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Jüdische Presse · 1926-01-22 · 4 (22.1.1926) · p. Seite 28

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
4 (22.1.1926)
Date
1926-01-22
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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Nr. 4 Seite 28 JÜDISCHE PRESSE, Keren Hatora Unterstützt insgesamt über 500 Thoralehranstaiten in Palästina, Oesterreich, Litauen, Lettland, Polen. Rumänien usvr. mit insgesamt 250.000 Schülern. Spendet für Keren Hatora• Ost• Postsparkassenkonto Nr. 143.056 Augustheft 1922!des!in New York erscheinenden Hathoren, diie Klausnerischte׳ Missionsschrift einer vernichtenden Kritik unterzog. Selbst lin niichtjüdisohen Kreisen ,wurde man auf!dieselbe aufmerksam und!der ׳bekannte christliche Hebraist an der Harvand-iUmtiviersität in Cambridge, ׳Professor George Foot Moore!schrieb über dieselbe ausfiüthrMoh in der Har!v.ard-Theologi ca 1-Re vie׳ w, indem er ,Dr. Kaminka ׳vollkommen Recht gab, ׳dass idiie jüdische ׳Religionsgiemeiwschaft niemals Veranlassung ■hatte, ׳vom Stifter des Christentums und ■den Aposteln Ethik zu ׳lernen, ׳und ׳dass ׳vielmehr ׳die neue Religion nicht etwa wegen irgendwelcher ethischer Lehren 1itn!Heidentum Verbreitung fand, sondern wegen id'er Legenden,!die mit .wahrer .׳Religion;und ׳mit höherer ׳Moral nichts ,zu tun haben. Trotzdem nun ׳Herrn Dr. Stephen Wise, wenn er auch im Hebräischen nicht sehr bewandert ist, •d!ie gründliche Widerlegung seines Meisters Klausner auch in englischer Sprache zur Verfügung stand, und trotzdem er ׳als!einer ׳der Führer der Zionistischen Organisation, welcher doch immerhin auch religiös gesinnte Juden ׳angeihör.t, ein gewisses VerantwortHclikeiitsgeSiiihl ׳empfinden musste, scheute er Sich nicht, ,wiie zu erwarten war, das von eimietn christlichen Geistiliahen ad majorem gloriam ׳ins Englische übersetzte Werk .dies ׳״Lehrers an!der hebräischen •öniversität“ ■aus Sensati'onsliasaherei ׳mit Zustimmung und Begeisterung zu!m Gegenstand einer!Predigt in einer Synagoge zu machen. In ׳der!erwähnten Widerlegung ׳im ״Hathoren" weist Dr, Kanrinkia!darauf hin, ׳dass schon die ■Erhebung der Parsönfichkeit des Stifters, zu einer Zentralfigttr in ,der Geschichte ,und Kultur des ■Zeitalters, ■durchaus. u,n j ü׳d■i!sc!11 ist, dass e׳s ■aber geradezu!eine Befangenheit ■im christlichen Dogmen!zeigt, wenn ׳Klausner die legendäre Pessachfe'ier vor der Kreuzigung als Tatsache ■behandelt, die Bestellung von Aposteln, ■dii׳e ■schon Wellhausen ׳als sagenhaft bezeiclinet״ für eine Tatsache ׳nimmt. Ein ganz oberflächliches Urteil sei •es׳, zu behaupten, es müsse doch ■eine gewisse . Persönlichkeit ■am Ursprünge der grossen religiösen Ent- Wicklung gewesen sein, da sonst ׳di׳e als ׳histor'isahe Tat- Sache!bekannte Ausbreitung des Christentums nicht zu erklären■ w.r!e; ,das seii, meint Dr. Kamiinka, ebenso, ■wie wenn jemand sagen iwiürde׳: da das römische Reich• doch sicherlich eine grosse ׳historische Tatsache war!und durch ■mehr als tausend Jahre in Europa, Asien ׳und Afrika geherrscht ha׳t, so müssten ׳doch ganz sicher R o in u l ,u s ,und Rem:us ׳wlirklioh ,gelegbt haben,!welche ׳die ■Stadt (Rom gegründet haben. I׳n Wirklichkeit!werden izu!historischen Tatsachen, welche■ ■sich durch!die Jahrhunderte ׳auf ,Grund versch,ieidener Einflüsse langsam!entwickeln, nachträglich sagenhafte ׳Ursprünge hinzuge!dicl1tet. An die Könige von Rom und an iRomulus ■und ׳Remus glaubte ,man wach Livlus bis ■tief ins 19. Jaliirbundert. ln einem besonderen Kapitel wird von Dr. Kaminka nachgewiesen, dass auch ׳die Auffassung von Strauss, Bauer und Renan, ׳welche sich Klausner zu eigen mäht, dass der Stifter des Christentums!zumindest ein ganz ■bedeutender ״Rabbi“ ׳und Prophet gewesen wäre, ganz unhaltbar sei. In jener Zeit gab es in Galiläa überhaupt noch keine jüdischen Gelehrten. Klausner macht ׳den Schnitzer, sich auf galiläische Wanderprediger zu berufen, welche erst ■dreihundert Jahre später in der amoräischen Zeit auftauchten. Vor allem aber ist die Art und Weise, an der ehrwürdigen jüdischen Tradition, am Sabbat, an ,den Speisegesetzen zu nörgeln, dein Geiste der jüdischen ״Rabbis“ so gänzlich ■zuwiderlaufen, dass es ganz unmöglich ist, jemand, der so wenig Ehrfurcht vor dem religiösen Leben zeigt, ,als Genossen von Hillel und seinen Schülern ■zu ■betrachten. Andererseits beruht ־ es auf gänzlichei Unkenntnis, wenlru in den Evangelien (die erst im 2. Jahr- und Tote unter ihren Händen gehabt hatten, konnten der Fram ׳niemiams in die brennenden Augen sehen׳, und sagten ihr mfit angewandtem ■Gesicht ■eine halbe fromme Lüge. Arme Frau! Sie re/dete sich mit Gewalt ein, ,dass sie die Psure taulwo n'ur deshalilb Ihrer Auskunft nicht ׳entnehmen: könne, •weil ■sie ihr ״Hochdeutsch“ ׳nicht!verstehen, und so ׳bat sie einen von den Bekannten, die Mitleid und Hochaohtiumg, die m׳an für diese Frau empfinden musste, ihr gewonnen hatten׳, dlie Aenzte elinmall naah dem Stand der Krankheit zu fragen. Ach, der Bekannte verstand das ,,׳Hochdeutsch“ der Aenzte nur zu gut und (hielt es für seine Pflicht, der Frau׳ sohonenld die halbe Wahrheit beiizUbrthi- •gen.. Ihr Herz erriet die ganze, doch immer noch hatte sie die Kraft ,zu dem ״/freledhen Funim“.. Ihr Mann tat, als!merke er all den frounimen Betrug um!ihn her nicht,■ und bereitete sich itineniiich auf das Sterben vor, an das ihn die täglich zunehmenden!peinigenden Schmerizen mahnten. .Doch eines Tages, als Herr Liwogur!a füMie, dass es mit ihm zu Ende gehe, trotzdem der Professor ihm heute freundlich ׳gesagt ■hatte, ״es geht besser, lieber Freund“, sagte er seiner Frau1, er woille in ein jüdisches Spital überführt werden, •um!nicht •unter Go!jim sterben zu müssen. ■Frau üwogura lief von Verein zu Verein 1tn׳d . erfüllte auch!diesen letzten Wunsch ■ihres Mannes. Kaum /war der Kranke ins Riobhsahitd'-Spital überführt worden, verlangte er ein Bald und frische Wäsche, wünschte, seiner Frau, sie möge •die Kinder ziu Eines und T'hauro enziaben und •sie Jn Freuden :magadll sein“.,, sagte die Wid'diuj und starb wie ein Jehudi. Dis kleine, verfallene Frau ׳Liwogura brach auch jetzt naah .nicht zusammen. Sie telegraphierte ihren Söhnen;, dass!sie Ka'd'isoh sagen sollten, ,bat ein Miimjan ״ehrlicher J'üden“!zur. K/wiuroh zusammen und ruhte nicht eher, aiis bis sie ihrem Mann ein Gralb auf der ״/frommen Abteilung“ des Bes Ghaijim gesichert hatte. Während dies H'esped, den man dem. Verstorbenen hielt, weinte!sie nicht!, um nicht zu störem . Doclh ,dann;war sie mit ihren Kräften zu ■Ende. Eine־ Familie nahm sie auf, sie verschmähte Nahrung und Bett ׳unid sa!s!s ׳während der Schuiwo acht Tage ׳und Nächte auf dem‘!Erdboden, ihren Gatten ■betrauernd, ihren ״Zadik“, •der alle Schmerzen