Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 12 (1926)
- Issue
- 3 (15.1.1926)
- Date
- 1926-01-15
- Page
- Seite 20 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2629891-2630148-2630151--2083-2633912- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 20 JÜDISCHE PRESSE Nr. 3 peinlichen Befolgung des Gesetzes veranlassen würde, dass der ע□ הארץ die grössere Sünde beginge, FriWhte. von denen die Zchntabgaben überhaupt nicht entrichtet sind טבלי , zu genessen. Deshalb ha; רבי gesagt: ניחא ליה לחבר ו״ו,• Dagegen in שבת ח ■liegt der Fall doch so. dass A. beim Zustandekommen der Sünde des 13. völlig unbeteiligt ist: B. bat das Brot ln den Ofen getan, •das Backen des Brotes •am •Sabbat ist ausschliesslich sein Vergeben. Wenn A. nun hinginge, um das ׳Brot aus dem Ofen zu entfernen, •dann bewahrte er wohl den B. vor •der schweren Sünde des Backens, er lüde sich aber dabei selber eine Sünde auf. die wohl leichter ist als die des A die er aber lediglich zur Verhinderung eines Vergehens be ginge, für dessen Zustandekommen er nicht im mindesten verantwortlich •ist. Deshalb hat רב ששת gesagt: וכי אומרים לו לאדם ורו׳. ־ Dazu kommt der weitere!Unterschied, dass bei dem Fall!in עירובי[ לב״ der א י 0 ו ר , den der חבר vorhindern soll, von ■ihm auch wirklich verhindert werden kann. Würde ja der איסור יחמיר des ע־ם הארץ erst dadurch Zustandekommen, dass der חבר den איסור ק ל untcrliesse. Dagegen bei •dem Fall in שבת ד׳ ha׳ ia B. im Augenblick, wo er das Brot ■in den Ofen gab, den איסור in. •der!Hauptsache bereits vollbracht. Der Backr Prozess im Ofen tritt automatisch ein als die natürliche Wilrkiuig eines Vergehens, dessen Verursachung nicht mehr ungeschehen gemacht werden kann. Daher meint ר י״ ב א in ת ו ס׳ daselbst, dass nicht einmal B. selber befugt ist, das Brot aus dem Öfen heratisy.uuehmen: er würde •damit nur einen neuen, wenn auch leichteren איסור begehen, der den ersten איסור w o 111 in seinen Folgen au.fhalten, das Geschehene ab ei 11 •i c 11 t tu e 11 r 11!11 geschehe 1! •m a c 11 e 11 k ö n n t c. •Was nun die übrigeirFälle in ]פסחים• גיטי etc. an belangt.'so •ist zunächst bei der Freilassung •des •Sklaven die Hohe Bedeutsamkeit der Pflicht der Elve- Schliessung massgebend. Das Gebot der Thora: לעלם בהם תעבדו gilt ,»•icht so absolut, dass •es auch im!Falle einer!Kollision ■mit einer מצו ה רבה• wie cs die Pflicht der ׳Eheschliessung ist, aufrechterhalten werden müsste. Nur eine zwecklose •Freilassung von Sklaven ist verboten. Hat ■ja docli auch ר״א, als er beim Betreten des G-ttesliauses die erforderliche Zehnzahl nicht antraf, zum Zwecke der .Gewinnung einer zehnten Person seinem Sklaven die Freiheit verliehen, weil eben die Rücksicht• auf “מצי דרבים hiebei ausschlaggebend war. Jedoch abgesehen davon: Soll denn, selbst wenn wir zugeben, dass jenes Gdbot der Thora absolut gilt, durch die verbotene Freilassung des Sklaven •das Vergehen eines anderen verhindert oder paralysiert werden, wie •dies bei’.dem Falle ■in שבת ר׳ geschähe, wenn A. sündigen diirlte, um die Sünde des' ■B. aufzuheben? דרולא היכי דפשע קאמר וכי אומרים לארם ורו׳. Wenn a. nicht sündigen darf, um B. •damit eine Wohltat zu •erweisen, so ist es ihm doch nur •deshalb verboten, weil nicht emzusehen ist. 