Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 13-14 (26.3.1926)
- Date
- 1926-03-26
- Page
- Seite 101 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13/14 JÜDISCHE PRESSE Seite 101 der Völker und andererseits zu gemeinnützigem Verhalten im Wirtschafts- und Gesellschaftsleben zu erziehen? Und wir sollten nficht das Gefühl haben, dass sich nur so und' nicht anders der Vorwurf, die Juden seien eil unberechenbares, unruhiges, allen Bindungen widerstrebendes und sie störendes Element von selbst widerlegt, nur so die Verwechslung des neuen ״jüdischen“ Typus mit dem ״alten“ Juden und dem Juden an sich verhütet und die Stosskraft gegenwärtiger und zukünftiger skrupelloser Hasser Israels abgeschwächt werden kann, und was das Wichtigste ist, dass nur so das Judentum vor innerem Verfall zu retten ist? Nun ist ja gar nicht zu bezweifeln, dass unsere breite, traiditionstreue Masse in ihrer Unwillkürlichkeit noch weit davon entfernt ist, die Dinge!anders als so zu betrachten, dass sie in ihren Neigungen, in ihrer Gefühls- und Lebensweise zurückhaltend, leichtsinnigen Experimenten aller Art abgeneigt, gut konservativ, ja im ׳Grunde konservativer als die konservativsten Schichten der anderen Völker ist. Auch habet! wir uns noch lange nicht offiziell und mi!t ausdrücklichen Worten zu dem ganzen Komplex der neuen ״jüdischen“ Mentalität bekannt. Es ist ja auch nicht so!dicht, .man ist nicht ״ungestraft“ dreieinhalbtausend Jahre geseitzestreu. Aber es sind leider schon mehr als Anzeichen dafür vorhanden, dass die rührige Agita- •tian der ״Unzufriedenen“ Erfolg hat. Im Westen ist ja die Sache eigentlich ja schon recht lange im Gange. Da kam sie — ohne Vermittlung, •durch die orthodoxen ״Unzufriedenen“, die es ja noch nicht gab — direkt von der Assimilation zu den Ueberlieifertmgstreuen herüber und hat sich hier in den führenden Kreisen festgesetzt. Im Osten ist die Sache allerdings jung, dafür aber dtle schnelle Gelehrigkeit verblüffend. Kurz, ״Fortschritt“ da und dort. Wer’s nicht glaubt, braucht ja nur nachzuleserf, was die orthodoxen Blätter in jeder Nummer schreiben. Sobald die Beziehungen der Völker zu den Juden, das Verhalten der Juden gegenüber dem Antisemitismus, ihre Mitarbeit!im Staate und am Staate in Frage kommen, fehlt den orthodoxen Blättern jeder eigene Gesichtspunkt, dann sind sie alle auf denselben Tori gestimmt wie idl'e Blätter der Assimilanten und Zionisten. Dasselbe müssige Gerede im Namen eines halben Dutzend altmodischer und ultranoderner Ideale, dieselbe unkluge und vorlaute Parteinahme für Gruppen religionsgegnerischen Charakters, die gleichen sinn- und wirkungslosen Strafpredigten, dieselbe ungefährliche Drohung mit der öffentliehen Meinung, dieselbe Schwachheit, jeden, der einmal über die Ungehöriigkeit eines ״Juden“ vom neuen Typus die Geduld verliert, schon als Antisemiten, al!׳s Feind der Menschheit und als schlechten Menschen abzustempeln; dieselbe aufreizende Schnüffelei überhaupt nach antisemitischer Gesinnung — alles nach bewährtem Muster. Und kein einziges dieser Blätter, dem — wenn schon nicht Zweifel aus der Weltanschauung, heraus — so doch wenigstens ׳ angesichts des fortwährenden An- Wachsens des Judenhasses die Frage nicht aufwürfe, ob das von den Assimilante.n eingelditete und von den Zionisten übernommene Verfahren denn doch nicht revisionsbedürftig wäre. Kein einziges, dem eine Ahnung davon anzumerken ist, dass die Kultur des jüdischen Gesetzlebens .mit ׳allen den Mätzchen entgleister