Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 7 (12.2.1926)
- Date
- 1926-02-12
- Page
- Seite 50 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 50 JÜDISCHE PRESSE Nr. 7 Bei Berücksichtigung all dieser Umstände kann man behaupten, dass, ebenso wie es an Wunder grenzt, dass Agudas Jisroel «lach vielen Fährnissen durch die Fussfassung in Erez Jisroel sich mm ihre Positionen in Amerika ■ausbaut, es kein Wunder sei. wenn die: zionistische Organisation, die immer so salbungsvoll verkündet, dass es ihr mir auf den Aufbau von!Erez Jisroel ankommt, mm einen erbitterten Kampf gegen!Agudas Jisroel führt, weil sie gerade durch die Arbeit in Erez Jisroel die Machtposition der zionistischen Organisation schwächt. Die zionistischen Angriffe *entblössen in ■grauenhafter Weise die Schwächen der zionistischen Organisation, die mehr auf die eigenen Vorteile als auf die Sache von Palästina Rücksicht zu nehmen scheint. Der Sturm, denn die zionistische Exektitive in .Amerika gegen die As 11 da entfesselt hat, schadet der zionistischen Sache mehr als der guten Sache der Aguda. Unsere Bestrebungen in Amerika richten sich aber weder gegen die zionistischen Fiflids noch gegen die zionistische' Organisation in Amerika. Wir arbeiten' für die Interessen des religiosen Judentums und für den Aufbau Erez Israels im Geiste der •Thora. Deshalb kommt es uns nicht so sehr aaif die Zurück- Weisung der zionistischen Angriffe an, •sondern auf die Konstaticrung der Tatsache, dass Agudas Jisroel sicll n i rg e n d s u n׳d .d •u r c h nicht s z u r ii c k s c h recke h lässt, ihre Pflicht für das t 0 11׳ r a ■t r c u c Judent u m 1 ■n u n d a ■11 s s e r 11 a 1 b Erez Jisroel voll 11׳ n d ganz zu erfüllen. Dieser Pflichterfüllung gilt der Kampf uhi Amerika. ' , Unsere Brüder in der Ukraine. Von Dr. Feiix!Kanter, Zwittau (׳Mähren). Der Mensch gewöhnt sich an alles, auch an die bittersten Leiden, besonders wenn sie —■ andere betreffen. Als vor drei Jahren Nachrichten über die Leiden und Verfolgungen unserer Glaubensbriider in der Ukraine, zu denen sich noch eine schreckliehe Hungersnot gesellte, zu uns drangen, erhob sich •überall, wo Juden wohnen, ein Sturm der Entrüstung und1 Empörung über jene verrotteten und'•verlotterten Scharen, die ׳das Morgenrot der heranbrechenden Freiheit in ihrem Lande nicht würdiger toegriissen zu können glaubten, als durch die Veranstaltung von Judenmassakers und‘ Judenpogroms, die ׳in ihrer Scheussliclikeit und Grausamkeit an die finstersten Zeiten des Mittelalters gemahnten. Uebcrall regten sich jüdische Herzen und jüdische Hände, diesen unschuldigen Opfern ruchloser Mordbuben nach Kräften zu helfen und׳ ,ihnen ׳in ׳ihrem grenzenlosen Elend1 beizustehen, Not ׳und Eilend zit ■lindern, Tränen zu!trocknen •und Wunden zu .:heilen, so. weit es in Menschenmacht stand. Es bildeten sich überall Hilfskomitees' und Sammlungen wurden veranstaltet, um den Bedauernswerten zu!Hilfe zu ׳eilen. Seitdem ist es stille geworden im jüdischen Blätterwald; selten dringt zu ׳uns eine Nachricht über das Los der Tausende von jüdischen Fami-!Ken. die :in der Ukraine leben, die!Hilfsaktion haben ihre Tätigkeit eingestellt und die Juden in der Ukraine sind nunmehr auf sich selbst angewiesen, das heisst vergessen und verlassen, der!bittersten ■Not, dem Elend und der Verzweiflung preisgege'ben. Wir haben uns eben an ihre ,Leiden gewöhnt, so gewöhnt, dass sie auf uns1 keinen Eindruck!mehr maChien und wir uns gar keine Mühe geben, über sie,'!ihre etwaige Abhilfe und Linde rung nach zu denken. Es soll allerdings gleich bemerkt werden, dass die all- Einjähriger Hancelakurs Wiener Einjähriger Handelskurs‘ Talmud -Thora יי Schulverein Volks- und BUrgerschule für Knaben und Mädchen Wien, II., Malzgasse 16 Oest.Postspark.