'warum, weh 0,׳!gesündigt hat, nun auch A. sündigen soll.',Welches Vergehen liegt aber auf seiten ■des Sklaven vor, •der von seinem!Herrn freigelassen werden soll? Welcher Sünde macht sich der מחוסר כפורים schuldig, der auf die Opferdarbringung des Priesters wartet? Und welcher Sünde der Priester, •der ■warzenbeliaftet untauglich zum Dienste ist? , Eher könnte von einer Versündigung ir Falie •der halbfreigelassenen Sklavin gesprochen werden, weil hier die Unmöglichkeit •der Ehesohliessung allerhand Möglichkeiten der Unzucht eröffnet.. die aber 111 Wirklichkeit als einer Zwangslage entstammende, mit den Merkmalen •eines Notstandes behaftete!Möglichkeiten zu betrachte״ sind: משים שהיחה מחזרת ומטציאה עצמה לזנות ודומים לאניסין והוי נמי כמצוה דרבים. Auffallend ist’s, ■dass bei den im vorstehendeil skizzierten Gedankengängen (die im ש״ע אייח ח״ד ר, ה״ר מעשר י/י', רמ״בם הל׳ ש׳ ט׳ ה' etc. ihren halachischen Niederschlag gefunden haben) nicht auch die Stelle in קידושי[ ג״ה berücksichtigt wurde, wobei es sich um folgendes .handelt, wenn die Mischnah שקלים ד׳ ד׳ lehrt, dass בהמה שנמצאת מירושלים למנדל ערר וכמיהה לכל רוח זכרים עולות נקבות זבחי של׳ ein männliches Tier, das ausserhalb Jerusalems in einer bcstimmten Entfernung gefunden wird, als Ganzopfer und ein weibliches als Fvieden'sopfer dargebracht werden muss, weil zu vermuten ist, dass diese Tiere aus Jerusalem entfliehen und weil die meisten aus Jerusalem^ stammenden Tiere Opfertiere sind, sie :ihrem vermutlichen Zwecke zugefiihrt werden miisvn. so wird diese Lohre der MJschnah — da wohl ein weibliches Tier kein Ganzopfer,■ dagegen ein männliches Tier auch ein Friedensopfer sein kann — von קידושי[ נ״ה in ר׳ אושעיא dahin erläutert, dass die •Mischnah nicht an eine wirkliche Opferdarbringung des Tieres denke, vielmehr הבא בבא לחוב בדמיהן עסקינן will die Mischnah demjenigen einen Ausweg zeigen, der ein solches Tier durch Weihung seines Geldwertes, das b׳eiss,t durch Uebertragung seiner heilige« Bestimmung auf seinen Geldwert׳, dem Profangebrauch (חולון) zuführen will: ist es ein •männliches Tier•, ■bei dem zu vermuten •ist, dass es für עילה bestimmt war, •dann muss für alle Fälle der höhere עולה ■*Preis bezahlt werden. Da aber nun im allgemeinen die Auslösung eines fehierfreien Opfertieres 'חלול) nicht gestattet ist. תהי בה ר׳ יוחנן stellt ר׳ יוחנן dieser Erklärung des י' א ושעי א die Frage entgegen :יכי אומרים לו לאדם.עמוד וחטא בשביל שתזכה, mit welchem Recht darf, um ein solches Tier aus seiner, gesetzlicu zweifelhaften Lage zu befreien, seine sonst . unzulässige Auslösung gestattet werden? Wennim מסורת השים z. B., — חוס׳ hüllt sich hier in Schwelgen —. die Frage des ר׳ יוחנן unter Hinweis. auf עי ר י בי ן ל״ב als צ״ ע,'der Klärung bedürftig bezeichnet wird, so bedarf es nur des Hinweises auf die oben skizzierten Gedankengänge aus חוס׳ שבח ר׳, woraus diese Klärung sich von selbst ergibt. Auffallend ist schliesslich, dass der Talmud in קידושין D״b den Rat. den ר׳ ש מלא י einem .מ מ ז י gab, זיל נניב ו אח רבן בעבד עברי, durch Begehung, eines Diebstahls seinen Verkauf als ע ב ר .ע ב.