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Jüdische Presse · 1926-04-09 · 15 (9.4.1926) · p. Seite 114

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
15 (9.4.1926)
Date
1926-04-09
Page
Seite 114 (sequence 2)
Language
German
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Seite 114 JÜDISCHE PRESSE Nr. 15 aniassang ans tni: der Predigt des Herrn 0-bcrrabbincrs im einzelnen auseinanderzusetzen: seine Zuhörer werden cs am besten beurteilen können, ob sie durch die Predigten des Herrn Dr. Ohajes nicht nur über!die Wichtigkeit der zionistisehen Arbeit aufgeklärt wenden, sondern auch eine Bereicherang nn׳d Vertiefen•׳? ihrer religiösen Geiähie erfahren. Aber wir möchten doch einmal umersuehen. was es mit dem ..׳Klerikalisrnus". d׳er sek einiger Zeit zum beliebtesten Schlagwort der jüdischen Nationalisten geworden ist, eigentlich auf sich hat. Die WiHkiiriierrscbaft einer Priesterkaste ist ' sicherlich eine der traurigsten Verfallserscheinungen des religiösen Lebens. Wenn,!das lebendige religiöse Gefühl des!Menschen in bestemmten, genau festgesetzten Handlungen zum Ausdruck gelangt, wenn das innere religiöse Leben des einzelnen und der Gesamtheit sich nach aussen bin im religiösen Kult manifestiert, dann muss es auch Menschen geben, die diesen Kult versehen und regeln. Stehen diese Menschen in voller und reiner Hingabe im Dienste ihrer Sendung, dann sind sie wahre Priester' der Relig’bn und geniessen wegen der hohen und heiligen Aufgaben, die ihnen gestellt sind, mit Recht eine Vorzugsstellung innerhalb der Gemeinschaft. Missbrauchen diese Priester aber ihre Macht zur Förderung von eigenen oder anderen nicht ausschliesslich der Religion dienenden Interessen,, dann kann man von Klerikalismus sprechen. Auch bei uns Juden hat es einen Priesterstand gegeben, der grossen Einfluss auf die Volksmassen besass und auch er hat au Zeiten!seine!Macht missbraucht. So erzählt uns׳ d!ie Heilige Schrift von den Söhnen des Hohspnlesters Eli, dass sie von jenen, die im Heiligtum Opfer darb.rachten. mit Gewalt Abgaben erzwangen,!die!in ,den religiösen Vorschriften keine Begründung hatten und ausschliesslich der Befriedigung persönlicher Bedürfnisse dienten. Solche Schändung einer hohen und heiligen Mission verurteilt die Heilige Schaft in den denkbar schärfsten Worten, und unsere ׳ Propheten wurden nicht ׳müde, ׳die Hirten ■des Volkes m geisset'm, die!ihre Aufgaben in der Befriedigung ihrer Maclitgeliiste sahen und nicht i!m Dienste der religiösen Läuterung des Volkes. Seit der Zerstörung des Heiligtums und dem Aufhören de׳s Opferdienstes hat der Priesterstan-d ml: seinen besonderen Pflichten auch seine Vorrechte im grossen und ganzen eingebiisst. Die Lehrer des Volkes sind seine Führer geworden und es ist kaum möglich, von diesem Zeitpunkte a!n, auch nur die' Spuren!eines ״Klerikalismius“ היי der Geschichte des jüdisehen "Volkes aufzuzeligen. Der Rabbiner, der die, Rechtspreciiamg in •der Gemeinde imnehat, ist das ans freier Wahl hervorgegarngene Oberhaupt der Gemeinde; seine Entscheidengen bedurften zu jeder. ׳Zeit einer 'hinreichenden Motivierung, um Geltung zu erlangen. Autoritäten der Thorageilehrsamkeit, getragen von der denkbar grössten Lauterkeit der Gesinnung und höchsten Heiligkeit der Lebens׳fübrun!g. hat es ■im jüdischen Volk ■während iseimer tausendjährigen Goluswaniderung immer gegeben and wird es immer geben. Dünkelhafter Klerikalisrnus aber, der die ‘Vorrechte fder Geburt oder