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Jüdische Presse · 1926-04-23 · 17 (23.4.1926) · p. Seite 125

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
17 (23.4.1926)
Date
1926-04-23
Page
Seite 125 (sequence 1)
Language
German
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JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration 1 Wien, II.,Leopolds- §»88e 26, 1. Stiege, 1. Stock. —1 Tel. 4594־4־. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Brscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzj*ährig: Für Oesterreich S 12 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich: PostsparkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei! Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko, N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117;. für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 ■r. 17 Wian-Bratisiava, 23. April 1926 .ב״ה וינדרפרעספבומ טי אייו תרם*ו .12■ J9fll*£|a Chronik der Woche■ Verschiebung der Zeulralratssitzung der Agudas Jisroel. W i e n. (AJPB.) Die ursprünglich fiir den 27. April dl J. angeäetzte Tagung des Zentralrates der Agudas Jisroel wurde mit Rücksicht darauf, Idass yiele Mitglieder des Zentralrates deni 'Wunsche Ausdruck gegeben haben, das Eintreffen des Herrn Dr. Salomo Ehrmann aus Amerika abzuwarten, verschoben. Die Zentralratstagung wird wahrscheinlich bald nach dem Schebuothfeste stattiinden. Dr. Moses Auerbach m Erez Jisroel. Dr. Mosesi Auerbach, der bekannte thoratreue Schulmann, der lange Jahre in Erez Jisroel wirkte, weilte über die Pessachtage in Erez Jisroel und besichtigte dort die thora־ treuen Schulinstitutionen. Er hielt mit den schulerhaltenden Körperschaften eingehende Konferenzen ab. Herr Doktor Auerbach wird über seine Eindrücke und Wahrnehmungen einen schriftlichen Bericht der Palästinazentrale der Agudas Jisroel erstatten. lieber die Aguda in Jerusalem• Die Zentrale der Agudas Jisroel in Jerusalem, hat in diesem Jahre, dank dem Entgegenkommen der Palästinazentrale in Frankfurt, für die Verköstigung der thoratreuen Arbeiter in umfassender Weise gesorgt. Mehrere Firmen und Privatleute in Jerusalem haben, mit reichlichen Gaben zur Ermög־ lichung dieser Versorgung beigetragen. Während des Pessachfestes wurden mehrere Versammlungen abgehalten. An. einigen nahm auch der jetzt als Gast in Jerusalem! weilende Oberrabbiner Simon Hirschler, Vizepräsident der orthodoxen Landeskanzlei in Bratislava teil. Sowohl der1 französische wie auch der tschechoslowakische Konsul statteten während der Pessachtage Rabbi Chaim Sonnenfeld einen Besuch ab. Der tschechische Konsul besuchte auch Oberrabbiner Hirschler, der in Begleitung einiger seiner Schüler aus der Tschechoslowakei zu Besuch nach Erez Jisroel gekommen, ist. Anlässlich der. Anwesenheit des Oberkommissärs von Syrien Herrn de Jouvenel, wurde ein Empfang für die Vertreter der jüdischen Bevölkerung׳ veranstaltet, ln Vertretung der Agudas Jisroel erschien Rabbi Moses Blau zum Empfang. \ Die Palästinaeinwanderung während der letzten 7 Jahre. ״Misebar Wetaaissiah“ veröffentlicht folgende Eimvanderungszahlen für dC׳e ■letzten 7 Jahre: 1919 261S, 1920 7129, 1921 8517, 1922 9481, 1923 9778, .1924 17.373, 1925 34.7SS. Im Jaihre 1925!sind 4100 Personen aius Palästina au s g 2 w!a n de n t, und zwar 2419 