ר י., und seine, Ver,. heiratüng' mit einer שפחה zu veranlassen und damit die Möglichkeit; einer Aufhebung des ממזר;Charakters׳ der. aus dieser Ehe stammenden Kinder in die Wege zu leiten, nicht aufgriff, um auch liier die vom רש״בא aufgeworfene Frage zu erörtern: וכי אומרים חטא בשביל שחבה חבירך. mit weichem Rechte liier ein unlauteres Mittel durch einen edlen Zweck geheiligt werden konnte. Ql NACHRICBTEK. I® Mitteilung des Rabbinates der Adas Jisroel (Schiffschul). Das Unterzeichnete Raibbinat •macht •wiederholt■ auf-• merksam,!dass im Handel mit תפילין (TeSülin) grosse Missbräuohe herrschen. Es ■gelangen sogar gedruckte תפילין zum Verkaufe. Es wird dringendst empfohlen, nur solche TefiUin z;; beziehen, •die von solchen סופרים (Tefiiliin Schreibern) geschrieben sind, ׳die ׳vom, Unterzeichneten Rabbiimfe a;s in jeder Hinsicht verlässlich anerkannt sind. Das Rabbinat der Adas Jisroel. r Keren Hathoraarbeit in Oesterreich. ■Samstag, den 2. Jänner, um 7 ■Uhr abends; fand unter Vorsitz •des Herrn Rabbiner •Abr. 'Beschei (Ko.pitschinze •eine ■Sitzung des Laiidesdireiktoniums ides Keren ׳Bathorn für Oesterreich statt. Ais Vertreter der Jessod-iHäthora erschien Herr Leopold Ledererer, •der Talmud Thora-Volks- und -Bürgerschule Herr Rabbiner ■Dr. joel Potlaik,!der Prater-Taimiud- Tliora Herr •Albr. Geiger, der Totnchei-Tihora!Herr •David Se'i'dmann. .Nach eingehender Beratung wurde, der Beschluss gefasst, durch e.iiien Aufruf aii ׳die jüdische!Bevölkerung Oesterreichs ׳zu appellieren; . •der!drohenden Schliessung zahlreicher Geistesstätten• jdbs jüdischen Volkes •im!letzten Augenblick zu steuern. •D.ieV.jüdische Bevölkerung soll aufgefordert •werden!, als tMitglied er!dem Keren (R'athora beizutreten, ■dessen ein,ziige Aufgabe die Einhaltung •der geistiigen Güter des jüdischen Volkeslist. Ferner sollen׳ Ifn!den versoliiedenen!Betliäusern Wiens Reden gehalten wenden.•um die Ziele •des!Keren Hathora den iBethaiisfoesucliern vor Augen zu!führen. Sontag,, •den!10. Jänner, ■hielt Herr Rahbiner ■Moses Blech im Bethausverein 1״MadisSkei-Haidas“ l., ■Laizemhoif, ncab idem ׳Maariwigebet eüne Rede, ■in welcher er die!Notlage!der Thora'lelirs'tätten schilderte un'd in teinperaimeritvöller Welse alle 1Än׳wesenlde1i1, aufforderte, sich •dem Keren ■Hathora ahzuschlies'sen. iSeü.ne Rede fand reiclien•!Beifall und alle Anwesenden sind ■als Mitglieder dem Keren ■Hathora beigetreten,,. Als. Vertrauensmänner dieses Betiiauscs.!mit der Aufgabe, dafür!Sorge zu tragen, des Keren׳ Hathora duncli.׳Spenden beii der ,,Altos“ uliid-.anderen Anlässen׳ lin 'diesem ׳Betha׳11׳se, wurden die Herren •Isak Birnbaum und •Scihlängel ernannt. Der ׳Erfolg ,ist •der ancirkennenswenten ■Initiative des '•Herrn!Präsidenten Bernliard •Hofbauer 2׳uzi1sol1roi.ben. Wiederwahl des bisherigen Präsidiums der Wiener Kultiisge/nelnde. Wie 11. 7. Jänner. ׳(JTA.) •Der Kultusvorstand ■hat!in seiner letzten Sitzung das Präsidium für •das kommende Jahr gewählt.. Der •Präsident der Kultusgemeinde■, Generalstabsarzt . Dr. Pick, erscheint •für die ganze Mandatsdauer von vier Jahren gewählt, so!dass sich die Neuwahl ■nur' auf die beiden Vizepräsidenten er-־ streckte. Herr Dr. Jak'ob ■Ornstein (Unioh der ö^sterreichi-' sehen Juden) und ■Dr. Josef Löweniherz (!zionistische Fraktion) wunden mit'allen 'Simmen! wiedergewählt. ■Das neugewäliite V׳ertr׳etea־kollegium setzt siiah •aus den .Herren Gemeinderat ׳Dr. Plasohkes find Dr. Frieidmann (Zionisten) und aus 'den .Kulitusvoriständeri Bau rat Kempler, •Dr, Tacho, Regieriingsrat Oppenheim. Kaüders (Union) •und Pappenheim •(Aigud.a) ■zusammen; . Chajlm •Krämer. Nach Rejäakti011ssch׳lus׳s •erreicht uns die fraiuriige Nachricht vom Ableben dieses treuen!Mitgliedes der. •Wiener Orthodoxe. Herr Chajim JK r äune r ist nach langem schweren! Leiden von selbem;erlöst!worden. Eine grosse Schar