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Jüdische Presse · 1926-02-05 · 6 (5.2.1926) · p. Seite 44

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
6 (5.2.1926)
Date
1926-02-05
Page
Seite 44 (sequence 4)
Language
German
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Seite 44 Nr. 6 s. 's n. 1 זג■;i! 1r l.\ r JÜDISCHE PRESSE Fräsen, »die der Rechtsanwalt Dr. Liclitenstern an «Mannhciiner und Horowitz richtete: Gibt es ein orthodoxes Judentum? Wie verhält es sich mit dem Glauben׳ ,an den persönlichen Messias? Diese Fragen sind auch heute!noch so aktuell ■wie 1863. Nur •ein -kleiner Unterschied (besteht. An die Stelle der Personen sln׳d heute!die 0 r.g a 11 i s a t i o n e n ׳g e t r e t e 11. ■Zionistische Gedanken־ gänge sind’s,!die Gr ätz die!Feder führten׳, als er in einer exegetischen Betrachtung die messianische Wiüir-de dem מלך המשיח nahm und sie auf die Gesamtheit des jiklischert Volkes übertrug. Auf den Moscliiach sollen wir warten? Da ■können wir lange!warten. Das 'jüdische Volk muss sein Schicksal in ‘die eigene!Hand nehmen. So hat’s auch Jesäias in Wirk־ lichkeit gemeint. Womit Gr ätz :bloss spielte, das hat PI e r ׳z 1 i 11 d -re W i r k l i c 11 ik eit e i n z uf ii 11' r e 11 g c s u c h t. Wie Gratz -durch iHeirz'l äbgelöst wurde, so ■ist an die Stelle des Rabbiner Horowitz der nicht minder fromme und nicht minder ibekehntnisfreudige ■und bekenntnismutige Misrachi getreten.!Auch der Miisrachi kennt sich genau in den 'Quellenschriften des!jüdischen Glaubens ,aus. ■Auch der iMSsra'cbi weiss genau,!dass zwischen׳ ׳der!Ideologie• des Zionismus -und derjenigen des überlieferten Judentums ein unüberbrückbarer Gegenstaz ׳besteht. Aber was geht dieser Gegensatz -das Wiener Landgericht und!die — englische Regierung an? Nach aussen!hin muss Disziplin!gehalten und an -der, Einheit des Judentums festgehalten werden, au'ch wenn -da-rolb die Einheit und ׳Wahrhaftigkeit׳ des jüdischen :Bewusstseins l,n die Brüche geht. Und wäre nicht •־־ auch der ׳Misrachi ,bereit, die ׳Niolitexistenz eines :Schismas im Judentum!mit einem heiligen •Eide zu!beschwören? So hat sich seit 1863, von der!Ausweitung der Personen in Organisationen -abgesehen, nicht ,vjeil geändert im Judentum. Doch halt — in e ifn e.ir Beziehung•!ist es doch anders geworden. Damals, 1863־, kam vor Idem Wiener Landgericht!das orthodoxe Judentum nicht!zu Wort. Ja, seine Existenz -wurde elinfach i׳n :Abrede!gestellt. Zwar hat der Staatsanwalt im seiner Naivität vom - orthodoxen Judentum gesprochen. Indessen musste der 1N-i,chKjulde durch Juden sich‘ ׳belehren -lassen, dass •׳es :so etwas wie ein orthodoxes Judentum ühe-rhaaiipt •ni'ch’fc gäbe. Dieser Masken scherz, der sich damals vor dem Wiener' Landgericht abspie-lte, w ä r e 11 e 11 ,t e n i c.