Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 4 (22.1.1926)
- Date
- 1926-01-22
- Page
- Seite 26 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 26 JÜDISCHE PRESSE Nr. 4 liichung der Torah tim öffentlichen und E/iuzeUeben. Dazu u!nd!dafür ׳ist Jisroel durcli die Tarah ׳zur Gerneinseihaft geworden. Keine jüdische Aufgabe kann anders als 11m Geiste dieser Torah au!gegriffen und gelöst werden. Das ist das politische• Programm der Agudas Jisroel. ■ 2. Andere jüidisohe Gruppen erkennen dieses ׳politische Programm ׳nicht an; sie denken siel» ׳und erstreben den Zusammenschluss der Judenheit mach anderen Grund- Sätzen; ihnen ist das jüdische Volk nicht durch die Torah oder /nicht nur durch die Torah gegründet worden ,*!ihnen ist Jfsröels ׳Daseinszweck nicht die (Erfüllung fde׳s Gottesgesetzes oder ׳nicht mm r dliie׳ ׳Erfüllung des Gottesgesetzes; ihnen ist Israel ein Volk wie alle anderen Völker mit entsprechenden Volkszielen und Volksaufgaben'. So wollen sie, (die anderen Gruppen‘, die Jmldenfrage lösen. Darum entstand und' besteht ׳ein Weltanschauunigskämpf zwischen Agudas Jisroel und den!Gruppen׳ •mit widerstreitendier Politik. 3. Jenen Gruppen •mit ׳anderem Grundsätzen gehören auch!gesetzestreue Juden an.!ln ,ihrem!persönlichen Denken und Leben sind auch sie für die Verbreitung der Torah-!liebe, für die Vertiefung der Torahlkenntnis;!denn sie stehen selber überzeugt!auf dem Boden der Torah. 4. Der Keren ,Hatorah hat sich die Aufgabe gestellt, alle zur Förderung!der Torah erfassbarem Mittel systematisoh zu sammeln׳, zu verwalten und zur ׳dauernden Veir- •Nbreitumg und intensiven Pflege vom Torahwiissem unid Gesetze&treue izu verwenden, ׳insbesondere bei ׳der Jugend׳, im allen Volkskreisen ohne Unterschied!des Standes, Be- Tufes, Lebensalters, Wohnsitzes, jüdiscli-politiisoher Bin- Stellung. 5’. Milt solchem Zweck steht er!, der Keren Hatorah, ׳ausserhalb des Kampfes, ׳dem ׳die Agudas Jisroel für ihr politisches ׳Programm ,zu führen verpflichtet ist.!Mit seinem Ziel kann der Keren Hatorah ׳zu kellnern irgendwie!geartetem Zusammenstoss •mit Gesetzestreuen aus dlem nicht agudistisohen und aus ׳dem lanti-agiudistischen Lager!gelangen׳. Insofern ׳ist der Keren Hator.ah e!n.t politisiert. In der Tat kann also der Keren Hatorah die Brücke schlagen vom der Agud׳a zu den jenseits der A׳g111d;a!stehenden Jereiim. Im (der Tat ׳kann also!der Keren Hatorah der Boden wenden, ׳auf dem alle, allie׳ Torah treuem sich zur g c׳m01׳ ׳ *n!s!amen Betätigung finden für ׳die Gotteslelrre und für ihre Verbreitung im jüdischen Volke. Es wäre ein Glück für alle. Es böte!die Gelegenheit, dass alle die Gesetzeistreuen idieir ׳feindlichen Lager einträchtig •zu ׳einer ihnen allen heiligen!Pflicht zusammenwirken.!Bei ׳allem Widerstreit im ׳politischer Hinsicht — hier schwiege ׳der ■Streit. Das Licht, das;i,n diesem Tarahorgan ׳ist,!würde sie ׳alle ׳zum Guten ,zunüokfiühren und einem wahren Frieden,!einen Frieden׳ der Torah, •her stellen!. So weit Jahab Rosenbeimi über die Em t ■p 011׳! t׳is i e r u 11g des Keren