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Jüdische Presse · 1926-01-22 · 4 (22.1.1926) · p. Seite 31

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
4 (22.1.1926)
Date
1926-01-22
Page
Seite 31 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 4 JÜDISCHE PRESSE Seite 31 Mit dieser zur Steuer der Wahrheit abgegebenen Erklärung entfällt auch die Folgerung, welche von dem! Beschlüsse der Michalovcaer Resolution zuzustimmen, gemacht wurde. Da der Präses es war, der die Absendüng des Berichtes verhinderte und den gegen seinen' Willen und Erwartung erbrachten Beschluss ad acta ' gelegt. Dass der Berichterstatter es Unterlassen, auch davon die Meldung zu machen, dient als Wertmesser für seinen Bericht. < Sa׳b׳i!now, :den 15. Jänner 1936.cg So leid es uns tut. werden die Leser dieser ״Richtig- . Stellung“ konstatieren müssen, dass hier nicht ein einziges Wort, van idem was in Nr. 2 tu-nseres Blattes stand, ״richtiggestellt“ oder auch nur in Abrede gestellt wird. Dass die Agitation des Herrn Oemeindepräses zugunsten ■ jder zionistischen Kandidatenliste mit seiner ״politischen; *Ueberzeugung“ übereinstimmtc, wurde von unserem In- < formator niemals in Zweifel gezogen. Der Herr Präses hat eben eine ״politische Ueberzeugung“ die wohl mit den zionistischen, nicht aber mit den r—■ orthodoxen An-!) schauungen 'über die jüdischen Interessen vereinbar ist. : ' Ein orthodoxer Gemeindepräses sollte sich aber unseres' . Erachtens für * die Forderungen der Orthodoxie und; in, keinem Falle für zionistische — ״politische Ueber- > Zeugungen“ einsctzen. Es wird auch nicht bestritten, dass; der Herr Präses trotz aller seiner zahlreichen menschliehen Vorzüge s t a t u t c 11 g e m ä s s Präses einer o rthodoxen Gemeinde n ich t sein dürft e, weil sein persönliches Verhältnis zum Schabbesgebot und zu anderen Grundgesetzen des Judentums immer noch nicht zufriedenstellend geregelt ist. Einer solchen beschämend klaren Sachlage gegenüber ist es nur ein trauriges Zeugnis für den religiösen Verfall in einer sich zur Orthodoxie zäh׳־ lenden Gemeinde, wenn — wie in der Zuschrift gesagt wird' — nur 10 Prozent und nicht ausnahmslos sämtliche Mit■! glieder auf Respektierung der ^Orgänisationsstatuten drängen. Zuschriften an die Redaktion. Verehrliche Redaktion! Wien, am .18. Jänner 1926. 111 ׳dem Aufsätze ״Der Kampf um dii.e Schule!in Wten“ nimmt die ״Jüdische Presse“ zu ׳den politischen Parteiverlhältnissen Wiens Stellung, die einen alten österreichischen giaubenstreuen Juden auf das höchste überraschen ׳muss. Die glaulbenstreife. Judenschaft hat an den Kämpfen, die der Klerikal'ismus in den verschiedenen Ländern zu führen für gut fand, niemals teilgenommen, denn sie fand• es weder mit ihren Interessen noch mit .;ihren Grundsätzen ׳vereinbar, klerikale Be- Strebungen zu fördern, das heisst sie hatte nie und nirgends den Wunsch, die staatlichen Gewalten in den Dienst der Religion zu stellen. Weil d’er glaubenstreuen Judenschaft aus- ־schliesslich religiöse Aufgaben am •Herzen liegen, müssen wir uns in dem von dem Aufsatze ,besprochenen .,Kulturkämpfe“ auf die Seite derjenigen stellen״ welche ■den 1Erlass des Stadtschulrates ׳vertreten. Geht ja ■unser Streben dahin, unsere Kinder •von der Teilnahme an dem offiziellen pflidhtgemässen Religionsunter rieht an der Schule gänzlich zu befreien. Wir wollen gar nicht, dass unsere Kinder *an dem ״Jugendgottesdienste“ teilnehmen. Wir wollen sie die offiziellen ״Religions- Übungen“ .(׳Mädchenkonfirmation, Makkabäerfeier usw.)!nicht mitmacheri lassen. .