-Kto. 182.159 Spendet für das älteste und grösste jüdische Schulwerk Wiens l Keren Hatora י Unterstützt insgesamt über 500 Thöralehranstalten in Palästina, Oesterreich, Litauen, Lettland, •Polen. Rumänien usw. mit insgesamt 250.000• Schülern. Spendet für Keren Hatora• Ost■ Postsparkassen■ konto Nr. 143.036 gemeine Lage in der Ukraine in den letzten Jahren sich so weit gebessert zu haben scheint,. dass von einer förmlichen Hungersnot nicht mehr die Rede sein kann. (Hingegen herrscht dort noch •immer eine furchtbare Teuerung, die um so drückender empfmiden wird, als, die Erwerbsmöglichkeiten• infolge verschiedener Umstände und namentlich ■der Massnahmen •der Regierung für den Grossteil der jüdischen Bevölkerung geradezu ausgeschlossen sind. Die Folge davon :ist die immer mehr iiberhandnehmende Armut und Verelendung der grossen jüdischen Massen, ■die in der Ukraine leben. Sie können das Land nicht verlassen, weil cs die Regierung nicht zugibt: sie können ■im Lande selbst'ihren Lebensunterhalt nicht finden, weil es an Erwerbsmöglichkeiten mangelt, und sie, können auf Hilfe von aussen nicht hoffen, weil niemand an sie ernstlich denkt. Man hat sich eben an ihre Leiden gewöhnt. f> Seihreiber dieses ist ,’eine Stadt in der Ukraine bekannt, die eine starke jüdische Bevölkerung, aufweist, ■und die widerholt der Schauplatz der Wüstesten Ausschreitungen gegen die jüdischen Bewohner war ■und trotzdem bis :beute von keiner ■•Seite ׳irgend eine Unterstützung empfangen hatte! Solcher Städte und Gemeinden dürfte es noch mehrere!in jenem Lande geben, wenn man den Berichten glauben darf, die von dort eintreffen. Und zu.dem physischen Elend gesellt sich noch ■die geistige Not, das frevelhafte Spiel, das die ukrainische Regierung mit der jüdischen Religion treibt. Das Bestreben der Regierung ■ist darauf gerichtet, ihre jüdischen Mitbürger, die im Glauben wurzeln׳, :ihrer letzten Stütze, ihrer Religion, zu ,berauben. Ich ,bekomme fast wöchentlich. Briefe von namhaften■ litauischen Rabbinern, die während des unseligen Krieges das Unglück hatten, mich der Ukraine verschlagen zu werden. Einer dieser Rabbiner, der letzte und zugleich Lieblingsschüler des weitbekannten■ Kownoer Raws, Rabbi Jizchok ElChanan .Spektor s. A., war Anwärter •eines der grössten Rabbinatssitze im ehemaligen Zarenreiche. Jetzt ׳ist er auf die spärlichen Unterstützungen •angewiesen, die ■ihm von befreundeter Seife aus dem Auslände von Zeit zu Zeit geschickt werden. Alle aber, mit denen, ich im Briefwechsel sfehe, klagen über den Verfall des Glaubens und die Verfolgungen,- denen jeder ausgesetzt :ist, ■der nach •den religiösen Vorschriften lebt. ״Wir, die Rabbiner“, so lautet eine der vielen Zuschriften, ״werden von! ■der Regierung beobachtet und auf Schnitt und Tritt verfolgt. Von einem׳ religiösen Leben,!einem ,Leben im