Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 13-14 (26.3.1926)
- Date
- 1926-03-26
- Page
- Seite 100 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 100 Nr.?3/14 JÜDISCHE PRESSE vva ,r i v 1 die g;1112c Welt v 0 n!! n s. Und es jerilt wimrer nieder, was ist Sieger in־ Tsra%4? Die gewaltige Grösse des Autoritätsgedaiikens oder die imemicssliclie Breite des demokratischen Wollens? I.) a s ist d e r K a m p f, u in d e 11 e s g e!11 •{ und d i c s i s t v i!0 11 e i c 111 auch de r K n m p f, uin den es in der ganzen W e 11 g e s c h i e 111 e g e!11־ t.!Es freut mich. Zeug• nis ab legen m können ׳und zu erklären, dass es auf beiden Seiten Menschen gibt, die glauben, nach Palä* stina zu gehören. Menschen, die bereit sind, in den Dienst dieses Gedankens ihr Leben zu stellen und ihr Leben zu opfern. Und würde Palästina als lioiUiges Land von solchen Menschen bevölkert sein. dann, ja dann wäre die Stunde der E r 1 ö s 01 n g g c k 0 tn m e 11. Das BrobLm der •Besiedlung Palästinas liegt jetzt ■darin, dass man dort einen 1M ׳} ו: e :1 s •t a •n d schafft, dass matt ׳die Möglichkeit sucht und gibt, dort einen gesunden!Mittelstand itis Leben zu rufen, ■wenn auch in kleinen •Anfängen. Man •möge ׳hwigdien und derjenige möge nur hingehen, der entweder glaubt, in •seinen Nerven und Muskeln die Kraft z»u 'haben, sein Leben zu gestalten, oder derjenige, der so viel Kapital hat. um •sich über die ersten, schwersten Jahre hinwegzubringen. Dass in einem solchen!Lande, wie Palästina. die Arbeiterfrage sehr ׳ennsi ist, ist begreiflich. Wollen wir hoffen, dass das Verhältnis •zwischen jüdischem1 Arbeitgeber und Arbeitnehmer sieh bald f r e u n d 11 i c 11 gestaltet, denn unter diesem S Fleischbank S 5 Stadler & Fischers ■ H ■ Wien, ll(? Im Werd I unter Aufsicht der Adas Jisroef (S c h i f f s c h u 1) liefert für die Pessachfeiertage prima Extrem*Kalbu. Rindfleisch billigst. Wird auf Wunsch ohne Aufschlag ins Haus gestellt. Bestellungen, auch telephonisch, unter Nummer 44-514־ und 4(13-41־ erbeten. ■ m m ■ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■mra■ furchtbaren Problem des schreienden Humgcrs kann man den Arbeitern, die unter so schweren Verhältnissen leben müssen, ■nichts verargen. Meine hochverehrten Damen und Herren, wer soll nun nach Palästina? Nur derjenige, der in sich׳ d i e K r a f t d e r H •i 11 g a b e fühlt, wer, um auf dieser Grenzlinie der jüdischen Geschichte zu gehen, sein ganzes Leben zu einem׳ Opfer zu gestalten gewillt ist, der mag hinge hon und or wird dafür sorge«, dass Palästina bleibt tui d wir r׳d das 11־ e ,1 läge Land. Auch wir? Von Du. fiathan ßitrnbaam Dr. Nathan Birribaiun hat einige Wintermonate iin Wien verbracht. Er hielt in den versdiiiedenstcn Kreisen der Wiener Judeiiheit Vorträge über jüdische Fragen. hauptsächlich religiösen Inhaltes. In einer soeben fertiggcstellten Schnift übt Dr. Nathan Birnbaum nach zwei Pichtiingen Kritik an dem Gebaren der heutigen 0 r 111 0 d 0 x;i e und stellt 'diesem seine Anschaumigen ׳und Forderungen gegenüber. Wir sind im der angenehmen Lage, ,hier aus dem Manuskript einen Teil der an einem der beiden gerügten Verhalten geübten Kritik zu bringen. Der Titel ״Auch wir?