Generationen Europas und besonders mit den Griimassen des neuen ״jüdischen“ Typus völlig unvereinbar ist, und dass die jetzt praktizierte ״Synthese“ dieser beiden unvereinbaren Elemente, faills sie noch lange praktiziert wird, deren erstes, das Judentum :mit innerer Aushöhlung bedroht, ja schon atisznhöhilen begonnen hat. Denn schon ist die Masse der Leser so eingeschläfert, so irregeführt, dass sich kein einziger findet, dem bei der Lektüre solcher Ungeheuerlichkeiten die Ahnung aufdämmerte, dass s!i!e Ungeheuerlichkeiten sind und seinem •innersten Wesen und Wollen widersprechen, und der sich dagegen auflehnte. Keiner, der etwas merkte. Es ist eine gar nicht langsame, aber desto verlässlichere Belieferung Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nesiroygasse 11 Qesterr. Postspark.-Konto Nr. 177.855 Tel, 6566־65-1 ,71־3־ hohe Fest sorgenfrei feiern können. Damals ׳war ׳in Jerusalem ein überaus frommer, heiliger Mann1״ der zurückgezogen lebte; gerade an diesen״ hatte der Rabbiner vergessen und ihm auch keine Unterstützung zukommen lassen. Der Fromme schwieg, sprach niemanden um Geld an und blieb dadurch von allen ׳Lebensmitteln, die rnan am Pesach bedarf, entblösst. Frau und Kinder konnten nur weinen, als der Vorabend des Pesach heranriiekte und man weder Mazzot noch Wein im Hause hatte. Der fromme Mann war gewohnt, im Sinne des Satzes: kol diohfin jasse wejeichal (Wer hungrig ist, komme her und esse) .Arme zu Tische zu bitten, nun aber hat er allein nichts zu essen. Inbrünstig flehte er zu.G-it, dass er ihm in dieser grossen Not Hilfe senden soll. Sein so ernstes Gebet konnte nicht unerhört bleiben. Als der Fromme am Erebpesachtage in die Gasse ging, begegnete!ihm ein Wanderer, der ihn^begrösste und aussah, als suche er etwas. ״Was suchen Sie,“ fragte ihn der Fromme, ״Ich suche einen Ort, wo ich Pesach weilen könnte, und wenn es möglich wäre, bei Ihnen ■zu sein, so will ich Sie reichlich belohnen.“ Der Fromme, _ auf _G-tt vertrauend׳, lud den Gast zu sich und versicherte, ihm einen angenehmen Pesach zu bestreiten. ״Aber wie ist denn Ihr Name?“ ״Mein Name,“ sagte der Fremde, ״ist Nissim Hamizri, und so nehmen Sie denn dies Bündel Geld, womit Sie alles zum Feste reichlich vorbereiten können.“ Der!Fromme brachte das Geld seinem Weibe, da war der Freude keine Grenzen. Er erzählte ihr die Geschichte des Herganges und befahl, alles reichlich und gut vorzubereiten, bemerkend׳, dass er iin dem Fremden einen vornehmen, göttlichen Mann erkannt habe und froh sei, auch Anne zum Seder laden zu können. Alles wurde reichlich vorbereitet, aber der Fremde kam nicht, obschon es bald ׳Nacht war. Der Fromme suchte Ihn in allen Gassen Jerusalems, fragte überall, ob man •den ehrenhaften alten Wanderer mit Namen Nissii'm Hamizri nicht irgendwo gesehen habe, aber niemand konnte ihm Auskunft geben. Als der Fromme aber über die Sache ernster nachdachte und sich• nochmals das Gesicht des Fremden1 vergegenwärtigte, kam er zu׳ dem Schlüsse, dass der Fremde eher einem göttlichen Wesen ähnlich der ״Moderne“ und des famosen, neuen ״jüdischen“ Typus mit orthodoxem Materiell; ein gar nicht langsames aber um so entschiedeneres Mitveranwortlichkeitswerden vor G-tt, dem Judentum, dem jüdischen Volke, den Völkern und vor sich selbst. Kurz, die ״Unzufriedenen“ haben zwar noch keinen vollen, aber einen beträchtlichen Sieg davongetragen. Sie dürfen zufrieden sein. Und wenn sie sich einbilden, mit ׳inrem alten Assimilationszcug, bloss weiill s):e es