ׳Regenerierung zu ׳erreiclhen!ist. Als unsere grossen Ahmen in Ungarn vor ׳einem halben Jahrhundert das Bollwerk zur Rettung ■des traditionellen Judentums: die ׳separate orthodoxe Organisation;ml:!dem-Einsatz Ißirer ganzen Person- ’ilichköit. .durah Aufopferung .ihres Gutes und •Blutes.׳ ihrer kost-!baren Zeit u!nd ihrer Gesundheit schüfen, ida mussten ,sie •diese hinge, von Begeisterung getragene, vom allgemeinen Verstandmis gestärkte 1u׳1!׳d also ,ldbens- und •entwicklungsfähige Organ־'!׳ satiorF nicht politisieren. Die Idee!an sich, das heilige Leben und ideale Winken unserer Titanen. die damals an ׳der Spitze des Judentums standen, ■die tiefe, ,ehrliche Religiosität, ׳die bewusste, übeinzeuguriigsvolle ׳Frömmigkeit unserer Ahnen sicherte ׳zur Genüge die im'Tränen und Gebeten gezeugte und geborene Schöpfung. ,AU das hat sich in unseren Tagen gründlich geändere. An Stelle ,der Titanen sind Epigonen getreten, die hingebungsvolle•. unwandelbare Frömmigkeit vom!dazumal hat viel von iihrer Allgemeinheit lind lF׳es!:i1g1keit •verloren,!die!Bewusstheit immd ׳das Verständnis für die unbedingte, religiouserflialtende Notwendigkeit de,r Orthodoxie ist immer mehr geschwunden.!Damals iniiililte jode ׳treue jüdische Brust das!allein seligmachende ,Mornien!: der Trennung. heute ׳muss man schon ihre Berechtigung den grossen!Massen mit Argumenten demonstrieren. Damals •trug die Orthodoxie ■ihre Lebensfähigkeit und lExistenzbereslhtigumg in sich. 111 ernte ׳muss sie erst!wieder 1von’ neuem bewiesen werden.!Hiezu gest'lli: sich noch ׳der!Umstand, dass •im! jener guten alten Zeit noch keine andersgearteten■ jüdischen Parteien mit politischem Einschlag ,existierten. Die Orthodoxie ttöur-de .jüdischpolitisch nicht angegriffen, so musste sie ,sich auch nicht auf ׳das politische Gebiet begeben, um sich dort zu vorleidigen, ,in die!politische Arena treten, um ׳ihren Rechten •dort zur Geltung zu •verhelfen. •Seitdem •i.st aber der Weltkrieg ׳dahingebraust und ,sein Schlamm. ist!zurückgeblieben, dem ein •neues Gelichter entstiegen ist. (n allen grösseren jüdischen Zentren!der verschiedenen Länder hüben ׳sich jüdisch׳;■ politische Parteien gegründet, die׳, auf ׳denn •Nährboden ׳der •Demokratie entstanden und weiterentwiökelt, die grösste ,Gefahr ׳des thoratreuen Judentums und setimer ׳unverrückbaren Grundlage: idem Prinzip; des Aiutorltätsgeidankenis ׳bilden. Wen!!!׳ wir!das 1:׳eue׳r erworbene grosse Ebbe unserer grossen Väter: ׳die orthodoxe Orgamisa- Einjähriger Hangeiskurs Wiener Einjähriger Handelskurs Talmud -Thora - Schulverein Volks- und BOrgeischiila für Knaben und Mädchen Wien, II.f Malzgasse 16 Oest.Postspark.-Kto.182.lB9 Spendet für das älteste und grösste Jüdische Schulwerk Wiens! j y1lilllillllllllllllllllllllllllllillll(ill!lllllllllllllllllillllllllllll^ 1 überall erhältlich | U Blaimscheins §§ | S PFLANZENFETT S1 1 USEROLi 5lOO Prozent Fettgehalt ־v .כשר H (תחת השגחת הרב הגאון ר׳ ישעי פורסט שיפשוהל) :== EE5 Erzeugt unter Aufsicht Seiner Ehrwürden Herrn 555 Obetrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) 1 Fabrik: (Kien, M, Diefenbachgasse 59 FiiiimmiiminmimiimmmiHiiiimmmiüiiiHUiiiiHHiiHnillr: tioin erhalten, gegen ׳Angriffe schützen ׳und gegen den •ze׳rnagenden Zahn ׳des alles demokratisierenden Zeitgeistes sicher•- steilen wollen, müssen wir ׳den Kampf dort aumeihmen, wo er ums laufgezwuingen wlir-d. Solange •ur in ׳her Gemeinde sitube