Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1926-03-26 · 13-14 (26.3.1926) · p. Seite 107

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
13-14 (26.3.1926)
Date
1926-03-26
Page
Seite 107 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2629891-2630148-2630161--2180-2634019
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Nr. 13/14 JÜDISCHE PRESSE Seite 107 zögern dürften, 11m die ■ Stellung des Judentums zur zionistisehen Ideologie auf das deutlichste ׳und klarste zu präzisieren!und damit einem jeden bewussten Juden zu sagen, 'wie er sich ״nach׳ Thoranecht und׳ Thoraanschauung“ diesen Be- Strebungen gegenüber ■zu ■verhalten habe. Die orthodoxen jüdischen Massen!haben vor einigen Monaten in der Kosice.r Versammlung an die rabbinisehen ■Führer der Gemeinden!einen ,Appell׳ gerichtet, ■dessen Grnndtenor ■in der Bekundung der ׳unerschütterlichen Treue zu den Traditionen der Väter und dar ,Entschlossenheit lag. ■jedem Versuch■, die. zionistische oder iiratiouah'stische Auffassung vom jüdischen Sein und vom!jüdischen Wollen in ׳unsere!Gemeinden und Körperschaften hineinzutragen, den äussersten Widerstand entgegenzustellen. Nicht deswegen haben die grossen Männer der vorigen Generation unsere Gemeinden unter den grössten Opfern an Gut und Blut den Reformbestrebungen der Neologie entrissen und sie für uns gerettet, dass wir heute an ihnen treulos handeln und sie der gefährlichsten aller Abfalibestrebungen, die ie im jüdischen Volke ihr Haupt erhoben, preisgeben. Mit Recht wurde die denkwürdige!Kosicar Versammlung als ■ein mächtiger!Aufschrei der tief!im ׳Glauben der Väter ver- ׳ wurzelten jüdischen Massen an .ihre rabbinischen Führer ,betrachtet, als ein Ruf nach Wegweisung lin dieser Zeit ■der geistigen Irrungen und Wirrungen׳. Das Volk blickte ■erwartungsvoll1 ■nach ׳einem klaren Worte zu den Führern ■empor; cs durfte :nicht getäuscht werden. Die Lanidesrabbiinerversaimimking in Poprad stand auf der Möhe ihrer Aufgabe. Sie liat.'iilber das Verhältnis der Orthodoxie unseres Landes zu,r zionistisollen Ideologie und zu den zionistischen Säkular it ■i 011 s b e s t r c b 11!11 gen. aber auch über W e 3 e n ׳u n d C h a r a k ■t e r d e .1־ j ii ■d ,i s c h e ■n ׳G e ■m e i n ■d ■e!im Zusammenhang mit den zionistischen Untcnwühifengsversuchen ■eine abschllessende ׳und endgültige Entscheidung getroffen. Die Ver- Sammlung .wa.r sich ■der grossen Tragweite ihrer Feststellungen bewusst. Nach den Vorschriften des Schuiehan Anuch und nach den 0rganisat,i051 sstatuten ■ist die Versammlung der Rabbiner unseres Landes die, einzig legale Körperschaft, ■die in Fragen der religiösen!Gemeinschaft endgültige und sämtliche Gemeinden׳ und alle ihre Glieder verpflichtende׳ Beschlüsse autoritativ zu fassen berechtigt ist. Zu!m!Beweis des hohen Ernstes und •der geschichtlichen ■Bedeutung der!in iPoprad mit seltener Einhelligkei!: von ■sämtlichen Anwesenden angenommenen •Resolutionen wurden■ die!Rabbiner •des ׳Landes, auch׳ diejenigen, die an der Tagung nicht te!ilnah׳m׳en. auf gefordert, ihre Ansicht über die gefassten Beschlüsse auch durch eigenhändige!Unterschrift zu bekunden.!Bis zu dieser Stunde liegen bereits die Zustimmungserklärungen fast sämtlicher Rabbiner, vor. Damit haben diese!Beschlüsse für ■das religiöse Leben׳ der Gemeinden ■und aller orthodox-jüdischen ■Institutionen des Landes volle Rechtskraft erlangt. Es wird nun Pflicht der G©roe3׳n.d׳2־lei׳t׳ung sein, ■die Be- Schlüsse der Rabbinerversaimmlung in!den Giemeinden ■durchzuführen. Allen '!Rabbinern aber erwächst׳ die ׳Aufgabe, das Volk über den■ Standpunkt der ■Orthodoxie zum Zionismus ,in ׳belehrenden Vorträgen und Unterweisungen au,f z u ׳k 1 ä r e n und dafür Sorge ■zu tragen׳, dass die ״Erkenntnis“ •der Fest- Stellungen der RabbiiKirversnmmlumg ״in das Bewusstsein aller Juden übergeht“. Denn!darauf allein kommt es letzten Endes an. Wir dürfen nicht auf halbem Wege •stehen bleiben. Die Erkenntnis von der ideellen und׳ geschichtlichen Eigenart des Judentums, von der Souveränität des 1G-ttesw!i‘Hen!s, wie e!r in Thora und Miizwoth geO'fienbar.t ist, ׳über ein ganzes Volk und alle seine Gliederungen hat Jahrtausende lang im!Bewusstsein von M׳iltonen Juden ׳gelebt und in ihren Herzen jenen Heroismus der Ueberzeuguing erhalten', vor dem die ganze Menschheit staunend und bewundernd sich verbeugte, auch als Hass und Blindheit uns das Recht ,auf Luft und Leben abspreahein. Das ■Bewusstsein von •diesem Judentum der Verpflichtung der Gesamtheit auf תורה ומצות kann aber nicht erhalten und ׳in seiner Reinheit gepflegt werden׳, wenn 1mit verschränkten Armen •zageschaut ׳wird, ׳wie eine ׳mit materiellen ■und'geistigen ,Mitteln reichlich ausgestaltete Volksbewegung, unter dem Vorwand ■der Palästinaliebe oder einer bestimmten ״Politik“, ׳deren Verkehrtheif nicht von jedem ׳auf den ersten Blick erkannt wird, die ■gesamte ׳Ideenwelt des Judentums verfälscht-. Solche Erschei!nungen Im Volksleben erfordern die grösste ■Aufmerksamkeif aller derjenigen, ׳die sich׳ für die!jeweilige!jüdische Gegenwart vor dem Forum der Geschichte verantwortlich fühlen. Das jüdische!Gesetz und di!e!jüdische Verehrung gegenüber den Trägern der Thora hat ■den Rabbinern ■ein teures und schweres A!mt, die Wacht über die Thoragemässheit alles Lebens und alles Schaffens in Israel, überantwortet. Jetzt gilt es, diosis Wacht mit pochendem Herzen und geschärftem Blick auszuüben. Denn der Feind steht bereits vor den Toren und innerhalb der Schutz mauern gellt ■es auch nicht!immer mit rechten Dingen zu . . . Der ,Geist aussergiwöilunii'cher Opferbereitschart muss deshalb aufs neue bei uns allen ■erwachen und muss geweckt werden״ wo er erschlafft ist.!Nur dieser ׳Geist wird ■den Feind von uns ׳und unseren Kindern ifernhalten und er allein •wird ihn auch besiegen, wenn •G-ttheit mit der!Gewalt ״seiner Heiligkeit und seines Gebetes zur endlichen Erlösung Israels zwingen ■will׳, und der an diesem riesenhaften Werke in wilder Verzweiflung zugrunde geht. •Die messianische Erregung, die der grosse Rabbi ■in ganz Polen wachr,u׳ft, und!das .ganze Volk wie im Fie'ber elinherge'hen lässt, sind meisterhaft geschildert. Monriah. Monatsschrift für den Aufbau vom Erez Jisroel im Geiste der Thora. Verlag Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel. Frankfurt am!Main, Töngesgasse IS. 2. Jahrgang. Heft 1/2. Aus dem Inhalte: Wanderer und Bauleute (Olim itbonim). Von Dr. Robert Weiss. — Stand der Baustoffindustrie in Erez Jisroel. Von Robert Seiden. Haifa. — Die Revolution im Islam. Von Dr. Wolfgang v. Weisl. — Erez Jisroel und. die deutsche Orthodoxie. Von Max iFeuohtwanger. — Geschichte des Sch'thijasteines. Von Rabbiner 1. Horowitz. — Wanderungen nach Erez Jisroel in früherer Zeit. Van Rabbiner Dr. Ph. Frankl, Halberstadt. —■ Palästina-Nachrichten. — Wirtschafesnachrichten aus Palästina. —Mitteilungen der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel. — Esra-Buch, Beilage von Rabbiner Dr. Raphael Breuer. Ferner •eine' reichhaltige hebräische Abteilung. ״Jeschurun“. Monatsschrift für Lehre und Leben im Judentum. Herausgeber: Dr. J. Wohlgemuth. Berlin, Linienstr. 