Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 16 (16.4.1926)
- Date
- 1926-04-16
- Page
- Seite 122 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 122 JÜDISCHE PRESSE. Nr, 16 t*t■' ’31־;!j i I, \l i| Verlobung. Der verantwortliche Redakteur des Wiener Wochenblattes ,,Die Wahrheit“, Herr Oskar Hirschfeld hat sich mit Frl. Anny Löwy verlob{(. (Herzlichen Maseltow. D.t R.) Bad-Tatzmannsdorf. Dr. Benö Kohn beginnt seine kurärztliche Tätigkeit am■ 16. Mai. Erteilt kostenlos Auskunft über die Badeverhältnissc. Wien, 2. Bez., Tandelmarktgasse 8, Telephon 42-5-22. Semesterprüfung ini Badener Waisenhaus. Wie alljährlich unterzog auch'heuer Herr Oberrabbincr Fürst gleich nach Pessach die Zöglinge des Waisenhauses in חורש״י נ״ך דקדוק׳ גמרא einer genauen und eingehenden Prüfung, um sich zu überzeugen, was im langen Winter dort geleistet wurde, ln der unteren Klasse, in welcher der jugendliche Sohn des Direktors F r i e d m a n n, Mordchai Friedmann, unterrichtet, war Se. Ehrwürden besonders überrascht über den grossen Fortschritt der Kinder. In der oberen Klasse, in welcher Gemoro durch Lehrer Esriel Tauber gelehrt wird, war Herr Oberrabbiner erstaunt, welch grosses Pensum Perck Hamafkd durch’ genommen wurde. Die Kinder konnten jede einzelne an sie gestellte Frage vorzüglich beantworten. Nach stundenlanger Prüfung sprach Se. Ehrwürden beiden Lehrern seine grösste Anerkennung für ihr Wirken' aus, ebenso auch dem Direktor Friedmann für seine musterhafte Führung des Waisenhauses. In Begleitung Sr. Ehrwürden1 war Vorstandsmitglied Herr Sandor Adler. Der Verband der aut. orth. isr. Kultusgemeinden im( Burgenlan0 entfaltet derzeit eine zähe und energische Tätigkeit und kann bereits auf einige wertvolle Erfolge hinweisen. Dank des Verständnisses, das Landeshauptmann Rauhofer den Wünschen der Vcrbandsleitung, an deren Spitze Oberrabbiner S. E h r e nf e 1 d in Mattcrsburg steht* entgegen bringt, ist in der bisher strittigen Angelegenheit der S t e u e r e i 11 h e b u 11 g und des Schiedsgerichts1־ Verfahrens eine endgültige, den Wünschen der Ver־ bandsleitung entsprechende Verfügung an die einzelnen Bezirkshauptleute ergangen. In Angelegenheit der Tetierungszulage der Rabbiner sprach diese Woche Verbandspräses Oberrabbiner Ehrenfeld in Begleitung von Rabbiner Dr. P o 11 a k im Kultusamt in Wien vor. Oberrabbiner Ehrenfeld trat in warmen Worten für die Erhöhung dieser Zulagen ein, die auch in Aussicht gestellt wurde. Mattersburg• Frl. Rosa N e u f e 1 d ist im Alter von 18 Jahren, nach kurzem Krankenlager, einer tückischen Krankheit zum Opfer gefallen. Sie wurde Sonntag, den den 27. Nissan unter Teilnahme der ganzen Gemeinde zu Grabe getragen. Herr Aron Neu feld, Sekretär der Adas Jisroel (Schiffschul) Wien, betrauert in der Verblichene seine älteste Tochter. Tiferesz Bachurim, Budapest. In den gastlichen Räumen des orthodoxen Jugendvereines Tiferesz Bachurim ס״־ס־י־סיי־ס־י־ס־״־ס״־ס־״־ס־״־ס׳״־ס־^ס־י־ס־י־כ o־«־o־»־o׳»־o-«־o׳*־o׳«-o o * o i o * o t o t o i i o i O i ö i O $ o * o Tragen Sie oder Scheitel, die nicht mehr modern sind! Durch bequeme TEILZAHLUNGEN q ist Ihnen e.möglicht, durch das führende Haus in Dauerwellen und Bubikopfschneiden die modernsten und schicksten Haarfersatzteile zu erwerben FRAN Z EMMER Spezialperückenmacher und Damenfriseur WIEN, I., MAHLERSTRASSE Nr. 5 Telephon Nr. 77-0-54 ס־י־ס־י׳ס־י־ס״־ס״־ס-י־ס־י־ס־י־ס־״־י־ס״־ס־״־ס־י־ס־י־ס־״ס־י־ס־י־ס־י־ס־י־ס herrschte an den jüngsten Pessachtagen warm pulsierendes Leben. Die Stammgäste des