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Jüdische Presse · 1926-01-29 · 5 (29.1.1926) · p. Seite 36

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
5 (29.1.1926)
Date
1926-01-29
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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Seite 36 Nr. 5 JÜDISCHE PRESSE die unser Volk im östlichen Europa führen, so wenig( Starke hätten, sich vor Frankfurt a. M. zu beugen! Wahr* ist an der Sache, dass, während die deutschen Juden tat-1 kräftiger Und systematischer sind und in mancherlei Hin־^ sicht dem Typ des Idealjuden entsprechen, sie gerne zu-׳ geben, dass auf der anderen Seite die Ostjuden, speziell in jüngster wahrhafter Agudaafbeit, ihnen geholfen haben, Kavanah aufzunehmen, ihre Liebe zum Lernen geweckt und gestärkt und gerade dem Lernen eine beachtenswerte Intensität verliehen haben. Und Rabbiner Chairtt Ozer, der Wilnaer Rabbiner, gesteht gerne, dass seine Gemeinde und seine Anhänger System und Ordnung, umfassende und individuelle Zusammenarbeit von den deutschen Juden geJ lernt haben. Aber in der Agttda üben die deutschen Juden in keiner Weise einen überwiegenden Einfluss aus. Bei der Keuessio war es eher die polnische Delegation, welche als Vertreterin der breitesten Schicht der Aguda ihre Mach{ fühlen liess, und es war der Rat der grossen litauischen Rabbiner, von denen eiher augenblicklich dieses Land be■» reist, dem die Kenessic lauschte. Bei der Kenessio waren etwa drei Männer, die den Misrachi anklagten, Doktor S. Breuer war nicht nur keiner von ihnen, sondern seine Rede war eine der am stärksten versöhnlich gestimmte^ des Kongresses. ' Was am bedauerlichsten ist: Unglücklicherweise gestattete sich der Misrachi oft, sich durch diesen politischen Ingoismus in den Ghor derer, die die Aguda verdammten, hineiiiziehen zu lassen. Der Misrachi ist es, der für die Tatsache verantwortlich ist, dass Menschen ausserhalb seines eigenen Lagers, die glauben, dass jüdisches Gemein-׳ schaftslind Einzelleben jüdisch sein muss, dass Agudisten, weil sie darauf bestehen, dass die jüdische Gemeinde als solche keine Schulen gründen und unterstützen darf, in denen die göttliche Tauroh als geistloses Buch alter Volkskünde behandelt wird, Fanatiker, Anmassende, Vermessen^ Frankfurter Typen eines anormalen Judentums genannt! werden. Weises denn Misrachi nicht, dass es nicht ״nur“ Frankfurt ist, sondern dass es die Rabbiner und. weltlichen Führer von Wilna und Slobodka, von Lublin und Riga, von, Minsk und Radin, unsere hervorragendsten Köpfe, die anerkanntengeistigen Führer der Millionen europäischer Juden sind, die so verleumdet und angegriffen werden? Alle diese grossen Männer haben sich unzweideutig zum Banner der Aguda bekannt. Ich gestehe, dass ich von diesem entsetzlichen Mangel an Verantwortungsgefühl verwirrt bin Es ist kein Wunder, dass' all dies auf das Judentum! und auf den Zionismus zurückwirkt und dass Herr Bublik1 zugibt, dass die zionistische Organisation, während sie ein ausserlicher Erfolg ist, innerlich einen Fchlschlag bedeutet. Es ist kein׳ Wunder, dass (ein seltsames Beispiel histori-J scher Gerechtigkeit) der Misrachismus, während es ihm ge- Iungen ist, den Weg der Aguda in den Vereinigten Staaten ausserordentlich schwierig zu gestalten, selbst ausgesprochenc Misserfolge in Amerika hatte, und die Zielscheibe öffentlicher Zensur und privater Anklagen ist. ■ ■ koscher 5 enthalten- 100 Prozent reines Fett und werden ■ 5 unter strenger Aufsicht Sr._Ehrwürden, des Herrn J 2 Rabbiners Simche Fränkel, Podgorze-Krakau, in ”, 2* Atzgersdorf erzeugt. Dessen Attest liegt jeder jj Kiste ,bei. Es kann daher jedes Paket, welches das 2 5 Koschersiegel des Herrn Rabbiners Sittiche