voai Freunden beklagt seinen׳ Heimgang. Moritz Silbersteln s. Ai Freiitag, den• 8. Jänner, würde Moritz!S'IM b e׳r s t e.i n, langjähriger Obmann des Bethausvereines •in der Theleinanngasse, unter grosser Betelfigmig zu Grabe getragen. Der Verblichene, der 71 Leibensjabre erreichte, :entstammte einer vornehmen Krakauer 1Familie, war der ■Schwiegersohn des wegen , seiner aussergewöhnlichen• Freigebigkeit und Gediegenheit des Charakters verehrten■ •C|1eiskel Lipschiitz. Rabbiner Dr. Meyer s. A. Am 31. Dezember 1925 (14. Tebeth 5686) ist der Rabbiner der Regensburger Gemeinde und des mit dieser Stadt verbundenen Distriktsrabbinats im Alter von über 72 Jahren zur ewigen Ruhe eingegangen. 44 Jahre hat Distriktsrabbiner Dr. ' Seligmann M e y e r in Regensburg die Geschicke dbr.. dortigen Kultusgemeinde geleitet,■ nachdem er vorher schon im jugendlichen Alter in Wiesladen, Wetzlar und Berlin als Religionslehrer und Prediger tätig war. Am 12. Oktober 1853 zu Reichelsheim i. Odenwald geboren, wirkte er nahezu sechs Jahrzehnte zu Ehren des Judentums lind seiner Lehre' im öffentlichen Leben,' in der Schule, in der Synagoge, in der Gemeinde, wie im Kreise seiner Familie, sich stets mit ganzer Kraft und mit glühender!Be־» geisterung fürd ie Ideale unserer heiligen Religion einsetzend. Auch auf literarischem Gebiet׳ •betätigte er sich von frühester Jugend und. fast bis zu seinem letzten Lebenstage für die Verteidigung des Judentums und die Aufrechterhaltung der überlieferten Lehre. Neben einer,-׳grösseren Anzahl von in Buchform erschienenen literarischen׳ Veröffentlichungen redigierte er über 50 Jahre jüdische Zeitungen,, und zwar zunächst den ״Jüdischen Boten", später die' ״Jüdische Presse“, von 1882 bis!Ende 1925 die von ihm gegründete ״Laubhütte“ und die ,Deutsche Israelitische Zeitung“. Der Tod Dr. Meyers löste bei allen, die ihn gekannt hatten, tiefe Wehmut und sohmerzlichste ׳Bewegung aus, so dass■ def Gang zu seiner letzten Ruhestätte am Tage des Begräbnisses zu einem überwältigenden Erlebnisse für alle Teilnehmer־ und •zu einer seltenen Deitionstration aller Konfessionen wurde. Zürich. .Wir haben einen ,unserer Besten verloren; Isaak Reiirs. A. ist nicht mehr. Ausgezeichnet durch vorzügliche Geistesgaben‘, ausgestattet mit ־;einem selten feinen Gemüt, hat er den Kampf des Lebens wie, einer der Grossen getragen, hat in innigster Liebe zur heiligen ^Lehre, deren Inhalt und Geist iljm vertraut war, sie erfasst und betätigt. Sein Angedenken ist und bleibt ein Segen.. ״' . 60 Jahre jüdische Gleichberechtigung in der Schweiz. ZürJch, 8. Jänner. (JTA.) Am 14. Jänner werden es 60 Jahre, seitdem ■durch ׳eine Revision der •Bunde^verfassung der •Schweiz d׳?e tiürgeriicHe ׳Gleüol1ste#ung 4er Juden mit den Angehörigen-.-der christlichen Konfessionen in ,diesem Lande, ausgesprochen! wurde, _ .. , Eine' orthodoxe כשר-Pension in Venedig am ■ Udo. Dem ׳jüdischen! ReüsepirbUkumV׳welches dfi-e rituellen' Speisegesetze ■beobachtet,'■ war es bisher fast immöglich.. Venedig zu besuchen; well!dort keine כשר Pension vorhanden׳ rst, wo es ■sich seinen Grundsätzen entsprechend verpflegen konnte. Die meisten mussten aus diesem Grunde auf ■den Besuch verzichten und die •wenigen, welche dennoch Venedig sehen wollten, konnten bloss ein (his zwei• Tage dort verweilen und mussten sich!mit!Fischen■ Eiern etc. zufrieden geben. Ein längerer Aufenthalt oder