Hatorah. B. Hinsichtlich •seiner U ■e b •e r!p a r •te!i 11׳ c :h,!k ׳e 11׳ hat die Keren-IIator׳ah-Zenträte die folgende Erklärung :in der weitesten Oeffeniliohkeit bekauntgegeben: ״Keren Hatorah (hat ׳die Aufgabe, all!die Jeschiiwas ,zu ׳unterstützen,!im denen׳ ׳das Torahsbudium!nach ׳alter Welse um seiner selbst ׳,willen betrieben wird׳, wobei ׳selbstverständliche Voraussetzung ׳ist, dass ,die Leiter der Je־■ schiwos auf dem Boden des Schulchan Onuc'h stehen. Keren Hatorah fragt!nicht mach ׳der ׳Zugehörigkeit dieser ׳Leiter zu irgend, ׳einer!innerhalb der Orthodoxie bestehenden Ansohauunigsgrupipen.“ Hiermit ist klipp und klar festgesteilt, dass alle gesetzestreuen Torahlehrstätten vor dem Keren Hatorah gleich simd; mit dürren Worten gesagt: ׳er hat Misraahisten und Aahdubhiisten .־ebenso mit Torahikost z!u ve׳rsorgen; wie ׳andere Juden. Damit ist auch der ׳Begriff ׳der Ueberparteiliiohkeljt zweifelsfrei dokumentiert. C. Bedarf es noch ׳einer Erklärung dafür, warum• der Entpolitisierung!und der Ueberparteifchkeit ülberbaupt Grenzen gezogen sind? Warum der Keren Hatorah nicht von der Agudas Jisroel!einfach losgelöst wird? Auch!dieser Eimwand!ist erhaben worden. Es wurde als!Gegenstück auf die Jewish Agency M׳nge׳wiesen;!sie •sei zwar atrsprünig- Moh zionistisch gewesen, nehme aber zur 1Hälfte der!Mit- Bilder aus Oesterreich. Von L. Moses. (Fortsetzung.). VII. Frauenkirchen. Frauenkirchen ist ein freundliches Städtchen, dessen breite und nicht gerade dicht verbauten Strassen sogar schon elektrisch beleuchtet sind. Es ist für seinen Bezirk ein kleines!Handelszentrum, und auch die Juden, die wir dort sahen, sind typische kleinstädtische Handelsjuden mit allen Gewohnheiten •und ‘Lässigkeiten1, die sie sich in einer Art Durchschnittsorthodoxie •beigelegt haben. Die Synagoge ist ein sehr schöner, repräsentativer Bau und dürfte ziemlieh alt sein und Ich fand dort in einem einfachen Rahmen an der!Wand dasselbe /Schriftstück;noch aufbewalirt. das ich auch im der ׳Lackeribacher Gemeindestube schon, gesehen hatte. Unter dem Esterhäzyschen Wappen weist dieses Blatt folgendes Gebot auf: Gott, der Allerhöchste, welcher Himmel, Erde und alle Dinge erschuf und ,׳unsere Vorfahren Abraham, Isak und Jakob •segnete, erhebe hoch, segne׳ und beschirme Se. Durchlaucht, unseren verehrten gnädigsten und Hodhgebomen!Herrn, Herrn Fürsten Nicolaus Esterhdzy de Galantha etc. ■etc, etc. Ewiger, lasse ihn und Hochdesseiben Eiben zu unser und unserer Nachkommen Besten, bis ins späteste Alter einer gutem u׳nd ifnöMichen!Gesundheit gemieissem, stets möge göttliches Heil dem Hochfürstlichen Hause, unter dessen wertem Schutze wir leben und •zu scy,n die Ehre haben, ausgedeihet bleiben, und •lasse es 0 Ewiger an Ruhm und angedeihet bleibeni, ■und lasse es 0 Ewiger .am Ruhm ׳und mit Gnade ,und ׳Wohlwollen gegen ׳uns ׳gesinnt, immerdar bestehen. Wir ׳vereinen unser gleichzeitiges Gebet auch für •das!Wahl der P. T. Hochfürstlichen Herren Räte, des P. T. Hochedeln ,Herrn Viteegespan, Herren ׳Assessores' und IBey- 1 sitzers des löblichen Oedenburger Komltat, Amen. | 1Es ist interessant, sich zu vergegenwärtigen, dass l dieses deutsche Gebet, das jetzt schon ein historisches I Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 Oesterr. Postspark.