Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 13-14 (26.3.1926)
- Date
- 1926-03-26
- Page
- Seite 103 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 1314 JÜDISCHE PRESSE Sehe 103 Der erzieherische Wert des Talmud. Ist das Vorurteil gegen den Talmud berechtigt? Freie Bearbeitung nach dem ״Jewish Chronicle“ voi 1 Dr. Josef Löivy. Seit einem Jahrtausend war der Talmud Gegenstand eifriger Forschung und emsigen Studiums für die Juden in allen Ländern. Das allein müsste als Ansporn für die Juden von heute genügen, das Interesse am Talmud weiter zu verfolgen. Aber die Bedeutung des Talmudstudiums ist noch viel wichtiger. Der Talmud liefert ausgezeichnete Mittel für eine richtige Erziehung. Man darf natürlich nicht vergessen, dass der Talmud keineswegs ein einfaches Literaturdenkmal darstellt, er ist der Spiegel des vielseitigen Lebens eines Volkes durch volle sieben Jahrhunderte wechselvoller Schicksale. Der Geist eines jeden Volkes, ungeachtet des Grades der Zivilisation, den es erreicht hat, ist besonderer Beachtung und eingehenden Studiums wert. Dieser Geist eines Volkes, gleichwie die Seele eines Lebewesens, ist eines der Dinge im Leben, welche von Bedeutung sind. Wenn das bei irgend einem Volk der Fall ist, um wie viel mehr muss diese Wahrheit bei einem so reich begabten Volk wie das jüdische zutreffen. Man kann nicht in Abrede steilen, dass die Juden als Rasse hervorragende Eigenschaften besitzen und dasjenige, was man als Geist des jüdischen Volkes bezeichnet, von ganz besonderem Wert für die Forschung sein muss. Der Talmud spiegelt diesen Geist durch eine Periode von 700 Jahren wider; er spiegelt ihn in seiner ganzen Vielseitip• keit, in seiner Rechtsauffassung, seiner Religion, seiner sozialen und volkswirtschaftlichen Wirksamkeit. Daher ist der Inhalt des Talmud unermesslich und alle Forscher werden übereinstimmen, dass der Ueberblick über die Werte talmudischen Schaffens unvermeidlich durch Beriihrung mit den grossen Schöpfungen der Weltliteratur ausgedehnt werden muss. Der Talmud ist auch in einem anderen Sinn reichhaltig. Eine der letzten Ausgaben, die in Wilna gedruckte, enthält 15 Bände, jeden von der Grösse eines Zeitungsblattes. Diese . Bände enthalten . zusammen 5836 Textseiten ohne Kommentar. Die Einführung in das Talmudstudium beginnt mit dem Lesen des Textes. Dieser ist nicht punktiert und hat keine Lesezeichen irgend einer Art, wie Beistrich, Frage- und Rufzeichen. Der Talmudleser muss daher seinen gesunden Menschenverstand gebrauchen, er muss eine rasche Auffassung beim blossen Lesen des Textes entwickeln. Wenn er die Buchstaben F R S T zu lesen hat, muss׳ er entscheiden, ob die Zusammenstellung dieser Schrift- Zeichen als Wort Fürst, Frist, Frost oder Forst heissen! soll. Er muss durch Uebung die sinngemässe Bedeutung des Wortes feststellen können und nicht nur das Wort sprachlich beherrschen, sondern auch die Textstelle verstehen. Heutzutage, im Zeitalter der Herrschaft der Buchdruckerkunst, sind wir gewohnt ohne Rücksicht auf den Inhalt mechanisch zu lesen und machen wegen des gleichmässigen Druckes keinen Unterschied zwischen einem herrliehen Gedicht und einer Zeitungsankündigung. Der Talmudbeflissene jedoch muss jede Zeile und jede Stelle1 prüfen und lernt bald das Unbedeutende vom Wichtigen auseinanderzuhalten. Ist es nicht einleuchtend, dass er auf diese Weise zur Konzentration geschult wird? Ohne Konzentration würde der