Palästinenser ׳und 1081 Neuangekommene. (Ziko.) Jüdische Schriftsteller gegen die Idee der jüdischen Legion. Sieben ,jüdische Schriftsteller, mit Dr. J. L. Magnes an der Spitze, veröffentlichen eine Erklärung, •in welcher gegen die Propaganda ftir die Errichtung einer speziellen jüdischen Legion!in Palästina protestiert wird. Eine sollche Propaganda, heisst es. .in der Erklärung, se.i geeignet, unter den Juden Furcht und Besorgnis zu wecken. Das nationale Prestige erfordere es, dass der Idee einer jüdischen Legion entgegengetreten wird. König Feisal Gast im Hause eines jüdischen Kaufmannes. Re.uter berichtet aus Bagdad, dass infolge der Ueberschwemmung des königlichen Palastes׳ sich die königliche Familie nach einer der Baumwollpllantagen des Königs, 100 Meilen nördlich von Bagdad, begeben hat. König Feisal selbst hält sich vorübergehend im Hause eines reichen jüdischen Kaufmannes in Bagdad auf. Der durch die Ueberschwemmung bisher ange- ■richtete Schaden i!n Bagdad und Umgebung wird auf zwei Mililionen Pfund geschätzt. Diie Lage hat ׳sich ein wenig gebessert, da der Tigris nicht weiter gestiegen ■ist. 357.135 jüdische Familien sind in Amerika religiös organisiert. ״Christian Henalid“!bringt eine Statistik 'der religiösen Kongregationen in den Vereinigten Staaten. Dieser ist zu entnehmen, dass 357.135 Oberhäupter von jüdischen Familien religiös organisiert sind, •indem sie einer jüdischen Synagogeng»memschaft׳ als Mitglieder angehören. Erhöhung des Aktionszieles des Joint auf 25 Millionen Dollar. Philadelphia. Der Vorsitzende der Vereinigten jüdisehen Aktion des Joint Distribution Committee, Mr. David A. B r 0 \V1 n, hat auf eiimer Konferenz ■in Pennsylvania-Ost, der mehrere hundert Delegierte beiwohnten, erklärt, das Joint Distribiition Committee werde demnächst an die Judenschaft Amerikas nait der Forderung herantreten, in den nächsten drei Jahren mindestens 25 Millionen DoMar für den jüdischen Aufbau■, statt der bisher geplanten 15 Millionen Dollar, auiizubrfngen. Brown sagte, man habe sich von Anfang an das Ziel zu niedrig gesteckt, angesichts der ungeheueren Not müsse man sogar 50 MJIionen fordern. New York. Herr David A. Brown gibt bekannt, dass in den letzten zehn Tagen eine halbe Million Dollar auf den Joint-Drive ■in bar singe gangen sind. Was erwartet Erez Jisroel von der jüdischen Gesamtheit? Erez Jisroel, das Land unserer Sehnsucht, ist in unseren Tagen zu einer Stätte pulsierenden und aufbauenden wirtschaftlichen wie kulturellen Lebens geworden. Erez Jisroel hat vielen Tausenden unserer bedrängten und entwurzelten Brüdern Schutz und Existenzmöglickkeit gewährt. Erez Jisroel fordert von der gesetzestreuen Judenheit opferbereite Unter- Stützung des Keren Hajischuw, des wirtschaftlichen Auf banfonds der Agudas Jisroel für Erez Jisroel. Was hat der Keren Hajischuw für Erez Jisroel geleistet? Keren Hajischuw hat bisher fünfzigtausend Dunam Boden in den Besitz der Agudas Jisroel gebracht. Keren Hajischuw hat im Juli 1925 die erste Kolonie der Agudas Jisroel ״Machaneh Jisroel'־‘ eröffnet. Keren Hajischuw hat Aulim- Heime, Arbeiterwerkstätten, Arbeiterküchen und landwirtschaftliche Schulen ins Leben gerufen. Keren Hajischuw will das Begonnene fortsetzen, das Kolonisationswerk erweitern, dem gewaltigen Strom der gesetzestreuen