Vereines, die allabendlich ihren Schiur mit Interesse absolvierten, erhielten durch die aus den Jeschivoth für Jomtow nach Hause gelangten Bachurim ansehnlichen Zuwachs. ׳Das Gros der Vortragenden bildete natürlich die Garde des Jeschiwohbachurim, die abwechselnd ihre חריפות Droscho in der סוגו׳ vortrugen. Am ersten Pessachtagc behandelte der Präses der Lehrkommission* H. Wolf Sussmann, mit scharfsinniger Gewandtheit das Thema. Ihm folgten täglich vormittags'die Herren N. G r o s z* A. Majer und D. Weinberger, denen dann Tag' für Tag abwechselnd sich die Vorträge des H. A. Haberfeld und M. Miklos anschlossen. Reichen Beifall fanden die homuletischen Vorträge des Herrn M. Klein, Präses der Sasz-Chewra, und des H. S. B. Stern. Eine שמחה ״* בתוךשמחה des Wortes intimster Bedeutung brachte die seit Jahren wie ein Ereignis ersehnte שבתחוה׳א דרשה^ Begründers und geistigen Leiters der T. B., der Rabbiner Viktor S u s s m a n. Die Räume waren für den Zudrang der Massen zu eng. Man lauschte gespannt seinen scharfsinnigen Ausführungen in der סוגי׳, Hie zündenden Worte des Meisters der Agada, der, anlehnend an den מררששיר auf den ״פסוק כשושנה בין, החוחים״ den Werdegang des T. B. in der Grosstadt in hinreisseriefer Weise behandelte, haben eine besonders tiefe Wirkung erzielt. Sein Appell für ״לימור התורה״ wird für die Zuhörer unvergesslich bleiben. Am letzten Tag חוה״א wurde die ordentliche Generalversammlung abgehalten, bei welcher Gelegenheit die Leitung, da ihr Mandat ablief, zurücktrat. Ehren- Sekretär E. Stern hielt den Rechenschaftsbericht, der von der Generalversammlung mit Einstimmigkeit zur Kenntnis genommen wurde. Ganz besonders wurde die Tätigkeit des agilen Leiters der Lehrkommission, Wolf Sussmann, her־ yorgenoben, der durch Einsetzung seiner ganzen Personlichkeit und seines jugendlichen Eifers den Verein zu seinem heutigen Niveau gebracht hat. Das Jahresbudgel) ■ erreicht die Höhe von 75 Millionen. Am שביעי של פסח wurde ein מגז אברהם Vortrag mit Gründlichkeit von Vereinspräses S. v. Freudiger gehalten, worauf als Glanzpunkt eine Deroscho des Genorah-Lektors des Vereines׳ R. Mojsche Pfeffers, folgte. An אחרון של פסח wurde ein □מגן אברה Vortrag von Ehrensekretär E. Stern und eine מגיהת דרשה von Rabbiner J. Steif gehalten. Letzterer schilderte mit markanten Strichen das Bild der גאולה לעתיד und würdigte in formvollendeter Weise das Sebera-Problem. Mit dem Ablaufen der Festtage beginnt neues, frisches Leben in den Räumen der Tiferesz Bachu־> rim. Die von Meisterhand gestreute heilige Saat trägt reiche Früchte. M. E. Rabbinerseminar zu Berlin. Im Rabbinerseminar" zu Berlin (Artilleriestrasse 31) werden während des Sommerhalbjahres 1926 neben den regelmässigen Vorlesungen der Herren Dozenten mehrere allgemein zugängliche Sondervorträge von jüdischen Gelehrten gehalten werden. Herr Professor Isaak M a r c o n (aus Leningrad) wird sechs Vorlesungen über ״S t r e i f z ii g e durch unbekanntes Gelände der jüdischen Geschichte“ halten, ebenso^der Geschäftsführer der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Herr Dr. Jakob Sega 11, fünf Vorträge über ,,Jüdische Sozialfürsorge“; sie werden vierzehntägig am Montag nachmittags (Beginn: letzte Aprilwoche) gehalten werden. Ferner wird Herr Dr. Willy Halberstadt (Direktor der Volksschule der Adas Jisroel-Gemeinde) seine im Wintersemester begonnene■ Vorlesung über ״Praktische Pädagogik des jüdischen Religionsunterrichtes“ fortsetzen. Die Teilnahme an den Vorträgen ist jedermann gestattet. Auf schriftliche Anmeldung, die unter Angabe von Name, Beruf und Wohnung an das Rabbinerseminar zu Berlin, Artilleriestrasse 31, zu richten ist, werden Zuty.itte'karten zugesendet werden.!! Tsc Im « eli o s 1 o w akei »»••••••••••••••••ו•••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••!