Fränkel 2 2 trägt, von jedem strenggläubigen Juden ohne Be- 2 m denken genossen werden. Die Fabrik in Atzgersm ■ dorf Wurde für die Herstellung von Osterware gea ■ koscher!.''Ceres und Radio-! kann somit, wenn das ■ ■ Paket das Ostersiegel trägt, aüch während der ■ 9׳ Osteneiertage zur Bereitung von Milch- und;S H ü ■ Fleischspeisen verwendet werden. ■ miiiiiHiiiiiiiiiiiBiiiiiiiininii■ ® MACgRIOHTKS. M Der Verlauf der Agudajugendtagung in Amsterdam. A ms t e r,d a׳m. (AJ1P!B.) ©oimte®,!dien 2. Schebath töafriid )hi tAmsteridaim 'idleir JuK!en(dta!g der hoflJän’dlilschen Aisuda ׳söatlt. Der iPnäsiident der Atmlfcemdamer J׳u׳g!end- •oinganfsatlon S.!roedembung 1e!nöfifin1et<e!uim 11 ׳Uhr vor- ,mittags d׳iie Versaiirumtuinig :milt Bagnüssiuritgsworten ,an!die 'z.aih'Üreidi ׳ersaliltenenen Ddleigfieiriten dfer vensahiiiedenen Städte. 1. D. T,hemams neferileirte ׳über dne Tätigkeit der A!rns׳tend:ainier :un.׳d ited'odks *dle'r ׳Ha׳a׳g!er Jaigenidigruppen. Irn.a[1en0eur I. Kriopveilid-)Rcrtterldiam!hält e'Ln eingehendes Refona t ti:bar ׳״die Aufgaben der Jugeralgir,uppen“ und ,bezeiafoniet es .als• wii'dli'tiigsfce Aufgabe ',dleir jugend׳,!das ׳Erz$eh11M1)gs1w!esen> der ikan!fe:s«l!lou1aMen Scliiuüen׳ zu fördern, ln ider M:i,tltia1Bs:v1ers1a׳m1m1!׳u1n1g ■fänid;ciiln'e Di1stk:11s!ston. über dieses Tlhieima ׳statt. Oäenau'f spraoli Obenrabbiner Hksch-Zwolte, de׳r Vorsitze ndle' (dler 1h101ä!n1dn1s0׳hen! LandtesongajiSation׳, über *dße ׳״Bedoutiunis und iden )Eiimfil'uss der Aguaiidee“. Herr Dr.;Hausdar.ff gilbt dier Veirisaanmliimg interessante Del!a׳Ss!über d;i!e Enfollge der Agudais Jiferoiol titn ׳dier fetzten Z&it kund: Es (WiiincL׳ ibcscihilossent, eine J ,u ,g e 11 ׳dzentrale ,zu 1eTfi׳cht<en1. Am!Albend fand eliinie vom der Ortsgruppe Amsterdam eiir,!berufene Vofliksversammlunjg u.u!fce-r ׳diern Präsid'iaiim vom tebblimier Samlouiis stabt. D!as Genenalreforat ,hatte Ml varn G׳el!1d;ern-Grom1:iin,gen׳. Oe׳r Saal ■war ,ausserorderltlMi *übe.r.f!ü!11!it mmd1 idiile Redner er- ׳hielten stiinmisclien BeifialM. Das Fremdengesetz im polnischen Sejm angenommen. Anlässlich der. Abstimmung über das Fremdengesetz, das mit 104 gegen 94 Stimmen, also mit der knappen Majorität von 10 Stimmen angenommen wurde, fiel es sehr unangenehtn auf, dass 24 der jüdischen Sejn^deputierten bei der Abstimmung fehlten. Die sozialistischen und liberalen Abgeordneten haben offen ihbem Unmut hierüber Ausdruck gegeben. Richtigstellung. Wie uns von der Familie des kürzlieh verschiedenen Herrn Ch. Krämer s. A. mitgeteilt wird, war der Verblichene nicht, wie irrtümlich in dem in unserem Blatte erschienenen Nachruf bemerkt war, Sekretär des Grossindustriellen Herrn Nathan Eidinger, sondern stand mit ihm lediglich in Geschäftsverbindung. Mitteilung an die Aguda-Mitglieder. Das C e n t r a 1- Hotel, Wien, II., Taborstrasse 8a, wurde von Bratislavaer Glaubensgenossen erworben. Vollständig neu renoviert, besitzt es Zentralheizung,. kalt- und warmfliessendes Wasser und Telephon im Zimmer. Treffpunkt der Agudas-Jisroel- Mitglieder, welche von den Zimmerpreisen, die S 5 bis S 6 pro Tag betragen, 10 Prozent Nachlass erhalten. E. ■mos 1 o w sm k o m S I >41 Die grosse orthodoxe Landes- Versammlung in Kosice. ' Die grosse Landesversammlung, die am■ 4. Schwat •in K 0 s i c e tagte, beschäftigte die weitesten Kreise der jüdischen Oeffentlichkeit und wird — wenn nicht alle Zeichen trügen — der Ausgangspunkt zu einer Bewegung im gesamten orthodoxen Judentum unseres׳ Landes werden, die für unser Gemeindeleben eine neue Epoche bedeuten könnte. Wir werden in der Folge wohl noch Veranlassung haben, auf die prinzipielle und praktische Bedeutung dieser Versammlung und der dort beschlossenen