Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 4 (22.1.1926)
- Date
- 1926-01-22
- Page
- Seite 30 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 Seite 30 _ ' '_ JÜDISCHE PRESSE Tschechoil Die grosse orthodoxe Landesver- Sammlung in Kosice. Vorläufiger Bericht. Am 4. Schewat fand in der geräumigen ״Sefardischen Klaus“ der Kosicer orthodoxen Gemeinde eine ■grosse Laudesveilsammlung orthodoxer Juden statt, deren Auswirkungen für die Gestaltung der organisatorischen und religiösen Verhältnisse der orthodoxen Gemeinden der Slowakei und Karpathorusslands von entscheidender Bedeutung werden dürften. Aus allen Teilen des Landes trafen Delegierte in grosser Zahl ein, so dass mehr als 500 Gemeinde- Vertreter im Saale anwesend!waren, als die Mönstreversammhing von Sr. Ehrw. Herrn Oberra'bbiner Sal. Brach mit einer begeisternden und die religiöse Lage des Judentums nach, allen Richtungen ,hin beleuchtenden Rede feierlich eröffnet wurde. In seiner Rede wies der,,e,hnw,tindige Redner darauf hin, dass!die Versammlung berufen sei, den Willen und die Entschlossenheit der gesamten orthodox-jüdischen Bevölkerung ■des Landes, sich gegen die zunehmende Verderbliehe zionistische Agitation zur Entfremdung der Gemeinden von iihrer religiösen Grundlage zur Wehr zu setzen. Das orthodoxe Judentum müsse es unter den gegenwärtigen Verhältnissen als seine!heilige Pflicht ׳betrachten, das Erlbe der Väter in seiner (Reinheit •und Unversehrtheit zu erhalten. Diese imposante Versammlung von! Baalebatim wird Wege und Möglichkeiten schaffen müssen, dieses Ziel zu erreichen und hiezu •wünsche er G-ttes Segen herab. ■ Nach dieser mit brausendem Beifall aufgenommenen Begriissungsansprache begriisste der Präses des Vorbereitungskomitees, Herr Simon ■Sc Illar man, ■die Versammlung und entwarf. ein Programm für ׳die Tagung, anknüpfend an eine wohldurchdachte' Schilderung der Zustände in den Gemeinden, wie sie sieth infolge der zionistischen Agitation gestaltet haben. Nach Wahl des Tagespräsidiums, zu dessen Vorsitzendem Herr 9c׳ha rrn a n gewählt wurde, entwickelte ׳sich eine eingehende Debatte.über die Schritte, die zur Sicherung des religiöse!111 Charakters der G e m e i wdie h und 7n\x Abwehr der -sc i 01 n;i s t i s c 11e n Einflüsse unternommen werden sollen. Alle Redner waren über die Notwendigkeiit durchgreifender ,'Massnahmen einer Ansicht und betonten die grosse Gefahr für das gesamte religiöse Leben des Judentums, wenn nicht baldigst ■dafür gesorgt wird, dass der orthodoxe Geist in den Gemeinden Statut arisch verankert wird. Zum Schlüsse wurde eine Resolution unter grosser Begeisterung einstimmig angenommen, in der die kompetonten Stellen de r or1110 doxen Gern di n deo r,g a׳ni sa• t i o m a 11 f g e f 0 r d e r t werde 11, u 11 g e s ä 11 m t Massnahmen zur dauernden Sicherstellung d er religiöse n. Basis de r Gerne i n den zu treffen und jede Einflussnahme der r ׳e 1 i g i 0 ns w idr igen;zionistischen Bestrebungen auf die G smein de n statutarisch 11׳ nm ög I״i eih zu .machen. Gleichzeitig wurde "den Leitern der’ orthodoxen Landeskanzlei und den r a bb i׳n׳i s c he« Führern f ür ihre unienitwegte opfervolLe Arbeit׳ Dank und volles Vertrauen ausgesprochen und die zionistisehe Kampagne gegen sie mit Entrüstung zuriiekgewiesen. Nach der einstimmigen Annahme der Resolution be-!nächtigte sich der ganzen Versammlung grosser Jubel, der '111 .einer herrlichen Ovation für die religiösen Führer seinen Ausdruck fand. Hierauf wunden noch