-Konto Nr. 177.855 Tel. 66-3-71, 65-166־ glieder jetzt ,Nichüzionisten ׳a׳uf und wende dadurch!wirklieh überparteilich. Das!stimmt zwar nicht, ׳ganz unid gar ׳nicht. Der Nachweis der Uhriahtigkeit ist unendlich einfach.״ Doch ‘selbst wenn׳ ׳die Angabe;am sich stimmte, ,dass ׳diie׳ Jewiish Agency ganz ׳unid wirklich!überparteilich werde, so ist der Hinweis auf sie trotzdem durchaus verfehlt. Soll nach zionistischem-AViumsch die Jewish Agency das jüdische Volksganze umfassen),!dämm müsste in ihr ׳die Gesamtheit vertreten sein. Solange •nicht ider zionistische, •niclitzionistische und anti:'zion׳i.stisch׳e Teil •def J!u!den!be׳it nach dem ,richtigen Stärkemass ׳die Agency zusaminensetzt, ׳kann sie niclit für Gesamtisrael sprechen. Wie aber ist die Situation beim Keren Hatorah? Seine Arbeit gilt ׳der Sorge für die Torah. Agudas Jisroel isto (wie das jüdische Volk) allein und nur durch ׳dii!e Torall entstanden, wird allein und nur durah die Torah geführt. Die Torah •allein bedeutet nach ii rer Auffassung Das׳oi׳n1sim!11ait und Daseinsdauer des jüdischen Volkes. Keime andere Organisation als sie konnte daher ׳den Keren Hatorah schaffen, keine ׳andere wäre dazu ■berufen. An ider oben ׳umschriebenen Entpolitisierung und Ueberparteilic'likefit wird niemand auch nur im letzten Winkel seines Herzens zweifeln. Keinem auch wird!der Gedanke kommen,!der mit!der Agnda ׳verbundene Keren Hatorali!könne das Torah-Aufbauwerk,!ciiie Chiimucli- Forderung weniger gut diurobfiiihren, als wenn er etwa von der Agnda!albge!trennt!würde.!Es bleibt ׳vielmehr ׳die Abneigu'ig gegen die ׳politische Agudas Jisroel und überfragt sich auf ihr Kind, so sehr!dessen Streben mmd Leisten iaisächlich anerkannt wird. Dieser Abneigung aus politischer Gegnerschaft zur .Mutter ׳kann und ׳darf über nicht Rechnunggetragen werden, ׳gerade wegen der Abneigung und ihrer Gründe. Uelberlegen wir, wer •der Agudas Jisroel'!nicht iioM ist: a) D!ie Zionisten als solche •haben nach ׳ihrem klaren, uinizweldieaitigern Programm kein Interesse ׳an der •Sicherung ׳und Festigung ׳der Tor,all. Das ist hier nicht als Vorwurf gesagt, sondern als Feststellung einer Tatsache. ,Ihre kolonisatanischen Ziele •haben nach reihi-.zionis tische r Auffassung mit!der Gotteslehre nichts zu schaffen!und Bees-hamidrosch-Juden nützen ihnen nichts׳. Was sie aber unter jüdischer Kulturarbeit verstehen׳: kennzeichnet das Stichwort Jüdische!Universität in Jerusalem. Ib) Die Misnaohitstein erstrebten im R a;11 m e m der ziiomistischen Organisation als fermes Ziel, was für!Agudas Jisroel Ausgangspunkt •und Basis ist: :die Tarah als dem ■alles beherrschenden!Mittelpunkt. Ausserhalb ider!zonistisehen Organisation unterscheiden •Sie׳ Sich nicht von den Agudisten. Sind sie Gegner Ider Agudia׳, so.