Sinne ׳unserer Religion und unserer heiligen Thora, kann hier selbstredend nicht die Rede sein. Wenn es nur halbwegs möglich ist-, rettet sich und seine Seele durch Aus- Wanderung nach Amerika oder Palästina. Was sollen aber jene tun, die kaum das AMernotwendigste aufbringen, ■um ■den nagenden Hunger ihrer Kinder zu stillen und •׳ihr Leben in Armut und Entbehrung zu fristen — was sollen die: grossen Massen: tun, die beim besten Willen nicht die Summen a!u{,bringen können, um auszuwandern? Sollen sie dem doppelten Verderben preisgegeben werden? Gibt es für sie keine Rettung mehr?‘ Ja, was soll ׳mit der ganzen Masse ,unserer ■beklagenswerten Glaubensbriider in ׳der Ukraine ׳geschehen? Was ■soll mit: jenen zahl!־•eichen .,'Flüchtlingen“ aus Polen und ׳Litauen geschehen, •die ׳mangels nötiger Auswieispapiere •in ׳der Ukraine festigelialten׳ werden •und• hicu.te, im ,achten Jahne •des )Friedens verurteilt sind, als ׳eine •Ar׳t Geifangene liin;fremdem' Lande■ leben;zu!müssen, weil ihnen nicht gu stattet wird:, ׳in ihre!Heiinmt;zurüokzukehren? Diese Fragt verdient e« wahrlich, •dass sich die berufenen •Führer■ des Judentums m׳i׳t ihr eingehend beschäftigen. Es!müssen •M'itifcel aiind) Wege geiunden werden, ׳um die jüdische Be- •Völkern,ng ׳in •der Ukraine vor allem vor iHuigger ,׳und• Not •zu ,schützen!,!es!müssen aber •auch Miitttel •und Wege ge-!fiinden werden,!denen •zu helfen!, •denen ׳die Möglichkeit geboten ist, »11 ihrem Volke . und Glauben zurückzuführen, Die Ruhe und' ׳das ,tiefe Schweigen i׳m jüdischen Blätterwaldie ,ist in •diesem Fall (nicht a׳m Platze. Zu Sabbat Schekalim. Ein grosser Meister, Rabbi Assi, auf •dem Totenbett, in Tränen. Da ,trat das Kind seiner Schwester zu ihm und sagte: ״Du .weinst?! Gibt •es ein Wort ׳der heiligen Lehre, das du nicht erforscht hast, ein Werk selbstloser •Liebe, das du •nicht vollzogen hättest, und zu alledem, wie (bescheiden warst du, hast ׳nie ein Amt in der •Gemeinde angenommen, so bescheiden warst du . . ,;Darüber weine ich, weil ich ׳diese ,Pflicht;, für das Gemeinde'wobl zu wirken, nicht betätigte.“ So erzählen .unsere!Weisen. Und an diesem Sabbat Schekalim, da •der alte ׳Rtrf, ob reich, 01b arm, ein jeder gebe ,zum Bäu •des!Heiligtums, aufs neue ertönt,, tritt uns so recht die Bedeutung des Gern ein.siniis, der ׳Gemeinschaft, der Gemeinde vor ׳Augen. ״Zibbiir“ (Gemeinde) heisst in ׳der Sprache der Weisheit der lebendige Ausdruck •der Gedanken. ״E i n ,Z ■i b b u r‘ s t i r b t n •i c h t.“ Mit. ׳goldenen Lettern sollte dieses Wort an der Pforte jeder Gemeindestubc ein gern ei ss eit •sein. Der einzelne, mag er•• empfangend oder gebend sein, er stirbt. Was ׳inan aber der Gemeinde, gegeben •hat, was man selbstlos in ,ihr geschaffen hat, ■das stirbt nicht, das lebt fort in kommenden ׳ Geschlechtern. Glücklich׳, dreimal glücklich in sonniger Unsterblichkeit die Gemeindeverwaltungen, welche von •ihrer Amtstätigkeit alles Persönliche, Kleinliche. Hässliche fernzuhalten verstehen. Unglücklich, dreimal unglücklich (diejenigen, welche ,nur Befriedigung; ׳ihres Ehrgeizes oder .gar klein- ■liehe Rache dort!betätigen׳, :wo ein ewiges Leben• ■sie um ihren. Schekel bittet. •Im ■der Gemeinde war die Stätte, wo sich fromme Almen, ■durch Stiftungen eine Unsterblichkeit auf Erden begründeten. •Ach wie arm ■waren, •diese Almen׳, ■blutarm: ach wie klein ■waren •diese Stiftungen, •winzig klein•, aber so oft am ,ihrem Jahrzeiistage die!Kerze aufflarnmt, leben sie wieder im. der!leibenden• Gemeinde. ,vE i!11 ,Z i ׳b b 11 r‘ v e r a r rn t n •i c h!t.