beahawo hingenommen hatte, weil sie von G־tt über ihn verhängt waren . . . *; . ,Man schnürte Ihr das Bündel, legte die Reisespesen lürsie zusammen und brachte sie auf die Bahn. Ganz klein und vernichtet, erschütternd hiüfflos und verlassen, stand sie . am Coupefenstbr., als der Zug Wien ver Hess, das Wien, das, nun für Frau Liwogura genau so gross, so weit und so bedeutungsvoll ist wie das Kewer ihres Gatten . , . Tony Schreiber. hundert verfasst wurden) angegeben wird,!die Pharisäer hätten nur auf Grund ׳der Deutung der Schrift gelehrt, während der Stifter in volkstümlichen Gleichnissen gesprochen hat. Tat- Sache ist, dass, was wir• ■z. B. von Rabban Jochanan ben Sackai an erhabenen Lehren überliefert bekommen!haben, zumeist in schönen Gleichnissen dargelegt" ist. ■Das!besonders Traurige ist, dass in ־Palästina die ohne tiefere Kenntnis ,des altjüdischen Schrifttums aus den Gymnasien in Tel-Awiw ■und in Jerusalem hervorgehende Jugend sowie die Clrahiziim durch ■derartige, die jüdische Tradition zerstörende Schriften zu einer Schwärmerei für das Christentum erzogen werden, wie dies Unter anderen' von den dem Chaluzim nahestehenden und freundlich gesinnten Schriftsteiler •R. Benjamin in Berichten in der hebräischen ״Hathekufa“ mit Bedauern fesfgestellt wurde. Die Tagung der Assefath Haniwcharim in Palästina. (Brief aus Jerusalem.) Oie neu gewählte Jüdische Nationalversammlung ׳Palästinas (Assefath ׳Haniwcharim) wurde am Montag den 1!1. ■d. •eröffnet. Unmittelbar ׳vor Zusammentritt der neugewäh'lten!National- Versammlung der •palästinensischen Juden wurden die end- ■gültigen Resultate ■der Deputierteniwaifoien ibe'kantitgegdben. Es!wurden׳ 201 ׳Deputierte gewählt. ,Abgegeben wurden 33.845 Stimlmen. Die 201 Mandate verteilen ®ich auf die einzelnen Parteien!und Gruppen wie folgt: Achduth Haowodah (Poale Zion) 8834׳ ,Stimmen, 54 ׳Sitae. Hapoel Hazair (Hitachduth) 5337 Stimmen, 30 ׳Sitze. ,Die ׳beiden ■führenden Arbeiterparteien verfügen aiso insgesamt über 84!Sitze. Arbeiterklasse ׳(Kammunisten) 1028 Stimmen, :6 Sitze. Torah vv’Awödaih (׳Misrachi- Arbeiter) 955׳ Stimmen,!6 Sitae. Achiduth Habonim (Vereinigte Misracbi-Anbeiiter) 696 St4 ״ S. Sephardim unid Orientgemeinden 2598 St., 19 S. 2ioni׳sten(Revision1isten 2489 St״ 15 S. Verein für!Frauenreclvt 2000!St., 13. S. ,Block der Landwirte1988 ־ St., 9 3. Demokratische ,Union252׳1 ־ ■St., 9 S. Misrachi und Jaugmiisraohi 1005 St., 7 S. ,Zentrum 923 St., 6 S. ■Union :nationaler Bürger 883 St., 6 S. Vierte Ali'jah ׳(polnische Einwanderer) 630 St., 4 S. ׳Unabhängige 550 St., 2 S. Salfed-ßtaidtliste 332 St., 2 S. ,Verein der Land- ■wirte Untengali'lüas 2122 ׳St., 1׳ S. JnnigtnisraChi/von TelnAwivv 200 ׳St., 1 S. 'Landwirtschaf!tszentrurn von Rischon-le-Zion 184 St., .1 S. Handwerker-tUnion 177 St., 1 •S. Rambam Hill- Gruppe 1!62 St., 1 S. Union der iM'israohi-Bauer.n ,159 St., 1 S. V01ks׳v׳erein der Frauen 159 St1 ״ •S. Einwo׳lmer von Bnei Brak 145 St., 1׳ S. Georgische Juden 134 St., 1 S. ׳Die endgültige Zusammenstellung ,diesen Körperschaften:, die ■sich!als jüdische Natianalversamlung!Palästinas, als die Vertretung der Judensohaft des heiligen ,Landes, ausgibt, zeigt k'lar, dass diese sogenannte jüdische National- Versammlung ibioss eine Vertretung der •Arib'eitenpairteien׳, die über ,die Hälfte •der •Sitze 1i11111׳ie111aben>, wie •anderer zionistischer Parteigäniger