ausgefochten ,wurde, genügte ׳es. uns ׳ebenfalls auf die ׳vier Mauern dieses Raumes zu beschränken. Da aber heute der Strausis!auf offenem;Forum a׳us׳getragen werden muss, so müssen ׳wir unseren Angreifern ungescheut und ׳ungesäumt dallii;:1 folgen. •Wir können und dürfen es nicht mit sehendem Auge zuiassen. dass das Fundament unserer Organisation, das letzten •Endes den Bestand des gesetzes treuen Judentums sichert, untergraben wird•, dass uns die breiten Volksschichten, die bisnun zu unseren: Ge folg׳' gehörten, von Tag ,zu Tag in st; s wachsenderem Masse abwendig gemacht werden. Umd ׳das alles nur durch •den ,Zainiberspruch: politische Vertretung. Wir dürfen uns, den Kern des Judentums, durch!Entpolitisierung nicht in!den Augen ׳des!mach Aeusserlichikeiiten urteilenden Volkes!zu .׳einer zweitrangigen Korporation, der man fiigliclh auch entraten kanim, wir!dürfen uns ׳zu keibar quantiife negltgeable herabidrücken lassen. Wir müssen idie Stimme der Zeit verstellten umd d׳e׳r ׳Mentalität und ׳dam Wunsche ׳der breiten 1Massen entgegenkommen!und1 1au׳ah auf politischem ׳Gebiete unsere ,Palme׳ entfalten, umsoimehr, da ■e!s aus der Weltanschauung '׳der Orthodoxie!foligerldhtig if Messt. dass wir selbst im politischer Be,zielhung ,ums nur van solchen Menschen vertreten lassen können, .,deren• Hähden׳ wir auch unsere eminenten!religiösen Auge lege nheiten amvertrauen dürfen׳, von denen• wir überzeugt!sind, dass ii,Innen idiieRe.ligioh als'oberstes Prinzip dastellt, •vom ׳der ׳sie nicht ׳ein Jota preisgelben ,würden, ׳selbst!für den augenfälligsten politischen Vor-t'eiil. Es 19: ja übrigens ganz ausgeschlossen, ׳dass im öffentlichen Parlamentsleben nicht auch solche jüdische Probleme auftaueihen׳. deren Bewertung vom ausgesprochenem religiösen Standpunkt ׳erfolgen muss. Denken wir ■nur an ■das!im;letzten Jahre lim rumänischen iParlamem: verhandelte Schul־ und Kirchengesecz. Da .hatte unsere Orthodoxie solche spezielle Beschwerden umd Wiihscfhe, die von ׳gar keiner jüdischen Partei׳ gefühlt und' konstatiert!wurden. (Ails ermunterndes Vorbild kommen •wir auf die Ortiho- ׳daxie -der Slowakei blicken, die anlässlich ׳d ,e r letzte 11׳ P a r 1 a ment s w <a Ih len ,e •i n s ׳ 1 0׳c ,h 11• mp om!i e r e!nd׳e s Zeichen ihrer poli tische n Reif e u ,111d;ihrer j mg ׳endlichen iS cluafii e.nsk r afj geg׳e!ben, ׳dass ihr Beispiel geradezu :zur iNaclhiahmumg aiiiordert. Der •,Einfluss und!der Nimlbus der ,slowakischen Onthodoxie 1h!a,t ׳Nadidruck verböten.■■ Die Geschichte einerGrabesschändung (1Ei׳ne Reminiszenz.) Ein Freund unseres Blattes schreibt uns: Di; schmachvolle, 'von Antisemiten verübte Schändung des Erfurter jüdischen Friedhofes, hat dem von sittlicher Entvüstung überwältigten Staatsanwalt zu der Erklärung hin- * reissen lassen, er bedauere es. ״dass das moderne Strafrecht selbst für solche Schandtaten keine körperliah■;, Züchtigung der Attentäter zulass■;. In diesem Erfurter Friedhof •ist seit SO Jahre keine Leiche bestattet worden: es wurden also Gräber von Toten entweiht, die keiner der jetzt leibenden antis uni tische 11׳ Helden jemals mir seinen Augen erblickt. Dieser dem ganzen Antisemitismus brandmarkende Fall hat in mir die Erinnerung am die Erzählung einer Grabesscüiändung geweckt, die ich aus dem Munde meines sei. Grossvaters ,gehört, der selbst als Jüngling vor nahezu 70 Jahren Augenzeuge •derselben gewesen und die vielleicht heute noch aus