“ Die alte Weisheit wirst du sagen, •die alte Weisheit ׳van. der Macht •der Vereinigten. Ja, aber diese •■Macht wirkt mir so lange, als jeder •in der Gemeinde sein Bestes!für dieselbe gibt. Jeder, ob reich, o'b •arm. Denke doch, die Schekalim waren Sühne •der Seele; als solche mögest du auch ■das Schenfleim betrachten, welches du deiner Geiineimde entrichtest, •damit s׳ie ihren grossen, heiligen Amfgaben gerecht werden kann. Würdest du so denken, ach, •dämm würde deine Siec-le •frei bleiben vom ,hässlichen Fleck. Würdest •nicht ängstlich •forschen, ob du .nicht zu hoch!bestemerst, ■dein Nachbar •nickt!zu •wenig ׳zahlt. Es ׳ist leicht, •'läober.lioh leicht, d'er Gemeinde •das ihr Zukommende .zu entziehen, aber unsere Leber liefe,rung bezeichnet ■die!Nichterfüllung dieser ■Schekalim-Pflicht als ein ׳dem Götzendienste gleiches Beginnen׳. Jedoch es gilbt noch •eine andere, viel bittere Armut, die■ des!Geistes: ■auch im •dieser Hinsicht ,müsste ׳das Wort Geltung gewimmen ׳״Ein ,Zübbur‘ verarmt ■nicht“. Ob arm, ob reich, sein Wissen!, sein!Fühlen!müsste ■jeder •in den ׳Dienst der Gemeinde ,stellen. Es ׳ist ein •trauriges Zeichen!,!dass diese ״Schekalim“ so ■selten geleistet, und ■wenn ■sie!geleistet werden, so geringe Bewertung finden. Fast ,muss man es heute als vornehmste Frage der Ernsten halten, dahüin zu trachten; ■dass nicht innerhalb de.r •Gemeinden geistige Armut entsteht. ■Die Schimrim am Sabbat — die letzte!noch sprudelnde. •Quelle. Da sollte ■doch jeder seine Schekalim ׳den wenigen Minuten willig spenden,,;um den. geistigen Reichtum ׳der Gemeinden zu habeni, •denn eine ׳arme ■Gemeinde muss —: •sterben. Alber sie •da, •ein, Trost! ״Kein Geschlecht gibt •es, ■das •nicht solche sittliche Grössen wie!Moses •und: Summel aufzuweisen hatte.“ •Jeder kann dieser Moses und •Summe! werden. Nur seinen •Schekel an Hingabe:, an Entsagungskraft, am Gerne,insimm möge e׳r entrichten ׳und ',belebend wieder leiben, beglückend selbst ,glücklich werden׳, :nur sich •und anderen• im Saheikelzaulber schaffen ״Sühne!der Seele“. '!P. K. TIFERES BACHURIM, »Z:;•• unterstützt Wiener Kinder, die auf Jeschivoth lernen. mr Fördert daher diesen Verein!^ Postsparkassen-Konto Nr. 51.807. Bficherschau. Es zeugt von frisch pulsierendem Thoraleben, dass trotz der andauernden Wirtschaftskrise, die schon seit einigen Jahren •die literarische Produktion in Mitteleuropa ■!lähmt, diie jüdische Wissenschaft!in allen ihren Zweigen eine erfreuliche Zahl von Neuerscheinungen aufweisen kann. Die vergangene Woche hat ׳uns eine ganze Reihe jüdisch-wissenschaftlicher Werke gebracht, deren wichtigste hier kurz zu. besprechen, eine angenehme Pflicht bedeutet. An erster Stelle wäre ein Werk aus dem ,handschriftlichen Nachlass Dawkl Hofimanns ז״ל zu ■nennen. Was Dawkl Hoffmann im Kampfe gegen eine im Gewände ,strenger Wissenschuft auftretende Bibelkritik geleistet hat, ist bekannt. Er hat mancher ,fadenscheinigen Hypothese ׳den ׳Boden entzogen, manche schillernde bibelkritische Seifenblase aufgestochen, und seine Leistung auf