Stdlilung zum Zwecke ׳persönlicher oder politischer Machtbereiche rang missbaucht, war unserem Volke!während dieser langen Zeit so gut Wie unbekannt. Dem 1(9. und 20. Jahrhundert,!den Zeiten der Assiimiilation religiöse־ Vorstellungen an 1die Anschauungen der nichtjüdischen Umwelt blieb cs Vorbehalten, auch ,im!jüdischen Volk die Möglichkeit ׳einer!Entwicklung zu schaffen,!die maa.!wenn man will, als eine Spielart des Klerikalisrnus bezeichnen mag. Der moderne Rabbiner oder Prediger hat sich nicht den alten Rabbi, den sittlich timd 'geistig h'öchs:!stehenden religiösen Führer izuim Vollbild erkoren, sondern die Priester anderer Konfessionen. Weltanschauung, Lebensweise. Amtsführung _!wie himmelweit ist doch der Abstand von den leuchtenden Der den modernen Damen wohlbekannte Perückentnaaber und Damenfriseur Franz Emmer, Wien, I., Mahler- Strasse 5, Telephon 77-0-54. hat in Erwägung der gegenwärtig allgemein herrschenden schlechten wirtschaftlichen Lage die begrüssenswerte Neuerung getroffen, durch!bequeme Teiizahhingen׳ die Anschaffung modernster Perücken'. Scheitel ׳und aller Ersatzteile auch solchen Damen zu ermöglichen, die nicht in der Lage sind׳, den Ausdiaffungsbetrag auf einmal zu erlegen. Wir hoffen, dass unsere geschätzten Leserinnen von dieser Neueinführung ausgiebigen Gebrauch machen werden. überall erhältlich | Blaimscheins II PFLANZENFEF S | INUSEROLl =j lOO Prozent Fettgehalt es H (תחח השגהח הרב הגאון ר, ישעי פורסם שיפשוהל) S 5S5 Erzeugt unter Aufsicht Seiner Ehrwürden Herrn EÜ =■= Oberrabbiner Jesaia F ü r s t (Adas Jisroel) jEE 1 Fabrik: Wien, XIV., Diefenbachgasse 591 iiiE Vorbildern! idtjr tVergangenlheit . . . Printer, die ■entweder überhaupt ׳nicht r!elig1iö׳s!sind oder• in .1ihren׳!religiösen Anschaumigen sehr!wes ent lieh von der Tradition abweichen,!dürften sich teiger idit'ig niclit nucllir als Diener der Religion bezeichnen!. Wenn sie ■trotzdem deren Vorrechte für sic'11 in Anspruch ׳nehmen, dann haben w׳ir ■es mit eliner Erscheinung 7ju ibmn. die d׳em iKlerikaliismus bedenklich 1 ׳na.be ׳steht. Daran ändert sich auch •dann .nichts,!wenn!die im Dienste der Reliigion!sich uaturgemäss engdbenlde Vorzugsstellung nicht zur Förderung!eigennütziger, ׳sondern!anderer ׳wohl iüdeafer, aber nicht!der ׳Sache der!Religion dienender!Zwecke benützt wird. Ein ■Oberrablbiner •zum Beispiel, ideim der altjüdisdhe Glaube an der.g-ttlidien!Heiligkeit der.Bibel!fremd geworden■;ist..!der es. ängstlich vermeidet, das Wort Religion in seinen Predigten auch ■nur ׳aiiszusprechen,.;für idem die' religiösen 'Gesetze bloss Volksibrauoh sind, die nur deshalb ׳liebevolle' Pietät verdienen, weil *siie eiin ge!eigne,te׳s Mittel mr ׳Konservierung des jüdischen Vo'lkskörpers ׳darstellen. der sogar!die!Kanzel!des ׳G-ttes- •hause s fast ausschliesslich (in!den Dienst einer politischen: Propaganda stellt, so ist das nlichts anderes, als idle Ausnützung!der!Macht und Würde einer religiösen Vorzugsstellung ׳im Dienste iiiiohtreligiüser (Interessen, also eine Art jKlerika-!iis:m!1s“. Einen!solchen 1״K!lerika׳lism!u׳s“ vertritt der iderzeitliige Oberrabbiner von Wien. Wir wären an dieser bedauerlichen Tatsaclhe stillschweigend vorbeigegangen. ׳wenn sich nicht Herr Dr. Ohajes in der letzten Zeit schon des öfteren bemüssigt gefühlt hätte, von der!Kanzel! (herab gegen!den jiildi׳- sehen!Kilerikalismus ׳seine :Stimme zu!erheben,!wohl gemerkt, gegen jenen!Klerikalisrnus,!dessen Träger die Führer ■des orthodoxen Judentums