-li t;m -e h r möglich, weil!inzwischen• das orthodoxe •Judentum als Organisation in der Ag u,d as Jisroel. das Licht der Welt erblickte.. . ־ So zu tun und sich den •Anschein zu -geben!, wie es 1863 •der Zeuge Horowitz fertig brachte, -als ob der ijammervolle •Bruch, •der ׳die Judenheit seit 100 Jahren wie Tag. und Nacht auseinanderk:lü.ft׳et, eine harmlose Differenzicrunig •eines nach wie -vor 11׳-ng.elbrocbenien• geistigen Be- Standes wäre, -das •ist •heute,' wo -die Agu-das Jisroel ihre historische!Mission, vor ,aller Welt vom Dasein: -e'ines orthodoxen Judentums Zeugnis albuzlegeni, von Tag zu Tag immer glänzender erfüllt, denn doch zu •einer baren Unmöglichkeit geworden. •Und auch •der :persönliche Messias, der damals vor dem Wiener Landgericht in -der dogmatisehen Raritätenkammer einer vom Gesamtrjudentuim ׳sich absplitter irden ■orthodoxen• -Sekte •verschwand, ׳ist ,heute dank ׳der •Agudas Jisroel tim!öffentlichen Bewusstsein zu neuem Lebenerstanden. Denn wenn!heute •die •agudisfische P.alästinapo'liitik,!im bewussten׳!Gegensatz z:u׳r zionistischen allen, Verstiegenheiten• und Verlogenheiten •eines einseitigen ׳jüdischen Nationalismus sorgsam ,aus; -dem Wege geht; wenn es ■ke'inen •Agudisten •gibt', und mag er .!für Erez Jisroel noch so be1g.eister-t ,,und!tätig;׳sein!, der den!Marschadstab des Messias!in Seinem Tornister glaubt, wedl •er sich im besten Falle1 nur -als ׳einen׳,.׳leisen!, schwachen׳ Wegbereiter des Messias -fühlt, unld •auch die •glänzendsten• Kolonisationsergebnisse ihi iPaläsfina von der Aguda nicht •als -verbläffende iMess-iastaten, sondern als schlichte 1Erfüllung einer!uräilten Galu!th-jM1i:zw:a!h ׳empfunden werden: wem anders hätten wir -diese Klärung •de's ijüdi-sohen ׳Bewusst- »eins.' :diese Brtschleierüng׳׳des!jüdischem Blicks,!diese Entthronung •des jüdischen VoikSdiinkels ׳zu ׳verdanken׳, ■als der leise dämmernden Erkenntnis, dass das (jüdische Volk wohl Träger und Förderer me ssiani scher!Entwicklung,; nicht aber ,s.ei-n eigener!Messias -sei? — Aguldas J'isroel . ist' ׳ein Triumph des persönliche 11 Messias._,, ׳ _ Spendet für den Kindera der Ad as Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 Oesterr. PostsparE-Konto Nr. 177.855 Tel, 6665-1-66 ,3-71־ ■ ■ B B B B B koscher B enthalten 100 Prozent reines Fett und werden ■ unter strenger Aufsicht Sr. Ehrwürden, des Herrn 5 Rabbiners Simche Fränkel, Podgorze-Krakau, in ■ Atzgersdorf erzeugt. Dessen Attest liegt jeder 'fl Kiste ׳bei. Es kann daher jedes Paket, welches das b Koschersiegel des Herrn Rabbiners Simche Fränkel ■ trägt, von jedem strenggläubigen Juden ohne Be- ,fl denken genossen werden. Die Fabrik in Ätzgers- ■ dorf wurde für die Herstellung von Ost'erware ge- ■ koscliert. Ceres und Radi'öl kann somit, wenn das ■ Paket . das Ostersiegel trägt, auch Während der ■ Osterieiertage zur Bereitung von Milch- und. ■ Fleischspeisen verwendet