Referate über die Wirtschaftliehe Lage •der Juden, über die Belehrung und 0 r g ani s i e ru 11g de r orthodox'en ■Jugend und über die A u s g e s t a 11 u n g; d e s 0 r f 110 •d 0 x e 11 Pressewesens gehalten und hiezu Resolutionen gefasst. Nach Erledigung der Tagesordnung schloss der Vorsitzende Herr Scharmau die Tagung mit Danksagung an die Erschienenen und Hochrufen auf den Staat •und seine Leiter unter frenetischen Kundgebungen alter Anwesenden. Die jüdische Kaufmannschaft und die parlamentarische Vertretung. Epilog zu den Parlamentswahlen. (Von einem Kaiilfimaun.) Der Schreiber dieser Zeilen ist kein Politiker und kein Barteiimiann. Und wienn niadh. dem Ausspruch unserer Weisen sowohl Liebe wie Hass, Sympathie wie Antipathie gegenüber eliner. Idee den Meinsohen blind macht, ihn d׳as richtige Augemmass verlieren lässt, אהבה מקלקלת את השורה ושנאה מקלקלת אח השורה so weiss ich mich von!beiden Extremen mit Bezug auf beide jüdische Parteien, die am Walilkainpf teiigenammen halben, durchaus frei. Ich bin nicht jüdisch-national ׳im parteimässigen Sinne dieses Wortes, verken'nle ■aber anderseits •auch nicht die. guten Absichten der’Jüdischen Partei, die eine Kdnzentration der jüdischen Kräifte und eine selbstbewusste Wahrung der jüdischen Gesamtlinteresisein anstrebt. Selbstverständlich kann aber eine solche Politik nicht im Gegensatz zu den gesetzestreuen jüdischen Massen und ihren berufenen geistigen Führern!, den Rabbinern, durchgeiführt werden!, und wenn von־ jüdisch-nationaler Seite den Rabbinern vielfach zium Vorwurf gemacht wurde, dass sie sieh in das weitliehe Getriebe der Politik gestürzt habend so kann ich m)ioh diesen Vorwiilnfen keineswegs anschiiessen, bin vielmehr der Anslchk dass es nicht ■ Aufgabe des Rabbinerstandes sein kann, sich in die אמות של הל כה H zurückzuiziehen und den täglichen Sorgen und Nöten der jiidisehen Bevölkerung fertiizubleiben. Wir müssen im Gegenteil den Rabbinern dankbar sein, dass sie uns einfachen Männern aus denn Volke in unseren Bestrebungen zur Besserung unserer politischen, wirtschaftlichen und religiöskultureilllen Lage mit ihrem gereiften Urteil und ihrem an der hohen׳ Sittenlehre der Thora geschulten Sinn für das Wahre und Nützliche zur Saite stehen. Allerdings dürfen di׳e Rabbiner und die sonstigen Wortführer der Orthodoxie unter keinen Umständen ausser Acht lassen, dass sie für die Thora nur winken können, wenn sie sich als wahre Ahrons-Schüier betätigen. אוהב שלום וחרף שלום וכף Wias nun die Frage der jüldsichen Parlaimen.tsvertrctaug und der izweakmäissigsteu Form der ,politisdien Or&anisation unserer jüdischen1 Bevölkerung betrifft, so scheint es mir׳, dass . unsere alUligemeine Lage nicht so sehr die Bildung einer p 0 )1 i t ,i!s c h 1e n Partei mit jüidisch-natiomalern Programm nach der Art der anderen Miiiidenlieibsvöilker in ■der Republik erfordert! Wlais uns vielmehr Not tut, ist eine!geschlossene, zielbewusste w i r t s c h a f 11 i c h e In te ressienvertretung. . — 80׳ Prozent der Juden׳ unseres Staates sind Kauflernte,, und ich muss ׳es offen ausspredhen׳, dass Ich nicht glauben kann, ein Grossökonom, ein sich orthodox nennender Advokat oder ein jüdisch-nationaler Advokat könnte׳ die spezifischen Interessen des ׳jüdischen Kia:11fm!anns׳tandes i׳m Parlament mit voililer Hingabe und ,mlit!vollem Vers.tämidnis wfeihrnehmen, selbst, wenin er den besten Wi-liieh■ hiezu hätte, und •selbst wenn wiirkliah die gesamte jüdische Kaufmannschaft orthodox oder!jüdisch-national