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Jüdische Presse · 1926-01-29 · 5 (29.1.1926) · p. Seite 37

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
5 (29.1.1926)
Date
1926-01-29
Page
Seite 37 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 5 Seite 37 JÜDISCHE PRESSE sie aut die staatlichen Instanzen und gesetzgebenden Körperschatten zu gewinnen;^ersuchen, eine eminente Gefahrdung sowohl, der religiösen, als auch der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Interessen des Judentums und eine unheilvolle Förderung aese׳ Judenhasses in unserer Republik. Infolgedessen erachtet es die Versammlung als eine dringende Forderung der Zeit, alle Kräfte anzuspahnen, um die zionistische und •nationalistische Ideenwelt aus dem jüdischen öffentlichen Leben ausschalten und Insbesondere die Jugend vor ihren schädlichen Einflüssen zu bewahren. Die Versammlung blickt dabei vertrauensvoll und mit Dank erfüllt zu den Sachwaltern und Leitern der orthodoxen Landeskanzlei sowie zu den ehrwürdigen Rabbinern empor, die mit dem Aufgebote ihrer ganzen Energie sich für die Reinhaltung des Judentums unseres Landes von den zionistischen Einflüssen eingesetzt haben und einzusetzen auch weiterhin entschlossen sind. Sie protestiert mit Entschiedenheit gegen die Verunglimpfungen und ehrverletzenden •Schmähungen, mit denen die Zionisten und Misrachisten diese dankenswerte Arbeit herabzusetzen bestrebt sind. Die Versammlung fordert die Führer des orthodoxen Judentums unseres Landes auf, auf dem begonnenen Wege fortzufahren, damit ihr Werk mit G-ttes Hilfe von einem vollen Erfolg gekrönt werde. Um den aggressiven Bestrebungen der Zionisten zur U m- Wandlung des traditionellen Charakters der Gemeinden wirksam entgegenzutreten, erachtet es die Ver- Sammlung für geboten, Anhängern des Zionismus, wie auch allen anderen Personen,י deren praktische Lebensführung durch Chilul schabes u. dgl. mit der Thora hokdoscho in Widerspruch steht, innerhalb der orthodoxen Gemeinden das aktive und passive Wahlrecht zu •verwehren. Die Versammlung beschliesst, alle in dieser Resolution zum Ausdruck gebrachten Wünsche den kompetenten Stellen zur Durchführung und zur eventuellen Schaffung der hiezu notwendigen organisatorischen Massnahmen vorzulegen.“ Die Abstimmung wird zweimal mit Probe und Gegenprobe vorgenommen, um •auf das bestimmteste festzustellen, dass die ‘Resolution mit absoluter Einstimmigkeit von ■der Versammlung gutgeheissen wurde. Nachdem die Kundgebungen sich gelegt hatten, wurden die anderen Punkte der Tagesordnung in schnellem Tempo behandelt. Herr Hermann S c h w e i d (Kosice) hält ein Reteraf über die wirtschaftliche Lage der Juden im Lande und berichtet •über die Vorbereitungen, die nach dem Beschlüsse der ״Jüdischen Wirtschaftspartei“ zur Errichtung von einigen jüdischen ״Rechtsbeistandsbureaus“ getroffen werden. Desider Goldstein (Kosice) hält ein Referat über die Notwendigkeit •der systematischen Ausgestaltung des orthodox-jüdischen'. Pressewesens in der Slowakei. J. J. Braun (Bratislava) empfiehlt zu diesem Zwecke die Gründung einer Verlagsanstalt• auf Grund von Aktien- Zeichnungen. Die Versammlung beschliesst, Herrn •Braun mit der Organisierung des Pressewesens zu betrauen. ' Damit ist dig, Tagesordnung erschöpft, und •Herr Präses Sch arma n und'־^Vizepräses: Ehrlich schlossen