sein sollen. Die ׳grossen religiösen Autoritären,!zu (denen ׳das ganze thorutreae Judentum in Ost und West in ׳ehrfürchtiger Liebe aufsclhaut, sfi׳e dienen mit!dem Einsätze der ganzen Persönlichkeit, mit aller geistigen und sittlichen Energie der ׳einen llldee: den assimilierten older von der Assimilation bedrohten Kindern d;!s (jüdischen Volkes die zeitlose Be'iiligkelit unld!Geltung des Thorawortes vorzuhalten. Dass ihr ׳scharfer Blick, ׳sich nicht beirren flässt durch die. nationalistische, Drapierung,!in ld׳er sich im!Gegensatz!zu vergangenen Zeiten die Assimilation unserer Tage gefällt,!dass sie mutig innid ׳entschlossen gegen ׳die ■von!den Zioniisten geplante Verweltlichung der / ׳Gemeinde Stellung nehmen, das ■mag Herrn!Oberrabbiner Chajes, den 1Zianlsteniftihrer auf der Kanzel, ־in den Harmsch gebracht haben, und so hat er denn bei der ersten!Gelegenheit seinem gepressten Herz Luft gemacht und Männer, die ohne •jedes Sonderinteresse und mit reinster Hingabe einer grossen Idee dienen, als!Klerikale bezeichnet. Herr Dr. Ghaj&s galt bisher als kenntnisreicher Historiker, ׳der )bei seiner Werbearbeit für idle jüdisclmutioaale Idee geem im Gelehr;enjnantel des Geschichtsforschers auftritt. Wir glauben,!dass ־der künftige;Historiker der jüdischen Geschiehte, falls er überhaupt ׳davon Kenntnis ,nahmen wind, es als eine ׳Kuriosität verzeichnen wind, ׳dass der!wchlbv,stallte Oberrabblner der Wiener iKultusgamcinde, ׳der während seiner langjährigen Amtstätigkeit als religiöses Oberhaupt von der Religion sehr, wenig gesprochen und noch weniger für sie getan hat, die religiösen Renaissancebwegung des jüdischen Volkes, die Wiederaufrichtung der ׳religiösen •Autorität, •als• Klerikalisrnus verstanden und ׳s!ie ,als solchen bekämpft hat. r. Dr. Bernhard Kahn vor der Vereinigung ukrainisciier Juden. London, 6. März. (JTA.) Die Vereinigung ukrairm scher Juden in England hat den Direktor der Europa- Arbeit des Joint Distribution Committee, Herrn Dr. Bernhard Kahn, gebeten, der Sitzung• des grossen Komitees der Vereinigung beizuwohnen und über die Lage der Juden in Polen zu berichten. Die Wirkung des Berichtes des Herrn Dr. Kahn war die, dass die Vereinigung beschlossen hat, sofort eine Hilfsaktion zugunsten ,der Juden in Polen einzuleiten und zu diesem Zwecke eine spezielle Konferenz einzuberufen. Herr Dr. Kahn führte ungefähr aus: Polen, das in einer scharfen Wirtschaftskrise steht und für die Erhaltung seiner Armee ein Budget aufstellt, welches die GoldzirkuiatioU des Landes um ein Dreifaches übersteigt, hat zu einem rigorosen Steuersystem Zuflucht nehmen müssen, das besonders auf der Stadtbevölkerung schwer lastet. Die Dorfbevölkerung, die 75 Prozent des Gesamtbevölkerung ausmacht, bringt weniger als die Hälfte des Steuerbudgets auf. Den Rest tragen die Sffidte, in denen die Juden ein Drittel der Bevölkerung ausmachen, während sie nur'10 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes bilden. Daraus resultiert eine starke Belastung des jüdischen Elements. Für Geldkredite muss man 8 Prozent bis 10 Prozent monatlich an Zinsen zahlen. Die Folge ist ein Niedergang des Wirtschaftslebens, der besonders für die Juden die schlimmsten Folgen hat. Die Fabriken arbeiten nicht. Geschäftliche Unternehmungen gehen eine nach der anderen in Konkurs. Die Zahl der Arbeitslosen erreicht die Höhe von 40 Prozent, unter der jüdischen Arbeiterschaft sogar 80 Prozent. Im ganzen gibt es etwa 60 Prozent erwerbslose