mehrfachen Gründen das Ihteresse Mi r er Leser in Anspruch nehmen dürfte. In T,. einer ansehnlichen jüdischen Gemeinde in Umgarn’ die sei; Jahrhunderten der Sitz grosser Rabbine:׳ gewesen, war der greise Rabbiner gestorben. Seime tiefe Gelehrsamkei:׳, seine innige!Frömmigkeit, gepaart mit grenzenloser Güte,!hatte ihm die verehrungsvoüe ,Liebe nicht mir seiner Schüler, sondern seiner ganzen Gemeinde erworben, die sich bei d׳em Tode des edlen ehrwürdigen Mannes in Ausbrüchen.des Schmerzes kundgab, wie wenn jeder den Ver- Just eines Vaters zu beweinen hätte. In der letzten Nacht, ׳in der man den. Eintritt des Todes als sicher bevorstehend befürchten musste,!wachten sämtliche männliche׳ Mitglieder der Gemai/ide im Gebet. Gegen Morgen hauchte der Greis, der bis Zur lenzten Miaute bei vollem!Bewusstsein war, ,seinen!Geist •aus. Zehn!aus •nah und fern berbe'igeeilte Rabbiner ׳hielten dm Sarge das Verblichenen Nachtruhe. Der dinzige, von dem Rabbi selbst niedergesdhrkbene Wunsch, ׳die Schul- Ränder mögen bei ׳dem Leichenbegängnis!unmittelbar hinter seinem Sarge gehen, wurde natürlich getreulich befolgt; diesen kindlichen Leidtragenden schloss sich eine aus mehr als 2000 Personen bestehende Tramerigeme 111d׳e an. Die Schatten des Abends senkten sich bereits herab, als die letzten Gebete am Grabe unter lautem, herzzerreissendem Schluchzen der Menge beendet wurden. Da ereignete sich -ein allgemeines Entsetzen erregende!• Zwischenfall. Ein kleiner, etwa zehnjähriger Knabe war auf die den Friedhof umgebende Mauer geklettert und warf von dort, sein Gesicht mit der einen Hand verhüllend, unter höhnischem Gelächter, rasch einige Steine ■auf das Grab. Bevor sich die ,ob dieser Büberei entsetzten Trauengäste auch nur ,zu einem Ausruf des Schreckens ׳Und der Abwdhr gefasst hatten, geschal! noch etwas Grauenhaftes: der Knabe schleuderte das Aas einer Katze auf den kaum noch geschlossenem Grabesiiiigei ■des grossen Rabbi. Der furchtbare Aufschrei '׳d׳e׳r Empörung, •der dieser Tat ■endlich folgte, schien den kleinen iGraibessdhämder ■nicht sonderlieh ,zu rühren. Lau׳: fachend ,flüchtete er sich von •dem Schau:- platz seiner Heldentat, bevor man — es war inzwischen ganz dunkel geworden — seiner habhaft werden, oder auch nur genau d׳ie Züge seines Gesichtes erkennen ko,nute. Aber aus dem weiteren Verlauf der Sache erfuhr man nicht nur, welcher Familie der christliche Knabe entstammte, sondern auch welche Folgen die Grabesschänduug harte . . . Aus den Mitteilungen des sehr ׳geachteten׳ menschenfreundlichen Arztes, die am nächsten Tage stadtbekannt war- 0־»-0־י־0-י־0»־0־»־0־*-0-0-י*0-0-0־*־0-*־כ0-»-0-»־0-י-0-»־0»־0־»-0 Q § oder1 Scheitel,? f die nicht mehr modern sind! <* Tragen Sie Durchbequeme i!TEILZAHLUNGEN^ X ist Ihnen ermöglicht, durch das führende Haus in £ f Dauerwellen und Bubikopfschneiden die modernsten 4 O und schicksten Haarersatzteile zu erwerben ö?FRANZ EMMER? V J O Spezialperückenmacher und Damenfriseur q 5 WIEN, I., MAHLERSTRASSE Np. 5 o Telephon Nr. 77-0-54 ס־י־ס׳״־סיי־ס״׳ס׳י־ס־י־ס־י־ס־״ס^״י־ס״^ס״י־סיייס־״־ס־״־ס־י׳סיי׳ס־י־ס׳י־ס sich zuseihend,s •vervielfältigt und das B-ewusstsdn ,von ihrer Notwendigkeit ׳und Bedeutung ׳für!das ■gesetz es treue Judentum hat sch11;•׳ ■die breiten Schichten des Volkes Bahn gebrochen׳, sowohl im Bnlaud als auch im Atjislabd. Derselbe Erfolg w ä r •s a u c Ih d •e r s ii e ib e n Ib ii ,r 1g ■i s c Ih e a 0 ׳r •t h 0 d 0 x i e b ״• s c!1 i e d •e :n. wenn s ׳; e s! c h zu •einer d e r a r ׳t •i g e 11 selbst ä >11 d ׳!