bildet. Religiös orientierte Stimmen sind ■dort äusserst!wenig ■vertreten), denln wenn man selbst alle M'israCMstem׳, die in fünf verschiedenen Gruppen׳ ׳vertreten sind, ■zusammenirechnet■, bekommt :man nur <19 Abgeordnete, •die 3000 Stimmen vertreten׳. Wenn •m‘an •nun die, vierte Ali'jah, die Einwohner :von Brack, ebenfalls au den religiösen Gruppen zählen!, so» bekommen wir noch weitere '5 ׳Dolegierte ׳mit 775 Stimmen. Somit, sind jene!Elemente!der jüdischen Bevölkerung, die nebst ihrer ,zionistischen Ge-׳ sinnung noch auf programmatische Betonung ihrer religiösen ׳Orientierung Wert legen,, •mit nicht einmal ganz 9 Prozent ׳der ׳abgegebenen Stimmen vertreten. Die Majoritat!der Bevölkerung ׳hat sich an!den Wahlen ׳aus ׳den ׳wohlbekannten Gründen nicht ׳beteiligt und ׳lehnt es daher •ab, diese ׳Versammlung als die Vertretung des jüdischen Volkes iiT-Enez JIsrael ■au .betrachten. Die ■thoratreue jüdische Be- ' völkenung Erez Israels wind ׳sich von einer Versammlung, welche die Geltung ׳des jüdischen Gesetzes, der jüdischen Verfassung in dem '■jüdischen Heimilande "leugnet, ׳fernhalten. Dass •diese •selbst hiedurch ■eine Farce wird, ist selbstverstündlich, und wenn jemand noch!daran ,geawöife׳lt hat, so!dürften• ihn bereits die ersten ,Sitzungen ׳der neugewählten ״Nabionallversamimllunig“ darüber belehrt haben, dass diese den ,Ehrgeiz ׳hat, die parlamentarische!Laufbahn ■de!r anderen Völker ׳zu betreten ,und ,die Vertretung ■des jüdischen Volkes nicht auf ureigenen jüdischen Grundlagen aufzubauen. ln der ersten Sitzung •ergriff Herr Uss.ischkin das , Wiort zu ׳einer Ansprache, die von allen von ׳der Parteiphrasiologie ■noch ׳micli't völlig veribleniddeten Elementen auch unter den Zionisten, als ein wahres Unglück empfunden wird. iHenr Uisschiskin vertrat ■die Idee, dass es i׳m politischen׳ Interesse ׳der Judenbeit!liege, ein!jüdisches •Palästina!zu besitzen!, in dem die NiChtliuden׳ nur Minor!- tätenneohte besitzen sollen.!Ansonsten meint Herr Usschiskin, ist es unmöglich!, von der Judentsahaft die grossen Opfer zu verdangen, die der , Aufbau!Palästinas benötigt. Das Präsidium beeilte sich, wohl zu erklären, dass Herr Uss'isohikin ׳bloss seine ■persönliche Ansicht •geäussert habe, ׳aber ■diese Erklärung dürfte leider an der niedersohmettemden Wirkung der!Rede!des Herrn Usschislkin in der Eröffnungssitzung der Assefath iHaniiwchariim ׳nichts •mehr ändern. Nachdem Herr Ussischkin, der sich gern als poliüi'scher Knaftmensah ׳produziert, ■die Segnung!der 1Mi!nderheitsrechte, gegen die ■sich die europäischen■ Juden• mit allen Kräften wehren, in Palästina •den Niohtjuden angeboten hatte, •wollten auch ׳die K01nm!un׳?sten mit!ihren politischen Ideen nicht zuriiekstehen. Sie wetterten gegen die englische Mandat ar׳macht,,•und es kam׳ zu stürmischen Auseinandersetzungen!, alls!der Redner der kommunistischen Sechsmäunerfraktion gegen ,die britische Regierung, das!M׳an1dat und ׳die Palästina-Verwaltung scharf loszog und die Versammlung a'ufforderte, gegen das kapitalistische und imperialistische Regime im!Lande ,einen Kampf zu beginnen. Einzig und allein in Sowijetrusslanid ־— so führte der kommunistische Redner aus — wurde ■das Problem der Nationalitäten richtig gelöst. Eine!wahre ׳Auromomie sei unter elinem kapitalistischen!Regime unmöglich. Wir Arbeiter, sagte er, haben■ ■mi׳t der übrigen Judenheit nichts