die Tagung mit Dankesworten an die Behörden und den Vorstand der Klaus, für die Förderung der Ver- Sammlung. •An Herrn Präsidenten M a s a r y k, Ministerpräsidenten Svehla und den bevollmächtigten Minister für die Slowa- Lei Kal 1 ay wurden Begriissungstelegramme abgesandt und die Versammlung schloss mit ■begeisterten. Rufen auf das Wohl der Republik und der Regierung. Die Piestanyer Gemeinde für die orthodoxen Prinzipien. Die Vorgänge, die sich am 9. Schewat dieses Jahres in ider jüdischen Gemeinde Piestany abgespielt!haben, verdienen als ein Stück Zeitgeschichte der Nachwelt erhalten zu bleiben. Sie sind nicht hur für die 'Piestanyer Gemeinde, sondern auch für. ׳das •Judentum unseres Landes im ganzen und rn mancher Beziehung sogar! für •die gärenden Kräfte im Gesamfcjudentum .unserer 'Zeit' 'voh symptomatischer Bedeutung. Sie kennzeichnen die ׳Geister,־ die 1heute lim Judentum •um Geltung ringen und lenken den Blick nach einer Richtung, in der die Wolken weichen ... Wohl ,kaum eine zweite jüdische Gemeinde unsere! orthodoxen Landesorganisation kann sich des zweifelhaften Glückes rühmen, von ideh jüdischen 'Feinden des überlieferten religiösen Judentums seit Jahren in dem!Masse beachtet worden zu sein, wie Pies tany. Die Anziehungskraft der ׳Piestanyer Gemeinde liegt für die zionistischen Stürmer in der Tatsache, dass sie der Rabbinätssitz des Präses'׳der orthodoxen Landeskanzlei, des Herrn Oberrabbiners Weber, ist. Sie ist ausserdem — ׳wie übrigens der grösste Teil der orthodoxen Gemeinden des Landes — eine ״Einheitsgemeinde“, was so viel sagen will, •dass ihr mangels eener separaten Gemeinde für die Neologen auch solche Juden als Mitglieder angehören, denen es in anderen Orten mit ״getrennten“ Kultusgemetnden nicht 'bei,fallen würde, sich •einer auf orthodoxer Basis konstituierten jüdischen Gemeinde, anzusdh Messen. Nicht ohne Bedeutung ist in diesem Zusammenhänge auch der ׳Umstand, dass Piestany ein •berühmter Weltkurort ist. dessen Schlamm mir für!die Gebrechen des ,Körpers von heilbringender Wirkung ist. Aus alldem zusammengefasst, glaubten die Zionisten aller Schattierungen mit einer■ gewissen ■Wahrschehdichkeitsberechnung schliessen zu können, •dass hier ein lohnendes ■Feld fiir aussergewörihliche Anstrengungen zur ״Eroberung •der Kultusgemeinden“ ■gegeben sei. ׳Piestany sei geschaffen zum Einfallstor in die 1Orthodoxie, wie keine andere orthodoxe Gemeinde. Wenn in zionistischen ,Versammlungen oder Zeitungen über die Orthodoxie und iden Präses •ehr Kanzlei auf zionistische Art gesprochen wurde, merkte man, den Blick nach Piestany gerichtet, auf ■den Eindruck, den man •damit dort auszulösen wünschte. Die geringfügigsten Ereignisse im Piestanyer Gemeindeleben wurden jahraus jahrein breitgetreten •und im zionistischen Sinne kommentiert. Piestany ׳bildete stets eine eigene Rubrik in den zionstischen Blättern. Und Piestany galt dort bereits als •Hochburg ■des Zionismus, als ״erobertes“ ׳Gebiet, das nur noch dem: Namen nach •zur Orthodoxie zählt. Es sollte ■damit bewiesen werden, •dass dem orthodoxen Kanzleipräses, der sich iherausnimmt, ■die Gesamtheit der Gemeinden zu leiten, nicht einmal seine eigene Gemeinde mehr Gefolgschaft leistet. Anlässlich •der ׳jüngsten Parlamentswählen wurde es unzähligemal ganz dreist herausgesagt, es sei das nächste Ziel ■des zionistischen