diesem Gebiet, •die in so glanzvoller Weise der Forderung: דע מה שתשיב לאפיקירס nachkommt, hat mit dazu beigetragen, ■dass auch in den Kreisen christlicher Forscher die Probleme •der Bibehvissenscnaft mit grösserer Behutsamkeit •und mit mehr Respekt vor der jüdi-!sehen Tradition behandelt werden, als ,es noch bis vor kurzem der Fall war. Aber ,Hoffmann war auch Meister auf ■dem Gebiete der Talmudforschung, ׳der altes Ghariiuth mit modernen wissen- •schaftllchen Methoden zu ׳glücklicher Harmonie zu verschmelzen wiusste. Das soeben ■erschienene Werk*) legt hievon beredtes Zeugnis ab. Das Buch enthält über hundert Responsen zu ש " ע א 1 ״ ח, ■darunter eine ganze Anzahl von solchen, die sich auf hakichisdhe Fragen ,beziehen, welche •durch die modernen Kulturverhältnisse in Westeairopa entstanden sind, wie z. B. Nr. 14 ,und 51 über den Vortrag der iHaftara beim samstägigen Minchagebet eines Jaigend-Minjans, Nr. 20 über •die Verwendung von Gas für. •das Ner tomid, Nr. 36 über einen Gesellschaftsvertrag, Nr. 41 über •das Füllen von Thermoflaschen am Sabbat, Nr. 53 über Turnen am Sabbat ai. a. m. (In Nr. 42 und 43, welche ©ine durch die allgemeine Militär- Pflicht hervorgerufene Kollision mit •dem Religionsgesetz behandeln, wird eine Entscheidung getroffen, die vielleicht einige ־kritische Bedenken auslöseu wird.) Es ist bezeichnend für Hoffman, •dass er fast überall die halachischen Entscheidungen seiner grossen Lehre des כתב סופר und שיה D מ ה ר ״ zur Klärung der Probleme heranzieht. ' *) ס׳ מלמד להועיל, כולל שו״ת על ג׳ חלקי ש״ע, מאת הד צבי האפפמאנן ז״ל. מחברת הראשונה: ש״ות על א״ח. ״ ,H©rm011“-Verl'a׳g, Frankfurt a. M. Der Verfasser nannte sein Werk מלמד להועיל• Der Lehrer, aus dessen Schule fast sämtliche •gesetzesteuen Rabbiner Deutschlands hervorgegangenl sind, wollte ׳den Schülern auch nach •dem Tode Lehrer und Wegweiser sein, lieber ihren Kreis •hinaus werden alle, die •über halachiscbe Fragen, insbesondere solche, •die mit unseren modernen Y׳erhältnissen Zusammenhängen, ihn gerne zu Rate ziehen. Der rührige Hermon-Verlag, der mit lobenswertem Eifer für die geschmackvolle Ausstattung •des Buches Sorge •getragen ■hat, wird1 hoffentlieh recht bald' auch die übrigen Teile!des wertvollen Werkes auf •den Büchermarkt bringen. Von ganz anderem Charakter ist das Werk von Rabbiner Stern in Nov© Zamky, dessen zweiter Teil soeben die Druckpresse verlassen;hat.**) •Dem Verfasser!ist es hier nicht um praktisch-halaChische Resultate zu tun, sondern um die restlose Aufhellung des Sinnes der Mischna. Trotz der schier unabsehbaren Fülle an Mischnakommentaren weiss der Verfasser manche neue Deutung vorzutragen und manoh ׳dunkle Mischnastelle geistvoll zu beleuchten. Der Mischna ist auch ׳das Werk von Rabbiner Israel Goldimann gewidmet.***) Es behandelt •di׳e פרקי אבות , die mir ,ihrer Fülle an ethischen Sentenzen ■und Kernworten praktischer Lebensweisheit zum eisernen Bestand der Weltanschauung eines jeden jüdischen Menschen gehören. Schon der Neuabdruck des allgemein geschätzten Kommentars מדרש שמואל von Samuel Obeda,!den ׳das Werk enthält, ist ein verdienstvolles Unternehmen. Der Verfasser bringt aber auch eine ganze Reihe anderer ■Erklärung, die zum Besten gehören, ׳was über ׳die פרקי אבות geschrieben worden •ist, und auch die eigenen Bemerkungen des Verfassers . lassen manche ‘Perle: aus der Weisheit unserer ׳ אבותin neuem Glanze erstrahlen. Trotz einer gewissen Weitläufigkeit — die ersten zwei dickleibigen Bände behandeln bloss die ersten ■zwei Abschnitte des Traktates — wird , •das Werk ׳dank seiner .vielen Vorzüge gewiss weite Verbreitung finden. Ein agadisohes Werk eigener Prägung ■liegt von Rabbiner **) ,ם׳ גפי אש, באור רחב ..