Resolution ausführlich zurückzukommen. Zur Information unserer Leser setzen wir heute bloss unseren Bericht über den Verlauf der Versammlung fort. Die Einberufung der Versammlung hatte von vornherein die Tendenz, die ungekünstelte mid wahre Stellungnahme der orthodoxen B a a 1 e B a t i m und der grossen jüdischen Massen zu den seit einiger Zeit hervortretenden Erscheiniuigen des jüdischen Lebens in unseren Gemeinden unverhiillt zum׳ Ausdruck zu bringen. Aus diesem-Grunde war die Ver- Sammlung als eine Zusammenkunft von Baale Bat im ohne Mitwirkung von Rabbinern oder der offiziellen Vertretungskörper־ schäften der orthodoxen Landesorganisation gedacht. Es sollte bei dieser Veranstaltung das jüdische Volk, im besteh. und edelsten Sinne dieses Wortes, unbeeinflusst von seinen Führern zu Worte kommen und seine Wünsche und Forderungen ohne Rücksicht ,auf den Eindruck, den sie rechts oder links hervor-! rufen, aussprechen können. Das war auch in der Tat der Fall. Mit Ausnahme des ehrwürdigen Oberrabbiners der K o s i c e r orthodoxen Gemeinde, der vor Beginn der Verhandlungen und der Wahl des Präsidiums, wie wir berichteten, an die Versammlung eine herzliche und vomjiefem und edlem Glaubenseüer getragene Begriissungsansprache an die Erschienenen richtete, sofort danach aber den Saal verliess, hat ein Rabbiner den Verhandlungen nicht angewohnt. Was also in der Kosicer Versammhing gesagt lind beschlossen wurde, ist ausschliesslich der Ausdruck der freien Ueberzeugun'g unu des klaren Willens der erschienenen Vertreter der orthodoxen ״Laienkreise“ unserer Gemeinden in allen Teilen des Landes. 1 Die hröftmingsrede, die der Präses des Vorbereitung־;- : *> komiiees. Herr Simon Schar man, verlas, schilderte in! grossen Zügen die Entwicklung der Orthodoxie in unserem rt Lande seit dem bekannten Budanester ״Kongress“ und gab ein ,.' Bild von der! Problemen, die gegenwärtig infolge der Propagie¬ 1 rting der zionistischen Ideen unter den orthodoxen Massen jeden denkenden orthodoxen Juden beschäftigen müssen. Er bezeichnete es als dringendste Notwendigkeit unseres Gemeindelebens,• den historischen religiösen Charakter der orthodoxen Gemeinden , gegenüber den zionistischen und misrachistischen Umdeutungsversuchen zu beschützen und Massregeln zu ergreifen, durch welche die orthodoxen Gemeinden als das erhalten bleiben sollen, was sie zu allen Zeiten waren: Basteien der Thora in der jüdischen Gemeinschaft. Er begrüsst die Versammlung namens des Vorbereitungskomitees und bittet, ein Tagespräsidium zu wählen. Aus der Präsenzliste' ergibt sich, dass aus folgenden Gemeinden Vertreter in der Versammlung anwesend waren: Moldava, Turna, Bardiov, Presov, Plavec, Sabinov, Kezmarok, Hanusovce, Huncovce, Plavnica, Belvarov, Zborov, Svidnik, Stropkov, Ladomirov, Vranov, Secovee-Stadt, Secovce-Bezirk, Michalovce, Humenne, Medzilaborce, Budkovce, Nazinaves, Banovce, pnina, Velky Berezna, Trebisov, Uzhorod, Krornpachy, Vlachy, Celnica, Spisske Pohradie, Zdana, Sena, Sevljus, Mukaceva, Hust, Barca, Velka Lda, Jarnov, Bratislava, Piestany, Surany, Trnava, Stupava, Siplak, Cana, Be Ujlak, Plesivec, Somotor, Helmec, Lipiany, Somodi, Brünn, Velky Saros, Seredne, Strazske, Beregsas, Tornala. Gniazda, Zbech/ie u. m. a. Telegraphische Zustimmungskundgebungen langten aus Nitra, Galanta, Veike Mageudorf, Viskove, Beregsas, Tjacevo, Nove Mesto n. V., Batorkesy, Rimosec und zahlreichen änderen Gemeinden ein. Unter den-Mitgliedern der Kosicer und der benachbarten Gemeinden zeigte sich begreiflicherweise ein besonderes Interesse für die Tagung, doch konnten nur wenige Einlass finden, da die ״Sefardische Klaus“ trotz ihrer Geräumigkeit von auswärtigen Gästenvoll besetzt war. In das Tagespräsidium