Einwanderer durch Arbeit Verdienstmöglichkeit schaffen. Keren Hajischuw ruft das jüdische Volk auf, beizutragen an dem Aufbau des Landes der Väter im Sinne und Geiste der jüdischen Tradition. Das Direktorinm des Keren Hajischnw. * Annahmestellen des Keren für Oesterreich: Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel,Wien, II.,Malzgasse 12a; für Rumänien: Isak Sternberg, Oradea• Mare. Piata Unirili 2. Videant consules... Von •Rabbiner Josef Adler. Sclhäs'sb'iirg (Ramän'en). Es ist ,sehen ׳ein dairaii tfte׳ ■poIiHsdhie (Weltpresse ■sattsam bekanntes!Ereignis; dass die ׳sogenannte lilberale /Regierung Rumäniens endlicfli doch das getan!hat, iwas ,ihr seitens samtiiclrer Oppositionsparteien ■seit ■vier Jahren gewünscht ■lumd prophezeit wurde: sie idemlssicBiie-rte.־ Niemand im!Lands, ausser ■ihren Kreaturen, (weint ihr eine Träne ,nach, denn sie hat ■es verstanden׳, sämtliche ׳Nationalitäten. iKoalfesS'ionen und 'Wirtschaftsorganisationen des!Landes Bis an!den Gipfel der Umzu-!riedenhe.it ziu traben. Auch dis Orthodoxie Transsylvaniens hat keinen nmmitteilbaren ■Grund, ,den Sturz der (Regierung Bratiaim! zu 'beklagen. 1Hat doch 'bekainmüich unsere orthodoxe Organisation während' der ganzen Dauer ■dieser Regierung keinen Schritt nach vorne tun können. Bis auf den heutigen Tag ■wankt ja noch der ■Grund unter unseren!Füssen, da ,das neue, unseren gegenwärtigen Verhältnissen angepasste ■Organi- sationss.atut• regle rung samt lieh noch immer n׳ic!hi anerkannt worden ist. 1 Allerdings ist die neuernannte .Regierung, auch nicht ׳imstände, grosse ,Holfllnu.bgen bezüglich der!Erfüllung der jüdischen und der speziellen .orthodoxen Wünsche In unserer (Brust auszulösen•, da der Ministerpräsident Avirescu und (die prominenten Männer seines IKaibiinettes ■schon eins: die Leitung ׳der 'Regierungsgeschäfte im ,Händen ,hatten und unsere Angelegenheiten auch damals nicht!besser gehandhaibt ׳worden ׳waren ■als zur Zeit des liberalen Regimes. Auch sind schon Symptome vorhanden, dass der Averescu-redlvivus eine für die Juden noch verschlechterte Ausgabe ■des erstmaligen Regierungschefs sei, so ihai: ׳es z. B. unliebsames Auttsdhen gemacht, ■dass 'der diu roh seine ׳wüsten■ antisemitischen Hetzen ,berüchtigte Universitäts- Professor Cu za-, der ׳infolge seiner!brutalen, 'des öfteren 2« tätlichen Ausschreibungen führenden systematischen Wühlarbeit unter ■dem Drucke der Verhältnisse von der Regleriunig Bratianu seines Postens an der Universität zu Jassy enthoben wurde, nun von ■der neuen Regieruog wieder ■in Amt un!d Ehren eingesetzt wurde. Ebenso gib:׳der ■seitens dieser Regierumig mit ׳den ׳R!adau- Studenten, gegen deren Treiben ׳sich die ׳vorige Regierung Hinter der Pression! ,einer Verkettung von Umständen drastischere Massregeln ergreifen musste, abgeschlossene!Friedensvertrag׳ viel zu denken und z!u befürchten. Aber wir ,wollen vorderhand noch an die relative Wahrheit ■des alten Sprichwortes glauben: der Teufel ist nicht so schwarz, wie man ,ihn malt. ■Vielleicht bildet >d.