Student keine Fortschritte machen. Das Talmudstudium gibt aber reichlich Gelegenheit dazu. Man findet im Talmud häufig Argumente in grosser Weitläufigkeit, und zwar Meinungsverschieden־ beiten, Ausdrücke tatsächlicher Erfahrung, Schilderungen verschiedener Bräuche und Sitten und noch vieles anderes; um nun das Argument als solches zu verstehen, muss sich der Schüler diese verschiedenen Teile selbst klar machen, das ist prächtige Gedankenarbeit. Ausserdem ist die talmudische Schreibweise eine lakonisch kurze: oft muss eine blosse Andeutung genügen, um eine Meinung mitzuteilen. Der Student ist daher gezwungen, für sich allein zu denken, jedes Für und Wider in einer Diskussion zu er־ wägen lind sich sein eigenes Urteil zu bilden. Das ist vielleicht eines der wertvollsten Resultate des Talmud- Studiums und steht im scharfen Gegensätze zu dem Durch- Schnittsresultat anderer Erziehung, die alles andere erstrebt, nur nicht das eine: dass sich die Menschen ein eigenes' Urteil bilden lernen. Ausserdem vermittelt der Talmud viele Kenntnisse, denn er ist seiner ganzen Anlage nach eine Enzyklopädie. Er befasst sich mit den Naturwissenschaften, Jurisprudenz, Mathematik, Geschichte, Biographie, Geographie und Reisen. Um den׳ Beginn der Feiertage zu bestimmen, muss man eine besondere Kenntnis des Kalenders haben; wie kann man aber den Kalender ohne Astronomie kennen? Die Frage, was zum Essen erlaubt oder unerlaubt ist, hängt notwendigerweise von der pathologischen Anatomie der Lebewesen ab. Es mag sein, dass vieles von dem Wissen, wie es im Talmud enthalten ist. 'uns heute ferne liegt. Dieser; Umstand ist jedoch an und für sich von keiner grossen Zeitrechnung i׳m 6. Jahrtausend fortzog. Ihre Seele usw.“1) Wenn wir nach den Führern urteilen können, muss die Gemeinde schon im 13. Jahrhundert!bedeutend gewesen sein. Zu dieser Zeit finden wir in Wiener- Neustadt R. Mose Taku. Wann Taku nach Wiener-Neustadt kam •und die Zeit, während welcher er •dort wirkte, ׳können 'wir .!nicht bestimmt angeben. Sicher ist nur, dass er in Wiener- Neustadt starb ■und auch dort begraben ist. Sein Wirken fällt ungefähr ׳in die Mitte des 13. Jahrhunderts, da ihn Nachman bereits in seinem Kommentar zu Gitiir zitiert und R. Ghaim ben Isak (Or Sarna hakaton) von ihm als einem Gestorbenen spricht.־״ Nachdem er bereits;in Goslar und Regensburg gewirkt und auch mit der Magdeburger Gemeinde Verbindüngen unterhalten hatte,!kam er — wahrscheinlich um das Jahr 1250 — nach Wiener-Neustadt, wo er auch nach einem sehr bewegten Leben die ewige Ruhe fand. Von seinen Schriften besitzen wir zwar nur das Fragment einer philosophischen Arbeit mit dem Titel ״Ket'ab Tamim“ und einige hie und da verstreute, von 1l Auf dem Steine steöit zwar deutlich!־IO; es!maisa aber ׳richtig ilO heissen, da der 25. Sivan dieses Jahres niclbt auf Dienstag fiel. Scihweinburg liest .אעורר für אעירה und א נ י für מני. Am Fussb dieses Grabsteines!ist deutlieh die Jahreszahl 1286 in arabischen Ziffern ersiohtMch. ־') I, 56 a, ed. Sulzbach 1762. s) Respoitsen 179, 60; vergl, hiezu auch Zunz, Synag. Poesie, ferner Graetz, Geschichte, VIT. Bedeutung. Man kann aus der Lektüre der Klassiker grossen Nutzen für die allgemeine Bildung ziehen, trotzdem die Wissenschaft weit gegen den Stand der seinerzeitigen Gelehrsamkeit vorgedrungen ist. Mag die Auffassung dieser Zeit in Dingen der Naturwissenschaften oder, der Anatomie unseren modernen Gelehrten naiv