werden. Vom Tage, 000 Die ״Wiener Morgenzeitung“ bleibt sich treu. Die ״Wiener Morgenzeitung“ gönnte sich in ,ihrer Nummer vom 3. Februar das Vergnügen eines Stinkbombenangriffes auf die Aguda. Die Veranlassung hiezu bietet die erfolgreiche Arbeitdes Palästinaaufbaufonds der Aguda, 'des׳ Kerert Hajeschub, in Amerika. Es scheint nicht sehr aussichtsvoll zu sein, mit der ״,Wiener Mongenzeitung“!zu ׳polemisieren.!Sie widersetzt süah mit der' Verschlossenheit des Monomanen!jeder Aufklärung und Belehrung und man kann nicht hoffen, dass sie •durch Gründe -11 mgestimmt •und •durch Tatsachen überzeugt wird.. Seitdem sie ■unter ,•!der •!Kontrolle ‘•der .zionistischen Parteileitung erscheint;und, \yie ..das Gerücht wissen will, durch •die materielle Hilfe'des Keren Hajessod saniert, wurde, hat sie ,gute Gründe, all es״, was nicht in ■den engen Rühmen, der!zionistischen iPart-eipalitik passt, ׳und ׳jeden, der nicht in־, •das!grosse Prapagandahorii des Keren Hajessod :bläst, als Verrat und •Verräter zu stigmatisieren . Es ficht sie gar* nicht au, •dass sie sich ׳dalbei in krasse Widersprüche verstrickt. Am 8. Dezember meldete sie z. 1B. •die!Beschlüsse des Völkerbundrates,■ die so überaus günstig für die Aguda waren. Am, 31.•Jänner, also •um sechs Wochen später,, da •die Beratungsprotolkole der Mandatskommission ׳veröffentlicht ׳wurden und daraus zu ersehen war, dass der Vertreter der englischen Mandatanmaclit gegen •die Anschauung ׳der Aguda war, holte die ״Morgenzeitung“ zu einem Gegenangriff aüs. Da sie sich auf die Kritiklosigkeit ihrer Leser ■vollkommen •verlassen!kann, •erlaubte sie sich, -ihre eigene Meldung von ehedem zu einer Lüge der Aguda zu stempeln׳ und ׳die Rede eines!Kommissio-nsmitgliedes, •die durch den Beschluss der• Kommission zur Gänze desavouiert wurde, als' einen für die Aguda ungünstigen Beschluss 'hinzustellen. Weit ist es mit der ■journalistischen Moral'bei t1nserem;'jüdische'n Welfblatt nicht her. Die ״Morgenzeitung“ erlaubt sich aber noch mehr. Ihr Chefredakteur Robert Stricker hat den Beginn• der Verhandlungen der Zionistischen Organisation mit der Aguda mit einem' wutschnaubenden Artikel gegen eine' Vereinigung mit der Aguda begriisst; aber am 3. Februar wird in einem Artikel . _■_• . -■ ■ ׳ '_ ' •■־ . •_ •״Bfottie•:-^- li —׳ich'— w-e!i —: ׳ich •\ve-i!sis — ja ■die —י Antwort -•auf-!meine• Frage.“ :״Heraus!mit deir Antwort!“ ׳rief ■nun dier Henr Diriektar - -schon ׳m ■gadäimpftenam Tone. "■■•'׳• . ,Bitte, wenn idlar eine Spieler vter Unter ili-ait, ׳kann ja idleriamdleltle keiine Qmint!halbem.