“ list mir für diese , Veröffentlichung gewählt. Unfähigkeit, den Lebensbau der nichtjiidisclieti Umgebung zu verstehen: Unterschätzung des Kiilturliaften an den Völkern mit seinen notwendigen Abwegen imd Umwegen; Uebersehätzung •ihrer rechnerischen und zerstörenden Exkurse, ein DarauM0s-״F0rtschr׳e1ite11“, ׳und koste es auch das Dies- und Jenseits, Sturm und Drang bis zur Sinnlosigkeit, ein Galoppreiten aut lahmen Scheniascluimineln, ein aufreizendes AUesbesscrwisse 11 und Hansdampf-in-allen-Gassen-stfui — dies ist das Schicksal, das die Assimilanten über das jüdische Volk brachten. Es hat!dann auch die Zionisten erfasst und auf der ganzen Linie über slie.gesiegt! Von dem befreiten Blick auf die Umgebung, der die Jugendjahre der jüdisch-nationalen Bewegnng uuszeiebnete, keine Spur mehr vorhanden. Und nun sollten •auch wir, die Getreuen der Uebcrliefenmg, diesem Schicksal nicht entgehen köimen? ,Fast widersinnig, es zu denken. Wenn der Zioiifernus in bezug auf die Wertung der Umwelt und das Verhalten der Juden!in!ihr wieder rückfällig wurde, so war das eigentlich nicht anders zu erwarten. Er war einfach auf die Ebene der Assimilation, der er entsprossen ist, zurückgefalilen. Aber wir? Wir, die wlir .in der jüdischen Tradition —- einem Kultnrbau von unerreichter Stärke — wurzeln; wir, ׳die wir wissen, dass — abgesehen von den Abfalls- und Verfallsgeschlechtcm der Vor- und Jetztzeit — alle jüdischen Geschlechter ׳im Sinne der Kultur lebten und den Blick für Kultur im Leben hatten, von der Zivilisation sich nicht meistern liessen -- wir sollten der Alleingeltung dieser Vorschub leisten, sollen dem Zeitgeist gegen die Ewigkeit der Konstruktion gegen die Gestaltung, der sterilen Moderne gegen schöpferische Geschichtlichkeit, der Demagogie gegen die Pflicht, der Masse gegen das Volk zum Siege verhelfen? Wlir, ,die wiir in der Tradition erzogen sind, die au ihr erfahren haben, dass das Individuum nur durch die Zucht des Volkes, das Volk nur durch ׳die Zucht der Einzelnen den Weg zu G-tt geführt wand und dass diese Zucht Achtung vor der Autorität und Kontinwiiät voraussetzt — wir sollten rechnerische, unlebendige, ungeduldige Methoden, die diese Voraussetzungen und jene Zucht aufheben, gutlioissen und unterstützen? Wir sollten den Wahn gelten lassen, als ob es sich bei allen diesen Methoden' und den «ach ihnen cingeleiiteten Werken um Menschheitserlösung haiiidJle? Wir sollten nicht protestieren, wenn dieser Wahn auch noch an die Bibel und ׳:insbesondere an die Propheten, manchmal auch an die Rabbinen anknüpft? Wir, die wir doch die Grundlagen des Judentums kennen, sollten nicht merken, wie die dort niedergelegten Absichten und Weisungen von den betreffenden Nounmalweisen und Ncumnaledlen so lange gedehnt werden, bis ■sie zu den Gipfeln der modernen ScMagworte reichen und wie kurz bell dieser Prozedur ■der Segen der Erfiillung kommt? Wir •sollten noch immer nicht heraus liaben, dass jetzt, nach aller unermüdlicher, oft aufopferungsvoller und' jedenfalls nie kleinlauter ״jüdischer“ Mitarbeit am sogenannten Fortschritt der Menschheit — wtie der technische Ausdruck für die einseitige Orientierung nach der Seite!der Zivilisation lautet — ■der Judenhass stärker und erbitterter ist als je vorher? Wir sollten uns zum antisemitischen Problem mit derselben Unbelehrbarkeit stellen wie die Assimilanten und Zionlisten? Auch wir sollten iDicht den Blick und Mut finden, mit der üblichen Methode des sich auf Verdammung und Abwehr Bcschränkeus Schluss zu machen? Wir sollten daran vorübergehen, dass •unter den Führenden und Mannschaften des Antisemitismus einen grossen, wenn nicht den grösseren Teil!die taktisch und politisch elastischen christlich!gesinnten Elemente bilden, die uns an Weltanschauung unid Lebensauffassung verhältnismässig verwandt sind und ©ine der umsrigen verwandte geistige Not le'iiden, und dass die andere, I die nationale, rassenantisemitische Gruppe jedenfalls auch die zivilisatorische Einseitigkeit aufs 'erbittertste bekämpft? Es sollte’ uns verborgen geblieben־ sein, dass beide Gruppen das ״jüdische“ Kontingent der ihnen feindlichen Armee — das ihnen «och auffälliger, intransigenter und vor allem entscheidender erscheint, als cs in Wirklichkeit ist und das sie als Repräsentanz der Judeiiheit und des Judentums bctrachteil —־ für die Erbarmungslosigkeit und Rücksichtslosigkeit ihres Feindes — desselben, der auch uns bedroht — voran זwörtlich machen? Und nach alledem sollten, wir nicht empfinden, was die Assiiniianten und Zionisten unglücklicherweise mciit empihulen können und wollen, dass die unterschiedslose Beurteilung aller Menschen, die irgendwie antfjüclfsclier Ein- Stellung verdächtig sind, den Antisemitismus erst so gefährlich werden licss. wie er geworden ist: dass es ebenso lächerlich als bedenklich ist, sich ein- und so dalierzuroden, als ob alle Antisemiten verächtliche Böscwichter oder Narren wären, während cs in Wahrheit neben antisemitischen Lumpen und Tohhäuslerii, die zu allem fähig sind,' eine grosse Mehrzahl von Bürgern von durchschnittlicher Anständigkeit und eine ganze Anzahl hochgemuter Menschen von vornehmer Ges'miung gibt, die von Antipathien' gegen •die Juden bewegt oder nicht frei sind; saliliessillich, dass die Rassen-Prinzipiellen lind die zu allem Fähigen nur dadurch zu stärkerer Wirkung gelangen, dass hinter ilinen das Kräftereservoir der Taktisch-Politischen euerseits und der Anständigen und Enthusiasten andererseits steht? Und wie sollten wir dann noch :in die höltnfechen, abgebrauchten und aufreizenden Zurechtweisungen einstimmen köimen, mit weichen diie Assimilanten und Zionisten ln nimmersatter Fehdelus t oder aus missleiteten! jüdischen Gefühl jeden Ausdruck g-ttgebiihdcncr Weltanschauung — ganz gleich, ob er eilte Spitze gegen den Freisinn oder gegen die rude!1 hat, -- begleiten? Wie sollten wir es Picht als ungehörig empfinden, wenn mit überlegener Miene nationale Symbole der Völker oder Aeusserungen ihres Wesens — mögen sie auch gerade der jüdischen Lebensauffassung und Lebenshaltung widersprechen — einer raschen und leichtsinnigen Kritik unterzogen werden? Wie sollten wir den neuen ״jüdischen“ Typus mitverautworten und seine Kampagne rnitmachen wollen, durch welche Massen und Persönlichkeiten in ihren Gefühlen — and zumeist sind es• religiöse ־— verletzt und' in die Kameradschatt mit Büsewichtern und Narren geradezu gestossen werden? Wie sollten wir, deren Hauptforderungen und Wesenszüge Glaube an G-:t und die g-ttliche Seele, Reinheit des Geschlechtslebens. Achtung vor dem Alter und dem Herkommen sind, Ideologien pflegen und Phraseologien «aclibeten,!die ihrer Herkunit und unvenneidliehen Wirkung nach Todfeinde jener unserer Grundlagen sind? Wie sollten wir in ein Verhältnis fanatischen Vasallentums zu Gruppen und Kreisen treten, deren Wirken uns bewusst oder unbewusst, unmittelbar oder mittelbar •in unseren Auffassungen stört? Wir sollten