vorkommen, aber die logische Methode der Behandlung der Probleme ist das Wesentliche für den Forscher. Was die Jurisprudenz des Talmud anbelangt, kann man ruhig die Behauptung wagen, dass die talmudische Gesetzgebung den Vergleich mit unserer Zeit aushalten kann, denn das jüdische Volk besitzt einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und Redlichkeit und wer mit Vorliebe das' talmudische Recht zu seinem Spezialstudium erwählt, wird den Sinn für Rechtlichkeit zumindest verstärken. Eingehendes Talmudstudiutn führt demnach zweifeilos zur Konzentration, es regt den Geist zum Denken und zum Bilden eines selbständigen Urteiles an, es schärft das Gedächtnis und vermittelt nützliche Kenntnisse auf so vielen Gebieten menschlichen Wissens. Aber die Bedeutung des Talmud liegt auch auf anderen Gebieten. Einen deut■1 liehen Beweis für den sittlichen Gehalt so mannigfacher talmudischer Aussprüche und Grundsätze liefern die sögenannten Perlen aus dem Talmud, welche in allen Zeiten die Aufmerksamkeit auch nichtjüdischer Kreise auf sich gezogen haben. Ein seltsamer. Zufall hat es gefügt, dass eine Auslese hervorragender Sprüche und schöner Gedanken zuerst für die Erziehung junger Geistlicher im 15. Jahrhundert in Spanien gedruckt wurde. Ein Jude namens Peter Alfonsi, der zum Christentum übertrat, übersetzte eine Reihe ihm passend erscheinender ■Stellen :ins Lateinische' und so wurde diese Anthologie häufig gelesen und nahm ihren Weg zur Literatur der grossen europäischen Völker. Ein ausgezeichnetes Beispiel für die ethische Kraft talmudischer Auslegung mag folgende Stelle bieten: Die Bibel erklärt, dass Gott Moses beauftragte, die Kinder Israels zum Kampfe gegen Micljan zu führen, es wird jedoch erzählt, dass nicht Moses, sondern Pinchas der Führer der Kinder Israels war. Nun fragen die talmudisehen Leser: ״Warum gehorchte Moses nicht dem gött- .liehen Befehl?“ Die Antwort darauf ist eine der bezau־ berndsten Stellen im Talmud. ״War nicht Ziporab, ,*das! Weib Mosis, eine Frau aus, Midjan?“ Moses fühlte daher, dass er nicht gut Führer im Kampfe gegen diejenigen sein konnte, von denen er eine wertvolle Gabe erhalten hatte. Sagt nicht das Sprichwort: ״Wirf keinen Stein in den Brunnen, aus dem du getrunken hast“. Jedermann, der den Talmud nur cinigermasscn kennt, wird leicht merken, dass das Neue Testament in seiner ganzen Anlage einen gewissen jüdischen Zug an sich hat. Seine Sprüche, welche Gemeingut von Gelehrten .und ein־ fachen Leuten geworden sind, bilden Bestandteile der jüdischen Literatur und können verglichen werden mit in braunen Schachteln laut Attest Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabbiner Simon Schreiber aus Erlau כשר verlässlich koscher כשר auch heuer wieder in garantiert reiner und ausgiebiger Qualität zu haben bei HEINRICH fRANCK SÖHNE in Kosice Diese Fabrik steht unter Oberaufsicht des Herrn Oberrabbiner Simon Schreiber und unter ständiger Kontrolle von Sr. Ehrwürden ernannten frommen jüdischen Aufsehern, so dass sämtliche Erzeugnisse verlässlich koscher sind und also von jedem. Glaubensgenossen das ganze Jahr hindurch gebraucht werden können. Beachten Sie beim Einkäufe im eigenen Interesse recht genau: die braune Farbe der Schachtel, die Schutzmarke KAFFEEMÜHLE und die Unterschrift HEINRICH FRANCK SÜHNE. anderen zitierte Entscheidungen. Aber schon aus diesen wenigen Anhaltspunkten geht hervor, dass er zu den Grössen seiner Zeit gehörte und dass seine Entscheiduingen noch im 15. Jahrhundert in Deutschland, Oesterreich und Italien4 * *) beachtet wurden. Ausser dem Talmud und der Philosophie beschäftigte er sich auch ׳mit der Liturgie ׳und hinterliess einige unbedeutende Arbeiten auf diesem Gebiete.