wurden folgende Herren per Akklamation gewählt: Simon Sch arm an, Vorsitzender, Z. Krausz (Hust), Dawid E11■׳renfe 1 d l(Surany), Josef K 0 r n (Bardiov), Kalman W e i s s (Uzhorod), Simon Ehrlich ,(Kosice) und Juda Griinwald (Bratislava). Vizepräsidenten. Zu Schriftführern:, L I. Braun (Bratislava), G. Fürst (Vlachy), Samuel Reiner (Presov), G. Rottenberg (Kosice) lind Rafael L ö w y (Bardiov). In die Resolutionskommission: Samuel Ei ebner (Spisske Pohradie), Adolf Klein (Kosice), Lazar Fonfe'der (Presov), N. K r ausz (Sabinov) und Lazar Fuchs i(Michalovce). An das Referat des Herrn Simon Scliarman knüpfte sich eine rege Diskussion, die sich durch ihre strenge Sachlichkeit und würdevolle Ausdrucksweise wohltuend auszeichnete. K. W e i s s (Uzhorod) schildert die Zustände in Karpathorussiand und beklagt. die Verheerungen, die der Zionismus in den Gemeinden dort angerichtet hat. Er hält durchgreifende und entschlossene Massnahmen am Platze. Samuel E i c h n e r (Sp. Pohradie) bringt den Verleumdungsieidzug der Zionisten gegen die orthodoxen Rabbiner und die Bratislavaer orthodoxe Zentralkanzlei zur Sprache •und verlangt, dass in der zu fassenden Resolution den rabbipischen Führern und den Leitern der Zentralkanzlei Vertrauen votiert werde, (Stürmischer Beifall.) . ־ Mor G u 11 m a n n ׳(Kosice) begriisst es, dass man endlieh auch in unserem Lande sich entschlossen will, den Kampf gegen die zionistischen Bestrebungen in zweckmässiger Weise aufzunehmen. Er verweist auf die diesbezüglichen Aktionen in anderen Ländern und auf die dort mit gutem Erfolge durchgeführte Organisation der Orthodoxen in der A g u d a s J 0 s r 0 e 1, der bereits alle Rabbiner (Zwischenrufe: Nicht alle!) angehören, und beantragt, dass der einzuberufenden Rabbinerversammlung ein gleiches Verfahren in der Slowakei zur Erwägung empfohlen werde. ׳ Wilhelm K 011 n (Bratislava) schildert die Vorgänge während der jüngsten Gemeindewahlen in Bratislava und schliesst daraus, dass ein geeintes und entschlossenes Vorgehen aller Gemeinden zum Schutze des כסר חתירה notwendig erscheint. Er empfiehlt, auch der Erziehung der Jugend im Sinne der Orthodoxie erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Lazar Fonfeder (Presov) stimmt den Vorrednern zu. I. H 0 r o v i t z (Huncovce) fordert energische Massregeln, durch welche die orthodoxen Gemeinden einfür allemal und endgültig von den Störungen befreit werden, die sie durcli das unjüdische Verhalten der Zionisten und durch die Verunglimpfutig der rabbinischen Autoritäten erfahren. Horovitz!(Bardiov) verlangt die Einsetzung zentraler und lokaler Ritualkommissionen, die sich mit dem Schutze der Gemeinden gegen den religiösen Geist beschäftigen sollen, die von den Zionisten in die orthodoxen Gemeinden liineingetragen B. Baiern (Kosice) empfiehlt nach Verlesung der von der Kommission vorgeschlagenen Resolution, bei dieser Gelegen-, heit eher Beschlüsse allgemeinen Charakters als solche mit detaillierten Forderungen zu fassen. Die Details sollten den Rabbinern überlassen werden. Braun (Bratislava) legt in einer wirkungsvollen Rede die prinzipielle Bedeutung des Hauptteiles der Resolution dar, die darin besteht, dass hier ausgesprochen wird, wo das ausschliessliche Wirkungsfeld der Gemeinden nach der Auffassung der Orthodoxie liegt. Es soll zugleich ausgedrückt werden, dass die Gesamtheit des orthodoxen Judentums in der Slowakei und Karpathörussland entschlossen sei, jeden Versuch, den Einfluss des Thorageistes im Gemeinschaftsleben einzu-־ schränken, mit allen gesetzlichen Mitteln auf das entschiedenste zurückzuweisen und den traditionellen Charakter der Gemeinden auch für die Zukunft zu erhalten. Auf die einzelnen Massnahmen, die