jüdische Arbeiter. Während aber die polnischen Erwerbslosen Staatsunter- Stützung erhalten, bleiben die jüdischen Erwerbslosen meist ohne Stütze, da sich die Erwerbslosenunterstützung auf frühere Arbeiter grosser Unternehmungen beschränkt, während die Juden meist in kleinen Unternehmungen beschäftigt sind. So kommt es, dass kaum 10 Prozent der jüdischen. Erwerbslosen Unterstützung erhalten. In Lodz zum Beispiel werden von den 75.000 Arbeitslosen 58.000 vom Staate unterstützt; von den 15.000 jüdischen Arbeitslosen erhalten aber nur 800 eine Staatsunterstützung Es gibt in Polen 120.000 jüdische Handwerker, die mit ihren Familienangehörigen etwa 25 Prozent der jüdisehen Bevölkerung des Landes ausmachen. Bei Vergebung von öffentlichen Arbeiten werden die christlichen Hand- Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., NesPoygasse 11 Oesterr. Postspark.-Konto Nr. 177.855 Tel. 65-3-71, 65-1-66 Die Juden in Wiener-Neustadt. Von Rabbiner Dr. M&x Pollak (Oedenburg). Nach der von Marus Mezel besorgten Ueibersetzung aus dem Ungarischen bearbeitet von L. Moses. (Fortsetzung.) Die Wiener-Neustädter Gemeinde blühte •immer mehr auf. In ihren Friedhof wenden Tote aus Oesterreich, Steiermark, ja sogar aas noch ferneren Ländern gebracht. Trotz aller Verfolgungen, die die meisten Gemeinden Oesterreichs anlässlich •des schwarzen Todes ertragen mussten, blieb die jüdische Gemeinde in Wiener-Neustadt aufrecht. Wie der Chronist erzählt, wurden die Juden fast in ganz Oesterreich ausgeraubt und schonungslos gemordet, ausgenommen in Wien lind Wiener-Neustadt, wo sie durch den Herzog und die Ritter in Schutz genommen wurden. Dieser Herzog, der der öffentlichen Meinung möglichst widerstand und das Leben der Juden mit redlicher Mühe zu retten trachtete, war Albrecht II. oder der Lahme (1336—1358). Die 330 Juden, die er in seih Schloss Kyburg1) bringen liess, konnte er dennoch nicht vom schrecklichen Flarnmentode erretten, wenn er auch die Haupträdelsführer aufknüpfen Hess und die ■einzelnen Ortschaften mit einer empfindlichen Geldbusse bestrafte. Der Wiener-Neu- Städter Chronist hebt mit besonderm Nachdruck hervor, dass ׳den Juden in Wiener-Neustadt kein Leid geschah.2) Welch erhabener und edler Charakter Albrecht auch war, umso niedriger waren Albrecht III. und Leopold III., die ihm nach dem Tode seines Sohnes Rudolf folgten. Diese wollten die allgemeine Plünderung der Juden' durch eine allgemeine Taufe krönen. ■ *!Trotzdem die Juden einen ganzen Monat eingekerkert waren, verleugnete nur eine einzige jüdische Frau, die der Herzog mit einem Brautschatze ausstattete und an seinen ■Koch verheiratete, ihren Glauben.3) Ein getaufter Jude trat zurüok zum Judentum und wurde schonungslos verbrannt. 4) 0 Kyburg oder Kiburg bei1 Zürich. 2) Böheim, Chronik von Wiener-Neustadt. 3) Mailath, Geschichte Oesterreichs, I. 4) Huber. Geschichte Oesterreichs, II.!1111 Jahre 1397 begannen nochmals die Veriolgimgen, wie ja die Juden in Oesterreich nie die richtige Ruhe fanden. Wenn. auch kein Sturm, so war es doch immer ein •kleines Lüftchen, das ■die ' Oberfläche des Wassers immer ein wenig gekräuselt hielt. Dabei verrichteten die Juden mit Ausdauer ihre saure Arbeit und vertieften sich immer mehr in die überlieferte Lehre. Je grösser der Druck von aussen war, umso grösser ihre Hingebung und ihr Eifer; die Peitschenhiebe der Verfolger trieben die Herde nur noch mehr zusammen. Die Juden wandten ihre Aufmerksamkeit ganz von der