׳g e m o r j g i 11׳ e 1 1׳ e n K ■r a f t •e n t f!a 11 u n g e ■n t s c h I i 2׳ ■s& a £1 k ö ei!;11 •e. •Wc!h׳l fehlt unserer Organisation die politische •Gesc.hulthe׳it uhcl die!nötige Routine zu einem derartigen Unterbehimen. Jch glaube jedoch voraussetz 11׳ z u •d ii r f en.!'J a s s d i e W •2 •11 0 r g a 11 i s a, t i 0 11 d e r A g ti d a s J ,i sroel lü e r t a t k ,1־ ä f t i g •z u r S e 11 e «tehen ׳Wiirde. Sie. ■die unbedingt den Weisuurer! und Irn hitercsse der •Laudeskiauzlei handeln würde, könnte uns ihre langjährige׳, :a vielen Ländern der Diaspora g.•sammelten Erfab nungen ׳auf dem Gebiete der Tak.ik umd Realpolitik ,zur Vert'ügang stellen, denn ׳sdhl׳i׳es!!ic;h bleibt ׳doch das Prinzip und die Methode überall sich gleich, wenh auch!die Eigenheiten jedes Landes um :!des in! ihm sesshaften orthodoxen Judentums berücksicht'igt werden!müssen. Mit einem Schlage würde ,wattigemacht werden, was •die Orthodoxie hierzulande •durch den Zionismus, durch ■die Nackiweheri des Krieges, durch 1die eigen׳;üm׳lichen Lanidesverhä'ltnisse an Ansehen und ,Einfluss •verloren hat. Und wenn *es ihr auch nicht geiäng., schon iru ׳dieser ,Wahlkampagne Ihren Vertreter ins Parlament .zu bringen, .so hätte sie' cloeh einen grossen ■Achtungserfolg!zu verzeichnen. Sie würde wie aus eimeim stählender! Bad aus •diesem Wahlgange gestärkt und gekräfti'g: hervorgehen, sie würde wieder zu Absehen kommen und abermals weite, •weite!Kreise e'iiner treuen׳, ergebenen, bewussten und opferbereiten Gefolgschaft hinter sich haben’. Wahr- •lieh, auch Averescu. ,der gewiss einen grossen Sieg im dieser VValhlsdblaciht erhofft,!Wird keinen grösseren Triumph feiern köinnen. wenn er ,eine Majorität 1aui;bringt, als unsere Orthodoxie. Wenn sie audh keinen einzigen Abgeordneten!durdhlbringt. Der Kampf gegen die Aguda. (Von unserem B. R.-Korrespondenten ,im Haag.) Es scheut, dass die Zionisten und ,ihre Leibgarde die Misracliisten zu' einem Schlage gegen!die Aguda ausholen. In Wien hat Herr Oberrabbiher Dr. C h a j 0 s am ersten Tage des Pessachfesles zum Gegenstand seiner Predigt den Text: ״Kampf ,gegen die Orthodoxie“ gewählt. Fast um ,dieselbe Zeit ׳hat der Oiberraibiiner vom Leevarden (!Holland) unter dem Vorwände,!der Friede' ln der Gemeinde könnte gestört werden, die Gründung einer Agudagruppe verhindert, während Herr Mosiil in Amsterdam in einem misrachistischen Monatsblatt gegen die ״Trennungsorthodoxie“, wie ar die Aguda zu benamsen geruht, loszlelit. Während nämlich früher die Aguda von ׳alllen Seiten der Untätigkeit, insbesondere der Vernachlässigunig •der Aufbauarbeit in Palästina geziehen •wurde, ist dies ,,heute nicht mehr möglich, ׳denn die Leistungen der Aguda auch in Erez Jisroel können auch von den übelwollenden Gegnerin! ,nichi:. mehr geleugnet werden. Doch!den Zionisten und misrachistischen Mitläufern ist der Gedanke an die Bedrohung ,ihrer Monopolstellung ,in Erez Jisroel einfach ■unerträglich. Darum wird ein anderer Ton angeschlagen und man verkündet der aulfhorchenden Welt: Dem Judentum Ist eine Gefahr erstanden — man höre und staune — ,in der Aguda,!dte das Erbe der Priesterkaste, d. h. den KJieirikailismus übernommen hat. •Die Aguda :ist ein Störenfried, die Aguda muss beseitigt werden. Dass die holländischen Vorkämpfer gegen Agudas Jisroel besonders glänzende Namen tragen, kann man gerade nicht behaupten. Vom Oberrabbiner von Leeuvarden weiss man nur, •dass er vor ,einigen Jahren• :eine hoi'läindiisdhe UebersetzUng von Kapitel 40 bis 60 aus Jesaias׳ veröffentlieh׳: hat, und' Herr Mosul, der erst vor kurzem das Seminar verlassen hat, ist ei« noch ganz junger und במ׳ כב1ח י unerfahrener Mensch. Und• gerade dieser Mann hat sich ■in einer der Adas Jisroel, Wien, II., NesUoygasse 11 Oesterr. Postspark.