Interesses für •die orthodoxen Gemeinden, ihre besten und schärfsten Agitatoren nach — Piestany zu dirigieren ׳und!dort •die Orthodoxie aus ihren Angeln zu heben. Der Oberrabbiner Weber soll zuerst spüren, was es bedeutet, sich dem zionistischen nationalen ״Volkswillen“ in den ■Weg zu stellen. Die anderen ,;Klerikalen“ werden ■dann schon ihr Haupt beugen. in braunen Schachteln laut Attest Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabbiner Simon Schreiber aus Erlau כשר verlässlich koscher כשר auch heuer wieder in garantiert reiner und ausgiebiger Qualität zu haben bei HEINRICH FRANCK SÖHNE in KoSice Diese Fabrik steht unter Oberaufsicht des Herrn Oberrabbiner Simon Schreiber und unter ständiger Kontrolle von Sr. Ehrwürden ernannten frommen jüdischen Aufsehern, so dass sämtliche Erzeugnisse verlässlich koscher sind und also von jedem Glaubensgenossen das ganze Jahr hindurch gebraucht werden können. Beachten Sie beim Einkäufe im eigenen Interesse recht genau: die braune Farbe der Schachtel, die Schutzmarke KAFFEEMÜHLE and die Unterschrift HEINRICH FRANCK SOHNE. Und ei,ns Gelegenheit bot sicii hiezu, wie sie nimmer wiederkehrt. Viele Monate lang wurden Vorbereitungen getroffen, des Rates gepflogen und Pläne geschmiedet, die Gemüter aufgeregt •und zmm Kampfe gerüstet, um. diese einzige Gelegenheit nicht ■ungenützt vorbeiz׳i«: 1hen zu ■lassen. Jetzt oder — niemals sollte •die ehrwürdige Piestanyer Kehilloh zur ״Volksgemeinde“ werden! Die Piestanyer Gemeinde hatte, nämlich vor einer 1Reihe von Monaten in einer Generalversammlung beschlossen, ihre Statuten einer Revision! zu ׳unterziehen, respektive ־neuo Statuten zu machen׳, und ■die Neuwahl ׳:ihrer Funktionäre erst vorzunehmen, wenn die neuen Statuten m Kraft sind. Eine Kommission wurde gewählt,. die den Auftrag . ■erhielt, •den Statutenentwurf auszuarbeiten!und der Generalversammlung vorzulegen. Auch ■die zionistische' Opposition hatte ihren Vertreter in dieser Kommission. Die orthodox gesinnten Mitglieder der Statutenkommission stellten sich keine leichte Aufgabe. Es sollte ein!Entwurf ■angefertigt wenden, in! .welchem die Verfassung der Gemeinde •nach dem heutigen Stande ausgestaltet und dabei ihr traditioneller religiöser Charakte.r vor •den Anstürmen ' •des ׳u n jii d׳i s ch en Ge iste.s, in a 11 en se i pe.n^JErsehe inungs-f 01־men a ü,f id 1 e Dauer a u s r e i c h e. n d g e s i c h ■e r t wir d. Man machte kein ׳Hehl •daraus, •dass •die erstrebten statutarischen .Sicherungen hauptsächlich als Abwehr gegen den Zionismus gedacht waren. Es war somit auch begreiflich, dass die Zionisten (einschliesslich Misrachisten)!unverhohlen genau das Gegenteil von dem wünschten, was die Orthodoxen wollten. Sie stellten an das ■zukünftige Statut Forderungen, •durch welche, •die orthodoxe Religionsgemeinde -- i׳m Sinne des zionistischen Gemeindeprogrammes — auf die Bahn der nationalen ״Volksgeme in de“ gebracht werden sollte'. Ausserdem waren sie ■es idem Zionismus — po׳ur l’honneur du ■drapeau — schuldig, •die •Rechte ׳und •den bestimmenden Einfluss des religiösen Oberhauptes — in diesem Falle für sie nicht so sehr •der Gemeinderabbiner als der Präses der orthodoxen Gemeindeorganisation — auf •das unvermeidliche Mindestmass zu •beschränken. Der Entwurf wurde natürlich im Sinne der orthodoxen Anforderungen ausgearbeitet. •Es ■lag aber auf ■der Hand, dass ■um dieses Statut ein ׳Prmziipienkanrpf entbrennen musste. Die Orthodoxen mussten ׳die Gemeinde, aus Fährnissen der Zeit retten,' sie־ mussten ■ihre alte Kehilloh als religiöse Gemeinschaft! erhalten und!dafür entsprechende Satzungen schärfer, Aber auch die Zionisten ׳konnten wissen, ■dass ׳mit. der Annahme dieser Statuten alle ihre Gemeindeaspirationen!in Piestany für' unabsehbare Zeit vernichtet sind, und sie sich sodann ■wirklich für ■die Dinge um ״Zion“ ־werden!interessieren müssen. Der EntsChei'diungskampf wurde auf Sonntag, den 9. Schewat, festgesetzt. Es sollte ein grosser Tag für die Gemeinde werden. ׳Ein •jeder empfand, •dass es ein Tag •des ״Bekenntnisses“, •des •Farbebekenmens für die Gemeindemitglieder wird, wo nicht, wie in einem Wahlkampf, persönliche Sympathien un׳d Antipathien den Ausschlag geben׳, sondern ausschliesslich •die Gesinnung; es handelte sich darum, ob Treue zu den alten Idealen einer jüdichen Kehilloh das leitende Prinzip in der Gemeinde Piestany bleiben oder an ihre Stelle nunmehr — Zionismus zum ׳Grundsatz erhoben werden soll. Jetzt musste es sich auch zeigen, ob •denn ׳der Zionismus wirklich!in Piestany solch festen Fuss. gefasst habe, wie die Zionisten verbreiten, oder'ob es sich damit ebenso verhält wie mit allem anderen, was sie in die Welt hinausschreieri. Schon •die Vorverhandlungen brachten den Zionisten grosse Enttäuschungen. Gemeindepräses Herr Hugo Ponger identifizierte sich vollständig mit ■dem neuen Entwurf und stand auf der Höhe seiner Aufgabe, ja, ׳er wuchs mit seiner Aufgäbe zu einem jener Männer •heran,' die sich einen Ruhmestitel in der Geschichte der neuzeitlichen Orthodoxie erworben haben. Die Orthodoxen!hielten am ש ב ת Versammlungen ab und bereiteten sich geistig für •den nächsten Tag vor. Vom ehrwürdigen O be r r a bbin e r wurden ׳die Gsmeindemitglieder eindringlich ermahnt, •der Grösse der Stunde für die , Zukunft der Gemeinde eingedenk zu sein und in Treue, sicii ׳der grossen Männer zu erinnern, die dn ihrem Zidkus den Geist ‘des reinen und währen Judentums in die ׳Herzen der alten Gemeiindemitglieder pflanzten. Es 'herrschte in ■der Gemeinde . eine Stimmung gleich einem יום הדין . Schwächliche; und gebeugte Greise Messen es sich nicht nehmen, diesmal ausnahmsweise zur Generalverainmlung zu gehen, um ihr Wort j für das Statut •zu erheben. Als ■Herr Präses 'Ponger um., 10 Uhr vormittags die Generalversammlung mit der Tages- Ordnung ,,Revisionsbericht und Statutenvorlage“ eröffnete und dabei •eine schöne und ■von entschlossener Willensstärke zeugenden Ansprache an •die Gemeindemitglieder richtete, war das Schicksal des Entwurfes bereits entschieden. Denn er trug : schon/ damals die Unterschrift von 110 Mitgliedern, deren Meinung in den ׳Dingen der Gemeinde Gewicht hat.. Die Zionisten verlegten sich nun darauf, ihre Niederlage zu .bemänteln und die Abstimmung hinauszuschieben oder, wenn möglich, gän21ich zu verhindern. Es waren deren, wie es sich bald herausstellte, nicht viele. Aber diese Wenigen,!die •da waren, taten •ihre zionistische Pflicht. Sie tobten, skandaüsierten und wüteten nach Vorschrift viele Stunden läüf,' als db sie auf ein Wunder warteten, •das sie vor der Blamage bewahren sollte. Sie verlangten geheime Abstimmung über das gar nicht auf der Tagesordnung stehende Absolutorium für!den Präses. Man