“ ־ ' Dass der Jnnige nur ־ deshalb •die Frage s1tellt!e:, wieil' •er!wusste, •dass seien ,behrer Hin deir Spielzeit selbst!das Uzen!maebstaht,-. das ve׳nri:e!t ■e,r nur seinen Schulkamiara-dlen. Der Fastende!erwartet nicht Schwerter •die Zeit!des Essens,!auch •der ׳Bräutigam harnt irriaht mit mehr SClmsuclilt!auf dien Besuch seiner Biraub,!als!dier Spöfeilhungnigie a׳uf -den Beginn .der ״Saßson“. Und )ist sie scho׳n!da, o welchie:־ Lust! Mit.!der ׳Zeit -wurde ■die!Erlaubnis zum Spielen, als Gebot betr achtet; also ׳nicht mu!r unan darf, sandiern man muss!während der ״Saison“ ׳spÜtelen. Dementsprechend besuchten ■das Kaffedbatts auoli Siollche Biaale- B!atim, welche -sonst ■nliemals -dorthl'inkamen, mpd spleilten Mer nach Henzenislust. J׳,% es kam!sogar vor (was ׳man über!gewiss nicht viernäten »darf), 'dass solche Baale-Bafiim, w-enai •diiie Zeit!dies Minchagöbetes kam atnd' däs Spiel aus ipgenjd einem Grunde ni-oht be-endeft ׳wiehdlen konnte — daurch den Spielteufel ׳ge Wiieben —, den Spliiatplatz plötzlich zum Got-teshause vterwa׳ndlelte!n. :und׳ dort lilhr Gebet' ׳vier- •riohteteaiv Ausstergewähnl'iiah tieissige •Spii!e'ler!gingen sogar noch, wieitcr, sie •nahmen ihr Nachtmahl i'm Kaiffeebaus, spielten■ -dann weiilber -und :girogem ■vom Spiieltiscli,• da -es mittlerweile Morgen wurde, ins Bethaus zu Schlachrith; ׳ Wenn eine solche Spielzeit zur Neige -ging, -beschloss ׳ dea• •geistige Führer dar Geineiifde Im ■ iBinwieirnehmen!mit dem Rösch-Hakohol das Abklopfen des Spieles;' nachher ■durfte kein Judle' -mehr!in Eisenstadt das' Kartenspd׳e11 betreiben. ’ ׳ ׳ Weshallb •aber. iin;Biisenstadt, das K׳a׳r׳fcen!spi'ell -so streng ׳ vepboten wurde, darüber werden (hier versohltedene GescihÜiohiten -erzählt, ■v,on denen folgende ,!erwähnt sied:' Es 1war ,noch ■ kein edgentlichier־' C.be׳ne!m'' über 'düs Kartenspiel herausgageben, aber ’we׳lch rechtschaffener Jude hätte denn ׳damals d!ie teure Zeit ■mit Kartensb-iel vergeudet! Und doch trafen׳ sich -zwei Bachuriim der daimnlligen Büsensläditen Jeschiba, .,diiie schon •Vermöge, ■des Satzes:!,',׳M'ajkn, (genuiwäm;Jimtoku“ :!gnölssie׳' IL/ust liattien, Ihre ׳freie!Zeit imfut K-antbenisp-ie!! 1z׳ü vierkünzen. Da ׳aber ׳dier Tiag,!an :dem sie dies ,au tun ■beabsich tagten!, zufälii'g ,auf Enew Jom-Kippur fiel,' wallten :sBe' ׳nur teiitnie!kurze, Ze-it sich ■deim -1Spielteufeil!ein,geben, ■ nahimen deshalb!diiie ■Karifien, ׳eine Zwei1kr!eu,zenkenze ׳lind begaben sich ׳in :den Keller,!Wo 1sl3e onur ■ isaljainge ,!spiellen ׳ ,״wojlteni ,als , 'cfije, Kerze '. briejmen würdet י• .• י י / 'י;־ ׳ י' י; Unsere' Baclmrim spielten •all&o' und ׳spielten,!dlaohten an nlichts, ׳achteten blass laaif Iclais: ׳weohse-lnjde Sbidgllück, (welches durch Satans Wifllkür bald!dem!ein׳en, bald dem ׳anideim. .,..zulächeltiei..׳ Sie;!salben! 1•auch :nicht:' :;dais liiranlsahe , :LäclMh' der Kefriaei, idle ispöiftfscli lihire ׳F-liamimeniaunge daüli ,■allen Rfflolitiingeft ”■sltreck'te;'■ idi!ei v SpiCLwut -batte'!sie«•V-ölilg in ihrer Macfit urtd; illiess sie niübt.!los.;,Und ־wenn .-sich ׳auch bei;den Spieleniäteii Ihle lUnid!