147. . Das erste Doppelheft des 13. Jahrganges ist erschienen und enthält folgende Beiträge: ״Die neue Bibel- Übersetzung“, vom Herausgeber, ״Eine messianische Bewegung im 3. Jahrhundert“ von A. Marmorstein, ״Jüdische und nichtjüdische Exegeten“ von l. Unna, ״Maimonides und das Talionsprinzip“ von S. Kaatz, ״Exegetische Beiträge“ von S. Grünberg, ״Rekonstruktion eines Responsums des R. Saadja Gaon zum Gesellschaftsrecht“ von E. Hildesheimer, ״Anmerkungen zu Max Brods ,ReubenF und Verwandtes“ von A. Blau, ״Zwei Welten“ vom Her-, ausgeber, neben anderen kleinen Beiträgen im deutschen Teil und interessanten halachischen Auseinandersetzungen dm hebräischen Teil. er iin •seiner Verblendung unserem Mut und unserer Stärke zu wenig zutraut. >Er wird ihn besiegen, wen« wir entschlossen selbst ׳zu1greifen ׳und׳ die Lücken füllen:• ■die sich •in uns>srem Leben zeigen. Das orthodoxe Judentum■ ׳steht vor gewaltigen Aufgaben. Diese Aufgaben fordern!ihre Erfüllung. Auch wir orthodoxe׳11׳ Jiuid c■n!i׳ 11׳der S 10w ak׳e1׳ müssen ■daran unseren Anteil nehmen. ■Unserer I s o 1 ■i ie ■r t!11 e 11 muss ein Ende!bereitet werden. Wir ■müssen unsere Massen lehren, sich als funktionsfähige Gliedernder ■grossen jüdischen tlioratrenien Gemeinschaft, des ■wahren כלל ישראל!zu begreifen. Wir müssen die Sorgen, aber ׳auch Freuden des ganzen jüdischen Volkes teilen und überall dort ■unsere Kräfte einsietzen, wo ihrer bedurft wird. Wri müssen uns endlich — spät genug ist« bereits, aber noch nie 11t zu spät! — •entsclrliessen, die einzelnen gesunden Glieder der orthodoxen!Gemeinden organisato!risch zu erfassen und sie mit der Gesamtheit der organ,i- Sterten Orthodoxie zu verknüpfen. Wir müssen «inserier J 11 g e n!d!labende Vorbilder, zu;bieten •versuchen. Wir müssen! ■der •j ii di s clhie n Frau,!der jüdischen Mutter u!n׳d der jiidi־ sehen Tochter, •den Sinn des Judentums ersclhliessen!und ihre Seele, ihr Herz und!ihr!Gemüt für ,die grossen verantvvortungsvollen Aufgaben! ,der!jüdischen Gegenwart und der jüdischen Zukunft ertüchtigen. Wir müssen unseren B r ■ii d er« in Erez Jisroel und ■un s seibst durch tatkräftige 1M•1t a •r b e i t a n der B e s!i כ d 1 u in g •des (H e .11 ■i g e n Lau id ■e s ׳die Berechtigung verschaffen,!dem Zerstörungsgeist des Zionismus zu wehren lind aller Welt ■imwiderkgliah .beweisen, . ,dass wir wähl! den Zionismus •in'seiner entarteten Ausprägung ■der unjüd’isclien Thoraifremrdheit!weit von uns weisen, nicht' aber ■der Liebe zum Heiligen Lande und der ■tliaragemässen Besiedlung seines geheiligten Bodens mit!jüdischen Menschen, die!bis in die jüngste .Zeit hinein, während!der ganzen langen Goluszeit von uns orthodoxen Jaulen allein gepflegt wurde, entraten wollen. 