sogar eine Badekur am Lido ■war •ganz ausgeschlossen. Es war daher ein sehnlicher Wunsch dieser Leute, dass •am Udo en’ne verlässliche בשר Pension errichtet •wende. Diesem Wunsche wird nun Rechnung getragen,!indem dort eine orthodoxe ׳ כשרPension in ganz ■modernem Stil in nächster Zeit eröffnet •wird; Dam!Ehepaar David und!Frieda' Kirschbatim, geh. Pinkas, welche als Restaurateure ׳schon viele Jahre tätig sind, früher 'in Trenasm-׳Te:p1itz und In letzterer Zeit in lAblbazia׳, Villa ■Felice, ist es gelungen, die sehr schön ■gelegene Villa!Margherita am Lido •zu erwerben und errichten sie daselbst eine streng כשר Pension. Das Haus ist ein ׳moderner Bau mit Vorgarten, Lift. Zentraliieizung, am Udo gelegen, direkte Gondefenfahrt. ■Lesezimmer, eleganter Speisesaal; die Zimmer sind neu, modern ׳eingerichtet, ,in jedem Zimmer messendes Wasser und sonstige Bequemlichkeiten. Die jüdischen! Gäste haben es daher nicht mehr •nötig, bei ihrem Aufenthalt in Venedig in nicht כשר Pensionen sich zu verpflegen, sondern können ׳in •der ■Villa Margherita erstklassig logieren und bestens verpflegt werden. Aber auch •den (traditionell jiidisehen Gästen ist die Gelegenheit geboten; ihren Erlioiungs- Urlaub in Venedig am Lido zu •verbringen. Eine Anleihe der Frankfurter Ssracl.Fsc ך Gemeinde, Frankfurt . am ■Main.!(JTA.) Der Gemeinde ist die Regierungsgenehmigung zur Aufnahme einer Anleihe in Höhe von eineinhalb Millionen Mark für Anlage eines neuen Friedhofes und andere Aufgaben erteilt worden. Ein Bankenkonsortium wird die Anleihe zum Vertrieb übernehmen. Die Stellenvermittiungszentrale der deutschen Jusend- Organisation. Frankfurt a. M. (A. J. P. B.) Die Stellenvermittlungszentrale der Agudas Jisroel-Jugendorganisation versendet folgenden Bericht: ״Die Stellenvermittlungszentrale der Agudas Jisroel-Jugendorganisation (Rothschildallee 38) teilt mit, dass sie durch Verfügung vom 2. Dezember 1925. des Landesamtes für Arbeitsvermittlung als nicht gewerbsmässiger Arbeitsnachweis anerkannt wurde. Die Stellenvermittlungszentrale bittet alle Arbeitgeber, die am Sabbat und Feiertagen freigeben, ihr stets unverzüglich alle vakanten Stellen zu vermitteln. Gegenwärtig werden insbesondere Stellen für Buchhalter, Stenotypistinnen sowie Lehrstellen in kaufmämnsehen und handwerklichen Betrieben gesucht.“ Brand im Judenviertel in Korfu. Korfu. (A. J. P. B.) Vergangenen Freitag entstand im Jndenvicrtel zu Korfu ein Brand, der äusserst bedrohlichen Charakter ׳annahm. Dank energischer Löscharbeiten der Juden konnte der Brand in kurzer Zeit lokalisiert werden, doch waren diesem schon einige Häuser und eine Synagoge, aus welcher die Thorarollen noch rechtzeitig ge.rettet werden konnten, zum Opfer gefallen. Unter Leitung von Grandrabbi Abraham Schreiber wurde eine Hilfsaktion ins Leben gerufen, die in erster Reihe das Bethaus neu aufbauen soll. :־ Auch in Norwegen ist die Schechitah gefährdet. K 0״p e nha g e n. (AJ!P1B.).In Norwegen, wo die antlsemitisehen Tendenzen •in •der letzten Zeit wieder stark in den Vordergrund getreten sind, will man jetzt plötzlich die Schechitah־: durch ein׳ Staatsgesetz־ verbieten. Die Entschei-־ : düng sollte in diesen Tagen durch den nonwegischen Staatsrat getroffen werden. Rabbiner Levitan hat anlässlieh dieser Katastrophe einen Fasttag angesetzt. Einstweilen ist es gelungen, soviel zu erreichen, dass die Entscheidung vorläufig bis