׳da das Gefühl des Hungers .me)l'dete, wa׳r, dies-®ben! izju spfleher•!unigekigenien Ze;i1t׳,■•• wann einer Pech ■״hätte und ׳im Verlust war, •; und da •.wollte er!selbstverständlich dlas Spiie! umd das' •verlorene‘ Geld;' .,n'Jcht dortlassen ... ,.-" - :: Als dann die Kerze -enldMch leriloscli, gingen unsere ,Btaohuriim eilteiids' Üijinaht־ ־ Wer ■׳ ■!beschreibt '!älbär ‘ ihrfen׳ Schnecken,■, ah sie ■ sahen,• dass .dar׳ Tag schon, ,zur•Na3ge ׳gegangen wap.'und diunkilie iNacljt;sie ׳umfing, -; ■ ״Ribaaihau sohell Aulcm! Man •geht gewiss scho-n zu . Kbl-Ni-dre — liiid ׳wfiir (haben'!dien ganzen Tag venspMt und nichts!gegessen),“ seiulfate der eine. '•'־•׳ ״ ׳;Ja, da,‘׳ *־sagte■ der.!andJere,!,,׳wir!müss;en •uns ׳aaich ,׳olme :Essen .׳beCili׳en, ״dass, dvir 1K0.1־!N!ildre. nicht versänrnen.“ Wiiie sie isiah dem Bethause näherten,, tarn ihnen von dorrt ׳ eine Schar fes׳tild1ch geiklelidefcen׳ Menschen entgegen, denen ■Aussehen deutlich •veraiiet, ■ dass sie den ganzen Tag. mit Faßlten•. ׳nnld Kastelilen ׳verbracht hatten.. Unsere Bachurim hatten also Erew Jom-Kippur, Kol-Nidre Nacht und den ganzen Tag Jom Kippur gespielt. 1 Ob die!soeben erzählte Geschichte!sich wirklich -in behauptet, dassder Zionismus nicht ohne Sympathie die wachsende Palästinatätigkeit der Aguda beobachtet und in der letzten Zeit eine Annäherung der beiden Organisationen erstrebt. Jawohl, es mag sein, dass ernste Kreise innerhalb der Zionistisehen Organisation mit Freude gesehen haben, wie jene breite Masse der orthodoxen Judenheit, die nun einmal ihre tiefgehende Abneigung gegen den religionslosen Zionismus und gegen den mit leeren Protesten sich zufriedengebenden Misrachi nicht überwinden kann, durch die Aguda die Möglichkeit gefunden haben, an dem Aufbau Erez Israels aktiv teilzunehmen. Die ״Wiener Morgenzeitung“ gehörte aber nie zu diesen ernsten Kreisen. Seit der Existenz der Aguda hat die ״Wiener Morgenzeitung“, bar jeder moralischen Hemmung und unbekümmert uni jede journalistische Anständigkeit, die Aguda immer wieder mit boshafter Gehässigkeit in ihrer Arbeit stören wollen. Weist die Aguda dokumentarisch nach, wie infam die zionistische Propaganda die Deutschfeindlichkeit der unter Kriegspsychose leidenden Engländer gegen die Aguda ausnützen wollte, wie unbegründet und lächerlich die. Identifizierung der grossen; Weltbewegitng der Aguda mit einem kleinen Frankfurter Kreis'ist., so ist dies für die ״Wiener Morgenzeitung“ eine Veranlassung mehr, in bewusster Verdrehung der Tatsachen' die Aguda als das Werkzeug einer kleinen Frankfurter Führergruppe hinzustellen. Erinnert sich denn die ״Wiener Morgenzeitung“ nicht ■׳mehr daran, wie oft sie gezwungen war, die Orthodoxie in Pojen. in Litauen, Lettland und überall dort, wo sie den politischen Willen hatte, durch eigene Machtvollkommenheit zu leben, bei der zionistischen