1Unsere J ׳e s eih 11׳w 0 s!und alle anderen 1Institutionen des C!11 i s uk iH adas und׳!des. L i!m11׳ d 'Ha 111 0 .r a!im .In- ■und . Auslande ■müssen auf das!intensivste gefördert und auf eine .Höbe gebracht werden, auf der sie •ragend ■den Weg!in• •eine schöne Zukunft weisen. ״ Das alles will mos ׳wieder sagen: Unsere Ahnen sind ׳dam Joche Mizrajlm«, der .AJiireimhieit iMiizraijims“, entronnen!in 1de.r Entschlossenheit, ■dem Joche •der Thora und iMizwos sich zu! ■unterwerfen, ׳um aus der Finsternis ■der Untre iihieiit!in!das ״grosse Licht“ •der Freilie-it, der durch ■die ׳Bindung an!die Thora erworbenen wahren Freiheit (׳ ( אל תקרי חרות אלא חרותzu■ gelangen. Die Ablehmumg der G-ttesfremdheit bedingt die Sehnsucht nach der G-ttesnähe. Audi .,die' orthodoxe Judenlhieit! ■in׳ :der Slowakei wird diesen Weg gehen ׳müssen. •Mit derselben Entschiedenheit, ,mit der ■die religiösen Führer uns סור מיע zurrufen, loraern sie uns zu ■positiven Taten für G-tt, seine Thora ■und sein Volk auf, zum עשה טוב Möge die Erkenntnis aller dieser Feststellungen in unser Bewusstsein übergehen. C i v 1 s .11t d a e u s. Orthodoxe Politik! Die Bezeichnung ״orthodox“ an sich ist bereits1 bei vielen verpönt, und gar noch, wenn diese mit Politik iii Verbindung steht — ist sie manchem gar ein Greuel. I Und die vielen, denen die Orthodoxie ein Dorn! im Auge ist, sie prägen Schlagworte, werfen sie in die Massen, und diese Schlagworte schleichen sich an die Jereim heran und sollen die Orthodoxie vernichten, indem' sie eine bewusste und selbstbewusste Politik derselben’ inr Keim ersticken sollen. ' ל Was O r t h d o x i e ist, braucht doch wohl nicht!, wiederholt werden. — Auch ״Politik“ ist nicht immer!, das Ungeheuerliche, als was es allgemeinhin hingestellt! wird. Es hängt immer nur davon ab, in wessen Dienst die Politik steht und. mit welchen Mitteln sie arbeitet! Zur Erhaltung des Judentums ist eine jüdische) Politik notwendig und da wir die Erhaltung des Judentums nur durch die Orthodoxie gesichert sehen,־ ist eben eine orthodox-jüdische Politik erforderlich,. Wenn es auch den Gegnern der Orthodoxie nicht entspricht oder auch, wenn es ihnen nicht recht ist, es muss eine orthodoxe Politik geführt werden und bewusst in der Oeffentlichkeit der orthodoxe' Gedanke stets wiederholt und mit den entsprechenden'. Mitteln geschützt und gestärkt werden. i Das Schlagvvort von der Entpolitisierung der Orthodoxie verrät seine Ursprungsquelle,־ die Folge wäre, dass' die ״jüdische“ Politik mit Ausschaltung der Orthodoxen) eine gänzliche Umgestaltung des Judentums und der jüdischen Gedankenwelt erreichen würde. 1 In den Pessachtagen — den Tagen unseres ge¬ כשר של פסח SaWTZlIARKE mm Unsere Ware wird aus Rohmaterialien, die aus dem eigenen wirtschaftlichen Betriebe hervorgehen, hergestellt. Ferner vermeiden wir aufdringliche kostspielige Reklame und sind dadurch in der Lage, denkbar beste Qualität preiswürdig zu geben.' Unsere Ware steht vom Rohprodukt angefangen bis zur Expedition der fertiggestellten Ware unter Oberaufsicht, Sr. Ehrw. des Herrn Josef Abel es, Oberrabbiner der orthodoxen Gemeinde in Volke S»rluhy (Nagy Sallö), ist daher unangezweifelt verlässlich כשף געשה תחת השגחת הרב• הגאון מוהר׳ר יוסף אבעלעס אב״ד בקיק וועלקע שאראה׳ יע״א. כשר בלי שום חשש ופקפוק כלל אפילו למהדרין מין המהדרי Achten Sie auf unsere Schutzmarke: Kaffeesack ln allen einschlägigen Geschäften erhältlich. EDUARD FRANKL, VELKfe SIAROVCE hei Velkö