es über uns bringen, das Geschick von Judentum und Judenl1e.it diesen Gruppen und Kreisen anzuvertrauen, deren Entwicklung inocl! lange nicht abgeschlossen (ist und die wohl schliesslich wieder die Linie der Kultur suchen lind dann, an irgend welchen Punkten sie erreichend, in der Judenfrage zumindest zur Vorsicht übergehen werden? Und wir sollten nicht lieber für ein ruhiges, taktvolles Verhalten eintreten, und uns natürlich auch hüten, etwa gegen den ״Fortschritt“ in derselben lärmenden, aufsässigen und steckenpfendmässiigen Weise vorzugehen, wie sic den Assimilanten und den Zionisten gegen die ״Reaktion“ beliebt? Wir sollten n׳iaht überhaupt eine rein politische Einstellung vermeiden, diie ja schliesslich immer und überall Hass und Zeitgeist züchtet? Wir sollten nicht den stillen, unpolitischen Patriotismus dem lauten politischen vorziehen? Wir sollten es auch als unsere Aufgabe betrachten müssen, ׳iri den grossen Meinungs- und Lebenskämpfen der Umwelt Drauflosschreier und Schnellöser der verwickeltsteii und nur mit dem Willen zur Geduld’ anzupackenden Fragen auftreten zu lassen, statt uns einerseits zu vornehmster Zurückhaltung ihn politischen und kulturellen Leben NIEDER LAGE IX.! Liechtensteins!■•. 87 Telephon Wr» 37-1-75־ Gründungsjahr: Moskau 1849 imimiiiiiiiiiiiiiiii של פסח llllllllllll IIIIIIIIIII Ist es denn ein! Wunder, wenn diese Kinder auf ägyptischem Boden fragen מה העבודה הזאת לכם? Diesen Kindern soll man antworten זבח פסח ’הלא. denn sin können es aminöglich wissen, und!ihre Frage ist nur allzu begründet und daher auch begreiflich. Diese Frage werden alle Kinder fragen, alle, die in □מצרי leben, und das סרבן HDD zun! erstell Male sehe« werden. Deshalb .heisst es hier •ausnahmsweise □כי יאמרו אליכם בניב (in Mehrzahl), während sonst mir von ׳der Einzahl die Rede ist כי ישאלך בנך מחר ונף Wer aber nach der Erlösung aus Aegypten, also auch nach der Offenbarung am Sinai, wer jetzt die Frage richtet מה העבודה ה ז א ת, der fragt nidit! mehr so naiv und harmlos, wie jene Kinder, die in ägyptischer Knechtschaft und vor der גילוי שכינה lebten, denn dieser sollte schon wissen, warum wir ״dies alles tun“; ein solcher ist ein רשע der sich über alles erhaben glaubt (לכם ולא לו) und ihm gebührt mit Recht die Antwort, die ihm die Hagadah erteilt. Wie die Frage, so die Antwort; wie mail in den Wald ruft, so liaUt es wider, auf dhien groben Klotz gehört ein grober Keil. Auffallend ist auch scheinbar die Frage יכול מראש ״ חודשmail könnte glauben, dass man schon vom Beginne des Monats Nissan usw “ Wieso könnte man •es amiehinen? Und warum ausgerechnet vom Beginn des Monats Nissan, also volle 15 Tage vor Pessach? Beachtet man aber genau den Wortlaut des betreffenden Thoraabschnittes, dann sieht man, wie begründet diese Annahme wäre. Die Hagadah schliesst anüit den Worten והגדת לבנך diie ebenfalls ׳iin 2. B. M., Kap. 18. 8, enthalten sind. Vers 4 lautet: ״Heute היום ziehet ihr aus (aus Aegypten) im Monate des Frühlings (בחודש האביב).“ Vers 5 schliesst: ״Und ihr sollet verrichten diesen Dienst in diesem Monat.“ Vers S aber lautet: ״Und du sollst sagen deinem Sohne an diesem Tage (ביום ההו א).