-simid sie es als Zionisten. Sind!sie Gegner des Keren Hatorah, ■so sind sie es als Zionisten, sei es, um!die׳ zionistischem ׳Hinnahmen nicht!durch •den Keren Hatorah schwächen zu .lassen, sei es,!dass sie ׳eine!Umbiegung des aUgemeiin-zionisflisohen K'ulturzieieis durah ihn befürchten.!Is׳t!das so, ׳um wie viel fester muss!der Karen Hatorah!dann beii!der Agudas Jisroel hleliban! Fühlen ׳sich aber Miisriachisten miiit!uns als Brüder!im ׳der Gesetzes treue verbunden,״ •empfinden ׳sie ׳es als Aufgebe aller, für Verbreitung ׳unid Vertiefung ׳ des׳ Torah- Wissens mit starken Mitteln «nid Kräften zu wirken, dann gehören .sie zu uns 1im Keren Hatorah, nlialit •als iMisraahiisten, aber erst recht als orthodoxe Juden, •die!im Streben für das Heiligste brüderlich eilnig!mit uns ׳sind. So haben sich in der Tat einsichtige ׳Männer, führende, angesehenste Misrachiisten, Rabbinern wie Laien, dem Keren Hatorah zu praktischer Arbeit gestellt. ׳c) Nun noch zur Acbdutli. Es gibt Leute, -denen (die Achduth nur ein Panier ׳ist, •um das man sich!zeitweise in Dokument׳ ־dartellt, in ׳der Synagoge van Frauenkirchen während ■der Amtswirksamkeit des R. ■David Jehosobua Heschel iHorowitz verrichtet wurde, ׳der ein Enkel des berühmten R. Finkas Horowitz und Schwiegersohn des R. '•Eleasar Kalir war, während es gleichzeitig ׳in Lackenbaah zu der •Zeit ׳gesprochen Wurde, ׳als ׳dort ׳der schon öfter erwähnte ׳R. ■Schalem CbariLUWimamn .1׳eb1te. Die ׳Reihe der Frauenkirchner Rabbiner!weist, soweit sie. sich in die Vergangenheit zurückverfolgen lässt, viele merkwürdige׳, Persönlichkeiten auf. An der Spitze dieser;Reihe steht R. Näftaii Hera Auerbach, ein Enkel des .16717 verstorbenen R. Sahn an ׳Au'erbach-Fisclih of und׳ ISoihn des R. Meniachem Mendl Auerbach,. in Rau stütz, 'des Autors von ״Atereth Sekenim“. 'Dieser R, Naftali Hera Auerbach sta׳rlb am 17. T11 amu s 1,737 in ׳Frauenkirchen ,und ihm folgte R. Naftali" (Herz Stern ans Frankfurt am Main. Nach diesem kam R. Nathan Nate Clane, der Schwiegersohn des bekannten R. ׳Mordechai Mochiach, nach ׳dessen Tode R. Abraham Mosche Kolischer, der ■Sohn des Lissaer Rabbiners R. Löb ׳Kalischer und Schwiegersohn •des R. AkJba iBger, ׳berufen!wurde. Nach dem frühen Tode des R. Abraham Masche •Kolischer heiratete seine Witwe den /berühmten R. Mosche ׳Sofer aus Frankfurt am Main (Cha&am Sofer)!und wurde idle Stammmutter der noch heute blühenden Pressburger Rabbinerdynastie Schreiber. Der nächste Frauenkirchner Rabbiner war R. ,Mordechai Katz-Glogau׳, dem R. Aron!Mosche Freistadt folgte. Dann kam R. David Deutsch, ein Schüler des Maharam Barbi in Pressburg und des Noda bi Jehuda und Enkel des Mor •dror (R. Mordechai Deutsch). Zwei Jahre lang (1788 bis 1790) war auch R. •Efraim b. Mordechai aus Zllz in Schlesien Rabbiner in Frauenkirchen und dann kam der bekannteste in der ganzen׳ Reihe, der im Jahre 1825 in Lackenbach verstorbene R. Schalom Charif-Ullmann.. Schicksale und Bedeutung dieses Mannes wurden an dieser Stelle anlässlich seines hundertsten Todestages gewürdigt und es sei nur daran erinnert, dass!e!r in Frauenkirchen während der Franzosenkriege zur Erpressung eines Lösegeldes gefangengenammen und auf wunderbare Weise befreit worden war. Nach R. Schalom Oharif wirkte in Frauenkirchen örtlichen Wahlkämpfen schart: von solchen können wir ׳absehen. Sie sind in solcher Eigenschaft nicht!berufen, zu Anliegen ׳des Klal Jisroel; der Welti iriitzuwirken. 