״) Taku war ein erbitterter Feind alles Rationalismus. Von Wissenschaft wollte er überhaupt nichts wissen, da sie den Geist des Menschen verwirre.״) Wenn man irgendwo in den ״fremden Büchern“ etwas Auffallendes geschrieben finde, müsse man!nicht darauf achten, es sei denn, dass auch in den ägadischen Teilen des Talmud etwas derartiges vorkomme. Die Schrift dürfe man nur so auffassen, wie sie ist und wie die Agada sie erklärt; jede allegorische oder symbolische Deutungsei verboten.7) Da Sadia Gaon, A'ben Esra und Maimonides die wissensehaftliche, der Philosophie huldigende Richtung vertreten und gerade die durch ihn perhorreszierte Schrift־ erklärung pflegen, greift er diese Männer mit der grössten Vehemenz an. .Taku wird verschieden beurteilt. Während er.von einer Seite8) für den ״liberalsten deutschen Rabbiner des 4) Resp. von Israel Bruna und Josef Kolon׳. 6) Landshuth. Amude ha־aboda. 8) Ketab Tamin in Ozar Nechmad 111״ Wien 1860. 7) Siehe Kaufmann, Geschichte der Attribuitenlehre. s) Garmoly in Lit. Blatt des ״Orient“, 1850. den ganz gleichen oder ähnlichen Sprüchen und Sprich- Wörtern im Talmud. Alle Bestrebungen unserer Zeit, welche eine Auferstelumg jüdischen Lebens hervorrufen wollen, mussten sich auch daher mit einer Wiederbelebung des Talmud- Studiums vertraut machen. Vor nicht langer Zeit wusste jeder sich selbst achtende Jude etwas vom Talmud, jedes Gemeindemitglied galt als Talmudist und die Rabbiner wetteiferten in talmudischer Gelehrsamkeit. In unserer Zeit nehmen unsere ״Seelsorger“ schwerlich die Würde talmudischer Autorität für sich in Anspruch und was die breiten jüdischen Massen anbelangt, gibt es Tausende, welche in ihrem Leben überhaupt kein Talmudexemplar vor Augen gesehen haben. Ist cs nicht beklagenswert, dass ein so׳ wichtiger und brauchbarer Wissenszweig, von solch erzieherischem Wert, so einzig in seiner Art, völlig aufgegeben werden sollte? Der Wert des Talmudstudiums — eine wissenschaftlich׳ gründliche Methode vorausgesetzt— isl für die jüdische Allgemeinheit so einleuchtend, dass alle Bestrebungen in dieser Richtung volle Förderung verdienen. Jüdischer Geist und jüdische Gedankenarbeit würden Anregungen mannigfacher Art empfangen und die Saat talmudischen Erfassens und Auslegens die herrlichsten Früchte der Erkenntnis tragen. r7׳ Das Lied am Schilfmeer von Ferdinand Freiligrath.*) Wandelt mit Pauken das Schilfrohr entlang! Der Herr hat gesiegt, uns1 re Kette zersprang! Singt, denn des Mächtigen Stolz ist gebrochen; Sein funkelnder Heerzug, sein krieg rischer Tross — Wie eitel ihr Rühmen L Der Herr' hat gesprochen — Und unter im Schilfmeer ging Reiter und Ross. Wandelt mit Pauken das Schilfrohr entlang! Der Herr hat gesiegt, unsre Kette zersprang/ Ehre dem Herrn! Dem Eroberer Ehr! Sein Hauch unser Schwert und sein Wort unser Speer! Siehe, wer meldet dem harrenden Volke Den Fall seiner Tausende? Keiner entrann! Der Herr sah hervor aus der feurigen Wolke Und warf in die Fluten sie, Wagen und Mann! Wandelt mit Pauken das Schilfmeer entlang! Der Herr hat gesiegt — uns’re Kette zersprang! Mosche Porges. ז״ל Er starb Mittwoch früh, den 9. Nissan, eines plötz־ liehen