Sarluhy (Slovensko;. steigerten jüdischen Selbstbewusstseins — wollen wir diesem Gedanken Raum geben und erkennen, dass wir als Juden und für das Judentum durch die Orthodoxie und rrtit ihrer Politik zu kämpfen haben. Betrachtung zum Monat Nissan. > Von, Samuel Reiner, Presov. Wieder sind wir durch G-ttes Gnade Zeugen des Verzwei'flungskampfes, in welchem der zu,m Tode verurteilte Winter dem unauilhaltsam siegreich vordringenden Frühling die Herrschaff streitig machen! möchte, und schon merkt man in Sportkreisen die Zurüstungen und Vorbereitungen fiir die Sportspiele des Frühlings als Reflexwirkung seines Nahens. Wie ׳niclK׳ anders zu erwarten■, will: auch Makikaibi. Hakcah,!Hasdiomer und!wie die ver׳sal 1:12denartigen Sportveireinigungen Jungjudas!heissen!,!hiebei׳ nicht ins Hintertreffen kommen, und treffen dementsprechend alle Vorkehrungen, u!m •den blani-weissen Farben •die ■laut jüdischnationater Ideologie so wichtige sportliche Ehre und Anerkennung zu erkämpfen. Dieser Eifer wird genährt! ■und '!womöglich ■noch gesteigert durch die Werbetätigkeit begeisterter Apostel des jüdischnationalen Glaubens, die nie in Verlegenheit kommen, wenn es gilt, die zianistisdie Lebensauffassung durch Zitate aus Bibel und Talmud zu erhärten ■und denen ganz besonders, die mit dem Frühlingsbeginn zeitlich zusammenfallende und mit der Vorlesung von החורש'S einsetzende obligate Erinnerung au den Auszug ' aus Aegypten Propaga;t;׳dastclff!für die Renaissancebewegung ■ln jüdisohnationalem Sinne, in Hülle und Fülle bietet. In den!Kreisen, wo die Thora!noch immer die Stellung einer absolut herrschenden Königin und nicht die ihr .von ■den Nationialisten zugedacht Rolle eines Aschenbrödels inne hat, wo es als kategorischer Imperativ gilt, •das zu wollen, was in der Thora zu finden ist, nicht aber um jeden ׳Preis das in d׳er Th 0 r a z■u find,en׳. was man e be n haben möchte; in diesen Kreisen aber ■wird man nicht achtlos vor übergehen an den ThoraWorten!, mit deren öffentlichen Verlesung den neuerwachten Lenz zu - begriissen die. g-ttliche Weisheit unserer Alten fiir richtig lind notwendig befunden •hat. Man. wird aus der!im Lichte der ׳!G-ttesworte richtig begriffenen Vergangenheit diejenigen Lehren .zu, schöpfen versuchen, deren Beherzigung für die Schaffung!eines die abermalige Geula ermöglichenden Zustandes ׳unumgänglich notwendig!ist. Man wird in diesen Kreisen den gleissnerisclien Phrasen von der Alleinseligmachung des nationalen Empfindens und des damit zusammenhängenden Rassenstolzes die Frage des רבי אלעזר הקפר ברכי (siehe Meohilta 11, XII, 6) entgegenhalten, welche erwähnter Tanai in bezug auf das g-ttli'che Gebot das als Pessachopfer!ausersehene Lamm schon vier Tage vor der Schlachtung auf dessen Fdilerlosigkeit zu ■untersuchen aufwirrt. וכי לא היה בירם של ישראל ארבע מצות שאיו כל העולם ׳כדאיי בהם שלא נחשרו על העריות ולא על לשון הרע ולא שינו את שמם ולא שינו את לשונם? Wen« es wahr sein sollte, dass die Vorbedingungen zur Erringung des nationalen ׳Glückes u«d dessen Erhaltung bei• Israel die gleichen wären־ als bei׳ den übrigen Völkern der •Erde, wenn die Pforten zur ■jüdischen ׳Freiheit und Selbständigkeit nur durch den Schlüssel des nationalem Selbstbewusstseins und ■dier damit zusammenhängenden ■nationalen Attribute geöffnet werden könnten, wozu wäre noch die ,Erteilung