Exekutive als Verräter anzukreiden? Wenn all diese Tausende orthodoxe Juden nur Marionetten in der Hand einer kleinen Frankfurter Gruppe wären, dann wäre die ״Wiener Morgenzeitung“ allein, ohne Anrufung der zionistischen Exekutive, mit ihnen fertiggeworden. Die Aguda ist aber mehr. Es ist ihr endlich gelungen, auch in Amerika festen Fuss zu fassen, und da ist es wohl verständlich, dass die ״Morgenzeitung“ in der Bekämpfung des Monopols des Keren Hajessod als des einzigen Aufbauorgans von Erez Jisroel. gewtsserrnassen die Untergrabung der eigenen Existenz befürchtet. Wir verstehen dies und verzeihen daher alles, was die ״Morgenzeitung“ gegen die Aguda schreibt. Wir hoffen, dass die zionistische Exekutive, die in die inneren' Verhältnisse der ״Morgenzeitung“ noch besser eingeweiht sein dürfte als wir, ebenfalls weiss, wie hoch der moralische Wert der Appelle zu werten ist, die die ״Morgenzeitung“ an sie richtet. Uns tut es lediglich um die Leser der ״Wiener Morgenzeitung“ leid, die, wenn auch nicht allzu zahlreich, doch eine Gruppe darstellen, die. wenn nicht die andauernde Verhetzung der ״Morgenzeitung“ gegen das orthodoxe Judentum die Gehirne benebelte, Wertvolles für den Aufbau, sogar den religiösen Aufbau leisten würden und nicht, •wie es jetzt geschieht, alle Kräfte der zweifelhaften Aufgabe widmen würden, die ״Wiener Morgenzeitung“ am Leben zu erhalten. Ungerechtfertigter Vorwurf. W׳ir sind in der seltenen Situation, die Zionistische Exekutive ■vor!Angriffen ׳zu vertaildiigien, •die seitens eigener Anlhängcir gegen s!ie geführt’ wir׳d. Der ״Haaretz“ vorn 14. Deizennibier!bringt einen Leit- . •artii-kel .über •die Entscheidung der Mandatskommission mit ־ Bezug auf die aschkenasische Gemeinde in Jerusalem. Der Artikel!kritisie!rt die Zionistische Exe-kutiivie׳, .weil sie keine Schritte unternommen tot, um die heim tückische Petition der Agudah .zu. verhindern.!In diesem Zusammenhang .!wird.: ein Artikel zitiert, der i:m ,yHaaretz“ a׳us der Feder von’ Dr. :Feinberg ersdhienen ist und in!welchem der Verfasser die Zionistische Exekutive einer scharfen •Kritik unterwarf, , weil sie nicht die nötigen Schritte getan :hat, um die Mandatskomrnission über die wichtigen -Prinzipien au-fzuklären, d-ie mit dieser Frage verbunden sind. Dieser Angriff ist dural!aus unberechtigt. Die ״jüdische Teiiegraphe'rtagentur“ tot um S. Dezember zu 'berichten gewusst, •dass die Zionistische Exekutive ■durch ihre Vertreter in Genlf noch ■am Vorabend• •der Sitzung des Völkerlbunidrates Anstrengung gemacht hat, um die Petition der aschkenasischen Gemeinde ■ von •der Tagesordnung ,alhzusetzen. Sie .unternahm •diesen Versuch, nachdem es klar geworden war, dass die Mitglieder des Völkerbundrates m e-in1e׳r Gutheissung der zionistischen Versuche, die Orthodoxie in Erez ■Israel un'd somit die Ge- Dr. Nathan Birnbaum spricht am 13 ש״ה פ׳ משפטים. Februar um 4! Uhr im Saale der Agudas-Jisroel-Jugendgrüppe, 11., Flossgasse 1, über das Thema: ״Missverstandene Aussprüche“ Am Samstag den 20. Februar um 8 Uhr abends im .Festsääle des Ing.