Gemeinsames, wir!haben in ׳Gemeinschaft mit der internationalen Arbeiterschaft den׳ Kampf ׳gegen Kapitalismus und Imperialismus zu führen.!In der dritten Sitzung kamen!die• kulturellen Be- Strebungen zur Sprache. Zuerst erstattete Dr. M 0 ■s s i n- Einjähriger Hantfelilcuf» ^Vletld* Einjähriger Handelihure Talmud -Tho1*a - Schulverein Volks- und ־ . ' für Knaben und Mädchen Wien, II.y Malzgasse 16 Oost. Postapark,-Kto, 18^.169 Spendet föi* das älteste und grösste jüdische Schulwerk Wiens! TIFERES BACHURIM, Nestroyg. 11 unterstützt Wiener Kinder, die auf Jeschivoth lernen. sw״‘Fördert daher diesen Vereinig Postsparkassen-Konto Nr. 51.807. son Bericht •über ■das Enziehungswesen. Sein Bericht gipfelte in der Forderung, ׳dass die Leitung des ׳Erziehungswesens auch weiterhin in den Händen der Zionistischen Exekutive verbleibe und nicht dem allgemeinen■ Jischuw übergeben!werde. In der Diskussion über dieses Referat ' forderte!die bekannte S c h •a!11 s p ä e1 ־ e rin(!) Mme. C 0 ha n- Bernstein, als Sprecherin der Fraktion deir Zionisten- Revisionisten, dass der ästhetischen Erziehung besondere Aufmerksamkeit zugewendet wende. ,Ein!Redner der M i sracihi-Fraktion trat den Ausführungen der Vorrednerin entgegen ׳und forderte, dass das Hauptgewicht auf die religiöse Erziehung gelegt werde. Zu stürmischen Protesten der Versammlung gab abermals das Auftreten .־eines k 0 mim!u n i s tis eben Redners Anlass, der das zionistische Schulwesen hemmungslos kritisierte und behauptete, es erziehe die K i 11׳!der z •u ■tn Rassen ha s s. Der Redner wurde aufgefordert, ׳seine Behauptungen zurüchzunebmen. Als er sich weigerte, Wurde er durch die Versammlung am Weiterreden gehindert und musste die Tribüne verlassen. Die Schiussitzung dauerte die ganze Nacht hindurch bis 6 U,hr morgens. Sie war ausgefüllt von einer ׳zum Teil recht bewegten Debatte über ׳die Arbeitsprobleme ,und die Arbeitsmethoden in ׳Palästina. Die Sprecher!des ■Misrachi, der Yemeniten sowie ■die Abgeordneten Dizengoff, Suprasky und Smelanski■ kritisierten in scharfer!Form die Methoden der. Anbeiterkonföderationen. Die Arbeiterdeputierten er-wehrten sich •d'er Vorwürfe unid erhöben gegen ׳die begüterten Kolonisten den Vorwurf, ,dass sie nichtjiidische Arbeiter beschäftigen. In ihrer Schiussitzung nahm die Versammlung einige politische Resolutionen an, so •u. a. eine ׳Resolution, in der die Regierung aufgefordert' wird, die Ausgabe ׳der jüdischen Gemeindeordnung zu beschleunigen, sowie jene Bestimmungen des Palästina-Mandates zu ■erfüllen, die dis Ge- ׳Währung ■von. Staatsanleihen an Juden, die Uebergäbe von Staatsland an die jüdische Siedlung ,und die Beitragsleistling für das!hebräische ׳Erziehungswesen betreffen. Die Versammlung beschloss, dass das Erziehungswesen vorläufig •unter der •Kontrolle der Exekutive verbleibe; allmählich"soll aber die Leitung des Erziehungswesens aem Waad leumi (Nationalrat ■der •palästinensischen Juden) übertragen werden. Es wurde ferner beschlossen, ein ■ständiges obligatorisches Schiedsgericht zwecks Schlichtung der Differenzen auf dem Arbeitsgebiet einzusetzen. Es wurde ■ein Ausschuss aus 38 Abgeordneten eingesetzt, ■der den Waad ׳leumi zu bilden!halben wird. Die extreme Linke schlug Resolutionen vor, mit welchen dierjüdischen Massen aufgeiördert werden, sich mit den arab:- sehen Massen zu vereinigen ׳und die Einberufung einer gesetzgebenden