“ An welchem Jage? Ist doch in diesem ganzen Abschnitt von ״diesem“ Tage (das heisst, von einem bestimmten Tag) überhaupt nicht die Rede. Dieses ביו□ ההוא könnte sich höchstens auf Vers 4 beziehen, der miit היום beginnt und mit חודש האביב schliesst. Daher die Frage יכול מראש חודש Man wäre in der Tat versucht (nämlich durch •das Wortspiel von היום und ביום), dass והגדת auf die zeit vom Anfang des Monates חרש האביב zu beziehen, deshalb heisst es בעבור 1ה וגו״. Diese Annahme wäre nicht willkürlich, sondern ganz!logisch. Bekannt!ist das Wortspiel ■im folgenden Hagadahabschnitt. Israel sollte bekanntlich In Aegypten 400 Jahre sein, in Wirklichkeit waren es aber 210 Jahre ר ד״ו. Die Differenz!ist demnach 190 Jahre (gleich ק״ץ). Das ist auch •in der Hagadah angedeutet: שהסבה חשב את הקץ Gott hat das V " D (190) abgerechnet, als es sich darum handelte, sein Abraham gegebenes Versprechen von vierhundertjähriger Knechtschaft einzulösen. Daher בתך הוא וגל״. Vor einigen Jahren wurde ich von einem Mitglied meiner Gemeinde gefragt, warum die ״Rabbinen“. abweichend von der heiligen Schrift, die Zahl der Plagen, von denen die Aegypter heimgesucht wurden, ״willkürlich“ (!) vermehren. R. Jose schätzt sie auf 50, R. Elieser auf 250 und R. Akiba auf 50 plus 50 ist gleich 100 Plagen, während iin der Thora nur von 10 Plagen die Rede ■ist. Da wir damals im tiefste« Kriege lebten,!fiel ׳es mir nicht schwer, ihm die passende Antwort zu geben. Man las damals fast täglich vom Vordringen der Feinde in Galiaien und der Besetzung vieler Gebiete von ihren Truppen. In den Berichten Mess es kurz, der Feind habe die Stadt X. besetzt, und man sprach allgemein nur von einer Niederlage, •e!פ n e» m Verlust, einem Schlage, ln Wirklichkeit aber hatte diese eine Niederlage ■für die Bewohner der betreffenden Stadt unzählige Verluste lind Schäden zur Folge. Manche verloren dabei!ihr Leben, manche ihre Kinder, manche!ihr Flab und Gut. Wieder andere mussten die Flucht ergreifen und biissten dabei ihre Gesundheit oder ■ihr Vermögen ein usw. In der Geschichte wird man aber stets nur von einem Verlust und einer Niederlage lesen, obgleich die Zahl der!mit dieser einen Niederlage verbundenen Verluste und Schäden unermesslich ist. So verhält es sich auch mit 1d׳eu zehn Plagen ׳in Ägypten. Ihre Zahl betrug in der Tat nur zehn, die Folgen dieser Plagen stiegen ins Unermessliche. Und zum Schluss noch eine kurze Bemerkung, um מסיים ב ד ב ר ט ו ב zu sein. Wir bete« zu Gott בנה ביתך ״ .בקרובEr möge sein Heiligtum• recht bald׳ wieder errichten.“ Wozu der Nachsatz במהרה בימינו ״ ב ס ר ו בrecht bald in unseren Tagen“? Allein ״bald“ ist ein relativer Begriff. Vom menschlichen Standpunkte versteht man unter bald eine möglichst kurze Frist, vom Standpunkte der Ewigkeit kann man unter bald einige Jahrhunderte oder gar Jahrtausende verstehen. Boi השיית sind bekanntlieh tausend Jahre wie ein Tag. Wenn wir also beten, Gott möge bald sein Heiligtum errichten, so könnte es sich noch immer auf einige Jahrhunderte oder Jahr tausende beziehen. Deshalb fügen wir hinzu במהרה בימינו בקרוב ״bald, das heisst, in unseren Tagen und nach unseren Begriffen gerechnet. Möge dies Gebet recht bald in unsere» Tagten erhört und ׳erfüllt werden! * ‘ Achtet die Armen. כל רצריך ייתי ויפסח. Ein Rabbiner, ein heiliger ^Gaon und Verfasser des berühmten Buches ״Ghemda genusa“. schildert in seinem Buche folgenden in Jerusalem vor vielen, vielen Jahren sich ereigneten Vorfall. Es ist Sitte in Jerusalem, dass der dortige Stadtrabbiner den Armen Geld und sonstige Bedürfnisse ftir den Pesach zukommen lässt, damit auch sie das