׳r ,Umstand, ■dass die (Regierung vor Neuwahlen ■steht, die Triebfeder zu derartigen Entgleisungen ׳und .wird eventuell die Averescu-Parte'i, die im letoten Wahlkampf nur sechs Mandate .zählte, ■im Falle sie aus dem Wahlkampf mit einer Majorität ihervorgeht, von diesen ■Seitensprüingen ■auf!die׳ Landsfrasse «urückkehren. Möglich. Es bleibt albzuwanten. . Inzwischen ■rüsten alle ■Zungen und Parteien, alle ׳Kör,perschäften ■und ׳!Interessengemeinschaften zur ׳Wahlkampagne,■ von deren ,Ausgang das Wohl ׳und Wehe!Grossrumäin'iens ■auf .Jahre hinaus ab,hängig sein wird. Auch die Judenschaft des :Lanld'es macht schon die üblichen Anstrengungen und ■die Vörbertitungsschritte׳, um die grösstmiögilidien Vorteile aus dam Wablga'nge zu ziehen. Politisch organisiert sind eigentlich bloss zwei •Parteien im ganzen Reiche: die unter Führung Dr. Fildermanns stehende Partei• der Eivreilor Rom; an :ja, '׳die •ihren. Sitz׳ in 'Bukarest u!nd ■ihre Stärke im Al.raiclie hat. ׳und ■ihre Tochtervereine erst ׳im letzten Jahre nach den meinen- Provinzen, also auch nach Transsylvanien verpflanzte. Diese Organisation stehlt ausgesprochen auf assimilatorischer und oliauvilinistisch-ruimäni- ■scher Basis, vertritt mit;ziemlichem Erfolg ■die wirtschaftlichen ■Interessen des Judentums der Regierung gegenüber und 'hat ■ein ■Programm zur Lösung dhariiatiiver, knl.nreller und' jüdischkultureller Fragen nach ihrer •Fassen. Dieser Partei ■steht die zionistische oder ■jüdischn u t £ 0 n a 1 ,i s 11i s c h e gegenüber, deren ■Betätigung ■sich in ■dem genügend bekannten Rahmen der .Sohiwesterorganisationen •im Auslande abspielt. Ilm!Bilätteriwakle dieser beiden Parteien rauscht es seit eiber Woche sehr!vernehmbar. ׳(Man spricht von einem geschlossenen Zusammengehen ■beider und verspricht sich einen imposanten Erfolg van dieser Taktik. Beschlossene Tatsache ist ■es allerdings noch nicht. Das ■geht ganz ׳deutlich aus dem Commimtqiue der!zionistischen Zentrale in Oluj hervor, das übrigens sehr geeignet ist, die Ratlosigkeit, die!Naivitä!:'׳und politische Unerfahrenheit der leitenden Kreist* des Sielbenlbiirger Zionismus zu veranschaulichen. Das Bulletin enthält nämlich folgenden lavierenden ׳Beschluss des wahlleitenden!Komitees: ״Es ist der Wunsch der Siebenbürgen Zionisten, ■dass die Judenheit Grossrumäniens zu einem einheitlichen WahJblock verdichtet ,werde. Sollte dieser Plan sich als ׳uuausfiilh׳rlbar erweisen, sollen Schritte uüiiternommen werden, mit den■ IM i!n׳de r- ■he i teu Transsylvaniens, vornehmlich mit den ׳Ungarn eine einheitliche Wahlliste dazu reichen. Sollte auch dieser Plan scheitern,!dann wind sich der siebenibiirgiseihe zionistische!Block den■ demokratischen Parteien des Rum ä.ne n tuim s annähern.“ .' ׳ ״ Die eleganten jüdischen Frauen tragen jetzt mit Vorliebe Othmar Schiffs s2״ü!*! Mode-Perücken die ebenso geschmackvoll und vornehm, wie leicht im Tragen und Frisieren sind Eine solche Bubi-Perücke kostet je nach Ausführung S 100.— bis S 160.— Moderne Transformationen mit naturgetreuem Scheitel von S 60.— bis S 90.—■ Transformationen ohne Scheitelstrich von S 50.— bis S 70.— Das Reinigen, Wasserfrisieren sowie Reparieren aller Perücken wird übernommen und sorgfältigst ausgefühit, auch dann, wenn diese nicht bei uns erzeugt worden sind Othmar Schiff, Wien, I. KfirntneiTiitt 6 Gegenüber dem Hotel ״Bristol‘* Telephon Nr» 51-3-62 Verlangen Sie die kostenlose Zusendung unseres Kataloges! Wollen Sie gefälligst bei Bestellungen den Vornamen Othmar . und die Adresse genau beachten l 'ONä 740906

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