׳Wir werden niemals aufhören, uns gegen den Staatliehen Zwang zu wehren, der uns glaubenstreuen Juden in eine Kultusgemeinde presst, 'die ,uns in der freien Religions- Übung nach unserem Sinne beschränken kann und wäll, und wir werden den Tag begriissen, an dem es uns möglich sein wind, •unsere religiösen Verhältnisse frei und unaibhäigig zu regeln. Von ׳diesem Gedanken ausgehend, haben wir den Erfolg der Agudah' beim Völkerbund begrüsst unid gesegnet. Wir 'werden alle behördlichen und gesetzlichen Massnahmen mit Vergnügen aufnehmen, die uns diesem Ziele, wenn auch etappenweise, näiherbringen._ ... Das Vieirhialten der.'Staidt der Talmud Thoraschulo gegenüber ist ein Kapitel für sich, das objektiv, frei von politischer Voreingenommenheit, behandelt werden sollte. Mit vorzüglicher Hochachtung (Der tiefe •Eindruck, den,!unser vorwöohenitläclier Leiartikel in allen jüdischen Kreisen hervorgerufen hat, äussert sich in einer grossen Menge von zustiimmenden Zuschriften. Es fehlt aber nicht an Aeusserungen. die eine g'egenteilige Meinung vertreten,. Auch diese Stimmen wollen wir nicht! unterdrücken, wie der Abdruck der obigen Zuschrift zeigt. Sachlidh sind wir der Meinung, dass Herr J—i. unseren Leitartikel wie die ganze Problemstellung missverstanden hat. Die ״Jüdische Presse“ hatte sich keineswegs, wie der Herr ׳Einsenddr ׳meint, beiifiallen ׳lassen, .zum ,״Kultunkampi“ ׳zwischen Sozialdemokratie ׳und ,Klsrikallsmus“ prinzipiell Stelung zu nehmen; wir wissen recht ׳gut. dass die Judenheit, im besonderen die reägiöse, das allergrösste Interesse ,daran hat, dass auch־ in der Schule der vollkommene Schutz, •des religiösen Bekenntnisses gewährleistet werde. Nichts liegt uns ferner als das •Bestreben, das und der Hrer Einsender Installiert, für eine Kulturpolitik!Propaganda!zu /machen, deren Ziel'es isst, ״/die staatlichen1 Gewalten!in den Dienst der!Religion z!u stellen“. Aber ebenso entschieden werden wir gegen alle Versuche ankämpfen, die darauf ausgehen, die staatlichen Gewalten in den Dienst der Rellgionsbekämpfung zu stellen. Einen solchen Versuch glauben wir, ׳und wie ■uns scheint, ׳mit Recht, in der kritisierten Verfügung des Stadtschulrates erblicken zu müssen. Also selbst wenn man das Bestreben hat, ״unsere Kinder von der Teilnahme an dem offiziellen pflichtgemässen Religionsunterridit an der Sdhule gänzlich zu befreien“, ein Bes treiben, wozu ,die Wiener orthodoxe Judenschaft infolge der Art und Weise, wie der Religionsunterricht seitens ׳der Kultusgemeinde erteilt wird, mannigfachen Grund hat, muss man, solange der Religionsunterricht ein־ obligater Gegenstand ist, solange auch die Kinder orthodoxer Eltern den Religionsunterricht besuchen müssen׳, gegen Bestrebungen, die die Religion v'erhölhnen und den Religions- 'unterricht lächerlich machen wollen, p r 01 estieren. Die Rieid.); Verehrliche Schriftleitung! Dieser Tage hat die Kultusgemeinde,wie alljährlich im Jänner, die Aufforderungen zur Leistung der Steuervorauszahhuie־ für 1926 versendet; Die Ankündigung; dass bei verspäteter Zahlung ab 1. Febrüar Verzugs■׳ ■ 7. i n s e n zu bezahlen sind, veranlasst mich, Sie um eine öffentlich zu erteilende Rechtsbelehrung zu bitten. Oeffent* lieh deshalb, weil ich annehnte, dass gleich mir viele Juden mit geringem Thorawissen Zweifel an der Zulässigkeit! dieser Massnahme hegen dürften. Bisher war ich der, Meinung, dass das Zinsennehmen von der Thora strikte) und in jedem Falle verboten sei. Sollte sich das Verbot etwa'nur auf Darlehen beziehen, die Kultussteuer aber -׳ל vielleicht auf Grund talmudischer Entscheidung •— von diesem Verbot ausgenommen sein? Wenn aber nicht, wie ist es dann möglich, dass eine jüdische Gemeinde dieses Gebot öffentlich und bewusst Übertritt? Die Bescheide' kommen doch zweifellos dem Oberrabbiner und den ortho׳־ doxen Vertretern in der Gemeinde zu Gesicht. Finden sie die Einhebung von Verzugszinsen in Ordnung? Auch ‘über die Form