•••••» i Behördliche Assistenz bei der Exekution der Kultussteuer in den orth. jiid. Gemeinden in der Slowakei. Das Ministerium für die ׳Verwaltung .der Slowakei hlat!an sämtliche Zupane der Slowakei! s. Z. 5470-26, Adm. IV vom 16. III. 1926, in Angelegenheit' der jüdlisdhen ■Gemeinde- Steuer nachstehenden Erlass geschlickt:! ״Laut Eingabe der Zentralkanzlei der!aut. orth. jiid. Gemeinden;in der Slowakei wallen manche Bezirksämter den sich an sie wendenden jüdischen Gemeinden bei der ׳Eintreibung der Gemeindesteuer die notwendige behördliche Assistenz nicht gewähren ׳und dies angeblich mit der Begründung, dass einerseits die betreffenden Gemeinden bis nun keine von der zuständigen tschechoslowakischen Obrigkeit genehmigten .Statuten besitzen, anderseits die ungarischen Gesetze und Verordnungen, and Grand weither man um diesen behördlichen■ Beistand unsacht, nicht 'gültig sind. Solenne aber die Kultussteuer, namentlich bei den jiidi- ,sdlien Gemeinden, die .wesentlLcIhsto Grundlage denJ Pflichterfül'lung der Gemeinde den Gläubigen gegenüber sowohl auf kirchhChem als aucn kullturelltem Gebiete, bildet, weitens weii es auch ans Staafsintiercssen -als nicihlt ׳erwünscht erscheint, dass bezüglich der jüdisch-kirchlichen Steuer ein Chaos oder die völlige Auflassung der Ordnung entstehe, wird den untergeordneten Aemtern nachstehendes in Erinnerung gebracht: Die konfessionellen Verhältnisse der' Juden wurden im gewesenen Ungarn;im Wegs formaler Gesetze, und zwar durch d'2n G, A. XVII ■vom Jahre 1867 (Gleichberechtigung), XLII vom Jahre 1895 (Rszeption) und § 7 des G. A. 43 vom Jahne' 1895, gleichfalls 'auch (durch Verordnungen der1 gewesenen ungarischen Regierung geregelt. Von letzteren wird namentlich׳ die Verordnung des gewesenen ungarischen Kultusministers, Z. 26.910 vom Jahre 1871 und die Verordnung ׳dies gewesenen ungarischiem Kultusministers, Z. 1191 pracs., vom Jahre 1888 (Treffortsche Verordnung) angeführt. Es muss bemerkt werden, dass obzitferte Gesetze .mehr weniger Rahmengesetze sind, wogegen die zitierten Ver- Ordnungen der gewesenen ungarischen Regierung die' Kultus- Verhältnisse der jiiidlisclien Konfession detaii.'licrt und ,ausführlich regeln. Es is: klar, dass die obzitlerton ungarischen Gesetze und Verordnungen. soferne1 sie durch Gesetze oder Regierungs- Verordnungen der tschechoslowakischen Republik nicht geändert woirden sind, auch!heute noch in votier Geltung •sind!. ׳Es muss daher in erster Reine geprüft werden, ob die Kultusveiihältniisse der Juden durch den tschechoslowakischen Staat wesenlüi'dli neh geregelt worden sind. ׳Und wenn sie geändert wurden, worin■ diese Aeuderunlg best eilt und welchen Einfluss dlfcsie eventuieillc Aenderung /auf die Eintreibung der jüdischen Gemeindesteuer! und auf die' Gewährung des Rechtsbeistandes seitens der politischen Behörden hat. Und hier muss in Erinnerung gebracht werden, dass der bevollmächtigte Minister für die Verwaltung der Slowakei die Kuituswriliültmsse /der,' orthodox-jüdischen Gemeinden in der Slowakei insofernne n.eu■ geregelt hat, als er mit seinem Erlass, Z. 4181 Adm., vom Jahre 1920 :ihre neuen■ Organisations- Statuten sanktioniert hurt. Diese neuen Statuten enthalten gegenüber den früheren ung'arischen Verordnungen wesentliche Aemdierungen, namentlich gegenüber der Verordnung, Z. 26.915 vom Jahre 1871 lind der Verordnung Z. 1191 vom Jahre1888 ־. Es ist nicht notwendig 11 a c 111 zu w e i״s 8u1, dass diese neuen Statuten, die durch den kompetenten Minister für di׳e Verwaltung der Slowakei sanktioniert ׳wurden, Leute gültig Sf'lnid1, soweit sie d'i? Organisation un.d das Knltai sleibcn der 0 r th odo xhn: j iid i!sc he n Gemeinden fn der Slowakei betreffen. 1וווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווו1 Thermalbad Ich beehre mich hiemit, dem gesch. Badepublikum zur Kenntnis zu bringen, dass ich אי״רן am 5. Mai 1. J. im Thermalbade Vyhne eine streng orthodox koschere Restauration 1 eröffne. Mein ernstes Bestreben wird dahin gerichtet sein, eine vorzügliche und hygienische Küche zu führen, für pünktliche Bedienung zu sorgen und müssigePreise zu berechnen. Ich übernehme hier auch Hochzeiten gegen mässige Bedingnisse. Referenzen erteilt Se. Ehrwürden des Herrn Josef — Tiegermann, Oberrabbiner der orth. isr. Gemeinde Nove Zämky. Um zahlreichen Zuspruch bittet Aron Brlbram Gastwirt N 0 v 6 Z ä m k y, 15. April 1926. Die iFr'age ist nun, wie wurde die ■Exekution׳ der Kult u’s ste 11 e r und die Gewährung de'is R e ch tsbe i9׳tan d'e s laut diesen giifltilgen Statuten geregelt.!Punkt 5 der Verordnung‘Z. 1191 praes. v. J. 18SS besagt, dass die Vorstände der jüdischen Rultusgemeiriden berechtigt sind, die Kiiltiisstouer gegebenenfalls auch bei Assistenz der poli- . tischen Beihörden einzutreiben. Der § 47 der neuen Statuten, die durch den Minister für die Verwaltung der Slowakei .sanktioniert wurden, besagt, ■dass die Gemeinde d'ie Kultussteuer bei eventueller Iinansprachnalbme!behördlicher Assistenz etntreibt. Soferne daher die gültigen Organisationsbestimmunge'n der .orthodoxen jüdischen Gemeinden hinsichtlich der Stcuerexekution. an den alten Vorschriften, Ver- Ordnung Z. 1191 v. J. 1888,•nichts geändert haben, ifet-es überflüssig nachzuw,eisen, dass so׳wo!)1l •die auf Grund׳ der alten Vorsdhriften als auch der neuen■ •Organ isationsstatuten organisierten ortlh. jiid. K 1111 nsg em aimdien berechtigt •sind, bei ihn er Sta.nmrlexek 11 tion die behördliche Assistenz der' poHfris ehen!Bebördie/11 in .Ansprach zu nehmen. Für den Minister: Dr. Be 11 ko m.p.“ ״Erez Jisroel-Eindrücke.“ So lautet das Thema, worüber Herr Samuel Schreiber, Söhn Sr. Ehrw. des Herrn Oberrabbiners Akilba Schreiber, aut Einladung!der Orls-, und Jugenfdsmippe der Agudas Jisroel i׳n Bratislava am vergangenen Sehabbos tm iPrunksaale der Kultusgemeinde einen Vortrag hielt.׳ Der Vortrag war im ״Seman- Zettel“ der Jugendgruppe angekündigt und!begegnete dam lebihaftesten Interesse der weitesten Kreise der Gemeinde, Lauge vor der anberaumten Stunde strömte eine grosse Menge herbei׳, denn jeder wollte des ״Röbbens Sohn“ hören ׳und aus seinem Munde erfahren, welche Eindrücke er in Eraz Jisroel, von wo er vor wenigen Tagen Iheimgeikeihrt ist, gewonnen hat. Leider erwies sich der Saal zu klein, denn hunderte mussten■ wegen ■Platzmangel umkebren und selbst der Redner konnte nur mit Mühe durch die angestaute Menge an seinen Platz gefangen,. , Auch der Gemeindevorstand war vollzählig zugegen. Der Redner erwies sicii als ein Vortragender!mit hohen rhetorischen ■Fähigkeifen unidi verstand es, seine Zuhörer zu fesseln. Van ׳ einem Bibeilverse ausgehend, schildert er zunächst die mächtigen ■Eindrücke, ■die der Anblick der ״!K׳asö] Maarowi“ bei einem orthodoxen Juden hervorruft und geht! zu