Todes. Der Tod ereilte ihn in der Mikwah, wo er! ׳allmorgens erschien, um vor dem Beten ein Tauchbad zu nehmen. Mit Mosche Porges schwindet aus dem Wiener jüdischen Stadtbild eine markante Persönlichkeit, die in den letzten Jahren, besonders im Kreise der thoratreuen Judenheit eine bewundernswerte Rolle gespielt hat. Er entstammte einer Wiener Familie und hat seine Jugend1 in Kreisen verlebt, die man heutzutage als assimilatorisch bezeichnet, ist dann Journalist geworden und redigierte jahrelang eine Fachzeitung. Der Weltkrieg hat eine grosse seelische Wandlung in Mosche Porges vollzogen. Er kam mit frommen Juden in Berührung; besonders hat der damalige Oberrabbiner von Galanta, Rabbi Duschinski, wo Porges einen Teil seiner Dienstzeit verbrachte, auf ihn eine tiefe Wirkung ausgeübt. Mosche Porges ist ein wahrhafter Baal-Tschuwo geworden. Er brach vollkommen mit seiner vorherigen, Lebensweise und Hat dies selbst in seiner Kleidung, in seinem äusseren Gehaben zum Ausdruck gebracht. Er begann, eine asketische Lebensweise zu führen. Niemand, der ihn gesehen hat, konnte ahnen, dass vor ihm ein ״modern“ gebildeter Mensch» ein Wiener Kind steht. Nur.wenn er zu sprechen begann, da hat man den merkwürdigen Kontrast zwischen der Form der Rede und der äusseren Gestalt des Mannes empfunden. Wohl bemerkt — nur die Form* die Aussprache, der Anschlag der Worte stach merkwürdig von dem; Aeusseren des Mannes ab. Der Inhalt seiner Worte!entsprach seinem Wesen vollkommen. Er hat Gedanken zum Ausdruck gebracht, die tief charakteristisch für den Seelenwandel dieses Mannes waren. Sanfte, fromme, tief religiöse Gedanken. Diese Worte haben einen merkwürdigen Zauber gehabt, dem man sich kaum entziehen konnte. *> Ster 50. %odesta(/ des Stickte s (<est. 18. 5M.ärz 1876) hat die <S!inne uno an •nn b'l'.b . Stat'Xied Jselbst ist eine TN-Jchdichtung nach 1יc!mcl7j׳b׳ld de* entfbs'hcn 3)ichte>'s *Gliom is ZMoore- Sieide waren von s a!ker Xi be uir Silbe׳ erfüllt. Mittelalters“ gehalten wird, nennt ihn die andere Seite") einen intoleranten Menschen, der die Finsternis wünscht. Seiner heftigen Angriffe ׳und!streng religiösen Anschauungen wegen ■betrachtet •man ihn als ein einzig dastehendes Symptom, was aber kaum zutrifft. Man kann Taku aiis den Strömungen seiner Zfeit sehr gut verstehen. Fr ist ein Ast an jenem grossen Baum, der damals in der Judenheit Wurzel fasste. Im Jahre 1232 wurde über Maimoinides’ Werke in Spanien der Bann ausgesprochen und wenn Taku auch mit den' )Ereignissen in ■Spanien und den Angriffen Abulafias gegen die wissenschaftliche Richtung nicht in unmittelbarem Zusammenhang steht, dürfte er doch durch Vermittlung der französischen Gelehrten, mit denen Wien und Wiener-Neustadt־ :stets in Verkehr standen, von der Angelegenheit erfahren haben. Der Wiener R. Isak, der Verfasser des Or Sania Hagadol, korrespondierte mit seinem Lehrer, dem Pariser Sir Leon. Abigdor Kohen, der Schwiegervater des schon• erwähnten Chajim b. Mose von Wiener- Neustadt, war mit R. Moses Concy verschwägert. Auch Taku selbst war mit französischen Gelehrten bekannt und wir können daher mit vollem Recht annebmen, dass er von der Bewegung, die auch die französischen Gemeinden mit sich riss, unterrichtet war. Er schloss sich der Maimonides feindlichen Richtung an und verhisste gegen ihn und die anderen hervorragenden Vertreter der philosophischen Richtung eine geharnischte ״) A. Geiger. Jikl. Zeitschrift. II.