gab ihnen nach und die Abstimmung endete mit einem Sieg des Vorstandes. Als ein Redner der Orthodoxen der Stellungnalime des grossen Hunsdorfer Raw צ ״ ל T gegenüber den zionistischen Bestrebungen gedachte, scheuten die Zionisten auch davor nicht zurück, das Andenken dieses קדוש וטהור זי״ע ■in % wi sehe nr׳ufen zu b e s c 11 impf e n. In tiefster Empörung wandten sich darauf selbst die anständigen Oppositionellen von den Zionisten ab. Die Zionisten versuchten auch, •in Tätlichkeiten auszuarten, um der Versammlung vorzeitig ein Ende zu bereiten; •doch es half ihnCn•!nichts. Die feste Hand und die bewundernswerte Ausdauer des Vorsitzenden zwang sie zur Ruhe und Disziplin. Nun erst gaben die Zionisten •die!Parole zum Verlassen des Saales aus. Das aber war ihr Verderben. ■Denn nur ein ganz kleines Häuflein ging hinaus und man sah nun, wie mächtig der zionistische Anhang in Piestany ist: eine Handvoll Leute, die ■zwar, einen grossen Lärm schlagen können, sonst aber wenig bedeuten. ׳ Darauf schritt der Vorsitzende zur Abstimmung über den Statutenentwurf. Diese ergab •d ie e n b 1 0c- An nahme mit allen Stimmen gegen z w •e i. ln ■gehobener Stirnmung verkündete der ■Präses das Resultat, das von der V׳er- Sammlung ■unter begeisterten Ovationen für den Oberrabbiner un׳d den Gemeindepräses aufgenommen wurde. Damit ist durch ■die Piestanyer ׳Gemeinde, als ■erste im ganzen Lande, ein Statut zur Gemeindeverfassun?; erhoben worden, das den Bedürfnissen einer orthodoxen Gemeinde in unserer zerstörungssüchtigen Zeit in jeder Be- Ziehung entspricht. Im besonderen sind es!die Paragraphen,' die ״Zweck und Wirkungskreis der Gemeinde“, das ״passive Wahlrecht“ und •die ״Kompetenz des Oberrabbners“ bestimmen gegen welche die Zionisten — sie wissen, ׳warum! — Sturm bliesen. So lautet der § 3: ״Die Gemeinde ist eine autonome Körperschaft mit ausschliesslich traditionell-religiösem Wirkungskreis. Jedwede Betätigung politischer Natur und jede Bestrebung, die geeignet ist, den religiösen Charakter der Gemeinde zu beeinträchtigen, ist ausgeschlossen.“ § 19 schränkt das passive Wahlrecht in folgender Weise ein: ' , ״Wer den Sabbat öffentlich entweiht oder die religiösen Speisegesetze verletzt oder durch Lebensführung und Aeusserungen sich sonstwie mit dem Religionsgesetz in Widerspruch setzt, kann in den Vorstand und ln die Repräsentanz nicht gewählt werden. In Differenzfällen über die, Anwendung dieses Paragraphen entscheiden die drei auf Grund der Nomination des Oberrabbiners gewählten MitgHeder des Wahlkomitees.“ Die Kompetenzen des Oberrabbiners werden •in der! Statuten genau ■umschrieben. Von besonderem ׳Interesse ist 'clvr § 52, •der lautet: ״Beschlüsse des Vorstandes oder der Repräsentanz, welche nach Entscheidung des Rabbinates mit den Vorschritten des Schulchan Aruch oder mit dem religiösen Charakter der Gemeinde unvereinbar sind, oder mit den aut traditioneller Basis beruhenden Gebräuchen kollidieren, haben keine Gültigkeit.“ . Mit Ausnahme!dler Zionisten herrschte über die beinahe einstimmige Annahme des'•Entwurfes in der ■ganzen Versammlung grosse Freude und Befriedigung. •Herr Karl Holzer gab •darauf mit ,tränenerstickter Stimme der ■Genugtuung über •diesen׳ Erfolg freudigen Aus-, duck und •dankte in warmen Worten im besonderen dem Oberrabbiner für seine weise Führung •und •dem Präses fiir die ■grosse Tatkraft, •die er bei •diesem wertvollen Werk an den. Tag legte. '״‘-'׳'׳"'.;מי"A ■'׳ Es war schon 8 Uhr . abends geworden, als Herr Gemeindepräses 'Ponger׳ •diese denkwürdige...