1Die anderen aber mit allweltliclien Interessen in ider Achduth sind entweder Aguldisten,!und dann ,ist •ihnen der Keren Hatorah lieb, wie er is׳t. öder •sie!zählen ׳zu ׳solchen!Misrachiisten, die!zu gemeinsanier Arbeit für orthodoxe׳ Dinge neigen, und ׳dann finden ׳Wir •den Weg zu •ihnen und sie zu uns. Öder aber sie sind ,solche ■Misnachisten,^!in :denen die zionistische Sliinrume diejenige des Keren Hatorah;übertönt, und dann halben sie für diesen so und so nichts übrig. Sachliche!ehrliche Erwägung müsste ergeben,' dass gerade dem Gedanken ■der Aehidtith der Keren■ Hatorah naah Ziel und Leistung entspricht. Will •doch die Achduth eine ,breite Basis!schaffen für alle Ge setzest reuen, gleichviel weicher■ jiiidlisciipaliflischen oder gerneindepolitiscl!cn Richtung unid Partei sie sonst ,angeboren.!Dabei!darf nicht ausserächt gelassen ,werden, dass Aohduth eine au'f Deutschland beschränkte Vereinigung, ׳der Keren Hatorah aber allweltiioh organisiert ist und •genade daraus fliesst ihm!die Arlbeitsfreuidii'gkeit .gegenüber allen Schwierigkeiten und JJöten. , •d) Schliesslich noch •ein Wort ihinsichtlich der anderen grösseren Gruppen in der Jaidenheit, seien sie mit kolonisatorischer, sozialer oder anderer Zwiccksetzung geschaffen worden׳. Ihnen kann es ganz sicherlich gleichgültig sein, ab und wie Keren Hatorah mit ׳Agudas Jisroel verbunden ist. Wollen sie die Torah fördern, so können sie es gern ׳durch den Keren •Hatorali d׳er Agudas Jisroel tum, weil er ihnen als Sahöpfung der ׳nur durch die. Torah organisierte 11 Gemeinschaft ׳erscheint.. Wollen sie!die Torah micht verbreitet halben, dann .Wind ׳auch der von seiner Mutter getrennte Keren Hatorah ihrer Gunst miciht teilhaftig.! •Die Ehre dies ׳gesamtem Judentums erfordert ׳das Verbleiben ׳des Keriein Hatorah in'der Agudas jisroel1, mit der er eilig verbunden sein muss־ um der Torah willen. ■ .Sind!erst — ׳der Keren Hatorah ,zielt dahin •— sind erst Schüler der 'Gotteslelrre alle Söhne Israels, datto ist reich und gross 111 r Friede: וכל בניך למורי ה׳ ורב שלום בניך Ueber die Gemeindeverhältnisse in Polen. (Fortsetzung.) Es sab zwar' auch hier den Ausweg, den man in Preussen gefunden ,hat, wo die beiden Gruppen sich gesondert organisiert haben und der Staat, soweit er Zuschlisse für Zwecke der jüdischen Religionsgemeinschaft gibt, mit diesen beiden Körperschaften verhandelt (Preussisch'er Landesverband und. Bund gesetzestreuer Gemeinden in Preussen). Es erhebt sich nun die Frage, ob man bei der neuen Gestaltung der Dinge in Polen diesen Weg vorschlagen soll. Dies wäre dem Judentum sicher dienlich, da die inneren Kämpfe ausgeschlossen bleiben, aber auch dies setzt natürlich die freie Gemeindebildung voraus. Es würde ferner diese Methode einem Uebel Vorbeugen. Dfeses