• על ששה סדרי המשנה ח׳י׳ב: על מסכת שבת. Zu beziehen beim Verfasser, Rabbiner Abraham Stern, Nove Zamky (Tcsheohoslowakei), zum Preise von tsch. K 34. ם׳ כנסת ישראל על פרקי אבות, פרק א׳ ום. (*** Zu ■beziehen beim Verfasser, Rabbiner Isidor Goldmann, Oradea Mare, Str. Saguna 19, Rumänien. Dr. H.!Klein ,in ■Berlin ׳(früher •in Eisenstadt) vor.f) Gewählte, aber klare Sprache, geistreiche Deutung ׳und tiefschürfende ethische: Auswertung der Agadaschätze sind ׳die Vorzüge ׳des Buches, welches!erkennen lässt, ■wie der Verfasser, der •Hauptsächlich an ■ungarischen Jeschlbotlh und ׳in Frankfurt Sein talmmliisches Wissen erworben hat, durch liebevolle Vertiefaing in die ׳•Gedankenwelt eines S. R. Hirsch neue fruchtbare Perspektive gewinnt. Zum Schlüsse sei noch •eines Werkes gedacht, •dessen Verfasser bereits einen wohlbekannten literarischen •Namen besitz. Rabbiner Gerson Stern aus Maros Ludos hat •zwei neue Bände seines ■grossangelegten ילקוט ה ג ר ש ו נ י erscheinen lassen. Während ■die bisher erschienenen Teile des Werkes das steinige Gebiet der Halacha behandeln, (hat sich diesmal •der Verfasser auf die lieblichen Gefilde der Agada begeben, und zwar sind es •die im Talmud aufgespeioberten agadischen Sentenzen, die im עין יעקב ihre erste systematische Bearbeitung gefunden ׳haben, die den Gegenstand des Buches hilden.ff) Das Buch will getreu seinem Namen ein ״jalbut“ sein, ׳ein Sammdbuch der geistreichsten Erklärungen älterer und jüngerer Autore. Hier zeigt sich so recht die ausserordentliche Belesenheit ■des Verfassers, sein scharfer Blick ׳und — ■last ■not least׳ —■ sein feiner Geschmack, nicht nur in dem, was der Verfasser bringt, sondern auch in ׳dem — ״was er weise verschweigt“ . . . Mit seinen eigenen Bemerkungen hält der Verfasser bescheiden zurück — sehlr mit Unrecht!, Denn sie lassen überall den geistreichen, scharfsinnigen Tailmudisten •erkennen, der oft in überraschend •einleuchtender Weise ■ein dunkles Tabnudwort zu erklären versteht. Nach •einem psychologisch feinen Wort unserer Weisen (Pesiktha, ׳P. Hachodese'h) ״wollte in früherer Zeit, als •diie! Perutha leicht zu •bekommen war, •jedermann •Mischna,. ׳und Talmud hören, während jetzt, wo die Perutha. rar geworden ׳ist, jedermann Agada hören will“. Wir leben in eitler Zeit schwerer wirtschaftlicher Bedrängnis, in •der ״die Perutha rar geworden ist“ ,und so •darf man wohl den zwei• neuen, die Aguda ■behandelnden Bänden des י ל ק ו ט ה גרש ו נ י eine staatliche Lesergemeinde prophezeien. Wer ■das Buch zu lesen beginnt, fühlt sich bald in ■die lichten Höhen' altjüdischer Weisheit entführt, wo alle graue Not des ■Alltags vergessen ■ist. t) Rabbiner Dr. Hermann Klein: חכמה עם נחלה Verlag. Sänger u. Friedberg, Frankfurt a. M. ff) ם׳ ילקוט הגדשתי על אגרות הש״ס. ח״א: ס׳ זרעום ומוער. ח״ב: ס׳ נשים ונזוקין. Zn beziehen beim Verfasser, Rabbi Gerson Stern, Ludosul •de Muras (Marosludas), Rumänien.