gesinnt wärie׳. Diarulm bin ich ,dier Meinung, •dniss die jüdische Kauf manu,schuft unseres Staates sich rechtzeitig zu einer besonderen Organisation izusamimenschOiiessen sollte, die rein wiirtisohalftfiche Ziele ׳vcrtfoiigt. Diese jdklisch-katifmänniscihe Partei sollte sich schon jetzt für die nächsten Fariam'en'tswiablen rüsten und geeignete!Abgeordneten- ׳kandildlaten aus den Reihen ׳des jüdischen Kiauif.m an nss.t and es ׳ausfindig miaohe n! denen wir beruhigt unsere Interessen- Vertretung iim Parlament anivier,trauen könnten. Auch würde es sich empfehlen, dass die!zu schaffende jüdisch-kauf- •mänmisclie Landes0rganisati0n sich mit den niohtijüdisclhcn kaufmännischen V e r b ä n ■d ■e n und' Interesisenvertrctuingen unseres Staates •in;Verbindung!setze, uim eine Kooperation von Fall zu Fall, older auch ein . ständiges Zusa'mimeniwiirlken zu erzielen■. HoffeniMieh bedarf es nur dieser ׳bdscibeMemeni, ummassgelbliohen׳ Anregung, damit •andere, befähigte ■und tatkräftige Angehörige des jüdischen Kaufmannstandes den Gedanken in geeigneter Weise!verwirkliehen!, und •so die Julden'schalft der Repulblliilk in der gesetz- ׳gebenden Körperschaft endlich die iihr zuikommende und zUr Wahrung ihrer Leibensintere,ssen notwendige Vcrtre- •tüng finde, ohne dass sie sich' einseiitig In jüdisch-nationalem Sinne fe'stlege., einer politischen.!Richtung), mit der nun einmal ein• beachtenswerter Teil׳ ' der jüdischen■ Bevölkerung •nicht iibereinstimmt. (iWlir veröffentlichen׳ die obige Anregung, obgleich wir •nicht- ׳in allen Teilen '.mit diesen Ausführungen׳ einverstanden sind.!Unserer Ansicht■ nach können •die lnteressender jüdischen Kaufmannschaft am besten durch die .״Jüdische Wirtschaftsparte'i“, ׳die ja ■naturgemäss zum grössten Te!ili1, wen'n ׳auch nicht ausschliesslich, atus Kauf lauten besteht, gewahrt Werden!. Immerhin gibt •der obige Aufsatz gute Gelegenheit, ׳die Frage' nach allen Seiten׳ hin zu erörtern. — Die Red.) Die Neutralen.!Innerhalb der ׳J!ud’en!heit tobt der Kampf nun •heftig. lUim was handelt es ׳sich? — Um die Erhaltung des ■Judentums octer, vielmehr, die Erhaltung der Jiiäenheit in ׳ihrer religiöswölkisch eiiiriziiigiartiiigeh!Gestaltung older ׳aber um die lUmiwaridlung ln ein Volk, wie es eben auch ׳die anderen Völker sind. '!Die iKaimipIfatimosphäre (ist schwül, gedrückt '!und höchst ,ungemiü'tlüoh. s Es list nun aliiizu bequem, sich dem!Kampfe .zu ent- ,ziehen ׳und sich als' ״!friedliebend“ ׳und als neutral ׳z׳u er- ■klärenי';■ . .׳• Es klingt ja •äuclh recht schön, wenn m!an sich da gelassen׳ als über den iRarteiem stehend Ibeizeichnet — und gemütlich izusiieht, wie andere heroisch kämpfen.’ Von soiloh ״hiolher!Wiarte“ lässt sich auch ׳recht ge-!m'iit'liioh Kritik ,Üben.; imian Ihat auch so die Möglichkeit, iiinigest'ört durch das Fernglas iziu beobachten un!ä kann auch diaiin!konstatieren, ׳dieses e׳ime!Mittel wäre zu scharf, dieses •uiiigeeiigne't, (jenes noch!nicht ׳aniziuiwenden. Es muss mit •tiefem!Bedauern!konstatiert werden, dass ■es im Kreise' der Orthodoxen viel zu viel ״neutrale" und!vtielL izni viel sich!als ,yfriedliebeu/de“, ״über den ׳Parteien stehenldle“ Jereim gibt.!Wer die Situation ׳nicht erfasst,!wer •es!noch nicht begreift, um was es sidh in Wirklichkeit handelt — dem sei es noch verziehen'. Bieljeniigen aber, die sich aus ■persönlichem oder sonstigen Rücksichten heute, wo wirklich!jeder IFIarbe'bekennen sollte, neutralisieren,!den Kampf durch Ihre ■Brüder ausfechten