Uebei besteht nicht tatsächlich, sondern in ,der Einbildung: man befürchtet nämlieh, dass in dem Augenblick, in dem die freie Gemeinde־־ bildung gesetzlich zugestaniden. wird, nun ganz andere Motive als die der Religion für solche Bildungen massgiebend sein könnten. Man hat ja mit derselben Frage, echt oder fingiert, auch in Deutschland im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts sattsam genug operiert, und die geschichtliche Entwicklung hat 'bewiesen, dass diese .Furcht inhaltslos war. Würden aber beispielsweise zwei Grundlinien gegeben und würile ausgesprochen, dass es zwei jüdische Organisationen gibt, wovon die eine auf dem Standpunkt der Verbalinspiration, die andere auf R. ,David Jehoschua •(׳Heschel) Horawitz, der zu dem Werke seines Schwiegervaters ׳R. Eleasar Kalir חקר לו ל ב ח einen Beitrag schrieb und im Jahre 1826 starb.!Ihm folgte R. Jizchak Frankel aus Sch׳os!s!bu!r!g, ein Grossonkel des ‘bekannten Ma׳ha!ra׳m Scihick, ferner R. Mosche Rserhofer ׳aus Gross-Kanizsa, ׳dann sein ׳Sohn R. Abraham Aron Pserhofer und sein Enkel R. Mordechai Pserhofer und schlieissi'i'cli ׳der gegenwärtige •Rabbiner R.!Simon Löwy. Auch die hier versuchsweise skizzierte Galerie •der Rabbiner Frauenkirchens zeigt dem Kundigen Wieder die geistige Bedeutung der Schewa Kehilloth, in deren Rahmen auch Frauenkirchen:!würdig sich einfügt. Interessant Ist aber auch ■an dieser Reihe •die Beobachtung, dass lebhafte Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen Gemeinden Deutschlands und den Gemeinden des heutigen Burgen- ■landes ■namentlich im 13. und den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts •bestanden, Beziehungen, wie sie merkwürdiger!weise später in den Zeiten 'des scheinbar länderverbindenden Eisenbahnverkehrs nicht mehr zustandekamen, da inzwischen׳ ׳die Entwicklung in Deutscland einen anderen׳ Weg eingeschlagen hatte als in der sieb vollständig gleichgebliebenen Schewa Kihüloth. (Fortsetzung folgt.) Frau Liwogura. (Auf die ־ gedrückten׳, armen Jude« der kleinen Städtchen Russisch-Poiens scheint dias Wort Heines wie geprägt zu sein: ״Behaftet mit den bösen drei Gebresten, mit Armut, Krankheit ׳und mit Judentum.“ Gepeinigt werden sie wegen ihres Judentums, die Arm!u׳t begleitet sie meist ihr Leben lang, und von Krankheit bleiben sie selten verschont. Aber sie sind nicht nur ״behaftet“, sondern sie sind' auch ׳״gesegnet“. Nämlich mit grossem Kinderreichtum. Wenn eines der Kleinen von Diphtheritis oder Scharlach hinwaggerafft wird — die Kindersterblichkeit ln den kleinen r׳us׳sisoh-׳poIni׳sah׳en Städtchen ist sehr gross, die Kunst der Aerzte.noah sehr klein —י, so schickt der liebe Gott im nächstenJ Jahre wieder einen Ersatz, so dass dias halbe'öder ganze Dutzend immer komplett bleibt. So leben diese Menschen dahin, selten die engen׳ Mauern ihrer Heimatstadt verlassend, mit einem ewigen, unersohütterliehen!Biitocbaun, dass einmal bessere Zeiten kommen wer- ׳den׳. Und allesamt haben׳ ׳sie den Glauben, dass es dnaussem ״im Ausland“ den Juden nirgends so schlecht gehen könne