der דם פסח וד□ מילה!notwendig gewesen׳, ■welche ■Mizwoth, wie Meohilta an der Hand des Prophetenwortes lehrt, doch bloss den Zweck hatten(. Isroel der Befreiung aus dem Sklaven joche würdig zu machen? Stand denn flicht!das völkische Denken und Fühlen Israels ׳mit allen!seinen Konsequenzen zur Zeit, da.es die חכמה העאונה als noch korrekturbedürftig mit neuen Mizwoih ausstattete, auf der höchsten Stufe der Vollkommenheit, wofür der Fakt לא נחשדו על העריות — die Folge der Rassenreinh!ei■t, ׳ — ולא על לשון הרעder Beweis des Rassenzusammengehörigkeitsgefühles ולא שינ1 את שמם ולא שינו את לשונם die Frudht des!Rassenstolzes — beredte Zeugensobaft ablegt? ,Und dort, wo!die Macht des ehrlichen Glaubens und der von •falschen* Schlagworten ■ freien Vernunft diese Fragen nicht ,unterdrücken lässt, wird auch nur die Antwort akzeptiert werden, welche רביאלעזר הקפד ברבי auf diese Frage erteilt. אמר להם — Möge ■das Judentum aller Zeiten, wenn gewissenlose Verführer es von ׳dem Pfade der Thora auf die •abschüssige Bahn ■des• Nationalismus drängen möchten', die unumstössliohe Tatsache sich vor Augen halten, dass 'den יוצאי מצרים weder sportliche noch ■militärischö Fertigkeit, wohl aber das Gebot משט וקחו als!Rüstung gegen die Gefahren der Wiistemwandening mit auf!den Weg gegeben wurde,, gleichsam damit als G-ttes für alle Zeiten feststehenden Willen dokümehtierend: משכו ידכם מעבודה זרה. ziehet ■ab eure Hände von einem nationalistischen Tun und Lassen, das euch seelenfremd •ist und seelenfremd 'bleiben soll, והרבקו במצות und lasset nioht ׳locker von den ■Mizwoth. .כי הם חיינו ואורך ימינו ״Auch wir können, wenn wir wollen.“ So lautete das Thema,•mit dem die jüngst ׳in Bratislava 'gegründete Agudas J i s r o e 1 ־ F r a u• e n- und Mädchengruppe zum ersten Male vor eine breitere Oeffentlichkeit trat. ,Es!ist ein erfreuliches Vorzeichen fiir diese Neugriindimg, dass an ihre Tätigkeit von Freund und Feind ,die grössten Er- Wartungen geknüpft werden. Der Gedanke der be d lngüngslosen und uneingeschränkten׳. Gesinnungstreue,'■den die Agudas Jisroel zum organisatorischen Prinzip erhoben hat׳, in seiner Anwendung auf das Wirken der jüdischen Frau in der Gegenwart biietet in der Tat eine solche Fülle von neuen Möglichkeiten, dass das allgemeine Interesse, das .diesen Gruppen entgegengebrach״ wird, auch dann seine Berechtigung hat wenn die Erfüllung in׳ der ersten Zeit hinter den Hoffnungen Zurückbleiben sollte. Der Ruf, ■der mit dieser Ausgestaltung der Agudas Jisroel an die jüdische Frau׳ und an das. jüdische Mädchen ■erging, wirkte im ersten Augenblick gleich einer Mahnung an eine vernachlässigte ■P flicht und — ׳das!ist und bleibt ein Ehrenzeugnis für unsere Frauen — hunderte Frauen in Bratislava folgten diesem Rufe begeistert und opferwillig. Noch hat die Propaganda si'ch nicht entfalten können und schon zählt, die Frauengruppe zirka 250 und die Mädchengruppe mehr als 100 Mitglieder, trotzdem an die Aufnahme in _ religiöser Be- Ziehung manohe Bediingungen gestellt werden, die!infolge der entgegengesetzten Zeitströmungen •nicht von jeder jüdischen Frau und׳ jedem jüdischen Mädchen erfüllt werden können. Frauen, die das Gebot d er Ha a r ve r h iil 1 ung übertreten, oder Mädchen, die religionswidrigen Tanz Unterhaltungen C29D

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.