lassen, ׳müssen .als - Schwächlinge betrachtet werden,' und ׳wenn sie sich gelegentlich ■i!n die Reihen d;e׳r Orthodoxie mengen,!ist grösste Vorsicht geboten. Die ,׳״Neutralen“;sind uns gefährlicher als ׳die •offenen Gegner, •mit denen׳ wir uns lauseiuiiandersetzem werden. Die ״!Neutralen,•“ (fallen uns liolens volens in den Rücken. Heute benötigt ׳die Orthodoxie keine wohlwollenden Neutralen“, sondern aufrichtige Kämpfer; wer sich dem Kampfe entzieht, der entsagt auch seiner Zugehörigkeit zur Orthodoxie. krb. Brief eines alten Vaters an seinen jungen Sohn. Nicht immer gähnte, wie in unseren Tagen eine Kluft zwischen Alt un'd Jung, Vergangenheit und Gegenwart, zwischen vergehendem und heranwachsenldem, sterbendem und streben- ׳dem Geschlecht. Glücklichere Zeiten waren es, als!die Alten Jeruscholojihis freudigen Herzens ausrufen konnten: ״Heil unserer Jugend, denn sie ׳beschämt nicht unser Alter!“ und — einer sinnigen Deutung zufolge —!dieser Ausspruch nicht nur auf die eigene, im g-ttlichen Sinne verbrachte Jugendzeit, vielmehr auch auf die vollkommene Kontuinität zwischen der alten und jungen Generation, zwischen Vater ׳und Sohn hfmwies. Denn die Jugend ist Zukünft. Und nur eirie solche Zukunft kann sich glücklich gestalten, ׳die innig und innerlieh mit!der Vergangenheit verwachsen ist. Denkst du noch, mein Sohn!, an deine Kimderzeit, (da wir so oft in •der wehmutsvoll-trauten Dämmerstunde des scheidenden Schaboss uns gemeinsam in den stärkenden Weish'eitslehren unserer Alten vertieften? Da lasen wir einstmals von jenem glücksgesegneten jüdischen König, der in •einer schwachen Stunde also sprach: ״Wohl befiehlt das Gebot לא ירבה לו סוסים וכסף וזהם ו נ ף ולא יסור לבבו. Nicht 'darf er — der jüdische König — sich irdische Schätze anhäufen, damit sein Herz nicht auf Abwege komme אני ארבה ולבי לא יסור ich jedoch,“ sprach Schelomoh'. ,!werde Gut und Kostbarkeiten sammeln und mein Herz wird nicht von G-'ttes Wegen weichen.“ Da trat — so erzählen unsere Weisen — das ״Jod“ (des Wortes י ר בה) vor den Thron des Weltensc:1üp1e׳s ■und klagte und weinte: ״Was geschieht nun mit mir. was ist mein Schicksal?“ So ■war es in allen Zeiten, wenn UeberheLi.ng und Selbstsucht glaubten, mit der Vergangenheit brechen zu dürfen, wenn jugendliche Stürmer sich weiser dünkten als erwägende Vernunft!des gereiften Alters und vermeinten, gestalten zu können, ohne auf Althergebrachtes und Traditionelles zu bauen. Da ■tritt das ״Jod“, das Symbol und Zeichen der Zukunft, vor den Lenker aller Zeiten und klagt und weint. ״Kann eine Zukunft glücklich werden,!die nicht an. der Verga!ngenheit anknüpft? Kann dort Erspriessliches gedeihen, wo man ׳eiureiisst umd ,zerstört?“ Auch bei euch, mein teures Kind, in der Kehilloh des־• Chassam Sofer versucht man, wie ich vernehme, im jüdischen Leiben eine Zukunft zu gestalten, die so wenig Gemeinsames mit der Vergangenheit hat. Nie und nimmer darf dies ■gelingen. Sagt jenen Männern, dass sie sich schwer, ׳unendlich schwer vergehen an der jiidisahen Vergangenheit, wenn sie solchen ■Ideen und Richtungen huldigen, ״die weder ,ihr noch eure Väter gekannt •haben“. Strebet mit ■dem Einsatz all eurer •Kräfte, dass eure Kehiilloh mit ihrer grossen Vergangenheit keiner kleinen Zukunft entgegengellt. . Eins Kluft gähnt heute in der ganzen Welt zwischen Gewesenem und Kommendem. Andere scheitern an diesen Widersprüchen, werden irre ln dieser Umwertung ,aller Werte. Uns, dem jiidii'sohen Volke,. hat G-ttes unendliche Lisbe mit seiner