-,.Gene'ralver- ’ Sammlung nach zehnstündiger angestrengter’Arböit‘ schliessen konnte. ׳'■■י Orthodoxie und Zionismus in Novf Zamky. " Von misrachistisch-zionistischer Seite1־'wird •seit einigen Wochen in der gesamten zionistischen Presse eine Sensationsnachricht aus Nove Zamky verbreitet, nach her es ־den Mis- (riachistien!angeblich gedungen ®0D, dm!die,!aiutomaman!Rechte der Ku!ltur!sge1m!e1i׳n1dm eine• ׳Brlelsche 1z!u •sahilagen und von d׳ie1s1e!m Punkte a!u׳s!diiie ׳geseifcziliich gewähnleülsfiete,■!aber ׳dien Zionisten ■so sehr vienhiasste Aüitionidmiäel ׳dler!religiösen Gamcinscihaftert überhaupt ifinagl’iicih izi'u imiäähien!. ׳Die Eiröff״־ nung von Betlokalen und die Bewilligung zum Abhalten van iregeilimäsilgen. ■G־!ttesd!i1an>sten ■geihört. — wiie 0!|l!gen1e.i1n bekannt —!z.u den :statu,tlenigeimäss 1u!n1d׳ ׳gesetzlich .fest- >g׳e!s׳e1tzten aKlMtnlg am (Rieiahitem!den iKuiltiüsigeimeinden׳, •sowohl idleir Orthodoxien wie dar!neollagenL Uteses Recht wunde auch, in idar Regel;ne'sipektiiert ׳und!!von ׳den! Behörden (nötigenfalls gebührend geschützt. :Zu dien M'itbeitin'j'irÄ. weiloben,!unsere!l'iieiben ■Ztanlilsten־, be!zw. —;sowe&lt orthodoxe Gemeinden :in 1B]eltra׳cht ikiamimen —;ihre 1mlisra׳ch!i9tische ׳ Abart die Eint nacht ׳dar. 1R׳eligiansge,me1m1d<en zu!unterwählen und!dlile ailitie Ordnung 1de!r ■Dinge .'(in ׳ihnen• tziu ze!r- ■stören bestrebt siinid, geihören!auch!die Versuche, separate zionistische iBetlakale izm!errichten ׳und 'dort beiim Aufruf zur Thona ■den röligiösien׳!Autoritäten׳ •zum Trotz für ׳zdom- «tische Zwecke!Reklame au machen, •was iiiti Iden offiziellen Tempeln ׳der orthodoxen iGemeilniden!seUhstver,stündlich strengstens umtiarlsagt!ist. Die V10nsltän1d!e der Gemeinden geben au ׳solchem Zerstörnngsiwierik!der Zionisten■ und Mi1sraQhis׳ten wohl nirgends 1ihre!EiniwÜllianng und!suchen, wo gute Worte intahts ansmichlten, die •Radhte der Gemtelnden pflichtgemäss mit!den Mitteln!dies •Gielsetzes .zu wahren^ sobald ihiiazu ׳eiitne Notwendigkeit yiorliegt. Auch־־ lim Schosse ׳der on 1t!ih0׳ido xein G e mei,n׳de von No ve Z a.mky!war ■ein tsoilidber Füll!vor,gekommen, •wie wir ׳zurzeit )berichteten!, und ׳dlia Behänden verboten die Abhaltung!der להכעיס -G-tibesdieniSbe.!Naclh den ■Berichten . der .zionliistiscthen! ,Zeitungen soll nun »der ׳Zupan!unter Ver- ■ietzüing der ׳Ge1mel!nder׳eohte dieses Verbot!aufgehoben ■haben. Die in ׳Bratislava erscheinende!zionistische .״Jüd'isehe Volkszailtufng“ wind Iihr uacih im Ghiore 1sä׳m׳tli!ohe :zäonisfisoben ׳Blätter brechen/ :darob in SiegesJubeJ. ׳aus und irteiizen im!Anschluss!daran ihne!zionistischen ‘Gestnnwngs-, genossen auf, sioh nunmehr, gestützt auf diese angebliche;Entscheidung eines Zupänates, auch gegen andere autonarroe Gemaindeneahte. laufoufehnem, ,ungeaabteit ■dler Sicher zu!erwartenden׳ Gegenmiassnaihrmen ׳der Gemeinden zum Schutze ׳ihrer finaniziiieiilen ׳und rCligaö'sen /Interessen. Obgleich es uns von vornherein nicht sehr wahrscheäiniidh war׳ ,׳d׳ass ׳diie Entscheidung •etönes Zupams sich i!!1 solch eklatanter Weliise mit ,d'em •ef'ndieit^en ,;WprÜiaut

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