Aussenwelt ab und gaben sich den Wirkungen des Studiums der Lehre hin. •Bis zum 13. Jahrhundert waren die deutschen-Städte, namentlich die in der Rheingegend, den österreichischen an talmirdischem Wissen weit überlegen. Im 13. Jahrhundert beginnt aber Oesterreich, vor allem Wien, die Führung zu übernehmen und auch Wiener-Neustadt stellt nicht zurück. Der erwähnte R. Chaim b. Mose ist ein bedeutender Gelehrter, Takus Ruf drang in ferne Länder und sein Nachfolger R. Chain!, der Sohn des hochberühmten Wieners R. Isa!k, gereichte Wiener-Neustadt ebenfalls zur Ehre.5) Seine Entscheidungen zeigen zwar nicht dieselbe scharfsinnige und originelle ־ Auffassung wie die seines Vaters. Trotzdem galt er in seiner Zeit und auch noch später als vielätierte Autorität. Er stand mit den Gelehrten seiner Zeit in Verbindung, so mit R. Meir aus Rotenburg, ״) ■ R. Schmuel aus Landshut, dem Regensburge'r R. Jonathan, dem Bourgogner R. Ghaim b. Jakob, dem Nürnberger R. Blieser, dem Prager׳ R. Sahlomoh, bei dem er auch •lernte, lind mit R. Chaim b. Mosche'h, der wahrscheinlich ebenfalls sein Lehrer war. Er dürfte sich von Wiener-Neustadt aus nach Regensburg begeben haben; jedenfalls reicht sein Wirken bis ans Ende des 13. Jahrhunderts. 7) °) Seine persönliche Verbindung mit Wiener-Neustadt g׳eht ausdrücklich aus N;r. 112 seiner (Response n hervor.'wo es heisst: בהיותי בנאוישטט דברתי בזה עם מורי ה׳ר עובריה 8) Or sarua hakatau 112, 141 ff. 7) Vom Tode Rudolfs von ׳Habsburg (1291) spricht er Or sarua hakatau 229,77 b: ... בני עירו מרת במלך רוראלף ואז מת המלך Das Leben im Schosse der Wiener-Neustädter Gemeinde wurde immer reger und in ׳der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts florierte dort schon ■eine grosse Talmiidschute unter der Leitung8) des R. Schalom von Wiener-Neustadt. Von weit und breit kamen wissensdurstige Jtinglinge und scharten sich um Schalom., um aus seinem Munde die Worte •der Lehre zu vernehmen. Aus Deutschland und Ungarn, ja sogar aus Bulgarien kamen die Schüler, erlernten die ״Minliagim“ und verbreiten dann zu Hause wieder Schaloms Lehren. Auch der später hochbertihmt gewordene Mainzer Rabbi Jakob Möln, genannt Maharil, ist sein Schüler.0) Den Tyrnauer Eisak, der mit seiner Minhagimsammlung der einzige bescheidene Vertreter Ungarns in׳ der jüdischen Literatur des Mittelalters ist, finden wir unter seinen Schülern,10) ebenso Dosa aus Widdin (Bulgarien), den Superkommentator Rasohis.11) Alle sprechen mit schwärmerischer Liebe und Ehrfurcht, von Schalom, ■dem ״Fürsten“.12) Sein kleinster Gebrauch •wird aufgezeichnet und in Ehren gehalten. Dosa schreibt z. B.: ״Dies hörte ich aus Schaloms heiligem Munde in der Stadt Wiener- Neustadt.“13) Diese Liebe und Ehrfurcht ist auch begreiflich, da R. Schatem 'ein besonders guter Mensch von edlem Charakter war. ״Es gibt keine grössere Glückseligkeit“, pflegte er zu sagen, ״als anderen Gutes z!u tun; die Wohltätigkeit 8) Pessakim 12S. 8) Maharil, (Responsen 59)11*. 10) Eisak Tyrnaus Minliagiiisaminlung (Venedig 1916) S. 16: והנני הצעיר איזק .טירנא מימי גדלתי בין החכמים המפובלים מהר׳ש!שלום) ומהרא׳ק [אברהם^ קלוזנער! ומהר׳א [אהרון] הקדוש הי׳ד 1השם־עסם דמו] d. ׳i. Aron Blümlein (s. unten). “) Neubauer in ״Letterbode“ VIII, 37 bis 55. 12) Man nannte ihn שר , was aber möglicherweise bloss auf einer Umstellung von רבי שלום ר׳ש beruht. Auch Josef Haustettuer im לקט יושר nennt ׳ihn דש 18) Neubauer a. a. O.

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