modern herausbrachten, der Orthodoxie eiinen Weg ins Freie gewiesen, die ״junge“ Orthodoxie geschaffen zu haben, ׳— wer kann sich darüber wundern? Von einem fremden Willen ist ihnen das Gruseln vor den ״Reaktionären“,. ״Klerikalen“, ״Schwarzen“, der Glaube an den ״Zeitgeist“ mit papierenen Hämmern eingehämmert worden. Nun kann sie kein Vorwurf härter!treffen als der, dass sic zu den •Ausgestossenen von der ״Moderne“ Ungnaden gehören. Nun können sie nicht genug oft und rüieht genug nachdrücklich betonen, dass man ׳ein orthodoxer Jude und ein moderner Mensch sein kann. Aus der Ebene ihres eigenen Wesens herausgeworfen, können sie die lächelnde Veraohtung Der Vorsitzende dtes Frankfurter G. A., Herr Jacob Rseniheim, der am 16. d. M. von einem mehrwöchigem Aufenthalt in Amerika heimkehrte, teilt ans auf ■unsere Anfrage über seine Eindrücke und Erlebnisse folgendes mit; Es war vielleicht eine — von den Umständen allerdings vollauf entschuldigte — Unterlassungssünde, dass die Leitung• der ״Agudas Jisroel“ erst zu Beginn dieses Winterhalbjahres einen ernstlichen Versuch unternommen hat, statt durch fliegende Delegationen durch Errichtung einer ständigen Vertretung in New-York jenseits des Ozeans festen Fuss zu fassen. Auch wenn man von allen wirtschaftlichen Momenten •absieht,• die •meist am stärksten in die Augen springen, bleibt ״Agudas Jisroel“ rein organisatorisch eine Halbheit im buchstäblichen Sinne, solange ihr •die gewaltigen Massen ■und moralischen Kräfte!der amerikanischen Judenheit fehlen. Diese amerikanisehe Judenheit — 2 Millionen Juden!in New-York allein — ist ein Mikrokosmos; sie birgt geradezu alle Strömungen und seelischen Richtungen des Gesamtjudentums!in berückender Mannigfaltigkeit in sich, und es ■1i׳st eine trostreiche Feststellung, dass auch das, was uns allein wahres Judentum ist, die unbedingte Hingabe an!das Gottosgesetz, drüben keineswegs im Aiissterben begriffen ist, sondern /im Gegenteil, wie ich glaube, eine lebensvolle Zukunft hat. In der älteren Generation zählen immerhin nach Hunderttausenden diejenigen, die :ihr Leben nach den Diktaten der Tradition zu gestalten sich!bemühen lind in der Jugend — ׳der jiddischen wie der englischen — regt sich, deutlich wahrnehmbar, die Sehnsucht nach historischer Echtheit und sittlicher Ganzheit des jüdischen Lebens, wie nur eine Volkserziehung im Aguda-Geiste 'sie heute gewähren kann. So liegen potentiell die Bedingungen für einen Eroberungszug der ״Agudas Jisroel“ als Renaissance des alten jüdischen Volksgelistes in hohem Masse vor: ungezählte Massen in chaotischer Unorganisiertheit mit dunklem!Sehnen nach jüdischer Lebensgestaltung. C Diese Möglichkeiten in Wirklichkeiten zu verwandeln!ist ■ allerdings eine Aufgabe, deren moralische Grösse überschattet wird von den ungeheuren praktischen Schwierigkeiten ihrer Lösung. Sie fordert außergewöhnliche Opfer an physischen, geistigen und wirtschaftlichen Kräften, verheiisst aber, zähe und ausdauernd durchge>fü׳hrt;. in wenigen Jahren reichen Lohn. ׳Dass wir als Pionier keinen besseren Mann hätten hinübersenden können als unseren verehrten Kollegen •Dr. Ehrmann, der seit Kislew den Aufbau der amerikanischen Aguda leitet, ist mir während meines Aufenthaltes zur vollen Gewiissheit geworden. Seiner Umsicht und Gewandtheit, vor allem aber der in ihm lebendigen jüdischen Bruderliebe, die ׳den Keim des Guten überall erspäht und nutzbar zu machen weiss, ist es bereits gelungen, den Rahmen einer Aguda-Organisation M—BP1״■™”—I—Ml——IB—■M