־ und Architektenvereines, I., Eschenbachgasse 9, als Gast der Vereinigung jüdischer Akademiker über das.Thema: ,,Der grosse Ein» same“. — Kaiten erhältlich in den Buchhandlungen Jos. Schlesinger I., Seitensieitengasse 5, und Hirschler, 1.. .Rabensteig 6. Hisen.s׳ta1d1t ׳und |':n, idor S30!sq|11lilld1e1r!ten Wcjiise iz'ugetraig^ln hat,• dafür haftet Schreiber dieser ■ Zeilen' nicht; vielmehr . S'dhieiimt ihm . -diiie fqll'gieniclie 1BnzäM׳um!g -Gr!u1n׳d des "Vor- ' •botes zu' •sein: ' Vor' melm־ •dleiiin -zwei Jailr.lumidieiiteri 'spifeifce!hier •kleäh 'und gross ohne Unterschied de!s GesQhfccihtes idein ganzen Tag!und!diiie ilialbe' •N-acht und -noch idarüber!mit!Kartell. ׳•Der •Mann ye:r.n!acbläsygtje' seine G׳öschäft)e,!die F1ra!ü Hess iiibne!Küche, •ja lihrte•; gafilzie •Wirtschaft sein am!d befasste■;sich •mät /denn!Kartenspiel. Dass dadurch ■die verschieidensten. ■ehefiidhen ■Zwiüstilgkeiten ׳und sehr viele Ehe- ׳Scheidungen entstanden,!braucht wöhl uicilit ׳besonders erwähnt z־u ■wiendLüi. lAllls nim (dier!damalige ׳Biseristädlter Rabbi,!der ׳ weltberühmte1 Verfasseir •dies ״Pamlrn Meärot“, leiihsiahv ׳dialss, wenn ׳diese Gefalhr niaht ehestens!entfernt werldle, s-eiinie■ gänze ,׳Geimielinde' zugrutoegeihem!müsse',!erilliie-siscer •den strengen ״Gher-em“!rrritt den erwähnten■ Ajusnahmen. . Van..׳d1ieser .Zeit -am ׳wagte ׳es. in Eisensta׳dt!kein . Jiuide I iiTjeIhn,.!mit. •Kanten ״ zu spileHen, eis sei ,denn iin lder Spielzeit.; .. . : Es waren; aber;- ׳dlamials -schon solche, idäe in. das , iKalrtensplilal gar zu vesilblissan iwarion!und es nicht lasse n , konnten; diese mieteten silch. ein Zimmer In dem-!ben׳ach- harten. Orte. Kieln-HäSllein ׳unid brachten dort ihren Spie!l- ■׳ götzen ähre Opfer• dar. .Doch ■konnten sich däes selbstver־.. stän'dfliiclL imtr (ve!rm!ö1gendle •Leiiiöe!leisten ,und: ■audh: (die nicht bei jeder Witterung. . •, , , . . 150; Jahre nach Verkündigung des Cherems war -diüe Wjelt ■schon ׳״aufgeklärter“,-umid es •trafen ׳sich an. Elsen- ׳ stadlt- ■auefli solche, dte ^ioh ׳über d'eraütSge Vierlbote!hinweg-:. setzten •und trotz ■des ׳״Oberems“ spielten•; dies waren aber mx ,soilöhe Jaü^ni, wieiahe ׳siellbsit den Ck'ilul Schabbos •mit in Kahf ,nahmen, ■wenn es sein!m-uss,te. - Heute!wind äm!liiiesilgen 1B-efteuse noch immer das . Spiel'r-egföllrebht;׳ve!rk110pßt; ׳dies g©sc&:ht <iax «WarÄMeit' aheir mir mehr der F-orm wegen!, denn ajusser drei' biis ' vier ׳Personen, die In der ״Saftson“ gern ihr Spiel machen, ' närnrnt tainer mehr!Kenntnis ׳von dem Spiedveribot ׳ ־•. Jakoib Buxbaimi.

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