für diesen Zweck empfohlen werden, komme es nicht an. Die Hauptsache sei, dass die Orthodoxie geeint und mit starkem Willen dastehe. Er empfiehlt, unter •allen Umständen einig’zu bleiben und die Resolution, so wie sie vorliegt, in dem Sinne unverändert anzunehmen,' dass sie den kompetenten Stellen der Organisation zur Durchführung unterbreitet werde. Unter den begeisterten Kundgebungen der Versammlung wird nun die folgende •Resolution verlesen lind vom Vizepräses Ehrlich zur Abstimmung gebracht: Resolution. ״Die am vierten Schwat 5686 (19. Jänner 1926) in Kosice tagende, von den Vertretern zahlreicher Kultusgemeinden besuchte Landes Versammlung orthodoxer Juden erklärt feierlichst, dass sie unentwegt und unverschütterUch auf dem Boden der Thora hakdoscho steht und entschlossen, ist, die Organisation der orthodoxen Gemeinden au! der Basis zu erhalten und ln aulsteigendem Masse zu entwickeln, auf welche sie von den Gedolim und Zadikim der früheren Generationen gestellt wurde. Gleich den ersten Vorkämpfern der orthodoxen Gemeindeorganisation erklärt die Versammlung, dass das orthodoxe Judentum auch weiterhin in allen seinen Massnahmen sich den Weisungen der religiösen Autoritäten in allen Beziehungen unterwirft, 1m Sinne des ובאה אל הכהנים הלוים השופט אשר יהי"• בימים ההם. לא תסור מן הדבר אשר יגידו לך ימיו ושמאל Hievon bilden die im Interesse der Erhaltung und ׳Förderung des religiösen Geistes als notwendig erkannten Massnahmen politischer Natur keine Aussnahme. י Zu diesem Zwecke richtet die Versammlung die Bitte an die rabbinischen Autoritäten des Landes, möglichst ׳ bald eine Landesversammlung einzuberufen, in der die religiösen Verhältnisse der orthodox-jüdischen Bevölkerung einer 4:ründliehen Beratung unterzogen •und die Richtlinien festgesetzt werden sollen, nach denen eine durchgreifende Sanierung herbeizulühren ist. Das orthodoxe Judentum spricht seinen Führern vollstes Vertrauen aus und weist die von den Gegnern aufgesteUte Zumutung, sich in Zukunft von ihnen abzuwenden, mit Entrüstung ' zurück. Die Versammlung erklärt, dass die jüdische Gemeinde, als wichtigste organisaorische Institution des Judentums, ausschliesslich zur Wahrung und Förderung des religiösen Lebens der Gesamtheit und ihrer einzelnen Glieder und zur Erhaltung der hiezu notwendigen Institutionen gegründet wurde. Sie darf auch in Zukunft 11 u r diesen Zwecken dienen. Die Versammlung fordert daher die orthodoxe Landeskanzlei in Bratislava und die rabbinischen Instanzen der orthodoxen Gemeindeorganisation auf, gesetzliche und 'statutarische Vorkehrungen zur Sicherung des reliösen Charakters der Gemeinden zu treffen und dafür zu sorgen, dass die mit diesem Aufgabenkreis nlQht übereinstimmenden zi0nis11 schen oder national!- stischen Einflüsse unter allen Umständen^von den Gemeinden ferngehalten werden. Die Versammlung erinnert daran, dass die Bestrebungen der zionistischen Organisation «;hon im Jahre 5664) תרס״ד) von sämtlichen richtunggebenden rabbinischen Führern unseres Landes mit den Grundlehren des Judentums und mit den Interessen der Thora hakdoscho als unvereinbar erklärt wurden. Mit jener Entscheidung stimmen aüch die gegenwärtigen rabbinischen Führer unseres Landes im Einklänge mit den Gedolö wezadike Hador aller Länder nicht nur überein, sondern sie erblicken in der Entwicklung, die die zionistische und misrachlstische Ideologie in den letzten Jahren genommen hat, und namentlich in den Mitteln, mit denen die Zionisten und Misrachlsten unseres Landes ihre religlonswldrigen Anschauungen in die jüdischen Gemeinden, Körperschaften und Vereine hineinzutragen sich bemühen, und nicht minder in dem Einflüsse, den

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