nach Neujahr h!inau׳sgeschöben wurde. Hochherzig* Spende eines Bukowinaer Juden. Wir erhalten aus Vijnita folgende Zuschrift: Eine rührende Feier fand am Abend des 12. v. M. im grossen' Betsaal des Grossrabbiners in Vijnita statt. Der Generaldirektor des Phönix in Wien, Herr Salamon Hauptmann, ein treuer Sohn der Stadt Vijnita;und ein Mann von grosser Herzensgüte und Wohltätigkeit, hatte den Betrag von 114.000 Lei für die Kinder *der Talmud-Thora-Schule und der Jeschiwah in Vijnita gespendet, dm dieselben am Todesgedenktage seiner Mutter Blüme ׳Hauptmann mit Kleidern und Wäsche zu bete len. ,Hiebei darf wohl in Erinnerung gebracht werden, dass Herr ׳Hauptmann auch für die Restaurierung der hiesigen im Kri.ge abgebrannten Synagoge vor eineinhalb Jahren den Betrag von 100.000 Lei gespendet! hatte. Fünfzig Kinder erhielten 'j2 einen Wollstoffanzugi bestehend aus Rock und Hose, einen Wintermantel, eine Mütze, ein Paar Schuhe, zwei Hemden und ein Leibchen n it den vorgeschrtebenen rituellen Schaufäden. Bei der ganzen Aktion hatte sich insbesondere unser verehrter!Rabbiner Leiser Hager, Sohn!unseres Grossrabbiners, betätigt, der auch die Gedächtnisfeier für die verewigte Frau Blume Hauptmann abbielt, wobei jer in einer gedankenreichen Rede der Wohltätigkeit ׳des edlen Spender3 rühmend gedachte. Herr Religionswciser (Dajin) David Schneebald hatte an diesem Abend vor Abhaltung der öffentlichen Gedächtnisfeier für das ßee’enheil der verewigten Frau Blüme Hauptmann mit allen Schülern der ieschiwa Mischnajes gelesen. Auch Herr Hersch WeiiiT berg hatte mit se'nem schönen riiuei’en Gesang zur Weiha dieser Feier rührend beigetragen. Unserem hoch verehrten Landsmann aber, Herrn Salamon 'Hauptmann, dem edlen Menschenfreund und Wohl ater, übersenden ■iwir ln das ferne Wien innigsten Dank nicht nur der beschenkten Kinder, sondern auch seitens cler ganzen jüdischen Bevölkerüng dieser verarmten und hilflosen Stadt. Die Aktion vom Sejmdeputat Elias Kirschbrauu für die jüdischen Soldaten. Warschau. (AJ׳RB.) Sojmdeputat Abgeordneter Kirsobbraun, der Führer der agudistüsclien Sejmfraktion, führt seit längerer Zeit Verhandlungen mit der obersten Militärverwaltung wegen Berücksichtigung jener jüdischen Soldaten, die auf koschere Kost reflektieren. Vorläufig ist es ihm gelungen, vom Kriegsmdmster eine Verfügung zu erwirken, nach welcher alle Militärkommandos. angewiesen wurden, all jenen jüdischen $01daten, die sich um koschere Kost bewerben,' durch Aus- Zahlung des Kostgeldes und ■durch״ die Ermöglichung?um Besuch jüdischer Speisestellen eine koschere Verköstigung zu ermöglichen. Um diese überaus wichtige Frage zur all- . .gemeinen Zufriedenheit zu lösen, hat sich nun jetzt Sejm־, deputaf Kirscbbraun an die Gemeinderabbiner und äu die. •jüdischen. Gemeinden gewendet, durch die Errichtung vön koscheren Soldätenküchen ־ den ■jüdischen Soldaten; eni־ gegemzukommen. Auch diese Aktion' hat jetzt ״einen Erfolg verfielssenden Anfang genommen. , Mitteilung an die Aguda-MitgUeder. Das Central- H 01 e l,; Wien, II., Tahorstrasse 8 a, wurde ,von Bratislavaer Glaubensgenossen,: erworben. Vollständig neu renoviert!. hesitzt es Zentralheizung, kalt- und warmfllessendes Wasser und Telephon Im Zimmer. Treffpunkt der AgudasrJisroei-Mitglleder, welche von den Ztmmerpreisen, die S 5 bis 6 pro Tag betragen, 10 Prozent ׳ Nachlass erhalten. ״; (Entgeltlich.) .! •״ r