heiligen ׳Lehre ein kostbares Geschenk verliehen, ׳mai jene Kluft zu iilberbrücken. Nur treues Festhalten am Ueberlieferten und Althergebrachten gibt uns Halt in der rasenden Flucht •mannigfacher Geschehnisse. •Und •darum, mein Sohn, lerne und lehre, schaffe , und gestalte - im Sinne unserer, g-ttlichen Lehre und — •t beten des •Lebens Entscheidungen an dich heran vergesse nicht der Worte Deines Vaters. Der Sabinower Gemeindepräses. In Nummer 2 unserer Zeitung. beschäftigten wiq uns kurz mit der Person des orthodoxen Gemeindepräses von Sabinow .mild seinem Wirken :als Agitator ■geigen die orthodoxe Kandidatenliste in Karpatliorussland und wiesen auch darauf hin, dass die im Zusammenhang mit der zionistischen Aktion ,;Bonovce“ ‘von ihm beantragte Zustimmung zur famosen Presover Resolution und die schliesslicfie Annahme des Michlovcer Rund־ schmbens. ■als eine Folge!der Tatsache, an Zusehen sei, dass in Sa bin ow in Widerspruch mit den orthodoxen LaiindesMatuiteii ,an• •der'!Spitze!der Gemeinde )eiiin Marin geduldet wird, dessen Lebensführung mit den Geboten der תוה״ק m Widerspruch steht. Hiezu erhalten wir von geschätzter Seite die fotgenden Zeilen . als ״Rrch'tlgstellung“,!dlie wir!ungekürzt abdrucken, awn ud׳etm;blbssgestellfcen Gemeinidepräses Gelegenheit zu geben, vor der jüdischen Oeffentlichfceit ah das vorzubringen, was er zur Rechtfertigung seiner refigionswidrigeh Lebensführung anzüfüfiren vermag: ״Zur Beniöh'tiiigung jenes' -BerachteS aus Sabimow (Kis-Seben), welcher .in Nummer 2 der ״Jüdischen Presse“ erschienen ist, wird die löbliche Redaktion!höf'liclist ersucht, ׳dieser!der Wahrheit entsiprecheniden Richtigstellung in Ihrem geschätztem Blatte Raum geben zu wollen. Die ■einleitenden und Schlusssätze jenes ׳Berichtes miit welcher!der P!r.׳ses!der Sabinower or׳thod׳ox-1i׳sraellitischen Kultusgemeinde den geehrten Lesern der ״Jüdi•» sehen Presse“ vorgestellt :.wird, sind als Ausfluss einer inforimatioin zu nehmen, _ welche von;!seiten einer verschwindend winzigen Minorität der Mitglieder unserer Gemeinde, welche von 100 Mitgliedern besteht, stammt. Diese kaum aus 10 Mitgliedern bestehende Opposition, ist seitidiem idie Herren!dem Vorsatüde nicht ׳angehören, dem Präses feindlich gesinnt, opponieren in allem und jedem, um — ohne in den Mitteln wählerisch zu sein — ihn unmöglich zu machen. 90 Prozent der Gemeindemitglieder aber verehrt in der Person des Präses denjenigeri, idier lübenaH urud , jederzeit das ׳Prestige einer orthodoxen Gemeinde wahrt, der weder Zeit noch Mühq uinid Opfer spart, um ■solche jüdische Institutionen׳ ׳herzustellen׳, 'welche׳ ־hier bisnun anderen nicht gelhnigen konnten. Wohl mag der Bildungsgrad, die Lebensstellung, der Platz in der Gesellschaft jenen Herren genügen, um unseren Gemeindepräses mit jenen anderen in gleiche Linie zu stellen, die für ihre Haushaltung Schweine mästen und dabei seit Jahrzehnten an der Spitze orthodöxer Gemeinden stehen; aber wer nicht von persön-l liehen Interessen .geblendet wird, sieht es und muss anerkennen, dass sein Wirken als Präses auch jenen, welche .mit den Anforderungen der Orgapisationsstatu-, ten nicht in Widerspruch kommen, zur Ehre gereichen ,könnte. Auch die Behauptung, dass seine Reise nach Karpathorussland den Zweck hat, gegen die Orthodoxen m agitieren, beruht auf dieser unrichtigen Liiformatlou. Er hat 9ich für seinen politischen Standpunkt exponier^ aber da er kein Zionist ist, lag es ihm fern, sich zioj»iet»ch hervortun 2u wollen.