einer eingehenden Darstellung ■unseres ״Ko■lei S cho.m re Hacho mos“ über. ׳Er berichtet _ über ׳die ׳Lebensweise der mehr als 3000■ Seelen zählenden Mitglieder des Kolef, über ihre Institutionen und Lehrhäuser und veranschaulicht in klarer ■Weise, wie ,dieser iKolei unter Führung des Obernabbiuers Rabbi Chaim Sonnenfeild "של gemeinsam mit den vereinigten Gemeinden jzuiizeit die einzige Gewähr ,für die Erhaltung des tihbratreueh Jischuws im!heiligen Lande bildet. Mit besonderer Begeisterung spricht er von der überragenden markanten'!Persönlichkeit Rabbi Chaim Sonnenfekls. Die Pressburger dürfen diesen grossen Mann mit Recht für sich reklamieren, denn Rabbi Chaim verkörpert in ׳idealste! Weise den ׳Geist seines Robbe des grossen כתב סופר זצ״ל von dem er fast unaufhörlich mit einer .rührenden Anhänglichkeit ׳spricht und bei jeder Gelegenheit seine Lehren zitiert. ,Die tiefe Weisheit dieses Mannes, der das Leben eines wahren Heiligen führt, ist über den jüdischen Kreis hinaus so allgemein bekannt, dass ein Diplomat in Jerusalem mit dem Redner eine Unterredung hatte, erzählte, ein berühmter Professor der Orientalistik habe ihm vor seiner Abreise ,nach Palästina empfahlen,, Rabbi Chaim Sonnenfeld unbedingt aufizusuchen und seine Meinung zu hören. Interessant war auch, die Erzählung des Redners von dem greisen Rabbi Chaim 'Afpandr i, einem sepihardischen greisen Ghacham von nahezu hundert Jahren, den der Redner besuchte. Rabbi Chaim Alpandri liegt zu Bette, seine Hände zittern lind e.r ist so schwach, dass seine Stimme kaum hörbar ,ist. Als er aber von den traurigen 11 e'Hlg läsen Verhältniss.en in Erez Jisroel izu sprechen begann, strömten seine Worte mit einem solchen Feuereifer und mit ׳einer solchen Erschütterung, dass sie noch jetzt in den Ohren dies Redners wilderhallen. Die religiösen Verhältnisse sind leider sehr ■ungünstig. Niederschmetternd, war auf den Redner• der!Eindruck, den er bei der Begegnung mit einer festlich gekleideten Gruppe von Juden mit brennenden Zigarren am heiligen Sehabbos auf heiligem Boden, hatte. Die Agudas Jisroel macht die grössten Anstrengungen, um auf diesem Gebiete bessernd einzugreifen, doch gelingt dies infolge des. Widerstandes von seiten der Zionisten nur teilweise. Redner ׳erzählt folgenden für die Lage charakteristisehen Fall: In einer Kolonie in der Nachbarschaft der von der Agudas Jisroel gegründeten Kolonie ,/Mac bub Jisroel“ befand sich keine Mikwa. Die Aguda musste Abhilf,.e schaffet* und eine Mikwoih a׳uf eigene Kosten errichten, da die zionistische Verwaltung hiefiiii keine Mi׳:te׳l flüssig machen wallte. Dies? wies aber auch das Anerbieten der Aguda zurück, offenbar aus Gründen des Parteiinteresses. Die erwähnte erste Aguda-Kolanie steht als leuchtendes Beispiel für die orthodoxe Kolonisation da. Durdh sie wurde ein ganz neuer Typus geschaffen: Junge'־ Juden mit Bar: und Peos in Arbeitskleidenn■, die nach der mühseligen Tagesarbeit noch stundenlang ,!bei der Gomafo, sitzen und 111 Wahrheit dienen. Diese'Menschen, wie überhaupt der Grossteil der Gharedim erblicken'in Rabbi Chaim Sonnenfeild iihren Führer. Ein Gaon münzte auf i!hn als Vorkämpfer der Orthodoxie das Wort דברי אלקים חיים, die G־tteswor:e finden in ״Ghajim“ ihren Repräsentanten. Das Publikum lauschte ge- •spannt auf die interessanten, sich •streng an ■die Tatsachen klammernden Ausführungen des Vortragenden und dankte ,iihim zum Schlüsse mit stürmischen Ovationen. Ch. J, W. innwranmiif 45^7790101 0048232323532323234853534823485353235353484832915323