war, und es konnte nur der Prophet Elijahu gewesen sein, der ihn durch das reichliche Geld für immer aus der Not gerettet hat. Der Rabbiner von Jerusalem aber hatte in der Nacht vom ersten Tage Pesadh einen schrecklichen Traum. Ihm erschien ein riesengrosser (Mensch, dessen ׳Gesicht Furcht und Seihrecken .ausströmte, dessen Stimme Ihm Zittern und unsägliehe Angst verursachte, und fragte ihn, warum er den frommen Mann vergessen habe, dessen!Frömmigkeit, Heiligkeit und Verdienste die Gesamtheit Israels vor Unglück schützt, und wäre nicht der Prophet Elijahu, •der es unternahm׳, den Frommen vor Hungersnot am Pesach zu schützen, so würde der Stadt Unheil abzuwenden kaum möglich gewesen׳, da jeder jüdische Bürger moralisch verpflichtet ist. Arme nie. um so mehr am ׳Pesadh, hungern zu lassen. Ais die Erscheinung verschwand, ׳erwachte der Rabbiner, zitternd wie Espenlaub. Am Morgen Hess er den vergessenen frommen Man zu sich bitten׳, bat (ihn viele!Male um Entschuldigung und versicherte ihm, künftighin die Verteilung der Pesachunterstüteimgen mit mehr Vorsicht und Umsicht zu besorgen und um so mehr die G-ttesgelehrten ׳rechtzeitig mit den nötigen Gaben zu bedenken. Die Juden in Wiener-Neustadt. (Fortsetzung.) Bei allen diesen gegen die Juden gerichteten Ver- Ordnungen!können wir die allgemeine Wahrnehmung machen, dass ׳ursprünglich gerechte Einrichtungen später zum Nachteil der Juden entstellt werden. Kein einziges Gesetz blieb bei seiner ursprünglichen Bestimmung. Leider mussten die Wieirer-Neustädter Juden, denen ein Herzog sogar das Schneiderhapdwerk verbot, ah sich selbst eine ■fortwährende Steigerung der Ein- Schränkungen erfahren. Friedrich der Schöne ׳befiehlt im gegen die albernen Sctoimpfworte nicht aufbringen, mit denen die ״Fortschritts“-Männer so erfolgreich arbeiten. Nun können sie nicht wissen, dass ein orthodoxer Jude wohl Tugen/den seiner Umgebung — so weit sie solche sind, das heisst vor dem Urteil der Thora bestehen können — sich aneignen, dass er für sich, sein Volk und die Menschheit das Höchste erstreben, aber nie und nimmer ein moderner Mensch sein kann. Van Modernität unterwühlt, können sie nicht erkennen, dass die Orthodoxie, die den Anspruch erheben Will, die junge Orthodoxie zu sein, ihre edelste Volks- und Menschheitsarbeit in ganz anderem sehen muss, als überall dabei zu sein, wo die sogenannten Entscheidungsschlachten der Menschheit geschlagen werden, als den hemmungslosen und unfruchtbaren Schwatz des modernisierten Europas mit einem ״Hecnscher“ zu versehen, als sich selbst Platzkarten für die ״Kultur“krippe der ״Moderne“ auszustellen, als den bewussten oder unbewussten Zerstörern der religiösen Gefühle der Völker Hilfe zu bieten, als die Thora der Philosophie der Zeitungsmenschen anzabequemen als auch ihrerseits Material für den famosen neuen Typus beizustellen. und eine Anzahl von Gruppen in New-York Wie im'Lande zu schaffen, und einer verhältnismässig stattlichen Anzahl von Ge- Sinnungsgenossen das Verständnis der Aguda-Idee soweit zu erschliessen, dass sie dauernd als Mitarbeiter in!Betracht kommen. Bei der •unübersehbaren Ausdehnung des Arbeitsfeldes ist gerade diese seelische Gewinnung von verständnisvollen Mitarbeitern ׳im Lande selbst die erste Vorbedingung dauernder Erfolge; Das natürlichste und wirksamste Mittel!für die Ver- 1b׳re׳i׳tu!ng von;Ideen, eine viel gelesene Tagespresse, steht «!ns ׳in Amerika ,leider bisher nicht zür Verfügung; ׳mit Ausnahme •des der Aguda einigermassen ■׳wohlgesinnten ״Jüdischen Tageblatts‘‘ (Gedallia BulbÜk) befiinde!: sich vielmehr die gesamte Presse im schärfsten Gegensatz zu ״Agudas Jisroel“' und sucht deren Verwurzelung :im Lande systematisch zu verhindern. Diese Gegnerschaft hat sich seit der bekannten Londoner Kampfparole Louis Lijskliis zu einer wilden Hetze gegen die Aguda entwickelt, der man ׳die abenteuerlichsten Verleumdimgen an den Kopf wirft, ohne dass eine an Schalilstärke halbwegs ebenbürtige Abwehr möglich wäre. Es ist bedauerlich, dass dieses Boxersystem des amerikanischen Presse-Zionismus einen starken Teil jüdischer Kraft auf beiden ׳ Seiten in frucht- ׳loser .!lässlicher Polemik verzehrt, während gerade die amer.ikonische Ende Raum genug böte, um neben eiinem erfolgreichen Drive des Keren Hajessod auch der kolonisatorischen u׳nd kulturellen Erez Jisroeil-Arbeit der Aguda die nötigen finanziellen!Mittel ■zu liefern. Die Ausst re innigen der zionistischen ׳Presse haben indessen, wie ich feststellen konnte, nicht nur den Bodenverkauf der Aguda schwer geschädigt, sondern auch denjenigen der zionistischen Körperschaften ‘ selber, denn das einmal ge- 1weckte Misstrauen dies Publikums ■gegen die Landgesellschaften macht natürlich vor den Pforten der zionistischen Companies nicht halt. ׳Ich bäte versucht, in einigen lpn׳!erv,ielws der Wahrheit eine Gasse zu brechen und ׳in einer Anzahl von Versammlungen Herrn Dr. Ehrmann und unsere amerikanischen Gesinnungsgenossen :in ׳ihrer mühereichen Organisationsarbeit ein wenig zu unterstützen. . Ein besonderes Kapitel bildet die dringend notwendige Klärung!innerhalb der׳ rabbinischen Welt Amerikas. Ueber die Ursachen, die es den aus dem Osten stammenden rabbinischen Einjähriger Handel8kur8 Wiener Einjähriger Handelsfcura Talmud -Thora - Schulverein Volks- und Bürgeisoliuls für Knaben und Mädchen Wien, II■, Malzgasse 16 Oest. Postspark.־Kto. 182.159 Spendet für das älteste und grösste jüdische Schülwerk Wiens! " 11«! MUMaMMMMMBH— Jahre 1316, dass die Juden von nun an kein Kleid• mehr zuschneiden dürfen ״wegen der grossen tr׳ive, die vnser pürger von der Niwenstat lange her gegen vnsern vodern vnd gegen vn.s gehakt habe nt vnd auch noch habe nt“. Sollte ein Jude aber dennoch ein Kleid zuschneiden, so konnten ihm alle ׳bei ihm •befindlichen Kleider genommen werden.‘) ׳Diese Vorschrift durfte auf den zu jener Zeit besonders fühlbaren ׳Einfluss der Zünfte zurückzuführen sein. Als Rudolf IV. später dem Unfug der Zünfte ein Ende machte, erklärte er unter anderen Handwerken auch die Schneiderei für allgemein zugänglieh.־’) Der unermüdliche Eifer und die Schaffenskraft Rudolfs IV. hoben fiir kurze Zeit das Land; dann fiel es aber wieder in die alten Wirren zurück. Der Zwist zwischen Albrecht III. und Leopold III. (1365—1379) machte das Land noch zerfahrener ׳und• zerrüttete seine 1Finanzen. Das letzte Mittel zur Sanierung der Finanzen war ein vom Herzog veranstalteter Raubzug gegen die Juden. Im Jahre 1370 wurden sämtliche Juden auf Befehj des Herzogs gefangengesetzt und ausgeplündert. Unter Wilhelm und Albrecht IV. nahm das Raubrittertum immer mehr zu,!so dass die öffentliche Sicherheit ganz daniederlag. Der Herzog konnte ja nicht einmal den Sold für die Wahrung der Sicherheit von Ort zu Ort streifenden sogenannten ״Qreinermeister“ bezahlen. Man ‘) Original im Wiener-Neustädter Archiv; abged-nuckt im Anhang. ־’) Tomaschek, Ge׳sohiohtsq׳uellen ׳der Stadt Wien. Uebet* die flguda in Amerika. Von Jakob ^osenheim, ppankfa!*t a. JVI.