dieser Steuervorschreibungen wäre viel zu sagen. Zunächst, dass sie den Steuer-1 vorschreibungen der staatlichen Steuerbehörde getreu nach•׳ geahmt ist; will man wirklich bei den Mitgliedern der Gemeinde den Eindruck festigen, dass sie einer Zwangsgemeinschaft und nicht einer auf Freiwilligkeit beruhenden kulturellen Institution angehören? Es darf wahrlich nicht : wundernehmen, wenn so viele Mitglieder einer Gemeindq den Rücken kehren, .von deren Existenz und Wirksamkeit' sie in der Regel einzig und allein erst durch diesen Steuer■(; wisch Kenntnis erhalten. <! Hoffentlich werden Sie durch Ihre gefällige Antwort; meine Zweifel zerstreuen, und die schweren Bedenken gegen die Zugehörigkeit zu einer Gemeinde, die bewusst; במזיד und öffentlich sündigt, bei mir und anderen be׳־ I seitigen. ' Mit ergebener Hochachtung zeichnet Emil Meissner, Wien 9. Bez.. Clusiusgasse 8. 1 (Wir hoffen, dass die zuständige Instanz der Wiener Kultusgemeinde zu dem Inhalt obiger Zuschrift, die uns von ehrlichen Gewissensbedenken diktiert erschieint. In 1biefrieidlgenlder Welse St!lel!un.׳g׳ ׳n׳elhmen ׳wind. Die Red.) Danksagung. In meiner . Grundstückangelegenheit in Berlin;hatte ich grosse Unannehmlichkeiten mitzuJ, machen. Mehrere Rechtsfreunde haben sich dieser AnJ Gelegenheit angenommen und alles ist erfolglos geblieben. Dem 'Herrn Dr. Erich Simon, Berlin, C. 25, Dirken-f strasse 20, ist es durch seine Tüchtigkeit und mühevolle Arbeit gelungen, alles zu meiner besten Zufriedenheit durch! zuführen. Ich erlaube niir daher dem Herrn Dr. Erich Simon auf diesem Wege meinen innigsten Dank äuszuJ sprechen. Mit ehrlichem Gewissen, kann ich jedem derf in Berlin in Grundstückangelegenheiten und andere Rechts■׳ Sachen zu tun hat, dem Herrn Dr. Simon aufs wärmste) empfehlen. Markus Kamm, Wien. I., Rotenturmstr. 22. DER NEUE WEG WOCHENSCHRIFT DER ״TRIBUNA» Prag, Karlovo näm. 15 Aus dem Programm: Wir wollen Derikwelse!gegen1 Denkweise stellen, ׳ohne ■Schlüsse izu •ziehen!. Ohne lunimiittelbane Wirkungen׳ er- (zielen׳ ׳zu fwoifleh־ .׳ Es ist lurisere AlbsicWti, •der!deutschen Oefi6en!tliohlkeltv;־z1u zeigen), was ׳uhid wie . Tschechen; ׳denken, w!as sie!in .Politik und aiuff -wärt'soluaftülchietm Gebiet, in 1Ku׳nst und Wliissensobaft leistem 'Unsere Woohenschrlilft wird ,dem deutschen Leser ׳Uebersetzungen und Auszüge der tschechischen T'a/gespresse darbieltem 'Jede wichtige Aeussenunig des ׳tsc׳hecMschen׳ •öffentlichen Lebens!ist für!den1 deutschen!Bürger ׳dieser!Republik van Bedeutung.!Sein eigener Standpunkt bleibt •ihm iimbenom'men׳, wir!walien! ihn!nur in einer Hin- .isiicht •beeinflussen: 1er ׳soll die Ansicht ׳dieir anderen hören. So igöi'tagt es!uns, (Denkweise!gegen Denkweise /zu stellen. Im׳ Verhältnis ׳zweier Völker untereinander ׳tefc nicht das Gegensätzliche z!u ,fürchten!, wohl aber gegenseitige Unkenntnds ׳und der bewusste׳ Wille, aneinander vorbeiizusehen. Wir wollen weder Trennendes verschweigen; noch Verbindendes unterstreichen, denn auch ׳das käme schon einer 'Beeinflussung gleich. Nichts ist dam ׳menschlichen Denken ׳zuträglicher, •als wenn es ׳selbst Werturteile fällen unddamit eine Tätigkeit ausüben darf, deren unsere Zeit dringend bedarf und׳ die an kein Staatsgrundgesetz» «e-!bunden sind. Die bisher erschienenen Hefte werden auf Wunsch nachgeUefert Telephon Nf. 64. Gegründet 1872. BETRAT PT^ElSZ & Söhne Presov (Eperjes) Spirituosen-Weingrosstiandlung, Rum11 ־. Likflrfabrlk empfehlen erstklassige Liköre eigenen Fabrikats in jeder Qualität. כשף Weine von. 40 Lt. aufwärts Slibowitz und Treber יכשר Versand in Gebinden Demijohns und elegant adjustierten Flaschen zu billigen Preisen. Prompte Bedienung. Verlangen Sie Offerte. 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