־Konto Nr. 177.855 Tel. 65-3-71, 65-1-66 Spendet für den den, ergab, sich: Der kleine Junge, der einzige Sahn eines durch seinen besonders wüsten Judenhass bekannten Menschen hat;e, in sein väterliches Hans zuriiciklgekehrt. nicht eiligeres zu tun. als sich der Scherze zu rühmen, zu deren׳ Schauplatz er sich den jüdischen Friedhof ,erkoren hatte. Das arme Kind, das in einer von roher Gehässigkeit und' unflätigen Schimpfereien über Juden durchseuchten Atmosphäre aufgewachsen ׳war, mochte iwohl glauben, dass e!s ■etwas Riühimliclhes, oder zumindest nichts Schlimmes von sich zu berichten habe. Und der Vater? Wie er dann in der selben Nacht ׳noch weinend׳ dem erwähnten Arzte beichtete, ,der Vater hatte lachend und nur zum Scherze dem Knaben zugeritiien: ״Gib acht. Buh, dass dich nur heute Nacht der alte tote Rabbiner nicht bei der Gurgel packt!“ Derlei Vorstellungen, allerdings verknüpft mit denn Hinweis auf leibende Rabbiner, mag schon das ׳Ohr vieler!Kinder vergiftet!halben, abe.r ׳diesmal hatten .sie *e.iime gewiss unbeabsichtigte Wirkung. Vielleicht waren die Nerven ■des Kleinen doch!durch!die Vorgänge am Friedhof erregt, so dass ar den väterlichen Scherz für eine •ernste Drohung nahm, umd er er,schrak ihelftig.;Er verlangte ins Bett gebracht zu werden׳, wurde von einem!Hie1b1ersch.au!;r erfasst und verfiel bald l!n eiin Delirium, während er!Innmer schrie: .Der Geist ׳des ,Rabbiners schnappt nach irni.r! Er!würgt mich!!Helft mir! Um 00^66^:1^ helft mir.“ ׳D'er unglückliche Vater lief •in der Nacht noch zum Arzt, erzählte ihm alles, was vorgefallen und ba: ihn .zu sich. Der Arzt kam. iiimtersiitdlite [genau das Kind und ׳schüttelte• ,bedenkfiäi das!Haupt. Um zwei U!hr nach Mitternacht 'war das Kind eine Leiche. Die Verzweiflung des Vaters, dem nun die Wirkung seines rohen Scherzes allzniklar vor das Auge getreten war, soll furchtbar gewesen sein. Er jammerte, dass er schuld an dem Tode ,des Kindes sei, da er es so erschreckt hatte; über er!mochte in seinem Schmerze auch erkannt haben, dass er niciht ganz schuldlos daran sei, dass sein Kimd Gefallen daran gefunden, eine jüdische Traumeier so arg zu stören. Zu •dieser Erkenntnis des so hart gestraften Mannes dürfte wohl auch beigetragen halben, dass sich seine Annahme irrig erwies, die Juden, mit denen er trotz seiner vielfach bewährten iudenfehidl'ichen ,Gesinnung man allerlei geschäftliche ,Be- Ziehungen unterhielt, würden es nicht ׳unterlassen, Gefühle der Schadenfreude, wenn auch nicht auszusprechen, doch zu verraten. Er erfuhr im Gegenteil; nur Beweise aufrichtigen Mitleides und ungeheuclhelter Teilnahme. Kein Jude fand sich, der so grausam u!n׳d erbarmungslos gewesen wäre, die Aussohreitung eines urteillosen, unverständigen Kindes, durch dessen To.d gesühnt sehen, zu wollen. Der unglückliche Vater litt schon schwer genug unter ■der mahnenden Stimme seines Gewissens. Nie hörte man mehr aus seinem. Munde ein böses, verächtliches Wort gegen ׳die Juden. a.