Versammlung ■Palästinas zu fordern. Andere Vor- Schläge betrafen ׳die Bildung von Ar׳beHer- und B au'e ru r ä te ri in Palästina, die Einführung dei jiddischen Sprache als Unterrichtssprache in den Schulen und deh ־Ausdruck des Protestes gegen •Arbeiter־ und •Juden• Verfolgungen in 'Rumänien, Polen ■und Bulgarien. Alle diese Anträge wurden abgel&hnt. Mittel und Zweck. Eine halachische Betrachtung. Von Rabbiner Dr. Raphael Breuer, Aschaifenburg. (Schluss.) III. Neben den Bedingungen, die im vorigen Abschnitt besprochen wurden, darf ich auch verlangen, wenn ich um eines guten Zweckes willen zur Anwendung eines gewagten Mittels mich entschliesse, dass dieser gute Zweck auch mir zugute, kommt. Menschen gegenüber gibt es keine Pflicht der Selbstverschwendung, nur eine Pflicht der Ggineinsamkeit: des gemeinsamen Tragens und Geniessens von Leid und Lust, der gemeinsamen Erfüllung von Aufgaben und Zwecken. Dieser gemeinsame Weg der Pflicht kann im Widerstreit gegensätzlicher Forderungen nicht immer gradlinig verlaufen. Oft sind Nebenwege einzuschlagen, die aber nur in Ausnahmsfällen und nur dort, wo das Gesetz es zulässt, beschritten!werden dürfen. Das Gesetz hat sich hier, wie die folgenden Beispiele zeigen, auf das Allernotwendigste beschränkt. Es ist sehr fraglich, ob ein einzelner ein Verbot übertreten darf, ׳um eine ganze Gemeinde vor Sünde zu bewahren. Wenn ר״א seinem Sklaven die Freiheit gab, so hatte er doch, auch wenn er dabei einem Verbote zuwiderhandelte, im Endeffekt Teil an einer Mizwah, während der einzelne, der um einer Gemeinde willen sündigt, an ׳•dem dadurch bewirkten זכות keinen Teil hat. Vgl. חמים דעי□ בהגהות על רי״ף! Am ראש השנה ist nach Beendigung der מצות תקיעת שופר zweckloses Schofarblasen verboten. Dagegen ist es erlaubt, ein Kind, selbst wenn es im erziehungspflichtigen Alter ist, zum Blasen zu veranlassen: אבל ל׳טז אפילו הגיע לחינוך מותר לומר לו שיתקע (רמ״א או״ח תקיצו. Hierzu bemerkt מנו אברהם אע״ם שא״א לאדם חטא בשביל שיזכה חבירך וא״ב היאך עובר באמירה בשביל חמך הקטן י״ל דהוא עצמו זוכה בכך שמחנך הקטן Obwohl es im allgemeinen verboten ist, den einen zur Sünde zu veranlassen, ׳damit der andere den Vorteil davon hat ,und es darum auch hier nicht gestattet sein sollte, ein Kind zum Zwecke der ׳Erziehung zur ßiin׳de anzuleiten, •so ׳ist doch die Erlaubnis hier .׳darin!begründet, dass ׳der׳ Vater iu seiner Eigenschaft ׳als Erzieher, als zur Erziehung VerpfUchteter, am זכות ,des Kindes einen wesentlichen •AnteK hat. Vergleiche auch ט״א zu או״ח תר״נה. ,Hait ׳jemand sträflich ׳unterlassen, sich •vor י״ט einen לולב zu besorgen, dann •darf!ihm ein anderer ׳einen לולב durdh ■einen נכרי nicht zuschicken, denn bei einer sträflichen Unterlassung gilt der Grundsatz יחטא וכי׳ IV. Soll der Zweck das Mittel heiligen, dann wird nicht zuletzt Beschränkung auf ■die gleiche Person, das gleiche Objekt, ׳den gleichen Tag verlangt. Die Bedeutsamkeit dieser Forderung erhellt aus der Tatsache, dass sie gerade ׳dort erhoben ־wird, wo der Talmud ׳selbst sich darüber ausspricht. ob und ■wann man!berechtigt Ist, zu sagen חטא בשביל שתזכה in מנחות מ״ח. Zur Lehre des ר׳ חנינא טירת א dasefbst, dass im Falle.!man על ב׳ חלות zu den ״zwei Broten“ statt zweier Schafe ארבעה כבשים Vier Schafe!geschlachtet hat. מושך שנים מהן וזורק דמן שלא לשמן שאם אי אתה אומר כך הפסדת ^19282

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